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Full text of "Daniel Georg Morhofens Unterricht von der teutschen Sprache und Poesie, deren Ursprung, Fortgang und Lehrsätzen : sampt dessen teutschen Gedichten"

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DANIEL GEORG 
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UNTERRICHT 

VON DER 

TEUTSCHEN... 


DEEIaI[=1WeT=Teigen V.[olgale)ı 












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Daniel Veorg Norhofens 
nterricht 


von der 
Teutſchen Sprache und Poeſie / 
Deren Urforung / Fortgang und 
Lehrfäßen/ 
Sampt deſſen 


Deutſchen Wedichten/ 
Jetzo von neuem vermehret und 
verbeſſert / und nach deß Seel. Au- 


toris eigenem Ereinplare uͤberſehen / 
zum andern mahle 


Son den Erben / 


herauß gegeben, 














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Lübeck und Franckfurt/ 
„I Verlegung oh 


ann Wiedemeyers / 
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Auff vcf Seel Autoris 
Abſterben. 


Nun dießer Cimber⸗ Schwan und 
groſſe Phœbus ſtirbt/ 
So geht der — Sat mit Trab: 
Die Schwäne ab 5 
waͤne aber ſe 
ie 2 man eis „ ganzen | 
eklagen / daß zuglei eſang und 
lang ve —7 ſang 








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Daniel George Morkofs j 
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Der Beutfehen Mocfie 
| dh Theil. — | 
Von der Teutſchen Sprache / 
Dale. | 
Bon der Vortreflichkeit und 
dem ee Teutſchen 













prache. — 

—— — TEEN | 

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Innhalt. 
Rachen / warumb wir von ber teutſchen 
Sprache insgemein handeln. Mirdvon 
"regnen Landsleuten geringichägig gehalten, 
Die Griechiſchen und gateinifchen neuen 2 
| A dur 


— 








3 Dası. Cap. Mon Morttefichteit 


— — — 


hurch Kunftausgeübten Sprachen. Ob die He⸗ 
braͤiſche Die Älefte / und allgemeine Sprache 2, 
Oft zweiffelhafftig und ſchwer zu erteilen. Be- 
Canus sieht die Cimbriſche und George Stiern⸗ 
belm die Schwediſche Der Hebraͤiſchen vor. 
Gleichheit der Teutſchen / Danifchen und Bri⸗ 
tannifcheny mit der Hebraͤiſchen. Ob die Teut⸗ 
ſche Sprache naͤhern Grund in der Natur habe? 
Meinung daß die Figur der Hebraͤiſchen Buchſta⸗ 
ben den Menſchen angebohren / und am Himmel 

u leſen. Der Analogiſmus der. Woͤrter und 
Dinge iſt nicht einerley. Borrichii Lob. Go- 
ropiı Becani felkame Einfälle! Seine faſt en- 
thufiatifche Critica über das Hebraifche und La⸗ 
teinifche Alphabet,  Caramuels gleiche Gedan- 
cken über das Lateinifche. Jacobi Hugonis laͤ⸗ 
cherliche Meinung von der Sateinifchen Sprache. 
Befnier will alle Sprachen unter die Sateinifche 
— SBGeorge Stiernhelm Meinung von der 
Scythiſchen oder Schwediſchen Sprache, Deſ⸗ 
‚fen Synopfis Gapitum Runz Sveticz wird ans 
geführet. Hat das Werck nicht vollfuͤhren koͤn⸗ 
nen, Seine andere verheiffene: Schrifften. 

Olaus Rudbeck hat einige Capita Bier Syno- 
| Br Ku seeften Sei — am 

e ein Engellander halt die Ehine 

‚Sprache vor Die. altefle, Non 


i. eilt 





dder Teutſchen Sprache: 
1442 3 g 





An N Eiln wir den Urfprung und 
I (4 o sortgangderTeutichen Does 
ER 

ee teren vorzuftellen entfchlofe 
fen/ ſo wird vielleicht niche 
übel gethan feyn / wenn wir erfilihvon 
Der Teutfchen Sprache insgemein hans 
deln / und deren Vortreflichkeit erwei⸗ 
fen. Welches auch deßhalben noͤthig iſt / 
weilen ſich auch unter gelehrten Leuten⸗ 
und die von Teutſcher Herkunfft ſeyn / ei⸗ 
nige finden / die ihre Mutter⸗Sprache 
laͤſtern / und deren Grobheit und Unge⸗ 
ſchicklichkeit zu guten Erfindungen / und 
zierlicher Ausbildung der Gedancken 
vorzugeben ſich nicht ſcheuen. Damit 
nun hievon ordentlich geredet werde fo 
tollen wir erftlich von derfelben Alters 
thumb / als worinnen nicht der geringfte 
Theil ihrer Vortreflichkeit befteher/ hans 
dein / und dann folgendes von derſelben 
Geſchicklichkeit zur Poeterey mit mehren 
erwehnen. tt dr 

Es ſind faſt die mieiften fo geartet / 
daß ſie vor einheimiſchen Dingen einen 
| a 2 Eckel 









Ben 


© 


das ü Cap von Vortrefuchteiit 











REckel haben / ſich über alle frembde Sa⸗ 


chen verwundern / und dieſelde hochhal⸗ 


ten / weiches die Teutſche Sprache auch) 
erfahren / die von ihren eigenen Lands⸗ 
leuten geringſchätzig gehalten / und der 


Hebr ͤiſchen/ Griechiſchen und Lateini⸗ 


ſchen unterwuͤrffig gemacht / da ſie doch / 
wenn ich ja die Hebraͤiſche ausnehme / der 
Griechiſchen und Latemiſchen am Alter 
nicht allein nichts nachgiebt /  fondern 


weit bevor thut / hingegen aber jene/ in 


Anſehung der Teutſchen / neue / und et⸗ 
was ehe durch Kunſt ausgeübet ſeyn / als 
dieſe / die hingegen viel gruͤndlicher / und 
jenen zum Theil den Urſprung gegeben. 
Welches ob es jemand gleich frembde und 
ungereimbe ſcheinen folte / dennoch der 
Wahrheit gemäß/ und fo gruͤndlich ers 
wieſen werden kan daß niemand daran 


zu zweiffein Fug bat / er habe ihm denn 
vorgenommen unbeſonnener Weiſe auff 


feinem Wahn zu verharren/ und keiner 
Dernunfft zu folgen. Wovon vielleicht 
von mir mit mehremineiner Differtation 
de Novitate: Græcæ & Latin, lingux 
Eünfftig gehandelt werden Fan. 


Ich will zwar igo den Vorzug der | 


Hebraͤi⸗ 


— — 








_ _ der Teutſchen Syrache 5 
Hebraͤiſchen Sprache nicht iin Zweiffel 
ziehen mie Goropius Becanus gethan / 

weicher / nach aller verfländigen Leute 
Meinung / ‚mehr Nachſinnens t ale 
Urtheils gehabt / und Georgius Stiern⸗ 
helm ein gelehrter Schwediſcher Edei⸗ 
mann / welcher die Scythiſche Sprache 
Der. Hebraͤiſchen vorgeſeket. Es ift ar 
ber dennoch nicht ausgemacht / ob fie ee 
en Die erfte und allgemeine Sprache ges 
weſen / davon die anderm berftamı en. 
Dann der Grund von den Rahmen der 
alten Bärer / die in derfelben vorkom⸗ 
men / iſt nicht ſo unwiedertreiblich / daß 
des Grotii und Cluverii Gegeneinwen⸗ 
dungen demſelben nichts anhaben ſolten / 
ob zwar Heidegger in ſeiner Exercit. 
XVI.deLingvä & Literis Patriarcharum 
ich Diefelbe zu beantworten fehr bemuͤhet. 
Es iſt am. gläublichften , daß Feine non 
den itzo befandten Sprachen, als die das 
meiſte von der Kunſt entiehnet/ die ers 
ſten geweſen / ſondern eine bon dieſen un⸗ 
serichiedene/ von welchen alle Sprachen 
in ihren Wörtern / eine aber mehr.alg 
Die Andere / etivas mit eingemifcht ha⸗ 
ben. Aus dieſem Grunde ſheue ich inich 
a3 nicht 


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“Das 1Cap Don Vortreflichkeit 
nicht die Teutſche Sprache mehr für eine 
Schweſter der andern / als für ihre 
Tochter auszugeben / und zwar alſo / 
daß die Hebrälfche und uralteScythifche 
dder Celtifhe Spracen / als ältere / 
vor den andern den Vorzug haben. 
Wie denn nicht allein Rodornus Schric- 
kius an vielen Dehrtern feiner weitläuffe 
tigen Schriftten/ undinfonderbeit lib. 3. 
Originum Celticarum , behaupten will / 
Daß die Hebräifche und TeutfcheSprache 
nur als dialettiunferfebieden ſeyn · Sie⸗ 
be Hiervon auch Harßdoͤrffer in Speci- 
mine Philolog. German. Difquift, VI. | 
Mit der Dänifchen und Britanniihen/ | 


welche ebenfalg diale&ti der alten Teut⸗ 





ſchen Sprache find/mollen Lyfcander und 
Daviefiusdie Gleichheit erweiſen. 
Wann wir die Natur hierüber fra: 
gen (denn «8 find egliche/ die auff den 
analogifmum nominum & rerum das 
Alterthumb und den Vorzug der Spra: 
chen gründen) fo Haben fich zwar einige 
ſcharfſinnige Leute gefunden welche die 
Hebraͤiſche Sprache gar der Natur ge⸗ 
mäß halten / daß fie auch meinen, / es 
werden die Buchſtaben der ſelben / wann 
* * man 








der Teutſchen Sprache. 5 


man fie ausfpriche/ mit eben ſolcher Fi⸗ 
gur von der Zunge im Halſe gebildet / 
davon ſie ſchon einen anatomifchen Abrig 
gegeben. Der jüngere Helmontius bat 
bievon eineigen Buch gefchrieben / deffen 
Titel / Delineatio Alphabeti vere natura- 
lis Hebraici , worinne man Dick mehr 
als Cabaliftifche Heimlicyfeiten feier 
nachfehen Fan. . Die. Rabbinen haben 
‚ihnen eingebilder/ fie Fönten am Himmel 
die Hebräifchen Buchftaben inden Ster- 
nen abgebildet leſen davon mitmehrem 
laude Duret in feiner Hiftoire des Lan- 
Zues, und infonderheit Gaffarel in feinen 
Curieufitez inouyies , handele. - Wir 
mißgönnen niemand feine, Einfälle / .fo 
aber auff dieſen Grund etwas zu trauen / 
ſo iſt unter allen Sprachen keine eintzi⸗ 
ger die der Teutſchen hierinne vorgehet / 
welches Herr Schottel in feinen Lob⸗ 
reden voñ der Teuſchen Sprache zur Ge⸗ 
nuge erwieſen / dem ein weit mehrers 
hinzugethan werden koͤnnte / wann es an 
diefem Orie nicht zu weitlaͤufftig waͤre. 
Es iſt aber dieß aug⸗ hiebey zu bedencken / 
daß dieſer analogifimus nicht einerien ift/ 
und nach verfchiedener Betrachtung der 
1 94 Dins 


RR PR EA RT U SÜERRERER UEFA ER nn =) RE 


8 ___ Dasl.Cap. Don Bortteflichteit 
Dinge/ vielfälsig inden Wortenfanauss 
gebildet werden / wie ſolches Herr Olaus 
Borrichius in feiner gelehrten Differtation 
‚de caufis diverfitatis linguarum mis. meh» 
zen erwieſen. Es Fan die Griechiſche/ 
Lateiniſche und Teurfche Sprache ein eini- 
ges Ding mit verfchiedenen Worten ab- 
bilden / da doch ein jedes derfelben fich 
auffeinen analogifmum naturæ gründet / 
und würde Dann die Frage ſeyn welches 
Bu diefen allen am näheften zum Ziel 
treffe. — 
Sch will mich hier nicht auffhalten 
mit weitlaͤufftiger Erzehlung derjenigen 
Meinungen / ‚welche gelebrte Leute von 
Dem Borzugder Sprachen führen und 
mit der Unter ſuchung ihree Gründe. 
Diefes ift doch zu mercken / Daß ein groß 
Yer Unterfcheid unter ihnen ſey / weßhal« 
ben einige denen andern vorzuziehen. 


Goropius Becanus wird von vielen verla⸗ 


xher / und zwar nicht ohn Urfacye / weil 
er fich in gar felgame abftrattive fpecula- 
tlones und analogifmos vertieffet / die 
Boch wenigzur Sache chun undim Grun⸗ 


De nichts beweiſen. Eine fonderliche 


 Drobe’pieeinnen ift in feinen Hierogly- 








| 


| 


— — 


phi- 





phicis, wofelbft er aus dem Hebraͤiſchen 
Alphabet, welches er aus Eimbriſchen 


Woͤrtern zuſaminen ſetzet / ein Gebet ei⸗ 


ns Schulmeiſters / vor feine Lehr juͤnger / 
ſeltzamer laͤcherlicher Weiſe zuſammen 
bringet / wovon er fo viel Wercks machet / 
als wann er ein Königreich gewonnen E⸗ 
ben dergleichen Einfälle hat er von dem 
Lateiniſchen 1. 9. Hermathenz, davon 
man wohl jagen möchte / was Proper- 
tius Yon den Riebhabern: Maxima deni- 
"hilonafciturhiftoria. Caramuel, daß er 
auch alhie feine Weißheitfehenlieffe/ bat 
in feinem Apparatu Philofophic, lib. 2. c, 
176. wieder Den Becanum beiveifen wol⸗ 
len / dag man nicht nörhighärte / zu der 
Cimbriſchen Sprache zů gehen fondern 
aus der. Lateiniſchen ein gleiches Gebet 
‚machen Fönne/ welches alſo lautet: Abz 
cede; efigia(ha: i) Elem. en ope quæ- 
re te vix, Die Auslegung mag jemand 
daſelbſt lefen / dann es der Mühe niche 


—— 


werth / daß man mit ſolcher Grillenfaͤn- 


gerey fi auffhale. Nur iſt diß gleich 
wohl von dem Becano nicht zuleugnen / 
Daß er zum erften und vor andern etivag 
bierinne gefehen, ob ers gleich nicht Nr 
95, ig 








10 Has I Cap. Bon Bortreflichteit 


tig ausfuͤhret / und gefällemir in ver ſchie⸗ 
Denen Dingen fein Ureheil beffer als des 
- RodorniSchrieckü, welcher / indem er 
Die Gleichheit der Hebräifchen und Nies 
derteutſchen Sprache darthun will / in 
den Nominibus propriis felgame weitge⸗ 
füchte alliterationes herbey holet / und 
Die primitiva und compofita nach feinem 
eigenen Gefallen machee und zufammen 
ſetzet dasmanmitalln Spradyenohne 
groffe Mühe alfo anftellen koͤnnte. Ja- 
cobus Hugo hat einrechtes Gauckelwerck 
mie der Lateiniſchen Sprache angefan- 
gen / in dem er faft ein Lexicon von eis 
genen / nach feinem Gefallen erdichteren / 
Japhetifhen Wörtern macher / die doch 
einerlen bedeuten ſollen / davon er die 
Woͤrter der Lateinischen Sprache her⸗ 

fuͤhret 7 zugeſchweigen vieler anderer 
Thordeiten und Deuteleyen / die in feis 
nem Buche / genannt / Origo Italie & 
Romzantehuncdiemignota, zu finden, 
- Befnier in feinem Büchlein / la Reunion 
deslangves, darinnener von einem Mits 
sel Handelt / wie manalle Spradyen uns 
ser einer lernen koͤnne / hält die Latein | 
* eine Mitlerin unter allen / wor⸗ 


unter 


ec 230 


“9 c 


— | 








der Teutſchen Sprache. 7x 


unter auff eine fonderliche Art alle Spra⸗ 
chen koͤnnten gelernet werden. Georgius 
Stiernhelm / deſſen Boxhornius in ſei⸗ 
ner Hiſtoria Univerſali rühmlich ge⸗ 
denckt / hat von dem Alterthumb der Scy- 
thiſchen Sprache zwar etwas zufchreiben 
vorgehabt / aber er hat es nicht vollfuͤhrt / 
ſondern es iſt nur eine Synopfis Capitum 
des gantzen Wercks / deſſen Titul RU- 
NA SUETICA ſeyn ſollen / zu meinen 
Händen gekommen. Worinnen er die 
Hebräifche und faft alle andere Sprachen 
zu dialetis der Scythiſchen gemacht / 
und endlich ein Syftema verheiffee/ von 
einer gewiffer Anzahl Radicum Univer- 
falium , daraus fo viel andere Woͤrter 
inallen Sprachenfolgen. Sch will, die: 
feSynopfin , weil fiefonften nicht leicht zu 

finden / allhie gang her fetzen / die Capi- 
ta deserftenSyltematis find dieſe. | 

I. Mare omnes Linguas, quæ in 

| Orbe cognitoextiterunt, & ho- 

die extant , ortasexuna, &ad U- 

‚nam pofle reduci. 
2, Naturæ conveniens, imo omninone- 
ceflarium fuiſſe, ex una Lingua mul. 
tas oriri. | 


Ex 


EEE Bu ra 2 Se 








2 Das LCap Don Mortrenichkeit 


3. Ex confufione Babylonica nullam no- 
vam Linguam exortam:  & fi qua 
exorta eſt, momentaneam, &adbre- 
Vetempus exctitiſſe. | 
4. Hebrzam, Pheniciam, Chaldæam, 
Syram, Arabicam, 'FEgyptiam ; Æ- 
thiopicam, Phrygicam , Perficam;, 
Dialectorum, non linguarumeefle vo- 
'camina. | 19 
5. Temporum & Locorum intervallis, 
Dialectos abire in Linguas. HA 
6. Ex Scythica ortas 'Linguas Primas, 
‚non minus Orientales, quam Septen- 
trionales, & Occidentales. E: 
· Ihraces & Getas, fuiffe Scythas- » 
8. Exhisprofeltos primos Populos, Pri- 
mamque Linguam Græciæ ‚ Quama- 
lias dıtam Barbaram cultu novo poli- 
tam, minime vero extirpatam, pofte- 
rioribus temporibus demum Helleni- 
arm, & Grscamnuncupaverunt.. 
9 Gr&cos cultum „ elegantias ‚ pofin, 
Muſas, facra , Deofque ex Thhracia 
habuiſſe. 
10. Scytharum propaginem Prterea eſſe 
— Europzos ; Germanos, ‚Gallos, Ibe- 
ros, Britannos , ‚Aborigines „five 


/ 








Der Teutſchen Sprache: 737 


Umbros, primos ItalieIncolas. Hifce 
omnibus unam Linguam fuiffe Scy- 
thicam , in varias Dialectos poftmo- 
dum fciffam. J 
u Germaniæ Caput & Principium 0⸗ 
lim fuiſſe Scythiam Europæam Mino- 
rem, Peninfülam nimirum Scandiam ; 
quam & Scanziam & Scandinaviam, 
antiquiffimivero Scriptores Balthiam , 
Bafıllam ; Abalum , Bannomannam, 
&c. Hyperboreorum Infulam indigita- 


runt. 
22. Exhac Inſula (revera Peninſula) de: 
rivatosin Germaniam, & diverfas Or- 
bis Terrarum Re iones, non folum 
multos Populos; Ra etiam Sacra , Ri- 
tus , &Deos, | 
33. Peninfule ejufdem , & Hyperboreo: 
rum Gentem Principem fuiffe Sueo- 
nas, fiveSuezios, quoshodie Suethos ; 
Suecos, &Suedos vocitant. Ä 
14. Gr&ciscum Hyperboreis ab antiquif- 
fimis ufque temporibus communio- 
nem fuiße Sacrorum, Amicitiz & 
mutuæ Neceſſitudinis; & quod magis 
eſt, Græcos Deos coluiſſe inter Ma- 
ximos, apud Hyperboreos 
ID 6. 











24 Das. Cap. Don Dortrefichteit 


15. Suerhis cum "Thracibus& Byzantinis 
communes fuifle Deos; adeoqueipfos 
Deos Phrygios ad Hyperboreos mi- 

graſſe. 

16. Linguam Latinam ex tribus ortam 

- potifllimum; Aboriginum, five Thuf- 
ca, Greca, & Phrygia. 


17. Ciceronem & Varronem, quipro- 


pter peculiarem linguæ Latinz peri- 
tiam , habitus fuit Romanorum o- 
mnium fapientiflimus ; linguam La- 


tinam non intellexifle; nec Demofthe- 


nem, ipſumque Platonem linguæ Gr. 
cæ fundamentalem ſcientiam habuiſſe. 
18. Linguam Hebr&am , non minus 
quam Chaldzam ‚ Chananzam , & 


Arabicam, Dialettum effe linguæ Pri- 


ma, minime vero ipfam linguam Pri= 
19. Indolem , & Proprietates vocum lin- 
guæ Hebrææ verasimpoffibileefle, da- 
- ri pofle, nifi ex radicibus linguxScy- 
thicæ. | 





zo. Voces Adamzas , cujusgenerisfünt ‘ | 


‚Adam »„ Eva, Can, Seth, Noah, &c. 
quas pro antiquitate linguæ Hebrææ 
vulgo ejus Aſſertores adducunt ; non 
— minus 


en 
“= 
— 








_ der Teutſchen Spraße  ) _1r 
minus Scythicas , imo Suethicaseffe 
magis, ge gr Lt J 

2 Exvocabulisprifezlingue, Gallicæ, 
& Ibericz, reliquiis , eas;, probari» 

.Scythicas fuiffe, F 

22. Antiquas voces Thuſcas, quæ ſuper 
* exlinguã Aboriginum, Scythicas 
eſſe. 

233. Linguam Cambricam, quæ vetus 
eſt Cimbrica, Dialetum effe linguæ 
Scythicæ. — 

24. Voces quæ ſuperſunt. linguæ vete» 
ris Phrygiæ, Scythicas eſſe. 

25. Linguam Perficam hodiernam, ut 
& Armenam, maximam partem con- 
ftareex lingua Scythica. Br 

26. Deorum Nomina , pleraque o- 
Mnium Gentium , origineeffe Scythi- 
ca , in illis Sandum DEI Nomen 
Tetragrammaton IM, Origine efle 
Scythicum ; nec ullum hafenus He- 
breumaut Cabaliftam, veras nominis 
iftius proprietates, multo minus my- 
fteria , aperire potuiffe, Quz Deo 
dante, reddet author. r 

27. Ultimo, Sermonem ‚, Primo homi- 
niconcreatum, aut cumipfaRatione, 

| cujus 


# ! 4 
EEE EEE SEE SHINE DS 1 EEE VERRIEHERETEN 





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Eh 


16_ Das KCap: Dont MWorftefüihteit Ye 





- cujuscharadtereft, & index in ſenſum 
incurrens, infuſum. 


Hierauff folte dag Syftema fecun. 


dumfolgen; deſſen Innhalt alſo lautet⸗ 


Exhibet ı. Connubium & Nuptias Panoq 


Echus, hoceft, Harmoniam & Ans 


» :nalogiamRerum:, &Verborum. 

2, Iradit Obfervationes & Axiomata; 

quæ proprie fpettant ad Scientiam 
harıc novam Etymologicam. 


3. Eruitur& aperitur certusnumerusRa+ 


dicum Uniyerfalium, 
4. Ponuntur figillatim fingule Radices; 
» ex quibus, certo ordine & methodo; 
in ipſa rerum genefi fundata, Rivi& 
Flumina vocum , in precipuas & ex 
his ortaslinguas educuntur, e>boc eß; 
LEXICON, ſeu CLAVIS LINGUARUM PRI: 
‚MARUM UNWERSALIS. 


Esfind indiefer Synopfiviel Dinge) 


die in dem Grunde der Warheit fich fo 


verhalten / worvon infonderheit zu han⸗ 
deln nicht dieſes Dres iſt das andere laß 


‚ddyandere verantworten: Iſt nur zu be⸗ 
klagen / daß er uͤber diefem feinem Wer⸗ 


de geftorben/und auch feine andere nicht 


b 





rausgegeben / deren Tim hinter ei⸗ 
2 | nen, 


— — 


nn — Th ET a nn 


ET Ze 
— — — 








2 TeutfhenSprahe" "4, 
nein von ihm in Schwediſcher Gprad 
‚gefehriebenem Büchlein Archimedes re- 
formatus genannt / in einemdes Locce- 
ni Angefügten Carmine —— wer⸗ 
den/ als antiquarius; Magog A Im&0- 
Gothicus: Virgula Divinas Clavis Im- 
guarum Generalis? AntiCluverius, few 
Origines Sueo Gothicz, Nach feineny 
Tode hat man viel verfvorffene Schedas 
gefunden / wie Herr Scheffer / wel 
cher ein gutes Uriheil von ihm faͤllet ir 
ſeinem Schreiben an mich berichtet/ die 
man nicht hat in Ordnung bringen kon⸗ 
nen. Nur gar neulich hat der gelehrte 
Olaus Rudbeckius in feiner Atlantıca, 
unter ſchiedliche Capita dag Alterthumb 
der Schwediſchen Nation berreffend/ ſo 
In biefer Synopfi enthalten / mit groͤſſer m 
Fleiß / als er vielleicht ſelbſt würde ges 
Than haben , ausgeführer ; und wird 
noch ferner in deflen Audario hievon 
handeln. Won der Ehinefiſchen Spra⸗ 
che hat ein Engelländer Joannes Webbe 
behaupten mollen / daß fie die erftefey / 
weil Die Chinefer ein uraltesMolck; umd 
ihr Land fo fort nach der Suͤndflut vor 
Erbauung des Vabrlonuſchen Thurms / 


bey 
ee ni ar | 









19 Dasl. Cap · Bon MVortrenichteit 


ben welchem fie vermuthlich nicht geweſen / 
hewohnet / weil fie mit feinen frembden 
Boͤlckern vermiſchet / die Sprache meh⸗ 
rentheils in einſylbigen Wörtern beſtehe. 
Und muß ich geſtehen / daß es mit derſel⸗ 
ben eine ſonderliche Bewandnis habe | 
weil ſie mit keiner andern was gemein 
hat / und nach einem Muſicaliſchen Thon 
die Bedeutung der Woͤrter aͤndert / daß 
es faſt ſcheinet / fie ſey mehr mir Fleiß aus 
gedacht und erfunden / als von einigen 
andern allgemaͤhlich abgeleitet. u 
denn Andreas Mullerus diefer Sprache 


Beſchaffenheit und Zufammenjegung in 


| 

| 

| 

feinen Obfervationibus Sinicis und Pro- | 
pofitione fuper Clave Sinica darzuthun 
lich erbietet. Es fan aber auch beneinis | 
gen Boickern die natürliche Neigung zu | 
einem gewiflen Laut eine  abgeführte | 
Spradye fo verändern / daß fie gantz 
frembde feheine / wie wir deflen fattfame! 
Exempel in den Dialedtis der Teutichen | 
Sprache haben. J—— 
Das | 

| 

| 

| 


| 


— 


4 


PER der Teutſchen Sprache. ‚1g 
mn DAL Cap. 
Daß die Teutſche Sprache 
älter als die Sricchifche und La⸗ 
Mi teiniſche. EP 


| Innhalt. 
edie Philoſophie / fo iſt auch die Spra⸗ = 
MR: von den.Barbaris auff die Griechen 
Fommen. garanie der Griechen felbft. 
Pelafgi haben eine Barbarifche Spra e geredet, 
Tirana, ein Wort aus der alten Griechifchen 
Syrache / davon Ariftoteles erwaͤhnet/ ıft Cel⸗ 
tiſcher oder Scythiſcher Ankunfit. Platonis 
Zeugniß. Die älteften Einwohner Griechenlan⸗ 
des / die Pelaſgi, undandere /- find ſeibſt Barba- 
geweſen. Die Buchſtaben der Griechen von 
den Barbaris. OlaiRu beckii Meinung. Ein 
Ertz Biſchoff von Toledo hält die Gothiſchen 
Buchſtahen vor die aͤſteſten. Zeugniß der Gries 
nund Lateiner / vom Urſprung der Buchſtaben. 
Olai Rudbeck en der Europaͤiſchen 
Volker und Sprachen. Menge der Teurichen 
Wörter in der Sriechifchen und Lateinifchen 
Sprache, Werden durch Die frembdetermina- 
ones und andere Veränderungen unkenntlich. 
Erempel der Teurfchen und Sransöfifchen Spra⸗ 
che. Lateinifche Sprache iſt aus der Griechiſchen 
und Barbariſchen gemiſchet. Zeugniß Diony- 
fü Halicarnallei Melchior Inchofer widerle⸗ 
— 2* get. 








2 
⸗ * 





= _ Das 1. Cav. Dom Altertgumb 
et. DBuchftaben der Lateiner von den Celtis. 
Die Nahmen der Voͤlcker und Stadte Eeltifcher 
und Seutfeher Ankunft Herrn Cafpar Dog. 
tens hierüber verfaßte Arbeit; _ Peirelcii Mei⸗ 
nung / daß in der alten Gallifchen Sprache Die 
Stamm⸗Woͤrter vieler Lateiniſchen ſeyn. 
Kjcde und Teutſche Sprache wenig unterfchieden. 
Skinnerus hat hievon andere Meinung. Geine 
Gruͤnde werden widerleget. Ein Dre’ dus dem 
Cæſare wird von ihm übel angefuͤhret. Dialecti 
‚einer Sprache find bißweilen fo muͤhſam zu lernen / 
als neue Sprachen ſelbſt. Cluverius wird von 
ibm ige rg — Die Nahmen der 
Voͤlcker Leute / Staͤdte und Fluͤſſe / geben gu⸗ 
te Nachricht von den Sprachen, Lutherus und 
‚Cambdenus haben etwas hievon gefihrieben, - | 
Skinnerus fehlt fehr inden Etymologiisder Gals 
liſchen alten Nahmen. In der alten Britannis | | 
{chen find einige Stamm⸗Woͤrter der Sateinifchen | | 
‚Sprache, die auch Teutſche. Deren Exempla, | | 
Teutſche Sprache hat ſich biß in Afien erftrecket, | | 
Exempel von den WVoͤlckern / die in Taurica Cher- 
fonefo wohnen / beym busbequio. Skinnerus | | 
verachtet dieſen Beweißthumb ohne Urſache. 
Die Perſiſche Sprache beſtehet von vielen Teut⸗ 


— — — — — 


— — — — — — — 


% 


— 


ſchen Woͤrtern. Exempel von den alten Perſi⸗ 
ſchen Woͤrtern aus den. Hiſtoricis. Salinalũ 
Zeugniß. FElichmannus hat hievon ein gantzes 
Buch ſchreiben wollen. Piccarti Oration, daß 
die Teutſchen der Perſer Bruͤder ſeyn. Wel⸗ 
chem Rupertus zwar widerſprechen will. a | 
Er} er 


# 








der Trutſchen Sprache Sa 
aber. von Georgio Richtern zuruͤcke gehalten. 
Bochartus muß es faſt wieder feinen Willen ber, 
kennen Grahi Zeugmif.. Ein Bud) mir&o= 


Ifeher Schrifft 7. hat fich in China gefunden. 
Re ——— andern Orientaliſchen 


prachen / auch in der Americaniſchen. 
Jr lafen den Streit von der er⸗ 
YES REN Sprache an feinen Ort ge⸗ 
ADyſtellet ſeyn / und bleiben hey der 
Teutſchen welche dennoch zum wenig⸗ 
ſten der Griechiſchen und Lateiniſchen n 
ihren Alterthumb vorzuzſehen Denn 
geich wie der Urfprung der Philofophie 
Don denen den Griechen ſo genanten Bar- 
barisgenominen/ fo find auchdie Spras 
chen als Vehicula feientiarum , wie fie 
erulamius nennet / von ihnen forfges 
pflantzet. Was die Wiſſen ſchafft en an: 
langet / ſo befennet Ariſtoteies ausdruͤck⸗ 
Kb / daß die‘Philofophie Yon den Sem- 
notheis der Eelfen ihren Urſprunghabe ⸗ 
und daß Gallia die Lehrmeifer in des 
Griechenlands ſey . Von welchen fehr 
weitlaufftig Piccard in feiner Celtopædia 
fals Die Ge — — 
Griechen / und unter nen der 
ältefte Hiftoricus —— lib. — cap. 


ODE — 
— ET N 





ES = —— 





22 _ Das. Cap. Dom Alterthumb 
und befraftigt es Placo in feinem Cratylo 
mit unterfchiedlichen Erempeln / welche / 
wann fie recht unterfüchet werden / alte 
Scythiſche / daß iſt Zeutfche Wörter 
find. Es gedencfet Ariftoteles Rhetor. 
1. 1.C;2, von dem Worte rixuae, davon 
hernach das Wort rexuspov gekommen / 
daß es in der alten Griechiſchen Sprache 
ſo viel / als finem oder limitem, bedeu⸗ 
tet / welches ja nichts anders als das 
Wort tecken marck / zuſammen teeck⸗ 
marck / das in der neuen Teutſchen 
Sprache Merckzeichen genannt wird/ / 
feynfan / weil man die Grengenmitders | 
gleichen Zeichen zu unterfcheiden pflegte / 
amd es ifi ja bekannt dag das Worf 
Mar oder Marck in der alten Teuts 
ſchen Sprach / fo viel als eine Grenge 
bedeute. | Dos Grie chiſche Wor AEIKvuu- 
ich Zeige / iſt dem vorigen auch vers 
wandt. Plato faget ja felbft in feinem: | 
Cratylo unfer dem Nahmen Socratis: 
ewon 5, ürı word ol "ERnes dröuare dRwg re, 
al arirois Bapeapuig oixävres, DE ray Bag- 
Bapuy sinn Yarı, Das if: Ich halte da⸗ 
vor / DAP die Griechen viel Woͤr⸗ 
ter von den Barbaris, mſonderheit 


—J— 


.— —— 





der Teutſchen Sprache. 25 


die ſenigen / die unter ihnen woh⸗ 
nen / empfangen haben. Wie die⸗ 
ſer von den Griechen / ſo ſchreibt Varro 
von den Lateinern / daß ihrer Woͤrter 
Urſprung von den Barbaren kommen / 
und durch die langwierige Zeit faſt gantz 
verdunckelt ſey. Wie ſollte auch die Gries 
chiſche Sprache nicht von den linguis bar⸗ 
baris ihren Urſprung haben / weilja die 
Volcker ſelbſt von (dem benachbarten 
Phrygibus und Scythis in Griechen⸗and 
zuſammen gekommen / und bezeugt dieß 
Strabo in feinem fiebenden Buche aus⸗ 
drücdlih und mit vielen Umbftänden. 
Daß die Pelafgi die Aelteſten in Gries 
chenland / ein herumſchweiffendes Molck/ 
wie Die Scychen geweſen / von rauher 
harter Art / iſt im Herodot.l.i. c. 56. und 
Halicarnafseo lib. ı. zu ſehen / und hat 
Palmeritis a Grentemefil in feiner Gr&- 
ci Antiquä lib. 1. c, 9, und von allen 
Griechen ins gemein es Gulielmus Burto- 
nus in Aoris Lingus Græc. pag. 13. 
weitlaͤufftiger ausgefuͤhret. Nun find 
die von den Pelafgis entftandene andere 
Dölder nicht nad) Sprachen/ fondern 
nur nad) dialedtis URN u 5 


En ee er a BB 





34 Das U Cap. Dom Altertfumb 
en. Ja es hat der gelehrte-Olaus Rud- 
‚ beck in ſeinem Buche Atlantica genannt 
2.38: neulich mit guten Gründen behaup⸗ 
gen wollen / daß die Griechen auch die 
Buchſtaben von den Hyperboreis und 
‚alten Scythis erftlich einpfangen haben: 
And ift mercklich was Claude Duret,Hi- 
Koire de V origine des langues'p.m;860. 
ſaget von einem Erg Bifchoffe zu: Tole- 
dos Welcher davor gehalten / quel'Al- 
phabetdeslettres Gothes aeftele premier 
„Alphabet des’premiers , & plus ancien- 
neslettres, les quelles furent donnees de 
Dieu à commencement du monde a no- 
ſtre premiere Pere Adam. Ja es beken⸗ 
nen die Griechen ſelbſt beym Varrone lib. 
7.de linguã latina, daß ſie ihr Alphabet 
von den Barbaris empfangen haben / und 
Cæſar ib. ı: de bello Gallico, meldet: 
Man habe bey den Helverüseinige Regi⸗ 
ſter gefunden mit Griechifehen Buchſta⸗ 
ben geichrieben. «Die Gleichheit derals | 
sen Eünbrifchen und Runiſchen Buche 
ftaben / mit. der Griechiſchen / ſtellet 
Olaus W ormius.in feiner Literarurä Ru- 
hica e. 21.22. Vor, HerrRudbeck, defs 
fen wir zuvor gedacht / thetlet u. Die 
J er uror 








der Teutſchen Sprache. 35 

Eur opaͤiſchen Voͤlcker in Scythen / Cel⸗ 
ten ı und Griechen / und Hält auch da⸗ 
vor/ daß ſie an Sprachen unterſchieden. 
Ich glaube aber / wann dieſer vortrefli⸗ 
che Mann die Teutſche / und deren vle⸗ 
lerley Dialectos, gründlich begrieffen/ 
er ſo gar groſſen Unter ſcheid unter dieſen 
Sprachen nicht finden / und in vielen 
Dingen eine andere Meinung führen 
würde, Es foınmen diefelben in ihrem 
Grunde. überein / wie dann Bibliander, 
in feinem Buch de ratione communi o. 
mnium linguarum , angemerckt/ daß 
bon 2000, Teutſchen Stamm IBörtern 
mebr al8goo. der Sriechifchenund Ratei: 
nifchen Sprache gemein find / welcher. as 
ber eine weit gröffere Zahl haͤtte ausrech⸗ 
nenfönnen. Denn ſch mich ver pflichten 
will / in einer jeden von den beeden Spras 
hen uͤber die Hetffte Teutſcher und Go⸗ 
thiſcher Wörter zu zeigen. Sie klingen 
aber fo frembde in unfern Dhreny weil 
die Fünftliche Ausarbeitung derfelben 
Durch fo viel permutationes ‚literarum 
des Wollautens halber , terminationes, 
exiones, compofitiones , translatio- 


nes und frembde Deatungen fie faſt in ei⸗ 
| 5 ne 


un nn 


EZ Re ee ——— — 


26 Das II. Cap. Dom Alterthumb 

ie andere Forme gegoſſen / fiehierdurch 
als durch eine ausländifche Tracht / Die 

Geſtallt der Eingebohrnen: verlohren / 

und einen auslaͤndiſchen Schein gewon⸗ 

nen. Wie jetzo die Frantzoͤſiſchen einen 


fo groſſen Unterfcheid von der Lateini- 
schen und Zeutfchen hat/ davon ſie doch 


entfproflen / daß es nicht leichtlidy einer 
glauben würde / der nicht beeder Spras 
chen genaue Wiflenfchaflt bat / auch die 
Transofen felber nicht/ welche viel Woͤr⸗ 
‚ter vonder Griechiſchen und Lateiniſchen 
herziehen / die doch warhafftig Teutſch 
find. Solches ift von Wolfigang Hun- 
gero fvider Bovillum zur Genuͤge erwie⸗ 
ſen / und fönnte wieder des Menagii O- 
rigines Gallicas und: Italicas klaͤrlich von 
uns dargethan werden. 


Was die Lateiniſche Sprache an⸗ 


langet / fo haben wir ein ſchoͤnes Zeug⸗ 

nis bey dem Dionyſio Halicarnaſs. am 

nde des erften Buche / welcher Flarlich 

chreibt daß Rom von den: Griechen 

zwar erbauet / es ſey aber Wunder daß 

ihre Sprache durch die Vermiſchung der 

—— > — Sabinorum, 

FE Terra mm, N mbrorum; 
h 


Ligu- 


| 


— — — — me ——— — — 
— — —— — — — —— — — — — — 
1 * — — — — 








_  rzeutihenGprade. 27 


Ligurum ‚ Hifpanorum, 'und Gallorum;; 
(welche eben aus. den Celtis und Scythis 
hergefommen ) nicht. gangin eine Bars 
bariiche Sprache verfehret. Er ſchlieſ⸗ 
jet endlich darauff / dag die Römer eine 
Sprache angenommen / dienicht gang 
Griechiſch / oder gang DBarbarifdy/ 
jondern aus beeden geiniſcht geweſen 
Iſt alſo gantz falſch / was Melchior 
uchofer in Hiſtoria ſacræ Latiniraris 
ib. 1. c. 6. behaupten wollen / daß nie⸗ 
mahls einige ältere Sprache in Italien ge⸗ 
weſen als Die Lateiniſche. Denn es iſt 
glaublich / daß lange vorher’ ehe Rom 
auffgebauet / und einige Hiftoria hatföns 
nen gefehrieben werden / aus Norden | 
viel frembde Voͤlcker nach Italien fich ges | 
wendet, Gülielmus Poftellus will ir 
feinen Originibus Etruriæ erweiſen/ daß 
Neihre Buchſtaben von den Celtis haben; 
Scrieckius bringet auch in feinen libris o- 
riginum Celticarım pielmonumenta her⸗ 
bey / woraus er die Ankunfft der Latei⸗ 
niſchen von der Celtifchen Sprache fchliefe 
ſet. Aber er gebrauchehierinnen eine 
gar zu groſſe Freyheit. Wann nun die 
Griechiſche ihren Urfprung ER 
| 0% 





EEE 





i—aun 


ıe: Das ren Bom Alerthumb 

Yon: der Scytiſchen und Barbarifchent 
Sprache genommen / wie vielmehr wird 
Denn. Die: Lateiniſche davon bekommen 
haben / die aus der Griechiſchen und 
SBarbarifchen zuſammen gefeget 2: Die 
Nahmen der Voͤlcker / Ränder / Städte 
in Welſchland fuͤhren / noch die Kennzei⸗ 
chen ihrer Herkunfft bey ſich / wie ſolches 
mit Verwunderung kan angemerckt wer⸗ 
Den / wenn man die alten Nahmen der 
Eimbriſchen / Galliſchen / Teutſchen / 
Gothiſchen Voͤlcker und Länder dagegen 


haͤlt Welches alles mit groſſem Fleiß 


unter ſuchet bat / nein ſehr groſſer Goͤn⸗ 
ner und Freund / Herr Caſpar Voigt / 
hochver dienter Buͤrgermeiſter der Stadt 
Wißmar / von welchem die gelehrte 
Welt der mahleins + fo ihm GOtt / wie 
ich Bon: Hertzen wuͤnſche / das Leben fris 
ſtet 7, Tine ausführliche Arbeit: bierüber 
zu ſehen haben wird. Daraus denn ab 
zunehmen / wie ſo weit ſich / von den er⸗ 
— Zeiten: her m die Voͤlcker dieſer Laͤn⸗ 
der und. Ihre Sprache ausgebreitet. 
Hierzu Fan auch zum Zeugnis dienen / 
was Saſſendus von dem unvergleichli⸗ 

en Manne odem eireſcio in der. Bes 


ur rei 
I ſchrei⸗ 





| 





—SEe Leutſhen Eytache · 
ſchreibung feines Lebens 195. auffge⸗ 
Verne h Er Anaftäfiım —— 
Capuceinum plurima perferipfit de lin· 
gua Arefmörika', in que confenfit , Pluri- 
‚mas antiquarum vocum Patinarum eſſe 
radices. Nun iſt die alte Galliſche Spra⸗ 
che mit der Teutſchen einerley / und wo 
Ja eis Unterfcheid darinnen iſt, fo ift er 
nicht hauptfächlich / als eftva unter Diale- 
‘cis , wovbon Lambecius'], 2. Comm? 
'biblioth, ‚Vinidobonenfis P- 427. mit meh⸗ 
rem handelt. Skinnerus haͤlt zwar das 
Gegentheil in der prafatione feines Ety- 
‘mologici’ Lexiei', und vermeint wider 
‚Cluverium‘, und faft alle diefer Sache 
erfahrne 7 es fen die Sprache der Gällier 
"und Teutſchen gang unterſchieden geives 
feny aber feine Brände darauffer bauer ⸗ 
Find überaus ſchlecht. Denn was Cæ⸗ 
farem ', der. in Franckreich dreyerlen 
"Sptadenfegt/ Tacitum , der 
ER von den Srangofen der Sprache 
halber unterſchieden / anlanget / ſo kan 
Man aus beeder Zuſammenhaͤltung leicht 
erſehen / daß fie nicht Sprachen / jons 
dern Dialestos verſt 
etliche vielleicht ziemlich, weit entfernet/ 


wie 








320 __Basll.Cap. Dom Alterthumb. | 


wie etwa heute, zu Tage Schwedilch und 
Teutſch / Hollaͤndiſch und Schwaͤbiſch / 
welche ein Ausländer leichtlich vor gantz 
‚unterfchiedene Sprachen halten: könnte. 
Die Gallı find vor Alters in dreyerley 
Dölcker getheilet Belgas, Celtas, und 
Aquitanos: Die beeden erften find unftrei- 
tig Teutſcher Ankunfft und werden die 
Seltæ, wie Cæſar felbft bezeugt/ za &o- 
>» Galli genannt. Wer den Unterſcheid 
dieſer Voͤlcker / und ihrer  Spraden 
genauer zu willen verlangen. fehe nur 
Merulaman / welcher Cofmogr. part. 2. 
lib.1.cap. 15. es alfoausgeführet/ daß id) 
‚nicht ſehe / was dawider fonderliches koͤn⸗ 
ne geſagt werden. Er bringet ferner 
‚zum Beweißthum an / Cæſar ſage in 
feinem 1. Buch de Bello Gallico, daß A- 
rioviftus, der Zeutfchen König / durd) 
‚lange Gewohnheit von 14. Jahren erfis 
lich die Gallifche Sprache erlernet/ mel» 
che er ja / wann der Linterfcheid fo gering 
geweſen / in. eflihen Monaten lernen 
können. Wann man aber den Cafarem 
recht anſiehet / ſo ſtehet nicht allda/ daß 
Arioviſtus ſich 14. Jahr in Gallien auff⸗ 
gehalten. umb die Sprache zuerlernen / 
eher on⸗ 


— — —— —— — 








der Teutſchen Sprache. 31 


ſondern Cæſar hätte C. Valerium Procil- 
Jum an Arioviftum gefandt / Propter 
dem, & propter linguæ Gallicz fcien- 
tiam , qua multa jam Arioyiftus longin- 
qua confuetudine utebatur. Die Meis 
nung dieſer Worte / wie ein jeglicher 
ſieht / iſt dieſe / weil Arioviftus nun eine 
geraume Zeit einen Theil von Gallien be⸗ 
ſeſſen und der Gallifchen Sprache/ aus 
langen Gebrauch) / gewohnet / hätte 
man ihn: dahin geſandt / der in. diefer 
Sprache fid) mit ihm unterreden könnte, 
Es wäre ja auch endlich nicht zu verwun⸗ 
dern geweſen / wenn Arioviftus, umb 
die Fertigkeit dieſer Sprache zu haben / 
einer langen: Seit bedürfftig geweſen / 
denn auch in Hialectis ſo groſſer Unter⸗ 
ſcheid ſeyn kan / dag man vieler Zeit 
Mübe vonnoͤthen hat) dieſelbe recht fer⸗ 
tig zu erlernen / inſonderheit wenn keine 
Grammatiſche Lehr⸗Saͤtze vorhanden. 
Ja in Srandreich und Zeutfchland find 
heutiges Tages / die einerien Sprache 
reden / und einander Doch nicht verſte⸗ 
ben. Waurde man einen Schwaben in 
Niederland bringen / es wuͤrde groſſe 
Muͤhe koſten / daß er des Landes Rn 
| e 
















ui 





32 Das IE. Cap: Dom Altertum 
che ohne Anſtoß in langer Zeit reden ler⸗ 
nete. Er greifft endlich auch den Cluve⸗ 
Tinman / welcher aus den Endigungen 
in den Nahmen der Könige / Voͤlcker / 
‚Kinder / Fluͤſſe &c. dero Teutſchen Ur⸗ 
ſprung behaupten will. Welches ob es 
inmgleich geringe daͤuchtet / dennoch ein 
Grund von groſſer Wichtigkeit iſt. Es 
waͤre der Muͤhe wohl werth die barbara 
nomina, Die man bey den alten Autori- 
bus findet / mit Fleiß zu unterfüchen. 
Lutherus haf zwar ein Büchlein von den 
Nominibus propriis der alten Teutſchen / 
‚und Gottfried Wegener Anmerduns 
gen darüber gefchrieben. Auch findet 
man bey dem Gambdeno tn feinen Remai- 
nes concerning Britain , etwas von der⸗ 
gleichen Wörtern / es ift aber alles uns 
vollfoinmen. Skinnerus meint / er bas 
be ein grofles gemonnen/ wann er am 
‚Ende jeines Buchs ermeifen mwill/ daß 
die im Glare und andern Autoribus vor⸗ 
tommende Gallifche Yahınen / von ans | 
dern Wörtern ver alten Brittanıfcher 
Sprache berftammen. Aber er hat viele 
mehr feine Unwiſſenheit in der Teutſchen 
‚an den Tag geleget. Welches weitlaͤuff⸗ 


” 








BR der Teutſchen Sprache: — 
tigfönnte dargethan werden / wenn man 
fi damit auff haiten woſte Was ſonſt 
Feirefeiusbon den Stamm Wörtern de 
Latemſchen Sprache / die in der alten 
Lalliſchen noch übrig y_ erwaͤhnet 7 ſol⸗ 

8 tan auch aus dem alten Britanni⸗ 
ſchen (welche elar vor dieſelbe haͤltt er, 
wieſen werden nn es hat Robertus 
Sheringham in feinen Buch de Origine 
Gentis Anglorum &ap. ‘6. P- 109. (da ep 
auch der Armoricaniſchen Woͤrter G leich⸗ 
heit mit den Lateitnſchen behauptet/ und 
anweiſet/ daß die Sprache ſelbſt von 
den Dritanniern dahinnein gebracht ) 
verſchiedene alte Woͤrter angemerkt, die 






{en entſprungen find. Daß ſolche aber 
IE den Teutſchen überein kommen / 
und ſelbſt Teutſche find / will ich bewei⸗ 
fen. Latini veteres, (ſagt er p. IM.) in. 
venuftas & difformes perfonds vocabant 
Miriones 3; Cambro.Bri ttanni feinihäs in. 
facetas &K ruſticas Mairiones, Es iſt ein 
alles Runiſches Wort Mar five Mör Vir 
50. Worm in Lexic, Ruhico und if 
hernach ein Muttet⸗Pferd fo genafınt) 
g ung 


——— 





’ 
\) 


34__ Das U. Cap. Vom Alterthumb 


und wird noch heutiges Tagesper trans- 
lationem geſagt / Es iſt einelofe Maͤh⸗ 
re) . Veteribus ‚fa4andeceptio eſt: Cam- 
bro-Britannis fe⸗ (dieß iſt ein Teutſches 
Wort / fehl / fall / fault / und faſt 
in allen andern Neben⸗Sprachen /bey 
den Sriechenhatman auch) sd ) Ve- 
teribus Gulofus. giuten & gluvia dictus, 
Cambro-Britannis g/vvrb..  (Esiftein als 
ses Wort Gul / welches in Dänifcher 
Sprache foviel heiſſet / als einſchlucken / 
davon noch bey den Hollaͤndern das 
Wort Guͤlſich koͤmmt / und iſt per aerd- 
Secu literarum entſtanden) Veteribus | 
Ruma mamma eſt, Cambro-Britannis 

Khumen. (Es heißt aber. ben ihnen auch 

abdomen. Vid. Boxborn. Lexie, Britann. 


aꝛcin. wie e8 bey den-Rateinern auch das 





cavum colli bedeutet  worinnen bey dem 
Diehedie Speifegefammlet wird / daher 
noch ruminare „, Iſt es alſo das Teutfche 
Wort Rum oder. Raum / dag ift der 
Orcth / Da etwas gefammlerwird.) Ve- 
teribus ſummus Ofcorum Magiftratus 
‚Meddix. vocabatur. - Cambro-Britannis 
Meddu fignificat potentem efle, (Box- 
"horn. hat nicht dieſes Meddu, pndepe 
ech® 








der Teutſchen Sprade. 3 
Mechdeyra. Iſt das Tſh⸗ Macht) 
Mogen/ Angl. Sax. Mighty.) Veteri- 
bus Daivus , fultus, - Cambro-Britan- 
nis Deif, Barbarus, Dieß Wort fen» 
nen auch die Bauren in Mecklenburg 
wann ſie einen dummen Menſchen Delft 
Nennen.) His multa (fagr er tweiter ) 
adjici poffent nomina propria veterum 

omanorum, qu&omnino nullum cum 

atina lingua, magnam cum Britannicä 
Cognitionem haben. (Ja ſollte er die 
Sriefifche / Dänifäpe / Schwediſche 
Sprache durchſehen /ſ wird er noch 
biel mehr derfelben Nahmen finden, 
Denn die jenigen / die er anführer / hat 
er meines Erachteng nicht recht unterſu⸗ 
chet. Don den Frieſen Ichreibt ſehr 
mercklich Boxhorn, ip einem Briefe an 
Pibonem aBomap, 217. Lingua, mores, {fie 
flituta antiqua Frifiorum ca effe hactenus 
deprehendo, quibus ſua &Greci & Ro» 
Mani ferre debeant accepta. Nihiljado, - 


sus, etiam origine Frifiorum multa, 
eaque ampliffima obfervav; aliis hacte⸗ 
Nus omnibus indida, Sheringham 
fühttferner in den AemiihenTlapimen/ 
* J einig 


> 





IT ——— 


36 Das I. Cap. Vom Alterthumb 
einige Britannifche Wörter an/alg/ pda» 
_ yidere , da ift bey den Teutſchen das 
Hort Zillen / davon Befoldus de Nat. 
Popul. und das alte Lateiniſche cilleo, fie 
auch das Frantzoͤſiſche Wort Ciller, wel⸗ 
ches jo viel iſt / als / nidtare. Er ſetzt 
das Wort celu, bey den Lateinern celare3 
diß ift bey den Teutſchen helen / Gehe⸗ 
Ten und mit ausgeſtoſſenem (e) Ghe⸗ 
len: oder das (c) wird in ch) verwan⸗ 
delt / wie in den Wörtern calamus, 
halm / Kara , hart ı und mwiein Dem 
folgenden “Britannien Worte cırnel , 
angulus, eene hoͤrn in der gemeinen 
Sprache/ fo ſt in Gothreks Hiftoria, von 
dem Verelio herausgegeben / das Gothi⸗ 
he Wort Pallshor» , fcamni angulus. | 
a8 Lateintfche Cornu, und das Teutſche 


Sorn / werden auch auff ſolche Art vet» 

wechſeit. Das Wort occulere aber bey 

den Rateinern / wird zwar ben Voſſio von 
colere her gefuͤhret / da iſt aber das Nieder⸗ 
teutſche Wort Kuͤl / welches ſo viel iſt als 
ein Loch / darinnen man was vergraͤbet. 
Silyn, ſoboles, bey den Cambrobritannis iſt 
ben den Teutſchen auch zufinden. Sie | 
len / teelen heiſt wann man eine — 

| | "Au 


a a u a a a m 


e der Teutſhen Sprade. 3% 
ucht zulegt. Cyzne five eyunevd incen” 
2 Ami fc iſt aber dag Teutſchẽ 
Wort Zunden / anzünden. Dieſes 
find die wenigen Wor le/ dieer anfuͤhrt / 
deren noch eine groſſe Menge uͤbrig iſt / da⸗ 
von viel koͤnte geſagt werden / wenn eg Dies 
fer Ort leiden wollte. —— 
Terner iſt die Teutſche Sprache in 
Europa nicht beſtehen blieben / ſondern hat 
ſich auch in Afıa feibff ausgebreiter/ift viel⸗ 
leicht aud) von dannnen erft heraus ge. 





vor Gothen / die von langer Seit ber dagea 
' hnet/ n N — 
Ererugs, der die tymologias pe 

m Grunde Anzugreiffen nicht —* Er⸗ 
ahrung hat "und vielfaijche hypothefes 
etzet / eine nutzliche Arbeit aber bierinne 
than daß er den paralleliſnum Occi- 
entalium & Septentrionalium lingua- 
um quſammien getragen haͤlt dieſes für 

63 eine 


En u nn met 1 An in 


EEE EEE — 


38__ Das I. Cap Dom Altertfumb___ 


eine geringe Sache / und vermeinet auch / 
es fen ein Teutſches Volck / welches von 
den alten Seythis in dieſen Winckel hinein 
getrieben / wie die alten Britannivon den 
Sachſen innerhalb Walliam und Cornu- 
biam befchloffen. Er bat aber nicht in 





acht genommen / daß die Gleichheit mit 


der Teutſchen Sprache. nicht allein bey 
dieſem Orte bleibt / fondern durch groffe 


Känder in Ada fich erfiresfet. Denn es 
find nicht ungefähr fo fehr viel Zeutfche 
Wörter in die Derfifche Sprache fonw | 


men / da denn infonderheitzumercfen/daß 
Die alten Perſiſchen Woͤrter / die von 
Gurtio und andern Hiſtoricis beylaͤufftig 
eingeführer/ und von Burtono unter ve 

itul : Peters Linguæ Perfice rerlua ZUR 


lammen gebracht/ faſt alle Teutſche find/ | 
welches zwar Burtonus nicht in Acheger 


ommen/ fondern zum Theil Boxhornius 
im einem Brieff an Blancardum,undBlan- 
Cardus felbft in den Anmerckungen über 


den Chrtium,angezeiget. Es bezeugt Sal- 


mafius in feinem Buche de Lingua Hel- 
leniftica mit diefen ausdrücklichen Wors 
ten: Perfica feu Parthica, qua & ipfa au- 
ctores originis habet Scythas,infinitas * 





7 De ie 


Tr Teufen Sptäht. 39 _ 
fertvocesiz.: quæeædem ern hn 
Greciä pariter &  Teutonicä dialecto. | 
Derfelbe hat in der Vorrede über Cebe- 

tıs Tabule verfionem Arabicam von dem 
Elichmanno, derfiein Lateiniſch uͤberſe⸗ 
hzet / und die Perſtſche Sprache gruͤndlich 
verſtanden / dieſes berichtet: Quodadhoc. 

vi latuit plerofque eruditorum , exeä- 

m origine compererat,fluxiffe. Germa: 
nicam & Perficamlinguam,, #4banc ilum 
conjecturam ducente infinit4vocum copiä utri- 
quelingue communium? ſed &verbisfimili- 
terterminatis,, eodem modo compöfitis, 
aliifque argumentis.: Wie fönnte ein 
glaubwürdiger Zeugnis hiepon abgeſtat⸗ 
tet werden? Es hatte ſchon zuvor der 
gelehrte ne —* —— OÖ. 
ratiomgefchrieben/ Daß die ‚eutfchen 
der Perſer Bräderf eyn / welche — 
nung Kupertus hat wider iegen wollen / 
aber e ſchreibt Georgius Richterin feis 
nen Briefen P- 416. an ihn /daß dieſe 
Meinung nicht fo gar zu vertverffen/deg 
Scaligeri Urthel ihm vorhaltend / welcher 
ſagte/ m rationeillosinfanire, quiita 
fentiunt; wie deffen Worte hieyon lauteny 
und hat Rupertus -rachgehende meines 

a (4 Wiſ—⸗ 





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4° Das I. Cap: vom Alterthumtz 

Wiſſens nichts dawider geredet Bo 
chartus der ſonſt der Teutſchen Sprache 
nicht ſonder lich gewogen / und alles auff 
ſeine Carthaginenſer ziehet / muß dennoch 
die ſes bekennen in ſeinein Phaleg l.u c.25. 
Perſicam linguam quod quidam Viri do⸗ 
cti ſeribunt accedere ad Germanicam, in 
tantälocorum intercapedine nemo facile 
fibi perfuadere finat:>"Famen rei proban- 
dee. tot exempla congerunt , ut ab invitis 
pene fidemextorqueant. Uber dieſe von 
uns angefuͤhrte Zeugniſſe gelehrter Reuters 
und Exempelder Woͤrter / diebeymLipfio 
angemerckt Cent. 3, ad Belgas Epift.44s: 
und heym Abrahamo Myliode antig. Ting. 
Belg. cap.ıı. fönnen wir audy beybrins' 
genden Joannem Gravium, der ſelbſt im; 
ven Morgenländern fich ange auffgehal⸗ 
ven/undElementalingux Perſicæ heraus 
gegeben.: Dieſer / daervonderSyntaxii 


— ** mit der Engliſchen / (als welche 


gleichfalls Teutſcher Eigen ſchaft iſt) hier⸗ 


innen uͤberein komme. Denn ſo ſpricht 


er P +89, InreliquispartibusOrationis 
nulla Syntaxeos difficultas eft, nequeul- 
lam puto effe linguam inter Orientales, 
1 | quæ 
1 
f! 





der Derfifchen Sprache handelt / erkennet 


De Saga en Y unten 








et Teutſchen Sprache — 
er paucioribusindigeatregulis, auf cum 
uropzis magis confentiat, Plurima 
vocabulareperio, exa@te cum Angliciseod- 
dem fenfü'& numero fere literartum con- 
gruentia. — — — 5 
Cape. Seper hier auff inige Engliſche 
Perſhen gleiche Wörter / die eben? 
falls Teutſch find. Über dieſe bringet er 
etliche her bey / welche von den Lateiniſchen 
ihren Urſprüng haben ſollen Aber es 
find die meiften davon Teutſche / wi⸗ ine 
gleichen auch die entgen / melche err 0 
learius in ſeiner Per aniſchen Reifelib 5. 
c. 26. Anführer/ der Megen der Gleichheit 
mit den Zeutichen auch einerley Meinung’ 
bat. Man hat auch / wie Martinus Mar⸗ 
tiniusin feinen Atlante Sinico meldet) ein 
Buch mie Gothiſchen Buchſtaben ge⸗ 
ſchrieben in China, efunden / dein awas 
vonder H. Schr Ein Rateinifcher Spras 
che bengefügt geweſen Vidi, fagt er/ 
14 Cum Sodis hic apud literatum uen- 
m volumen vetus, Gothicischaradter;. 
us diligentiffime eXaratum.  Adhibita 
"it papyri loco tenuiffima membranä, 
ma Scripture Sacræ ars Latine e⸗ 
at Conferipta, Tentavi,:librum utcon. 
| 65 ‚fegue. 


En N 





\ — 
42 Dasit.Gap. Dom Alsertfumb 
(equerer: ar ejus Dominus, tametfigen- 


tilıs, necprece, necprecioulvadcuci —* 
tuit, uttraderet,, ſua tamilia per multas 
jamnepotum progenies, tanquamrarifli- 
_mumquoddamantiquitatiscimelium, ad 
{ervatumilludadferens, Es ſcheinet aber / 
daß. diefes Buch.nichts anders geweſen / 
als die KvangeliaGothica, die aus dem Co> 
diceargenteo vonFrancifco Junio mit feis 
nen Anmerckungen / und vor etlichen Jah⸗ 
ren in Schweden herausgegeben wor⸗ 
den.. Dieſe find vielleicht vor Alters von 
jemand in Ehinagebracht/und von einem 
Liebhaber big auff diefe Zeit verwahret 
. worden / der felber dieſes Buche Innhalt 
nicht verftanden. - Man hat auch noch in 
andern Orientalif den Sprachen / in der 
. Aigyptifchens  Arabifchen einige Wörter’ 
die Celtiſcher Herkunfft zu ſeyn fcheinen. 
08 ort Bara bey den Xgyptiern / iſt / 
mas .bey uns eine Bahr. GieheKir- | 
‚cherum in Obelifc. Pamphil. lib. 5. p.472. | 
deſſen Prodromus Copt. viel folche gleich? 
lautende Wörter bat. Gefnerus hat in 
‚fäinem Mithridate auch dieſes Worte Bar 
dacht. Man kan auch ben dem Dio- 

ro Sicul; lib, 2.& Herodotolib, 2. Petro 






% 


EM | Vickto⸗ 





GE 1 gear a See he A En 


„Det teutſchen Sprache. 0. 43 
Victorio variar.le@.lib.ıo.c. 9. von einer 
cymba funerali diefeg Nahmens / etwas le⸗ 
fen. Bey den Araberniftdas WorfHa- 
mel, welches arietem bedentet/ und das 
ſelbſt Teutſch iſt. Daher meinet Kirche- 
usia Oedip. Agypt. Syut.3.c.6. Fomme 
dee Jovis Ammonis Beynahme. Ja ſo 
gar in America finden ſich viel den Celti⸗ 
ſchen gleich lauiende und bedeutende Woͤr⸗ 
fer/ fbovon mit groſſem Fleiffe gehandelt 
bat Mylius de antiquitate Lingua Belgi- 
„Cap 25. und in den Additionibus e. 
JuS capitis, welcher gantzlich der Meinung 
iſt daß vor Alters einige Colonien von 

N Cimbris oder Scythis hineingekom⸗ 
men / weiſet auch an 7 auff was Weiſe ſol⸗ 
ches habe geſchehen koͤnnen. * 








447.48 


Daßviel € 


44 Das II. Cap. Griechiſch und Lateiniſch 
JJ a, ne 
Daß riechiſche und La⸗ 
einiſche Wörter von den alten 
Teutſchen oder Schthiſchen 
—— herkommen. 
ee Annbalt: ma munn 
Je Scythiſche / eine Stamm-Sprache der 
uropaͤiſchen. Wird vom Salmafiound 
aY@= Boxhorniodavor gehalten. , Welche aber 
ben rechten Grund / wegen Unfundeder Teutfchen 
Sprache / nicht entdecken Fonnen. Boxhornit 
Origines 5 * Varta er m von 
dem Alterthumb der Dollandifchen Sprache ge> 
ſchrieben. Die Gloflaria der Barbarifchen 
Wörter und andere Schriften inden Nordiſchen 
Sprachen koͤnnen hierzu nüßen. Kircheri fal⸗ 
fher Bahn von der Teutfchen Sprache. - In 
dem Mecklenburgiſchen / Pommeriſchen / Weſt⸗ 
phaͤliſchen / find viel Stamm⸗Woͤrter verborgen. 
der Teutſchen Sprache find keine frembde 
rter/ als Die mit SortpflangungderReligion, 
und aus bemöffentlichen Gebrauch in Politifchen 
Sachen hinein kommen find. Se älter die Lateis 
wifhen Wörter / je mehr find fie den Teutſchen 
ahnlich, Bacrio, Becher; Spectile, Speck) Ste- 
Steg / Stritare, Steiden/ Plancz; Plancken / 
rocum. Trog / Caulis, Kohl / Matta, Matter 
Bumipus, Kump/ x, Wörter die EEE | 
= j . Ä ; t e 


Ba 


F 
J 

“sn 

nr £ 


ı 2 
FE 2 
Wr 





BA 
Bu 








no His „bon den Teutſchen. 1 * * 
the bedeuten / ſind aus der Celtiſchen in die dateini⸗ 
ſche Sprache gekommen. Aus dieſen Fan inſon⸗ 
derheit der Urſprung der Sprachen en 
werden.  Hlonos Hohn / Dub Zwo / Es Eiſen / 
Equs,Eik, (vox Gothica) Kaf, (Gothica vox) 
profundum: Cavare Cavea, Scapha.'&2c. ztı= 
&> Steuri siuxo, Zeuch / Tůch. VarrozFeftus 
und Alle andere Etymologi fehlen Ir in ihren 
Etymologüs: Auch die Srankofen in ihrer 
rache. Die ihre urſpringliche Teutfche 
oͤrter von den Öriechifchen over Sateinifchen 
herbeingen tollen. Mericus Cafaubonus wili 
die Englifchen Wörter von den Griechifchen leiten, 
Worinnen faſt alle fehlen : Skinnerus, Franc. 
Junius, Rigaltius, Meurfius, Vofhus, &e. Die 
Urfachen dieſes Fehlers. Aguilonius hateini- 
ge Seiechit e und Lateinifche Woͤrter von den 
Danifchen hergeführet, _Meinet/ daß die Daͤni⸗ 
ſche Sprache der Lateiniſchen mehr Woͤrter ge⸗ 
eben als Die, Teurfche. Worinen er irret. 
ne angeführten yempel werben toibetlegr 
Grunnire, Grungen/ Hinnus, „inde/ Rape. 
16, raffen/ Tolerare,dulten; Torrere,derren } 
Irritare, anteitgen, Fömmt nichtson ira, irrire ve 
der ritus, fie Voffiusmeinet/fondern bon dem al: 
sen Zeutfchen Worte Razu, Riote, Ric, irritatio, 
Erra, ein altes —3 Wort / davon das Sateini- 
/eira, bedeutet eben daſſeide - Olai Wormüi 
uch de lireratura Runicä, Edda Islando- 
rum Refenii, Eine ältere Edda in Schtweden 
vorhanden. Die alten Gpthifchen Sorten j 
hr die 





a a, a 


a ee — . 


46 Das II. Cap. Griechiſch und Lateiniſch 
die in Schweden heraus gegeben worden.  Col- 
legium Antiquitatum und_Profeslio lingua- 
rum Septentrionalium auff der Upfalifchen A- 
cademie angeftellt / geveicht dee Schwediſchen 
Nation zu groffem Ruhm. Codex argenteus 

der Sothifchen Evangelien. —J 


Urch dieſe fo augenſcheinliche 
Gruͤnde find die vortreflichen 
” Leute / Salmafıus und Boxhor- 
nius, endlich auff die Gedancken gekom⸗ 
mæen / daß fie die alte Scythilche vor eine 
Erg Sr der Europæiſchen ger 
balten. Es hat ihnen aber hieran gefeh⸗ 
let / daß fie Feine vollflommene Wiffenfchaft 
der alten Teutſchen und deren Pialecto⸗ 
rum, der Gothiſchen / Schwedifchen/ DE 
nifchen und anderer gehabt ohne wels 
em nichts fruchtbarliches hierinnen Fan 
verrichtet werden. Boxhornius hat zwar 
einen guten Verſuch gethan in feinen Ori- 
ginibus linguæ Gallicæ, woſelbſt in der 
Vorrede einige nüglidye und ungen eine 
Dinge deßhalben abgehandelt werden) 
und vorhin in einem KHolländifchen 
Buͤchlein von der Abgöttin Nehalennia: 
Uber esift zu beflagen/daß er über dieſem 
Werde geftorben/undes N 
n 







von den Teutſchen 47 
koͤnnen. Es hat auch ſchon vor Boxhor- 
nio, Abrahamus Mylius, in ſeinem Buch 
de Linguæ belgicæ Antiquitate, eine gute 
Arbeit: feiner Mutter⸗Sprache zum ber 
fienverrichtet: Es beftehetnur das miete 
fte in Mergleihung der Teutfchen und 
frembden Woͤrter / womit Boxhornius 
ſich gleichfalls bemühet / und iſt noch zur 
Zeit niemand / der was hauptſaͤchliches 
darinne gethan. 

Wer nun ſolches thun wollte/ muͤſte 
theils die alte Griechiſchen und Lateini⸗ 
ſchen Woͤrter / die man in den Fragmentis 
noch) uͤbrig hat / aus den Gloſſarüs hervor 
ſuchen / und darneben gar genau die Ural⸗ 
ten Teutſchen Wörter / ausdenalten 
Schrifften zufammen lefen/ die alten Go⸗ 
thiſchen / Runiſchen / Angeltächfifchen / 
Eimbrifchen / Frantzoͤſiſchen / Spani⸗ 
ſchen / die heutigen Teutſchen / und alle de» | 
ven Dialectos woran am meiften gelegen/ | 
die Holländifchen/ Daͤniſchen / Schwedi⸗ 
ſchen / Norwegiſchen / &c. zum wenigſten / 
fo weit verſtehen / daß ihm die Wörter der: 
ſelben nicht unbefannt. Kircherus in ſei⸗ 
nem ‘Buch de TurriBabel.lib.3.fe&t.3.c. 4. 
macht die Holländifchen / a. | 

e has 





— — 


43 Das M. Cap Griechiſch und Lateiniſch 
Weſtphaͤliſchen zu Toͤchtern der Teut⸗ 
ſchen / und meint / daß die Teutſche Spra⸗ 

che deſto mehr verdorben ſen / je weiter fie 
gen Norden ſich erſtrecket / worinnen er 

ſehr irret. Denn es iſt das Gegenſpiel 
wahr / und ſind die Stamm: Wörter rri⸗ 





ner und unvermifchter da zu ſinden. Es 
wuͤrde einer mit Verwunderung feben / 
wie eine Sprache / ein Dialectus dem an⸗ 
dern zu Huͤlffe koͤmmt / und wie viel 
Stamm⸗Woͤrter in dein alten Sächſi⸗ 
ſchen / Cimbriſchen / Pommeriſchen / 
Weſtphaͤliſchen / Mecklenburgiſchen 8c. 
und inſonder heit in der alten Gothiſchen 
ſtecken / davon nicht allein viel Woͤrter in 
der Hochteutſchen unſtreitig hergeleitet / 
welches die Hochteutſchen ſelbſt nicht wiſ⸗ 
ſen / ſondern eine ſo groſſe Mengein der 
Griechiſchen und Lateiniſchen herſtam⸗ 
met. Denn daß die Unſrigen ſolche von 
den Griechen und Roͤmern geholet / fan 
nicht mit dem geringſten Scheine der 
Warheit geſaget werden / und läuffe wie 
der des Dionyfii Halicarnaſſæi oben ange⸗ 
führtes Zeugniß. Es waͤren denn ſolche 
Woͤrter mit Einführung der Chriſtiichen 
Religion, oder aus den verdorbenen La 
mE teini⸗ 


m —— — — — — — — ü— — — —— — — — — —— — —— — — — — —— — —— — — — — — — 


| 
/ 





— — — ne 2 — 


bunden Teutſchen.. 39 
teiniſchen terminis, deren ſich die erſten 
Zeutſchen Kayſer in, ihren Öffentlichen 
Schriften gebrauchet / auff uns geleitet / 
davon ſo gar viel nicht zu finden ſeyn wer⸗ 
Del, Zu dem kan man ſoiches an den Ras 
teinifchen Wörtern’ die in Ofca, Volica 
TufcaLingua zu finden geweſen / felber 
ſehen / welche / jeätter fie find / je naͤher ſie 
dein Teutſchen kaͤmmen. Das Wort 
bacrio oder hacar, welches Fettus nennet 
genus vaſis longioris manubrii, quodaliz 
trullam vocant (Trua Oder Trulla iſt e⸗ 
ben ſo wohl das Teutſche Truhe) ins 
fer Teutſches Wort Becher/ Bacher / 
oder Beker / und gieichwohl ſeitet Voſ⸗ 
ſius das bateiniſche von Baccho aber· 
Snow und das Hollaͤndiſche beker von 
dieſem bacris. Was ſſt das Wort ipeti- 
leben dein Plauto, welches Feitus aillum 
opfoniumnennet/ anders ale unfer Teut⸗ 
ſches Speck? nur daß fie eine fonderlis 
determination hinan gehaͤnget und dena 
noch wollen einige erleuchtete Critici lies 
ber von dem Kateinifcyen Wort fpecio 
und Ipetto ; ‚quali fcılicet (peitabile alia 
quidüit in illoopfonio, es herführen/ alg 
von dem Teutſchen Syheck/ da doch ſpe⸗ 

10 





ge Das Il Cap Griechiſch und Lateiniſch 
eio nnd ſpecto eben fo wohl von alter 
 eutfcher und Seychifcher Herkunft find/ 
Davon aber jego nicht ZU fogen. Das 
Wort Stega bey dem Plauro ift tabulatum 
navis, in quo nautz ambulant. Iſt 
nicht dies dag rechte Teutſche Wort 
Steg? Stritare wird ben den alten La⸗ 
teinern von denen gefaget/ qui zquali paf- 
fu irenon poflunt, fed velpede fummo, vel 
talo terram firingebant. Was ift dies 
anders/ als unfer Niederteutſches Wort 
Strieden ? Wekhes doch Naurenberg 
in feinem Antiquario vonftringere, und 
‚Vofliusvon tero , und deffen ſupino tri- | 
tum abziehet. Sindnicht Plancz, quæ 
Fefto vocantur tabulæ planz , was mie 
noch heutiges Tages Plancken beiflen. 
Mon mwelhyen Chimentellus in ſeinem 
Buch deHonore Befelliicap. 21. das Ita⸗ 
tiänifche Panche oder Banche, eine Banck 
abziehen ill / das doch eben fo wohlein 
Teutſch Wort if, Was iſt das Wor! 
Caulis,fo bey den Scriptoribus reiruftic®| 
gebraucht wird / andersals unfer Teut⸗ 
fches Wort Kohl ? denn die Roͤmet 
haben das au als eino ausgereder. Es 
iſt auch das Griechiſche zaunos , welches N | 









— — 








bon den Teutſchen. S8 


ne gemeine Bedeutung hat / und pro virgä 
<ujufeunque, plantz genommen, wird 
Mit den Worte Throcum, deffen F eftus 
gedencket / qualet fich Chimentellusig dor, 
erwehnten Buche un 27. fehr. Es ift 
aber eine Art von Stülen geweſen/ „die 
man getragen’ und haben wir in Teut⸗ 
Ser Sprache dieſem ein gleichlautend 
MWortTrog. ‘Welches mit dieſem wohl 
Tan vergliechen iverden. Das Wort Mat- 
ta, Storea Oder teges, MelchesOvid.l. 6. 
Faſtor.gebraucht / wird beyim Martino ver⸗ 
geolich vom Hebrätichen her gefuͤhret / wen 
es ein recht Teutſches Wori/ und in eben 
demſelben Verſtande genommen wird. 
Bey den fequioribus Scriptoribus iſt es 
vielhäuffiger zu finden ) welche Savaroın 
‚Sid. Apol.lib, ı. Epift. 24. anführef / bey 
einem andern / als nur beym Ovidio eins 
mahl / daraus man ſehen kan / daß ſolche 
‚Wörter eher geweſen / aber als gemeine 
und Plebeia nicht gebraucher worden. Es 
Find aber ſolche den andern fm Alters 
thumb vorzuziehen. Das Wort Sicili- 
‚ces ift unfer Zeutſches Sidyel/ davon 
das Griechiiche Zayzan : Auch nicht gar 
lehr entfernet. Dan finder unter den 

rieakiigge dꝛ Woͤr⸗ 





EV BEREIT | 





¶ Das U. Cay Griechiſch und Lateiniſch 
Woͤrtern / die alleriey Geraͤthe bedeuten / | 
überaus viele/die Celtiſcher Ankunfft find. 
Woraus man einen feften Schluß ma⸗ 
henkan / daß die Lateiniſchen von dieſen 
‚bergefommen. Denn ſolche Woͤrter 
find ins gemein Die aͤlteſten / und bleiben 


mnngen unberandert / weil keine Urſa⸗ 
eift 1. eine Neuerung dabey vorzunehr 
men / wie bey denen/ die in öffentlichen Re⸗ 
den gebrauchet ‚werden. Aber hiervon 
£an allhier nicht geredet werden. Wenn 
ich auch die üblichen Wörter in der. Latele 
nischen Sprache anfehe/ mie. vielfind Der 
rer die ohne Beraͤnderung Teutich find 
Iſt nicht konos und hohn gleich? Den 
das Wort iſt bey den Lateinern mediz{i- 
enihicationis,ie dag Wort dolus. FO- 
nos malus ift fo viel / als/injuria. . Beſie⸗ 
be.Gall. lib. 12... 9.. UND Laurenberg, in 
Antiquario. Duo, und ben. den Teut⸗ 
ſchen / two oder zwo / iſt ein Wort/und 
wie Gifanius in ſeinem Indice Lucretiano 
P+ 333. bezeuget/ bat mans vor dieſein im 
Lateiniſchen einſylbig außgeſprochen. 
Von den andern Zahlen kan dergleichen 
bewieſen werden. In der alten Runi⸗ 
ſchen Sprache iſt das Wort Eik,in der La⸗ 
tei⸗ 


— 


init.» nonden Teuſchen DR 
einifchen Equus, welches daſſelbe bedeus 
tet. In der Gothiſchen hat man ein 
Wortkaf, bedeutet proſundum Wo⸗ 
von in den Lateiniſchen viel Woͤrter ent⸗ 
ſpringen / Cavare, Cavea, das Teutſche / 
Kafen / und das Griechifchersware, ex= 
cavo.das Lateiniſche Scappa. Das Teut⸗ 
ſche Scap hat hiermit auch einige Gleich⸗ 
heit. Was iſt das Lateiniſche es, vor die⸗ 
ſem æſis anders / als das Teutſche / Eiſen? 
Das Griechiſche seixe, Fabricor, hat im 
Teutſchen das Wort Tuͤch / oder Zeug / 
eyvxu , incendo, das Wort Schmo / 
Schmöcken / ſchmochen / ſchmaͤu⸗ 
chen. Zreiex, Carina naviss wird VON 
04 folidushergeführet/ und wir haben 
im Zeutfchen das Wort Steur / welches 
viel eigentlicher den Urfprung fürbildet. 
Rumpus ein abgeriſſener Zweig Aump/ 
ein geſtuͤmmelter Coͤrper koͤmmt uͤberein. 
zu koͤnnte bier ein gang Lexicon ſolcher 
oͤrter ſchreiben 7 wenn es diefes Orts 
waͤre. Die jenigen / die von dem Varrone 
und Feſto derſelben Urſprung erlernen 
wollen / betriegen ſich ſehr / denn es hat nie⸗ 
mand die Origines der Lateiniſchen Spra⸗ 
che weniger verſtanden als eben ſie ⸗ —F 
23 ol⸗ 











Oi» «10 


EEE 


54 Das U. Eap. Griechiſch und Lateiniſch 


ſolches faſt in allen Sprachen ſo zugehet / 
in welchen die Eingebohrne Die gröbeften 
Tehler begeben / dann es folget niemand 
Hierinnen der Natur und der Dernunfft 
mach/fondern ſeinem eigenen Bahn. Die 
die Hebraiſche oder Griechiſche Sprache 
vor andern lieben‘ wollen hiervon alles 
her holen / wie Bochärtus alles von der Pu- 
niſchen. Dieder freimbden feine ſonder⸗ 
Jiche Kundſchafft haben / erdencken einige 
ſonderliche alluſiones und alliterationes, | 
umddaiftdenn allesgut. So muß Ve 
nus-von veniendo herfommen / Veſta 
wird deßhalben ſo genannt. / quod yi ſua 
1. Met: welche derivationes eben fo gut ſind / 
| als / wenn das Wort Biſchoff davon 
gemacht fenn fol / weil er bey den 
Schaffen iſt. Denn es iſt der Nahme 
und die Verehrung dieſer Goͤttin von den 
| Barbariszuden Römern kommen / Davon 
| atihie tweiter nicht Fan geredet werden; 
| Sift der ohalben eine Thorheit das run 
| der Wörter. ben den Roͤmern zu fuchen 
i Die Frantzoſen und Jtaliäner / die beutie 
as Tages Etymologias fehreiben / find 
mit dergleichen Irrthümern angefuͤllet 
- Bovillushat in feinem Buch de di — 
vu 














WVon den Teutſchen 55 
vulgariüm linguarum gar kindiſche Ein” 
fälle von den Sransöfiichen Wörtern / 
den aber W olftgangus Hungerus gründ® 
li) widerlegt hat. Menagius, fonf ein 
bornehmer Philologus und Criticus, wel⸗ 
chem Skinnerus gemeiniglich folgt / ein 
Blinder deinandern holt ing gemein aus 
Griechenland oder. aus Rom vie 
Stamm Woͤrter her / die er in Teuſchland 
ſuchen ſollte. Beza,Perionius, welche von 
der Gleichheit der Sriechifchen und Fran⸗ 
tzoͤſſchen Sprache geichrieben/fehlen auch 
ſehr hierinnen. Franc Hottomannus in 
feiner Franco -Gallia bat viel beflere 
Nachricht gegeben. So hat auch Mo- 
rolinus in feinem Buche genannt / Flos 
LinguzItalicz, viel Italianiſche Wörter 
von den Griechiſchen hergeleitet/ die doc) 
Teutſchland vor ihre Mutter erkennen. 
Mericus Cafaubonus in feiner Commen- 
tationede Gra=cäLinguä, worinnen er die 
Gleichheit, der Englifchen und Griech⸗⸗ 
hen Sprache zeiget/ift dennoch auch der 
Meinung, alstwanndiefe Woͤr ter von 
dem Griechiſchen herſtammeten / und kan 
endlich woll ſeyn / wie vor dieſem die Grie⸗ 

—R d4 en 








geſchrieben / und eine Vergleichung mit 


——— 





56 Das M. Cap · Griechiſch und Lateiniſch 


chen ihre Colonias und Schiffe hin und 
wieder geſchickt / (denn Jacobus Eyndius 
in feinem Chronico Zelandiz cap. 9» auch 
erweiſen will / Daß Die Griechen die See⸗ 
ĩandiſche Kuͤſten beſeegelt) daß einige 
von ihren Wörtern kleben blieben. Ir 
ber es ift eine gröffere und viel gruͤndliche⸗ 
re Übereinftimmung diefer Sprachen / 
als daß von ungefähr ſolches jolfe geicher 
ben fenn. Es .ift dieſes præjudicium ſo 
ſehr bey gelehrten Leuten eingewurtzelt / 
Das fiefaft proparadoxo halten / Mann 
ander Teutfchen und Der Verwandten 
sprachen Alterthumb über Die Griechi⸗ 





he und dateiniſche erhebet / und dieſe von 


ener herleitet. Skinnerus, der einEty- 
ologicum der alten Englichen Wörter 


— — — — — — 


Den andern verwandten Sprachen ange⸗ 
flellet / hat zwar eine nügliche Arbeit ver⸗ 
richtet / wie ingleichen Franciſcus Junius 
in feinem Gloflario Gothico, welches er 
den Gothiſchen Evangeliis angefüget/ 
und ſetzo vermehrter in feinem hohen Al⸗ 
ter her aus geben will. Aber fie liegen 
—5 — an dieſer Seuche kranck / da ſie 
och deſſen fo klar ſcheinende Zeugniſſe vor 
m | Augen 


A 





— — 


—— 


von den Teutſchen. 55 


Augen liegen haben. Sehen wir Nico>» 
laum Rigaltium, Johannem Meurſium in 
feinen Vocibus Mixo-Barbaris, Voſſium 
de Vitiis fermonis Latini, Ludovicum de 
la Cerda in feinen adverfarüis,;Lindenbro- 
gium, Gothofredum, W endelinum, Hen- 
ricum Spelmannum, und endlich du Fref- 
ne in ihren Gloflariis an,. Man könnte 
viel hundert / jataufend ſolche Sehler mer» 
cken / und ein groſſes Buch davon zuſam⸗ 
men tragen / welches aus keiner andern 
Urſache koͤmmt / als daß ſie dieſer Spra⸗ 
chen Grund nicht recht begreiffen. Und 
iſt zuverwundern / daß / da der Augen⸗ 
ſchein ſelbſt ſſe vor Barbariſche Wörter 
ausgiebt/ ſie dennoch lieber den Urſprung 
in der Ferne bey den Griechen / ais bey den 
Teutſchen ſuchen. Bey ſo groſſer Men⸗ 
ge der Irrenden hat dennoch einer in Den⸗ 
nemarck/ der ſich Aquilonium nennet / in 
einigen kleinen Büchlein/ dieer demiftio- 
ne Græcæ & Latine cumDanicäLinguä 
geſchrieben / das Gegentheil darthun mol 
len / und die Worter hervor geſuchet / die 
ausder Daͤniſchen Sprache in die Lateini⸗ 
ſche und Griechiſche gekommen find / das 


von er ſeine Runen daſelbſt eröffnet. 
* 5 


Er 








| 
i 


EEE Tr —— 


#3 Das M. Cap Griechiſth und Lateiniſch 
Er haͤtte aber wann er die andern Spra⸗ 
chen zu Huͤlffe gezogen ſeine Meinung 
gel gruͤndlicher und beſſer ausführen koͤn⸗ 
nen / ober zwar meinet / daß die Daͤniſche 
Sprache einen ſonderlichen Vorzug vor 
der Teutſchen habe / was die Gleichheit 
mit der Lateiniſchen betrifft: · Die Woͤr⸗ 
ter die er p. 46. anfuͤhret / zeugen viel⸗ 
mehr / dag er ſelber der Teutſchen Spra⸗ 
chenicht recht kundig geweſen / denn ih 
beweiſen will / daß die meiften Teutſchen 
angemerckten XBörter/eine beflere Gleich⸗ 
 Heitmitder Lateinifchen haben/als Die Dir 
nifchen / und muß hierinnen nicht Die 
Hochreutfche / fondern vielmehr die Nie⸗ 
derteutſche Sprache / zur Richtſchnur ge 
feget werden. Jedoch haben wir in der 
Hochteutſchen Sprache fo wohl das 
Hort Gruntzen (Grunnire) ale die 
Dänendas Wortgeynte/ davor erden 
Teutſchen das Wort Aucheln/ (A 
chelnmollte er jagen) zufchreibef. Das 
Wort Hind (Hinnus) ift gleichfale ben 
uns / wie bey ihnen/ nicht Rechhochs / 
ſolte vieleicht Aehbock feım. Bir has 
ben I wohl das Wort raffen (rapere) 
* ihr Rape / denn hinnehmen kein 
* | J ers. 





A ——— 


bvop den Teutſchen. 50 
ders. Tole (Tolero) koͤnnen wir ſo 
wohl durch dulden / als ertragen / ge⸗ 
ben / wie ingleichen Toͤrre ( Torreo) durch 
duͤrren / denn Drogen / daß er davor ſe⸗ 
tzet/ it nicht Hochteutſch / ſondern trocke⸗ 
nen auch wohl treugen · Das Lateini⸗ 
ſche Wort irrito, ziehet er von dem Daͤni⸗ 

ſchen Wort Irre / davor die Teuſſchen 
anreitzen. Aber es trifft dieſes Teut⸗ 
ſche viel beſſer zum Ziel / weilesdag 
Stamm⸗Wort in ſich hat/ davon das Ras 
temifche herkommt. "Denn ob wohl Vof- — 
ſius ſich ſehr mit dieſemn Worte qvaͤlt / in 
dem ersbald von Ira,baldnon irrire,quod . 
de Canibusdicitur, bald von dem Griech⸗ 
ſchen i9o, das doch gleichfalls von dem 
Teutſchen ent ſproſſen / und nicht von dern 
Griechiſchen oAa⸗. wie er will/ bald von it⸗ 
und ritus herführet / fo fehlt er doch ſehr 
weit · Daß das Wort ritare gebrãuchlich 
geweſen / erſcheinet aus dem Bortepori- 
tare, welches er aus proiritare meinet zu⸗ 
ſammen gezogen zu feyn/darfnnener doch 
Irret. Denn man lieſet in den alten 
MStis-inritare, weiches eine Anzeigung ift/ 
das das IBerf voninumdrito zufammen 
heſetzet / wie denn auch Daumius in un 
Br \ U⸗ 





a 


I as rn a — 
I 


6o Das ll. Cap. Griechiſch und Lateiniſch 
gBuch de Caufis amiflarum radicum lin- 
guæ latinæ c. Hi: 14: unter «die: unge? 
Bräuchlichen implicia eg feget- Iſt es al⸗ 
fo das rechte Teutſche Wort anreitzen / 
ie wir es nach dem hochteutfehen Diale- 
&o außſprechen. Dasfimplex hiervon 
finder fich in den alten Teutfchen Woͤr⸗ 
terinywelche Lipfius Cent,3.ad Belgas epiſt. 
44: zuſammen geleſen hat · Katodon, Ir- 
ritaverunt: & Ratuot,Irritat & Garatot,coN- 
eitatuseft , & Ratunufh, Irritatione: Wo⸗ 
ben Somnerus, in denen won Merico Ga- 
faubono heraus ‚gegebenen Anmercuns 
gen folgendes ſetzet Huic affıne eit no- 
ftrum Path, iram „iracundiam fignans: 
Nufk auten eft,terminatio nominum ſub · 
ſtantivorum. Iſt nun alſo das rechte _ 
Stamm⸗Wort Ras, Ixritatio⁊ mit dies 
fem koͤmpt überein das alte Fraͤnckiſche 
Wort Riere; kit, welches ineiner alten Ver- 
fione Franco-Gallieä der Bibel geleſen 
wird / wie Skinnerus hezeuget. Es beißt 
aber dieſes Wort ſo viel/ als / jurtzium, al- 
tercatio; Rioter, Riottare, Jurgari,altercari; 
und iſt lächerlich / daß Skinnerus ſolches 
von dem Lateiniſchen Arietare herziehen 
will. Sonſt haben wir auch das —— 
88 —— 


—_ — 





WWWbbon den Teutſchen 6 


sche Wort terren / tarren / targen / wel⸗ 
hes der Bedeutung nach einer len iſt Will 
bier nicht ſagen von dein alten Wort zrre, 
weſches in den Niederländifchen Geſetzen 
gefunden wird / inerre möcde wit doen, ani« 
mo irato aliquid facere ; Wovbon das La⸗ 
feinifche Ira her zu kommen fcheinet.” Bit 
baben jego in dergleichen Dingen viel 
Huͤlffs⸗Mittel von den alten abgeftorber 
nen Sprachen, die jetzo wieder hervor ge⸗ 
chet werden Wormius hat die alte 
Runiſche Sprachein feiner literaturaRu. 
nica,Faftis und Monumentis Danicis, ie⸗ 
Der aus dem Grabe erwecket. Die Edda 
Islandorum , darinnen der alten Nordi⸗ 
ſchen Poͤlcker ihre Theologia und Mytho- 
logia beftanden/ift von Petro Refenio her; 
außgegeben. Es follaber eine volltän. 
digere Eddanoch inSchweden vorhanden 
ſeyn / welche zu feiner Zeit auch ans Licht 
wird gebracht werden / in welcher groſſe 
Nachricht it von der Aſtatiſchen Bolcker 
Ankunfft in die Nordifchen Länder/ wo⸗ 
bon auch Schefferus in Uptalia antiquac. 
7. tannachgelefen werden. Es kan auch 
treflich zuſtatten kommen / daß man die al⸗ 
te Gothiſche Sprache und —— 
sm 











6a Das 111. Cap Gtiechiſch und eatemiſch 


 mit.geoflem Sieiß.iegoin Schweden her⸗ 


vorfuchet Zu welchen Endedann/ 34 
groflem Ruhmdieſer Nation, einabjon? 
derliches Collegium „Antiquitatum 5; und 


u 


‚Profeffio Linguarum. Septentrionalium 
‚auft der Upfalifchen Academie angeftellet/ 
and bereits eine ziennliche Anzahl folchek 
‚alten, Scheiftten ‚mit gelehrten Anmer⸗ 
ckungen / von Olao Verelio,tie auch ande 
re biexu dienende Bücher von Loccenio 
‚Scheftero „ı Rudbeckio hervor gegeben, 
ARorunter vor. allen andern zu feren I 

der fo genannte Codex argenteus Evan- | 
geliorum Gothicorum, welcher nach dem 
er einmahl aus der Königlichen Schtvedl 
chen Bibliochec verlohren geweſen / 9 
‚eine groſſe Summa Geldes / von dem 

Herrn Reichs Cantzler de la Garde wie⸗ 
der her bey geſchaffet / und er ſtlich von Fran⸗ 
Eeo Junio, her nach in Schweden her aus⸗ 
‚gegeben worden. Darinnen man biß⸗ 
wellen unterſchiedliche Wurtzeln findet / 
davon Griechiſche und Lateiniſche Woͤrter 
herſtammen / welqes auch von Denen Au- 
‚toribusfelbft / die ſie heraus gegeben / nicht 
beobachtet worden... — 

AS HEN 6 Da 


su bot den Teutſchen. 8 
oe ORT et 
Bon den Gründen der, Herz 
kitungin Wörtern/und zwar von dem 
erſten / daß eine einfältige grobe 
ESdbroaghe der fünftlichen den 


Arnſang gegeben. 

cr, Innhalt. Ben 
Riechiſche und Latein ſche Stamm⸗Woͤr⸗ 
ter aus dem alten Schthiſchen. Es köns 
onen in der Etymologia richtige made 





gegeben werden. &e einfaltiger die Spr e/ 
1 auterer und aͤlter iftfie. DiealteLingua Pe- 
lalgal, hatder neuen Griechiſchen / unddie alte O⸗ 
Ica, Tufca, &c, der Be ee Urs 
fprunggegeben. Thuſci, dem Rahmen undder 
Ausrede nach / Teutfcher Art und Ankunft. Jo- 
fephi Scaligeri Yrtheil hievan. %n Toſcanien 
find bie aͤlteſten Städte, Die plebeia Lingua 
Latina iff von der zierlichen allezeit unterfchieden 


geweſen / wie in allen Sprachen der Unterſchied 
il Erempel aus dem Inftrumento plenariz 
ecuritatis, fo zu Juftiniani Zeiten gefchrieben, 
Frägmentum Petronianum Skinnerus ver⸗ 


irfft die Meinung, daß Sriechifche Aörter von 
Teutſchen und Scythiſchen herkommen. Hat ej⸗ 
nen falſchen Grund. Die Griechen ſind ſelbſt 
toieder ihn welche geſtehen / daß ihre —— von 
re. Trefſiche Zeugniſſe aus 

ae Ka em 


den barbaris —* 








EEE — 


das Cap Von den Gründen 


dem Jambliche,Clemente Alexandrino,daß die 
Griechen durch ihre geichtfinfigfeitund Kunfteley 
mehr nerdorben/ alaverbeifert. _ Anacharlıs ein 
Sehthiſcher Philofophus wirfft den) Griechen 
felbfE ihren Scythilmum. vor. Skinnerus at 
Feinen Unterfchied gun unter Den wachſenden 
und solffommenen Sprachen. Seine angeführs 
te — fünmen vwider ihm ſelbſt gebraucht 
erden. Ä | | 


STE iſ dann num diefeg meine gan 
KEyihe Meinung / die nicht ohne gun 
Grxuͤnde von den freflichen Leuten 
Salmafio und Boxhornio 'auffgebracht/ 
wiewohl ſie dieſelbe nicht außgefuͤhrt / daß 
die alte deythiſche dierechte Haupt⸗Quell 








der Europeifchen Sprachen ſey / aus wel⸗ 


cher die alte Teutſche und Gothiſche zu 


erſt entſprungen / wo ſie nicht faſt eben die⸗ 


ſelbe geweſen / und der Griechiſchen und 
Lateiniſchen zum Theil ihre Stamm⸗ 


Woͤrter gegeben / welches zu beweiſen kei⸗ 
ne groffe Mühe erfordern würde. Wun⸗ 
dert mich nur dag gelehrte Leute nicht eher 
auffdiefe Gedancken gerahten / und ſo viel 
ſeltzame thoͤrichte alluſiones , an ſtatt 
gruͤndlicher REtymologien angenommen 
deren Nichtigkeit ſich ſelbſt an den Tag 
gel 





in Herleitung der Wörter. >65 


get/ und Anlaß gegeben / dag vielgelehrte 
Beute alle Etymologias,gle ein ungewiſſes 
Ding / und die auff keinen Vernunfftfchlüf 
ſen gegruͤndet / zu verwerffen. Dadoch 
ſo richtige principia dar inne koͤnnen geſe⸗ 
tzet werden / aus welchen die Herleitung 
der Wörter folger/ wie etwa e corporibus 
fimplichbus & elementis die miſta entſte⸗ 
hen / und findet faſt eine demonſtratio auch 
allhier ſtatt / jedoch jo viel die Natur und 
Beſchaffenheit der Dingezugiebt. Erſt⸗ 
lich iſt dieſes für einen feften Grund zus 
ſetzen / daß je einfältiger und groͤber 
eine Sprache / deſto alter und unge⸗ 
miſchter ſie ſey / und denen andern 
vorgehe. Will man nun die Stamms 
Woͤrter einer jetzo ausgearbeiten Spra⸗ 
che ſuchen / ſo muß man nicht zu einer ge⸗ 
hen / die in gleicher Bollfommenbeiti /} 
fondern man muß auff dem Rande unter 
den Bauren/ an Dertern / da niemahls 
rembde hingekommen / dieſelben ſuchen. 
enn es iſt mit den Sprachen wie mit 
den Boͤlckern bewandt / weiche erftrob 
und wilde / hernach mit der Zeit gebändige 
und außgeüber werden. Wollte man 
nun bie. Stamm⸗Woͤrter der Be 
e en 











a Ze A ar Daran a u te ee 


66 Das IV. Cap. Bon den Gründen __ 
ſchen Sprache haben / fo muͤſte man / mas 
vonder alten LUnguãa Pelaſpa noch uͤbrig / 
hervor ziehen. Die Lateiniſchen werden 
rnbeften erforfchet inden alten fragmen- 
tislingiz Oſcæ, Thufcz, infonderheit 
dieſer / denn dieſe Voͤlcker / auch faſt dem 
Naͤhmen nach / ihren Urſprung aus 
Teutſchland zu haben ſcheinen. Wie 
dann auch faſt der accent, den ſie in der 
Außrede fuͤhren / ſolches augweiſet / 1. GC. 
Scaliger auch in feiner Oration ae verb⸗ 
Lxprus angemerckt / wenn er ſpricht: Le- 
niffime pronunciat magna ltaliæ pars, 
craſſiſſimè pene univerfaGermania. At 
Thuſci, (qui Arnumcircumcolunt, pene 
- Germanicos illos fpiricus ſuperant. Z4U 
dem ſind daſelbſt Städte / die älter al 
Rom / wie Jofeph. Scaliger in den Ex- 
cerpt. die die Fratres Puteani heraus ge 
geben/bezeuget/Inktaliäfunt mültz urbes 
antiquiores Roma: in Tofcaniä antiquiſ⸗ 
ßne. Es bilde ihm auch niemand ein/ 
daß man in ltalien, auch zu Ciceronis Zei⸗ 
ten / durchgehends auff dem Lande und bey 
Bauren / ſolche re wie er in Rom / 
gefuͤhret. Es eroͤrtert dieſe Frage / an 


vulgus & literati eodem modõ & idioma⸗ 
BT | te 





1 Herleitung der Wörter, Be.) 
te Romelocutifint,Zeowardus dretinäslbr. 
6. EPR. pm. 273. wieder den Elavium 
Forolivienfen , der anderer Meinung. 
mar, und beiveifet mit etlichen Exempein / 
quod Latina lingua à vulgari differatter- 
minatione, infiexione, fignificatione,con- 
ſtructione, &accentu. Von des gemei⸗ 
nen Poͤbels Art zu reden urtheilet RAID. 
Nonad piftorestantum & lanittas , ſed 
multð magis ad eos, qui in Reip. guberna⸗ 
tione verſabantur, & quorum intererat. 
quid populusdecerneret Orator loqueba. 
tur. Praeftantes igitur homines rato⸗ 
rem Latinè literateq concionantem, præ⸗ 
Clare intelligebant,piftores werd &laniftz. 

& hujufmodi turba fic intelligebant Ora- 
orisverba, ut nuncintelligunt miffärum 
olenhia. Und wie follfe die Sateinifche, 

prache hierinn einen Vorzug vor ans 
dernhaben ? Denn foftfeine Sprache in⸗ 
die nicht folchen Unterfcyeid h tle. In 

der Staliäniichen/Frangöfiichen hat man 
ben ſo Wohl die fo genannte Rufticam , 

OManam, davon der. Yahıne der 

Aomances berfömmt/vormabie gehabt / 
und iſt ja bekannt/ wie heutiges Tages fait 
mallen Oertern und Rändern eine an 

EN ? pe 





ER N DEREN EICH BE, San, TRIER. SE 








__Dasıv . Cap. Bon den Gründen | 
pelte Sprache / eine wilde und robe/ und 
eine ſerliche und. Höfliche geredet werde, 
Es zeigt zum Theil das Inftrumentum | 
plenariz fecuritatis , welches zu Jultiniani 
Zeiten geſchrieben 7 und Anno 1641.VoR 
Gabriele Naudz0 aug der Bibliothec deß 
Cardinalis 4 Balneo (der die Abſchrifft 
aus der Königlichen Bibliothec in Franck⸗ 
reichbefommen) herausgegeben. Wor⸗ 
innen ſo viel frembde und ſeltzame Arten 
zu reden confufiones cafüum wider DIE, 
. -Regelnder Grammatic, fo viel —390 
Wörter von allerhand Haußraht / als 
Butta, Butticella, Sarica, ranciſio, ſcotella, 
zu finden daß man genugdarausfeben 
fan / wie ben dem gemeinen Mann dar 
mahls eine gang. andere Art zuredenge, 
weſen / weßwegen ich auch da vielen ſo ver⸗ 
dacht ige Fragmentüm Petronianum ni 
gänzlich verwerffen will. Je mehr man. | 
nun Diealfeften monumenta, und die von 
der Kunſt nicht ausgearbeitet ſind / durch⸗ 
ſuchet / je mehr wird man die Sleichbeit, 
der Teutjchen und Lateiniſchen Sprache, 
finden. Hierbey kan ich mich nicht genug: 
verwundern / twieSkinnerus in der mehr⸗ 
mahls erwehnten Vorrede feines Lexich 





inHerleitumgderMörten. ⸗j 
Etymologici, fo gar wieder alle Vernunf 
dieſe Meinung tadele / daß vom Teutfeher 
einige Griechiſche Wörter herſtammen, 
und ſie ſo gar hoͤniſch und mit ſchaͤndlichen 
Schmaͤhworten auff die Teutfehe Nation, 
durchziehe 'Quidenim, ſagt er Acömı 
muni humani generis uſu & ration ipsa 
lueulentius abhorret, quam gentemo- 
mniam cultiffimam, eoquenomine füper- 
bientem‘s populorum Costerorum etiam 
mitiorum & humaniorum ‚'Perfarum ſc. 
Syrorum& Agyptiorum contefi ptorem, 
€ gentibustotius terrarum 'orbis immä- 
niffunis,fordidiffimis,& plus quambarba- 
ris (einfchöner Lobfpruch vor die Feng, 
ſchen!) wocabula& idiotiimos avidehau- 
rire „ & tanquam gemmas ie fterquilinio 
fuo fermoni infüere. Wohl getroffen‘ 
ein sreflicher Schluß! Eben dieſes iſt die 
Urſache warumb die alten Teutſchen nicht 
von den Griechen / ſondern dieſe vielmehr 
von jenenihrer Woͤrter Urſprunghaben⸗ 
well eine ausgeputzte Sprache ſuͤnger iſt⸗ 
als eine rauhe und unbeſchnitiene. Wil 
dann Skinnerus mehr wiſſen als dieißztiics 
hen felbft:2: welche auffrichtig bekennen / 
daß die aͤlteſten Eiaw ohner — 

e3 eine 





EN 


„6 _ Das IV.Eap: Von den Gründen 
einebarbarifche Sprache geredet / die 


Buchftaben von den Barbarisb eföinmen/ 
pie. im vorigen erwaͤhnet. Haben fie 


nicht ihre 2Beigheit von den Barbaris erfl 
geholet 2: Es lefe einer nur den Jofephum 
contra appionem da wird er weitlaͤufftig 


— — | — — ——— 


ſehen / daß die Griechen nichts von ihnen 


felber haben / und daß alle das ihrige / 
Städte/Künfte und Schrifften/ nur von 
geftern her / und fie allezeit Kinder und 
Fuͤnglinge geweſen. Was fie von Scy- 
this, Thracibus und andern erlernet/ ba 
ben fe vor ihre eigene Erfindung außges 
geben. Die was fonderliches haben ler 
anenwolten / find bey den Barbaris in die 
Schule gangen / wie beym Diodorolib. 3: 
6. zt lefen. Clemens Alexanidrinus 
Aib,1Strematumfaget / daß die alteften 
Philofophi: in ı Griechenland entweder 
fehl Barbari geivefen/ oder von den Bar- 
‚ris untertviefen: Pythagoras felbft iſt 
beyden Gallis, ‚oder Geltis indie Schule 
gegangen, Von diefen Barbaris haben 
die. Griechen das ihrige erlernet und 
nur uͤberhin gefaffet: Denn ſo redet von 
ihnen Jamblichus, der ſie von auſſen und 
innen beſchreibet / Græci naturã rerum no· 
> varum 












_ Van Herleſtung der Woͤrter "7; 
varum ftudiofi fünt, & hræeipites uſque 
quaque feruntur, inſtar navis laburrã ca⸗ | 
ventis:nullam habentis ſtabilitatem. Ne- 

ue conſervant, quod abaliis acceperunt, 

hoceito dimittunt,& omnia propterin= 
ftabilitatem; moVeque inventionis elocutionem. 
rransformarefolent, Er fagt ferner / wie 
die Barbari ernſthafftig und beftändig: in 
ihrem Wefenund Reden und wie Die Bar- 
bariſchen Wörter fehr furgmären / und 
einengrofen Nachdruck hätten, und des 
rohalben bequem zu Goͤttlichen Dingen 
zu gebrauchen, die Griechen haͤtten ſie a⸗ 
ber verdorben / diefie mit ihrer Sprache 
gemiſchet / oder mir freinbden Wörterg 
außdrücken wollen. Man kan auch hier⸗ 
bey nachlefen des Ccel. Rhodigin.: Lee; 
Antiquar.lib.16.c.14. Der von uns oben 
angeführte Clemens Alexandrinurs zeiget 
viel andere Griechiſche Autores als Sca⸗ 
monemMitylenzum, Theophraftum,Ere- 
fium» Cydippum Mantineum, ‚Antipha= 
nem, Ariftodemum, Ariftotelem, Phitofte-: 

num, &Stratonem, die hierinnen mit 
hwoͤbereinſtimmen / und dieBarbaros zu 
Lyrmeiſter der Griechen machen / fee 
auch folgende Worte dar auff / — 

J— 4 








oe ee Tai Ze — 
jr __DasTV: Cap, Bonden ruuden ! 
Savröv. oriya eis adzarı as @%y Paeßapas 
äueeriuns:C BıwPsAss Qvosas, mu dv Minvss re 
ämrndsimaru wPernra. EX hispaucaad« 
jeci ad confirmandam inventricem & vi- 
tz utilem naturam , qua fuitapud Barba- 
ros, à quibus in ſtudiis & rebus exercen- 
dis Græci acceperunt magnam utilitatem. 
Nach dieſem redet er ſehr merckwuͤrdig 
vonder Sprache/Eideristnv Parzı NaBar- 
Atı mv Baoßgan, euordg, Draw, © Avaxapcıs, 
HANTEE EAAHNEZ ERTOIZOTEIN.G 'Siquis 
autem vocemreprehendit Barbaram? Mi- 
hi, autem, inguit Anacharfis:  OMNES 
GRECI SCYTHE SUNT. Was 
koͤnnte herrlichers und rühmlichers ge 
fagt werden zu dem Lobe der fogenann? 
ten Barbarifiyen Sprache und Philofo- 
phie , und zur Behauptung des Alters 
mbs derfelben. Und diefe find Die | 
Dölcker / welche ung Skinnerus foheßlid) 
abgemahlet. Es wird ferner weder vom 
Mylio(mit welchem er zu thun bat) nod) 
von jemand anders gefaget/ Daß die Grie⸗ 
chen dazumahl / wie fie durch Wiſſenſchaft 
oder Tapfferkeit ſich und ihre Sprache ſo 
vollkommen gemacht / ihre Wörter und 
idiotiſmos erftlich von den Teutſchen ge⸗ 
ER 3 nom⸗ 


































in Hetleitung der Wörter. 73 
nommen. Der Anfang ihrer Sprache 
ift vor vielen Jahren erſtlich von den ih» 
nenfo genannten Barbaris,diedoch Wigeg 
und Berftandes genug gehabt / entſtan⸗ 
den welchem fie von Jahr zu Jahrenihre 
eigene Form und Außbildung gegeben / 
und da fie die Sprache zu der gröften 
Stufte ihrer Vollkommenheit gebracht/ 
nicht mehr nötbig gehabt / vonandern 
was zu entlehnen. . Die Gleichniſſe die 
Skinnerus,hiezu füget/ find gleichfals laͤ⸗ 
cherlidy und ungereimbt: Perinde hoc 
eit, fagter/achGalliBrafilie, autnoftra- 
tes Virginie coloniagreftium fübditorum 
dialettum, tanquam ſuavem & feecun- 
dum, affe&tantes, vocabula inde in fermo- 
nis ornatum cooptarent.- Imo quid ab- 
fürdius, ‚quam Aulicum, gregie expoli- 
tum Rufticum ineptum loquendi magj- 
firum adfeifcere? Es ift ein groffer Un: 
terſcheid / wenn eine wohl cultivirte Na- 
tion eine Barbarifche übermeiftert / die 
fie darnach an ſtatt der Knechte gebraus 
het / von denen ſie ihr nichts vorſchreiben 
laͤſt / und wann ein rauhes Kriegesvolck 
ein anders gleich oder weniger Barbari- 
ſches übertwindet ; oder mit ihn zu 

5 AN; 











eu Zr ln el ie > Me Sue ae * 


4 Das V. Cap. Einſylbige 
handeln hat. Der Bauer iſt eher gewe⸗ 
fen / als der wolberedte Hoffmann / und 
wuͤrde dieſer keine Beredſambkeit haben / 
wenn nicht die Bauren vor ihm geredet 
haͤtten/ und die Sprache machen belffen: 
Aber wir. muͤſſen endlich von dieſen Umb⸗ 
ſchweiff wieder auffden rechten Weg fon 
men/und zu unſerm Wercke fchreiten. 





e — 





Bon dem andern Brundede 

Herleitung / daß vielſylbige Wörs 

| ter von Einfplbigen müffen 
geleitet werden. ie 


Innhalt. BR 
Jelſylbige Woͤrter von Einſylbigen / deſſen 
Su inder J —— 

ciplinarum. e Teutſche Sprache 
beſtehet von vielen Monoſyllabis. et Ans 
zahl, Viel alte Lateinifche einſylbige Wörter 
Dieſe find Durch Dierterminationes mehr außge⸗ 
dehnet. Worauff die Zufammenferung der Las | 
teiniſchen Sprache/ihre pronuntiation, und mo· 
dulation. in. Po£fi beruhet. Viel Teutſche 
Wörter in der Griechiſchen und Lateinifchen/ die 
Mylius augemercket. Deren eine weit gröflere 
Anjahl. Putcanus wird widerlegt. Derk 
4 13 molo⸗ 





st Sr 








von Vielſylbigen 78 
mologorum ſeltzame Einfälle, / kommen ausdiefer 
— Varro hat etwas dennoch —* — 
Caroli du breſne Zeugnif. Ein groſſes iſ an 
den terminationibus gelegen. Worinnen Die 
idea der gangen Sprache verborgen. Man kan 
unter ei als Locis Communibus eine ganße 
Sprache ordnen. Meinung von dem Dictionai⸗ 
re General eines Frantzoͤſiſchen Autoris, und Hr. 
Bechers Compendio Lexicö in Lateinifcher 
Sprache.  Francifei Guyeti fonderlicher Ans 
ſchlag von der Herleitung der Griechiſchen Woͤr⸗ 
tere monoſyllabiß. 


Er andere Grund in Herfuͤhrung 
der Woͤrter Fan hierinne gefegt 
- werden/ dag man die Einſylbigen / 
und von Confonantibus gleichfamb zu⸗ 
ſammen gepreßte Woͤrter älter halte/alg 
andere / von welchen die vielſylbigen und 
wohlklingenden berfommen / ob zwar 
in gewiſſen Faͤllen dieſe Regul einige Ex- 
ceptionleider. Es iſt der Ratur gemäß) 
daß vondenleichternundeinfältigen Dins 
gen / man zu den ſchwerern und unbefanns 
ten ſchreite / wie auch in den Wiſſenſchaff⸗ 
ten ſelbſt der Ariſtot. J. Metaph. Ct, die⸗ 
fen Weg vorfchreibet. "Yun iſt wohl kei⸗ 





ne Sprache zu finden / die mehr einſhibige 
Woͤrter hat / ais eben die Teutſche / ſo aan | 





„6 _DasYuCap. Einplöie ____ 
daß auch die, Buchftaben ſelbſt nichts als 
ihreneinfältigennatürlichen Laut haben/ 
welche derohafbenScrieckiusponden@el‘ 
ten oder Teutfchen auff die Römer meint 
gekommen zu fen. Simon Stevinus 
rechnet 2170.  Monofyllaba in der Teut⸗ 
fhen Sprache / und hat hier von gar finn: 


(7 





reich und vernünfftig Goropius Becabus 


l:z. Hermathenzphilofophiret/ der bil⸗ 


lig hieruͤber nachzulefen if. Bernardus 


\ 


a Malincrot in feiner Differtatione Philolo- 
icä de naturã & uſu literarumc. 27. € 


firectet die Zahläberdrentaufend.. Ma 
findet auch / daß die Ofci wielmonofyliaba 


gebr aucht / als Gau pro gaudio,ce/pro cos 


lo, dapro domo : dann dieterminationes 
find/ da die Sprachen beffer außgearbeis 
tet / hinzu gekommen / und haben die La⸗ 
teiner und Griechen mit Zwiſchenſchie⸗ 
bung einiger. Vocalium, und Hinwegneh⸗ 
mung einiger Confonantium den harten) 
Klang der Woͤrter etwas gemildert das 
mit in der Ausſprache / und hernach in 
dein metro ſie gieichſam einen Abfall bekär 
men / und die lange und kurtze Sylben eine 
richtige Maſſe gegen einander haͤtten. 
ſieht many daß in den fexionibus; 
* 


decli- 


j 
> h 








dechnationibus und. conjugationibus, die 
Arten der Endungen/ fo vielfältig/ meh⸗ 
rentheils zwey:und wol gar drenfnlbig/ 
1.nd mit mehr kurtzen als langen. vocali- 
bus außgemeflen find... Welches der gan» 
Ken Sprache einen ſonderlichen chyth- 
mum und numerum in der pronunciation, 
und in dem Metro, Poetico verurſachet. 
Wornach zum. Theil die alte jego vers 
lohrne Mufic, und modulation der- Oden 
ſich gerichtekida hingegen in der Teutſchen / 
und faſt den meiften Sprachen/mwegen der 
furgen ein-und zweyſylbigen Wörter) 
ein durchgehend gleichfoͤrmiges Maaß / 
die aber mehr der Natur gemäß / in Acht 
genommen wird. Ich koͤnnte bier einige 
bunderf Teutſcher und Niederteutſcher 
Wörter berfegen/ welche eben diefelbigen 
jindy die im Lateiniſchen und Griechifchen 
fich finden /. nur daß ihre: terminationes 
binangehänget. Abraham Myliusin fei- 
nem Buche de Antiquitate. Linguæ Bel- 
gicz hat allein 200. Holländifche Wörter 
gezehlet / die in der Lateiniſchen und noch 
ſo viel / die in der Griechiſchen ſich finden / 
er hat aber nur die jenigen genommen/die 
ihm in dem erſten Anblicke OREARFOUKHEN! 
m 











78 Das V. Cap Einfulbige ___ 
und geſtehet / daß er noch eine viel groͤſſere 
Anzahl der ſelben lieffern Fönne. Com: 
monftraretantum viam volui ; ſagt er/ 
eamque aliquatenus |pr&ire ad hanc ju⸗ 
cundam obfervationem , tantum , qu& | 
fponte occurrunt, non quæ quæſita ſunt; 
recenſui. Si vis ipſe te oblectare his flo- 
ribus,tranfilexica, inprimis Græca, ab Al- 
pha ufgüeOmega, Promitto plenos cala⸗ 
thos rerum bellarum. Auch hat Kilia- 
nus in feinem Etymologico Belgico bey⸗ 
läufftig einige Vergleichungen der Woͤr⸗ 
ter angeſtellet / wie ingleichen Sigifmundu 
Geleniusin feinem Lexico Symphoniaco, 
Andreas Helvvigius in einem ſonderlichen 
Buche/Hadrianus Junius Animadv.l. 5.c. 
6. ſolches von Teutſcher und Hochteut⸗ 
ſcher Sprache dargethan. Es ſind aber 
beym Mylio nur die kenntlichen und nur 
aus der; Holländifhen Sprache allein 
angemercht. Was fuͤr eine Mengekönn? 
te man nicht vonalten Teutſchen / Saͤch⸗ 
ſiſchen / Gothiſchen / Daͤniſchen Wörtern 
hinzuthun / darauff noch keiner jemahls 
gedacht hat ? Dieſes erforderte aber ein 
ganz volifiändiges Buch. Puteanus in 
feiner Qratione 6. die ex de facilitate Gr@- 
e cæ 








ei 9 


ö— ii 


ex lingus geſchrieben / Hat weitlaufftig 


pon den Griechifchfcheinenden Wörtern 
in der Teutſchen / und andern Sprachen 
Ehandelt / wodurch er der Griechiſchen 
Sprache weiten Begriff uod Außſire⸗ 
dung darthun will: Er iſt aber ganglich 
auff Irrwegen / wenn er meinet / durch dies 
ſen Grund zu erweiſen / daß jemahls Grie⸗ 
chen die Oerter bewohnet / ‚oder vor die⸗ 
ſein Griechiſch geredet hätten. In Ger- 
mania, fagter/ nonvocabula tantum, fed 
loca quamplurima nomenclaturam Grz- 
cam reddunt, Nos verd Belgæ, qui vici- 
ni& affines, utita dicam, Germanisfi- 
mus,annon habuimusolim hanc linguam, 
& reliquias hodie rerinemus ? Diefes 
jagt Puteanus, und zwar alseinOrator., 
welcher bißmeilen zu Behauptung feines 
Satzes / alles hervor ſucht / was die Sache 
wahr ſcheinlich machen Fan. Es beiveifer 
aber dieſes im Gegenthei vielmehr / daß 
die. Griechen von unferer Sprache den 
Grund ihr er Wörter empfangen / feilja 
auch nicht durch einen Schein fan wahr 
gemacht werden / daß wir von ihnen un⸗ 
fere Sprache haben / auch jemahledie Ih⸗ 
rige geredet. 6 


EEE a 


— — : 


70 Das V.Cap. Einfplbige 


kannte Woͤrter anlanget / ſo muß man ſich 
verwundern / wann man die Etymologias 
Grammaticorum hieruͤber anſiehet daB 
fie bißhero fo blind geweſen / und fo viel 
tbörichte allufiones auff die: Bahn ge 
bracht/ da ſie dem Wegegefolger/ darauff 
fieVarro, Feſtus und Iſidorus, die doch 
ſelbſt blind geweſen / geleitet. Varro hat 
zwar etwas hierinne geſehen / aber nicht 
ausführen koͤnnen / welches feine Worte 
anzeigen 4 4. de L. L. Non omnis impoſi- 
tioverborumextat , quod vetuſtas quæ⸗ 
dam delevit, nec, quæ extat, ſine mendoo- 
mnis impoſita.nec, quæ rectè eſt impoſita, 
certa manet. Mulia enimberbaliteris com. 
mutatis ſunt interpolata. OMNISORIGO 
EST NOSTRA LINGUAL,EVERNA 
CULIS. VERBIS, & multa verba aliud nun 
oflendunt, aliud autem ſigniſicabant. Ich er⸗ 
freue mich auch / daß ich eben ſolche Gedan⸗ 
cken bey dem Garolo du Freſne in der Vor⸗ 
rede ſeines Gloflarii gefunden / da er von 
den Lateiniſchen Etymologis dieſes Ur⸗ 
theil faͤllet. Qui apud Græcos & Lati- 
NOS, swuoAoyıny» tractarunt, ab ipſamet 
Grzcä vel Latina linguä originationes 
ſuas fere femper formarunt ; tametfinon 
A inficias 














— Lon Vielſylbigen.7 
inficias ierim, eas interdum ab exterisre- 
petendas. Auch hat derſelbige Autor ge⸗ 
rahten wieder alle andere / daß man die 
Origines ihrer Woͤrter in der Teutſchen 
und Hollaͤndiſchen Sprache ſuchen follte, 
Aber er thut es felber nicht / wegen der Uns 
Funde in dieſer Sprache. Wann die En⸗ 
dungen hinweg genommen werden/ ſo 
ſtehen die nackten Teutſchen Wörter da / 
zum oͤfftern ohne die geringſte Enderung / 
bißweilen / daß ein Vocalis in dem andern 
verwechſelt / welches auch wohl in derſelben 
Sprache geſchicht. Solche terminatio- 
nes muͤſſen wohl in acht genommen wer⸗ 
den / denn e8 hält eine jegliche Sprache 
hierinnen ihre Richtfcehnur,/ daß nach ge⸗ 
willen Bedeutungen / und nach dem mo- 
do conceptuum de rebus ſie eingerichtet 
werden. Wie ich denn davor halte/ dag 
ber Sransöfihe Autor von der Gram.. 
maire General & Raifonnee, welcher ein 
Dittionaire General außzugeben verbeifs 
fen und Herr Joachim Becher⸗ we⸗ 
cher in feinem Merhodo Didaktica ſich ruͤh⸗ 
Met’ daß er alle Wörter der Rateinifchen 
Sprache auff einen Bogen Papier ges 
bracht / nach der Eintbeiling Diefer .. 

| une 


ER EEE 


See 


„2 ____DasV.Eap:Einibit___ 
gungen / die Gedancken gerichtet / dent fie 
\indgleichfam die Charatteresdadurd) Die 
Seſchaffenheit ver Woͤrter außgedruͤcket 
wird. In Lateiniſcher Sprache bat ſonſt 
einer Jacobus Engelbrecht / nach Anlet 
tung dieſer ternunationu ein kleines Le- 
xıcon gefehrieben. : Daß nun-auff dieſe 
richtige natürliche Art die Woͤrter her zu⸗ 
leiten niemand bißhero gekommen / daſo 
viei verſtaͤndige Leute hiervon geſchrie⸗ 
ben / iſt billig verwunderns werth. E 
ſcheinet aber / daß Francifcus Guyetus; 
ein vornehmer gelehrter Frantzoſe und 
Criticus,. deſſen Anmerckungen über des 
Terentũ Gomoedien/ Herr Baeclerus her⸗ 
aufgegeben / in diefer Sache auft dem 
rechten Wege geweſen. Denn foIchrei | 
bet Antonius Periander inVitä Fr· Guyeti. O 
rigines potiffimum ferutabatur, ac Lati 
namnovo &ignoto antea confilioaGr&: 
cä derivabat ? in quä etiam primitivaor 
mnia, unde coetera deducerentur vocabu- 
la, eflemonofyllaba, contendebat. Hoc 
profundum ftudiigenus, cujusante ipfum 
neminiinmentemvenerat, totam vitæ e⸗ 
jus ztatem occupavit. Sed cumincon- 
fortium kujus inventineminem alium ad- 
NEN. mitte- 































_ bon Wielpibigen: - BR. 
mitteret, & illius gloriam fibi retinere , 
quam pluribuscommunem facere, mallet; 
nulli copiam ejus fecit. Undeaccidit, ut 
—* exceſſum ipſius nihil aliud ex tanto la- 

ore, quam collectio vocahulorum Græ · 
corumindigefta plane, acinformis reper- 
ta fuerit: qua viginti quinquechartaceis 
voluminibus comprehenfa , quamvisele- 
ganticharadtere ſcripta fint, nullo tamen 
ordinedilpofita, vix.in unum colligi po- 
tnerunt : Cum præſertim Autornihil Ge 
prefatus, undedeinftituti füi ratione,-ufü 
& arcanis, que tantopere premebat, Con- 
ftarepoflet. Es iſt zu beklagen, daß die⸗ 
ſes Mannes Arbeit verlohren gegangen / 
welche aber dennoch ohne Beyhuffe ber 
Teutſchen Sprache unvollkommen gewe—⸗ 
ſen ware. Es iſt aber dieſes an ihm zu lo⸗ 
ben/ daß er den falſchen Weg gefehen/ und 
einen richtigern erwehlen wollen. Non 
der Briechtſchen Sprache hat dieſes 
gleichfalls angemercket Haacus Voffius in 

einen gelehrten Buche de Pormatum canen 
© diribas rhythm. 48.44. daß fie anfangs 
lauter monofyllaba gehabt : Afperam 
(agter) Icabram; Komnisdienitatis & 
elegantiæ experten * inde ſatis 
tel· 





74 DasVv.CAp. Einſylbige 
telligas, quod vix alia, quam monofyllaba, 
prifcistemporibushabuit vocabula', eu 
illanominaeflent,ceu verba. Nefeiebant 
infupereain modos, tempora, ee ; 
& cafusinfledtere; denique, quodinbarba- 
rispoftmodumrifere , idem hocin fuisa« 
enovere majoribus. In nachfolgenden 
fagterferner. Hinc fatum , ut verba 
uæ priuserant monofyllaba, fierent po- 
Iyiyllaba, eademque voxab unaadfex vel 
fepterm nonnunquarn excrefceretfyllabas, 
manente quidem priori fignificatione, fed 
—* longi ſyrmatis appoſitione aliquam 
bi acquirens majeſtatein. Und dieſes iſt 
eben geweſen / was Francifcus Guyetus 
geſehen / und ift ſolches das warhafftige 
Kennzeichen / daß ſie eine neue / und von 
der alten Barbariſchen oder Celtiſchen 
hergeleitete Sprache fg. "u = 
















Amen! 











Fon Das VI. Cap. — 
Von dem dritten Grunde der 
Herleitung / der Veraͤnderung 


der Buchſtaben. 
J Inn⸗ 


von Vielwibigen. Fi 
Innhalt. 


Eraͤnderung der Buchſtaben. Gleichheit 
ar ver Bedeutung, Einige Exempel. Gleiche 
ER heit. der Woͤrter ift Feine gewiſſe Anzeige 
des Herleitung. Die find in einer Sprache offt⸗ 
mahls von verfchiedenen Bedeutungen. Exem⸗ 
pel an dem Teutſchen Worte Mat: Bedeutet (1) 
Speiſe. Mats, matſa, matibalg, mæt, mets, 
Mattey Wieſe / macta, matta, Matte / Matten / 
Mettwurſt / mattia, mattiarii, Maͤtzcher /madta- 
re, mattar,.maitan, uarra uala,uadda, mactea, 
mattici,mactra, Mathmas / maithms, refaue- 





Sıov, Backmatt / Maiz, matha, maddik Mat be⸗ 


deutet, (2) einen der muͤde und ſchwach iſt. Mat- 
tare,mattus,madidus,via matta,mattus,triftis, 
matt/ natt Schachmatt. Critici handhaben die 
loco Autorum übel. Schach,Rex,latro ben den 
Teutſchen. Skinnerus tadelt hierüber unbikig 
den Spelmannum, Scacchum,rapina,Scahe- 
ro, Schächer. Mat bedeutet. (3) Socium, 
Collegam. Maca, gamaca, Mafer/ metan, 
Moͤten. Matı bedeutet. (4) Menluram ein 
Maſſe / Meten/ metiri,meet, mes,mefa,menfa, 
Die Gleichheit und Veränderung der Wörter 


nach den Buchſtaben. Skinnerus wird gelobet. 


Lexica Harmonica verfchiedener Auforum, 
Die Veränderung iſt in Teurfcher/ Staliänifcher/ 
Frantzoͤſiſcher Sprache Elärlich zu ſchen. Erem: 


Dei Brangöfifcher und Teutſcher Woͤrter: Petri 
ſanovæ Origines 3* Die Hoffſprache 
3 [| 








— 





276 __ Bas IV.Cap. Don Verändtung 
‚in Franckreich ift am meiften verderbet. Vocales 
werden am meiften geandert / nach der Öleichheit 
und nach der naturlichen Neigung des Landes. 
Die Thiere felbft haben einen angebohrnen V oca- 
lem. Die Conionantes werden auch auff dieſe 
Arrverändert. Diefe Beranderung muß in eine 
Nichtigkeit gebracht werden. Exempel aus det 
Frantzoͤſiſchen / Italiaͤniſchen Spanifchen Spra 
. Een Diefer an hat Bernardns Aldrete 
einen Fleiß erwieſen. Gemeine Hauprfäge der 
Beranderunginden Buchſtaben. Deſſen Exem⸗ 
pel werden angefuͤhret. 


Fair ſchreiten zum dritten Haupt⸗ 
ER SHrunde / undiftderfelbe / daß 
man gar genau Die Deränderung 
der Vocalium und Confonantium in acht 
nehme / woran ein groffes inden Deriva- 
tionibus der Woͤrter gelegen. Die allzu 
groſſe Gleichheit ift viel verdachtiger/ als 
wenn einiger Unterfcheid inden Wörtern 
iſt / es waͤre denn / daß eine Gleichheit der 
Bedeutung daſey / welches die erſte und 
beſte Art der Etymologie iſt. So kan 
ein jeglicher ſehen daß Pureus von Puͤt / 
VERMIS VON Worm / varrum von Wall / 
piscusvon Difcy / uRus von Muͤr/ 
HABEO von Gabe / orravon Thür (das 
ber dag Lateiniſche obturare ) —— 
Jet 


3 





der Buchſtaben 77 


Met oder Mit / scavusvon Scheff / 
K2x&& von Aiſch / Locus von Lock⸗ 
bochreutfh Koch. (Denn das Grie⸗ 
(de ALx@», davon Voflius eg herleitet / iſt 
daſſelbe und bedeutet einen Orth von 
dem man jemand auffdem Wege auffpap 
jet/ welches in der Teutſchen Sprache ein 
Loch / eine Höle genandt wird/ was Lo⸗ 
cı muliebres heiffen / ift auch befannt.) 
nrPr& von Burg / porcus von Borg/ 
imzuo von Buͤe/ (Lixivium, Procella) 
Axis von Art / SSxſus von Sinn/ (el: 
ches letzte Skinnerus meint von den Latei⸗ 
nern aufdie Teutſchen gefommen zu ſeyn / 
als wann diefelbe nich eber ihre Sinne zu 
nennen gewuſt / oder diefelbegar gehabt 
haͤtten / ehe die Römer fie es gelehret) und 
biel andere vondergleichen Wörtern ber; 
kommen. Die Gleichheit aber der Woͤr⸗ 
ter / die im bloffen Raut beftehet/ machet 
Feine Verwandſchafft unter fie/ wodurch 
ſich doch bißweilen gelehrte Reute verfüh: 
ven laſſen. So finden ſich in einer eintzi⸗ 
gen Sprache Woͤrter / die gleiches Lautes / 
aber verichieden von Bedeutung und Urs 
(prung find. In der Teurfchen haben 
wir liegen / — mentiri arm/ pau⸗ 
ide 4 per 











5y8 Das VI. Cap. Von Veraͤnderung 


er & brachium, wagen / currus & aude- 
re, kuͤſſen / pulvinar & oſculari, Thor / 
ſtultus & porta Wand / paries & pan- 
nus, welche feine Gemeinſchafft zuſammen 
haben. Man Fan: deflen ein Flarliches 
Erempel vor Augen fiellen indem Teut⸗ 
ſchen / oder vielmehr Miederteutfchen 
Worte Mat / welches ſo viel Bedeutun⸗ 
gen hat / Die doch untereinander Feine Ge⸗ 
meinfchafft baben/und nicht voneinander 
herfommen. Erſtlich heiſſet Mat eine 
Speiſe / davon noch in dem Niederteut⸗ 
schen viel Wörter zuſammen geſetzet wer⸗ 
den / Mattfatt / Mattkorff / in dem Da 
niſchen iſt es auch daher noch Hammel 
mad In dem alten Gothiſchen iſt 
Mats, davon Marza, veſci, und das Gom- 
pofitum Matibalg, Pera, ein Speiſeſack / das 
bey den Daͤnen Madpoſe / welches vor⸗ 
koͤmmt in den Gothiſchen Evangelien / 
Marc.6.8. Luc.9.3, wie auch Nathamat, 
Abendmahlzeit / Undauknimat, Mittags⸗ 
mahl. In dem Engelſaͤchſiſchen iſt das 
Wort Met, indem Engelſchen Meat, in 
dem Cambro · Britanniſchen MAaerh, Nutri · 
mentum. In dem alten Fraͤnckiſchen iſt 
‚Mets, Fexculin. Hiervon iſt auch / 
va 



































der Buchſtaben. 79 


das Graß Matt genennet wird von den 
Bauren / weil es dem Viehe zur Speiſe 
dienet / und nennet man auch in dem Hoch⸗ 
teutſchen / die Wieſen Matten / wovon 
endlich der Nahme der Decken fan ent: 
ftanden feyn / dieman in Lateiniſch⸗ und 
Teutſcher Sprache alfo nennet / weil ſie 
pon Schilffund dergleichen Dingen, die 
aufjden Wiefen wachfen/gemadst. Cato 
hat auch herbam adultam a&am genen» 
net. In Piederländifcher und Frantzoͤ⸗ 
ſiſcher Sprache wird auch mazze genannt / 
was in der Milch Fäfiche ift / / weil es zur 
Speife. gebraucht wird. Hiervon 
koͤmmt auch das Wort Mettwuͤrſt / in 
unſrer Sprache. Es find auch Die Inte- 
ftina Maria genannt worden / davon Pa- 
pias Diefeshat. Matiadicuntur inteftina, 
qua fordes emittunt;unde Matiarii dicun- 
tur , qui eatradtantac vendunt, Sind 
unſere heutige Maͤtſcher / die hiervon 
den Nahmen Eönnen befommen baben. 
Matıa aber werden die Inteftina genannt / 
vonder Speift/diedarinnen ver daͤuet ift. 
Das Wort Maͤtſcher / fan auchvon 
dem Wort Mat herkommen / algabob- 
jecto, weil es eine Speifeift/davon es ber- 

[5 nach 








— —— 


30 Das VI. Cay Don Veraͤnderung 


nach auch bey den Opffern / und von allem 
hinr ichten gebrauchet worden. Und 
koͤmmt mir ſehr glaͤublich vor / daß das 
Wort Mactare, und bey den Italiaͤnern 
und Spaniern mattare. pro occidere hie⸗ 
von entſproſſen. Ob ich ſonſt wohlweiß / 
daß die alten Grammatici andere Gedan⸗ 
cken hiervon haben / davon bey anderer 
Gelegenheit weitläufftiger Fan geredet 
werden/ e8 wäredenn/ daß man daffelbe 
von dem Sothifchen IBorfermazitan, con 
fcindere,prfecare herführenmwolte. Ben 
den Griechen hat man auch diefe Wörter 
parria UNd vala, auch bey den Hebräern 
felbft mazonund matfah , : davon Arhe- 
nzus Deipnof, lib. æ. & Ix. Cafaubonus 42%: 
madverſo in Athen. lib. q. c. 13. zu ſehen iſt. 
Suidas bezeuget auch / daß die Megarenſer 
padda vor neta geſagt. Ben den Latei⸗ 
nern ift dag Wort mattea,imadteaeben ſo 
mohlgebräuchlich. Sueton. in Caligula ce. 
38, Multis venenatas Made» mifit. Mar: 
tialis gebraucht es auch / Zibr. 10. Epigr S9. 
und in dem 92. Epier. libr. ı3. leſen etliche 
Inter quadrupedes mattya prima lepus. 
Beſiehe Turneb. adverf. 22. c.6. Mattici 
werden auch genannt die Wielfrägfigen.. 


J 








—der Buchſtaben. 81 


Beym Ariſtophane heiſt za’rrew fo vielals 
freſſen. Das Wort mactra, ein Gefaſſe / 
darinnen das Meel geknaͤten wird / iſt auch 
hievon buͤrtig. Man hat auch das Græ⸗ 
co-barbarum mwfandöy, bedeutet ſo viel 
als panem recoctum, buccellatum, dirvegr 
ara, ʒzwieback / und / daß es recht nach dem 
Worte gegeben werde / Backmat / geba⸗ 
cken Brodt. Denn daß Suidas eg von 
einem Paxamo, der von dieſem Brodtege: 
ſchrieben / berführet/ könnt mir faft eben 
fo vor / als wenn die jenigen/ die eines Bol⸗ 
ckes Ur ſprung erforſchen / einen König dep 
ſelben Nahmens ertichten / oder wenn die 
Naturkuͤndiger / umb eine natürliche Be: 
Ichaffenbeit zu erweiſen / adqualitatemoc- 
eultam ihre guflucht nehmen. Es ift dies 
fe8 Wort fo gemein fait in allen Spras 
chen / wie das Wort Mann / daß ich da⸗ 
vor halte / es fen eines von den Stamm⸗ 
Woͤrtern der erſten Grundſprache / und 
ſcheinet das Indiſche Maiz auch hievon ge⸗ 
bolet zu ſeyn. Ein altes Teutſches Wort 
mathmas / bedeutet die Geſchencke/ die 
man Säften und Freunden pflegte zu 
(henden. Xenia nanntenfie/ die Latei— 
ner / ohne Zweiffel darumb / weil one 
an 





































32 Das VI. Cap. Bon Veränderung 


hand Speifen anfangs geweſen. Die 
Gothi nenneten eg Maithms , davon Ju- 
nius in Gloflario Gothico p. 242. kan ge⸗ 
feben werden. Das Gothiſche Wort 
Matha,dag Teutſche Maddick / Made 
iſt auch hiervon / bedeutet einen Wurm / 
der vom Freſſen den Nahmen bat / oder 
in der Speiſe gezeuget wird. Dieſes ſey 
von der erſten Bedeutting geſaget. Die 
andere iſt dieſe / venn das Wort Matt ſo 
viel iſt / als / muͤde / ſchwach / weich / muͤrbe 
Daß ſolches in dieſer Bedeutung ein al⸗ 
tes Latein iſches Wort ſey / bezeuget Sal- 
maſius in Hævii Vop. vitd Proculi ranni, 
davon auch das Wort mattare, welches ſo 
viel iſt / als domare, ſubigere & macerare; 
auff Teutſch abmatten / daher matto 
hernach ben den Italiaͤnern per Metappo- 
ram einen Melancholiſchen oder Narren 
bedeutet. iſidorus in Gloflis $ martum 
eſt, humectum eſt, emollitum, infectum. 
Es fuͤhret Salmafıus einen Ort aus dei 
Cicerone ad Atticum ib. 16. epifl. 12. an / 
woſelbſt in allen MStis befländig gelefen 
fwird/longulumfaneiter, & via mattas & 
Aunutoſa, andere lefen hier inepta: auß wel⸗ 

chem Erempel/ und den obigen des Mar· 

— | tia- 








der Buchſtaben 23 
tialis, von dem Worte Mattyazufehen/ 
wie bißweilen von den Criticis die loca au- 
torum gehandhabet Hund die guten alten 
den Zeutfchen gleichlautenden Wörter/ 

als werdächrige außgemuftert werden / 
denen man Glauben geben wuͤrde / wann 
nicht die alten Gloflaria dieſe Wörter ere 
halten hätten: Es heift auch mattus fo 
viel / als / triftis bey den Lateinern / welches 
Turnebus in feinen adverſariis aug einis 
gen alten Gloſſis beweiſet und willSals 
maſius von dem Griechiſchen udrropinfo, 
fubigo, kart, ſubactus, emollitus herfuͤh⸗ 
ren / da es denn auff die erſte Bedeutung 
wieder verfallen wuͤrde. Ich duͤrffte 
ſchier ſagen daß das Lateiniſche madere 
und madidus hiervon ſey denn Mattus 
und madidusift wenigunterfchieden. Es 
koͤnnte audy einer das Teutſche Wort 
SAFE und dieſes matt vor eines halten / 
wie Salmafius in Flavii Vopifci Vitä Divi 
Aureliani das Rateinifchematta , welches 
eine Decke bedeutet / uͤnd das Frantzoͤfi⸗ 
ſche Natte, vor eines haͤlt Das Wort 
Schachmatt in dem Schachſpiele / 
koͤmmt von eben dieſem Urſprunge / wie⸗ 
wol es Menagius in ſeinen Originibus HR | 
Y2- ‚tcis 








34 Das VI. Cap⸗ Von Veraͤnderung | 


— — — — — — — — — — — — —— — nn 


licis von dem Perſiſchen Worte Scach; 
Rex und Mara,mortuuseftherführet- Es 
iſt aber das Perſiſche Mata eben auch uns 
fer Teutſches/ und das alte Srangöfiche 
Matter, Emmättir, das alte Engliſche As 
mate, wovon Skinneruszufeheny wie in⸗ 
gleichen das Wort Schach; welches her⸗ 
nach ben den Zeutfchen latronem bedeu⸗ 
tet / weil vor Alters die Raͤuberey eine 
Handthierung groffer Heren geweſen / 
als wiedas Wort Tyrannus inüblen Be⸗ 
uff gekommen. Ich muß hier beylaͤuff 
tig erwehnen / daß Skinnerus in vock 
Check-mate den Speimannum uͤber dieſe 
orte unbillig tadele. Vocem Schach 
(ſagt er) in hoc ſenſu (Zatrocinii ſc.) nec 
audiſſe nec legiſſe memini, nec hucuſque 
in ullo Dictionario occurrit: Woraus 
man ſehen kan / was von ſeinen Etymolo⸗ 
giis zu hoffen / daer in ſo bekannten Din⸗ 
gen fehlet. Er hätte nur die leges Lon- 
gobardorum b.⁊.tit. y5. 437. anſehen fol 
len / woſelbſt de furto &cfachogehandelt 
wird / welches letztere rapinam, latroci- 
nium bedeutet. Ben den Otfrido Zb. 2 
Rvangel. cap. . wird die Moͤrder⸗Grube 
genannt ſcahero luage, und 2id,4.c.27. 3% 
wall. Die 








der Buchſtaben. 88 
diemit Chrifto gekreutzigte Mörder Sca- 
hero. Lutherus  nennet fie gleichfalle 
Schaͤcher. Hiervon fönmtaud noch 
das Wiederländifche Wort Ontfchaecken, 
entführen von welchen Worten kan geles 
fen werden Antonius Matthæi de Crimini=- 
bus ad lib. 48. Dig. Tit, 4. cap. 4,8. 7. Sum 
dritten bedeutet das Wort Mat in Wie: 
derteutſcher und Englifcher Spradye ſo 
viel / als ſocium, Collegam, es wird aber 
der Vocalis (a) etwas länger außgefpro: 
chen. Franc. Junius führer es ber von 
dem Griechiſchen us@: aber dieſes ift dag 
Zeutfche mer oder mit. Inder Engel; 
fächfifchen ift das Wort Maca,Gemaca, M- 

ualis, Socius, auch in dem Jiederländis 
eben das Wort Maecker/ welches ich 
aber vor einbefonderes Wort halte / und 
bon diefem Mat unterfchieden.: Skin- 
nerus führer es von dem Engeifächfifchen 
Worte Meran,occurrere, convenire. Wo⸗ 
von noch das Niederländifche gemoer/ 
segemoet fommen/ und indem Nieders 
fahfifchen moͤten / bemoͤten / das ift/ 
begegnen / welches ich dahin geſtellet ſeyn 
Zum vierten bedeutet dag Wort 
Mat’ menfuram, Bon AL er ; 
RX mm 








3E__DasIv. Cap Don Veränderung 
koͤmmt metior; undvielandere in der La⸗ 
feinifchen Sprache / welches kuͤrtze halber 
jetzo vorbey gehe: Es iſt auch das Wort 
Meet, aptus, idoneus, decorus (gleich als 
abgemeffen ) ben den Engelländern Dies 
fern verwandt / auch das Gothiſche Wort 
Mes, dag Exigelfächfifche Me/z , patina , di- 
feus. ' Wovon das Lateiniſche Wort Me- 
fa, und hernach Menia gemacht/denn es bes 
zeugt Varro, daß das (N) darziwifchen | 
gerhoben. Die Urfache dieſer Herler 
fung ift leicht zu ſehen / weil nemblieh ein ge 
wies Maaß fo wohl an den Gefaͤſſen / als 
an dem Tifche in acht genommen. Aus 
dieſem eingigen Worteiftnun zu erfehen/ 
wie nicht die Gleichheit der Wörter allein 
müfleangefeben werden. Denn allhiee 
viererlen Hauptbedeutungen dieſes eintzi⸗ 
gen Wortesfindy welche mit einander kei⸗ 
ne Gemeinfchafft Haben. Und ob zwar 
durch einige Umbſchweiffe diefelben koͤnn⸗ 
ten vereiniget werden / ſo iſt doch glaͤubli⸗ 
cher / daß dieſe gleichlautende / doch ver⸗ 
ſchiedene Stainm⸗Woͤrter find: Es kan 
auch kommen / daß in frembden Sprachen 
bißweilen Wörter vorkommen gleiches 

LSautes und Bedeutung / —— 

ING r 


— 











fehr / daraus fo fortnicht zu ſchlieſſen / es 
komme dieſes Volck oder dieſe Sprache 
von dem andern bee: Wie denn dieſes 
ein ſehr ſchwacher Grund iſt / darauff 
Hornius zum Theil den Urſprung der A- 
mericaner bauet / indem er von Phœni- 
eiern / Seythen / Tuͤrcken / Tartarn / und 
andern Voͤlckern einige Woͤrter bey den 
Americanern angemerckt / und daraus 
die Ankunfft von ihnen ſchlieſſen will. SIE 
alſo auff Gleichheit nicht fo ſehr zu feben / 
als auffdie Deränderung die inden Woͤr⸗ 
tern vorfällt. Hier fan nun gar wohl ei⸗ 
ne gewiſſe Nichtigkeit getroffen/ und fefte 
Regeln aus innftändiger Obfervation gea 
zogen werden. Wie denn in der Lateini⸗ 
ſchen Sprachedie alten Grammatici, und 
am vollkommenſten Voflius, in feinem 
Tractat de permuratione literarum , ges 
than / und davon etivag zu fchreiben ver⸗ 
heiſſen hat Schefferus in Upfalia antiqua 
Ca. welches aber nicht ans Tage⸗Licht 
gekommen. In den andern Sprachen 
hat eine nügliche Arbeit in diefem Stücke 
» verrichtet SKinnerus in Prolegomenis Le- 
ic [ui Etymologici: Worinnen er aus 
dem Parallelifmo (0 vieler Dialetorum 


r Ir TE 7: J 
| % Sr i 











gar eigentlich und genau die Veraͤnderun⸗ 
gen auftgezeichner. Diefe Gleichheit und 
Veraͤnderung in den Woͤrtern recht zu 


| 


3. 908 wW. Cap Von Vekaͤnderung 


erforſchen giebt Thomas Hayme in ſei⸗ 


nein Buche de cognarione linguarum poſit. 9 


Den Raht/ daßmanLexicaHarmonica 


aus allen Sprachen machen ſolle / und ha⸗ 
ben auch ſolches Gruciger, Gelenius, Nir- 
mutanus gethan. Aber es klagen Die Au- 
tores ſelber uͤber deren Unvollkommen⸗ 
heit / und ihrem Unvermoͤgen. Welches 
nicht zu verwundern / weil ſie keinen ge⸗ 
wiſſen Reguln und Gruͤnden folgen / und 
mit vielen falſchen præjudiciis beladen 
Es hat auch ein Engellaͤnder / Gulielmus 
Lamplugh, eine ſolche Arbeit verfertiget/ 
welche noch gefchrieben in Bibliotheca 
Oxonienfi verwahret wird/ und Thomas 
Hayme in vorerwehntem Buche p- 46. 
ſehr ruͤhmet. Wir haben in der eingigen 


Teutſchen Sprache diefelbe von Zeiten zu 


geiten/ und in den Dialedtis vor Augen / 
wie follte denn dieſes nicht geſchehen / 
mann voneinem Volcke auff das andere 
die Wörter verfeger werden ? Der vor⸗ 
trefliche Peireſcius (wie Gaſſendus in ſei⸗ 
nem Vita p. 196, erzehlet) hat uͤber 9 








der Buchſtaben. 09 
To ſehr veränderten Nahmen der Fluͤſſe 
feine Gedancken / die doch ohnſtreitig von 
einander herkommen / und wuͤnſchet/ daß 
Schrieckius und Becanus ihren Fleiß hier⸗ 
innen angewandt hätten: Man ſehe nur 
die Nahmen / Petrus Joannes, Jacobus, &c. 
an / wie ſie in allen Sprachen umbgekeh⸗ 
ret und verwandelt werden. In der ſe⸗ 
tzigen Frantzoͤſiſchen Sprache haben wir 
jo wohl an denen Einheimiſchen / als von 
den Teutſchen entlehneten Woͤrtern viel⸗ 
faͤltige Exempel. Daß ich von dieſen letz⸗ 
ten etwas ſage / wer ſollte meinen [daB 
crevifle (Torica); Krebs /" "Esquif, 
Sciff/ Alefne Ale / (ſubula) Böule- 
verts Bollwerck / (ereiche, Krippe⸗ 
Eſechevin Schoͤpffe (Genus Magutra⸗ 
tus,) Reu, Feur/ banle, Gabel / Taget· 
tLade / E previer, Sperber/ Effieu , 
Ax an den Wagen / Stegre f/ 
 Gule,Dife/Weife/Houlaı x. ofen 
 Querquois. RHcher/Quille,Regel/Kei- 
ne, Rieme, Rofeau, Robr/ Sergeant, 
 Schyerge/chagrigner,geimimenveiner- 
ley Wörter wären ? welches ein Teuta 
‚ Kher zwar ſehen kan / aber feine Sranzor 
ken / die viel thoͤrichte Einfälle von dem uͤr⸗ 
[HN] 5.2 iprunge 


a ine a 


— — — —— — — — — 





auch faſt nicht moͤglich / daß ein Frantzofe / 
Der anderer Sprachen unfündig iſt / hier⸗ 









100 Das VI. Cap Bon Veränderung 
fprungederfelben. haben / die deghalben 
mit recht vom Barth. Adverfarior;. 4b, 
cap, 4. getadelt werden/melcher mehr ders 
felben an dem Orte anführet. Es iſt 





innen etwas gründliches verrichten Fön 
ne/ wiewohl Bernardus Medoniusin Vita 
Petri Caſanovæ, fo er an den -Nicolaum 
Heinfium geſchrieben / uns verfichern wil/ 
daß dieſer gelehrte Mann ein vollſtaͤndi⸗ 
ges Werck / Originum Linguæ Gallicz, 
unter Händen gehabt / dar innen diefelben 
gruͤndlich außgefuͤhret auch Menagius in 
der Vorrede feiner Originum es bezeuget 
daß ihm folches nicht befanne geweſen / 
wollte fonften von feiner Arbeit abgeftan 
den feyn / und diefem den Vorzug gelaſſen 
haben. ‚Sch gläube aber daß er / ob wohl 
fonft einverftändiger Mann / auch hier in⸗ 
nen nicht gluͤcklicher als — wuͤrde 
geweſen fenn. Es bezeuget Beſnier in dem 
vorhin erwehntem Buches vonder Fran⸗ 
tzoͤſiſchen Sprache / daß das alte Frantzoͤ⸗ 
ſiſche welches noch. geredet wird in der 
Provence, ‚Languedoc und Picardieviel 
weniger verdorben / und von dem Ur⸗ 
| t ſprung 





der Buchſtaben. ron 
ſprung entfernet / als die Hoffſprache / 
welche / je mehr ſie außgeputzet / je mehr ſie 
von ihrem Anfange abweichet / und durch 
die Veränderung der Vocalium , harten 
confonanten, pronunciation. und durch fo 
viel Herleitungen dev Bedeutungen ihr 
ſelber gang unähnlich wird. Deeſes ift 
nicht alleinvondiefer Sprache / fondern 
von allen wahr. Mon der Lateinifchen 
fagt Quintilianus 4 9: Inf}, oras. Sianti- 
quum noftro fermonem comparemus, 
pene, quicquid Jam loquimur , figura eft. 
Esfolget aber diefes hieraus) daß in den 
derivationibus ınan diefen Weg wieder 
zu ruͤcke gehen / und die Veränderung von 
Zeiten zu Zeiten mercken muͤſſe / weiche 
nicht auffeinmahl/fondern Stuffenweiſe 
gefchehen. In den Wörtern ift nichts 
veränderlicyer/ als die Voocales, welche, ob 
fie zwar die Seele derfelben find/und ohne 
ſie nicht koͤnnen außgeſprochen werden. fo 
bleiben ſie doch bey den Orientalibus ‚als 
‚, ein principium ideale , und worauffdie 
Vernunfft ihre meifte Wuͤrckung hats 
ſcier in den Gedancken befchloffen/ un 
werden unter den Confonantıbus verftan: 
den / weßhalben bey ihnen auch zu 
J 83 eb⸗ 





EN ESSEN | 








02: Das VI. Can Von Veraͤnderung | 


derliche Muͤhe / von Jugend auff / die Woͤr⸗ 
ter auff ſolche Art faſt fertiger geleſen 
sverden / als wann bey uns die Vocales 
dar zwiſchen gefeget find. Nachdem nun 
ein Vocalis dem andern an dem Laute naͤ⸗ 
ber koͤmmt / oder einem jeglichen Volcke 
nach feiner Landesarth / ein natürlicher 
Thon / der Aus der conformatione orga- 
norum,. Hder aus einem geheimen;princi- 
pio impreflionum mentalium herflieflet/ 
eingepflanget it. So werden die Woͤr— 
ter notbivendig nicht allein in frembden 
Sprachen/ fondern auch inden Dialectis 
von einer Sprache verändert. Zumahl/ 
Da die Vocales unter fich feinen gröffern | 
Unterfcheid haben/ als nachdem einer den 
Mund enger oder weiter auffthut. Ja 
es ſcheinet faſt / daß auch die Natur dergleis 
chen in die unv rnuͤnfftigen Thiere gele⸗ 
get / und auff einen gewiſſen Vocalern ode® 
Diphthongum ihre Stimme gleichſamb 
gegruͤndet ſey / welcher zum theil auch in 
den Woͤrtern zu finden / womit man ihre 
Stimme zu bezeichnen pflege / auch in ei⸗ 
‚nem jeglichen Thiere dieſelbige auff einen 
 Vocalem ſich grndende Summe / nach 
gewiſſer Außdruͤckung ihres Verlangen⸗ 


































der Buchſtaben 168 


inwerspandre Vocales. ‚geändert werde. 


Ein Schwabe und Spanier verändert 
alles-in ein a oder 0, ein Holländer. und 
Frantzoſe lieben die gelinden Vocales, 
Die Confonantes werden auch in einan⸗ 
der verwandelt / nachdem ſie einander ver» 
wandt / oder von einem organo gebildet 
werden / und den. Voͤlckern angebohren 


find wie denn eine jegliche Sprache ihre 


eigene Conſonantes hat / welche fievor als 
len andern beliebet. Bey etlichen Döle 
ckern / Die auff den Wohllaut viel halten / 
oder præcipitant in reden ſind / wird man 
eine-groffeirregularirät in den Veraͤnde⸗ 
rungenfinden. Wiebenden Srangofen / 
welche gantze Confonantes wegwerffen / 
verſetzen / von einander trennen / neue hin⸗ 
ein ſchieben. Dieſe Veraͤnderungen muͤſ⸗ 
ſen / vielmoͤglich / in eine Richtigkeit ges 
bracht werden / welches endlich wohl ge⸗ 
ſchehen kan. Die Stuffen dieſer Ver⸗ 
änderung koͤnnen nicht beſſer in acht ges 
nommen werden / als in der heutigen Ita⸗ 
— — Franhoͤſiſchen 
Sprache. Denn weill dieſelben zum theil 
ausdem Lateiniſchen entſproſſen / ſo ſiehet 
man / wie die Vocales und Conſonantes 
Bin 94 ſich 


——— 


I a ee TE Tr TE 






























104 Das VI.Cap-MonDerändtung 


fich verwechfelt haben. In der Srangdı 
fifchen und SJtaliänifchen hat es Menagius 
gewieſen In Spanifcer hat es mif 
fonderlihem Fleiß außgefuͤhret Bernar- 
dus Aldrete Canonicus Cordubenſis, ein 
geehrter Mann/ von welchem Nicolaus 
Antonius in feiner Bibliotheca Hifpanica 
dieſes fonderliche angemercket / daß erfei 
nein Bruder Jofepho fo ähnlich geweſen / 
dag ſie nicht anders / als durch den Geruch 
haben koͤnnen von einander geſchieden 
werden. Diefer bat in feinem Buche | 
dell’origen della Lengua Caftellanalib.% | 
faft durch 12. Capita weitläufftig/ und mil 
Erempeln die: Veränderung in allen 
Buchſtaben vorgeſtellet unddaben auch 
einige Regiſter von heutigen und alten 
Mörterngegeben / welche aus dem Brit 
chiſchen / Rateinifchen und Yrabifchen?e 
in die Spanifhe Sprache gekommen 
Daben aber viel zu erinnern / weiler die 
Celtiſchen Woͤrter von den rechten fremb⸗ 
den / als der Teutſchen Sprache unerfah⸗ 
ren / nicht zu unter ſcheiden gewuſt, Es 
bat auch Chriftianus Nirmutanus in ſel⸗ 
nem Di&tionario Harmonico viel Regeln 
gegeben von Veränderung der — 
‚ar — aus 


der Buchſtaben. io0 


aus dem Griechiſchen in der Lateiniſchen / 
und aus dieſer in der Srangöfifchen und 
Itallaniſchen Sprache/ und mehrentheils. 
aus ihm Thomas Hayme in feinem Bus 
che de cognatione Linguarum poft 8. Es 
beſtehet diefe Veraͤnderung der Buchftas 
ben in vier Stuͤcken / im Zuſatz / Abzug / 
Verſetzung / und Verwechſelung derſei⸗ 
ben. Der Zuſatz iſt im Anfange des 
Worts / mild von den Grammaticis ges 
nannf Profthefis , inder Mitten deffelben 
iſt Epentheſis, am Ende ift Paragoge. 
Der Abzug im Anfange des Worte iſt 
Aphzrefis, in der Mitten ift Ecthlipfis, 
am Endeift Apocope, Es kommen audy 
in etlichen Wörtern vielderfelbenzufam» 
men. Don: jeglichen fönnten viel Exem⸗ 
pelbengebrachtiverden / wenn es dieſes 
Hrts wäre: Nur etliche wenige anzu⸗ 
rühren) fo find Exempla profthefeosdiefe. 
Zban in der Gothifchen Sprache cum N 
bey den Griechen öran. GoF / gut / 
anna: Foff/ axorın. Sterr, benden 
Niederländern (Stella )- dsrHr. "RG: 
the / erroe Nahm / ona.· KRiven/ 
reiben TPIBEIN.., Kant (ein Riederian⸗ 
diſch Wort) bedeutet eine Spike/skanea, | 
en 85 


{pina * 


er TE 








| | \ 
206 Das VI. Cap Von Veränderung _ | 
ſpina Raicken / reichen /reichan» 

. (Goth:) ‘este die Hand außrecken / 
wie/ (Belg:) qVl'&c,ExemplaEpen“- 
thef6os find’ Art / arer Gems / xxxa⸗ 
oder wie es Heſychius außſpricht x&Bum⸗ 
(welches etliche gar lächerlich von aäö 
herfuͤhren / da es daſſelbe Teutſche Wort 
iſt) Hembdð / mario. Kron/CoRO- 
Na, Kouten (Belgica vox) Kar- | 
iREN. Salben Arsen. Zur Pas 
ragoge gehören faſt alle Griechiſche und 
Lateiniſche Woͤrter / ſo von den Celtiſchen 
gebildet / deren faſt kein eintziges iſt / dem ſie 
nicht eine ſonderliche termimation ange⸗ 
haãnget. Zum Exempel ſind dieſe / das 
alte Scythiſche Wort A/ Aa / weiches 
auch unter den von Lipſio angefuͤhrten 
Teutſchen iſt / bedeutet Waſſer / auch noch 
heutiges Tages bey ven Schweden. Da⸗ 
von iſt das Teutſche Wort Audas 
Frantzoͤſiſche Rau, das Lateiniſche Acua, 
und hernach Aqua gemacht: Von dieſen 
kommen viel andere Woͤrter / fo wohl im 
Teutſchen / als Lateiniſchen her / Sal, ah Al- 
bis, Æ Sau, (Fluvius Pannoniæ) Salm, 

ahl &c. worvon weitlaͤufftig Scheferus, 

an nachgeſehen werden / ibn de Upſalia 

Te LE: | antiq. 
⸗ 





antiq. cap. 1.- So ift dag Scythiſche und 
Runiſche Wort Ay, Zt, davondier, FE- 
vum ewig., Da ift ben den Teutſchen 
das Wort Beyl / bey den Griechen neAe- 
2053. Aare ARılta , Unn (Goth,, Aqua) 
UNda bey den Lateinern / auchben den 
Teutſchen ik Unde gebräuchlich. Wel— 
hes im Lobwaſſer. Pf sı. noch gefuns 
den wird / Loͤſch die aus mit deiner 
Gnaden Unden Apharetis iftin die⸗ 
en Woͤrtern / Schwelle/ uaoc Salgt / 
AA2. Gans (Ganea beym (+linıo) 
ANSer,. , Stiye / (Gothis Vitulus ) 
Stier / Germanis, Tiur, Danis, TAU. 
Rus. Gruf/ RUdus, Schnur/ NU- 
Rus , Schliem +. Keem/ 1LIMus, 
Schmweren / Gothie , Svvaran, 
Schwur/ JURare Aaat / Ara, 
Gran / RAVus color. (vic’La urenberg. 
in Antiquario) Saman (Goth.) tſa⸗ 
34 &c. Mon der Ecthlipfi und 


Apocope find wenig Erempel / weil den 
Celtiſchen Wörtern’ die ohmdemfurg und 
mehrentheils einylbig / nicht vielfan ab» 
genommen, werden, Mon der Merfes 
Kung find mehr / und vonder Berwechſe⸗ 
kung die meiften au finden. Das Gries 


chi⸗ 





Rn 


308 Das VI. Cap Bon Veränderung 


chiſche Wort = ‚@swweldhyesHefychius hat / 
and einen Adler bedeutet / iſt das verſetzte 
Wort Arendt. Das Wort Terra, iſt 
das verfente Teuitfehe Wort Erd, CB | 
ſind lauter thoͤr ichte Einfalle / daßetliche 
das Wort von Lerendo herfuͤhren / und 
iſt die Verſetzung keiner andern Urſache / 
als des Wohllauts halber geſchehen / denn 
vordemift das rechte Teutſche Wort erda 
beh den Lateinern im Gebrauch geweſen / 
weich es Scaliger noch in denen fo genann⸗ 
ten Primis Scaligeranis, die Tanaquil. Fa- 
ber herausgegeben / p. 80. angezeichnet, 
Es hat aber fo viel alg Stercus bedeutet / 
davon homerda, bucerda, mucerda,homi- 
nis, bovis, muris ſtercus genannt werden. 
Dieſes Wort iſt faſt in allen Sprachen / 
earth, hertha, airta,aerde, Græcis &ow, He-. 
breis res. In der alten Runiſchen 
Sprache iſt das Wort Ar , bedeutetan- 
nuumterræ proventum, daher das Latei⸗ 
nifche/arare,aratrum. Die Lateiner nen⸗ 
nen einen Jagt⸗ Hund Vertagum, welches 
Wort aus dem Niederlaͤndiſchen Vel- 
tragge gemacht / per abjectionem 7# (1) 
& ne@ ho +3 (r) wie foldyes Vlitius in 
feinem Commentario ad Gratiani Cyne-⸗ 
ge 








get: verf.203 weitlaͤufftig / und mit vielen 
angeführten Zeugniffen beweifet: : Denn 
Ragge, bedeutet einen Hund / undift das 
Wort Veltraus noch in Legibus Burgun- 
dionum zu finden. So iſt atıch Das 
Wort STERCus das Zeutfche Dreck 
perni@ Jean, 01 A®-, Kieff/ DORMire,, 
Dromen/und andere mehr. Die Ber 
wechjelung der Buchſtaben ift mannig⸗ 
faltig/in vocalibus, diphthongis,undcon- 
ſonantibus, wovon einige abfonderliche 
Reguln muͤſſen in acht genommen wer⸗ 
den / von welchen zu handeln hier viel zu 
mweitläufftig fallen würde. Zum Exem⸗ 
pelſind diefe/ HOR Tus, Gartı Jord / 
HESTERNus, Geftern/ HOSTis, 
Gaſt / HOEDus, Geit / Hoͤcken / denn 
die aſpirationes wer den leicht alſo verwan⸗ 
delt / wie Aagardus im feinem Buche de 
diagammate vielfaltig erwieſen GRA- 
Num, Korn / Karn / A,ern/ FLOS, 
blöffen/ FLAre, blafen/‘ CURRus, 
Karn. Mitzdo (Gothice) ai: mer- 
ces. APER, Eber/ PORCus Bord / 


12,Sus, Sy’ San, MACER, mager / 


KIXAH » (Lurdus) Röchlen. PL 
SCis, Fiſch / Fiſ kethor cht ie, wen die 


( Gram⸗ 


a 


126_'Das VCap Von Veränderung 


Grammaricida8 Wort von pafcere, oder 
wien herführen) NAaTRix, Nadr / Nat⸗ 
rer / Adder / ULL. Melith Gothic.) Br- 
ko, Braffersratov,5cHP/zATTa,fAtth 
ge/ BOpa, oder / Doer/ IVs. Juͤch⸗ 
PiRus, Bien/begis x⸗, (Voflius will es 
von dem Griechiſchen ie herfuͤhren) RA- 
PA, Rabe Belg: Rape  POMUS, 
Boom 7: (denn wie das Wort Pomum 
allerien Fruͤchte bedeuter/ fofan aud) Po 
mus allerley Bäume bedeutet haben’ mie 
bey den Griechen Atrz eine Eiche) bey den 
Gothis Trui,ben den Engeländern Tree, ei⸗ 
nen jeglichen Baum bedeutet. NUXYJ 
Nutt / Nuß von welchem Worte Var 
ro felgame, Traͤume bat) GRAmen 
Graß / Groͤen / to grew / (Anglis) ib 
dãs Lateiniſche creiccre. AZTo,Aryoua 
(cubarefacio,cubo.) Ick legge / ligge⸗ 
Wovon viel andere Wörter Aayg&, Aa 
Lager / urgoy lectus, oveloi, Lopies 
Loggi. Ayysw, (ceffare ) fi. legen: 
Asyası yuvaizes Archilocho, muliereslibidl- 
nofe , (een leeg Wyff) Axtu (dico) 
ickleege / ſngen / loͤgens (Belg) 
. SCUTum; een Stütt / beftärten? 
ORIri, ORigo Ur/Uriprunek/ Lux, IY8 
a (Suec,) | 








> a ı > u - 


a u u Se 





Sder Buchſtaben. 43 
Guee.) Licht / Cambro · Britanni, Liug. 
Angli'Zuxyidere, FRIgus Frieſt (Dan.) 
ftieren  Nre, NrX@n.. Nox, Fracht’ 


neight (Afıgl.) und bielanderein grofs 
fer Den ‚davon alkyier weitläufftiger 
Bicht fangeredet werden. Es find viel ab» 
Sonderliche Regein / wegen diefer Beraͤn⸗ 
derung / aber wir wollen die vollftändige 
und gründliche Außführung dieſer Sa⸗ 
Pb adiff eine bequemere Gelegenheit ver: 
TE le 


3 





vr. 
v — eç — — — —— 


son, DAE VIE EM. | 


Gleichheit der Griechiſchen 
und Latemiſchen Wörter mit den Teut⸗ 
ſchen / wird mit dem Exempel der Be; 
nennungen erwieſen die von dein 
Menſchen und deſſen Thei⸗ 
genommen, 
Brenn |»? Alena 
Je Gleichheit der Griechiſchen und Lateis 
Fe nifchen mitden Teurfchen Woörtern/ wiry 
. M8 um Erempelandem Menfchen und den 
Benennungen feiner Glieder gezeigt. ‚Homo iſt 
NHrdon au, humus, vder eg Ts fondern von den 
Kuchen Man /. Mon. Hemon, ——— 
Me ucu- 








0 


| x —* N s | 
122 Has VII. Cap: Gleichheit des Griechiſchen 
Iacumon lugemon.præfectus. Mani bey den 
Einwohnern des Reichs Cons Goropii Beca- 
ni fonderliche cabala Des Worts Man. Man⸗ 
nus ein König der Teutſchen. Rudbecku Mer 
4 hietvon. 1, C, Scaligert fonderfiche Be⸗ 
Achim iiber daß teutfche Abort Man- Das 
Griechiſche mans, mannus, ww, monile, 


vie 
Man Mon eine Jungfer / Vyfwman, Wimman, 
oman,femina, SMenfeh. Mas. Vir,Wers 
Ver, Wayr, Firthan, Wirth. Weerd / Vaer, 
Var.Ber, Baro, Baur, Bur, Por,Puer, Elog. yuis 
‚cvven,quena, guind,Kün/ Kone, Cyrne (Ge 
aus) cennan, Acennan, generare. Kind, gend 
gIgnO;yeivopal AL LI Wino,Win,Wen,Ve- 
nus, Wina, Winia, Polevvin, Amicus populisz 
nicht victor populi, fie Voflius will / lebvvin. 
Venus iſt eine frembde Goͤttin bey den Roͤmern 
geweſen / mie auch Der Rahme. Varronis und 
Macrobii Zeugniß. Venus ift bey den Nordi⸗ 
ſchen Völkern als eine Goͤttin geachtet. Von 
ihnen ſi viel Des Goͤtzenweſens nach Orient ge⸗ 
fommen. VinulusBhra,Bdva,Bıvaw bini, Mais 
Maja Moye / Maid, Magd/Senex, Sineigs (Go- 
thic.) Volgus Voick / Ins thoͤle. Kegaan Kop / 
Kopf / Haupt / hapt / head, Oculus, Og / Spece- 
re, Spi aus haͤhen / ſpock / ſpecies, auris, Ohr. lv, 
rinnnalus, wieos bedeutet in translato enfu be 
den Griechen promontorium 5 Kirimernäß. 
Promontorium wird bey den Griechen ya 
genannt. ſkiaͤren gsess (littus) 2x» Inſul 
bey den riechen. Scheer Keil ———— * 


——— 
DE u u ei HE 


J 





/ 





und Sateinifchen mit dem Teutſchen. 113 
hande/prehendo.. Hentan. augen Maxilla, 
Mandıbula, Mando, Mentum, Mund Mant, 
Munch. . #3e4«,het hair (Belgice ) capillus, 
vac, Wülle, "OvassidarC, Wulltopff, E⸗ 
werden viel dergleichen Woͤrter mehr erzehlet. 
Lacryma, dacruma. $axeuor. Cambro-bri- 
tannis Paigr, Gothis Tagr , Anglo-Saxonibus 
Tear Zaher / Zaͤhr. Traen / Thrän/ —RXRX 
Mens,von Meenen,eit alt dateiniſch Wort Meno, 
Mind, &c. Schluß des erften Theile, | 


N 69 Achdern wir der Teutſchen Spras 
JG de Alterehumb hieraus erwiefen? 
daß die Sriechifche und Lateiniſche 
zum theil ihren Urfpenng von ihr genom⸗ 
men / ſo ſollte uns nun obſiegen / ſolches mit 
mehren Exempeln darzuthun und zube⸗ 
kraͤfftigen. Weil aber dieſe Arbeit viel 
weitlaͤufftiger / als ſie bier Fan außgefühe 
tet. werden / fo wollen wir fie. vorbehal- 

ten / und indiefan Capitelnur die Woͤr⸗ 
ser die von dem Menſchen und deſſen 
Theilen und Glledern genommen find / 
vor die Hand nehmen, und deren Gleich» 
beit mit den Sriechifchen und Lateiniſchen 
zeigen. Denn dieſe find die erſten / ſo uns 
die Natur zu benennen unterrichtet, wel⸗ 
chen hernach ſahen 3% Dinge und K m) 
£ 








ea 


EEE b. 2E 
i | 

11.908 Yll Cap. Gleichheit des Griechiſchen 

ſte / damit man taͤglich umbgeht / Speiſe | | 


Bleh zucht / Ackerbau / Bauwerck / Kieis 
dung / und dergleichen. Welcher Dinge 
Rahmen ben einem Volcke / ſo nicht von 
andern verpflantzet / gebohren ſeyn muͤſ 
ſen / und nicht von andern erſtlich herge⸗ 
holet. Wir wollen aber nur vor dieß⸗ 
mahl bey den erſten verbleiben. Hier 
finde ich erſtlich bey den Rateinern dad 
Wort HOMO. Was hat man nicht vor | | 
munderlihe Einfälle hiervon ? Daiſt 
Varro,der es von dem Lateiniſchen humus | 
herleitet. Scaliger fuͤhret es von dem | 
Griechifchen Worte susber 7 weilder 
Menfch ein düormarrınov, und geſellig iſt/ 
Vofliusvon dem Ebreiſchen SRRwelches 
Die Syr er außgeſprochen ODOM, davon 
per contractionem 002 , hoom, und endlich 
das Rateinifche HOMO. Wer fiehet abet | | 
nicht / daß dieſes nur ungegruͤndete Kün⸗ 
ſteleyen und alluſiones find / deren keint 
wahrſcheinliche Urſache zu geben. Es iſt 
das Teutſche Wort Man in den meiſten 
Sprachen gebraͤuchlich und ohne Zweiffel 
eins von den erſten Grund⸗Woͤrtern/ 
‚welches auch Cluveriüshib, 1. Germ.An- 
tig. c. 9. P. 83. ſchon geben: | 
RL Wi. em 








und Lateiniſchen mit dem Teutſchen tre 
ſem / hait ich / amme das Wort Homo her. 
Dieſes wird einer fuͤr einen mehr als Be⸗ 
canifihen Einfall halten aber es wird die 
Wahrfcheinlichkeit bald hervor blicken / 
wenn man dieſes Wort ein wenig genauer 
beleuchtet. Das Wort Man ſt bey den 
Angel-Sadhfen Mon außgeſprochen / 
wie bey dem.Skinnero und Junio in ihren 
Lexieis zu fehen. Nun war beyden La⸗ 
teinerndasalte Wortnicht Homo, Ho- 
minis, fondern Hemon, Hemonis, wie in 
des Ennii und anderer alten Poeten Ver⸗ 
fen zu leſen. IR alfo das Wort fon 
ſo wohlin recto als obliquis cafibus 34 fin⸗ 
den. Die Syallabe Ze, ſcheinet als aus 
dem Articul geblieben / und ein bloſſer 
Vorſatz zu ſeyn / welche auch bey den Teuf⸗ 
ſchen und Sachſen pronomen demonftra- 
tivum mafculini fexus iſt. Ich dürffre 
(hier auff die Sedandenfommen / al 
wenn das alte Wort Lucumon bey den 
Thufcis von dein Worfe Mon oder He- 
mon und dem .alten Zeutfchen Worte 

ügen/ Videre, obfervare zufamınen ge⸗ 
ſetzt / daß es fo viel ſey als äανν, Luge⸗ 
mon. Denn ob zwar einigen Gramati- 
as and andern Autoribus dieſes Wort ef> 
day D 2 nen 





En Er A a a en 


I ra st Be a a TE ET TE 


As6Das vn Cap Gleichheit des Griechiſch en 
nen Unſinnigen bedeutet / ſo iſt Doch zu wiſ⸗ 
ſen / daß das Wort inſanus, in keiner an⸗ 
dern Bedeutung bier gebraucht werde / 
alg/ wenn Horatius den L.abeonem infa- 
numnennet/ iſt es ſo viel als wunderlich / 
ſtreng / eigenſinnig mit dem man nicht 
umbgehenfan. Eigentlich find die pr&- 
feti Thufcie Zucumones genennet worden! 
vie Servius bezeuget / comm.in VIII. R- 
neid. Tufciaduodecim Lucumones ha- 
buit, id eft, reges, quibusunuspraerat. 
Sind etwa jolche geweſen / ale ben und 
Amptmaͤnner / Geivalthaber- Dieſen / 
der uͤber die Zwoͤlffe zu gebieten hatte / 
nennten fieLartern, tvelcheg gleichfalls ein 
Wort iſt / das noch heute ben den Engel⸗ 

länderngebräuchlich/ woſelbſt die vorneh⸗ 

men Herrn des Landes Lords genannt 
werden / welches Godelevæus in notis ſu⸗ 
per Livium, und nach ihm andere ſchon 
angemerckt / und inden Nordifchen Spra⸗ 
chen ale ein Vornahme der Männer ge⸗ 
braucht wird. Go einem nicht gefallen 
wuͤrde / von dem Worte Luͤgen / Videre, 
(davon doch gange Voicker und Stadfe 
benahmet) das Wort Lucumon her zu⸗ 
ühren/ ſo iſt das alte Wort Log; — 

| NOW. 





und Sateinifchen mit dem Zeutfchen. 117 


noch heute einen Ort / oder diftrict eines 
Landes bey den Schotten und Irrlaͤn⸗ 
dern/bedeutet/ und dag Lateiniſche Locus, 
davon Lucumon feinen Nahmen haben 
koͤnne / als der eines geiviflen Landes und 
Ortes Beherrſcher iſt. Daß aber das 
Wort Man ſo viel als Ducem, præfe- 
ctum, bedeute / konnte mit gar vielen E⸗ 
xempeln durch alle Sprachen erwieſen 
werden / ſo zar / daß auch bey den Einwoh⸗ 
nern des Koͤnigreichs Congi ſolches zu 
finden / davon barlæus in ſeinen Buche de 
rebus geſtis ſub Mauritio in Brafilia p. 2475. 
woſelbſt er das Koͤnigreich Congi bes 
fchreibet. Bamba : littoralis — — 
regni) regitur a varis præfectis, quos 
Mani vocant, utManiBamba, Mani 
Loanda, Mani Coanza. Rexipfe voca- 
tur Mania Congo, & Regia Conjux Man- 
nimom banda. Bey den gyptiern iff 
Das Wort Mene auch ein Nahme der Rös 
nige geweſen. Goropius Becanus in lıb, 
1. Gallicorum , und andern Orten mehr / 
hat über dieſes Wort Man feine jonderlis 
che ſchier cabaliſtiſche Einfälle, weiche ich 
an jeinen Ort geftellet ſeyn laſſe. Denn 
weildas Wort Man umbgekehrt Ram 
h3 macht / 





N Tr 


irggag Vn. Cap: Gleichheit des Griechiſchen 
macht / fo meinet er / es fen hiedurch als 
durch eine Prophetifhe gigur / die andere 
Perſon der Dreyemigkeit abgebildet / 
welche wahrer Mentch und zugleich auch 
dag Wort des Maters iſt. Es ift nicht‘ 
unangenehm zu leſen / was er für pielfältie 
e Betrachtungen hat / wegen der Ver⸗ 
ehrung der Woͤrter in Der Teutſchen 
Sprache / welche fo ſonderlich iſt als im⸗ 
mermehr die cabala der Juden und Ara⸗ 
ber ſehn fan. Cluverius in dem vorher 
angeführtem Orte/ meinet/ daß der bey 
den Teutſchen gepriefene Mannus nie⸗ 
mand anders/ ale Adam ſey / womit Vol 
fius in feinem Buche de Idololarria und 
Boecdler. Exerc. in Jofeph.lib.ı.c.2. Antiq. 
Tudaic. übereinftinnmen, Welchen aber. .| 
Rudbeck in feiner Arlantica zu einen ur⸗ 
alten Rönige der Schweden macht/ nad) | 
welchen Schweden felbft Manheim / 
und noch gange Ränder darinnen genen? 
net. werden. . 1. C. Scaliger hat über dies 
jem Worfe Man eine fonderliche Betrach⸗ 
tung / inder ereflichen Rede / Dieer zum 
- Rabın der jenigengehalten die in den 

Taͤrcken Kriege vor Wien geblieben / wel⸗ 

He nebſt (einen Brecfen heraus gege 
x ““ 5 13 h 








mid Lateiniſchen mit dem Teutſchen. vr 


Wie er nun die Teutſche Nation vor allen 
andernerhebt / und ein beſer Urtheil von 
ihr faͤllet / als fein Sohn Jofephus gethan / 
ſo hat er aus dem Rahmen MAN , der 
durch alle Boͤlcker gegangen/ die Mora 
treflichkeit des Teutſchen Volcks erwieſen. 
Der Ort iſt wuͤrdig allhie hergeſetzet zu 
werden. Hoe numen Terræ filium, fi- 
cuti Etruſei Tagem, ita hunc putarent Ma- 
jores noſtri eujus proles fuerit MAN. 
Unde etiarh nune apud nos, quemadmo- 
dum apud Hebræos, primi Parentis no- 
men hominem ſignificat. Erigite nunc 
animos veſtros Germani Viri! Rom ANus 
IPSIS:VOS RACANPARTFVEL LOQUENDILE:» 
GES ,,‘VEE SALTEM/PRINCIPIA ATQUE ELE- 
MENTA TRADIDISTIS. 4: Nam cum:illi no- 
voshomines, atquesavorum obfcuritate 
ignotos, Terræ filios appellarent, eofdem 
quoque MANIOS: dixerunt. Hæc ve- 
ſtra vox eſt, veſtrique conditoris ⁊ qua fi 
er univerſam Aſſam pervagata eſt, fi ex 
Parchia atque Scythia,in fortiffimasi natio⸗ 
nescimanavit, nullamvideo caufam;quin; 
Principisillius veftri aufpiciis, in eas o- 
mues regiones colonias veftras miſiſſe 
aut deduxiſſe videamini.. -Exftant’adhuc 
in Da _ voca- 


* 
ws 
——— 





ad 








 Talafımanorum, quidicunturobnuncia- 


Nahme durch alle Voͤlcker gewandert. 


detortiter geſſiſſent in bello, proprium ge⸗ 


vocabula veſtimentorum, officiorum, 
Principum; Nationum. Eſt enim veſtis 
Aſiatica Doloman,quafi Stolam Viridixe- 
ris. Stola profecto eſt. Audimus fun- 
ctiones atque operas Turcimanorum & 
Dragomanorum, qui ſunt interpretes, & 


tores. Habemus Vartomanos, Otho- 
mannos, & Solimannos, Regum atque 
Imperatorum appellationes. Er fuͤhret 
dieſes ferner aus / und weiſet / wie dieſer 


Das Wort mern ein Knechts⸗Nahme / iſt 
eben dieſes Teutfche Man / wie auch das 
Sateinifche Mannus, melches einen jungen 
Hengſt bedeutet. Das Griechifche rar 
S, Das Lateiniſche mannus, eine Kette / 
leitet Schefferus in ſeinem Syntagmate de 
Antiquorum torquibus $. i. von dem 
Worte Man. Quiamanish,e. viris;qui 


ftamen fuit: Das Wort Monile iſt ihm 
von gleicher. Herkunfft. Das Wort 
Man / Mon/ Moenm hat auch bey den 
Teutſchen ſo viel als eine Jungſer geheiſ⸗ 
ſen / wovon Schefferus in Upfalia antiqu. 

‚Sf alſo diefes Wort bederien Ge 





FJ 

a Däü ſchlechts. 
fe) del ı | 

Da Da 

kl Al 2... X 2. De 


und Lateimſchen mit dem Teutſchen. 121 
ſchlechts. Die alten Anglo Saxones has 
ben eine Frau Wifinan ; Wimman'und | 
hernach Woman genennt / iſt ſo viel als ein | 
Menſch Weiblicyes Geſchlechts/ mit wel⸗ | 
chem das Lateiniſche Wort femina is 
bereinfömmt. Das Teutfche Wort 
Menſch iſt auch von diefein Wort / nicht 
von dem Lateiniſchen Mens; oder vondem 
Hebraiſchen VOR, wie Voflius meinet / da⸗ 
von Junius in feinem Gloſſario Gothico; 
und weitlaͤufftig Vorſtius in ſeinem Spe- 
cimine Obfervationum in Linguam Ver- | 
naculamicap: 2,’ Das Lateiniſche Mas iſt 
auch von derfelben Herkunfft. Aber von 
dieſen allen will ich mit mehrem handeln 
in einer abſonderlichen Differtätione de 
Mannis Germanorum. Auß dieſem we⸗ 
nigen aber / was ichangeführer/ Fan man 
leichtlich ſchlieſſen / daß das Wort Homo 
auß keinem andern / als aus dem alten 
Worte Man entſtanden. Ferner iſt das 
Lateiniſche Wort Vir, welchetz gleichfallg 
vonfrermbder Herkunfft ift. Syn den STE 
thiſchen Evangelüis hat man das Wort 
WawlLuc.g,37, Wairos twaj Viri duo, 

Zween Männer. Luc.9,30. Inder An, 
gelſaͤchſiſchen —— das Wort * 
| | 5 wel; 








Pr 





I u he a —— 


1228) 48 VII. Cap · Gleichheit des Griechiſchen 
welches einen Mann bedeuret. So fin⸗ 
derman Inder Angelſaͤchſiſchen Uberſe⸗ 

zung des erſten Pſalmens / Zah Ver, Bea« 
3In der Runiſchen Sprache 

nennt mañ ihn Firthar, ein: Armee Furth. 

Siehe Worm. in: Epicedium Regneri 

L.odorog.. Mtt diefem koͤmmt das Leute 

the Wirth / Werd überem/ welches ſo 
Wwelm̃ als das Wort Mann: Das Nie⸗ 

der laͤndiſche Vaer, und das Teutſche Bars 

Pobon das Wort Baro gemacht / dam, 

feibe: an dem Teutſchen Helden⸗ Buche 

wird das Wort Bar offtmabhls pro Viro 
gebraucht. Die Sloſſæ veteres Gallico⸗ 

&Vir., ‚Melchior Gok; 

daft. in den: Anmerstungen über W insr 

bekizparenelin. p..417.. haͤlt Das Wort 

Ber vor teutſch / Ver vor das Lateiniſche· 

Berajo prifcos dixiffe,quilatinis,77r, alus 

Aeodmsicanı zu Wer Er führet eine altelun 

feriptionem Curienfern an/ / VECTORs 


VER, INLUSTER, PRESES, . Dasilln 
vi&tor ,: Vir &e; Aber es iſt nichts alla 
ders / ais das rechte Teutfche Wort / und, 
it in der Engeiſachſiſchen Sprache das 
Wort Ver auch gebräuchlich geweſen / wie 





goir jeo .gefehen- Davon ift hernach 


a 





— — - 0 — — — — — — — — — 


Baur, Bur⸗ und das bey Teutſchen / Grie⸗ 
chen/und Lateinern gebraͤuchliche Porin#; 
Puerein Knecht. Bey den Lateinern hat 
man den Nahmen Marcipor , Lucipor 5 
Qinndipor. Virgilius braucht das Las 
teinifche Fur davor. 0 Bey den Teutſchen 
hat man das Wort Schildpor weiches 
ſonſt Schildknap / woͤrvon Gryphian 
der de W eichbildisc;°67,ns1r. Die Grie⸗ 
chen / und inſonder heit die Dores, haben 
das Wort ne für ax gebraucht: Das 
Griechiſche Wort rer iſt bey uns auch zu 
finden. Die Engelſachſen jagen Cvven. 
Die alten Zeutfchen Quena. Im Runks 
ſchen iſt Qui»d,die Dani und Cimbr: baben 
Kun / De Ungarn Kone / weiche Wor⸗ 
ter eine Sraubedeutön. Wen den Engels 
landern wird dieſer Nahimexar’ sEexnv der 
Koͤnigin gegeben. Sonannten auch die 
Angelfachfen eine Kube init dieſein Nah⸗ 
men / welcher noch heute in Holffein ges 
bräuchlich it. Die Niederländer nen: 
nen ein Iofes oder gemeines Igeib alfo. 
Sonſt iſt auch bey den Angelfachfen Cyn- 
ne, welches ein Geſchlecht Genus, Genera- 
tionem bedeutet / Cennan, Acennan, parere, 
benerare. In Teutſcher Sprache Kind 

el⸗ 











124Dasw Il. Cap, Gleichheit des Griechiſchen 


welches mit dem Griechiſchen und Lateini⸗ 
ſchen geno, gigno,Yilvopas, yıraa überein: 
kömmt. Das Gothiſche ins, Werund 
Angeiſachſiſche 7”, uxor, iſt das La teini⸗ 
ſche Venus, ſo von dieſem herkoͤmmt. Die 
alten Teutſchen Wörter Wire und Minze, 
bedeuten fo viel/ als / dilectus und dilecta. 
Willeramus in Paraphraſi Cantici Ganti- 
corlim min Vno dilectus meus. Daher 
find ſo viel eompoſita bey den Teut ſchen / 
truoiwin,fidelitatis amicus, Sigewin, Victo⸗ 
ri amicus Vinirad, amicorum conſilium, 
und viel andere mehr / welche Juniusam 
führetj;commentario inParaphrafin Wil: 
lerami p.20. 21: Hieher gehöret das Teut⸗ 
ſche Wort Yolckwin, "Amicuspopuli, ‚del 
ches Voflius in feinem Lexico Etymologi« 
co füb-voce Vinco,pon. dem Wort innen 
berleitet / davor haltend / es ſen ſo viel als 
das Griechiſche Wort Nicolaus, worin⸗ 
nen er doch fehlet. Es iſt das Wort Led- 
yinbeyden Teutſchen geweſen / welches ſo 
viel ais ein ſieber Freund. Hugbaldus 
Monachus Elromenfis in vita 8. Lebvini 
Presbyteri, cap. ». Lebvinum , carum fibi 
amicum, juxta idioma nominis ſui optime 
congruentis. Fertur enim 3 ſuæ a 
” ns 





und Sateinifchen mit dem Teutſchen. 125 


linguæ, quod Liefuuynpatriotice fit voca- 
tus, quod Romanis ſonat carusamicus, 
fedecce, quamdignicofum illius vocabuli 
prefagium, dum,quod futuruserat opere, 
Jam ejus prefignatum eft nomine, Mel- 
chior Goldaftus, der diefes anführet in fei- 
ner Anmerctung über den Parznet. vet.p, 
454. bat diefe — nicht 
recht begrieffen/und von dem Worte Win 
nichts gedacht. Daß nun Venus hiers 
von/ oder vondem Sothifchen 7er, ami- 
zus herkoͤmmt / iſt daraus zu ſehen dag 
Fein Wort/ weder inder Griechiſchen noch 
Lateinischen Sprache fen/ davon eg fönne 
hergeleitet iverdens Denn dag Cicero 
und Ovidius es von Venio herführen/ges 
ſchicht nur per allufionem, weiches ob eg 
zwar Voſſius billiget/und daher ſchlieſſet / 
elle vocemorigine Latinam , non AGre- 
is, nonab Oriente, ſo irret er doch fehr / 
denn es widerſpricht ihm Varro felbft / 
welcher außdruͤcklich faget / nomen Vene- 
ris, ne ſub Regibusquidem, apud Roma- 
nosvelLatinum, vel Græcum füiffe, wel⸗ 
ches er aus ihm anfuͤhret Macrob.lib.ı. Sa. 
turn. cap.a2. zu beweiſen / daß der Monat 
Aprilis nicht habe koͤnnen von der — 
| oder 








12698 Vn.Cap. Gleichheit des Griechiſchen 

pder A'Opoöirn genennet werden / die da⸗ 
mabis nicht bekannt geweſen· Scaliger 

ad Feftum in voce aper?# faget/ınan koͤn⸗ 

ne auch aus dem Nahmen ſehen / daß ſie 

keine einheimiſche Goͤttin fen / denn ſie 
wuͤrde deßhalbenà veniendo fo genannt / 
quod ſit apornAur®& Ye Welches mehr 
finnreich als der War heit gemäß. Denn 
dabefannt/Venus fen einer frembden Aus 
kunfft / warumb wollen wir ſie nicht aus 
der Sprache herleiten / da ſie mit eben den⸗ 
ſelben Buchſtaben dasjenige bedeutet / 
warumb ſie ſo genannt wird. Danoe 
dieſes hinzu koͤmmt / daß den den Noröb 
fhen Boickern / dieſelbe von alters unter 
den Nahınen Friggavonfrigar > amare 
ou) Frenna des Dea Amoris genannt / 


verehret worden: Und wird ſich niemand 
verwundern/ daß aus dem Norden dieſer 
GBotzendienſt auff die Römer verpflantzet / 
wenn er beym Diodoro Siculolib.2. c. 47 
leſen wird / wie die alten Heyd niſchen bey 
den Griechen gewoͤhnlichen Goͤtzendienſte 
ben den Hyperboreis urſpruͤnguch gew⸗⸗ 
ſen / und von dannen dahin gekommen. 
Bon. demfelbigen Worte Wen oder 
Win iſt das Lateiniſche Vi nulus, none 
| | niqt 











und Lateiniſchen mit dem Teutſchen 227 


nicht von Vinum. ' Und hiervon / meine 
ich / ſey das Griechiſche Wort Ara, auff 
Doriſch Bdra, Mulier; Filia, wie auch des 
2BortPirea, welches den atum amorisbes 
deutet / un das bey Dem Cicerone lib.9,ad 
Fam. Epift. 22. verdächtige Work bin. 
Aber wir müffen wieder zu unferer 
Hauptſache kommen / und zu den übrigen 
Wörtern. Bey den Griechen iſt Mais, 
Obitetrix, Maja bey den Lateinern. Bey 
den Cimbris iſt noch heute tiioye Im 
der Gothiſchen Sprache Mayi, puella, 
Maid bey den Engelländern/ Magd bey 
den Zeutfchen.: "Das Wort Senexaiff 
einalt Gothiſch Wort / wird faft mitders 
gleihen Buchftaben in: den Gothiſchen 
Evangeliis gefunden / Sineigs, Senex; Zuc, 1. 
22. Siniflans;Seniores Marc. 1,27, Diekty- 
mologi haben viel felgamer Einfälle hier 
bey. Das Wort Volgus ift nichts ans 
ders / als / das Teutſche Volck / das Grie⸗ 
chiſche S3Au,femininum, und das Teutſche 
thöle/ bedeutendcanem fexusfeminini, 
koͤmmt auch uͤberein &ebet man nun 
die Glieder des Menſchlichen Leibes 
durch / ſo wird man die Sleichheitüberall 
finden. Das Wort æ alao aput, Kop/ 


Kopf! + 





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En EM — 








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une 
>» 
nn 


2: 


129das VI. Cap. Gleichheit des Griechiſchen 


Kopff / Haupt / hapt / Ang). head, iſt mas 
die Stammbuchtaben betrifft / einerlen. 
Dennc und. hmwerden unter ſich verwan⸗ 


dẽlt / als cornu, Horn / xagdia, hart / cutis» 


Hut / calamus, Halım/avor, Hund. Ocu⸗ 
tus ift alseindiminutivum von Og / qua- 


ROeulus, Auge / und das Griechiſche 


ſpleudor kommt überein. Dasalte 
YBortSpecere ſehen / koͤmmt von den al⸗ 
tenScythifchenSpi, ſehe / daher noch Ari- 
mafpigenannt werden / die mit einem Aw 
ge ſehen und die Wörter außſpaͤhen / 
verſpaͤhen / ſpok / die Rateinifchen/Spe- 
cıdum , Species, wovon Boxhornius in 
Prafatione Originum Gallicarum: weiß 
läufftiger handelt. Das Lateiniſche 
Woͤrt Auris, und das Teutſche Ohr iſt ei⸗ 
nes/ dennesiftbefannt/ daß das au bey) 
den Rateinern als ein o außgefprochen/ 
und bezeugf es Laurenbergius in feinen 
Antiquar. dag die Bauren oris an ſtat au- 
ris gebraucht: Das Griechiſche iv. na⸗ 
füs, it das Teutſche rinn / denn die Naſe 
nicht anders als canalis cerebri iſt / und 
das Lateiniſche naſus iſt eben das Teut⸗ 
fche Das Briechifhernr®-; welches in 


dem eigentlichen Virſtande nicht met / 


24 
I 
* 





und Pateinifchen mit dem Teut them 129 
fondernin ſenſu translato gebraucht wird) 
und infulam bedeutet / iſt ohn Zweiffel von 
dem Teutſchen naͤſe oder nafa / und 
koͤmmt nicht vondem Worte veiy, natare 
wie manmoill. Es iſt bekannt / daß das 
Wort no S auchofft eine halbe Inſul bes 
deutet / da denn angeregtes runs feine 
Ratt finden fan. Das Wort näp heiſt 
aber in der Gothifhen Sprache mera- 
phorice ein promontorium ', welches faſt 
einer peninſulæ kan vergliechen werden / 
als Kimmernaͤß / promontorium Cim« 
meriz, welcher Nahme noch heutiges Ta⸗ 
ges in Schweden übrigift/wieRudbekius 
bezeuget und anderemehr. Es wird as 
ber das promontoriumeiner Naſe der Fi⸗ 
gur halben vergliechen / und alfo genannt/ 
wie ein. Promontorium bey der Inſul Safe- 
na; YAaosa, lingua genannt wird. Anna 
Comnena Alexiadoslib.;. p. o8. Kay dy ray 
RUDI Ras 3 Aupparyiov dm Abit, 
XD axgorHön, TAwosar KaAsuho, ueylsw 
uAndani aid miemen]äneh Et quidem 
prætergreſſa elaſſe Coreyræorum in ipfo 
verlüs Dyrrhachium flexu, eircapromon- 
torium, quod Zingna dicitur, maxima in 
eam ſubito procella ingruit, Und eben 

i biete 

















— 


sgodns VIE Cap. Gleichheit des Griechiſchen 
dieſes promontorium iſt / was noch heut? 
ges. Tages Lenguette, Lengterta, das ift eine 
Kleine Zunge / genannt wird / weil es hier? 
nit kan vergliechen werden; In dem 
zwölften Buch Alexiados wird der Eins 
gang des Meers alſo genannt/ und bezeu⸗ 
get oſſinus in Gloſſario Annæo, daß es 
gar gebräuchlich bey den Frantzoſen ſey / 
daß die promontoria langues de terre ges | 
nannt werden: Zu dem find dergleichen 
vielmehr translara nominajalg Umbilici, 
capita,cornua, daß es nicht ungereittibt / 
es ſey das Wort wr& von eben folchem 
Worte genommen / inſonderheit / da es in 
demſelben Verſtande noch verhanden 
und darff ſich niemand verwundern / daß 


u 


aus Norden: folches dahin verpflangek/ 
denn viel mehr derfelben in: der Griecht⸗ 
schen Sprache gefunden werden / als / un 
ter andern / das Wort ſkiaͤren / wodurch 
die litora Sveciæ verſtanden werden / von 
den Außſchnitten alſo genannt / da bat 
man in der Griechiſchen Sprache/ wie 
Hefychius bezeuget / das Wort xepos.littuS 
und iſt die Inſul Torcyra xxc⸗ia vor alterb 
genannt / welches Wort Jac. Palmerius@ 
Grentemefiukin feiner Græciã antiqua lib. 
1 | 2.0610 





um Late iniſchen mit dem Teutfihen. 13x 


2:c.10. von den Griechiſchen Jeeas lieber 
herfuͤhren will / als von der Sabeldeg Eu- 
ſtathii. Wie ich es auch für wahr halte / 
aus dieſem Grunde. . Denn eg ift. diefe 
Inſul auch doerzın genannt / welches eine 
Sicjelbedeutet / uͤmb dieſer Urfache wil⸗ 
len / weil die eine Seiteder FInfulfo krumm 
außgefchnitten/da fieeine Sichel abbildet. 
Nun werden. die, ſkiaͤren in Schweden 
von ſkiaͤra / das iſt / außſchneiden / fo ges 
nannt / und in der Teutſchen Sprache iſt 


das Wort Scheer ein Werckzeug da⸗ 


mit man Außſchnitte macht / welches / da 
es von einander gethan wird / ſelbſt einen 
Außſchnitt / und gleichſamb eine Sichel 
vorſtellet. Dem koxhornio traun iſt in 
feineeSymphoniaLinguarum, p.g. nicht 
unger eimbt vorgefommen/ das Griechi⸗ 
ſche Wort xae, eine Hand / und das Teut⸗ 
ſche Scheer / vor eines zu haiten. Nul- 
lus ambigo ſpricht er/quin idem hoc vo- 
cabulum fit cum ifto, quo arte factam ma- 
num, hoceft, forcipes, Belgæ ſignificant. 

cheer xeie, Poeticexeoos, item xlaoos & 
xnees appellatur.. Welches ich an feinen 
Detgeftellet ſeyn laſſe. Zufernerer Bes 
Fräfftigung könne auch dieſes angefuͤhret 
Koy | 2 wer⸗ 








* — 
⸗ 
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* — 
ı 5 





132Das VII. Cap Gleichheit des Griechiſchen 
werden / weil die Singer der Scheeren 
gleich an Geſtallt find. Das. Teuticht 
Wort and ſi nicht mehr zu finden, als 
in dem Vort prehendo,und haben die D4 
nen noch heutiges Tages ein Wort berdas 
heift fo viel/a!8/manu capere, welches das 
Rateinifcheprehendo Auch bedeutet / und 
hat e8 Aquilius in feinem Di&tionario Da- 
nico-Latino angeimerdft/p.19. Es iſt auch 
ein Angelſaͤchſiſches Wort Hentan, pergqui- 
rere, perfequi. Die Wangen werden in 
den alten Teutfchen Woͤrtern / die Lipfius 
beraus gegeben’ / Mangon gen annt / wir 
haben in der Lateiniſchen Sprache Man- 
balten/daß das Kateinifche Mandere, Men 
tum , von unfern Worte Mund her⸗ 
komme. Unter den alten Britanniſchen 
Woͤrtern / deren Lexicon Boxhornius her⸗ 
aus gegeben / und in welcher viel Kareink 
ſche Origines ſtecken mie Hr.Peirefcius 
angemerckt/ ift das Wort Mant, Maxilla 
In der Engelfchen Munch, mafticare, Ans 
ger, mangeare. Ihdöorus ſelbſt leitet das 
‚Rateinifchernentum von mandıbula ,’ tel 
ches Vofhounglaublich ift/ aber er bie 
von 





naher zumgiel/ alserfeiber, der esba 





uud Lateinifchen mit dem Teutſchen. 133- 


Ion —R indico, bald von movimentum, 
bald von meno, memini herieitef, Das 
paar wird ben den Griechen &Iucz ges 
nannte / iſt das rechte Niederlaͤndiſche 
Wort mit dem Articulo bes hayr. Die 
Athenienfer nennen die Fraufen. Haare 
va; und einen Kraufefopf OvAoxowor, 
DvarsParoı. Pollux hat Diefes ange 
merckt in feinem Onomaitico lib. 2. c.3- 
Dieſes it das Zeutfche Wull / lana,denn 
die fraufen Haare der Wolle gleich. 
Daß aber eine folche Kraͤuſe / wie die Wol⸗ 
le hat / damit gemeint werde/fan man aug 
deinloco Herodati, den Pollux anführet / 
erfeben / denn er faget von den Colchis, 
—XVR— 810 1 Kay SÄQTEIXES 3 nigri coloris 
funt, & crifporum capillordm. Denn es 
pflegendie Schwargen ſolche Wollfraus 
figte Haarzubaben. Die Griechen för 
nen aber das W, welches als ein Digam- 
ma Xolieum iſt / nicht außſprechen / wie fle 
feinen Buchſtaben dazu haben, (vid. 
er de Digammate cap. 3, £. 3) 
* halben laſſen fie es aus / denn die literæ 


ſubſidiariæ ß, », @ hatten bie auch feine 
ſtatt. Man hat der gleichen mehr Woͤr⸗ 
ter. als syor Merck, wos Wein / Win / zen 

i13 Waeyen / 





“ 


I 





533 dag VII. Cap. Gleichheit des Griechiſchen 








Maenen/Nare,blafen/drsda. efle, Weſen / 


Einen, Wiecken / cedere &c. Folgende find 
ſo gleich unter einander / als jemahls welche 
ſeyn koͤnnen / Bucca, eine Backe / armus ein 


Arm / (daher armillæ Armbaͤnde) xarı 


Galle / odes, Dens, Tant, Zahn Pes, nẽc, 
Fuß / Voet / pedden / calcareẽ: Genu, yow; 
Knie / daliva, Salve / Sabbel / Sagul / Da- 
nice: Barba Bart’ cx⸗⸗, Arßh (Ch) 
podex: Lumbus, Lend / xarSic (oculi an- 


gulus) Kante/xyAn, (tumor oris quicun⸗ 


que) fehl/colliums calvusfahl/re va, 


cavitatesoculorum, Kuhl / vellus, pellis, | 


villus, 9A», Fell, fillen/Pantex Dane / 
Wanfl/ ders cutis) Darın/ Hedarme 
(nihil enim inteftina, nifi membrana & 
cutis) Marcus’ (mollis) Marck/medul- 


la: Strundus, excrementum Laurenb. in 
Antiq. Strund / 206, Mueus, Mug | 
Danice : xaxxn (bey dem Heſychio,) 
merda: Lingo, Asixa, licken / unde lingua; 


Edo, eten / efle effen/guftarefoften/ Spuo, 
Tunesien ſpeien / dormire, dromen / dor⸗ 
men / ayos (cavitas manus) goſpe/min⸗ 
o migo, elyen migen / Meio, Meia/Dani- 
cum,wie Aquil. in ſeinem Dictionaxio Da- 


een‘ 
| 142 — 


nieo Latino p. 24. —————— 
nn > . So 2 


I 


| 


* 


und Lateiniſchen mit'demXeutichen- 13 7 
Sof (Gothicum) dormire, Sopor, Sopire, 
Dani.Soffn/ durun,aruOp,@rews Athen / 
Othem / am Belgicè, animus, anima. La- 
bium, Danice, Rave.) Glolſſ. Lipſ. Lepira, 
Belgæ Leppe / Germanice Lippe. "Nepp&, 
Mer: /; ‚ren per metatheſin. Von dieſen 
Wörtern allen fönnte viel merckwuͤrdiges 
angeführet werden / aber e8 liegt ihre 
Gleichheit ſo andem Tage / daR esunnd: 
thig / ein Wort mehr drüber zu verlieh: 
ren / und muß e8 zu anderer Gelegenheit 
verſparet werden. Das  Rateinifche 
Wort / Lacryma ; davor die Alten daery⸗ 
ma gebraucht / wie Feſtus bezeugt / un 
zwar nach dem Griechiſchen dapure , if 
weder bey den Griechen / noch bey den WO: 
mern gebohren. Bey den alten Gother 
war Tagr;}, Lacrymas Marc. ı0: 24. afrop 
gandssz;mithtagran, exclamans cum Lacry 
mis. Bey den Cambrobrirannis: Daigr 
dieſes iſt das rechte Griechiſche und Lateit 
niſche Wort / denn (vor); oder (ve) if 
nur die Endung. Die Anglo:Saxone 
ſtoſſen das (g) heraus und ſprechen tear 
die Daͤnen aA47, welches einen Waſſer 
tropffen bedeutet, Die Alamanni haber 
Zaher daraus gemacht / davon noch dar 

14 heutig 





1230as VII. Cap; Gleichheit des Griechischen 
heutige Zaͤhr / fe eines Urfprungs mit 
daxguo und Lacryma iſt / welches niemand 
glaͤuben ſollte / wenn er nicht die Herlei⸗ 
tung vor Augen fähe: Das Niederlan⸗ 
diſche Traen / das Zeutfihe Thran 
ſcheint auch hiervon durch Verfegung zu 
fenn / mit weichen denn dag Griechifche 
Wort 9er@- übereinfommte Das Las 
teinifche Wort Mens hat gleichfausfeinen 
Urfprung nicht ben den Lateinern oder 
Griechen. Iidorus führet es her von 
memini,0der eminere welches letztere Pe⸗ 
rotto beſſer gefaͤllt / als daß es von uiwnus 
hergefuͤhret werde. Etliche von metien⸗ 
do. Scaliger von dem Griechiſchen uns, 
indico , Voflius will es.von dem alten 
Worte Meno, deffen preteritum memini 
iſt / oder auch von dem Griechiſchen Wor⸗ 
te var, impetus animi, herleiten / welcher 
es am naͤchſten trifft. Aber ſo wohl die 
Lateiniſchen / als die Griechiſchen Woͤrter 
ter ſind außheimiſcher Herkunfft. Da⸗ 
von iſt das Teutſche Wort Meenen / 
das Angelſachſiſche Menen, welches fo viel 
iſt / als gedencken / cogitare, opinari, daher 
das alte Lateiniſche Wort menere, in quo 
conüftitipfa animi eſſentia, — in 
| ec 








Tg - Tr En nn 


und Lateiniſchen mit dem Teutſchen. 137 


der Englifchen Sprache dag von diefen 
ertipringende Wort Mind , Mentem be 
deutet. In der Gothſchen Sprache iſt 


Gamunen,Meminifle, 

Aber wir fehreiten in dieſem Wercke 
zuweit / und koͤnnen uns begnügen, daß 
wir dargethan / wie die Wörter / welche 
von dem Menſchen und feinen Theilen / 
und Sliedern allein genommen / als die 
ja Die erſten in allen Sprachen ſeyn muͤſ⸗ 
ſen / die Gleichheit des Griechiſchen und 
Lateiniſchen mit der Teutſchen vor Augen 
ftellen. Daran aber noch mehr fehlen / 
als wir angefuͤhret baben/ welche / Weit⸗ 
laͤufftigkeit zu vermeiden/bier muͤſſen vor⸗ 
bey gegangen werden Sollten wir nun 
die andern Claſſes rerum durchgehen / 
alsı dieXhiere / Baͤume und Kräuter / 
Speifen/ Kleidungen / Ackerbau, Baus 
wert 2’ Schiffart / Fiſchfang / allerfen 
Haußraht/ Waaß / Gewicht und Zahi / die 
Vahmen der Oerier⸗ Städte/ Ränder) 
Vergeund Fluͤſſe die Kahmen der Weis 
her und Maͤnner / die Rahmen der Aemp⸗ 
ter / Verwandſchafften / die Pronomina, 

Onjunctiones, Interje&tiones, und andes 
re Particulas, Actiones Facultatis vegeta- 
15 tivæ, 





138 Das VI Cap Gleichheit des Griechiſchen 
tive, locomotivæ, Intellectus, Viohuntatis 
undvielandere Dinge mehr· Es koͤnnte 
ein groſſes Buch darvon zuſammen ge⸗ 
tragen werden / und werde ich / ob GOtt 
will / hiervon abſonderlich / uud außfuͤhr⸗ 
lich handeln. Aventinus ſchreibt Annal, 
Bojorum lib. 1. p. 10. VON Joanne.Came- 
rarioaDalburgio, daß er etliche taufend 
Griechiſche Woͤrter zuſammen aelefen / 
die in der Teutfehen Spracheeineriey be 
deuten... Was wir hier erwehnen / iſt nur 
oben hin beruͤhret / und aus einem groſſen 
VBorraht gleichſamb zum Vorſchmack 
vorgetragen worden. Wer nun aus ſo 
vielen Exempeln gleichwohl nicht ſchlieſ⸗ 
ſen wollte daß die Griechiſche und Latei⸗ 
nifche von dem Teutſchen / und den ihnen 
verwandten Sprachen zum theil ihren 
Urſprung genommen / und vermeinte / daß 
dieſe Gleichheit fo von ungefähr komme / 
der bat gar Feine Faͤhtgkeit von dieſen 
Dingen zu ureheilen. : Bir laflen num 
Diefes bis zu einer volftändigen Eroͤrte⸗ 
rungaußgefegtfenn/ und kommen zum 
andern Theil > \ TER. VE 


Bu 77 





BERSUERR Rei )E MB 
nal CH, hbeit. — 
Bon der Teutſchen Poeterey 
Urſprung und Fortgang. 
Das I. Cap. | 


Bon dem auffnehmen derrei⸗ 


menden Poeterey bey frembden Voͤl⸗ 
ckern / und zwar erſtlich von Poete⸗ 
rey der Frantzoſen. 


|  Imbale: 
Mr wir von der Außländifchen Poeſie 


zu erſt handeln. Die Seh haben 
„jederzeit. Das Lob Der Beredſambkeit ges 
habt, Die Doefe mit fonderlichem Sleiffe von 
2 außgeuͤbet. Die Provincial-Poeten bey 
ihnen. - Claude Fauchet , ‚Jean Noftredame 

andeln.pon ihnen. Aquitanien und die Stade 

olofa iſt ihr vornehmbſter Sig geweſen. Sie 
findRomains , und die S rache Die Roͤmiſche 
Sprache genannt worden. ranckreich in Fran⸗ 
ken und Provinciales getheilet. Die geoflen 
Herren haben die * chen Spiele angefteller, 
Bodurch die Poeſie in groffen Kuff gekommen / 
und die Provincial-Sprachebepalten Yußländern 
werth gehalten. Die Iralihaben den Provincia- 
libus viel Erfindungen ahgeſehen. Die Framen 
haben es den Proyincialibus nachgemacht. it 


— 
4 

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40  Dasl.Cap.WomderFrangofen _ 


d’amour,arreftd’amour. ‚Die alten Spiele zu 
Tolofa Jeux fleureaux genannt. Befehreibung 
derfelben. Geſetze der Spiele, Lob des Hn. de 
Cafeneuve, Troubadours, Trouverres,Chan- 
terres, Jongleurs. reißwuͤrdigkeit der Fran⸗ 
tzoͤſſchen Nation. Ihre ſonderliche Zuneigung 
suder Poeterey. Clement Marott ein guter 
Epigrammatilte, Sammarthani Zeugniß von 
ihm. Ronfard iſt zu feiner Zeit in groilem Be⸗ 
vuff geweſen. Was an ihm zu (oben und zu ta⸗ 
dein. Maiherbe hat zumerſten die beſte Richtig⸗ 
kat indie Poeſie gebracht. Godeau legt ihm ein 
el bey,  Balzacs Urtheil von ihm. DIE 
ergleichungmitihmund Ronfard, Iheopil- 
le ahnt ihm nach / aber et tolgedon) einen eigenen 
2 antafeyen. _Voiture ift in feitivo genere 
eifer als inferio,- Moliere ein berühmbtet Co⸗ 
mödienfehreiber Corneille. Regnier. Raolaıs, 
Renati Rapini Urtheil von ber — 
pi —— Chapel * Menage. 
olletet von dem Leben der Frantzoͤſiſchen Poeten. 
——— — ue F at Reime 
rancoife zu Außübung der Frantzoͤſiſchen Spra⸗ 
he auffgerichtet. Diefelbe wird von Dem Sorbier 
der Sateinichen vorgezogen / aber ohne Grund, 
Racii Voſſii Meinung hiervon. 4 


War haben in dem vorigen Theile 
S von der Teutfchen Sprache Als 
VER erthumb geredet / nun kommen 
wir auff die Poeterey ſelber / davon ic 








u N 





ur OBEN. tan __ Ad 
nicht alſo Handeln will Z wiemaninsge- 
mein zu thun pfleget. Es haben einige 
groſſe Bücher angefüllet/von den Regeln 
der Teutſchen Ticht und Sprach⸗Kun 
welcher Leute Schrifften ich allhier unbe⸗ 
ruͤhret laſſe / als der ich nicht geſonnen bin / 
frembde / und gang uͤberfluͤsſig außgefuͤhr⸗ 
te Arbeit / von neuen vorzuſtellen. Wir 
haben an dieſen Buͤchern gar keinen 
Mangel / und waͤre eine thoͤrichte Sache 
von einem Papier auffs andere zu ſchrei⸗ 
ben. Allhier wollen wir von dem Ur⸗ 
fprung und Fortgang der Teutſchen Poe⸗ 
teren handeln / und damit folches defto 
gruͤndlicher gefchehen koͤnne / wollen wir 
vorher / der Außlaͤndiſchen Voͤlcker / als 
der Frantzoſen / Italiaͤner / Hiſpanier / 
und denn auch der Engellaͤnder und Me⸗ 
derländer reimende Poeterey anführen / 
umb zu ſehen / ob etwa bey ihnen diefelbe 
eher als bey den Teutſchen entſprungen / 
zumahl / da faſt unter allen denjelben/ ei⸗ 
nige ſich finden / welche den Vor zug ihnen 
anmaſſen. 
Wir fangen von den Frantzoſen an / 
welche Nation am ſinnreichſten / und in 
Neigung zu der Poerereyden andern 
J— 


RE ———————————————————————————————————— 








Er Das1.Cap Von der Frantzoſen 

lig vor zuziehen iſt. Es iſt bekannt / wie 
bereits die alten Gallier ſich in der Bered⸗ 
ſambkeit hervor gethan. Tacitus giebt 
hnen das Lob der Tapfferkeit und Bered⸗ 
fambfeit. Marcus Cato thut deßgleichen / 
weicher an ihnen ruͤhmet / argutè loqui. 
Es war zu Ciceronis Zeiten ſchon der Sty+ 
lusGallicusim Beruff/ und ward Cicero 
felber von dem Rufo vor einen Allobro⸗ 
ger geſcholten / wie beyin Juvenale zu ſehen. 
"Apoilinaris’Sidonius lib, 3. Epiſt. 3. von 
Den Arvernis redend/ bezeuget/ quod in 
Arverniam undique gentium ‘confluxe- 
zint tudialiterarum, ubi\fermonis Celtidi 
{quamamdepofitura nobilitas ;nuncora- 
%torio ftylo,nuncetiam cameenalibus mo⸗ 
dis imbuebatur. Hieronymus lobet auch 
an einem Orte ubertatem nitoremque 
Salliei lermonis von welchem ferner nach⸗ 
zuleſen Savaro ad Apollinaris Sidoniilog, 
citätum, und Crelollius Vacat, autumnal, 
tib. 1.cap: 4. wie auch Picardus in einem 
abfonderlichen Buche genannt Celtop@- 
dia, Damit twir aber auff die näheren 
Seiten kommen / und auffdie Landſprache 
an ſich ſelbſt / fo ift zu wiſſen / daß vor den. 
Dtaliaͤnern und Spaniern / ja auch 20 
4. 





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2 0 0 ae ce de [ 


mt MORE? aa. 243 

Theil den Teutſchen / fo die gemeine rei⸗ 
mende Poeſie außgeuͤbet / nicht leicht eine 
Nation geweſen / darinnen mehr Poeten 

ſich befunden / auch mehr Wercks von der 
Poeterey gemacht / als eben bey den Fran⸗ 
tzoſen. Claude Fauchet ein berühmbter 
Frantzoſe / hat in einem Buche / deſſen 

titul. Recueil de ł origine de la Langue & 
Poeſie Francoife, Ryme & Romans weit⸗ 
laͤufftig von dem erſten Urſprunge der 
Frantzoͤſiſchen Poeteren gehandeit/ und 

ein Regiſter der Autorum und der von 127. 
Tichtern vor dem 1z00fen Jahr geſchrie⸗ | 
benen Poetifchen Wercke / gefeget/twelches 
alles der Verdier in feine Bibliorheque is 
berfeget, Der erſte / den er her bey brin⸗ 
get/ iſt Mr. Euftace welcher zu Friderici 
Barbaroffe Zeiten im Jahr 1ıs5.gelebet. 

Sie find aber faft alleProvinciales, fvelche 

vor allen andern in Franckreich ſeder zeit 

den gröften Ruhm gehabt/undderen Le⸗ 

ben in einem abfonderlichen Buche Johan- 

nes \Noftredamus befchrieben; Dieſe 
Poetz Provinciales wurden: die jenigen 
genannt welche in Aquitanien wohnten / 

und zu Tolofa ihre Verſamblung hatten. 
Denn ſeit dem Aquitanlen den titu) eines 
ir Konig⸗ 


En Ze nn ng 2 





Taa _Dasl. Cap; Von der Frankofeh 
Konigreichs gehabt / iſt Tolofadie Haupt⸗ 
ſtadt geweſen / und hat man daſelbſt alle 
Aerlchkeit des gantzen Landes gehabt. 
iewar gleichfamb eine Quelle / woraus 
das ganze Land geſchoͤpffet. Es iſt be⸗ 
fannt / was ſchon Aulonius ihr vor Lob⸗ 
ſpruͤche geſchrieben. ‚Strabolib, 4.fchreibt 
von den Aquitaniern / dag fievor keine 
Barbarn zubalten fondern faft alle die 
KRömifche Geſchicklichkeit Sprache und 
Rebensart an fih Hätten: Sulpicius’Se-. 
vertis in’ vitä S: Martini macht gar einen 
LUnterfcheid unter einem Gallier und A- 
Quitanier, und eignet dieſem die Hoffſpra⸗ 
che / jenem aber die Bauer ſprache äh 
Dieſe Zierligkeit it durch alle Zeiten ge⸗ 
blieben / wiewohl ſie von Jahren zu Jah⸗ 
ren ſich in etwas geändert. Und dieſes 
war eben die Ur ſache / warumb fie Roma- 
ni, Romains, und ihre Sprache Roman 
ift genannt worden / und Daß die Koͤnige 
ſich anfangs Roys desFrangois&desRo- 
mains geſchrieben. Nachgehends / wie 
die Gotben und andere Nordifche Voͤl⸗ 
cher allesüberftrömten / baben fiedie 
Sprache in fo weitgeändert / dag man 
dennoch die Sußftapffen der alten re 
St \ 1) 3. 











ABER BR. 12 1 GE RE ta 
nifchen ſehen koͤnnen / "die aber mit der: 
Frembden ſehr gemiſcht war / da ſie ingua 
RomanaRuſticagenannt worden. Wel⸗ 
che Sprache hernach geblleben / darinne 
noch das formular des Eydes zwiſchen 


Carolo Calvo, und Ludovico Germanico 


verfaſſet / das Nithardus lib z. erwehnet / 
und Marquardus Freherus mit Anmer⸗ 
ckungen heraus gegeben. Dieſe Roͤmi⸗ 
ſche Sprache iſt die Provencal Sprache 
auch genennet worden / und die Voͤlcker / 
die ſich Deren gebraucht / nannte man Pro· 
vinciales. Es waren aber die Voͤlcker 
Franckreichs damahls durchgehends in 
Fr ancken / und Provinciales getheilet / un⸗ 
ter den Provincialibus; begrieff man die: 
bon Languedoc; die BurgunderzdieAlle- : 
mannosund Gafconesz;welche die Gothi⸗ 
ſchen ‚Provinciales genannt «.tvurden. 
Sen diefen iſt dag Poerifiren fehr gemein 
geweſen / davon auch der Nahme der Ro- 
manenundRomancen gekommen / weil 
ſieſich dergleichen Fabein zu erfinden ſehr 
angelegen ſeyn lieſſen. Es meinen auch 
etliche / Daß die gantze Art zu reimen von 
Ihnen hergekommen / welches ichnicht für. 
gaͤublich halte / Baron aber in folgenden 
30 | mi 


D—[ [ 





346_ Das L:Eap. Don der Frangofen 


mitmehrem foltgehandelt werden. Es 
bat fo viel finnreiche Geifter die emula- 
tion der unterfehiedlichen Heren auffge 
weckt. Dann / da ein jeglicher feinen eige⸗ 


nen Hoffangeſtellet / umb diefelben bes 


rühmbt zu machen / hat man alle luſtige 
und kunſtreiche Koͤpffe an ſich gezogen / 
welche ſich denn in groſſer Zahl eingefun⸗ 
den / da ſie gemerckt / daß die Herren ihr 
Lob gern außgebreitet geſehen /und ſie 
ſelbſt Ehre und Belohnung davon zu ge⸗ 
warten. Dadurch ift die Poeterey in fo 
groffen Ruff und Auffnehmen gekom⸗ 
men/ daß auch der Adel’ ia ſelbſt Koͤnige / 
Der und Graffen / dieſes Lob begierig 

uͤchten / auch die vornehmbſten Frauen 
und Jungfrauen / Theil daran zu haben 
verlangten. Die Provincial⸗Sprache 
ward fo hoch gehalten Daß auch die Außr 
laͤnder als Spanier und Italiaͤner / hier⸗ 
innen zu ſchreiben anfiengen / hernach wie 
die Italiaͤner ihre eigene Sprache auch 
etwas außzuuͤben angefangen / fo haben 
ſie doch die meiſten Zierligkeiten von der 
Provincial-Poeten Erfindungen genom⸗ 


men / wie foldyes Bembuslib.r. "Prof. be 


zeuget / woraus die Oerter Borellus inder 
Vor⸗ 





J 


Poetetren.47 


Vorrede ſeines Buchs Trefor de Recher- 
ches & Antiquites Gauloiſes angefuͤhret. 
Es ift unter den Provincial Poeten Ar⸗ 
naud Daniel geweſen im Jahr ııgo/mels . 
chem Patrarcha viel gute Erfindungen abs 
geſehen / wie beym Verdier angemerckt ift/ 
und gedenckt Petrarcha feiner ſelbſt in Tri- 
umph. Amoris.c.4. Hernach haben auch 
die Srangofen/ nachdem unter ihnen die 
‚Dofifiatt auffgerichtet / esden Provincia- 
libusnachmachen wollen / aber es iſt gegen 
der Provincialium Poeſie die ihre nicht 
zu ſchaͤtzen / welche mehrentheils das befte 
aus den Provincialibus berauggenom: 
men. Man hat eigene Zuſammenkunff⸗ 
‚fe/Comitia Po£tica, angeftellet/worinnen 

man die Berfehergefagt / und umb den 
Sieg geftritten. Der Ort ifi genannt 
worden Cour d’ amour ,. undder Auß⸗ 
fpruc) arreft d’amour, weil die Ber ſe von 
Liebesſachen gemeiniglich gehandelt. 
Es find aber keine leichtfertige grobe Zo⸗ 
ten vorgebracht morden/fondern ehrliche 
Schertze. Worüber die geebrtefte Ma- 
tronen den Außfpruch gegeben/denn die 
ie batten in folchen Ergögungen ihren 
aeitvertweib/ wenn die Dränne des Are 
n 2 gt 





— — — —— 


NE REES | 


a a Tr re ee ee TE — 


oblagen / und ihrein Ver ſen beſchriehene 


148 Das 1. Cap. Von der Frantzoſen 


ges warteten / welche aber zu-Haufe ihren 
Zurnierfpielen und dergleichen Ubungen 





Züge und Siege ihrem Urthelübergaben. 
Dieſer Cour.d’ Amour wird hin und wie⸗ 
der ben. den. Doeten felbft/audyben einigen 
Hittoricis gedacht. Vor dieſem hat man 
zu Toloſa dergleichen Verſamblungen 
auch — genannt worden Col⸗ 
lege. de lafcience de Rhetorique oder.de 
Ley: ſcience. Die Spiele anfich ſelbſt 
nd Jeux fleureaux oder Floralia ge⸗ 
nannt / wurden alle Jahre den und zo⸗ 
Maji gehalten. Aus ſolchen Zuſammen⸗ 
kuͤnfften wurden reimweiß geſchriehene 
Briefe durch die gange-province außge⸗ 
fertiget / und alle vortrefliche ingenia ein⸗ 


geladen ihre Carmina öffentlich her zuſa⸗ 


gen. Es wurden ſieben Maͤnner hierzu 
erwehlet / welche Maintenodors del gay ſa⸗ 
ber genannt worden. Am erſten Mey⸗ 
tage / wur den die Carmina vorgeleſen / des 
Zages.hernach Hieltstian der Belohnung, 

halber a am letzten des Map. wur⸗ 

den die‘ OS Aldi Violette, | 
Jor und der Zitelv le Docteur en gaye, 


eneðã Vetnoch hat TOR AH den POT 


"ER 2 } - 





WWetetey. 149 
gen Dreifen noch zwey andere filberne 
Blumen getban: "Die Gefege in diefen 
Spielen waren folgende. Kein Keger 
ward dieſer Blume fähigerfannt / auch 
feine Frauensper ſon / wo fie nicht von ſon⸗ 
derlicher Gelehr ſamkeit / auch ſchweren 
koͤnte / daß ſie ihre Verſe ſelber verfertiget. 
Welche eine Blume erhalten / koͤnnten 
nicht eher / als nach drey Jahren umb die 
andre anhalten. Es koͤnnte keiner ein 
Baccalaurens werden / er haͤtte denn eine 
Blume uͤberkommen / keiner ein Doktor, 
es haͤtten ihn denn erſt die Maintenedores 
und der Cantzler examiniret in allen Stuͤ⸗ 
cken der gaye ſcience, wie ſie es nennten. 
Nachdem muſte er in gebundener Rede 
anhalten umb den Stul/ oder Catheder, 
umbdas Buch/ undden Hut / morauff 
dann in Verſen geantwortetiward/ und 
ihmalleszuerfannt. Denen / die die vor⸗ 
nehmbſte Blume / la Violette genannt / 
überfamen/ wurd deritituldefin aymant, 
eines ‚freuen Biebhaberg gegeben. Die 
ſes alles hat ſehr weitlaͤufftig und mit allen 
Umbſtaͤnden / aus den alten Schrifften her⸗ 
vor geſucht der gelehrte Mr. de Cafeneuve 
ſeinem Buche / deſſen Titel / 1Origine 
Bil 3 | es 


“ 5 





sro Das J.Cap. Bonder Frankofen 
des Jeüx-fleureaux de Touloufe, welches 
zu Touloufa felbft im Jahr 1639. heraus 
gegeben. Don deffen gelehrter Hand 
wir noch viel ſchoͤnere Schrifften / von 
Franckreichs antiquitdten/ zu erwarten 
Fehabt / wenn ihn nicht der Tod zu fruͤh⸗ 
eitig hinweggerafft. Es ſcheinet / daß 
ernach erſtlich hervorgekommen diejenb 
gen / die ſie Troubadours, Trouverres, 
Chanterres, Jougleurs, Conteours gP 
nannt. Die Troubadours oder Trou- 
vVerres waren die Erfinder der Reime und 
Der Lieder / die andern fpielten fie auffal 
(erhand Inftrumenten , oder fangen fit 
auch. KHarsdörffer in feinem Specimine 
Philolog.Germ. difquif, 9. $,6. wirfft die 
fe Troubadours und Poetes Provencales 
untereinander/und ftellet ein Bildniß vor / 
fo er auß dem Chaftueil genommen: Mon 
dieſem fan Claude Fauchet invorerivehn? 
tem Buche chap. 8. nachgefehen werden. 
‘ Wir fehen hieraus die Preißwuͤrdigkeit 
diefer vortreflihen Nation, welche zu je⸗ 
Derzeitden Berftand außzuuͤben / und die 
Sinnreichen Rünftezur Vollkommenheit 
zu bringen / ſich bemuͤhet. Wir ſehen / 
wie ſie auch ſchon zu der Seit den als 
| nichts 


oeterey. 158 
nichts zuvor geben wollen / welche ihre 
Ludos und Agones Poéticos, zu Erwe⸗ 
ckung munterer Gemuͤther / angeſtellet. 
Man kan noch auß den fragmentis, welche 
bey Claude Fauchet, Noſtredame, Verdie- 
re, und in abſonderlichen Wercken vor⸗ 
handen / ſehen / was fuͤr ein Geiſt aus den 
Schrifften hervor kuchte, deren ſich auch 
die Italiaͤner / und der finnrefthe Petrar- 
cha felbft, an verfchiedenen Drten bedies 
net/ und welche noch jego unſre fo zarte 
Ohren wohl vergnügen Fönnten/ wenn 
nur die Erfindung in ein zierlicher Kleid 
verhuͤllet. Wie, die Spiele endlich in 
Abganggeriethen/ ſo iſt dennoch die Luſt 
zu dieſen Wiſſenſchafften geblieben / und 
hat ſich von Jahren zu Jahren vermeh⸗ 
ret / auch die Wiſſenſchafft ſelbſt gebeſſert. 
Es iſt nicht dieſes Orts / alle und jede Fran⸗ 
tzoͤſſſche Poeten / ſo nach und nad) entſtan⸗ 
den / auff den Fingern herzuzehlen. Wenn 
man des Verdiere Bibliothec nur durch⸗ 
laͤufft / ſo wird die Zahlder Poeten die 
gröftefenn / davon er bißweilen ſehr an⸗ 
nehmliche Proben herbenbringet: Und 
iſt nicht zu leugnen / daß ſie an der Zah lan⸗ 
dern Nationen weit überlegen ſinð / inſon⸗ 
ta derheit 








0352 Dasl.Cap Wonder Frankofen 


derheit wenn wirdiealten/ Die .Veerdiere 
auffgezeichnet / den neuen hinzu. thun / die 
theils von dem Soreberwehnet / theils noch 
täglich neugebohrensverden: Es iſt auch 
der Fleiß zu loben / daß ſie nicht leicht etwas 
artiges und zierliches / es ſey eineSatyra, 
ein Epigramma,oder ſonſt etwas / uͤberge⸗ 
hen / ſondern in gewiſſe Bücher Oeuures 
meslees;' Pieces nouvelles, Mercuresga» 
lantes, und dergleichen/ verfaffen. Sorel 
in feiner Bibl.-Francoif. c. 10. zehlet ben 
ſechs oder ſieben Bücher von ſolchen auß⸗ 
erleſenen Poematibus, und rühmmet fie ſehr 
hoch Daer ſagt / daß einige von Frau⸗ 
ens⸗Perſonen darinne gemacht / die alle 
Dee Maͤnner Wercke uͤbertreffen. Nur 
etliche der vornehmbſten zu gedencken / fo 
iſt wohl einer mit von den erften /: welche 
nach der alten Provincialiſchen Poeſie / 
Die heutige. auff die Bahn gebracht / 
Clement Marott. welcher / da er fein Ge⸗ 
lehrter / dennoch ein Frantzoͤſiſches Car- 
men von ſonderlicher Artligkeit geſchrie⸗ 
ben. Inſonder heit find ſeine Epigram- 
mata ſo wohl gemacht / daß ſie vor andern 
en Preiß haben / und wiſſen / die 
m dergleichen geſchrieben / ihnen 
PTR I ‚feine 











Tr —— | 


+ 


Rear Mbetelliy:n 2 1°’ DB 273 
feine Erfindungen wohl zu Nutze zu ma⸗ 
chen. Scævola Sammarthanusy ſo ſelbſt 
ein guter Lateiniſcher und Frantzoͤſiſcher 
Poete geweſen / giebt ihm in feinen Klogis 
dieſes Zeugniß. Si literæ ipfi adfuiſſent, 
vixulluserat futurus Poeta melior. Hoc 
certe Galliæ præſtitit, quod, cum illius 

temporis ſcriptores ſermone uterentur 
tam impuro, ut non intelligi poſſentpri 
mus in meliorem aptè & dilucideloquen- 
di viam ingreſſus ſit. Naͤchſt diefem kan 
ich den Konſard dar ſtellen / welcher zu ſei⸗ 
ner Zeit das groͤſte Rob der Frantzoͤſiſchen 
Poeſie er halten. Sammarthanus nenne 
ihn Poẽtarum ab omnihus ſeculis ſecun⸗ 
dum Maronem faeile principem , und hat 
ihn mit einem herrlichen Lateiniſchen Epi- 
taphio verehret. Der Koͤnig Carolus 
IX. hat ihn gewuͤrdiget mit unterſchied⸗ 
lichen Frantzoͤſiſchen Garminibus, welche 
Ronſard beantwortet. Er iſt von den 
vornehmbſten gelehrten Leuten einem 
Phoͤnix gleich gehalten worden. Mure- 
tus hat nebſt andern feine Berfemit com- 
mentariis außgezieret. Neben ihin find 
verſchiedene andere geweſen / als Jean An- 
toine de Bait, Jam AnRHP N PRRIDE 
Fr J7 





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I eu ee — 


sa Das J. Cap. Vonder Frangofen 


— — — — 


de Tyard, Eſtienne Jodelle, Remus Bel- 
leau, Eftienne Pafquier,Olivier de Maigny, 
1.de la Perufe, Robert Garnier, Jean Paſſe- 
rat, Perron &c. Aber fein Stern hat alle 
verdunckelt / und haben fie ihm alle gerne 
den Vorzug gelaffen. Es iftfrauneine 
ſonderliche Artligkeit in feinen Sonneten 
und Dden/ in welchen er / nad) Scaligeri 
Ürtheil etwas ſonderliches hat: Eriſt 
von hohen Einfallen / die er aber ſelbſt biß⸗ 
weñen verſtellet / indem er gar zu viel Ge⸗ 
lehrſambkeit / erweiſen will. In ſeiner 
Franciade aber fällt dieſer Geiſt ziemlich 
weg / denn ein Heroicum Carmen muſte 
mit einem gröffern Nachdencken und Ur⸗ 
theilgefchrieben werden. Du Bartas: Der 
das Werck der Schöpffung in Srantzöfl 
(chen Werfen befchrieben / ift mehr einem 
Hiftoricoale Poetenäbnlich/ ſelhſt nach 
Sc. Sammarthani Urtheil. Er aftedtiret 
fehr die Zufammenfegung dee Wörter / 
nach Artder Sriechifchen beyin Flomero 
und Pindaro. Welches aber in Der 
Srangöfifiyen Sprache gar eine unfoͤrm⸗ 
liche und frembde Redensart machet. 
Malherbe, der die groͤſte Lieblichkeit und 
Kunſt zuſammen verbunden / ward 








Poeterey. Ar 155 
feinem Reben. von wenigen hochgebalten. 
Penner hatte viel Neider und / viean 
ihm was zu loben funden / wollten ihn vor 
keinen Poeten / ſondern vor einen außbuͤn⸗ 
digen Verßmacher halten / weiler fich 
mehr mit Überfegumgen/ als mit eigenen 

. Erfindungen’ hervor gethan. Es mel⸗ 
det Davon Balzac an einem Drte feiner 
Schrifften / daß / mie eines feiner Sonne 
ten in einer vornehmen Sefellfchafft vor, 
gelefen worden / habe manallesdaran 
verwundert / ehe man feinen Rahmen ger 
hoͤret / ſo bald aber dieſer kund worden / 
habe man alles getadelt / und waͤre nichts 
gutes daran geweſen. So ſeltzam faͤllt 
bißweilen das Urtheil der Leute! Nach 
ſeinem Tode aber hat man mehr Wercks 
von ihm gemacht / und auch die geringſten 
Bellen von ihm in dem groͤſten Werthe 
gehalten. Der gelehrte Biſchoff Go- 
deau welcher felbft die Pſalmen Davidg in 
die fauberften und zierlichften Frantzoͤſi⸗ 
fhen Verſe gebracht / hat zu feinem oͤobe 
eine eigene Schrift auffgefegetsmorinnen 
er ihn nenne!’ honeur defon fiecle,les-de- 

cesdes Rois, amour des Mufes, & un 
de leurs plus accomplis chefd' oeuvres. 
* | Der 





- a mn re ee 
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a Tr er —— a '?- 


ırs Dasl. Cap: Vonder Franßoſen 


Der heruͤhmbte Menage, welcher ſelbſt die 
ziertichften Srangöfifchen Verſe geſchrie⸗ 
ben / bat des Malherbe Verſe mit einem 
anfehnlichen Commentario beehret/ wel⸗ 
cher in der Vorrede eines Mr. Chevreau 
gedencket / der gleichfalls uber diefe Poe- 
mata Anmerckungen gefchrieben. Herr 
Menage ſcheuet ſich nicht ihn allen ſeinen 
Landsleuten vorzuziehen. Balzac, in ſei⸗ 
ner Lateiniſchen Briefe einem an den Sil- 
honp. m. 196: giebt ihm den gröften Lob⸗ 
fpruch. Primus Francifcus Malherba, 
- inprimis viam vidit,quaireturad carmen, 
atque hane inter erroris & infcitia caligis 
nem ad veramlucem reſpexit primus, ſu⸗ 
perbiſſimoque aurium judicio. ſatisfecit. 
Non tulit; noſtros homines, inventistru« 
gibus , amplius BaAampayeir. Docuit- 
uid effet pure & cum religione ſeribere. 
cuit; in vocibus & fententiisdele&tum 
eloquientizefleoriginem , atque.adeo re- 
rum;verbörumquecollocationem aptam⸗ 
ipfis rebus & verbis plerunque potiorem 
eſſe. Sernerfagter/ Perfpicacimaxime 
& caltigatojudicio plurimainfe , in aliis 
nimiumpenemultainquirens , finxit& 
emendayit civium fuorum.ingenia, Fate 
*2 | elici 





* 


nn Moe. 


TE 157 
felici ſucceſſu, utelegantiorum autorum 
tarbam, qua nuncGalliacelebratur, una 
ipfius difeiplina Gallie dederit.  Manfan, 
ein mehrers daſelbſt lefen. So urtheilte, 
Diefer-trefliche Mann von Malherbe , uns 
ten welchen und Ronfard er. eine Verglei⸗ 
ung angeftellet/Entretien X XXI. dar? 
innen er diejenigen anſticht / die den Ron- 
fardjenem vorziehen wollen... Inſonder⸗ 
heit hat Richeler, einCommentator des 
Ronſards, einige Verſe wieder Malherbe, 
gemacht.n Es iſt aber nicht zu laͤugnen / 
daß Maiherbe an unterſchiedlichen Orten 
ſich des Ronſards gebraubt:- Von die 
ſen und andern Dingen Fan nachgeſehen 
werden Mr. de Racan in feinen Meinoires, 

our.la vie.de Malherbe. Diefein Mal-, 
erbefolgteTheophile, welcher / indem, 
erdieflieffende und leichte Art zu fihreiben, 
Sau will / auff eineniedrige Kindir 
everfaͤllt. Er folgt mehr ſeiner Phan⸗ 
taſen als dem guten Artheil./ undiftbey: 
ſeiner Verwegenheit offtmahls glücktich. 
Voitures, har-luftige ‚Einfälle in feinen H⸗ 
den / aber / da er die Rede er heben follz, 
falt-er zu niedrig/ und iſt nicht bequein ⸗ 
durch hohe Außblldungen / die dem — 
* 





I ai AA er ne te ae Kein äh P 


nn. Mn a Bee ee ee Eee 
— 





— — —— — ———— — 


Characteri zuſtehen / eine groſſe Sache 


vorzuſtellen. Sonſt bat er in Scher⸗ 


gen, Auffzuͤgen / und andern feſtivis den 
HPreiß vor andern. In den Comodien 
haben die Frantzoſen ſich ſehr hervor ge⸗ 
than / und hat es niemand höher gebracht / 
als Moliere, wiewohl er die Regeln der 
Kunft / fo Ariſtoteles vorgeſchrieben / 
und derer anderefich gebraucht / weituͤ⸗ 
berſchritten. Er iſt aber dennoch gluͤck⸗ 


lich geweſen / und bat feine verwegene 


Sinnligfeit fich ben allenbeliebt gemacht / 


obergleich / wieder der Comadie Gef 


tze / di vornehmbften Leute des Hofesund 
des Bandes aufden Schauplatz gebracht / 
und mit ihnen feinen Scherg getrieben. 
Sein Mifantrope ift wohl eins der beſten 
Spiele / dieer jegemadt. In Trag®- 


dien hat man den Corneille und andere 


gehabt / welche dag ihre wohl gethan / aber 
es iſt nicht die Krafft der Woͤrter und der 
Augbildungen/ welche bey den Griechen 
iſt. Corneille iſt durch die Cid erſtlich 
empor kommen / welche / mit unglaͤubli⸗ 
chem Vergnuͤgen des Hofes und des 


Volcks / ſo offt iſt auff den Schauplatz ge⸗ 


kommen / daß man ſich nicht daran — 


TE u 2 Ge 


| Poeterey. OB: 
genfönnen. Eswurden / auf des Cardi · 
nal Richelien angeben einige Zuſammen⸗ 
kuͤnffte gehalten / dar innen von allen die⸗ 
ſes Werck gar genau geurtheilet ward / 
welche Urtheile hervor gegeben / und iſt 
dasſenige / was ſie getadelt / wieder von 
Corneille verthaͤdiget worden. Der 
Herr deScudery , hiedurch auffgemun⸗ 
tert / hat eine Tragoedie erfunden / deſſen 
titul, NAmour Tyrannique, welche dem 
Cardinal gleichfalls ein groffes Vergnuͤ⸗ 
gen gegeben. Es hat der Corneille ei» 
nen Bruder gehabt / ver ihm hierinne 
nichts nachgegeben / er aber hat endlich die⸗ 
ſe —— ——6 laſſen / und ſich 
auff den Kempis delmitatione Chritti , in | 
Frantzoͤſiſche Verſe zu uͤberſetzen / bege⸗ 
hen. Von andern Comesdien und Tra- 
gedienſchreibern / mie auch von den 
Schauſpielen ſelbſt Tan Sorell gelefen 
werden in feiner Bibliotheque Francoife 
 chap. 10. Ps 208. Regnier in feinen Sacy- 
ven ift zwar ſinnreich aber etwas grob 
Dem Rablais fehlet die Zierlichkeit dieſer 
Ay Überhaupt von der Frantzoſen 
Deteren zu urtheilen / fo findet man ins⸗ 
. gemein Lebhafftigkeit / und —— in 
| 0,7 








a 0. re 














160 Das LCap. Von der Frantzoſen 


Worten und Gedanckenſie ſind ge⸗ 
ſchwinde und weit ſchweiffend/ ungedultig 
zu langem nachſinnen / uͤberfluͤsſig in der 
Rede / welche natuͤrliche Eigenſchafft ſe zu | 
hoben: tieffſinnigen Wercken ungeſchickt 
macht. Ich würde mich ſcheuen / ſolches 
zu ſchreiben /Wwenn nicht ihr ‚eigener 
Landsmann Renatus Rapinus, der Latei⸗ 
niſche Verſe geſchrieben / die des Vrgilii 
ſeinen ſo ähnlich ſind / ale ein Ey dem an⸗ 
dern / in ſeinen in Frantzoͤſſſcher Sprach 
geſchriebenen KReflexionibus über des Au 
‚ riftotelis Poetic,pare. .xefl ꝛ5 dieſes be⸗ 
kraͤfftigte / welches wir aus der Engliſchen 
Uberfegung: lauft; Teutſch hieher ſetzen 
Wir moͤgen uns ſelbſt mit unſerm 
Verſtande und mit dem Sno un⸗ 
ſrer Nation ſchmeicheln / aber unſer 
Geiſt iſt nicht gnug erhoͤhet / umb 
groſſe Außdildungen (ideas) zu 
machen: Wir hemuͤhen uns mit 
kleinen Dingen / ſind in groſſen Din⸗ 
gen kalt / und erſcheint in unſerm 
Wercke kaum ein Schatten der ho⸗ 
hen oelie, Degen Form uus die alten. 
Poeien/als/ Virglius und Romerus, 
hinterlaſſen Am andern Orte Ketlex 
0ER 30, ſagt 

| | 


did 
. 


we: * 


Worte gebraucht: er. ſich) Deffener uns 


geshrieben / welches dennoch in einigen 


voeteten ‚12 _ win 
ze fagt er / daß in der Frantzoſen 
Tichterey die Logica , oder/ Ders 
nunfftkunſt / nicht gebraucht werde/ / 
ſondern es ſey insgemein lauter be 
danterie,9der/Nönienfe, (Denn dieſer 











zehlige Exempel / aus dem du bartas 
und Ronfard,beybringen wolle. Ob 
nun zwar diefer vortreflihe Mann auffs 
richtig in feinem Urtheilift / fo ſcheinet eg 
doch / wo ers von den heutigen verftanden 
haben will / etwas zu ſtreng zu ſon. Es 
iſt kein Hauptwerck geſchrieben ſeiner 
Meinung nach / das dem Virgilio nachah⸗ 
me. So wundert mich doch / daß er des 
Chapellaine nicht gedacht / dereinHeroi- 
cum Poema yon der Puella Aurelianenſi 





Werthe gehalten wird: Auch mag des 
Heren deScudery ſein Alaricmwoll gepries 
gen. werden. \ Sorell gedencfet noch dee 
Pere le Moinele Saint Louys, leS, Paul de 
"M.Godeau,leMoyfe fauv& deM.deS. Ay- 


manit; le ClouisideM. Definarefts, le David 


Fe 5 


M. de Lesfargue. So hat auch) der 
Herr Sorbier eines von dein Carolo M, 


“oder fein reſtabliſſement de l’empireRo- 
J main 





262 Das J. Cap: Von der Fran kofen 

main verſprochen / wovon er den Anfang/ 
in feinem Buche von der Frantzoͤſiſchen 
Sprache / fehenlaffeni Aber hiervon’ 
als unbekannten Dingen / iſt nicht zuur⸗ 
theilen. Rapinus ſchreibet von den Eclo- 
eis daß ihrer Landsleute keiner einige 
tüchtige geſchrieben / da doch Menage un⸗ 
ter ſeinen Frantzoͤſſchen Poematibus et⸗ 
liche hat / an welchen der ſcharffſichtigſte 
nichts zu tadeln finden ſollte. Die heute 
ſchreiben / befleisſigen ſich ſolcher Reinlig⸗ 
keit und Zierligkeit / als immer erdacht wer⸗ 
den fan / daes faſt unmoͤglichiſt / Die 
Scharffſinnigkeit ſo vieler gelehrten Leute 
zu vergnuͤgen / wann man ſich nicht / ei 
vollkommenes Meiſterſtuͤck hervor zu 
bringen / getrauet. Es wird nicht alles 


zu unsberausgebracht / wuͤrde alſo ſehr 


gut ſeyn wenn das Werck von Mr. Colle- 
ter ans Tage⸗Licht kommen ſollte / welcher 
von dem Reben der Frantzoͤſiſchen Poeten 
ein Werck geſchrieben / das Menage in ſei⸗ 
nen Obfervat. über Malherbe p. aꝛo. ſehr 


ruͤhmet. Es iſt noch einige kleine Nach⸗ 


richt zu finden in des Sorelle Bibliotheque 
Francoife chap. 67. Welcher aber mehr 
ein Panegyrifte, und Nomenclator a; 


18 


ine EEE — 
— —ñ— — —— 


m ERDDRDBe nn RE 
Genfor iſt. Man iſt auch bemuͤhet / die 
Sprache ſelbſt in die richtigſte Verfaſſun 
zu bringen / wie denn von dem Cardinal 
Richelieu ein eigenes Collegium darzu 
angeftellet / und von vielen vornehmen 
Leuten darinnen gearbeitet iſt. Es ward 
genannt / Academie Francoiſe, davon eine 
Hiſtoriſche Relation an den Tag gegeben 
iſt / worinnen von diefes Collegii Auffrichs 
tung / Drdnungen 7 Ort und Tageder 
DBerfamblungen/und andern denckwuͤr di⸗ 
gen Dingen / Die Darinne vorgegangen 4 
bondenen Academicis und Gliedern defa 
felben gehandelt wird. - Es iſt hieraus zur 
gehen / wie weit man in dieſein Wercke ges 
kommen / und gebem es die heutigen 
Schrifften zum theil zu erkennen. Ob 
gleich der vornehmbſte Zweck / nemblich die 
Verfertigung eines Dictionarii » feinen 
Fortgang nicht gehabt. Sorell hat in ſei⸗ 
nee Bibl. Francoiſ.p.iꝛ.du progrezdela 
langue Francoiſ. eine vollformmene Er» 
zehlung / wie die Sprache durch jedefecula 
gefiegen/und in feinemerftencapite, dela 
purete delalangue Francoife, handeit er 
vonden Autoribus, die hierinne bemuͤht 
geweſen. DIE boch nun gleich die er 
; 2 es 


a u u nn u u"), ©, 201,088 





"464 Dael. Cap. Von detgrannoſen 


beſſerung der Sprache ſich er hoben / ſo kan 
wM boqh nicht des Herrn Sorbier Meinung 
billigen / der unter dem Nahmen Labou⸗ 
seur, ein Buch her auß gegeben / mit dieſer 
Ulberſchrifft Avantages de la angue Frau⸗ 
eoife für la langue Latine: Worinnen er 
eriveifen will / daß die Srangöfifche Spra⸗ 
che vollkommener fen/ als die Lateiniſche 
obgleich RenatusFrancifcusSlüfus, in ei⸗ 
nigen Lateiniſchen Briefen / Das Gegen⸗ 
heu wieder ihn behauptet. Sein vor» 
nehmbſter Grund ift / meildie Frantzoͤſi⸗ 
ſche Sprache die Gedancken viel richtiger 
undordentlicer außdruͤcke / als die Late 
niſche / die die Woͤrter und Meinungen 
verwerffe / und nicht / ſecundum conci⸗ 
piendi modum, alles außſpreche. Nun 
if zwar dieſes nicht nur der Frantzoͤſ⸗ 
ſchen / ſondern vielmehr der Teutſchen eis 
gen / und beruhet hierinnen die natürliche 
Ubereinftimmung. Die Sriechifche und 
Sateinifehe Sprache aber / find auffeint 
£unftreiche Abmeſſung der Sylben gerich⸗ 
tet / wornach die gantze Zuſammenfuͤgung 
des Periodi ſich ſchicken muß. · ErSorbier 
hat / zu Behauptung ſeiner Meinung / die 
30. Ode des a. Buchs auß dem — 
* ran⸗ 





— 








Poeterey 865 


| — — eben ſo viel 
ðtrophen und Verſen / zu erweiſen / daß 
die rantzoͤſiſche Sprache / mit eben ſo viel 
Worten / eine ba co —— kön: 
1. . wre s hat Haacus Vo jus in feinem: 
2 e; de Poeimatum G Bea 39. ‚Diele 
eine Dieinuing, mie fehr gufen Gründen 
widerleget / und wird in folgenden noch 
mit mehren bievon geredet werden. : De 
err Godeau;in feiner Vorrede uͤber deß 
alherbe Poemata, iſt faſt einer gleichen 
Meinung / daß er der rangofen Art zu 
——— — — — 


——— — 
von der Zraliäne Poste 


Junh alt. 


—F Helen aptache eine Mifoehent 
ateini — — den Landsleu⸗ 
er als die gateini ſche geſchaͤtzet / und in 
7 im haften Ber Mi äuifhe Een 
ingegenta Die Italiaͤni pra⸗ 
‚Se, unterſchiedlicher Art. Die —— iſt 

ebefte und doch mit:vielen Provencalifchen 





—* 


— 


Öffentliche 







—— en Pocten welche die Sprache 
"ausgehb ke Artheil re Dantes Schriſſtain 


| 
| 
| 
| 
| 
| 
— angefuͤllet. Dantes, Petrarcha und 
| 
Fran- 








166 Das I. Cap Wonder Itallaͤnet 
Francilcus Petrarcha, der groͤſte Poet feiner Zeit 
Ihm wird groſſe Ehre erwieſen. Hat durchaus 
su ‚der: Juriſterey ſich nicht bequemen wollen. 
Alexander Tallonus hat feine Rocmata ange⸗ 
riffen. —— Nico 
Villanus perachtete ihn gleichfalle. IBelche 
Dennoch beede gute Poeten geweſen. Cl. ron — 
jeht den Ronlardumdem bᷣetrarchæ unbillig vor 
mmentatores uͤber Petrarchaw. Seine 
umgereimbten Carmina. Unterſchiedlicher ge⸗ 
be Leute Urtheil von boccatio. — aus 
nl⸗ 


= 


ieſer dreyen Schriften. - Die alten Tolca " 
ſ ——— von etlichen ſonderlich auß⸗ 

ah Die doch beym Perrarcha mit geoffem 

dacht geſetzt. Nach diefemift P.Bernbus: 

J.Cafa gefommen; - Bembus hat.die barbariem 
aus dem Sateinifehen und Staliänifchen er ſtlich 
verwieſen. Lob des Caſæ. Seine Commen 
tatores. Victoria Columna und Margarefa 
Sarrochia vortrefliche Poetinnen. Arioſtus hat 
Bojardo was ee  Torquatus Taflusdee 


fe Seroifche Poer bey den Staliänern. ca | 
grofles Lob, Hat den Trifinum zum Vorgaͤn⸗ 
gergehabt. Sein Vater ein vortreflicher Poete. 
Hat bißweilen geraſet / und alsdann die beften Ver⸗ 
e gefchrieben.: Sein Gjerufälemme liberata 
iſt von Dietrich von dem Werder ins Teurfheie 
berfegt, Herr Buchners Urthel davon. eine 
andern Carmina, "Die Academia dellaCruf- 
zn fein erlöftes Jeruſalem in vielen getadelt. 
Paulus Beniushat ihn verthaͤdiget und dem Ho- 
f ' „PER 0 4 








Poeterenn 167 


mero: er Vir ilio vorgezogen. Belmontes 
Cagnolus, Paulus Guidottus Bur 5 | 
Durch dergleichen Pocmata feinen Ruhm verfleis 
nerniollen, "Mambriünds,Sangenefius urthei⸗ 
len auch nicht‘ zum beſten von Ihm. Welche aber 
nicht in-allen zu Bilfigemifind > Guarini Hirten⸗ 
ſpiel Paftor Fido, : Chrifian Hoffmanns Teut⸗ 
che Uberſetzung. Iſt auch von unterfchiedlichen 
Een und verthapiget worden, Mani groſo 
ſes Lob aus dem Lor, Gralſo. Sein ‚Adonis por 
etlichen gelobet/ von andern — all; une 
und — in feiner Pochii et> 
——— oͤmmt ihm: hierinne wenig zu ſtatten. 
theil vonden Oden des Chiabrera bon Girola- 
mo Pretiund Fulvio Teſti. Auguſtini Mafcar- 
di „ee von den Sstalianifchen Poeten Ita⸗ 
liaͤner find nachläsfigin AAN Teeichnung ihrer Poe⸗ 
ten. Gregoriö Leti,, Die Stalianifche Spras 
e iſt wohl auf eibet, NORA, della 
rulca wird ge Wie 


2) Pay kommen von den — 
zu den Itallaͤnern / als welche von 


IR 
jenen das Mufter ihrer. Zichts 
iſt genommen / wie ſie ſeibſt gefteben 
He n / und wir, ſchon im borigen Cap. 
Gndehibeet. Ei a Staliäniihe-5pra 





che eine unächre t der Safeiniichen? 
durch Vermifhung I nit der Gothiſche 
— Welche/ wi —4 alt 9 











gleich iſt / und ihrer Mutter an'gierlig | 
keit nicht zu vergleichen/fo haben doch die 
Sjraliäner dieſe ihre neue Baſtard⸗Rede / 
durch einen — —0 Na⸗ 
tur / immer hoͤher gehalten / als die auff 
richtige alte Lateinſche Sprache / die ſie 
Boch in die Welt gebracht / und dieſelbe 
andern Voͤlckern gelehret. Denn), da 
‚fie / dieſelbe billig zu ihrem alten Stande 
zu bringen / ſich hatten bemühen follen/ ſo 
Haben fie nody mehr frembde Nedensar 
ten vonandern Voͤlckern darzugebettelt / 
und / durch dieſe Vermiſchung / zierlicher 
zu machen / gemeinet. Franciſe. Flori 
dus Sabinuslib. x. ſucciſu klaget ſehr 
uͤber dieſe Thorheit feiner. Landsleute 
und fuͤhret deſſen Ur ſache an / wie auch 
Melchior Inchofer in Hiſtoria Sacræ Lati- 
nitatishb.3. cap. 16. welche hierüber Fön 
nen nachgeleren iwerden.- Es find au 
etliche auff dieſe Gedanken foininen/ daß 
E Die gemeine Fraliänifche hat 

ffentlichen Schrifften erhoben / und der 
Lateiniſchen vorgezogen / als Joannes 

Baptifta EvangeliftafPicenus ‚ in einer ab» 
fonderlihen Oratiöhl, und Alexänder 
J allon Penſieri diverſi #4. 9. qu. 15: Wie⸗ 

—J — der 





| BEER 211141379 ER 2.3 2 
der welche billig zu leſen iſt des Johannis 
"Nicolai Sauli Carreæe eines gelehrten 
Italianers / Brieff an Johannem Franc 
ſcum Gropallum, welcher un ter feinen an⸗ 
dern Briefen ib: 2: p. 129." zu finden. 
Worinnen er weitläufftig den Unfug ders 
ſelben darthut / und wie ſchaͤdlich ſolche 
Meinung ſey /’ erweiſet· Was num die 
Sprache anlanget / ſo iſt ſie nicht einerley 
Gattung von Anfang geweſen Denn/ 
gleichwie in Griechenland viel Dialecti 
waren / wegen der vielen Voͤlcker Hertz 
ſchafften und Nachbarfihafften / alfo ift 
es auch in italien geweſen An weicher 
Seite es Griechenland nahet / haben die 
Calabri die Griechiſche Spraͤche mit der 
jhrigen vermiſchet. Wo es an Franck⸗ 
reich ſtoͤſt / da haben die Ciſalpin viel von 
der Frantzoͤſſchen Sprache angenom⸗ 
men. Die Roͤmer und Toſcanier / wel 
dghe mitten in Italien wohnten / waren am 
wenigſten diefen Veranderungen unter⸗ 
worffen Die Toſcanier haben doch 
Mehr Zierligkeit/ als die Roͤmer / behak 
ten welche jederzeit von frembden Gaͤſten 
‚MD verunruhlget worden. Aber der 
Tofcanier Spracheift glelchwohl mit den 
— 15 Fran⸗ 


a NE 








170 Das. Cap. Bonder Italiaͤner 


Stansöfifchen Wörtern der Provincia- 
liumerfülleg, gewefen / wie Al. Taflonan 
vorerwehntem Orte ſaget /  Firenzem 
particulare ‚era piena allora diFrancefie 
di Provenzali. da’qualilalingua noftra 
prefe una infinita di vocaboli.. , Ihr er⸗ 
ſtes Auffkommen / und gleichfamb ihre 
jugend iſt geweſen umb das Jahr Chri⸗ 
ſti 300/. da Dantes, Petrarcha und Bocca- 
tius gelebt haben ./ als die erften Trium- 
viri unter den. SJtaliänifchen Poeten. 
Dieſe drey haben/ nach Melchioris Ineho⸗ 
ver Meinung / angefangen Die. gemeine 
Sprache außzuüben/fo wohl in freyer als 


gehundener Rede / weil ſie ſich nicht ge⸗ 


trauet / in der Lateiniſchen Sprache et⸗ 
was tuͤchtiges außzurichten / da alles da⸗ 
mahls in voller barbarie war· Wiewohl 
Petrarcha noch am meiſten darinne ge⸗ 
than / und als ein unvermutheter Stern / 
durch die tunckle Nacht hervor geleuchtek, 
Dantes iſt voll von alten Wortern / unter 
welchen doch ein tieffſinniges Weſen ſte⸗ 
det: Seine Poemata haben viel Wieder⸗ 
facher und Mertbädiger gehabt. Caftra» 
villa hatte zwey Bücher wieder. den. Dan- 
. tem geſchrieben / mwebhe Inpphus Mazonde 
1 | wider⸗ 


SUR 


* 


tn mm — U 


— — 


octereyxx 
widerleget / erweiſende / daß des Dantes 
(divin hominis, wie er ſagt) Comedia 
unbillig getadelt werde. Dieſen Streit 
haben nachgehends Beliſarius Bulgarinus, 
und Hieronymus Zobbius wieder erneu⸗ 
ert 7: deflen Außgang Janus Nicius Ery- 
thræus Pinacoth. Limag. 38. Pinacoth« II. 
imag. 21. außfuͤhrlich beſcthrieben. Jaco- 
bus Gaddius libro de ſeriptoribus tom.i. 
p.206. urtheilt von dem Dante; daß / mo 
fein Werck eine Comoedia fey /ſo uͤber⸗ 
treffe fie viel der Griechen und Rateiner / 
wo es aber ein Heroicum Poema zu nen⸗ 
nen / waͤre es allein dem Lateiniſchen des 
Virgil nicht zu vergleichen / des Homeri 
nen Schrifften aber vorzuziehen. 
'raneifeusPetrarcha , die Sierde feiner 
Nation, iſt vor ein Wunder feiner Zeit ge⸗ 
halten worden / und bar vondenvors 
nehmbſten Koͤnigen / und FürftenEuro- 
pæ Die groͤſte Ehre bey feinem Reben ge⸗ 
noſſen Mon welchen allen tweitldufftig 
handelt Thomafinus in feinen Petrarcha 
redivivo , worinnen er die Hiftoriefeineg 
Lebens außfuͤhrlich und mitallenLimb» 
fländen befchreiber/- fogär / daß er auch 
feiner fo gepriefenen. Rage wicht ar 
| en / 


õß õêû— ¶ ET 


27a Das Wonder Italiner 


ſen / und ihr Bildniß vorgeſtellet Der 
vornehme Rechtsgelehrte Cinus, welcher 
ſelbſt gute Italiaͤniſche Carmina geſchrie⸗ 
ben / wie Gaddius in ſeinem Buche de 
Scriptoribus bezeuget / hat ihn 
Rechtsgelehr ſambkeit noͤthigen wollen? 
aber er hat ſich gantz nicht hier zu beque 
men wolien /bdann er ſchreibet an ihn⸗ 
Studium ad quod me hortaris, fervileofll- 
cium reputo & maneipium omnihus 
præſtant, qui illo utuntur· Quis etd. 
hon dicatʒ hæc jura venalia eſſe, & ad bene 
rectẽque vivendum longẽè aliis ſtudus eſſe 
änferiora? Quid, ad faciendum virum ho⸗ 
num,iftaconveniunt ? Sed quis non videt 
ad virtutem conſequendam nihil pertine⸗ 
re ? Sed cupidum magis mendacem ira 
cundumque hominem reddunt. Hatte 
ſich der ohalben gantz auff die Philoſophie 
und Poeterey geleget / und dadurch eine 
unvergleichliche Ehre erlanget. Dieſen 
Ruͤhm des Petrarcha. hat nachgehends 
beftritten Alexander Taſſon in feinem? 
che / Gonfiderationi,fopralerimedel#e- 
trarca, col confronto de luoghi.dePoetl 
antichidiyarieliugue.. Wieder denfelben 
hat ihn verthaͤdiget Jolephns de Aromm 
| 7 


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| tarliss 





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— | | 





Te on 173 
tariis· dem der Taflonus wieder/: unter 
Den Nahmen Crefcentis PepeeSufa, ge⸗ 
antwortet,  Diefer Jofephus bat wie⸗ 
der zumandern mahl / unter dem Nah⸗ 
menFaleidii Melampodii,in vier Dialogis, 
den Taſſonum angegrieffen/ und hat end⸗ 
lic) Taſſonus, dem nicht leichte was ab zu 
gewinnen war / mit einem andern Buche / 
deſſen Titel / Tenta roſſa, ihm wieder bes 
gegnet. Es iſt aber auf des Taſſoni ſein 
Urtheil ſo groß nicht zu achten. Er war 
zwar ein gelehrter / luſtiger / aber verwege⸗ 
ner und zanckſuͤchtiger Geiſt / und ward / 
dieſes feines verfahrens halber / von allen 
angefeindet. Und was iſt es vom Petrar- 
cha zu verwundern / da er des Homeri 
ſelbſt nicht ſchonet / wie J. N. Erythr:Pinac. 
1.1m.110. erwehnet / welcher ihn an dem 
Orte nach feinen Farben abmablet. Von 
feinen Animadverfionibusin Petrarcham, 
fpricht er Etrufca Fr. Petrarch&Po&mata 
adreprehendendum arripuit, quem unum 
non modohyricorum, \noflrorum, ſed Græcorum 
ætiam, Latinorumgseomniumprincipem poni- 
45; in quem quaſdam edidit animad- 
verfiones;inquibusnihilfere ab eo dictum 
reliquit, quod non, veltanguamvyitiofum, 

re- 





en Du un sn ni En a 0 





174 Das I.Cap. Bonder Sstaliänee 
reprehenderit, ve], utabfurdum, neglexe 
‚rit, vel, utineptum, irriferit , nullam ejus 
laudem prætermiſerit, quam non fiticona- 
tus convellere, labefactare evertere. E⸗ 
ben dergleichen Gemuͤths⸗Art hat Nico: 
laus Villanus an fich gehabt / welcher be⸗ 
trarcham; Arioftum, Taffum, die vorteefe 
lichften Leute / vor ſich ver achtet / war aber 
dennoch ſelbſt ein vortreflicher Poete / in⸗ 
fonderheit in ludiero genere. Denn / wie 
Erythræus bez —* ediditeruditiffimosde 
Poefi jocofa & ridicula fermones, unacum 
facetiffimis fuis rhythmis. In Heroico 
genere hat er Florentiam liberatam ge⸗ 
fchrieben/ das nach feinen Zod hervorge⸗ 
- kommen? worinnen/ nad) Erythraillts | 
thei/ digni Homero verfus. Alexander 
Taffonus hat gleirhfalls ein artig Poema 
jocofum gefchrieben:/ laSecchia rapita, 
welches Erythræus fehrrlobet/darinnenee 
einen Krieg zwiſchen den Bononienſern 
amd Mutinenfern; der umb eines Eimers 
willen entſtanden ſeyn ſoll / beſchreibet. 
Theodotus Ofius Nov.Opin. Sylva, c.ꝛo. 
macht viel Wercks von: dieſem Poemate, 
und nennt ihn Poetam ſuper omnes,tum 
noſtroxum, tum antiquorum (alas 
* cele- 





ER. ©)... 1 ER 27, 
celebrandum. Es hringet auch Jacobus 
Gaddiusin feinem Buche deScriptoribus 
tom. 2. P- 245.246. unterfchiedliche Dins 
gevor / worinnen er den Petrarcham tas 
delt: Aber esift von feiner Erbeblichkeit/ 
und iſt dieſes Mannes Urtbeil nicht hoch 
zu ſchaͤtzen / wie ingleichen des Claudii Ver- 
dieri, welcher in feiner ungehoͤbelten Cen- 
fione. Autorum veterum & 'recentium; 
den Ronfardum: dem Petrarche vor zie⸗ 
het / worinnen er Mureto wiederſprochen / | 
welcher das Gegentheilbehaupten wollen. 
Selbiger hat anch Perrarcham befchyuldg | 
gen wollen / als hätte er die Erfindung | 
feiner Triumphorum aus einem alten 
Boetengenommen/ deſſen La@antiuslib,; ı. 
Inflit.divinsgedendet. Uber den Petrar- 
cham find viel Anmerckungen von vielen 
gefchrieben. Menage inder Vorrede feis 
her Anmerckungen über des Malherbe 
Poematahältdapor / "Daß die zahl der 
Commentatorumnicht geringer ſey / alg 
derer / die uͤber den Virgilium geſchrieben. 

Er hat in der Sprache ſich groffer Frey⸗ 

beit gebraucht + hat viel gewaltſame Reis 

me/undalteldiotifmos. :Nicolo Franco 

bat nachgehends in feinem Buche / IlPe- 
| trar- 





a a a a u ar nn Fe a 








ı76 Das 11. Cap Von der Italiaͤner 
trarchiſta genannt / unt er ſchiedliche Car- 
mina des Petrarcha hervor gegeben / ‚Die 
bey ſeinen Lebzeiten nicht hervor gekom⸗ 
men / worinnen er der Reime ſich nicht ge⸗ 
braucht Labbeus in feiner Bibliotheca 
AMstorum 'p.\67. gedencket noch unter⸗ 
ſchiedlicher Carminum des Petrarchæ, Die 
noch nicht hervor gegeben Boccatius iſt 
denvorigen nicht zu vergleichen / die ihn 
weit / an Erfindungund tiefffinnigen Ge⸗ 
dancken / uͤbertreffen / aber er hat dennoch 
eine groͤſſere Reinligkeit in der Sprache 
veliebet / und dieſelbe zu mehrer Zierligkeit 
‚gebracht. ; "Taflonus ſchreibt ihm zu / daß 
er der erſte ſey / der die Italiaͤniſche Spra⸗ 
che außgezieret. Hieron: Boſſius hat ein 
Buch geſchrieben / des Inhalts / Che la vol· 
gar iingua habbia havuto del’ Petrarca © 
el Boecacio il compimento ſuo. Melch. 
Inchofer Hiſt. S. Latinitalib;3. c.9; urthei⸗ 
let alſo ⸗ Boccatius naturãâ quodammodo 
Acqus ad eloquentiam, cum probe noſſet. 
fe. cum antiquis Latinis facile certare poſ 
E, maluit tamen ingenium à medio curſus 
‚cohvertere,ut,cum fummusinter Latinos 
‚effe diffideret , Tullium in vulgari elo 
quentia affedtaret. Nequetamen ne: 
gr | | an 





Nenn 





BIER 111127 157 
harie laudem 'illi conceflerunt, frigidun? 
appellantes in nugis ‚qui inferiis , fi lati« 
nus eſſe voluiffet, magno cölore efferve- 
bat. Ita, qui primus effe malut inter 
vulgares, quam fecundus inter nobilio- 
res, 'vix gradum inter utrosque obtinuit. 
Francifcus Alumnüs , Ferrarienfis, hat 
auß Dante,‘ Petrarcha und Böccatioein 
Lexicon ihrer Wörter zufamen gefchries 
ben? unter dem Titel/ Fabrica del 
Mondo, und ein ändere Richezze della 
lingha vulgare." Wodurch denen Antag 
gegrbeh die ihre Ziertigteit fuhfen in ale 
ten derlegenen Flörentinifchen Jgörtern/ 
deren biel bey Diefen  Autoribustzu fin) 
det." Denn folcher Art Poeten wurden 
damahls gefunden / die nichts andere ge 
brauden wollen / als die alten’ Floren- 
einifehen Woͤrter welche Jacobüs Micha+ 
lorius in einer artigen Sacyrä durchgezo⸗ 
gen / deſſen Erythraus Erwehnungthut 
Pinacoth. im zx Von den 
Dante, Petrarcha, und Boccätio hat offt 
erwehnter Erythraus Pinacoth: IR p, 2201 
a er weit wegen der 
alten Wörter) nichts an ihren zu tadeln/ 
Inferunt fe quidem', ſagt ei in ipforum 
Tr Mm ſermo. 











DI——— —— 


72. Das II. Cap. Von der Ttaliäner 


fermonem verba aliqua paulö antiquioras 
{ed ea miram habent venuftarem, xquia 
loco funt pofita,. adeo omnium. intelli- 
entiz funt-obvia atque aperta,ut nulla 
ere interpretis. cujusquam ope auxilio-, 
que indıgeant. Cam anella lobt in feinem. 
Buche de ratione udendi artic. 2. den 
Dantem vor allen/ ob ideationem Exem- 
plorum, mirifcentiam narrationis, imi- 
tarıonem rationis. Die Zeit von 1400. 
 biß 1500. bat nicht vie (omderliches het 
porgebracht / weil Krieg/ Peſt und 
alterhand- Unruhe die guten Geiſter ſchier 
erfticket. Da iſt endlich Petrus Bembus 


9 





heran gewachſen / welcher der erſte / der 
fo wobl in der Lateiniſchen / als Itallaͤ⸗ 
niſchen Sprache die alte Zierligkeit wie⸗ 
der hervor: geſuchet. Joannes Cafa , iM 
feinem des Bembi Leben / giebt deffen ein 
ſattſames Zeugniß. Par. erat atquei- 
dem eorum error, ( Er hatte vorhin von 
der Lateiniſchen Sprachegeredet)quilta- 
lice-fcribebant: qui.cum duos haberent 
feriptores, mea quidem fententia,velcum 
Latinis , vel cum. Gracis conferendos 
( Dantem & Fetrarcham) nam alterius ver“ 
fus & fuavitatis plurimum habent, & die 
| Re gnita« 


e“ 








Y. 172 
— a nn N 
gnitatis, & variis ingenii aut etiam artis‘ 
luminibus refertifunt, & animum ſæpe 
permovent, atque impellunt, ut de amo- 
re ne Græcus quidem quisquam melius⸗ 
alterius oratio dulcis, copiofa ‚polita, or- 
nata, mollis, faceta, rem anteoculospo- 
nens, ut geri ea quæ legas, non narrarf 
videantur. Hos cum haberent autores | 
duos, utrumgue in ſuo genere maxime, 
excellentem, cribebant ipfi inepte, adje- 
Ctisfmis; verbis, nullus-eratornatus, nul- 
lo homine erudito dignæ ſententiæ, nul- 
la çompoſitionis aut numerorum ratio. 
Licet in manus ſumere, quæ tunc multi 
ſeriptitarunt, præter unum Politianum; ik 
lumque  ipfüm minus dulcem, minus o- 
mning eleganter, quam ut legiſſe Patrar- 
che ledtisfimos verfus videatur, czteros 
ad unum indignos dico, qui, in fcripto- 
rum — nabeantur. Unum ſcurrile 
vigebat icendi genus;in eo fane ridicu- 
li nonnulli ;fed.ipfi quoque multis in lo- 
Cis inertes & languidi, Des Bembi feine 
Sraliäniiche Carmina find fehr gut/ und 
Nach des Petrarche Art ein gerichtet / wel⸗ 
Sem er inſonderheit gefolget.._ Gaddius 
\ Pergleicht ihn bem Boccatio, (dp halte ihn 

N Ma Höher 


re 


1 


wo: Das U. Cap. Von der Italiaͤee 


hoͤber / ziehe ihm aber den Caſam vor / 
wvelcher / wie er das zierlichſte Latein zu 
* Zeit geſchrieben / weßwegen er bil⸗ 
ig vonfeinen Landsleuten hochgehalten 
wird / ſo hat er auch im Italianiſchen ſei⸗ 
ne Annehmligkeit gehabt / wiewohl er in 
beeden nur wenig geſchrieben. Gaddius 
Hält feine Italiaͤniſchen höher / als die La⸗ 
teinifcben And zwar nicht unbillich / dein 
die Lateiniſchen ſind etwas trucken und 
mager / und haben nicht ſolchen Geiſt uñ 
Trieb/ wie jene. Die Florentiner ſchaͤ⸗ 
gen diefen ihren Cafatn über alles / als 
den zierlichften Autörem,- und der am 
fauberften ſchreibet / wie Erythræus be⸗ 
zeuget Pinacoch. II1/p.'220.Menagiushat 
einen Commentarium’ über feine Itallaͤ⸗ 
nifche Poemata geſchrieben / deſſen er ges 
deuet in feinen Obſervationibus uͤber den 
Malherbe p. 505. Ja der treffliche Poet 
allus hat fie ſelbſt mit feinen Anmere 
ungen zu zieren gewuͤrdiget / woraus 
Herr Menage etwas anführet an gedach⸗ 
‚tem Orte / pag 536. wie auch Querengus. 
Gyraldus hält die Vittoriam Columnam 
vor eine unvergleichliche Poetin 7 und 
find. einige / die fie dem Peirarche gleich 
ae‘ | ſchaͤtzen. 


— 


— 
2 ———— ß 


VWetetey. 181 
ſchaͤtzen. Dergleichen eine / nemblich die 
Margaretam Sarrochiam, lobt Erythræ- 
us Pinacoth.I:imag.ı45: welche des Sean⸗ 
begs Leben und: Thaten / Etrufco Car» 
mine weitläufftig und: zierlich beſchrie⸗ 
ben. Sannazarıus, der fo treffliche Latei⸗ 





niſche Verſe gemacht / hat auch Ruhm 


in der Mutterſprache einlegen wollen mit 
feiner Arcadia.n Endlich folgen Arioftus 
und Taflus ‚die in.alfer Weit befanten 
Heroifhen Poeten / won deren Trefligs 
und Vorzug gange Bücher: gefchrieben. 
Es iſt nicht zu ldugnen daß Arioftusan 
der Heroifchen Art dievorigenübergebe. 
Er iſt groß und. hoch von Geiſte / feine 
Außbildung iſt verwunderlich / feine Bes 
(hreibungen find Meiſter ſtuͤcke aber das 
Syitema des Wercks an ihm felbft bat 
nicht Vollkommenheit / die es haben foll. 
Vor ihm hat Matthæus Boyardus, Co- 
mes Scandianus, ein Poema vom Robe 
des Orlandi gefchrieben / aus welchem / 


wie Jacobus Gaddius. de Scriptoribus 
tom upryo.will / er vier fol außgeſchrie⸗ 


ben haben / und hat er unterſchiediiche 
Proben deſſen zum Vorſchein gebracht / 


au) has Thomafids in ſeinem Buche de 


— m 3— plagio 








TEE 


792 Das I Von der Italiäner 
lagio G. zor· etliche Oerter aus dem de 
Cerda und Baronio angemerckt / wor⸗ 
uͤber er eines plagii beſchuldiget wird. Aber 
dieſes auß Boyardo iſt von groͤſſerer Er; 
heb igkeit weil fie einerley materie um 
ter Händen gehabt. Torquatus Taſſus 
übertrifft den Arioſtum weit / in ſeinem 

er loͤſten Jeruſalem / einem rechtem Mei⸗ 
ſterſtucke/ womit dieQtaliäner allen a 
dern Nationen Troß bieten fönnen/ 
welches fo viel gelehreeXeute/ als Scipio | 
Gentilis, Julius Gaftavinus, Laurentius 
Pignorius &c. mit ihren Anmerckungen 
beehret Es feind dennoch etliche / welche 
behaupten wollen er babe von Georgio 
Trisfino , der vor ihm ein Poema pol 
dem von den Gothen befrienten Italien ge 
fchrieben/ die Forme ſeines feines Werde \ 
genommen / mie der des; Horseri Ilias ihm 
zur Nachfolge vorgeſetzet. Es iſt traun 
eine weit beſſere Einrichtung des Wercks / 
und richtiger in allen Stuͤcken eines Loe⸗ 
matis, als der andern! Sjtaliäner:: Der 
ſcharffe Genfor Rapinus weiß nichts an 
ihm zu tadeln / als daß er bißweilen meht 
Brerligteit gebraucht / als die Ernſthafftig⸗ 

keit der Sachen erfodert. Er * 
n 4a | 





= 
= 





more 88 
Vater gehabt Bernnardum Taſſum.von 
welchem ErythrzusPinac. Il.p. 50. ſaget / 
quod, omnes concinnitates ſententiarum, 
omnes lepores omnes veneres Græco- 
‚rum Latinorumq; poetarum Etrufcam in 
‚poefin.transferre, conatus fuerit, Sei⸗ 
ner.gedencket auch Lilius Gyraldus in feis 
nem Dialogo II. de Poßtis noftritemporis;z 
woſelbſt vielandere ſonſten Unbefannte 
erwäbnet werden / die in Itallaͤniſcher 
Sprache etivag gefchrieben und deren 
viel nicht ans Licht gekommen. Iſt aljo 
kein Wunder / daß unter ſoiches Vaters 


Auffziehung / ein ſo vollfommenes Mu⸗ 
ſſter gebildet iſt Joh, Baptiſta Manio, Mar- 


chio Villenſis, welchein Torquatus T af- 


ſus fein Geſpraͤche von der Sreundfchafft 


ne 
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zugeſchrieben den. Joannes Miltonus in 
«feinen: Poematibus Juvenilibus p. 74. mit 
‚einem feinen: Bateinifchen: Carmine bechr 
ret / bat des Torquati Taſſi Reben weite 
laͤufftig beſchrieben / wor innen viel fon» 
derliche Dinge ſind. Unter andern iſt 
nicht vorbey zu gehen / welches auch 


huanus in dem iiʒ. Buche feiner. Aıfto- 


‚ria,erzeblet/ Daß in feiner Jugend ihn ei⸗ 
aferen befallen / welche hernach zu ge 


ad — 





184 Das I. Cap Von ver Italiänet 


wiſſen Zeiten wiederfommen / dadurd) 
ibm nicht Das Gemuͤhte werrücen/ fon 
dern vielmehr fo gefaubert worden / daß 
er / nach foichen Uberfall / die herrlichſten / 
tieffſinnigſten / unvergleichlichſten Car- 
mina geſchrieben. Gleich als wann er 
durch eine Goͤttliche Regung waͤre ge⸗ 
ruͤhret worden. Bon dergleichen Exem⸗ 
pein werde ich einmahl mit mehren in 
meiner Differtätione deEnthufiafmoPo8- | 
tieo handeln. Sein Glück ift feinem Gei⸗ 
ſte nicht gleich gewefen / dann er ein hoͤ⸗ 
berg verdient. Aber dieß ft insgemein 
groſſer Männer Eigenfchafft /dag fie 
bey ihrem Leben nicht nach | ihrem Ver⸗ 
dienfte —— ‘werden. Erythræus 
Pinacoth. II.p 74. will nichts von feinem 
Lobe ſagen / weil er nicht gnug ſagen 
kan. Sein herrlicher Verſtand leuchtet 
hieraus hervor / daß er in dem ſiebenze⸗ 
henden Jahre feines Alter Theologie, 
Jurisprudentia@ und Philofophief'Do&tor 
geworden / weiche Dinge er aber alle 
bernach verlaſſen hat / und ſich auff die 
Doeterey allein begeben. Es iſt keine 
Ni fein Werck überfe 
bet. Dietrich von denn Werder har «8 


— 





Teutſch 


——— 
PN — De * 





BR 111272 Ro ı 7, 


Teutſch gemacht / aber es iſt allesgezwuns 
gen /und hat feine ſonderliche Art. Es 
hat dennoch dern Hn Buchnero feine 
Arbeit einige Vergnügung gegeben/wie 
aus ſeinem andern Brieferden er anden 
Opitz geſchrieben / erbellet: De Poefi 
ſpricht er / tta ego fententio;illuftremipror- 
ſus atq; exinuam eſſe, & paria poſſe facere 
eum EpicaGræcoruml atinorumq;, quo- 
rum ee cædit. "Translatio- 
nem vero , muſtõ & operofiorem Hube- 
rianã Bartafii,& meliorem’judico;;quan- 
quam Italica nondum lienit' cum: noftris 
conferre Er ſetzet aber nächgehends auch 
ferner’ was er. an ihm tadelt. Des Tasſi 
‘Gyerufalemme Conguiftata ; ein ander 

Werck / hat nicht die Vollkommenheit 
des erftete. » Deflen Amynta ift von’Me- 
 ‚nagio mit einem Commentario außgts 
müde. Seine Dven find voller Reben 
und Feier) Diefer fo treftliche Mann 
hat dennoch bey feinem Leben feine Nei⸗ 
der gehabt. Die Academiardella Crufca 
hat in feinen‘ Poematibus' viel zu tadeln 
‚gefunden / aber PahlasBenius hat es mit 
den Aeademicis angenommen und inei⸗ 
nem abſonderlichen Buche den imn 
Ni MS vers. . 





— 


wa 





186 Das II. Cap. Mon der Italiaͤner | 
‚verthädiget. Ja er iſt fo weit gegangen/ 
daß er Taflı Poema desHomeriund Vir- 
silu ihren vorgezogen / und viel Oerter 
aus ihm angefuͤhret / dadurch «er ſolches 
‚behaupten wollen. Worinen er nach ſei⸗ 
ner Weife verfahren / denn er: ohne dem 
‚den alten Auroribus aufffägigen/ ale bil: 
lich iſt / und fein Urtheil begreift. Iteer | 
denn des Livii Hiſtorien ſehr veraͤchtlich 
gehandelt / und ihn / der Doch der vor 
nehmbſte nach aller gelehrter Leute Ur⸗ 
theu iſt / aus der Zahl der guten Hiſto⸗ 
rienſchreiber auß ſchlieſſen wolſen. Bel 
montes Cagnolus hat durch fein doema, 
das verſtoͤrte Aquileia, des. haſſi feinen 
Ruhm verkleinern wollen / ſeinen aber da’ 
Durch vernichtet / ob zwar das Poema an 
ſich nicht zu verachten: PaulusGuidottus 
. »Burghefius hat des Tuorquati Taſſi erloͤ⸗ 
ſtem Jeruſalem ein anders / nehmblich / 
Das verlörte Jeruſalem / entgegen geſe⸗ 
tzet / in eben ſo viel Geſaͤngen und Ver⸗ 
fen. Bon: welchen beyden Krythræus n 
‚feiner erſten Pinacotheca zu leſen. Es hat 
aus Cardanus von den Lateiniſchen und 
:Staliänifchen Poeten fein Urrheilgefället/ 
— in tom. X; Paralipomilib,ı7,C» . 
a8 * 








ee | — 


en $y 3.08 2 MR — 





MPeeterey © 185 
au finden. Mambrunus in feiner Diſſer⸗ 
tatıone Peripatetica de Epico Carmine - 
‚hat an dem Taflo und Ariofto zu tadeln/ 
daß fie die Unitatem Adtionis, welche in 
foldyem Poemate infonderheit erforderk . 
wird /nichein acht nehmen. Beym Tor- 
‚quato find zu viel Epifodia;worinnen er 
8* zu weitlaͤufftig auffhalte. Die Außs 
theilung und Einrichtung des er[öferen 
Jeruſalems / wie fie an fich ſebſt ift und 
ſeyn fol/ wird ohne Nahınen und Epifo- 
diis nebft Homeri und Virgilii ihren vor⸗ 
geſtellet in feinem Buche vart. 2. quzit.r. 
Aber es iſt allen Dingen leicher zu rich⸗ 
ten’ als ſelbſt etwas ins Werck zuſetzen. 
Solche kleine Fehlerswelchedie Academie 
della Cruſca auch groß gemacht/ werden 
leicht durch die andern Vortreffligkeiten 
uͤberwogen / und faͤllt mir alihier desHo- 
ratii Spruch bey/ Ubi pluranitent in car 
Mine, non ego.paucis 'Offendor macu. 
is,  Seym Ariofto aber find viel meht 
Mängelzu finden; welcher ſich allzufehe 
in feinen Epifodiis vertiefft/und mit weit⸗ 
fhtveiffenden Romain-Einfällen alleg ers 
füllet. Iſt aiſo Sangenefius ein unbilliger 
Rcchter / wenn er in feinen Satyris de — 
1137 oO 





J777 





138 Dasıl. Cap Von der taliäner. 


— G r ßC — 


naffolib. 2... cap. 2. ſchreibet / daß ſetzo 


auff den Italiaͤniſchen barnaſſo der Tor · 


quatus Taſſus regiere numero megis, 


quam virtute ſequentium ſuperior. Gua- 


rinus hat in den Hirtenſpielen ein voll 


kommenes Muſter hervor gebracht. 


Darinne meinen die Italtaͤner / daß ſie 
es allen Griechen und Lateinern zuvor 
thun. Deffen Paftor Fido iſt ſo beruhmbt / 
und in fo viel Sprachen überfegt / daß 
er niemand unbekannt feymifan. : Aud) 


neulicher Zeit / it er von dem vortrefilb 


chen. Ebriftian Hoffmann in Teutſche 


Verſe überfegt /faft mit geöferer Zier⸗ 


ligfeit/ ale er gefchrieben / dann er die 


Reime hinzu: gethban /undalfo vielmehr 
Wercks in der Uberfegung gefunden/ald 
der Autor in der Erfindung / der ſich an 
feine Reimegebunden. Dieſes Hirten⸗ 


fpiel/ oder / wie eg der Autor felbft nen- 


net/- Tragi-Comedia, ift von unter⸗ 


ſchiedlichen angegriffen worden’ und find 
deßhalben Bücher auft beeden Seiten 
geſchrieben worden / wovon die Nach⸗ 
richt zu finden: in des Herrn Vincent 
Placii Buche de Anonymis.detedtis cap- 


| 


| 





\ 125.5.528, Sonften ſcheinet wohl / daß ſei⸗ 
6 4 Hirten 3 











J 189 
Hirten die erieinführer / mehr Zierligkeit 
haben’ als ihnen Standes halber zu kom⸗ 
men kan / und der Anftand erfordert. 
Seine Sonnete und andere Carmina 
verdienen gleichfalls ihr Lob / ob gleich‘ 
einige fie geringe halten. 1. B. Marmus, 

ein Neapolitaner , der viel feiner Landes⸗ 
leute / die in der Poeß beruͤhmbt geweſen / 
gehabt / wird in dieſer ſanfften Poeterey 
gleichfalls Hochgehalten. ' Lor. Craſſ. E 
log. d’huominilitterati part. 1.p. 212. lege 
ihm diefen Lobſpruch bey.I! Neapolitano 
Ovidio , digno folamente dell’aurea pen- 
na dell’ immortal'fenice. Non fu inge?’ 
gno nelle feconditä de’ verſi piũ dilui do“ 
tato della Natura, dolce nello ftile, chia- 
ro nell'efprefliva Jacuto ne’penfieri, e wi⸗ 
rabile nella varieta de'componimenti &c. 

Er vergleicht ihn mit Märtiali, Petrönid; 
und der Griechen Anacreonte, infonder; 

heit aber dein Ovidio, deffen Seele gleich⸗ 

am durch eine bythagoriſche Verivech⸗ 
ſelung in ihn gefahren. Sein Water hat 
Ihn in feiner Jugend den echten gewied⸗ 
mMet / darzu er fi) / eben wie der Ovidi- 

us, durchauß nicht bequemen wollen. Ob 
gleich viel in Lyrico genere geſchrie⸗ 


" ben/ 


“ | 





% 


© 


199 Das II Cap. Don der Staliäner 


ben/ fo hat erdoch fein meiſtes Lob durch 
feinen Adonis verdienet. Weil er aber 
bißmweilen etwas unfauber und geilinfei- 
nen Reden / ſo iſt es zu leſen verboten 
worden. Diß Buch haben F. Thoma 
ſo Stigliani und Angelicus Aproſius du 
Ventiniglia angegrieffen. Nicolaus Vil- 
lanus, und Hieronymus Aleander, ein ge⸗ 
lehrter trefflicher Mann / haben es vers 
thaͤdiget. Beſiehe Krythræum binac. I. ꝑ. 
46. und p. 189. Leonem Allatium in Api- 
büsurbanis , und. Vincentium Placcium 
in Pfeudonymis. p. io3. Cafpar Murtula, 
wie er am Saphoifchen Hofe / da er vor⸗ 
bin feiner Poefie halber, angenehm gewe⸗ 


fen /durch Den Marinum herunter geſetzt / 


bat: denſelben er ſchieſſen wollen / wie Ery- 
thr. Pinac.I.p. 33. bezeugt: Es iſt ſonſt 
dieſer Marinus von denen / welche ihrem 
Geiſte und Erfindungen die ‚Zügel gar 
zu frey ſchieſſen laſſen / und in einem 
Dinge zu zieren unauffhoͤrlich und um 
endlich find, worinnen doch gewiſſe Maß 
muß gehalten werden / wenn den Lehr⸗ 
fägen diefer Kunſt ein Genuͤgen geſchehen 
foll, Es vermeinet zwar Paganinus Gau- 

tius- in feiner Oratione Apalogenea 
En e pro 


n Pic 
2.4 


c) 


J — 








aa > Hpoeteren. un?) 1a 
pro Mariniana Poeli , welche in feinem: 


Inftar Academic. p- 95. zu. finden/ man 
hatte nicht. vonnoͤthen / fo gar ſich an 
des Ariftotelis Rehrfäge zu halten.’ und 
fönne feiner ‚ etwas ſonderliches und. 
ruͤhmbliches fihreiben / / wann er ſich ſo 
knechtiſch hieran binden wolle. Aber eg 
iſt fein Urthel nicht groß. zu achten / als 
welcher in feiner Schreibartiwenig Kunſt 
und Fleiß erweiſet / und von feinen dan⸗ 
desleüten deßhalben verachtet wird. ft 
deroivegen dem Marino mit feiner Ver⸗ 
thädigung nicht fonderlicy gedienet Ga-. 
briel Chiabrera,, hat in. Italiaͤniſcher 
Sprache Dden gefchrieben/ welcher die 
Pindaritche hohe Art nach zu machen ihm, 
vorgenomen/ un find etliche/tvelche etz, 


nen / er habe feine Zweg völlig erbalten.: 


Andere bergegen find.indiefer Meinungs 
siehe dieſe Schreibart.der Jtaliänis 
ſchen Sprache gar nicht an/ als melde 


roiche ſchwuͤlſtige Compofita nicht wohl 
vertragen Fönne. Girolamo Preti, Fulvio 
Tefti und viel Andere / die nicht auhler 
zunennen / verdienen ein gutes Lob/ wei⸗ 
De kurtze finnreiche Sofiete,/ Oden und 
Carmina geſchrieben / aber fie Men 
J | un 





7 





5703 5 74 


feardus ſelbſt ein ereftlicher Poet / iſt mit 
den meiſten Italiaͤniſchen Poeten ni 


19 Das I. Cap. Von der Staliäner 


— — — — 


ſich allzuſehr /umd verlieren offt den gur | 


sen Auftand/ indem fie ſcharffſinnig und, 
zierlich ſchreiben wollen. Auguftinus Ma, 


ww 


zu frteden/ uno ift fein Urtbeilvon diefem | 


- zulefen in feinen Profe VulgariDifcortl.g. 


worinnen er über ein Poema vom Comer 
ten urtheilet / Sono alicuni poeti Tofcani 
(fagte'er)fi ternerari, che fu l’ali de lor 
capriccio, tantö intrepidamente trafcotro- 


no Varia d’ una profontuofa licenza, ( he 
tüittö il rimanehte del.mondo difpreggia- 
no, enon curand punto'ilmaturo Alles 
ciö.de’ favi; e poi fi leggono ne cartoe⸗ 
ciinfelici de que’barbari ciurtnatori ‚figu — 
re & hiperbolifigelate, chi apunto hip er- 


” . 


böree polfon hörkstfi,eiate fötto INCH \ 
clima dell’ orfe. Es wäre eine gute Mi 
beit/ wenn jemand aller Itallaniſchen 
Poeten Leben und Wercke außführiih, 
befchreiben wollte/ denn esfind ihrer ſehr 
viel/ und übertreffen fie an Geiſt die 





Frantzofen / als weiche ihnen gern in iD» 


ren Raftern nachfolgen/ ſolche kommen 


‚ung felten zum Borfchein / und find die 
Italianer nicht ſo fleißig die Sachen J 


J J 
—2 


5·. u ie (Je 





ir Poeterey. 193 


U, ——— 
rer Landsleute auffzuzeichnen / wie die 


Frantzoſen. Von denen jetzo lebenden 
Italloͤniſchen Poeten / giebt ung die naͤ⸗ 
heſte Nachricht der Gregorio Leti in ſei⸗ 
nem ltalia regnante parts.& 4. worinnen 


viel merckwuͤrdiges von denſelben enthal⸗ 


| 


ten, Ihre Sprache haben fie dennoch 
beſſer außgeuͤbt / als die Frantzoſen / und 
viel Fleiß an deren Grammauſche Rich⸗ 
tigkeit gewand. Das Vocabularium del- 


la Cruſca fan deflen Zeuge fenn / welches 


Chimentellus in feinem Buche de Hono- 
re Bifellii cap. 29. ingentem Etrufcarum 
literarum thefaurum nicht unbillig nen. 
net / dergleichen Franckreich nicht vor» 
zumeifen hat. Zu geſchweigen anderer 


Bücher / die der Tofcanıfhen Sprache 


Spruͤchwoͤrter  “ınd dergleichen fchöne 
Anmerdungen vorftellen. 


ae Das III.Cap. 
Bon der Spanier Poeterey. 


— Innhalt. ne 
BED aumG Sie Spanier nicht fo atückic 
IP HS in der Pocteren find / als andere Natio⸗ 

nen. Sie haben eine gute Fähigkeit 
hierzu, Sie wollen Die Romaines FeTan 
n en 











194 Das III. Cap Von der Spanier 


den haben. Die ſie doch von den ——— er⸗ 
lernet. Barthius meinet / die Franßoſen haben ab 
le ihre zierlichſten Sachen von den. Spank 
ern. Thomas Spraat, ein Engeländer/ wirft 
folches auch den Srangofen vor. Man hut ihnen 
aberunrecht. Die Spanif.sen Poewata find 
mit Romainifchen Schwermereyen angefuͤllet. 
Diego Ximenes, Quevedo, Gongora. Diefen 
feßten lobet Nico'aus Antoniusfehr, Camans, 
ein Potugieſiſcher Poete / Michael de Siiveira, 
ein Portugieſe hat ein Heroicum Poema , Eh 
Macabeo , geichrieden. Won welchen Torquatus 
Taffus ein Mufter nehmen wollen. Cervantes $a- 
tyrifche Romain Don Quixot. Barth. Leonard, 
Argenfole Oden. Lope de Vegahat 1800, 6% 
modien gefihrieben. Seine fonderliche Sertigket 
Pas anihm zutadeln. Juan Velalquez de A- 
zevedo hat von den Tragasdıen DeIDEIFDEN Gar- 
fias Laſo dela Vega, Älphonfus de Ledesma 
hat in geiftiichen Sachen viel gefchrieben. SI 
mit dem Beynahmen Divinus geehret. Nicolaı 
Antonii un Campanellz auffrichtige Bekaͤntnis 
võ der Spanier Poeterey. Der Spaniſchen Spra⸗ 
che Urſprung von Bernardo Aldrete beſchrieben. 
. Barthtı Meinung / daß die Spanifche Sprache 
der Sateinifchen die gleichfte fey. Wird widerlegt. 
Ch wende mich zu den Spanier 
einem Volcke/ deſſen Ernftbafl 
ee igfeit/ kaum der Poetiſchen Zier⸗ 
ligkeit faͤhig zu ſeyn / ſcheinen folte. rar 
* 








— 


PR; Poetereh⸗ 12 
wir finden doch gleichwohl ben ihnen ei 
Trieb / der fie hoch genug führen kan / ſo 
ſie nur folgen wollen / dadurch ſie auch⸗ 
andere uͤberſteigen koͤnnen / wenn ſie ſol⸗ 
ches mit Ernft ihnen vor ſetzen. Weil die 
algemeine Landesart von der Natur 
nicht dahin gefuͤhret wird / als wird nicht 
gar viel Fleiß dar auff gewandt / und die 
bey den ingenüs ſich indende Zuneigung 
un dem erſten Beginnen gehemmet/ als 
welche durch die Wielheit der Exempel / 
und Hochachtung ſolcher Wiſſenſchafft 
nicht gereitzet und geleitet wird / wie bey 
andern Voͤlckern. Nur / wenn ſich die Na⸗ 
tur ſelbſt hervor thut / fo hat man die 
herrlichſten Poeten auch bey ihnen geſe⸗ 
hen. Man Fan dieſen Trieb m den als 
ten Lateiniſchen aus Spanien bürtigen 
Poeten /als/dem Seneca Tragico. Luca- 

no und Martialifehen. Denn’ ob man fie 
gleich beihuldiget / daß fie ein frembdes 
Weſen in die Latemiſche Sprache ges 
bracht, ſo iſt doch ein groffer Poetifcher 
Geiſt im ihren Schriftten verborgenyder 
es den Römern ſelhſt zuvor thůt / als 
des Senecain Tragodien / welche fen, Ro⸗ 
mer ſo hoch gebracht / des Martie)isinE- 
N N2 pigram- 





EEE ER | 








196 Das II. Cap. Don der Spanier 


pigrammatib⸗ deren Scharffſinnigteit 
unvergleichlich und welchen / alle andere 
in dieſem Stuͤcke nachgeben muͤſſen Site 
ſind etwas ſpaͤte zu der beutizen Poete⸗ 
ren gekommen Nur haben fie ſich vor⸗ 
bin mit ihren Romainen / und einigen ar’ 
meinen Moren ⸗Liedern ver gnuͤget. Den/ 
die Romairen wollen fie gar erſunden 
baben/ weiches Nicolaus Antonius. M 
der Vorrede jeiner Bibliothecæ H:frani- 
 c»,bebaupıenwilt/ darben erwähnend/ 
daß dem Ferdinando Haulo, emem 
Marggrafen von Piffarien , durch das 
fefen diefer Bücher ein folder Muth ge 
machten daß er dadurd in den Schladhs 
ten ungläubliche Thaten verrichten. A⸗ 
ber es ift auffer Streit/daß / diefe Art zu 
Romanciren von den Provencal Poeten 
in Srandreich / nad Spanien und Ita 
fien gekonmen fen / weiche fie vor andern 
Voͤlckern nachgemacht. Peer. Daniel 
Huet, infeiner gelehrren differtation del 
origine des Romans, fagt-!' Efpagne& I 
Italie receurent denous un art. qui eftoit 
le fruit de noftre ignorance, & qui avoit | 
efte le iruit des Peifes, des Joniens,&des 
Grecs, Woſelbſt viel ſchoͤnere Dingebier | 
\ % 5 





— rm ——— u | — (EG rn li En | 


as > apgafepepäh "ar 197 
von können nachgeiefen ‚werden: 7 Da 
nun die Spanier ſpaͤte und noch unter 
zweyhundert Jahren die Poeterey / umd 
deren Zerligkeit angenommen / und ſie 
ter srangofen und Italiaͤnern abgeler⸗ 
ner / ſowundert mich ſehr / daß Barthius, 
inder Vorrede feiner Latemiſchen Ur 
berfegumg der Celeftitia,fagen mag/ Si, 
quæ in caterisGallicapracipuedeledtan- 
tia fimul & utilia talia ſcripta prodeant. 
pleraque vel inventionibus Hıfpanorum, 
vel ılluftrationibus deberi. Es hat audy 
ein Engelländer/Thomas Spraat. welcher 
Anmercungenüber des Sorbiers Engli⸗ 
ſche Reife gefchriebenyp.zrz den Frantzoſen 
bengemeflen / daß ihre beffen Comcedien 

und Tragœdien fie aus den Spanifchen 
genommen. Melches doch diefer finnrei- 
chen Nation nicht mit Fug Fan nachgere 
der werden / als die deſſen Proben ge: 
nug an den Zaggeleger har. Aber man 
muß dein Thomas Spraar etwag zu gute 
halten / deflen Nation von dem Sorbier, 
in ſeiner Englifchen Reiſebeſchreibung / 
etwas zu nahe getreten war / und deren 
Ehre eraltbier verfechten wollen Zu den 
Spaniern wieder zu komen ſo iſt gewiß / 
A u; daß 





Eee u u a 3 4 13 0 Nr u a a a 


X 





98, Das II. Cap. Bot Der Epaniet 


daß ihre Gemuͤthsregung / alles was 


fie vornehmen / zur hoͤchſten Vollkommen⸗ 
heit brmgen laͤſt / aus Urſachen / welche 
Erythræus Pinacoth. II.p.i63. gar wohl 
und weitlaͤufftig angefähret. Es iſt aber 
ihr Zrieb zu der Tichterey mit vielen 
feigamen Romainfchen Gedancken / als 
wie mit einer Kranckheit / eingenommen / 
welche ſie in allen ihren Vornehmen be⸗ 
gleitet. Ihre Ritter / die fie einfuͤhren / 
muſſen nohtwendig Liebhaber ſeyn. Ih⸗ 
re. Heroiſchen Poemata, ihre Tragasdıen/, 
find mehrentheils mit folchen Zhorbeis 
ten verderber. Sie ergiefjen ſich in weit⸗ 
Läufttige Digrefliones: , wie Diego Xime- 
nes in der Eroberung von Valencia. Sie 
ergögen fich in ihren Einfaͤllen / und hans: 
gen ihnennach / wollen Dinge mit weiß 
geholten Zier athen mehr und mehr auße 
putzen. Wie folches Queve do in feinem: 
Wercke vondenneun Mufen /undGon- 
gora in feinem Romancen,gethan. Die: 
fen hält Nicolaus. Antonius fehr hoch / defe: 
jen Werck eenennet / pofterıssadmiran-: 
dum potius, quam imitandum. Er ſagt | 
ferner / Dlum ‚fi genius accinxiffet. ade-) 
picum fabricandum po&ma , hoch —* 
FR ella · 


— 


21 


— — — } >. - — |— - | ı 








Yihit Morten: 129 
Helladi./Homerum, nec Rome Virgili- 
um , nec ktaltie Torgquatum invideremus. 
Camoens, ein Heroifcher Poete aus 
Portugal / gebraucht fich einer ſchwuͤl⸗ 
ſtigen auffgeblaſenen Art zu ſchreiben in 
feinem Poemate von Indiens Erobe 
rung. . Nicolaus Antonius gedencket eis 
nes Portugiefen/ Michaelis de Silveira, 
welcher in feinem zwey und zwantzigſten 
Sjahr ein Poema Heroicum, El Macabæo, 
geſchrieben / von Auffbauung des Juͤdi⸗ 
ſchen Tempels / welches ser ſaget dem 
Torquato Taflo ſo gefallen habe / daß er 
ſolches zur materie eines Poematis erweh⸗ 
len wollen / hat aber hernach die Hiſto- 
riam vom Gothofredo demſelbigen vor⸗ 
gezogen. Von dieſem / weil es wenigen 
bekannt iſt Fan man nicht urtbeilen. In 
ihren Hirten⸗Liedern ift nichts fonderlich 
zartes zu finden. Die arsigfte Satyre, Die 
jemahls gemacht werden fan ift des 
Cervantes , eine Secretariiben dein Duc 
d’ Alba, welche Dom Quixot genennt 
wird. Die Urſache / die ihn / ſolche zu 
ſchreiben / veranlaſſet / erzehlet Rapin. 
Reflexion. poet.28. part.2. Er war bey 
den Ducde Lerma,pornehmßenStaates 
rl N + bediens 














* 


na inſonder heit hochgehalten. In dein 
laͤ herlichen zu unterſcheiden / haben die 






200 Das III Cap. Bon der Spanier 


bedienten des Philippi IH. welcher: feine 

elehrre Leute geachtet / in Ungnaden ge 

omınen.Alshater / umb ſich zurächen/ 
dieſe Satyriſche Romain verfertiger/ mo 
durch er den Romainfcyen Geiſt der 
Spaniſchen Randart fo durchgezogen / 
dag nichts zierlichers fan erdacht wer⸗ 
den. In Odis giebt Nic. Antonius den 
Preiß einem Barcholomzo Leonardo Ar- 
genfole, den er den Spaniſchen Horati- 
um nennet / welchen die Königin Ebrifli 








Spanier eine fonderliche Art / und find 
ihre Comasdien voll von fonderlicher Er 
findung. Hierinnen hat ben ihnen den 
Preiß gehabt Lope de Vega, von mel 
chem Rapinus fagt/ daß er 300. Come- 
dien gefchrieben. Aber er. irrer weit / dei 
es hat Nicolaus Antonius angemerdt/ 
daß er taufend achthundert gefchrieben. 
Es find XXV. Tomi davon gedruckt/a 
ber es ifteine gröffere Anzahl gefchrieben/ 
welche Nicolaus Antonius mit groffem 
Fleiß erzehler hat. Esift aber ken Wun⸗ 
der /daß er fo viel gefchrieben.  Denn/ 


us 


| weil er Feiner Reime ſich gebraucht 9 
— — — J — 





nn 2 


Moe a 22 
bat er viel eher damit fertig werden koͤn⸗ 
nen. Zudem iſt fein Teixb von Jugend 
auff ungläublich gewefen. Er hat in ſei⸗ 
ner Kindheit andern Knaben Verſe in die 
Feder geſagt / daer die Buchſtaben noch 
nicht recht bilden koͤnnen Er ſchreibt ſelbſt 
von ſich / daß er / die gantze Zeit ſeines 
Lebens durch / an jedem Tage funff Bo⸗ 
gen Papier voll geſchrieben / welches / 
wenn es zuſammen gerechnet wird / viel 
mehr außtraͤgt. Bey ſo vielfaͤltiger Ar⸗ 
beit war es nicht moͤglich / alles nach der 
Richtſchnur zu ſtellen Denn es ja nicht 
anders fenn fan / nach. dem gemeinen 
Sprichivorte/ Canis feftinans cœcos pa- 
rit catulos. Er bat ſich an feine Regeln 
der KRunft gebunden / fondern feine Fe⸗ 


‚der lauften laffen / wohin ſie die Gedan⸗ 
‚en geführet. Ben ihmmachte die Vni- 


tas Adtionis, probabilitas, und andere 
Dinge Feine grofle Sorge. Diefes fand 
fih gar felber / und die Gabe feiner ſinn⸗ 
reichen Einfälle machte alles angenehm. 
Es ift aber billich zw verwundern/ daß. 
dennoch / bey ſolcher Menge und taͤglicher 


Bemuͤhung / ſie nicht ermattet / und ih⸗ 


ren Preiß behalten / welchen blos des 
War n5 Auto- 











262 Das. Cap. Wonder Epanier 
Autoris Nahme ihr geben koͤnnte. Gleich: 
wohl ſind bey den Spaniern einige gewe⸗ 
fen. Die die Kunſt der Dramatiſchen Poe- 
fie nd der Tragadie aus demAriftotele 
vorgeſteüiet. In Spanifher Sprache 
t folches gethan Joannes'Valefque de 
zevedo,in feiner Idea de la Tragediei 
Es. wird von dem Nicolao Antonio auch 






Garſias Laſo ide la Vega des KönigsFer- 


 dinandi Math Z md Legatus an den 

abſt / gelobet/ weicher aus den Rateinis 
ſchen und Staliänifchen Carminıbus, vie 
er fleißig geleſen / die befte Art zu poetiſi⸗ 


ren angenommen / auch einige Gleichfoͤ⸗ 


migkeit der Italiaͤniſchen Reimgebaͤnde 


der Spaniſchen Sprache einverleibet: 
Deſſen Werde find mit des vornehmen 
Philologi, Francifei Sanctii Anmerckun⸗ 
gen zu Salmantica, im 1ıs74ten Jahr her⸗ 
sußgegeben/ welcher gewieſen / mo der 
Autor denen alten Poeten in ſeinem Wer⸗ 
che gefolget / und ihnen die — 5—— 


abgeborget. In Geiſtlichen Sachen lobt 


er demn Alphonſum de Ledeſma, welcher 


in kurtzen Spaniſchen Verſen und Epi- 


Zramngatibus dieſelben vorgeſtellet / und 
den Zunahmen des Divini bey ihnen er» 
ou wor⸗ 


4 





orte 8E) Poetere —4 225 
worben. . Metaphoricis. inyentionibus , 
fagter / genio quodam fingularique feli-, 
citate-maneipavit animum, docilis ubiq; 
& accinetus , quodcunque argumentum- 
per verba non unius ignificationis, quo 
genere Hifpanus fermo plurimum viget 

‚Homonyma Graca dieunt ) acute ‚ac, 
uaviter.difcribere.. Seine Schrifften 
find / Conceptos Eſpirituales, amas 
y Geroglyficos, al Vida de Chrifto &c, 
Es find viel andere / ung zum Theil un; 
bekannte / die ſchwerlich auſſer hald Lan⸗ 
des kommen. Der offt gemeldete Meo⸗ 
laus Antonius, hat in feiner / mit unver⸗ 
gleichlichem Fleiſſe geſchriebenen / Biblio- 
theca Hifpanıca vieie geſetzet / und gelo⸗ 
bet / bey welchem ſie koͤnnen nachgeſehen 
werden. Dieſer geſtehet gerne / daß es 
feinen Landesleuten an derrechten Kunſt⸗ 
richtigkeit gefehlet. Denn / ſo ſagt er in 
der Vorrede / Poetica facultas ſingularis 
eſt noſtræ genti, & fi junxiſſent vulgò 
noſtri artem eruditionemque (ut exteri 
conſuevere) locupletiſſimæ inventionum 
natur, induſtriamque non in pangendo 
adhibuiſſent, ac dedolando tantum car-. 
mine, fed in.eo adveterum imitationem, 
en LTE tam 











204. Das II, Cap Von der @paner 


tam Grci, quam latim iermonis;vatum 
confirmando , dodtrinaque multiplici, ut 
dodtum non minus fit, quam elegans, 
imbuendo, poffideremus plane, ante alias 
omnes genres, Muſarum principatum. 
Diefes auffrichtige Bekaͤntnis ift zu los 
ben/ denn / es pflegen insgeinein foiche 
Autores an der malerdouavie Frank zu 
ſeyn. Aber diefer barnichr zuviel geſagt / 
und wuͤrde dieſe Nation gewißlich ande⸗ 
re. uͤbertreſſen / wenn fie mir Fieiß das 
Werd triebe / und gröffere Anreigung 
fünde. Dergleichen Urtheil fället auch 
Campanella, lib. de recta ratione ftudior. 
artic,2. Da er feiner Landsleute Fehler 
nicht verbelet. Hıfpani Poetæ, quales Er- 
zılla, & qui Columbeidem fcripfit,adhi* 
ftoriam magis accedunt ‚fed minus bene 
fitiones inferunt, quas etiam plerunque 
ab Italismutuantur. Sane Garcilaflus Pe- 


verò Comesdias fingitinmaterianon Co-· 
‘ mica,fed moribus Hifpanicis fatis con- 
venientes. Die Spanifhe Sprache iſt/ 
meines wiſſens / mit folher Sorafäl- 
figfeit nicht außgeuͤbt / wie die andern. 
Ihre Origines hat aldrete in einem * 

Der. lehr⸗ 


trarchæ lyram feliciter æmulatur. Lopes 


Yale Poeterey. 205 
lehrten Buche / del Origen y principiode 
— beſchrieben / welches 
 Ferdmandus de Cordua, ın Didtcalıa 
multiplici, cap. 44. nicht ohn Ur ſache 10» 
bet: . Was font Barthius fihreibet Ad- 
verfar.lib. 47. cap. 13, nullum idiotifmum 
Romano propioremefle, und/ daß fie 
deßhalben nicht unbillich ihre Sprache die 
Roͤmiſche nennen / daß er auylib. 41. 
cap.ı7. Die Gleichheit eriweifen will iſt nur 
bloß / von feiner fonderlichen Zuneigung 
zu Diefer Nation , hergefloflen welche er 
anderen weit vorziebet. Denn die Uefa 
che / daß ben der nach ſtehenden Lateini⸗ 
ſchen Sprache / Spanien von frembden 
Voͤlckern eingenom̃en / bey deren Abgang 
in Welſchland und Franckreich erſt die 
frembden Voͤlcker gekommen / foll eher 
das Gegentheil darthun. Denn ſe eber 
‚eine Sprache durch frembder Voͤlcker 
Vermiſchung verfaͤlſchet wird / jelänger 
iſt fie ja der Veränderung unterworffen. 
Man hat ja in der Spanifchen Spraͤche 
fo viel Mohrenlaͤndiſche⸗ Arabifche/ 
Gothiſche / Vandaliſche Wörter / dadurch 
das Lateiniſche gar verdunckelt. Zudem 
zeugen Die Exempel / die Barchius'hb, sr, 


Cap. ı7. 








EEE EN TOR RE TARA — 





1 


os Das IV. Cap: Von der Engellaͤnder 
‚cap, 17. anführet, gar das‘ Wieder ſplel 
eSpanicr ſagen Hermofo, hazer ‚ha, 
'blar, havo &c. Die Lateiner formofus, 
facere, fahulari , favus. Die Traliäner ha 
ben jadiefeiben Wörter behalten / ſo ift Ja 
ihre Sprache auch aus diefen Erempeln/ 
und durchgehende der Lateiniſchen viel 











naher. | SR 
nn DR TV.Cap. 
Bon der Engelländer 
“er | Poeteren 1 ’ rn ” 
Innhalt. 







X RNgellaͤnder Eommen den Teutſchen naht 
Alte Britannifche Poeten, Angela he 
reine Teutſche Sprache. Jetzige Engliſche 

> Sprache wird von ihren Landsleuten 
hochgehalten. Der Grund iſt Teutſch. EIm uͤbri⸗ 
iſt fie fehr vermifcht. Groſſe Freyheit Der 

Engellander in Erfindung der Wörter, Der U⸗ 

J—— deg Rapini, verachtet alle Spra en/ 

und alle ihre Poͤeten / gegen die Englifche. Sein 
ungefchlieffenes Urtheil von der Teurfchen Camb- 

‚deni Remains , darinnen von der Engliſchen 
Sprache. Ihre Poeteren iſt ziemlich dunckel und 

eben, voll von weirgehulten Meraphoris. 


| — 


Leterey ñ 
Der König Alfredus und Aldhelmus die erſten 
Angelfachfifchen Poeten Aldhelmus bringt Die 
dritten Durch feine Lieder zur Gottesfurcht und 
Tugend. Alfredi überbliebene tragmenta. Ro- 
maın von der Roſe ift eine Seanköftfche /und 
feine Engliſche Erfindung. Suil aume de Lorris 
hat fie erſt angefangen Jean Clopinelde Meun 

 vollführet, Alte Chymifche Poeten bep den En» 
gellaͤndern / die Elias Ashmol verfamblet. Umer 
dieſen iſt auch Seolfry Chaucer, welcher der erfte 
unter jetzigen Poeten iſt. Sencer wird dem Ario- 
ſto gleich he VVilliam d’ Avenant, Abra- 
ham Covvley hat ſchoͤne Lateinifche und Engli⸗ 
(ee Carmina gefchrieben. Wird von feinen 
andsleuten dem Virgilie und Horatio gleich ger 
ſchaͤtzt andern vorgezogen. Deren Meinung 
wird wiederlegt. Seine in Englifcher as ge⸗ 
ſchriebene Davideis wird des T. Taffı Wercfe 
vorgezogen. Seine Pindarifchen Open, Sehler 
in den Metaphoris. John Donne ein trefflicher 
Poet, Jacob Catz, Barlzus haben ihm eine * 
dung abgeſehen. Conſtantin Huigens hat einige 
Carmina ing Niederlaͤndiſche uͤberſetzt. Cleve- 
land. VValler. Georg Herbert geiftliche Sven. 
Baconis Verulamii in Berfe überfekte Palmen 
Davids, Engelländer toollen in Dramatica Poefi 
allein den Preiß haben. John Dryden of the 

Dramatic Poelie. Teutſche und Niederländer 

Werden von den Engelländern verachte, Der 

Autor verheißt eine Diflertation de meritis 
Germanerum inLiteras. Des Rapini Befcheis 


I den⸗ 





——— 


Aachen ee a ae a TE 


208__Das IV. Cap Nonder Enaelländer 
denheit in feiner Critiq, Shekefpeare ‚Fletcher, 
Beaumont, Ben, Johnion, Deffen Lob, Johan- 
nis’ MiltoniPoemata. Sein Poema Hercicum, 
The Paradis loft,: Allgemeines Urtheil-von den 
Engelfändern. EN SORlä 
N Ron den Spaniern komme ich auff 
die Engelländer / welche allgemach 
IE Den Teutſchen etwas näher kom⸗ 
men. Denn / welche heutiges Tages von 
alten Verſen noch übrig find / / kommen 
von den Anglo-Saxonibus her / Die Zeut: 
ſchen Urſprungs find / und ın Engeland 
fo wohl die alten Britannifchen / ale die 
Rateinifchen gänglich unter druͤcket. Von 
den alten Brittanniſchen hat Boxhorni- 
us: in feinen Originibus Gallicis gehan⸗ 
delt / in welcher die alten Druides und 
hernach die Bardi one zmeiffel einige Car- 
mina oder Rieder gemacht / aber fie find 
unfergangen. Chaucer ein alter Engli⸗ 
ſcher Poete bezeuget dieſes in folgenden 
Derfen/ | > 
E The old gentle Brittons in her dayes 
ofdivers aventurs maden layes. : 
RymedFirft in her Mother tongue 
Whych layes ‚ vvith her Inftruments 


they ſonge. | 
| Die _ 


PR 





— 





pe ——— 





—— 292 


gelſaͤchſiſche ik —* der Zei, 

= “ ieh. als ‚die He Deu re 
vermiſcht iſt Was nun ‚die, 
— für. En oclanlanger/fi find 
einige. —5 — fleißig genug das. Lob. 
ihrer che außzubrei welche ſie 
Mei ‚an — vorziehen. Morlaner na 
ihrep Liebe, su,deim Daterlande etwas zu 
gute halter muß... Sonſten iſt nicht zu 
augnen / wen ſie e/ den Wörtern undder 
Conttruttionnach/.Teutfch/ fie billic an 
dem Lobe dieſer Sprache mit Theil Has 
he/ jedennoch / dag fie ſich nicht unterneh⸗ 
me de, Mutter ‚vorzugreiften. Den 
es iſt ben weiten die Neinlichkeit nicht. n 
der Engeliſchen Sprache / Die in der 
Teutſchen / „Die aus ſich ſelbſt beſtehet 
Denn die Engellaͤnder nehmen unge⸗ 
ſcheut aus andern Sprachen / was fie 
wollen und ihnen Dienet/ imd iſt / nach ih» 
ven belleben / alles gut Engliſch Wo⸗ 
durch ſie bißweilen dieſen Voͤrtheil ha⸗ 
ben’ daß ſie ein. Ding kuͤrtzer und nach⸗ 
dencklicher geben Fönnen / infonderkeif 
in, Carmine, Aber dieſes ift eine ſelbſt an⸗ 
gemaflete Freyheit / dder vielmehr Mer 
PRAG melche atzu billigen } und 
von 








a un Fans. 765 © \ 000 











210 Das IV. Cap: Bon der Engelländer _ | 
von ihren eignen: dandoleuten welche 
etwas verftändiger find / nicht gelober 
wird. „Der jeniger'der des Rapini refle- 
xions in die Englifche Sprache überfehel/ 
verachter die Spanifche Sprathe‘/ “ale 
die blos nur zu Rodomontaden ſich [hl 
de / und wie eine Paucke in der Mufic ſey 
Die Italiaͤniſche iſt ihm nur bequem zu 
Buürlesque , und 1ächerlichen Dingen /un 
ifty wegen der Endungen/ Kindiſch. Die 
Srangöfiche ift ihm eine Ruhmfprache/ 
die Teutſche grob und ungeſchickt/ 

- und noch nicht genug außgeubf / und zur 
Dollenfommenheit der, Enalifchen ge⸗ 
bradjt. Die Englifche habe: diefe Gluͤckſe⸗ 
keit vor allen / daß fie zur heroifchen Poe“ 
fie bequem ſey. Iſt gar ein findifch und 
närrifch Urtbeil. Denn nichr allein die 
Spanifche/ Italiänifche und Sranköf 
ſche Sprache nicht fo veraͤchtlich zu hab 
ten / ſondern / was den Laut anlanget / 
heſſer Engenichafft haben / als die Engli⸗ 
ſche Daß er vonder Teutſchen / dariñen 
fo viel. herrliche Poemata geſchrieben / | 
liederlich urtheilet / ift eineunverfehämbte 

| Verwegenheit. Denn ich fehler verfichert 
| bin/ dag er weder die Sprache VERS 
| NOW - 


8 








En Mae m 
a ⁊ 





Poetexeh. de SEX 
nocheinige unferer Poeten gelefen. Alles/ 
mas — Teutſchen Sprache iſt / iſt ei⸗ 
nern Heroico Poemati bequemer / als ir⸗ 
gend ein andere / geſchweige als die en. 
gelfche/die eine baſtard⸗teutſche iſt / auch 
durch die Vermiſchung / und Weibiſche 
pronuntiation ſo gar derdorben/ daß fie 
ſchier nichts maͤnnliches an fich hat / was 
aber gutes an ihr iſt / eintzig und allein 
der Teutſchen / die ihre. Mutter iſt / zus 
fehreibenmuß. Guilielmus Cambdenus, 
welcher das herrliche Buch Antiguita- 
tum Anglicarum, heraußgegeben / hat in 
Engliſcher Sprache nachgehends einige 
Romainsgefchrieben/ worinen er handelt 
vondenen Dingen/ die er in vorigen Bu⸗ 
che außgelaffen. Diefer hat gleich im Ans 
fange diefes Buchs eine Betrachtung von 
der Mortreffligkeit der Englifchen Spra⸗ 
che / die aber ein anderer gefchrieben/und 
er feinem Wercke einverleibet / woriñen 
er alle Theile der ſelben durchgehet und 
behaubten will / daß fie beſſer ſey / als die 
andern. Ja die Vermiſchung ſelbſt legt 
er zu ihrem Vortheil qus / und ſchlieſſet 
endlich daß in der Engliſchen Sprache 
die Seltenbeiten und Zierligfeiten aller 

de Spra⸗ 








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25_DaeV. Canon be gende 
Sprachen / als ein Schag / verborgen) 
Aund.in die divilös orbe Brirannos‘ gleich 
ſahm vertheilet waͤren. Welchen Rhieto- 
r.fhenoder poetiſchen Streich wir ihm 
billich zu gute halten / der ſonſt alle alte 
Philofophos und Poeten in derſelben zu 
finden meinet. Er ſpricht / Will yon haue 
Platoes vein?read Sir 7bo. Smith. the Jonicki 
Sir Thomas Moore. Ciceroes? Afcham. Varros 
Chaucer, Demofßhenes ? Sir John, cheek (vvho 
inhis treatife to the Rebells hath compo- 
fed all te figures of Rhetorik) Will you 
read Yırgil? Tak the Earl öf Surrey 0 
tullus? Shakejpeare and Barroves fragment 
ovid? Daniel, Zucan? Spencer, Martial? SIE 
John Davies aud others. Will you have 
allinall for profe and verfe? takethemi- 
racle of our age Sir Philipp Sidney. DAB mit 
nun zu ihrer Woeteren kommen / fo bar 
ben fie dieſes eigen’ daß ihrer viel ziemlich 
verfrochen und tunckel / fo wohl in der Zur 


ſammenſetzung der Wörter/ ale indem 


Berſtande fetbft find. Denn / gleichwie / 
als John Milton, in feiner Differtation of 
Education angemerckt fie mehr mit ver⸗ 


ſchloſſenem Munde ſprechen / als andere 
Moͤlcker / fo if ihre Rede auch gran 
| ie 


— 





0 ee m .- — —⸗ — 


Aria Poeterey. 5v 213 

Sie belieben die Tieftfinnigfeit/ und in ib 
ven Berfen haben fie faft allezeit Meta- 
phyſiſche und weit umbſchweiffende Gon- 
ceptus, worauff feine andere Nation leichte 
lich dencken follte / und iwelche der. Sache 
felbft alzu weit entlegen / / da man doc) 
fich mehr nach dem durchgehenden Ver⸗ 
ftande / als nach der Schule richten muß/ 

die ſolchen dingen eine ungeftallte Sarbe 
anftreichet. Hierinnen übergehen fie Die 
Italiaͤner ſelbſt welche doch in Diefen 
ſchlupffrigen Wegen offt ſtraucheln und 
falten. Daß alſo billich ſolche ihre Re⸗ 
dens Artnicht unter. die dına=, ſondern 
vielmehr unter die usriora zu ſetzen. Wo⸗ 
von: im dritten Theile ein mehres, fol ge» 
handelt werden. Die älteften Carmina, 
davon wir Nachricht finden bey den En- 
gellaͤndern / find wohl dieſelben geweſen / 
weiche der König Arltredus, welcher. En; 
gelland von den Dänen erloͤſet / und in ei; 
nen neuen wohleingerichteten Stand 9% 
ſetzet / ſelbſt feinem Dolce zum beften ge- 
' macht / und es dadurch zur Gottes—⸗ 
| 





furchtund Tugend auffgemuntert. Joann. 
Speelmannus in vitä Altredi Magni lib. 2. 
n.38.& fegg. hat: viel-von des ‚Königs 
\. ind 03 Poeſie 


EBENE SA SEN EEE EEE: EN | 





214 _Das IV. Cap Von der Engelländer 
Poeſie: Maximus’illefuie, ſagt er / poſt 
Alertum & Danis regnum, ejus inſtatra⸗ 
tor.& velut novus fundator:nam legibus 
'omnia circumferipfit, Scholas, Academi. 
as infHitunt‘, artes &difciplinas reduxit! 
ipfe multa carmina'rhythmo feripfit ‚apos 
logos, fabulas ‚ tigmata' ad 'erudien. 
dum populum, quibus barbarus ' popu* 
lus deliniebatur , inter maximos poetas 
fui temporis numerandus Der ſelbe Speel- 
mannus erwehnet / in den notis ad g 43. 
daß Alfredus, in dieſen Gerängen zu ma⸗ 
chen / dem heiligen Aldhelmo, der faſt in 
die 200. Jahr vor ihn 'gelebet / nachge⸗ 
folget von weichen Malmesburienfis lib. 
s. de geftis Pontificum , dieſes erzeblet/ 
Nativ& linguæ Aldhelmus non neglige- 
bat carmina, aded ‚uttefte'libro‘Alfredi, 
nulla üngquam ætate ei par fuerit"quise 
quam, poefin Anglicam pofle fäcere, can* 
tum Fe er eadem appofite vel ca· 
nere vel dicere. Deniquecommemorat 
Alfredus carmen 'triviale » quod adhue 
vulgo cantillatur;Aldhelmum feciffe; ad« 
Jiciens. caufaın, quâ probat rationaliter 
tantum virum his, quæ videnturftivola, 
incicite. Populum’eo' tempore ſemihar· 





— — 


UL [u — — — — — 


barum, 





| Weeetexeyh . 215 
— — — — TC DIE 
barum ,parum divinjs fermonibus inten« 
tentum, cantatis misfis domos Erfitare 
folitum. Ideo fan&am virum ſuper Jon- 
di ürbem & rura continet abeun- 
fe oppofuiffe obicem quali; artem 
-antandi profeffum.E6 plus quam femel 
fa&o, plebis favorem & concurfum eme- 
ritum , fenfimque inter ludicra verbis 
fcripturarum infertis, cives ad fandita- | 
tem reduxiffe , qui fi fevere & cum’ eX- 
comunicarione agendü putaflet, profectò 
profeciſſet nihil. Dieſe ſind treffliche E⸗ 
rempel / wie durch Huͤlffe der Poeſie die 
Veute zur GOttesfurcht und Tugend zu 
bringen. Dieſer Koͤnig Alfredus-ift ein 
rechter Vater feiner Unterthanen gewe⸗ 
fen/ von deſſen Sorgfalt vor die Oxfor⸗ 
diſche Academie, die er zu ſtande gebracht/ 
‚Antonius Wood in feit er Hiftoria & An- 
tiquitatibus Oxonienfibus fan nachgele⸗ 
fen werden. Der Spelmanus führet an 
felbigem Orte aus einem MSto Bibliothe- 
cz Cottoniane- einige Lehren an / die 
Arlfredus' zuſammen ee / berichtet 


nun? daß in der Orfordifehen Biblithec 









Buch verhanden / mit dem Titul / Pa⸗ 
tabola Ailftedi Regis 
ee 


Er haͤlt ſie aber 
J mnicht 








1:3 aary)samn 
316 Pas IV. Cap Bon der-Engelländer- 
it, vor auffrichtig/ in onderheit der Ur⸗ 
Hchen halber: / weil zu der Zeit, man nicht 
ſo gut? Reime gehabt oder gar Feind 
Wor innen er doch irret. Denn es find 
ſchon damahls die Reime gebraͤuchlich ge 
Weſen / worvon in folgenden ein mehres. 
Der Uber ſetzer der Poetiſchẽ Retlexionen 
des Rapini hält die Romain von der Roſe 
vor. daserfte Englische Gedichte, und ruͤ⸗ 
cket den Srangofen auff / daß fir ſich da⸗ 
mit groß gemacht. Er nennet deſſelben 
Autorem Richard Baker, bringet aber 
nichs herbey dadurch er ſolches 
‚se. Denn es ja ſonſt aus der Frantzo⸗ 
‚fen Anmerckungen bekannt / und auch 
aus der, Romaine ſelbſt / daß einer / Nah⸗ 
mens Guillaume de Lorris; vice R oma. 
‚neangefangen },Jean Cloppinell.de Meun 
genannt / hernach vollfuͤhret. Dieſer 
Lorris;haf.gelebet. zu Zeiten Ludovic, 
und iſt geftorben im Jahr 1263. Der Je- 
an de Meun hab vierzig Jahr hernachdiß. 
Buch vollfuͤhret ¶ Er..ift genannt wor⸗ 
den Premier inventeur, — 
Frauzoife, Von ihm iſt weitlaͤufftige 
Vocht icht hen dem Claude Fauchet 0 
vormahls er wehntem Buche / und bi 2) 
em 


054 +54 | 








Be. 


— 


rem Erwaͤhnung gethan Ein Englifcher 


in 








EBEN I PARAUD LTD VIAnR Rs 
Pooetereh en EU 


dein Antonie Verdier in feiner Bibliothe- 
que. „ Koͤmmt mir derhalben gar Nicht 
wahrſcheinlich vor / daß es eine Eitglifche 
Erfindung fen. Der, Autor der dieſe Ro- 
maine geſchrieben / ift ein Chymicus, und 
hat / zu dem Ende / daß er die Heimlig⸗ 
keiten der Kunſt verbuͤrge / diß Werck ge 
ſchrieben. Denn es find viel merckwuͤr⸗ 
dige Dinge von dieſer Wiſſenſchafft dar⸗ 
inne enthalten. Es iſt nicht zu laͤugnen / 
daß gar alte Poetifche Schrifften von 
dieſer Kunſt in Engelland vorhanden 
find. Denn es hat, in diefer Nation ſchon 
vor alters Leute gehabt / die in dieſen Ge⸗ 
heimniffen groſſe Meifterftücte erfoiefen/ 
Davon ic äneineım andern Orte mit meh⸗ 


Edelmann Elias Alhmolhat einige derfel; 

en in, einem Buche. / ſo er Theatrum 
Britangicum nennet / derfainblet, Aber/ 
FR.BFDENGEEheG Richards Bakers mif feis 

em eintzigem Worte, Welches: er doch 
billic hätte thun follen. Denn / er bat 
Die alteften Poetas Chytnicos, datinnen/ / 
rl mit recht mınlai genennet werden / 


it Salmafıns Exereit, in Solin. erwie⸗ 
vr die Chy ln hie 
D 5 fom- 








218. Das W. a 
fommen.. Der Aeltefte. Englifche Do 
te. wird von dein Uberſetzer des Rapini ges 
feet Geafiry Chaucer , der im {Jahr 1400. 
gelebet. Selbiger iſt mit unter den Chy- 

- mifhen Poeten / und findet. fich in des 
Ashmols Tractat ein Getichte/ deſſen U⸗ 
berfchrifft The Taleofthe Chanons Yeo- 
man, worm̃en er von diefer Runft handelt. 
Sein Bildniß und Epitaphium, meldein 
der Kirchen zu. Weſtmuͤnſter zu finden/ 
bat er daben abmahlen laſſen Diefer gee 
braucht fich vieler alten Wörfer und Re⸗ 

densarten z „die nicht mehr gebräuchlich | 
| 





find. Spencer wird ‚von ihm vor den 
erften Heroifchen Poeten / und. dem Ita⸗ 
lläner. Ariofto gleich gehalten. . Er will 
ihn faft allen vorziehen / die nad) dem 
Virgilio gefrieben. Er muß aber ge 
ſtehen / dag er ſehr hinfaͤllt und it 
toeisläufteigen unförmlichen Einfaͤllen ſt 
Welches diefem feinem Urtheil entgegen 
ſteht. Der Torquatus Taſſusmuß ben ihm 
auch verkleinert werden / damit dieſer de⸗ 
ſto groͤſſer werde. Naͤchſt dieſem ſetzet er 
‚den William d"Avenant, welcher ein Poe- 
— —5 HR CD IDEEN 


e& Ada fobet abet feine Sehler, Beide 
«0% ee * 


— 


u 





ur RT Te ET Poeterey. —2— 219 


— 





⁊ J 


falls erzehlet. Endlich ſetzet erden Abra- 
ham Covvley, welchen er den andern in 
Der Heroifchen Doeteren vorziehet. Dies 
fer bat traun. den gröften Preiß unfer 
den Englifchen Poeten verdienet/ weiler 
in der Griechiſchen und Lateiniſchen 
Sprache feine ‚gemeine Gelehrſambteit 
gehabt / und nach deren Anleitung die ge⸗ 
meine Poeteren verbeflert: Er hat au 

Lateiniſche Carmina geſchrieben / welche 
voll von Scharffſinnigkeit find / fo wohl 
it Heroico, al8 Lyricogenere. Daher 
einige feiner Landsleute ihn dem Virgilio 


und Horatio gleich machen’ worinnen fie 


doch viel zu weit gehen. Deñ / ob er gleich 
Sifreich genug iſt / fo iſt doch ben ihm die 
rechte Sauberkeit / und die ungeſchminckte 
Zierligkeit der Roͤmiſchen Sprache nicht 
au finden und haben alle andere Voͤl⸗ 
der /ja auch die Schotten folche/ die ſie 
ihm weit vorziehen fönnen, Aber unter 
feinen Randgleuten ift feiner / der ihm 
gleich „gehalten werden fan. Thomas 
Spraat , der. fein Leben Rateinifch bey den 
Lateiniſchen / und weitläufftiger in Eng; 
licher Sprache / hey den. Engelländis 
ſchen Gedichten beichrieben / jene Diele 
3:1% N dr fe. 








bi | 


220: Das IV. Cap. Wonder Engelländer 
‚ZBorfe. In verbis nec curiofus admo- 
dum, nec nimium negligens.‘ Commu- 
nibus & uſitatis contentũs, pauciſſima 
‚Aut immutavit, aut innotavit. Rempr&- 
cipuè fpedtabat, in eaque immorabatür. 
Nun betrachte ein verfiändiger / wie fo 
‚gar nicht diefes mir dem andern Urtheil 
überein. koͤmme / wenn. er in folgenden 
ſpricht. In duobus poftremis pede He- 
‚xoico ufüs eft, & abfit verbo invidia, 
‘fi,non Virpiium', cæteros certe ©- 
Ynnes fuperavit', ale wenn es von dem 
Virgilio noch in Zmeiffel zu ziehen waͤre. 
Da doch alle andere / ſo wohl der materie, 
un Einrichtung / als der Rede halber ihm 
weit vor zuziehen. Wo irgend in einem 
Dinge/ fo iſt in der Tichterey delectus 
vborum, qui origo eſt eloquentiz,N0 
thig / daß alfo gar wieder alle Vernunfft 
ift / wenn man ihn / als / nach ihrem Ur⸗ 
thein/ den beſten Poeten / deswegen ruͤh⸗ 
‘met / quod in verbis non curiofus ad- 
modum fuerit. Der Uberſetzer des Rapı- 
ni geht etwas befcheidener/und/ da er Die 
groffen Gaben dieſes Mannes Tobet’ DIE 
in Wahrheit zu loben find /'fo befla 
er doch / daß er ſeine Davideis vor feinem 
N Ende 





41 
> 
u | er 
ES  —— 


sl Poeterey. ei 
Ende nicht wieder uͤberſehen habe / we⸗ 
ches er in ſeiner Jugend gemacht / uͤnd 
worinnen wieder. die Geſetze eines Heroi- 
ſchen Poematis offtmahls gefehlet wir d. 
Aber des Taſſi feinem Wercke ziehet er 
daſſelbe weit vor / In the Davideis 
(ſpricht er) thereſhines ſomething oa 
more fine, more free, more nevv , and 
more noble air than appeares in the Hie- 
rufalem of Taſſo, vyhich for alle his care 
isfcarce perfectly purged from Pedantry, 
Die Welſchen mögen dieſen Hohn vers 
fechten / daß. man ihren fo. bochgepriefe, 
nen Poeten noch der Pedanterey befchuls 
diget. Ich würde fraun noch vor Taflo 
reden, In den Lyriſchen und Pindas 
riſchen Gerichten / weißfo wohl Thomas 
Spraat , als der Hberfeger des Rapini, feis 
nen unter allen Italiaͤnern zufinden/der 
hin gleich ſey / da doch diefe den Kuhn 
hierinne ſuchen / und. vielleicht gefunden 
haben. Mich däuchtet/ es fen vor Covvley 
Ehre genug / ihnen gleich geſchaͤtzt zu 
werden / welches Rob er billich verdiene. 
Die bindariſche Art/ zu fehreiben /hat er 
zurm erſten unter feinen Sandsleuten ans 
' gefangen / wiewohi er. in den Metaphoris 


3 ziem⸗ 





I ee er —— 


222 DasIVv.Tap Bon der Engelländer 
zieniblich weit außgehet, Als / wann er 
unter den Pindariſchen Oden im der U⸗ 
berfegung der 2, Ode des #4 Buch Ho« 
ratıi von Pindaro fihreibet: ei 
+ The Phenix Pindar is a vaft Species 
y 3, "U, glonesi HR ER 
Da ſtreicht das Wort Species, als ein 
Schulwort / den Verſen eine Pedanterey⸗ 
Farbe an / welche ſich nicht wohl bey der 
hoben Redensart ſchicket. Aber es if 
ſchier kein eintziger En liſcher Poete / der 
nicht hierinnen verſtoͤſſet / wovon wie 
in unferm dritten Theile weiter handeln 
wollen. Ferner fagt er in der erſten 
Strophe, | — 
"Pındars unnavigablefong. 
Like a fvvoln Flood from ſome fteep 
— NMountain pours along: 
Da iſt zwar gut / daß. er des Pindari 
Carmina mit einen lauffenden Fluſſe ver’ 
vergleichet / welches Horatius aud) ge⸗ 
than /aber deifen epitheron unnavigabk, 
findet bey dem Worte Song. Geſang / 
gantz keinen Platz Dergleichen würde 
man viel finden/ wenn man alles genau 
unterſuchen wollte. Der Uberfeger Ra- 
pini bringet unterſchiedliche ir 
| m 





\ MHarıeın | Poetereh· 9 9 ar P 223 
een een, ehr eh - — - — 


bungen aus Latetniſchen / Jtalaͤni⸗ 
ſchen/ Frantzoͤſiſchen Poeten hervor⸗ 
welche er mit Engliſchen Poeten vers 
gleichet davor Haltende / daß jene 
weit von diefen überwunden wor⸗ 
den. Aber «släft ſich allhier fernerniche 
davon reden. Es wundert mich / daß er 
andere feiner Nationaußgelaffen / als, 
den John Donne / welcher im achtzehen⸗ 
den Jahre feines Alters tieffſinnige Ber⸗ 
fe geihrieben / welchem unter den Nies 
berländern Jacob Catz die Erfindung 
bon dem Flohe / der zweyer Kiebhaber 
Blut gefogen / abgefehen, und hernach 
Barlus in einer abfonderlichen Elepia. 
Pulex duorumamantium ſanguine aaa, 
beffer außgezieret. Der vortreffliche 
Conftantin Huigens, Herr von Zulichem, 
und des Fuͤrſten von Orange vornehmb, 
fer Rath / hateinıge von ſeinen Geo | 
ten in Niederländifch überfeger ’ 0b 
zwar der König von Engelland Carolüs 
1. ſolches vor unmöglich gehalten. Er 
bataber dennoch unter dieſen Schwierig: 
feiten folches werckſteilig gemacht /;ob er 
geich mit fo viel frembden Mörtern/ 


als/ Ecktafis, Antomi ; ‘ Influenti&' &c. 


ſich 


— 





IR 


224 DasIv.Cap. Bon der@ngelländer 


-.—_—- mg 





ſich hat plagen muͤſſen / undstolche. in gut 
Niedertändirh ver ſetzen / welches Die, En⸗ 
gellaͤnder nicht achten Denn wie Herr 
Auigens ſagt / haer taele male taelensen | 
als thaer belieft „Grieefch,en Latyn ſyn 
piat Angelſch, dennoch hat er vor keine ge⸗ 
ringe Suche gehalten / die ſe in Niederlan⸗ 
diſch uͤber ſetzt zu haben. Tis my veeleers 
Gfprichter) (oogrooten Man nageſtamert 
te-hebben, ende vel genoegent ſalt my, | 
gevenyloo min ſtout vordeen berere pen- 


nen aengemoedigt. moge hebben omons 
Lan wyijder deelachtigh ge maecken N 1 
fo.veel.overzeefche K.oftelikheden; alsick 
met [chrick ende eerbiedigkeit, ongeroert 
gelaten hebbe. Sehet hier ein —— 
Zeugniß / von einem fo groſſen Maune / 
der dieſes John Donne ſeine Poetiſche 
Wercke/ die er in feiner Jugend geſchrie⸗ 
ben/ cdenn in leinem Drännlichen Alter 
hat er / als Decanus.der S.Paulus Kits 
chen / viel geiſtreiche Predigten hervor⸗ 
gegeben.) ſo hoch gehalten / daß er ſie des 
Überfegens würdig geachtet / der in ſeiner 
Sprache nicht allein / ſondern auch in der 
Lateiniſchen fo viel herrliche ſinnreiche 
Verſe geſchrieben / ſo dieſe ſelbſt aberg 
N | id 








ee. 227 
- Wir finden aber auch allbier den Mans 
gelallzu groffer Kunſt und Wiſſenſchafft / 
der nicht an bequemen Orte angebracht 
wird. Man hat ferner des Clevelands, 
Edmond Wallers, John Denhams Eng» 
‚Nilche Poemata, welchen nichts an gutem 
Geiſte und Einfälten gebricht / und an⸗ 
dere mehr / daran unfer Cenfor nicht ger 
gedacht. George Herbert hat fehr gute 
Geiſtliche Dven geſchrieben / auffwelchen 
Abrah. Covvley eine treflliche Lobſchrifft 
gemacht / und dem der Cantzler Baco 
: Verulamius feine in Verſe überfegten 
Dialmen Davids zugefchrieben hat/ 
melche jelber von keinem gemeinen Beifte 
007, und in den Engliſchen Schriffteny 
ie nach feinem Tode hervor gefommen; 

zu finden. Was ihre Tragadıen anlan- 
get / fo urtheilet Rapinus, daß fie/ vor 
allen andern Voͤlckern / hier zu eine for 
derliche Neigung haben / weil das Ger 
muͤthe dieſer Nation an Graufambfeit 
eine fonderliche Ergoͤtzung Habe. Wo— 
durch fie zugleich getober und gefcholten 
worden. Der Überfeger laͤugnet dieſes 
nicht / aber die Urſache will ihm nicht an 
ſtehen / uͤber laͤſſet ſolches den Tragcedien⸗ 
p ſchrei⸗ 





nun 


EEE EN N | 


226 Das IV! Cap. Bon der Engelländer 


ſchreibern zu unterſuchen / ob der: ger 
meine Trieb der Nation, oder ihrer 
genfinnigfeit/ veranlaflen/ daß einjok | 
ches Urtheil von der beftgefinnten Nati- | 
on unter der Sonnen (es beliebt ihnen: 
folchen Kobfpruch fich felbft ben zu legen) 
von Frembden gefället werde In der 
Dramatifchen Poeſie, ſagt er / hat die 
Weit nichis / das mit den Engellaͤndern 
zu vergleichen. John Dryden, ein gelehr⸗ 
ter Edeimann / der ein Eflay of Drama- 
tick Poefie geſchrieben / hat ſich vorge⸗ 
nommen / von den Engliſchen Come- 
dienund Tragœdienſchreibern fein Be 
denen zugeben. Es läft ſich aber als⸗ 
bald im Anfange mercken / daß die ſen⸗ 
gen / die itzo in Engelland ſchreiben alle 
Ztalicmiſche / Frantzoͤſiſche / und Spa 
niſche Comeedien⸗Schreibers übertref⸗ 
en. The ‚Drama is vvholly ours, 
ſpricht er wir eignen ung die Drama 

ticam Poefin , alleine zu. RN 
Hi fapiunt foli :reliqui volitant velut umbra. * 6 
Der Teutſchen wird nicht gedacht / als 
wenn die Fein Theil hieran haͤtten / oder 
folches Werck unfaͤhig waͤren. Denn 
vie der ungeſchlieffne Uberſetzer des 
pını _ 








N 


Fr DDr wma m gm rg ee Ei E © u eG a — 


Moeterey En 2a 
pini urtbeilt/ The Germanftill continues - 
rude and unpolisht , not yet filed.and 
; eivilized by the commerce ad intermix- 
ture vvith firangers, tothat fmoothnefs 

“and humanity , vvhich the Engels may 
boaft of. Gerade / als wenn alle Weit 
die Engelländer vor Lehrmeifter erken 
nen müffe/ deren erleuchteter Verſtand 
allhier den unwiſſenden / unverftändigen/ 
groben Teutſchen als eine Idea: vorgeſtel⸗ 
let wird / nach welcher ſie ſich zu richten. 
Ich hoffe / ob GOtt will / noch einmahl 
die Gelegenheit zu haben / nicht allein 
ihnen /fondern auch andern Nationen, Die 
dergleichen Schnarcherenen über die 
Teutſchen machen: in einem abfonderli- 
en Wercke zu zeigen/ daß die Mer; 
dienſte derfelben ın allen Wiſſenſchafften 
gröffer find / als daß fie von ihnen föns 
nen erkannt und vergolten werden/ j0/ 
daß wir in pielenKünften ihre Lehrmeiſter 
geweſen. Der Niederländer wird gleich 
falls mit Feinenaeingigen Worte gedacht / 
da doch befannt / was ben ihnen nicht 
allein von gemeinen Gedichten / fondern 
auch von Comadien/ Tragedien/ von 
Joſt van Vondeln, und andern’ verfer: 
— p 2 tiget 


BE na ana ve nad 


; * 


228 Das IV. Cap. Bon der Engellaͤnder 
tiger hervor gekommen / welche weder 
Frangoſen und Ztaliänern/ geſchweige 
Engelländern/ was nach zugeben haben, 
Thomas Spraat,, deffen wir droben ges 
dacht, durch Sorbiere in feiner Reiſebe⸗ 
fchreibung von Engelland gereiget/ hat / 
in den Anmerckungen über dieſelbe / gleich⸗ 
falls behauptet / daß die Engliſchen So. 
medien sund Tragoedienſchreiber beſſer / 
als die Trangofen. Es hat mir vor am 
dern die grofle Beicheidenheit des Rapı- 
ni gefallen / daß / da er fih ale einen 
Cenforem und Criticum angiebt / wel; | 
ches Ampt er in diefer Kunſt mir gutem 
Zug verwalten fany (denn er unftreitig 
einer von den gröften Poeten in Franck⸗ 
reich ift)fo hat er doch mehr anfeinen ei⸗ 
genen Landsleuten zu tadeln/ als anal? 
ſen andern / woraus feine Auffrichtigfeit 
zu ſpuͤren / und daß er niemand zu ſchmei⸗ 
chein gemeinet. Von welchem ein fol 
cher entfernet fenn muß / der ſich einee 
fo groffen Sache unternimmer. Die 
Unpartbeiligfeit muß bey einem Richter 
ſeyn / fonft verliehrr er den Nahmen. 
Es wäre beffer / daß diefe / dievonden 
Engellaͤndern geſchrieben / ſich nicht vor 
F Bi; 
Gi 





Poeteern222 
ihre Cenſores, ſondern Panegyriſtas auß⸗ 
gegeben hätten / wie fie in Warheit ſol⸗ 
che find / und diefes Ampt mit aller. er 
finnlicher Artligkeit und Kunſt verrich 
ten. Und der John Dryden bat gar wohl 
gelehrt von der Dramaticä Poefügefchrie> 
ben. Die Engelländer /dieerbierinnen 
anfuͤhret / find Shakefpeare, Fletcher, 
Beaumont, von welchen ich nichtg gefes 
henhabe. Ben. Johnfon hat gar viel ge 
ſchrieben / welcher meines Erachtens / 
fein geringes Rob verdiene. Er ift in 
Sriechifchen und Rareinifchen Autoribus 
wohl befchlagen geweſen. Die Außbil⸗ 
dungen find kraͤfftig und lebhafft. John 
Dryden urtheilet / daß in ihm die Engli⸗ 
ſche Sprache zur hoͤchſten Vollkommen⸗ 
heit gebracht / und was nach ihm darin⸗ 
ne gethan iſt / mehr uͤberfluͤßig als noth⸗ 
wendig geweſen ſey / welcher ihn nach al⸗ 
len Umbſtaͤnden beſſer beſchreibt / quch eis 
nige feiner Comeden genauer unterſu⸗ 
chet. 1, Seldenus hat ihm in einem Latei⸗ 
ſchen Carmine ‚fd feinen Wercken vorge 
ſetzt / ein fonderliches Rob gegeben. Er 
hat alies wohl unterfucher / ehe ers her⸗ 
vor gebracht / und bezeugt Dryden, daß 

| | p3 u er 











mc us er 2 nal ee — 


270 Bas IV. Cap. Von der Engellaͤnder 


er dem Beaumont alles unter die Hände 
geftellet und feine Cenfur darüber gehen 
laffen. Antonitis Wood, in feinen An- 
tiquiatibus Oxonienfibus lib. 2. p. 145. 
meldet / daß er dein Johanni Hoskyns, el 
nem vortrefflichen Manne / der von ſei⸗ 
nen Landsleuten uͤberaus hochgehalten / 
und von dem Ovveno mit vielen Epi- 
'grammatibus beehret / was er gemacht / 
erſilich vorgewieſen. Ile Johnfoni fty- 
lum ( ſpricht er ) expolivit, terfumque 
'reddidit. Er hat aber ohne Reime meh⸗ 
rentbeils gefchrieben / welches Dryden 
an ihm lobet / der daraus Anlaß nimt / 
wieder der Reime Gebrauch viel zu re⸗ 
den. Dieſer Dryden hat auch einen 
‚andern Theil verheiflen/ darinnener von 
den Tugenden und Fehlern aller Englie 
ſcchen Poeten Handeln will/ worunteri® 
ne den gröften Plag vielleicht beftreiten 
‘werden. Mon einigen / die wir bereils 
angeführetz / urtheilet er alfo: Nothing 
fo curtly as Sir Job» Suckling ; nothing. 
fo even fvveet and flovving, as Mr. Wal- 
ler; nothing fomajeftique, ſo correct as 
Sir John Denham; nothing fo elevated, 
fo copious, and full ofSpirit as Mr.Gow- 
| Ce}. 


1 Iey 


ee 


N rg a 


— 


er 


| Poetereh 231 
iv. Ks find noch viel andere / deren 
weder der Uberfeger /noch diefer Dryden 


erwaͤhnet / die wohl verdiene haben/ 


daß ihrer gedacht werde. Worunter 
wir billig des John Miltons Poemata bes 
greiffen. Diefe/ob fie zwar in der ers 


ſten Jugend gemacht /fo blickt doch der 


gute Seift hervor / und find fieden beſten 


gleich gefchägt. Won feinem PoemateHe- 


roico, Ihe Paradis loft, davon fie gleich. 
falls beede ſchweigen wollen wir im 








nachfolgenden handeln. Wir ehren die; 


fe finnreiche Nation, und halten fiehoch 
und werth / wuͤnſchen aber/ dag zu allen 
ihren Bollfommenpeiten noch diefe Hinzu 
komme / die Befcheidenheit/ von ihnen 
Be und von andern Völkern zu ur 

eilen. - i 











Das V. Cap. 

Bon der Niederländer 

| Poeterey. 
Innhalt. 


Non iſt Teutſch. Hochteutſch ein 


neuer Dialectus. Becanus und Antonius 


Riccardi halten Die Niederlaͤndiſche 
p 4 Spras 





232. DasV.Cap. Von der Miederlaͤnder 


Spracheälterals die Hebräifche. 'AbraamusMy- 
Tos hat von dem Alter der Sprache gefchrieben. 
Siehet fich von: vielen feculisher. wenig geändert, 
FelchegMylius mit Exempeln wieder Liplium ber 


weiſet. Hochteut ſche a wird von Mer- 
ei 


vvede , als eine Bäurifehe/ verachtet. Seine 
Grobheit wird mit des Herrn ConftantintHui- 
geus Befcheidenheit wiederlegt. Deſſen Lob 
fpruch von den Hochteutfehen. Alte Niederlaͤn⸗ 
diſche Lieder. Vondels Urthel davon. Reden- 
riikers. Ein alt in Reimen geſchriebenes Nieder⸗ 
laͤndiſches Chronicon, Douß und Heinfius 


u die erſte Zierligfeit in die Niederlaͤndiſche 


oeterey gebracht. Heinfüi Niederlaͤndiſche Ge⸗ 
dichte von P. Scriverio heraus gegeben Sein 
Lobſpruch hierüber: Jaoob Cate hat eine liebliche 
Art / fo wohl im Niederlaͤndiſchen / als im Lateini⸗ 
ſchen. Conſtantin Huigens Korenblomen, 

eine Scharffſinnigkeit. Schauſpiele von Am- 
fierdam, Joltvon Vondels Lob. Jande Vois 
ein Glaſer / har das treffliche Trauerſpiel von 
Aranımd Titus gefehrieben. Conftantin Hu- 


gens und Cafpar Barleus erheben ihn feht. Er 


nige haben: dieſes Trauerſpiel barlæo ſelbſt zu⸗ 
ſchreiben wollen. Iſt aber nicht glaͤublich. Barlzus 
hat Die Niederlaͤndiſche Peteren verachtet / ſelbſt 
aber die ſchoͤnſten Verſe geſchrieben. 


PRO, 
Hoofts Gedichte find hochtrabend Einige ſchwuͤl⸗ 


ſtige Art zu fihreiben bey, den Niederlaͤndern. 


Vondels Urtheil Davon. Welterbaan wird ges 


gelobet. Wie auch Henrichs Brunoos Men- 


gelmoßs, 











ER Eu Poeterey. a; 233 


elmoes,, Johan van Dans. giebesgedichte- 

atth. van Mervvede. Janvan der Veen A.- 
dams Appel. Decker, Bodecher, Bannıng, 
Daniel Jondtys. AnnaSchurmans, Anna Tef- 
felfcha. Unterſchiedlicher Autorum zufammen 
gefuchte Carmina, Zeeufche Nachtegaei Klio- 
os Kraam. Apollos Harp. Einige Auctores 
erden erzehlt. Die Teutſchen follen dergleichen 
Arbeit ihnen angelegen fein laffen. Der Außlan- 
der Partheifche Urtheil von ihren und andern 
Poeten, Verdiers Urtheil von Ronfard. Des 

ardinals Perrons gleiches Urthel. Alexander 
Taffon halt die ——“ neuen Poeten hoͤ⸗ 
her als die alten. Deßgleichen thun auch andere. 


TOR Moeterey der Niederländer/ 













bon welcher wir jego reden wollen/ 
Aiſt von der Teutſchen nicht unter» 
fchieden / ja fie ift ſelbſt Teutſch / und die 
Wörter diefer Sprache / haben mehr 
von dem alten Teutfihen / als irgend eine 
andere. Die Hochteutfche ift gegen fie 
ein gar neuer Dialectus. Das Uhraite 
Teutſche hat mit dem Niederländifchen 
in vielen Stücken eine ziembliche &leich- 
heit, Wir haben ſchon vorhin erwaͤhnet / 
daß der Geropius Becanus , und nad 
ihm Schrieckius fie zur älteften Sprache 
machen / und.andern allen vorziehen 
P5.- wol⸗ 





234 Das V. Cap. Mon der Niederländer 


wollen, So meldet auch Ghilini in ſei⸗ 
nem Theatro d' huomini litterati von eis 
nem Antonio Riccardi , der in Welfcher 
Sprache ein Buch gefihrieben/ della pre- 
cedenza delle lingue , worinnen er bes 
hauptet / daß die Cimbrifche Sprade 
(wodurch Becanus die Niederländifhe 
verſtehet) ihres Alters un Bortrefligkeit 
halber der Hebräifchen weit vor zuzie⸗ 
ben. Diefes Buch habe ich nie geſehen / 
nimmt mich aber munder / daß ein Ita⸗ 
liaͤner eine ihm frembde Sprache / als 
die Niederländifche / fo genau durchfüs 
chet haben foite/ daß er folchen weit auß⸗ 
fehenden Sag zu behaupten fich unter 
ftanden hätte. Es wäre denn / daß er 
von dem Becano feine meiften Gruͤnde 
entlehnet / welches ich fchier glauben fol 
te. Diefes ift fonft gewiß, daß fie und 
andere Dialeti der Teutſchen / der Grie⸗ 
chifchen und Rateinifchen billich vorzu⸗ 
Mn älter als diefelben find. A- 
raamus Mylius hat in feinem Buche de 
Antiquitare linguæ Belgicæ, infonder* 
heit cap. 28. dieſes Flar genug dargethan/ 
eriveifend / daß die Cimbri und Celtæ 
fon zu ihren männlichen — ge⸗ 
Leis: sin 











Wu; en/ 


17: 


oeterey. 235 


‚kommen / wie Griechenland’ noch in Der 
Wiegen gelegen’ und daß / da die an⸗ 
dern Sprachen fo groſſe DBeranderuns 
gen erlitten‘ die ihrige faſt ungeändert 
geblieben. "Er ſaget: Eftmihi libellus O- 
rationum in membranis manufcriptus, 
qui ex charadtere & aliisindiciis apparet, 
eſſet antiquiſſimæ notz. Sed fermo in 
illis tam fimilis hodierno noftro Bel« 
gico, quam aqua, qua tunc Scaldis flu- 
xit, ei, qua.tunc fluit. Er führet auch 
etwas daraus any ingleichen auch ‘aus 
etlichen Uhralten Diplomatibus die er in 
den Archivis gefunden. Er behauptet 
wieder den Lipfium ‚daß das alte Nieder 
laͤndiſche fo derfelbe aus einem alten 
Pfälterio, von Caroli M. Seiten ber / in 
einem Brieffe an den Schottum herbey 
gebracht hat /daflelbe ſey was heutiges 
Tages geredet wird. Erfeget auch den 
19. Pfalm, nebft der Rateinifchen und neu⸗ 
en Niederlaͤndiſchen Uberfegung/ dahin, 
damit ein jeder die Gleichheit feben Fön 
ne, Nur iſt in einigen Endungen ein 
Unterfcheid/ und find die alten Wörter 
gänzlich nach, der Conftrudtion der Ra 
teiniſchen verfion gefeget. Iſt die Nies 

| | derläns 





EEE re I MARIN DEREN 





a8 ad sh a al 1 ee 


236 DasV. Cap Wonder Miedetländer _ | 
Derländifche Sprache nun zu Caroli M- 





Baiten fo beſchaffen gemefen / fo Fan ſie et⸗ 
! 


che hundert Jahr vorher fo. geweſen 


ſeyn / weil fie ja nicht zu der Zeit jung 


worden. Jego ift fie zu der gröften Zier⸗ 
lichkeit gebracht / und immer mehr und 
mehr in der KRunftmäßigen Nichtigkeit 
außgeübet / wie ingleichen auch die Hoch⸗ 


teutſche. Welche berriicher und anfehns 


licher iſt da jene lieblicher und weicher. 


Iſt alte eine fehändliche Schmachrede / 
ivenn Matth. van der Meervvede, Heer 
van Clotvvik, in der Vorrede feines ſo 


genandten Uyt-heemfen Oorlogs-otte 


445 


ul 


Roomfen Min-triomfen , in diefe lieder» 
liche Worte heraußbricht/ De Franskens 
füllen noch veel er d" Hoogh-als de Ne- 


derduytfe Tael leeren, meenende, dat in 
haer plompigheydeenige aenfienlykheyd 
is:gelegen. Hoe.vvel, dat tuflchen ons 
Duyts ende het ander by na fo grooten 
onderfcheyd is , als tuffchen 't Frans dat 





te Parys vverd gefproken, en dat de Bo- 


eren in Bretagne fpreken. Diefes Baͤu⸗ 


. 


rifche Urthel von einem Edelmannd 


gründet fich nur bloß auff die Unwiſſen⸗ 
beit: Denn wenn er die Eigenſchaft 


—T 


— 


Be 


- * ” — 


Poeterrꝛꝛ. 97: 


r Hochteutſchen Sprache recht ver⸗ 
Pac —— ihm vielleicht derglei⸗ 
chen unbedachtſahme Rede nicht entfal⸗ 
len ſeyn / der ſonſt im uͤbrigen einen gu⸗ 
ten Trieb zur Niederlaͤndiſchen Poererey 
hat. Erfollte ihm lieber vorſtellen was: 
der treftliche Here Zulichem , Conftan- 
tin Huigens, zu Lobe der Hochteutfchen 
Nation, an feine Niederländer gefchrie 
ben / in der Vorrede der aus dem Hochs 
teurfchen ins Niederländifche von ihm uͤ⸗ 
berſetzten Epigrammatum_, 


Heeft u des Hemels gunft verheven tot den top 
Van des Hooglimogentheit ; vveft niethooghmoedigh 


op 
Een hoog dat daelen kan: daer is land hoogh ge- 
boren | | 
t Welk hooge Titulen van ouds heer toebehopren, 
En dar de reden vvil dat ghy voer vvieckenmoet, 
Gelyckhet laege dal voor hooge Bergen doet. 


Auff ihre Poeteren zu kommen / fo if 
wohl aufler Zweiffel / daß fie viel alte 
. Lieder gehabt / wie die Teütſchen. Joft 

van Vondeln, in ſeiner Acnleidinge ter 
Nederduitfche Dichtkunfte , erwehnet 
noch derfelben. In oude Hollantfche he- 
dern hoort men noch een natuurlyke 
vrypoftigheyt, vloeientheit , en beval- 


u Iycken 
| 





— — 


NE NER EN EEE | 


A se ae ee a nr 


238 DasV. Cap. Von der Niederlaͤnder 
lycken zvvier; maer het gebrak den: 
eenvoudigen Hollanderaen opmercking | 
en oefening, om zyn geeftigheit,uit een, 
natuurlyke ader vloeiende , krachtighop 
te zetten , en tevoltojen.: ‚Sie haben ı 
auch ihre Reimersund Redenryckers ges: | 
habt / welche allerhand Schaufpiele dem 
Molke vorgeftellee / wie noch.heutiges 
Tages unter den Bauren auff ihren 
Kirchmeflen öffentlich gehalten werden. 

Der erfte/den ich zu nennen weiß. ift der 
Anonymus, welcher vor etiva viertehalb 
hundert Jahren ein Niederländifch Chror 
nicon in Reimen gefchrieben / woraus 
Jacobus Eyndius , in feinem Chronico 
Zeelandico , unterweilen etivas anfüh? 
ref. Jan vander Does, oder/ wieerfih 
fonften nennet/ Johannes Douſa, hat die⸗ 
fe Holländifche Rymkronyke heraußge⸗ 
geben / im Jahr 1670. mit feiner Poetb 
(chen Vorrede / in Alexandrinifchen Bers 
fen verfaffet. Welcher Art zu poetifiren 
er am erften in Niederland fich ges 

. braucht. Aber fie waren damahls noch 
etwas unvollflommen. Der Anfang des: 
Holländifchen Chronicilaufet alſo / 


Ouden 








0 u me en nd n- an dran tar De Ex 2. - 


—— Poeterey. 239 
Ouden Boeken hoor ic’ gevvagen, 
Dat jaltiand beheden Nyemagen 
Wilen Nederfaflen hiet, 
Alſo als die ftroom verfchiet 
Van der Mafen en van den Rine. 
Die Schelt vvas dat Welt ende Sine 
Alfo als fi valt in de Zee 
Oeft ftrekende min no mee, 


Es ift wenig Kunft hierinne zu finden / 
die Sprache aber ift vonder jegigen nicht 
gar viel unterfihieden. Die rechte zierlie 
che Tichteren hat fich in dieſem Seculo 
erft angefangen / und haben die Nieder, 
länder den Staltänern und Srangofen 
bierinnen gefolget. Doufa wird von Hz 
Grotio in einem Carmine auff den Opi- 
tium, als von den erſten einer/gefeget/ as 
ber ihn übertrifft fehr weit Daniel Heinfi- 
us, defienvonP. Scriverio herauß gege⸗ 
bene Niederlaͤndiſchen Getichte fo lieblich/ 
ſuͤſſe und flieffend find / dag ihnen nichts 
fan vergliechen werden / welche ich dem . 
hochtrabenden Wercken der folgender 
weit vorziehe. Er verdienet billich den 
groffen Ruhm / den ihm P.Scriverius in 
einer abſonderlichen Lobrede beylegt / da 
er ihn / als den erſten Urheber der Fünfta 
lichen Nieder laͤndiſchen Poeterey / 
rufft. 





1 





— — — — — — — — —— — * 


rufft. Er ſpricht von demfelben alſo / 


Dees heeft hy uyt het slyk gebeurt en opgenomen, J 
Zyn vverk daer van gemaeckt, niet dachtende de lo- 


| men, | 
Daer Nederland van vvaecht, en dienu (maert’ on⸗ 
F recht ) 
De Reden-ryckers bend en Rymers ſyn gelechty; 
 Een- Volck. dat veeltydt is entbloot van alle reden; 
‚„ Onmatich, onbefuylt, vvanfchapen, onbefneden? — 
"In treut ſpels blyvan fin; en vveer onbillich gramy 


Er vergleichet ferner dafelbft ihreSpr® 


che mit der Fraͤntzoͤſiſchen jedoch / daß 
er die ſeinige derſelben weit vorziehet / 
firaffet auch ſeine Landsleute / daß fit 
nicht eher darauff bedacht geweſen / wie 


ſie die Vollkommenheit der Poeterey 


in der ihrigen ſuchten / "welche andere 
Voͤlcker fo zeitig in den ihrigen gefum 
den. Naͤchſt dem Heins iſt wohl Jacob 
Catz zufegen / der grofle weitlaͤufftige 
kun Wercke gefchrieben / und in der 
ittenslehre/ durch allerhand Sinnbi 
der / (die aber nicht die vollenfommen: 
fen find ) vor zuſtellen ſich bemuͤhet. Sel⸗ 
ne Tichterey iſt zwar von der niedrigen 
Art / und mit Worten / mehr alsvonnd? 
then / angefuͤllet. Sie iſt aber dennoch 
ſuͤſſe / lieblich und ſauber / ohne ie 








ee SON 4 
ſte Haͤrtligkeit / Darunter bißweilen em 
ſinnreicher Einfall hervor leuchtet. Sein 
Zweck iſt der gemeine Nutz in Unterrich⸗ 
tung des Volcks/ dadurch er ſich alſo 
beliebt gemacht / daß er von allen durch⸗ 
gehend geleſen / und auch bey den Auß⸗ 
laͤndern ſehr beliebt worden. Wenn er 
ſich in der allzugroſſen Weitlaͤufftigkeit 
etwas gemaßiger/ würde man Das mei: 
ſte an ihm zusloben haben. : Seine Ras 
teiniſchen / die er hin und wieder mit-un: 
termenget / ſind den Niederlaͤndiſchen 
vorzuziehen / von uͤberaus groſſer Lieb⸗ 
ligkeit / ungezwungen / ſauber / und faſt 
nach des Lotichii Art / daruͤber ich mich 
offtmahls ſehr ergoͤtzet. Conſtantin Na 
gens der Herr von Zulichem, deſſen wir 
ſchon droben gedacht / hat hingegen in 
ſeinen Poetiſchen Wercken / weiche/⸗ 
unter dem Titul der Korenblomen, neu⸗ 
lich wieder hervor gegeben / faſt in allen 
Zeilen ſeine ſinnr eiche Einfaͤlle Man fan 
nicht ohne Verwunderung die ſo reiche 
Fruchtbarkeit dieſes ſo hohen Berſtan 
des betrachten. Seine Zede-printen Wie 

er ſie nennet / Characteres ſind lauter 

Geiſt / und hat ur jeglicher Berg 7 

Kl) was 





2 aa a Kan a 








7 


242 Das V. Cap. Von der Niederländer 
was / darüber man nachzufinnen bat. 
Seine Snelldicht, oder Epigrammata, 
find fonderlich ſpitz / und bat er unter al 
len Landsleuten niemand / der es ihmm 
der fcharffiinnigen Redensart nachge⸗ 
than. Diefes iſt aber zu verwundern 
dag er dergleichen Verſe unter Der Laſt 
der Staats Geſchaͤffte / damit er über 
haͤufft geweſen / hat hervor bringen koͤn⸗ 
en. Und ift noch jetzund nicht / ben ſo 
hohem Alter / faſt von go. Jahren / lei 
ne Feder ſtumpff worden. Die Shaw 
fpiele find bey ihnen zur Dolfommen 
heit "gebracht. Inſonderheit bat die 
Stadt Amſterdam ein groſſes daran gr 
wandt. Da haben fich in. groffer Mengt 
gefunden, welche umb den Nreiß biete 
inne geftrietten. Vor andern hat Jo 
van Vondel ſich hierinnen hervor gethan / 
von deffen Comoedien und "Tragadien 
gange groſſe Tomi heraus gekommen / 
welcher auch des Virgilii Bücher in Ber 
fe.überfeget. Es ift unter’ andern ein 
‚Sfafer geweſen / Nahmens Jande Voßs, 
der das beruhmbre Trauerfpiel vonA- 
0 yanıımd Ticus gemacht. Gang Hollan 
>. bat fich hierüber verwundert / denn esil 


ei 


— 





| „heihiuinisiigeleteg. 5 ang 243 
eine ungemeine. Erfindung und Außzies 
rung / die man von einem: Handwercks⸗ 
Manne nicht vermuthend geivefen. Con- 
ftanrin Huigens und Cafpar Barlzus has 
ben es mit ihren Lobſpruͤchen beehret / 
und ſchreibet dieſer ſehr artig. 
Ik ſtae gelik bedyvelmt en overſtoplt van geeſt. 
De Schoubourgh vvort RT: Ki fchoeyt op hooget 
? | e. cc 
Ryft Sophocles vveer op? ftampt Efchylus vveerhier? 
Of maakt Euripides dit ongevvoon getier? | 
‚Neens t'is cen Ambachtsman, can ongelettert galt; 
Denudegantiche rey van Helicon verraft, | 
De noyt gezeten heeft aen Grieks of Roomfche Diſch. 
Wyſt nu de vveerelt aen, vvar dat een Tre lis. 
Athenen las her-Spel, enfprak : ik fchry£ niet meer, 
h ‚Die ons dor glas verlicht, verduyftert all ons cer. 
—* koͤnnte herrlichers zu dieſes Mans 
nes Lobe geſaget werden? Es haben eini⸗ 
e gemuthmaſſet ob waͤre Barlzus felber 
— Autor dieſer Trageedien geweſen / und 
dieſem Jan de Vols Die Freyheit gegeben/ 
Kie als die feinigen vor zuſtellen / damit er 
denen eins anbienge/ weiche zu — 









ſeder landiſche Tichtereh faſt höher 
——— 
rd) veranlaſſet wuͤrden die Stiederläns 
diſche zu verachten / welche auch fo gemein 


| 

| 

/ 

| nl ch die Handwercker 
im) 2 


ihnen 





SUR | 





44 Das V. Cap. Von der Niederlaͤnder 


ihnen ihr Lob ſtreitig machten. Ich Fan 
hierinne nicht wohlurtheilen Es iſt die— 
fe Tragadiefehr wohl nach allen ihren 
Stücken geſchrieben / und ſchemet ein hoͤ⸗ 
her Geiſt hier innen zu ſeyn / als in den all 
dern Verſen dieſes Mannes / wie denn 
auch ohne dem die Eigenſchafft der Ira- 
&cedıen’ etwas ſonderliches "erfordert: 
Wenn ich aber feine andern Verſe be⸗ 
frachte und neben dieſe halte / ſo ſind 
ſie doch auch nach ihrer Arc ſehr wohl ge⸗ 
ſchrieben / daß Ich. nicht ſehe / wie man de⸗ 
ſes ihm auf buͤr den koͤnne / es wäre denn 
daß Barlaus fie alleſampt gemacht haͤtte / 
welches nicht glaͤubuch Sonſten hat et 
die Niederländifche Poeteren verachte 
Piewohl er jelbft zierticher dariine ge 
fchrieben‘/ als faſt alle andere. Man fin 
im andern Buch feiner Elegien eine a 
Jacob vander Burch und Johann Brol 


huyien, worinnen’er fie. von der Pied 


a 








Jändischen Docteren abmahnet/ um 


— 


Lateiniſchen anfriſchet. Dieſe iſt 
wohl geſchrieben / worinnen unter an 
dern Diefe Baſ gu finden)... „., yanıc 
‚. „Non, deckt indodtam yatum (apjentia tur al 
C 


erni- 


. "Ethimium veftro vulgus ab örefapite*\ 





erinnern VAN 34 
3 Cernitis, ur viles (candant Helicona Puelle, 4 
9 "Fomineumgueriget Caſtalis unda chorum? 
Sctibite ſœmineis aliquıd fublimius-außs :' * 
* Bangite, quod virgo non queat ulla „melos. 3 
P.C. Hooft Ritter von S. Michaelis, 
Droſt von Munden/ und Baljovv von 
Goeiland hat nicht allein Trauerſpiele / 
fondern auch andere Getichte gefchriee 
ben / welche einehochtrabende Art haben’ 
viele ſonderliche geſüchte und zufammen 
geſetzte Wörter Wie denn in feinen Hol⸗ 
laͤndiſchen Geſchichten / die er beſchrieben / 
dergleichen ungewoͤhnliche / und faft nach 
Taciti Art eingerichtete Rede ſich findet» 
Weßhalben ſeine eigene Landsleute etwas 
an ihm zu tadeln finden. Und hat er ei⸗ 
nige Nachfolger gehabt / welche / da ſie am 
Urtheil und Verſtande chm nicht gleich 
thaten / viel unzuaͤßige Neurungen in 
Rede angefangene Auff dieſe / wie es 
ſcheinet / hat Vonde gezielet / wann er 
m ſeiner Aenleidinge fpricht:d” Allerout- 
ſte enbeſte Poeten yn de natuurlyckſte 
en eenvoudighfte:Deinakomelingen,om 
hem voorby te rennen), vielen hit eer- 
ꝛueht of aen het inorcken'enpoffen of 
verniſſen en blanketten. Dat bẽehaeghde 
in het eerſt, gelyek vvat meuvvs, den 
RR a 3 min 





En En ca N 


ee — — — — — —— — — — — 


min verſtandingen, en klonk den nieus- 
gierigen, gelyck enn.dondertlagh, ind 
ooren; doch het vervvonderen duurde 
een korte vvyl, en de vvackerfte vogen 
zagen hier door ; en d’ outften tegens'de 
jonger vvercken in de Schale van eenbe- 
zadight oordel opgevvogen, vielen de lee- 
ften te licht, en d’ outften 'behielden:den 
verdienden Prys- Es muß des Herrn 
Henric. Wefterbaens, Herrn von’ Bran- 
devvyck , eines gelehrten Evelmanne 
nicht vergeflen werden /deffen Hollaͤndi⸗ 
ſche Getichtefonderlich zu loben / wegen 
‚Ihrer Reinligkeit und nicht gemeinen Er⸗ 
findung zinfonderheit fein Ockenburg; 
und feine Nootzakelik mall , welche voll 
artiger Einfälle find, und von feinen vor: 
nehmbſten Landsleuten bochgepriefen 
werden / auch feine Lateiniſchen / die er 
untermiſcht / ſind wohl gefchrieben. Hen- 
ric Brunoos ſo genanntes Uengelmoeſs 
iſt voll luſtiger Einfälle / fo wohl in Dies 
derländifcher als Lateiniſcher Poeſie / deñ 
er hat beedes zuſammen gemiſchet. Ich 
habe niemand geſehen / der in feftivo ge- 
nere es ihm gleich gethan. Joh. Adolph 

. Dans hat Liebesgedichte geſchrieben von 
pt: Of unglaͤub⸗ 





u — u ME ie ME m 








Pocteteh: ' 247 





unglaͤublicher Suͤßigkeit. Der Herr von 
eveae, deſſen wir droben gedacht / 
gehet hierinnen etwas zu weit / und ob er 

zwar durch die Italieniſchen Uberſchriff⸗ 


ten feine allzufreye Einfälle vertundeln 
will / fo liegen fie doch genug am Tage. 
Was er hier innen verſehen / hat er nach⸗ 
gehende mit feinen Geeftelyken Minne- 
vlammen: verbeflern wollen. Jann van 
der Veen,in feinem fo genanten Adams 
Appel; ift voll von Scherg und Luſtigkei⸗ 
ten/ die nicht unangenehm ſind / ob 
gleich etwas gemeines ben ſich führen. 
Denn es iſt alles ungezwungen aus ſeiner 
Feder gefloſſen. Decker, der von dem 
Kobe der Geldſucht / und andere Gedichte 
geſchrieben / verdienet ‚auch billich fein 
ob: Bodicher Banning; in feinen Leydi⸗ 
fhen:Oorloffsdagen , hat allerhand Ge⸗ 
dichte / welche die Mitteibahne halten. 
Daniel; Jon&tys hat nur: wenig geſchrie⸗ 
ben/mehrentheils: Liebesgedichte / fie ind 
aber angenehm / und von zarter Art- 
Seine Rofelins Oogies ſind mit allen er⸗ 
dencküchen Farben angefiriechen. Seine 
hedensdaeghfe, Venus ‚en Minerva , ein 
Sefprächezwifchen denſelben / ſtellet die 
N 14 Luſtig⸗ 








248_ DasV. Cap. BomderMicderländer 


Luſtigkeiten und Verdrießligkeiten der 
liebenden und ſtudirenden vor / und ift 
wohl außgezieret: Man hat audy bey 
ihnen-einige Jungfrauen gehabtydie ein 
ſchoͤnes / ſo wohl Lateiniſches als Nieder: 
laͤndiſches / Gedichte geſchrieben / als / die 
Anna Schurmans, auff welche noch der 
Herr Huigens ein Lateiniſch treffliches 
Carmen gefchrieben / darinnen er ſie er⸗ 
mahnet von dem Labadie abzuftehen/ 
und die Anna Teſſelſcha, deren verlohr⸗ 
nes Auge mit einem weitlaͤufftigen Nie⸗ 
derlaͤndiſchen Gedichte/ Oogentrooft ge⸗ 
nannt / derſelbe Herr Huigens beehret / 
welcher auch Barſæus viel zu Ehren ge⸗ 
ſchrieben. Es ſind auch bey hnen viel 
außerleſene Garmina; von: den beſten Au- 
Koribus, und deren inſonderheit / die 
ſonſt wenig geſchrieben / in abſonderlt⸗ 
hen Büchern verſamlet / wor unter mei⸗ 
nein Beduͤncken nach / das beſte iſt /de 
zeeufche Nachtegael, worinnen der See 
aͤndiſchen Poeten Garmina enthalten. 
Es ſind hier Geiſtliche / Weltliche / Ernſt⸗ 
hafftige / Luſtige / untereinander vermi⸗ 
ſchet / auch viel Baurenkurtzweile / als die 
Eyerklacht, eines Bauren ————— 
en FR nen 





— 


_ ship Nu” Van? zug 
nen zerbrochenen Ener-Rorb und ande. 
ve mehr / weiche alle mit Luſt zulefen, Fer⸗ 
ner iſt Koos Kraam in zwehen Theilen 
heraus gegeben / Apollos Haarp, und an⸗ 
dere mehr. Die darinnen enthaltene Ge⸗ 

dichte ſind teils von Anonymis und un⸗ 
bekannten / theils von den befannten’ un 
die gantze Wercke heraußgegeben / 
gemacht Man finder darinnen Gedich⸗ 
te von Anslo, van der Burgh, Brandt, Bre- 
mer; 'Cämphuyfen, P.de'Groot, Paffchier 
de Foine;T. -Rivius, M. vande Heuvel, F, 
Martinius, J. Schryver', F. Schnellinx, 
Traudeniis, R. Te’ Wittenoom, Abbes 
Gabbemaf’Aflellyn, Cafpar von Baerle, 
nn Dullaart, Galama, 
Geeftdorp; van 'Grierhuyfen , Hugo de 
Groot}Jacobs, Jonctys/ Klinge) Nico- 
colaus Oudan , Real , Rintius , Sanderus, 
Six; Victorin, Wibinga, J. de Brune, Ali- 
da Brunoj; J.van Daale,P. Dubbels, J. van 
Duisberg;; Maria van Haeftrecht, W. van 
Heemskerck ‚Sibylla van Jongftal, J. Le⸗ 
fchaille, J.Opperveld, :Paffenrode; (der 
eine ungemeine Eigenfchafft hat / die Lie⸗ 
bes⸗Schertze mir doppeldeutigen Wor⸗ 
ten zufaſſen) CarPrince;Catharina Zve: 
ahnen q5 ſtiers, 











250: DasV. Cap. Von der Niederländer | 
ftiers , D. Zveftiers,W .Schellincks, Volk 
lenhofe, W aterloes, Jan Zoet,H:Z vveerds. 
Die Berfamlungen find zu loben / denn 
e8 werden die befien Carmına außgeſucht / 
und inſonderheit die wenigen / die kein 
vollſtaͤndig Werck an ſich ſelbſt machen 
koͤnnen / oder ſonſt verlohren giengen 
Dieſes moͤchte man mit den Teutſchen 
auch alſo machen / denn es werden offt⸗ 
mahls von feinen Ingeniis dergleichen ge⸗ 
ſchrieben / die wohl wehrt daß ſie bey be⸗ 
halten wuͤrden. Ich wollte deren allein 
aus meiner wenigen Bibliotheo ein groß 
ſes vollſtaͤndiges Buch lieffern. 

Wir haben bißhero von den Außlaͤn⸗ 
diſchen Poeten geredet / die nicht allein 
unter ſich / ſondern auch mit andern Voͤl⸗ 
ckern / des Vorzugs halber / ſtreiten Die 
meiſten ſprechen ihren Landsleuten zu ge⸗ 
fallen / und urtheilen nach ihrer Zunei⸗ 

ung. Unter den Frantzoſen wird Ron- 

ardus von dem Verdiero, in feiner Gen- 
fione Autorum, allen andern vorgezo⸗ 
gen / denn er fagt / Ronfardus eorum, 
qui quavis ztate aut linguä fcripferunt,o») 
mnium laudes unus promerauit. Er zuͤr⸗ 
net mit dem Mureto ‚daß er in den An⸗ 

wit | ner fun. 





BHEH20009 6931 








een on 258 
merckungen über. ihn einige Derter ange 
zeichnet / die er aus den: Italianiſchen 
Poeten genommen haben ſoil / da ſie doch 
beedeaus den Griechiſchen und Latei⸗ 
niſchen / als gemeinen Brunquellen / ge⸗ 
ſchoͤpffet. Es waͤre des Verdiers Urthel 
nicht groß zuachten / aber der gelehrte 
Cardinal Porronius iſt ſelbſt in der Mei⸗ 
nung / denn in den Excerptis, ſo Die tra: 
tres Puteani von ihm auffgezeichnet /find 
dieſe Worte außdruͤcklich zufinden 234. 
Ronfard eftoit !’homme, qui avoitleplus 
beau genie, que Poeteait jamaiseu,iedis 
de Virgile & d’Homere. Er ziehet ihn 
allen andern Poeten vor / und halt ihn 
vor ein Wundermwerd feiner Zeiten / wie 
weiter daſelbſt Fan nachgelefen werden. 
Was die Itallaͤner anlanget/ fo ftellet 
Alexander Taſſon, in feinen Penfieri di- 
verfilib: X; cs14: eine Vergleichung zwi⸗ 
fhen den Grichifchen 7 ——— 
und den neuen Poeten an / und ſcheuet 
ſich nicht dieſe enen vorzuziehen. Ario- 
ſtus und Taflüs find ihm / due fourani lu- 
mi della lingua e dell’ eta noftra , illuſtri 
e gloriofi fopra tutti gli antichi. In den 
Hirten⸗Getichten / poeli Lyrica, m er 
\ - eine 











a u ch ZU E11 ET U En me Te ae ne a En — 


2° Das VI, Cap⸗ Won der Teutfchen 

feine Landsleute vor unvergleichlich / des 

nen alle andere weichen muͤſſen. Unter den 

Spaniern / Engellaͤndern und Nieder⸗ 

laͤndern finden ſich gleichfalls / welche die 

Ihrige den andern vorziehen / davon wir 

droben mit mehrem gehandelt. Es ge⸗ 

ber hlerinne nach dem geineinen Sprich⸗ 
wort / daß man ſeinen eignen Rauch 

hoͤher halte / als ein frembdes Feuer Und 

Muß. man ſich verwundern / mie offt⸗ 

mahls nicht nur verichiedener / ſondern 

derfelben Leute Urtheil wieder einander 

— — 
ac dit ara DAN nn ai 
Von der Teutſchen Poeterey⸗ 
und zwar von der erſten Zeit... 





'v 52 





“ u. 


Rrey Zeiten der —3* Poeterey Ca 











Ortloh ſetzet fü —— 
ra —* in den ————— 
dacht. Dieſe alten Carminamachet Ola 
 usRudbeck den Teutfchen ſtreitig / und hreibet 


Heben Schweden zu. Aber ohne Geumd- Dr 
antwortung feiner angeführten Urfachen. Die 
Boefisiift die ältefte bey allen Voͤlckern / und Die- 
Net an ſtatt der Hiſtorien. Caltelvetro und Tai 


bi Amin) Mei⸗ 


erst bil: 


— = 
nn 











MP etexey erſten Zeit d _ 28 


Meinung hierson, Wird mit Exempeln ewieſen 
Seit alfo auch bey Den, Teutſchen geweſen. A eil 
diefe Carminanicht Eonen vorgezeiget merden/ fol 
get nicht/ daß fie nicht geroefen. Die 7 — 
Kriege und der Teutſchen achlaͤſſigkeit iſt Ur⸗ 

ach an dem Untergang Der alten Leder. Man hat 
Über des Tacıtı Zeugniß nach einige alte) Nach 
gichrdanen.; Joannis Ayentin und iſtian 
Hoffmans Zeugniſſe. Hunibaldus. Albertus 
Krantzius haben fich ſolcher Verſe bedienet. Ei⸗ 
nige Art Schranckverſe 7 fo vor alters 88 
Schweden gebräuchlich gervefen welche Olaus 
Rüdbeck vor die alten dem Tacito erwaͤhnten 
Cärmina halt, ee en ern gezogen. 
Dann e8 fcheinen Diefe Carmına nicht ſo gar alt 
zu ſeyn. Verſetzung der Woͤrter / eine Anzeigung 
der Kunft und Neuerung vielmehr / als des Alter 
thumbe., Ausdem Worte bar ditu, welches 
citus ponder Teutfchen Kriegeslledern gebraucht/ 
und Here Rudbeck aus dem Schwediſchen her⸗ 
Teiter 7 will er behaupten / daß es Schroedifche 
Lieder gervefen, Iſt kein richtiger Schluß. Kiem⸗ 
Yo Whſar bey den Dänen bardi bey den Teut⸗ 
ſchen barritus Haren / gebaeren / Die Helden⸗ 
dieder der au fheinen vor. Taciti Zeiten: 








‚geiihtieben ju.fepn, Melchioris Goldaftı Mel 
nung davon. 5 ifeigefünge und Meiſter ſaͤnger / 
ob fie hiervon Den Wrjprung haben, Alte Car- 
\miniateinegare Nachricht in den Hiftorien. I. Pal- 
\meriis de'Grentemesnil hat die alten Seankö- 
ſiſchen und anderer DREOUERG Ra 
u Yun 








IK 


1— 


Hl 





2354 _ DasVl:Cap. Von der Teutſchen 


Un fominen wir endlich zu den 
NT eutfihen » von deren Poeterey 
mir iegn handeln wollen. Es müp 
fen aber hier inne Die Zeiten unterfchieden 
erden /neimblich die Uralte deren Ta- 








citus gedencket / die Mittelfte/ die von Ca» 
rolo den Groſſem her zuführen, und die 


neueſte / die in dieſem ſeculo erſtlich ange⸗ 
gangen. Carolus Ortlob / welcher de va⸗ 
riis Germanicæ Poefeos ætatibus eine Dif- 
ſertation geſchrieben / ſetzet fuͤnff Zeiten, 
Die erſte nennet er die Kindheit / Dar 
hin er die alten Carmina bringet/deren 
Tacieus gedencket. Die andere) die Ju— 
gend / welche er von CaroliM. Zeit her» 
führet. Die dritte / als das männliche Al- 
ter / ‚feet er unter des Barbaorſſæ “u 
Henricı VI. Regierung. Die vierte / das 
Alter der ſelben / wird nach des Friderici 
11:Zeit von ihm gefetzet. Die fünffte/ ale 
die Wiedergeburt derfelben / nennet er 
die / welche in dieſem feculo von Herrn 
Opitio angefangen. Wir wollen aber In 


\ den dreyen Zeiten alles fallen- · 


Was nun die Lhralte IN anlanget/ 


fo haben wir-deren Feine Nachricht als / 


‚welche wir beym Tacito finden.) Dein 


J 


A ——————— —— —— —— —— 





| 





Poeterey erfiengeit. 7 ___ 25 
ben Worte lauten alfo. Celebrant.carmi- 
nibus  Antiquis ( quod unum apud illos 
memoriz& annalium genuseft:) Tuifco- 
nem Deum terrä editum , & fillum Ma- 
num, originem 'gentis conditoresque: 
Diefes hat niemand in zroeiffel gezogen? 
und ſiehet es ja fo klar allhier / daß man 
deßhalben nicht noͤthig bat die geringſte 
Gruͤbeley zu machen. Aber es hat den⸗ 
noch neulich den Teutſchen Herr Olaus 
Rudbeckius dieſes ſtreitig gemacht in ſei⸗ 
ner Atlantica capa⸗.la uñ darthun wolle / 
daß ſolches von keiner andern / als der 
Schwediſchen Nation, verſtanden wer⸗ 
den koͤnne. Ich ehre dieſes vornehmen 
Mannes hohen Verſtand / aber hierinne 
kan ich ihm feinen Beyfall geben: Denn 
bey ſeite geſetzet / was er von der Teutſchen 
Herſtammung aus Schweden weitlaͤuff⸗ 
tig darthun wollen / ( davon auff eine ans 
dere Zeit kan geredet werden(fo iſt dieſes 
doch handgreifflich wieder des Taciti und 
aller / die den Tacitum leſen und verſte⸗ 
hen koͤnnen / Meinung / daß es alſo von kei⸗ 
nen andern Teutſchen / als / mit welchen die 
Roͤmer damahls zu thun hatten / kan ver⸗ 
ſtanden werden. Denn daß er — * 
ehe/ 








256 DasVI;EapiPBonder Teutfhen 
ſtehe / erhellet ja aus ſeinem andern Buche 
der Annalium, da ex von dem Arminio 
ſaget/ Canitur adhuc apud barbaras gen· 
tes Græcorum annalibus gnotussqunfua 
tantum mirantur·Mun iſt ja bekannt / 
daß die Cheruſci und die benachbahrten 
woarhafftig Teutſche Voͤlcker ſeyn / davon 
Tacitus dieſes ſaget· Denn / wer ſolte ſol⸗ 
che Lieder anders gemacht haben / als die⸗ 
ſe/ uͤber die Arminius geherrſchet / und de⸗ 
nen ſeine Tugend bekannt Haben ſie nun 
dieſe vom Arminıo gemacht warumb foll- 
ten ihre Vorfahren nicht der gleichen ge⸗ 
than haben? Seine Gruͤnde ſind dieſe / 
daß bey den Schweden viel dergleichen 
Oarmina zufinden / da doch in Teutſchland 
man nichts zum Vorſchein bringen 
koͤnue Hierauf zu antworten / ſo iſt zu⸗ 
wiſſen / daß nicht nur bey den Schweden / 
ſondern hey allen andern Voͤlckern⸗ die 
noch ſo weit nicht gekommen / daß ſie ih⸗ 
res Landes Hiſtorien beſchrieben / dieſer 
Gebrauch ſey / dem ſie faſt die Natur lehret / 
Daß ſie ihrer alten Helden Lob mit Lies 
dern preiſen / und ihr Andencken dadurch 
erhaiten Man hat ſolches bey den wil⸗ 
den Americanern ſelbſt gefunden / wie ſol⸗ 
doo af ches 
HR os 
066 DeG 


un 








 _. poeterenerften Zeit. __257 
ches in den Reifebefchreibungen ange 
zeichnet iſt und einer aus ihrer Natıon 
Ynca Gargillaflo de la Vega in feiner Pe- 
ruvianifhen Hiftorie ſelbſt bezeuget. 
Der gelehrte Caftelvetro erwaͤhnet in 
feinen Anmercfungen über des Arıftorelis 
Poetica diefe Frage / ob die Poeterey der 
Hiſtorie vorgehe/ und fpricht vor die 
Hiftorie das XBort, Torquarus Taſſus 
hingegen /am Ende des erften Buche de 
Poermate Heroico, ſchlichtet diefen Streit 
alſo / daß zwar die Hifiorie der ‘Porter 
rey /.natürlicher Ordnung nach vorger 
he:diefe aber diter ſey ale jenesmwelchen 
auch Auguftinus Mafcardus in feinem 
Buch dell’ arte Hiftorica frattat. 5. cap, 
4 particell. 1. und aller Voͤlcker Exempel 
beypflichten So hat ınan bey den Grie⸗ 
chen / von alters her / feine andere Hi⸗ 
ftorienfchreiber / als ihre Poeten und 
Sänger/ gehabt. Ben den Römern ift/ 
bor des Appi Cæci ſeiner Zeir/ nichts in 
ungebundener Rede gefchrieben. Von 
den Ehinenfern fehreibt es auch Trigau- 
" tius, und Martinus Martinii. Denn / wann 
noch feine Schrifft iſt / dadurch man dem 
| Gedaͤchtniß zu Hülffe koͤmet / fo RE 
— e 


258 Das VL Cap. Wonder Teutfchen 
die Nothwendigkeit / daß man folchesin 


Deren verfafle: Wie mans auch mit 
den Geſetzen alfo gehalten / von welchen 
roch der Nahme N5u©- in der Poelie ge⸗ 
> blieben. Wie follten denn nun Die Teut⸗ 

ſchen nicht faͤhig geweſen ſeyn / ſolche Lie⸗ 


der zu machen? Daßer ferner vorgiebt/ 
es Fönnen die Teutſchen ſolche nicht vor⸗ 
zeigen / ſo beweiſet dieſes nichts / und 


iſt das Gegentheil wahr. Es beweiſet 


dieſes nichts. Denn da ſo viel tauſend 


andere Bücher zu Grunde gegangen / da/ 


Teutſchland durch ſo viel Kriege verhee⸗ 
ret worden/ da die Nachlägigkeit letzter 


Zeiten dieſe alten Lieder geringſchatzig 


gehalten / da fie anfaͤnglich nicht auffge⸗ 
fehrieben. Wie folte es nicht möglich ſeyn / 
daß fie vergehen fönnten? Daß ſie da 9% 
weſen / bezeuget Tacitus, ein glaubwur⸗ 
diger KHiftorienfchreiber. Das Gegen’ 
theil erbellet hieraus denn «8 ſchreibet 


Eeinhartus in vita Caroli Magni voll 


ihm Barbara & antiquiffima carmina,qui- 


bus veterum Regum adtus & bella can- 
tantur, fcripfit memorizque mandavit. 


Dieſe find ohne Zweiffel derjenigen et⸗ 


liche geweſen / deren Tacitus gedendt 
eg iz $% 





Poeterey erfien Zeil: 259 
Wo find fie aber. nun zu finden! Joan- 
nes Ayentinus, der fonft alle Bibliothecas, 

und Archivadurchgekrochen/ hat im. dem 
erften Buche feiner Germanie illuftratz, 
die er verheiffen / und deren Innhalt 
Gefnerus erzehlet/ handeln/ wollen / de 
carminibus antiquis, ‚ quibus Cornelius 
Tacitus uſus ed, & qua CarolusM. auxit, 
recentiorescorrupere.. Uber 28 iſt von 
ihin nichts anders/ ale feine annales Bo- 
jorum hervor gekomen / und verſichert 
Cifnerus, daß nichts mehr von ihm vor⸗ 
handen. In dem Rateinifchen finder ſich 
von ihnen nichts hauptſaͤchliches / nur daß 

er von. dein Tuilcone dieſes erwaͤhnet / 
dag er die. Buchftaben erfunden/ quod 
jura dederit , leges tulerit, carminibus- 
que complexus fuggit , que publice & pri- 
vatim cantarent. Er meldet aber nicht? 
woher er dieſe Nachricht habe, er zeuget 
auch / daß vondenalten Carminibus nod) 
zinige in den Bibliothecis vorhanden. 
Denn / ſo spricht er ib.» p. ı5.n. 40. Inge» 
ramum & Adalogerionem, more n1aj0- 

, rum, 9 celebrarunt Carmi⸗ 

nibus, quæ Bibliothecis exftant. In der 

Tereutſchen Hiſtorie / die nach der Latei⸗ 

55 —— wiſchen 


| u 











A Te Fe 


160 - Das Vi. Cap BonderZeutfhen _ 
nifchen heraus gegeben / un infonderheit 
c deften erſtem Buche weiches er felbft ſehyr 
vermehret / meldet er / daß er zu Regens⸗ 
burg in S. Heymeraus Kloſter / gu⸗ 
ge alte Lateiniſche Verſe gefunden / 
Darinnen etlicher alten Ksvnige und 
Helden Thaten beſchrieben wor⸗ 
Yen / die / auff Befehl Kaͤyſer Caro- 
1 des Groſſen / von den alten Teut? 
ſchen Tichtern ins Latein gebracht· 
Aus denſelben fuͤhret er einige merckwur⸗ 
dige Dinge an / und iſt vermuthlich / daß 
ſoſche aus den alten Teutſchen Liedern 
zufammen getragen worden. In der⸗ 
selben Teutſchen Hiſtorie meldet 
auch/ daß wie Der König Tue 
zu Anreizung Der Ylachtommen/ 
die Gutthaten der Frommen IMIE 
Liedern zu ebren befohlen / hatte 
Aönig Laber geboten / daß man 
auch von denen / die übels thaͤten / 
damit fiefich ſchaͤmeten und beſſer⸗ 
gen, Kieder machere / Diefelbigen 
bey Hacte Öffentlich auff, den 
Gaͤſſen für den Haͤu fange! 
wenn man Das Kicht; angezündet 
hatte / darumb man auch er 
6? 








0 20 Eur 1.0 5 2 DE 





RR 


Poeterey erften. Zeit. 201 


Geſanglichter genennet. Sind alſo 
dieſe glaͤchſamb oatyren / und zu Verbefr 
ſerung der Sitten. angeſehen geweſen. Iſt 
ſchier eine ſolche Gewohnheit / wie bey 
den. alten Aegyptern / bey welchen je 
mand täglich des Königs Tugenden her: 
außftreichen /und fein Verſehen entſchul⸗ 
digen muͤſſen. Damit er zuden Tugenden 
angefrifcht / und von Laſtern abgehaiten 
würde, In der Teutſchen Hiftorie des 
Aventini find noch verichiedene Deter/ 
woſelbſt er der alten Teutſchen Lieder ges 
dencker /die in der Lateiniſchen nicht Zu 
finden. Alsdaer von den Hercule han: 
delt lib. ı. p. 27.a fpricht ee / Solches 
ift viel in unfern alten Teutſchen 
Reymen / ſo der alten Teutichen 
Chronica feyn/ angezeiget. Und p. 33. 
b. Ipricht er von den alten Danbheufer. 
Don dem alten Danheuſer und 
feiner Reiſe / fingen und fagen noch 
viel unfere Teutſchen / man beifl 
noch die. alten Meiſtergeſaͤng von 
ihm Sprichwortsweif/ Der alte 
Danhaͤuſer. Er gedencket ferner da: 
ſelbſt emige / die aus dieſen Hıflorier 
Romainen gimacht und Kiebesfache 

5; ll 





62 .DasVI.Cap. Von der Teutſchen 
mir Darunter gemenget / Dadurd) Die Hi⸗ 
ſtorien verfaͤlſchet worden. Ferner p.64 
4..berufft er ſich auff Die alten Teutſchen 
Rieder von den Landhelden gemacht. P-67- 
a.ingleichen. p. 69. a. gedencket er einiger 
alten Reime die von dem alten Teutſchen 
Wahr ſager Meiſter Alberlang vor Ehre 
fi Geburt gemacht / von welchem noch 
thörichte Leute alber genannt werden, P. 
93. a. findet ſich dies. Su Regens 
burg in des Thumbitiffts Bundy 
kammer / iſt gar ein alt Buch auf 
Dergamen in Lateinische Spra⸗ 
chewoll befchrieben/ von dem al 
ten löblichen herkommen der Bay: 
ern) Das ſagt / daß die Bayern / al 
lein Alexander unter allen im Nie⸗ 
dergang der Sonnen Nationen ab⸗ 
gefagt haben. fan bat ſolches 
bey den Alten gejagt und geſun⸗ 
gen. Sehen wir allo bieraus/ Daß au) 
Diefes alte Buch ſich auff die alten Car- 
mina beruffe. P. ııo. b. da er von dem 
Teutſchen und Bäprifchen Könige Dieth 
handelt / berufft er ſich auff die alten 
’ Teutſchen Banrifchen Reime und Chro⸗ 
nitken. Es moͤgen noch wohl einige er 
| ere 


wor Gr r, 


EEREIDEIKERIDE 








. * —— —— — — —— — — — — _ 4 — 





* 


4 





Poeterey erſten Zeit.26 
dere. Derter mehr daſelſt vorhanden 
ſehn / die ich nicht angemerckt In dem 
4. Buche feiner Teutſchen Hiſtorie p-289- 
b. redet er von den Carminibus, die Ca- 
rolusM: zufammen tragen laffen/ aber 
er bedauret / daß der meifte Theildavon 
verlohren / und bh rnach durch etliche 
gefälfcher worden. Denn e8 iftden Als 
ten nicht anders ergangen / als den 
Neuen / die von frembder Seder fehr 
verdorben/ und unzeitlich verneuert find. 
Es gefteher auch Albertus Cranzius, daß 
er / zum Behuff feiner Hiftorie/ die als 
ten Carmina gebraucht habe. Hunibal- 
dus’,der von den Francken eine Hiftoria 
gefihrieben / hat aus den alten Carmini- 
hus auch dag meifte zufammen getragen/ 
wie Trithemius ‘von ihm bezeuger / der 
gar viel auff ihn hält und aus einigen 
feinen Büchern einen Außzug gemacht. 
Er fpricht/ Ex Carminibus & fcriptisFla- 
minum ſuæ gentis.continuavit : Wafthali 
hiftoriam:Jch weiß wohl / daß Voſſius und 
viel andere dieſen Autorem vermerffen/ 
aber es fan doch wol wahr fein dag er 
aus den: Carminibus, worinnen viel ers 
tichtetes Wefens mit: unserläufft / ſeine 
| ER: Hiſto⸗ 











"764 Das VI. Cap. DonderZeutihen 
Hiftorien zuſammen getragen.: Dazu 
iſt man noch nıcht ſo gar aus den Ro 
mern und andern Hıftoricıs, was ung 
Zeusfihe angeber / der Wahrheit verfi- 
cbert. Es Fan dennoch / unter diefem 
Fabelhafften IBefen / wohl etwas wahr 
res mit unterfpielen / das nun fo leichte 
nicht von einander geſchieben werden 
fan. Chriſtian Hoffmann von Hoff 
mans Waldau / da er in der Vorrede ſei⸗ 
ner Gedichte von dieſen alten Geſaͤngen 
redet / fchreiber er biervon merck⸗ 
lid) alſo. Solche Gefänge find 
nachmabls je. mehr und mehr 
im Lauff kommen / und babenvie 
‚de bey der damabls zimlich harten 
und rauhen Sprache nicht üble 
Gedancken geführet / wie noch in 
vielen Rlöfter-Biblioch: fen/ als zu 8. 
Ball’ zu Eichſtatt / zu S. Emeran in 
Regensburg / und vielen andern 
Orten mehr dergleichen auff Per» 
gament zu finden iſt Es iſt traum uns 
verantwortuch/ daß man dergleichen 
Alterthüme fo gar im finftern ſtecken 
löft und fie nicht zur Ehreder Teurfchen 
ei Natıon hervor gegeben werden —— 
| 5 


1 


—* | 





al 


Poetereh erſten Zeit. 2s 
es denn koͤmmet / daß die Außlaͤnder un⸗ 
ſere Nadyräßigfeit zu ihrem Vortbeil 
gebrauchen / und auch die aller deutlich⸗ 
ſten Beweißthuͤmer ſtreitig machen wol⸗ 
ien. Waͤre bey uns em ſolcher Fleiß / ſol⸗ 
che Dinge hervor zu ſuchen / der jetzo bey 
den Schweden iſt / welches an ihnen zu 
loben / die faſt alle Winckel ihres Landes 
durchſuchen / umb etwas von ihren anti⸗ 
qu'täten zu finden / wir würden auch 
daB ungrige zeigen koͤnnen. Man findet 
bergegen bey den unfrigen wohl fo un 
artige Leute / diedie alten Schrifften lies 
ber die Motten und Mäufe verzehren 
laſſen als. daß fie jemand: ihre Arhiven 
und Bibliothefen durchſehen Taflen/ mie 
dern Aventinus fehr darüber fiager. Hins 
gegen in Schweden ift ein eigen Collegi: 
um antiquitarum bon den: gelehrteften 
Leuten angeftellet 7 die bierinnen allen 
moͤglichſten Seig anwenden. Es ſetzet 
Herr Rudbeck aus Taubmanni Vor⸗ 
rede in Culicem Virg:lianum, mager das 
ſelbſtvon etlichen Gedichten / die zu Fri- 
derici Barbaroſſæ Zeiten geſchrieben / her⸗ 
bey bringet /adlevandam Germanorum 
(ivieer ſaget) ſummam inhis rebus ino⸗ 
Es piam, 





ln nn Zu in 5 2 4 hu 0 N Bl 5 en 








366 Das V Cap Von der Teutſchen 
piam, die er doch als neue verwirfft/ 
und welche mit den Schwedifchen. nicht 
zu vergleichen.’ Seget fo fort daraufj/ / 
Verum enim’vero, noftraipforum fponte 
largiemur eispo&ma multoantiquius , ſe- 
culorum nempe octo ex Ottfridi Evange- 
ls. Als wenn den Teutfchen diefes fo 
unbekannt / und niemand ſolches vor» 
bin geſehen / num aber erftlich von einem 
Augiänder deshalben Bericht empfau 
gen müften. Ausdiefem angeführren er 
ſcheinet / daß dennoch fo gar nicht daß 
Gedächtnis der alten Teutſchen Sefam 
ge verlofchen/wie Herr Rudbeck ſolches 
bebäupten will / als wenn ihn alle und 
jede Heimlichkeiten der Teutſchen Archi- 
ven klar vor Augen legen. Dem ek 
fpricht / Germanis Carmina, Tacito me- 
miorata, prorfus defünt,' quorum aliquot 
eenturias ex mMonumentis noftris', fi ita 
ufüs exiget,, eruemus; talium vero car- 
minum, qualia in lucem protulerunt Ot- 
tofredus/ & Taubmannus‘, daturi eri+ 
mus myriädas.' Wir laſſen dahin geſteb⸗ 
let ſeyn mas von dergleichen antiquita⸗ 
ten in Schweden / vorhanden / meinen 
aber / eg ſollte gleichfalis Feine geringere 
Un au“ * Anzahl 
und Un 
an aldn | 
umd UM £ 








a a ir ah ar Se re 


Poeterey erſten zeit __ 267 
Auzahliben ung hervorkommen / wenn 


. man alles auffs genaueſte ſuchen wollte. 


Zudem würde es / wegen Des eigentlie 
chen Alters / noch viel zu erörtern geben- 


Erzieher an offt erwähnten DOrteausdes |. 


Herrn Verelüi Anmercfung in Hervara | 
Saga ein Carmen an / welches er vor ſehr 
alt hält / aus dieſer Urfache/ weil die 
Wörter fo fehr vermorften / und der 
Verſtand verftecker / und dergleichen / ſa⸗ 
get er find die Carmina geweſen / deren 
Tacitus gedendfet / in quibus inter vetu- 
ftatis figna, mie er fpricht / non poftre- 
mum locum obtinuit anigmatica illavo- 
cum trajedtio, qua vetuftiillimorum poe&- 
tarum Gr&corum & Latinorum fcripta 
longifflime fuperant. Nun möchte ich 
wohl defjen den geringften Beweiß ſehen / 
warumb die Berfegung en Kennzeichen 
des Alters ſeyn ſollte Die SGriechifche 
und Lateiniſche Sprache kan hier nicht 
zum Exempel gebrauchet werden / denn 
die gantze Zuſammenſetzung der Spras 
che iſt anders als die Teuffche und 
Schivedifche / die der Natur-folgen. In 
Griechifcher und Lateiniſcher Sprache/ 
bat die Kunſt seine andere A ge 
I NS Ä etzet 








a Zi u re ee - 


2ez ¶ Das VI. Cap. Don der Teutſchen 


ſetzet / und emen numerum gegeben / 
woͤr nach fie ſich richten muͤſſen. Diele 
Außmeſſung der Grichiſchen und Latei⸗ 
niſchen Verſe / und die Verſetzung der 
Woͤrter / halte ich vor eine neuere Erfin⸗ 
dung / als die Troachiſchen und Jambi- 
ſchen metra. derer ſich die Teutſchen und 
andere Voͤlcker gebrauchen / denn Diele 
find in jener Sprache auch eher geweſen 
als die andern ınetra ‚und werden ſie mit 
dergleichen furgfmlbigen Sprachen ge 
bohren. Aber hiervon in folgenden eilt 
mehrers. Es läft ſich diefeg eben ſo leicht 
verwerffen / ale bejaben. Das Exem⸗ 
pel wollen wir hieher ſetzen / | 


— 


— SS 
Satur fa er hakon heitit 
14 te 

Han rakir Kid bannat 


13 11 12 20 
Jord Lan frelſa fſindum 
8 I 9 
Frid⸗roſz kongar oſßza 
22 1 23 17 2f 
Sialfur ride alt och Elfat 
19 a1 24 
Eira ſtillir a⸗milli | 
29 30 26 31° 
Gramur ofgifft ad fremi 
; 27 Gand⸗ 





| Poeterey erſten Zeit. ___ 269 
Alpe, = EpAATASREN Leuzenii ni) 
Gandwitz Jofur landi 

In Lateiniſcher Sprache hat ers auch ſo 


ausgeleget und die rechte Conſtruction 
durch die Zahlen angedeutet / 


nu u? 4 J 
Facit ille qui Haquinus vocatur 
14 15 16 7 
ille populum regit, prohibere 


X 12 — 
patriam poteſt defendere provincias 


b 9 
_pacis-rupturz Rex infolentiam 
22 18 23127 

ipfemet adminiſtrat omnia & Goth-Albim 

19.20 24 

Solus repit inter 

20 > 30 26 31 
“ Rex valde-virtuofus & praaliis 

27 10 | 28 
Gandwicum Terre Dominus provinciam, 


Es finden fih dergleichen mehr / in den 
Arnumerckungen des Herrn Verelii über 
| Gotrecks und Rolfs Hiftoriam p. 56. 57. 
72.73. woſelbſt er berichtet / daß diefe Arc 
des Carminis Refrun genant worden. Daß 
einige derfelben jo gar aͤlt nicht find/ 
it daraus abzunehmen / weil fie seichrie 

R / en 








N ae Te — — 


270 Das Vl Cap Von der Teutſchen 
ben / da der Chriſtliche Glaube in Schwe⸗ 
ſchon auffgefommen. Es ſcheinet viel⸗ 
wehr / dag / da die Nordiſchen Poeten 
gar viel metraerfunden / ſie ein ſolches 
Metrum außgedacht / das in ſolchen Ver⸗ 
ſchrenckungen der Woͤrter beſtehet / auch 
deßhalben Retrun iſt genannt worden. 
Wie man auch die Runen: in den Über? 
fhrifften der Gräber verworften / und 
darinnen fonderliche Maß geſetzet / ſol⸗ 
che wurden Villurunen genannt / und 
faget Verelius. in Runog. c. 12. davon / 
—* antiquis ignoratum fuerit hoc arti- | 
cium. Olaus- Wormius hatin feinemap- 
pendice literatur Runicz unter ſchiedli⸗ 
che Arten ſolcher logogriphorum vorge | 
fieller / und / auff was Weiſe folche 8% 
macht werden / angetviefen, Iſt allo/ 
meines erachtens / dieſes kein gründle 
cher Beweiß ihres Altertbumbe / und 
wolte ich eg vor eine neue Erfindung 
halten die zu der Zeit auffgekommen / 
wie man in der Laͤteiniſchen Sprache 
mit den verßbus quadratis 5 cubicis, PA- 
lindromis beſchaͤfftig geweſen Doc ſtel⸗ 
le ic) ſolches zu weiter er Unter ſuchung⸗ 
und will ich umb das Alterthumb der 
* | Schwe⸗ 








Poeterey erſten Zeit. u _271 


Schwe diſchen Poeſie nicht ſtreiten. A- 
ber man muß hieraus nicht gleich den 
Schluß machen/ bey den Schweden hat 
man ſolche Kieder gemachet / dar⸗ 
umb find fie bey den Teutſchen nicht 
gemwefen. Denn es kan beedes wahr jenn/ 
und find die Schweden den Teutſchen 
hierinne nicht entgegen zu fegen / Die eb 
nerley Urſprung / und indem Grund ei⸗ 
nerien Sprache haben. Von denalten 
Gothen bezeuget Jornandes eben daſſel⸗ 
be/ was Tacitusvonden Teutſchen / daß 
fie ſolche Lieder zum Lobe ihrer Helden 
gefungen. Es ift gar ein fehlechter Grund / 
wenn Herr Rudbeck ausdem Wort Bar- 
ditus , welches er von dem Schiwedifchen 
Barda,vulnerare, herführet/ beweiſen will/ 
esmüflebloß von den Schweden verftan- 
den iverden / was Tacitusfagef. Sunt il- 
lis hæc quoque carmina , quorumrelatu, 
quem Barditum vocant ‚accendunt ani- 
mos, füturzque pugne fortunam ipfo 
cantu augurantur. Denn; marumb folle 
teeben von dem Wortearda, vulnerare, 
ſolches herkommen / denn / von Wun⸗ 
den und Todtſchlagen / pflegt man nicht 
| leicht folche Lieder zu nennen  fondern 

| | von 





272. Das VI.Cap. Bon der Tentihen 
von Fechten oder Streiten. Die Dänen | 
nennen fie viel eigentlicher Kiempe⸗ 
Wyſar / bey weichen foiche Krieges:tie 
der auch gebraͤuchlich / derer auch noch 
einige vorhanden / und in einem Buche: 
verſamblet bervorgegeben find/ woraus 
noch Thom Bartholınus der Jüngere/in 
feinem Buche de Holgero ‚Dano p. ou 
eines anführet. Sch will hier niche ans 
führen’ was einige von den alten Bardıs, 
Die ſich / ſolche Lieder zu machen / gebrau⸗ 

chen laſſen Nicht Jo gar unwahrſchein⸗ 
lich anführen/.alg Elias Schedius de Rs 
Germanis Syugram⸗. cap. 4ı und Cy⸗ 
riacus Spangenberg in emem abſonder⸗ 
lichen Buche von denfelben welche davor 
halten / daß der Ort Bardewick von ihnen 

ſo benahmet ſen / woſelbſt ſie ihren Sig ge. 
habt habẽ / der Barden Creich. Es hat 
Henricus Meıbomius, m ſemer Hıftoria 
Bardevici, hiervon eine andere Meinung / 
uñ laſſen wirsan feinen Der geſtellet ſeyn / 
denn es ſt die echo des Wortes Bardıtus 
noch ziveiffelhafftig. Einige MSta haben 
nicht Barditus fondern Barritus, und fine. 
den wir dafjelbe Wort ben dem Vegetio uñ̃ 

Ammiano Marcellino etliche mahl * 

tin ice 





x 
a ” 


r 7 
4 4 








MWMecterey erſten Zeit. = __ 3273 
dieſe Art geſchrieben Und hat dieſer in⸗ 
ſonder heit den Barritum ſo beſchrieben / 
dag man eigentlich ſehen fan / daß es 
mehr auffiden Schall als auff die Lieder 
gehet. Er ſaget / es ſey clamor ipſofer⸗ 
vore certaminis identidem exoriens, qui 
paulatim adoleſcens, ritu extollitur Au= 
ctuum cautibus ilſorum. Welches ſo ei⸗ 
gentlich beſchrieben iſt / daß man auch den 
Urſprung des Wortes hler aus abnehmen 
kan Kilianus,infeinem Dietionariohers 
Fläret das alte Teutſche Wort alfo/ Ba⸗ 
ren / Beren / gebaeren. Barüitummer 
dere, ſublate & terociter clamare höre 
urſorum. Lipſius ſchlieſſet daher /daß 
die Wellen den Nahmen Baren bey den 
Niederlaͤndern haben Aundift mercklich / 
daß Ammianus Marcellinus den Schall 
mir den. Wellen vergleiche Es bezeu⸗ | 
get auch die Endung des Wortes 
die, Lateiniſch iſt / daß es muß von 
dem Schalle verſtanden werden/ 
welches aus den Worten hinnitus, tin⸗ 
nitus, &c zu ſehen. EB fuͤhren quch 
einige aus dem Aventino an / daß ſolcher 
Thon der lermenden und ftuͤrmenden 
Barrit geheiſſen davon nor einSt el" 
/ 2, 8 Das 
| 





- ——— — — 





254 Das VI. Cap Don der Teutſchen 


das Baarlauffen / vorhanden. Es 
feynuny wie es wolle / ſo iſt endlich un⸗ 
fere Meinung ſo gewiß / wo nicht gewiß 
jer / als der jenigen /die es vom Schwedi⸗ 
ſchen barda herfuͤhren. Inſonder hett / 
da Vegetius und Ammianus Marcelli- 
nus merklich unferer Meinung zu hilf 


— — — — — 
—— — — 


fe kommen. Zu dem koͤnnte jemand noch 


zweifeln’ ob es nothwendig ſey / aus Taci- 


ti Worten dieſe Meinung zu faſſen / dab 


Die Teutſchen es Barritum genennet/ denn 
Die Worte / quem Barritum vocant, föns 
nen wol auff die Römer gedeutet werden 
daß die Römer den Schal alfogenennet 
vor den Barris , oder Elephanten/ qui 
barrire dicuntur.' Aber es jind die auß⸗ 
drücklichen Worte bey ben Ammiano 
Marcellino , daß die Barbari: den Schall 


nennen: Daß ich auff’die alten Helden» 


gefängemwieder koinme / fo iftfein weif⸗ 


fel / daß ſie vielſchoͤne Lehren in ſich ge 


habt haben / und iſt auch daraus zu ſchlieſ⸗ 


je / daß die Teutfchen nicht folche Bar- 


ari getvefen / als die hofferrigen Grie: 


— und Römer fie außgeſchryen. Es 


nicht gläublich / daß die Teutſchen gar 


von feinem fehreiben gewuſt zu Zeiten 
dacıtı 


Bu. | 





Poetereh erſten geit. 276 


Taciti , denn es ſcheinet / er habe ſich 
fo gar viel nicht darumb befümmert. Er 
führet doch ſeibſt an / daß man in Teutſch⸗ 
jand Griechiſche Buchſtaben gefunden / 
welches auch Cæſar bezeuget. Es koͤn⸗ 
nen auch wohl des Laciti Worte / lite- 
rarum ſecreta pariter Viri feminzque 
ignorant,de literatura fecretiore ver ſtan⸗ 
den werden / wie fie Heigius quæſt. il- 
luftr. 7.Jhb.1.n. 60 verftehet / nicht ‚aber 
von den Buchſtaben. Viel weniger iſts 
zu glaͤuben daß von Carolo M. erſtlich 
die Teutſche Schrifft ſolle A! ſeyn / 
wie einige wollen / die Melchior Golda- 
ſtus, in der Vorrede ſeiner Anmerckun⸗ 
gen auff die Paræneſes, deßwegen auß⸗ 
lachet.Diefer ſchreibet von den alten Car- 
minibus alſo. Imperiti, imo ridichli , qui- 
cunge exiftimant,,breviculas fuifle can- 
| tandi formas, adinftar nunc vulgicanti« 
‘ lenarum; hercle non magis, quam vel 
Homeri poemata ac Virgilii. Cujusmo- 
| di fünt, quæ ex media antiquitate cir- 
| cum.feruntur carmina de Ottnite Longo- 
| bardo,de Wolftheodoriche Greco, de Gibicho 
\ Wangione, de Laurino, de Theodorico Feronen- 
1 ade Hiktibrando Gottho. de Sigfride Agrippi- 
L | 82 menf, 





ES N VER EENE ER UHRDDEILHCHEAN EEE" » . NEL VEENEEE 


256 Das VI. Sap. Bon der Teutfihen 


ze 





zenfi , cognomento corneo, de Eckio, de Eikar- 
do Aljato, de Ernefto Auflrio ‚an Bavaro ‚A- 
bin, que nec dum in manus noftras pervene- 
re. Diefeg ſchreibet er zwar » aber es 
find doch nichts / als Muthmaſſungen / 
denn weil ſie geſungen worden iſts nicht 
glaͤublich / daß ſie ſo gar weitläufffigge 
weſen. Don diefen / vermeinet Berneg- 
ger quæſt. 6.in Taciti Germaniam waͤ⸗ 
ren die (0 genannten Meiſtergeſaͤnge 
und rieifterfänger herkommen wes⸗ 
che Beiftliche und Weltliche Hiftorien in 
Keime gebracht / und Ddiefelben in Zu⸗ 
fanmenfünfften öffentlich gefungen/: Den 
Trithemium vor ſich anfuͤhrend / der / in 
iner Hiftoria Francorum, ſolcher Mei 
nung zu fenn ſcheinet · Mos erat ( faget 
er ) majoribus noftris, Francis & Germa- 
nis, ut Heroum facta vel dicta memora⸗ 
tu digna , per Sacerdotes templorum pa- 
triis commendarentür carminibus, in 
quibus difcendis,memorandis &  decan- 
tandis juvenum excitarentur ingenia; 
uæ conſuetudo multis duravit arinis;nec 
hodie dekecit. Ich ſollte aber mein en / daß / 
zu der Meifterfänger Zeiten! der meiſte 
Theil der alten Carninum —— 
we ren 


er 











Poetereh erſten Zeit. _ m__ 277 


ren / und diefe vielmebr ihrem eigenem 
Triebe / als dem Exempel gefolget / denn 
dieſe nicht über zoo. Jahr alt find. Es 
nennet zwar Aventınus in feiner. Teufs 
ſchen Hiftorien 1.Buc) p. 21. b. die alten 
Rieder Meiſter⸗Geſaͤnge / aber nad) Ge⸗ 
wohnheit feiner und der nachgehenden 
zeit Denn er ſpricht: Bon Anfang/ 
ange Zeit hernach haben die Alten/,, 
mas fie gefehrieben haben wollen / und,, 
aufgeben laffen/nur in Reimeund Ver⸗ 
fe verfaſſet / find gut zu fingen /- zu mer=,, 
cken und außwendig zulernen Zıbegreifz,, 
fen mit furgen Worten viel / heiſen wir,, 
Meiftergefänge / welche aus Befehl uns, 
 terer alten Könige / und Kenfer / von, 
den Helden Teutfches Landes befchrier,, 
| ben worden auff Poetifche art. Man, 
moͤchte ſich wohl die Muͤhe nehmen / alle 
das ſenige / was hiervon iſt / wie gerin⸗ 
| ge es auch ſeyn mag / auffzufuchen / und 
bey zu behalten’ denn folches bigmeilen 
einen unvermutblichen Nutzen in der 
Hiſtorie gebenfan. "Bon dem Palmerio 
de Grentemelnil, einein gelebrten Fran⸗ 
tzzoͤſiſchen Edelmanne/ der vor Furger Zeit 
gelebt /und in SEEN fi) beruͤhmbt 
83 ge⸗ 





| 
| 
| 
Ab — 
| — 
| 


I a nung Alt San 


— — — 





—— e — — — — — — — 


—“ wird in Beſchreibung ſeines 
Lebens / die feiner Græciæ antiquæ vor⸗ 
geſetzet / dieſes ſonderlich geprieſen. Non 
ſprevit proprias cujusque provinciæ lin- 
guas, rudes licet & inamænas, quin plu- 
rimarum proverbia, & ſelectiores canti- 
unculas diſcere non eft dedignatus. Von 
demſelbigen wird auch daſelbſt geſaget / 
Germanorum & Anglorum linguas fa- 
miliares habuit, ut multa ex iis arcana 
erueret. Diefes haben in allen Voͤlckern 
die beften bemärtheften Leute gethan / 
und bey den Teutſchen ift diefes fo gar 
hindan gefeget / daß / wenn wir nicht den 
eintzigen Goldaftum gehabt / wir nichts 
haͤtten vorzeigen Fönnen. | 


Ba Has VIL Cap. 
Bon der andern Zeit der 
Teutſchen Dog. 


Innhalt. 


Ndere Zeit wird von Dem Carolo M. an⸗ 
WER rechnet. Carolus M, hat ſelbſt Lateini⸗ 
- sche und Teutſche Carmina gefchrieben. 
Seine Teutfche Grammatica. Ob er Die —* 
en 


272 Das VI Cap. Dot der Teutſchen 


® 









— ee an; 


— — 


— 


Poeterey andern Zeit.28 


(chen Buchſtaben zu erſt erfunden. Vor Chil- 
— aben die Francken ſchon Buchſta⸗ 
en gehabt. Strikers Teutſches Buch von den 
Thaten des Caroli M. Die ; ige Schrifft in 
Zeutfche Reime uͤberſetzt / auff Ludovici I, Ber 
fehl. Das Neue Teftament/ auff Caroli M. Ge⸗ 
heiß / ind Teutfehe uͤberſetzet. Etliche alte Teut⸗ 
cheMonumenta , das Gebet Des HEren/ Sym- 
olum Apoftolorum , der Pfalter Davids. Ci 
ne neue Teutſche Paraphrafis thythmica des 
Neuen Teftaments / eine andere des Alten Te⸗ 
ftaments aus dem Theodoro Bibliandro, Mel- 
chior Goldaftus gedencket auch einer Davon es 
zweiffelhafft ob es Diefelbe,  Hottingerus er> 
mähnet noch eine andere. Ottfridi Eyangelia in 
Zeutfchen Verſen. Au welcher Zeit er gelebet, 
&ind von Matthia Flacio —— Lam- 
becius tadelt dieſe Edition, Die Vorrede Dies 
ſes Buchs. De Verſe find zwar rauh / aber doch 
oller Geiſt. Seine andern Schriften. VVil- 
lerami Teutſche und $ateinifche Paraphrafis 
über das Hohelied Salomonis. Von 
Paul. Merula heraußgeben. Koͤmpt mit dem 
Wieniſchen MSto nicht überein. Fr. Juni Ans 
merckungen darüber, _ Die Teutſche Poeterey 
unter dem Friderico Barbarofla in das höchfte 
Anfehen gebracht. Poetiſche Spiele /von Kay⸗ 
fern und Koͤnigen angeſteilt. Ob die Teutſchen 
die Frantzoſen darinnen zu Vorgaͤngern ge bt. 
Soſches wird gelaͤugnet / und das Gegenfpiel 
wieder den Herrn Cafancuve: behauptet. 
ER. - 84 Teutſch⸗ 








Deutſchland ſind eher Catmina gefchrieben / als 
"bie Provengal.Poetenauffgefomnten..Dieinder 
Provenceiund Languedoc haben Lieder / auff 

ihre tapffere Helden / gemacht. Welches fie ohne 
Zweiffel den Teuſchen nach gemacht. Ihre Ca⸗ 

lender wurden au Stäbe gefeinitten. Welches 
bey dem Gothen auch gebräuchlich 'geroefen. Des’ 
Winßbecken Carmina merden gelober/undden 
Griechiſchen und Lateiniſchen gleich geſchaͤtzet. 
are zu wuͤnſchen / daß noch alle dieſelben Car -· 
mina vorhanden waͤren. Es werden ihrer viel 
aus dem Melchiore Goldaſto erzehlet / Koͤnige / 
Dur m Grafen’ Freyherrn / Edele. Das Helden⸗ 
ch. Die gelehrte Poetria Hrofvvita: Keime) 
von dem Heiligen Annone mit Opitzens Anınerz 
ungen heraus gegeben: Catonis Diftichaübers 
feßet. Wunſch des: Autoris, daß von den groſ⸗ 
fen Herrn dieſe Teutſche Antiquitaͤten beſſer her⸗ 
vor geſucht moͤgen werden. J. F. Gn. des Herrn 
84 von Muͤnſter Monumenta Paderbor-' 
nenlia, ein trefliches Exempel vor. andere gun 
‚Ten und Herrn / umb die Alterthüme ihrer Lane 
der zum Worſchein zubringen. Die Poeterey iſt / 
‚Durch einfallende Kriege / auß den Haͤnden der 
Groſſen / Fuͤrſten und Edelen unter den Poͤbel 


Meiſter⸗Sanger. Ihre krivilegien / 


285° Das VIl Cap· Von der Teutſchen 


reyheiten / Ceremonien / Meiſter⸗Saͤnger⸗ 
ran. Pritſchen⸗Meiſter Benedickt Edlbeck 
Siber/ Pritſchmeiſter. Ein altes Lied von dem 
Anrhyrio, Verſchiedene tragmentaalteeBer2 
J fe guff Pergament geſchrieben. Eine alte ng f 


T- 
kıstk. 


FT Dr 2 —— y re 





J 


vpoeterey andern geit281 





ſiſche re eg von Trimberg hat 
ein Buchigefehrieben der Menner genannt, Iſt 

ſehr unterjchieden von: dem MSto, des Herrn 
Marg. Gudii.- Deffen wird eine Probe gegeben. 
Agricola ‚in Der Vorrede ſeiner Spruͤchwoͤrter / 
erwehnet einige alte Teutſche Schrifften. Eck pon 
Repkovv Poetifche Borrede des Sachſenſpie⸗ 
gels· Gemengee Teurfehe Reime mit den Lateiz 
niſchen Exempel ſolcher Carminum. Petri Dres-, 
denfis Gefaͤnge. Jacob Freidanck. Sebaſtian 
Brand. Felix Hemmerlin: Melchior Pfintzingen 
Ritler Theurdanck Reincke Voß. Deſſen Aus 


or, Wird ſehr geruͤhmet. Iſt Feine Kranker 
e 


fiche/fondern Teurfche Erfindung. Eſelkoͤnig. 
Rollenhagens Srofchmäufeler. Hans Sachſens 
oeteren, Bar / ein Lied. Johan, Domans 


jed / son der alten Teutſchen Hanſe. 


Je Andere und mittlere Zeit muß / 

von Carolo dem Groſſen an / ge⸗ 
Srechnet werden / fo garı daß von 
ihm ſelber der Anfang gemacht werde. 
Er hat die alte. unbeſchriebenen Geſetze 
feiner Voͤlcker zuſammen fipreiben laſſen. 
Er hat eine Teutſche Grammaticam zu 
ſchreiben angefangen / umb zu erweiſen / 





daß er zugleich ein König und Lehrmeifter 


feines Volcks wäre. Er bat die alten. 
Teutſchen Gedichte / wiedroben gedede 
ee 85 au 








232 Das VI. Cap. Von der Teutfchen | 


auffzeichnen laffen. Er hat alle Wiſſen⸗ 
ſchafften außgeuͤbt / hohe und niedrige 


Schulen vor dieſelben geſtifftet. Er hat 


wohl in Latemiſcher / als Teutſcher 
Sprache Carmina geſchrieben / welches 
das Chronicon Mindenfe von ihm bezeu: 
gef p.ıcı. Es wird demfelben/ein Epi- 
taphium zugefchrieben / welches er auf 
den Ruland gemacht haben fol: Aber 
Dem fabelhafften Turpino fan ınan nicht 
ficher glaͤuben. Borell, in der Vorrede 
feiner Recherches d’ Antiquites Gauloi- 
fes & Francoifes , berichtet / daß Carolus 
M. Hiftorifche Verſe von Frandreich 
gemacht / und Zwar in Zeuticher Spra⸗ 
che / aber er bringet deffen Fein gewiſſes 
Zeugniß /fondern er berufft fihnur auf 
ein gemeines Gerüchte. Es ift aber durch» 
aus nicht glaͤublich / daß CarolusM. zum 
erfien die Teutſchen Buchftaben follte 
erfunden haben / mie einige wollen. 
Dei Gregorius Turonenfis fehreibet von. 
dem Chilperico, einem Könige der Fran⸗ 
den 1.s.c.45. Addidit & literas literisno« 
ftris, id efto, ficut grecihabent, ae, the, 
xuui, quarum charadteres — | 


auch feibft die Jeder angefent / und fo | 











Poeterey andern Zeit. 283 


hi fünt o.x.2z.n, Et mifit epiftolas in u- 
niverfas civitatesregni lüi , ut fic pu- 


eri docerentur , aclibriiantiquitusfcri- - 


ti, planati pumice referiberentur.. Wei 
nun diefes von der Teutſchen Sprache 
muß verfianden werden / und allhier der 
Bücher / die von alten Zeiten her ge⸗ 
fehrieben/ gedacht wird / ſo muß Teutſch⸗ 
land lange zuvor feine Buchſtaben ges 
habt haben welches allerdings audy dee 
Wahr heit gemäß zu feyn fcheinet. Sonſt 
bat man insgemein die Lateinifchen 
Buchftaben gebrauchet: Es ift noch ein 
altes Zeutfches Werck vorhanden, deflen 
Goldaftus offt gedendfet/ und Lambecius 
Erwähnung thut in lib. 2. comment. de 
Biblioth. Vindobonenfi, von den Thaten 
des Caroli M. und des Rulands / deſſen 
Derfertiger fich Striker nennet/ und iſt 
dieſes drüber gefchrieben / diz Puech ift 
von Chunich Karl und von Ruland ge- 
macht, vvie fie diu heidenfchaftt uber- 
chomen. €8 ift aber diefes Buch. nicht üs 
ber fechftehalbehundert Jahr alt / wie aus 
Goldafti Anmerckung uͤber die Parsneſes 
p. 361. zu ſehen. Caroli des Groſſen Sohn / 
Ludovicus, hat ſich zu erſten bemuben 
| ie 








284 Das VI. Cap. Don der Teutſchen | 
die dange Heilige Schrifft in Teutfche 
Verſe zu bringen / damit auch das gemer 
ne Volck den Verſtand haben / und ſie zu⸗ 
jleich dein Gedaͤchtniß einverleiben koͤñ⸗ 
te. Diefes erwaͤhnet Andr. du Chefne 
tom. 2. p. 326. ivelcher/ aus der Vorrede 
eines alten / in Sachfifcher Sprache ge 
fchriebenen / Bucher digfes zum Zeugniß 
angeführet. Cum divinorum Ihbrorum 
folummodoliterati atque eruditipriusno- 
titiam haberent , ejus ſudio atque impe- 
rii ternpore, fed Dei omnipotentia atque 
inchoantia mirabiliter attum eſt nuper, | 
üt cundtus populus ſuæ ditioni fübditus 
Theudifca loquens lingua, ejusdem dive 
næ lektionis nihilominus notitiam acce- 
perit. Præcepit namque cuidam uni de 
— Saxonum,quiapud ſuos non igno- 
ilis vates habebatur, ut vetusac Novum 
Teſtamentum in germanicam linguam 
Poetice “transferre ſtuderet: quatenus 
non folum literatis verum etiam illi. 
teratis facra divinorum pr&ceptorum 
le&tio panderetur.° Es wird dieſes 
Werck ferner gelobet/ und diefes hinzu 
geſetzet. Juxta morem vero illius po6- 
matis omne opus per vitteas diſtinxit, 
Als). quas | 
JaleRalen 





NNIPrTmsIprS 





| 
| 


Bm 0232<„Z — 


Poetereh andern geit. 288 


quas lectiones nos, vel ſententias poſſu 

mus appellare. Dieſe iſt ohne zweiffel DIE 

ältefte Überfegung / die in den Hifforseit 

zu finden / nur daß von CaroloM. einige, 
melden/ob hätte er das Neue Teſtament 
im Teutſch überfegen laſſen und Geſnerus 
in feinem Mithridate p· 46. gedencket / 
es wären die Pfalmen Davids zu Der, 
Zeit verseutfcht noch in Dein Klofter Sa 
Galli. vorhanden.  Rhenanus ſchreibet 
dem; Valdoni , Epifcopo 'Frifingenfi ‚die, 
Uberfegung der Evangelien zu / ſo im 
Jahr 800. gefchehen. Man; har auch noch 
daß Gebet des HErrn / das Symbolum: 


Apoftolicum, zu der Zeit / oder noch 


vor der ſelben / geſchrieben fo aus der 
Bibliotheca Vaticana hervor: gekommen/ 
welche Marquardus Freherus mit. Ans, 
merctungen heraußgegeben / und welche 
auch bey dem Winckelmanno , in feiner, 
Notitia Weftphali&. 1. 3.0.7. zu finden. 
Man hat auch noch einige Anglo-Saxo-, 
nifche Pſalmen / welche Joannes Seldenus, 
mit feinen gelehrten Anmerckungen ges, 
zieret. Auch ift eine Saxonıfcheund Hoch⸗ 
teutfche formul deß Symbolivom Box-, 
hornio herauß gegeben Lambecius hat 

— m 











23€ Das VI. Cap. Von der Teutfchen | 
in lih.2. commi deBibl, Vindobonenfi c. 








.p.38. Noch eine Teutfche Beichtitor- 
mul;die Carolus M. gebraucht haben fol 
und p. 388. Die Er zehlung deflen was zwi⸗ 
Shrifto und dem Samaritanifchen Weis 

be vorgegangen / in alter Teutſcher 
Sprache. Es wundert mich daß Hot⸗ 
'ingerus, da er Bibl. Theolog.l. i. c. 3.f0 
fleißig iſt / in den vielfältigen Uberſetzun⸗ 
gen der Biebel hervor zu ſuchen / Die 
fer / die von dem Ludovico 1. angeftel 
jet / nichts gedencket Es iſt aber ver 
murblich / daß fie verlohren gegangen. 
ch habe zwar einige Saͤchſiſche Uberfen 
Kung Des Neuen Teſtaments / oder viele 
mehr / eineparaphrafin rhythmicam ge 
ſehen / die aber viel neuer geweſen / und 
mit vielandern Erzeblungen vom Leben 
Ehrifti/ die inder Bibel nicht enthalten/ 
permifcht. Thheodorus Bibiiander , in fe# 
nem Buche de ratione communi omni- 
um linguarum p. 49.bat auch einer Poe⸗ 
tifchen Uberfegung des Alten Teſtaments 
gedacht. Legi vetus inftrumentum, ver 
fibus germanicis redditum & Rodolto 
quodam , oriundo ex familia, quæ no- 
men habet ab eminente arce in Rhatia, 
5 quam 
JGKId 

JerT? 


TE  — u Te T—— 





quam vulgus nominat hoben Ems / id» 
que rogatu & juſſu Regis Chonradi, fil. 
Friderichi ſecundi Cæſaris Auguſti: qui 
verſus orthogaphia, verbis, inflexione, 
ſtructura modoque carminis difcrepant & 
præſente confuetudine. Id quod unoex- 
emploperftringä:namde fideGabeonitis : 
ä Jolua & cæteris Ifraelitis data fic canit: 

Swel man den Ban GHDtts breche 
Daß man es an ihm raͤche 
proillo,quodfermonunc ufitatus diceret: 
Welcher Mann den Gottes Ban braͤch 
Das man es an ihm billig rad. 
Diefe ift aber / wie er ſchreibt / viel jüne 
ger sund in Hochteutſch gefchrieben. Mel- 
chior Goldaftus Tom.t. Rer. Alemanicar, 
p. 198. thut audy hiervon eine Ermähs 
nung / und berichtet/ daß fie in der.Scho- 
bingerifchen Bibliothec vorhanden. In 
ſeinen Anmercdungen über die Teutſchen 
Parznefes, führet er viel aus einer Pa- 
raphrafi veteris Teftamenti an / aber er 
nennet den Autorem Anonymum anti- 
quiſſimum, denn er felbft doch in feinen 
AlemannicisRudolphum ab Ems genanit/ 
daß ich alfo in Zweiffel ſtehen muß / ob 
es dieſelbe / oder eine andere Bm 
— 





TEEN —ſ 


” — | 


J 


Das Vin Cap Von der Teutſchen 
his fen. Doch ſcheinet jenes glaubwuͤr di⸗ 
ger / und fan es vielleicht nur ein Ge⸗ 
dachtniß⸗Fehler ſeyn / wiewohl dieſes be⸗ 
dãchtlich daß er ihn antiquiſſiwum neñẽet / 
da doch die andern / benebenſt angefuͤhr⸗ 
‚ren Zeugniſſen / gleiches Alters find. Hot! 
tingerüus erwaͤhnet am vorigem Orte eb 
ner ändern 7. die er vor fehr "alt haͤlt / 
aus welcher “ihn einige frägmenta zu 
Handen kommen / deren eins wir bieher 
ſen vollen / aus der Hiftoria von 
SToreph. 2 —— 
Do der hunger ſere / ie mere und aber meere. | E50; 
Begunde hertin ober, dü lant. und niemand nicht, torniß vant, 
Das liyt in hungers nof began. den Kunic ſcere ruͤſſen an. 
Daz er in hiede geben da. Die notdurfte die hietz er ſa. 
-Daz ſi zu Joſebe giengin. und von im da enpfingin. 
* Korn und fpife daz gefihach. die fehiure man offtienin fach. 
Da ſ hs vertoften korns vit. Naht un tac un alliv zil. 
Watz umbe in vil groz gedrang daz livt vil grozirhunger twanc. 
Daꝛ fie golein durch hungers not. daz Ar not ſwie mans 
Seſeph eiwan in turtzim zit. goldis und fibers vit | ; 
B bindic richir maze bil. daz ez was meer danne vil. 
Bn der. Kunic ſo richite. daz ſih im niht gelichete. | 
Banner mie dem ra inen Mann. ſo ſere uchin began, 
Dazʒ ſin gůt wůchs un fin gewalt. an wart mit richait manicvalt· 
Zu des Lotharii J. Zeiten/ bat gelebet 
Ortöfriedus ein Muͤnch des Kloſters Weiſ⸗ 
fenburg / bat aber zu Lodoyicı Il geiten 
erfilich die Evangelia in alten Teutſchen 


erſen heraußgegeben / und Dem Lunch 
berto 





— 





* 
0% 
RE N | 
| 4 


= W 
Poetereh andern Zeit... 289 


berto , Meingifehem Ergbifchofle / uger 
fhrieben. Er war, des Rabanı N auri 
Lehraͤnger. Iſt alſo vielleicht ein gehler 
der flüchtigen Feder / daß, Herr. Hoff: 





mann / in der Borrede feiner Getichte/ 
ihn unter de zein des Lotharuund Frie⸗ 


drichs ſetzt / wodurch niemand anders / 
als Lotharius Lund Fridericus Barbarof- 
fa, fönnte.verftanden werden, Aber ee 
bat vielleicht an ſtatt Friedrichs den Nah⸗ 
men Ludewig fchreiben. wollen. ‚‚Beatus 
Rhenanus.hat zu. erft diefes Buch gefun⸗ 
den / wie er felbft in feinen rebus Ger- 
manicis erzehlet. Hernach hat es Mat- 
thias Flacius Ilyricus zu Baſel herauß⸗ 
gegeben / unter, dieſer Uberſchrifft / Ott⸗ 
tridi- Evangelium „ liber veterum Gexr— 
manorum Grammaticæ, poeſeos, Théo- 
logiæ præclarum monumenrum. Mil 
dieſer Edition iſt Here. Lambecius lib. 2 
cornm.de Bibl, Vindobonenfic.5.nicht Zu 
frieden / weiler fie. vor gang unvollkom 
men haͤlt / und ſehr viel Fehler darinnen 
angemercket. Er. hat eme dreyfache Vor: 
rede / die eine laufet an Salomon einen 
Biſchoff zu. Coſthitz / die andert.an Koͤ 
nig Ludewig / wh utſhenvetn 
derel 


> 
J ——— 


J 





% % 


250... Pasvil.cap. VonderXeutfhen _ 
deren erſte Buchflaben / wenn fie zuſam⸗ 
men gelefen werden / einen abfonderlihen 
Derftand machen / welche Carmiina bei) 
den Griechen Argisıza genannt worden / 
die dritte an den Ertzbiſchoff zu Meintz 
Luitbert, in Lateiniſcher Sprache Wor⸗ 
innen er zu verfteben giebet / dag er auff 
Bitte feiner Brüder /und der Kanferin 
Judith, der vor andern Weltlichen und 
unfldrigen Gedichten geeckelt die Mühe 
auff fich genommen / und ein Theil der 
Evangelien in Teutſche Verſe uͤberſe— 
Bet. Woraus denn erhellet / daß doch 
vorhin einige Lieder und Getichte in Lie 
besfadhen muͤſſen geweſen ſeyn Die Ver⸗ 
ſe ſind / des Maſſes und der rauhen Spra⸗ 
che wegen / ſehr unlieblich /über welche er 
ſehr klaͤget in der Vorrede feiner Evan⸗ 
gelien. Die wenigen Verſe / die Hert 
Hoffmann in feiner Vorrede aus ihm 
anfuͤhret / und in Verſe uͤberſetzet / zei⸗ 
gen / daß dennoch / unter dieſem ſo gro⸗ 
dem Kittel der Sprache / ein guter Geiſt 
verbor gen geweſen. Er hat noch andere 
Dinge in Teutſcher Sprache geſchrieben / 
als; Predigten über die Evangelia/Fa- 
raphrafes in Canticum Eſaiæ, rei 
* . Jan- 








Poeterey andern Bei _ ...n 291 
Hann, Moiſis, Zachariæ, Mariz , über 
das Mater, Unfer./ über. des Atbanafii 
Symbolum ‚über Die Pfalmen Davids/ 
und noch drey groſſe Dücher- über Diefel’ 
ben. Lambecius hat 1.2.C.5. p. 46. als zur 
Probe / den erften Dfalmenangeführet/ 
haͤlt es vor ein ſonderlich feltenes Ge: 
denckmahl der alten Sprache / wuͤn⸗ 
ſchend ⸗ daß es dermahlems ans. Licht 
gebracht würde. Trithemius , bad 
Bucherde Scriptoribus Ecclefiatticis,nen; 
net diefen Ottfridum , Virum in divinis 
fcripturis,eruditifimum, & in feculari- 
bus Virum.egregie, doctum, Philofo- 
phum, Rhetorem, Poetam infignem,in- 
genio excellenti & difertum eloquio. SU 
Henrici deg II. und IV. Zeiten lebte W ıl- 
leramus, ein gelehrter Abt zu Merfes 
burg / welcher über das Hohelied Sa⸗ 
fomonig eine Zateinifche Paraphalın me- 
tro-rhythmicam gefchrieben / und auch 
eine Teutſche in ungebundener Rede. 
Derfelbe geböret wohl nicht unter Die 
Zeutfchen Poeten / aber er iftwerth/daß 
wir ihn bier berühren. Es ift ein ſchoͤnes 
Denckmahl der alten Sprache / undfan 
. man einen jonderlichen Verſtand darin⸗ 

| [2 ne 














ne mercken. Die Lateiniſchen Verſe find 
auch nicht ſo ——— '/ nur daß 
_ fiemit der damahls üblichen Reimeren an⸗ 
gefuͤllet find.Paul? Merulahaf diefen Auto« 
rem 30 erft herauß gegeben / mit feinen 


Anmerckungen Aber Lambecivs urtheilet 


davon alfo. Tanta & tam multiplex Ba- 
tavam illameditionern impreflaminter & 
vetuſtiſſimum Codicem MS. (welchen er 
in der Kenferlichen Bibliothee gefunden) 
eft differentia ‚utadeam demonftfandam 
integra nova editione fit Opus. ‘ Es hat 
Francifeus Juhius hernad) feine Anmer⸗ 
ungen abfonderlich darüber außgege⸗ 


ben/ mworinnen viel fonderlihe Dinge 


enthalten. Unter Friederico Barbarofla 
if die Damablige Poeteren zum hoͤchſten 


Aniehen erhoben / und nicht allein eine 


KRitterliche  jondern Königliche und 
Tüurftliche Ubung worden. Man ſtritte 
damahls an dieſes Keyſers Hofe umb den 
Preiß die ſer Kunft/ und wurden eigene 
Spiele angefteller/ in welchen von den vor⸗ 
nebmften Matronen die Krängeden Sin 
gern außgerbeilet wurdẽ Wie dieſes Ampt 
die Winßbeckin gefuͤhret / deren trefliche 


Bermahnung an ihre Tochter / in Teut⸗ 
ſchen 


192 Das Vvn Cap. Von der Teutſchen 








— 


MWeterey andern nn 293 
ſchen Ver ſen geſchrieben / von dem Solda- 
Kos: nebfb-des Herrn Winßbecken ſei⸗ 
nen an den Sohn / und andern Verſen 
heraußgegeben. Der, Herr, de Caſaneu⸗ 
ve, in feinem Buche: del Origine de Jeux- 
fleureaux, meinet / die Teutſchen hätten 
den Frantzoſen hierinne nachgeghmet / 
und ihre Heime und Poetiſche Spiele 
von ihnen gelernet / worinnen ‚ich, ihm 
doch nicht allerdings Beyfall gebenfan- 
Das einzige Exempel des Ottfridi, wel⸗ 
ches er anführet/miederlegt ihn / welcher 
Reime geſchrieben / ehe noch von einigen 
Frantzoſen etwas vorgewieſen worden. 
Es iſt bekannt / daß die Provinciales,Poe- 
tæ etwa vor fuͤnffhundert Jahren erſtlich 
angefangen. Dan fan feine aͤltere hrin⸗ 
gen / und. hat. der erſte den. Claude 
Fauchet,feget » / im Jahr zıs5; gefhries 
ben welches eben in die Regierung des 
Friderici,Barbaroflz fällt / da die Teut⸗ 


ſche Poeſie in. vollen. ſchwange wars 


umnd / nach ihrer Art/ ja jo gut und 
beſſer / als der Provencalen ihre’ außge⸗ 
übt. Ottfridus aber hat lange zuvor ſei⸗ 
ne Verſe gefchrieben / und iſt er nicht 
der erſte geweſen — der Reime —2 
6) 13 DENE 








a a Ja ee ee ee UHREN. N 0 


254. __ Das VI Cap Von der Teutſchen 

ben / wie de Cafaneuve meint / denn Ott- 
fridus gedenckt ſelbſt / in feiner Vorrede 
der Riebesliever/die damahls im Schwan 
ge geweſen / ob gleich Die Sprache grob 
und ungeſchickt / darüber Ottfridus Flagt. 
Denn es folger nicht / Ottfridus Flagt ü- 


Ber die Maͤhe die erder rauen Sprache 


halber gehabt / darumb iſt er der erfie 


eweſen 7 der die Reime gemacht. Caro- 
jus M.'hat die Grammatic zu feiner Zeit 


—⏑——— und wa⸗ 
ren doch vor ihm / von Tacit Zeiten her 
und drüber / Lieder geweſen / die er in ein 
Buch ver ſam̃len laſſen Wir haben dro⸗ 
ben erwieſen / daß / auff Ludoviei LBefeh' / 
eine! Peraphrafis des. Alten und "Neuen 
Teſtaments in alten Saͤchſiſchen Verſen 


 Verfertiger die noch Alter als des Ottfri· 


di ſeine Iſt alſo falſch / daß dieſe des Ott- 
fridı die erften Reime geweſen. Wir ha⸗ 


ben ein Flares Zeugnig aus dem Papirio 
Mäffonio der augdrücklich fchreibet lb. 


3. Annal.’daß unter Ludovico dein VII 


- Könige in Trandreich / (mar etwa im 


Fahr tis zu Keyſers Friderici 11. Zeiten) 


die Provingal Poeſie erftlid) in auffnebs 
men gekommen / welche Meinung a | 
J 3 a 








| Poeterey andern Zeit. > D_ 298 
Gabriel Naudzus in feiner. Additional 
Hiftorie de Louys.XI. p: 349. beyflichtet / 
da doch Ju Fridericil. Zeiten in Teutſch⸗ 
land.die Poereren in vollem Slore gewe⸗ 
fen. Woraus ich ſchier fehlieflen duͤrffte / 
daß die Frantzoſen ſolche von den Teut⸗ 
fchen gelernet. Was ſonſt der Herr de . 
Cafaneuve in erfvähnten Buche p- 22-23. 
davon anführet / befräfftiget abermahl 
unfere Meinung. Daß die Frantzoſen 
von den Teutſchen ihre Poeteren.eriers 
net/fan auch bierausdargethan werden/ 
daß fie eben auff diefe Art / wie Tacitus 
von den Teutſchen fehreibet / das Ge 
daãchtnis der verftorbenen . Helden: mit 
Liedern beehret. Wie denn /vondenen 
in der Provence und Langvedoc, Borel- 
Us inder Vorrede feiner Frantzoͤſiſchen 
antiqwräteny außdruͤcklich bezeuget / On 

avoit anciennement accouftume. d’ infti- 

tuer des ieux al’ honneur des Hommes 
illuftres;;i& de reciterides Vers à leur loü- 
ange d’certain jour de chaque annee,afın 

, de perpetuer leur memoire: onpratique 

, encore cela en ee ville de Langue- 

| | 

| 








doc. :: Ces Couſtumes font fort ancien- 


nes. Es erzehlet der, Herr Borell weiters 
ad | t4 als 








296 _ Das VII. Cap. Don’ der Teutſchen 
als ein fonderliches: Zeichen ihres Alter: 








manach von Holg machen. Les paifans 
Cfadter) fe fervent encore d’ une eſpece 
des hieroglyphiques en forte, quꝰ ils font 
‚ces Almanachs ſur un morcean de bois 
quim eſt pas fi grand qu’ une carte Jouer, 
ud font marqueztouslesmois & jours del 
‚anne&auec les Feftes & ——— no⸗ 
tables par un artifice ſingulier.Ce quimar- 
—* quecepais a eudes connoifances ‚des 
Teiences, & autres belles choſes de puis un 
temps imemorial, retenant cela des Epy⸗ 
ptiens õu autres qu’ilsavoientimitez.Und 
‚eben dieſes iſt eine Erfindung / die non 
der erſten Zeit.bey den alten Gothen und 


Schweden gebräuchlich geweſen / darauß 
zu ſehen / daß / wie ſie in einem / alſo auch 
in dem andern / von ihnen ihre Sitten 


gefaſſet / dann die poeſie iſt bey den Nor⸗ 
diſchen Voͤlckern + worunter auch Die 
Teutſchen gehoͤren / eine uhralte Kunſt 
gervefen: Wie wir uns nun billig den 
Morzug in der Poefie, die zu Fried. Bar- 
baroffe Seit im Schwange gegangen/ 
Zumaſſen fo fönnen wir Feine ‚geringere 
Anzahl von Tiehtern zum Vorfchein 
* | .) rin⸗ 


T 


thumbs / daß ſie ihre Calender und All⸗ 











Poeterey andern Zeit.  _297 
bringen und zwar nicht von geringen 
‚Leuten / fondern Koͤnigen / Sürften und 
Graffen / die in diefer Zeit ihre Verſe ge 
ſchrieben / davon noch einefragmenta vor⸗ 
handen / deren Goldaſtus einen Theilin ſei⸗ 
nen Paræneticis hervor gegebẽ. Worunter 
des Winßbecken und der Winßbeckin ih⸗ 
re fo herrlich ſind / daß auch die ſetzige 
Zeit nichts daran zu) verbeſſern findet. 
Ich r ede aber nicht von der reinen Spra⸗ 
che und deren Reimgebaͤnden / wiewohl 
ſolches zierlicher und beſſer iſt / als der 
Provengal Poeten die damahls geſchrie⸗ 
ben. Goldaftus fagt / in der Vorrede ſei⸗ 
ner Anmerckungen / nicht unbillid von 
ihnen / Dicite fodes; filatino carminece- 
ciniſſet, putatisne pauciores interpretes, 
quàm Guntherum, Petrum Blefenfem,ali- 
‘osque ejusdemque zvireperturum fuiſſe. 
Ich muß geſtehen / daß e8 mir einegrofp 
fe Ergoͤtzung ſey / dieſe alte Schrifften / 
und inſonder heit des Winßbecks / zu le⸗ 
ſen / darinnen warlich eine groſſe Weiß⸗ 
heiß ſteckt / und faſt kein Wort vergebens 
geſetzet iſt. Ich gedencke hieben allezeit an 
das Urtheil des Jofephi Scaligeri, fd: er 
von des Ennü Barmen gefaͤllet wann 
sdunid 5 PR < 











2:53 Das VII. Cap Wonder Teutſchen | 
er diefelben mit den neuen Poeten vers | 
gleichet. In den Primis Scaligerianis, 
fo Tanaquil Faber heraußgegeben/ ſagt 
er alfo von ihm / Utinam 'hunc habere- 
mus integrum ‚& amifillemus Lucanum, 
Statium,Sılium Italicum, & tous ces gar- 
cons-la. Diefes möchte man auch wohl 
zum Theil vondiefen alten Poeten ſagen. 
Es waͤre zu wuͤnſchen / daß wir ſie alle 
gang haͤtten / und an deren ſtatt einige 
von unfern Neulingen verlohren / die der 
gelehrten Welt mit ihren ungefchickten 
Getichten fehr beſchwerlich fallen. Es 
ift ihrer feine geringe Anzahl: Wir wol 
wollen nur die allhier fegen,/ deren Gol- 
daftus eine benläuffige Erwähnung thut. 
Des Könige Tyrol aus Scyottiand/und 
des Winßbecks Getichte / find vom Gol- 
dafto gang geſetzt. Wer dieſer König 
Tyrol geweſen ſey / fan er nicht fagen/ 
denn man findet ſeinen Nahmen nicht in 
Schottiſchen Hiſtorien. Es hat aber 
gantze Buͤcher von Koͤniglicher Auffer⸗ 
ziehung geſchrieben woraus dieſes nur 
ein Außzug iſt. Es bezeuget Boppo, der 
zur ſelben Zeit gelebet daß ee 2 Die 
her geſchrieben an feinen Sohn Sriede 
Bälle. XJ brands 
00-08 
IB DIE 


la N 





MN. 





| Poeterey andern zeit. _____299 
brand reines / darinnen er handelt Don der 
Unterweiſung in Goͤttlichen Dingen / 
das andere / von einem guten Lebenund 
Wandel’ Wovon Göldaitusmit mehren 
Handelt / in der Vorrede der Anmerz 
ckungen über die Paræneſes. Winßbeck 
iſt bey dem Friederico Barbarofla , und 
feinem Sobne in groſſem Anſehen gewe⸗ 
ſen / hat auch dem Zuge in Syrien mie 
bengetwohner. In den Anmerkungen fuh⸗ 
ret er/nur ben Gelegenheit /einige Stüs 
cte aus den andern an / darunter find 
. meolffeam sefchelbady/ (der eben zu 
der Zeit geleber / und im andern Theile 
des Helden Buchs einige Tarmina ge⸗ 
macht. Welches Helden Buch nichts an⸗ 
ders ift/ als eine Colledtio vieler Getich⸗ 

te von den Helden der vorigen Zeit / def 

fen erftee Colletor deñnoch unbekannt 
iſt Marggraff Henrich von Meij⸗ 

fen / Graͤff Conrad von Kilchberg / 
Konmg Wentzel von Böhmen’ 
an Seiedrich von Liningen / 
WMarckgraff Otto von Branden 
burg / Graff Rrafft von Toggen: 
burdg / Graff Audolff von Lienen 
burg /Burggraff von ur 

385 ra 











00. Das VI. Eap. Bonder Teutſchen 


Staff Albrecht: von Meigerlon/ 
Sertzog Hinrich von. Prebla/ 
Zerßog Jobann von YBraband/ 





| 


Zergog von Anhalt / Graff Ot- 


ð von Bobenlube / Herr Gott⸗ 
fried von Niffen / Herr H inrich 


von Morunge/ Herr Dithmer 
von Aſt / Herr Walter von Alm 


gen / Herr Ulrich von Gutenburg / 


Herr Jacob. von Wart / Herr 


Werner von Tuͤfen / (der Keyſer Frie⸗ 
drichs Zug / wieder ‚den Saracenifcheit 


König Saladin. im Syrien / in Verſen be⸗ 
ſchrieben haben ſoll / auch ſelbſt demſelhen 


mit beygewohnet. Herr Hinrich und 
Serr Eberhard von Sar/ Herxr 
Rudolff von BRotenburg / Herr 
von Glirs/ Herr Hinrich von 
Veldig / Noſter von Wengen 
alter von der Vogelweide / (mel 
cher an den Kayſer Philippum umb das 
1200. Jahr ein Buch gefchrieben bat?) 
Noſter von Singenberge/ Truch? 
ſes 3u St. Gallen / Moſter PN 
Grafenberge IT. MWigulais / Ul 
rich von Kichtenftein / Henrich 
Xon Offterthinge / Hans von RN 


wen) 
YIıV 





> 


yoeterey andern Zeit ·301 





genberg / Otto von Turne / Ulrich 
Schenck von Winterſtaͤten / Reis 
mer von Zweter / Konrad Schenck 
von Landegge / Tanhůuͤſer / Mar⸗ 
ner / Tuning von Ringoltingen / 

riederich von Huſen / Bruder 

Derner/ Bieteroltz / der die Hiſto⸗ 
rie Dieterichs von Berne befchrieben/ 
Albert ab Eibe / Meiſter Singe⸗ 
bar / Hinrich von Frauenberg / 


Friedrich von Sünnenburg/ Hart⸗ 


mann von Owe / Meiſter Kun⸗ 
rad von Würtzburg / Friederich 
der Knecht / Kunrad von Gelm⸗ 
ſtorff / welcher eine Vergleichung des 
Alten und Neuen Teſtaments in Verſen 
gemacht / Hinrich von Frauenlob 
welcher den Nahmen davon befommen/ 
daß er den Frauen viel Getichte zu Ehren 
gemacht / welche ihn in feinem Tode wie⸗ 
der damit geehret / daß fie feine Reiche biß 
an feine Grabftatt getragen/ und die 


ſelbe mit Wein begoffen / davon Wolf. _ 


Tom. 1.Reg.Mem. Cent. 14 p. 604.3 le⸗ 
rn. Hinr. von Efferlingen / der dem 
Hergogen Leopold von Defterreich viel 
Liebes⸗Getichte zu Ehren gefchriebeny 

| Rein⸗ 











zor' __DasVil. gap! Don der Teutſchen * 
Reinhard von Zwechin/ ek: 


mann von Sachfen / ein Ritter / Der 
ein: Komam von der Moͤhrin geſchrie⸗ 


ben. Man finder auch von einem Kantz⸗ 


len des Keyſers / der ſich nicht nen? 


net / einige Berſe / einen andern/ Der 


ſich den Tugendhaffren Schreiber 


nennet. Dieſes ſind nur etliche wenge / 


deren Getichte uns uͤberblieben / und von 
ihnen nur etliche wenige Stückwercke / 
die hie und da in den Bibliotheken ſte⸗ 
cken/ auch mehrentheils von den unwiſ⸗ 
ſenden Leuten zerriſſen und verderbet 
find. - Die Nahmen ſind uns nur bloß 
befannı aus den Anmerckuugen des Gol- 


dafti, der fie in der Schobingerſchen Bi- 


bliothec gefehen und gelegen: Wer weiß/ 
wo fieigo ſiecken? und ob nicht ſchon der 
meifte Theil von ihnen umbkommen 
" Taubmannus‘, in der Vorrede feines 
Commentarii in Culicem Virgilti, halt 
fie fo werth daß er gange Oerter dar⸗ 
auß gezogen und hingeſetzet. SeimUr⸗ 
theil davon iſt dieſes / Hæc protecto ta- 
ha ſunt, pre quibus genuinus aliquis 
Germanus Græcos Latinosque Poetas ta- 


> Ridiat. Verweiſet hernach feinen Lands’ 
Bi et er 
OD GD C 


RR 


INN fa A 


Be» m * — — — — — —— 
= — — — 





ET ET —— 


MPoeterey andernzeit: = > 303 - 
feuten / daß fie nicht bey folcher Art zu 
poerifiren geblieben / ſondern fich je mehr 
und mehr verfhlimmert. Es find eini⸗ 
gederfelben / und andere Lieder / in den 
fo genannten Helden ⸗Buche zuſam⸗ 
men geſamlet / welches unterſchiedliche 
mahſ in Teutſchland her außkommen 
Die legte Edition iſt meines Wiſſens / 
zu Franckfurt Anno1560. gedrucket / iſt in 
vier Bücher getheilet. Es wird darinne 
gehandelt von den alten Helden und Nies 
fen / von Keyfer Ottnit und dem Fleinen | 
Elberich/ von Hug Diederich und Wolff 
Diedrichen / vondem berühmbten Gars ' 
ten zu Wormbs / von dem RönigRaurin 
und feinem Roſen⸗Garten ꝛc Jftallents 
halben mit Sabelngemifchet Es ift aber 
von der Rieder eigenem Airertbumb als 
les ungemwiß /und deßhalben Feine Nach: 
richte, Die Sprache giebt es / daß fiefo 
dar alt nicht find / gläube aber / fie find 
von etlichen Rlügelingen in eine andere 
Form gegoflen / wie andern Werden 
auch geſchehen iſt. Es gedender Taub. 
mannus ferner einiger anderer Carm⸗ 
nuinum: Habvi ego in Bibliotheca illu- 
| ftris puellæ German, cui nomen HRO- 


m. 
P, 
4 
> ” 
— 


— — 








304 Das VII Cap. Von der Teutſchen 

_ SVITA, comeedias fex in zmulationem 
(ati preferipfit) Terentii faftası Item 
"Panegyricum Hexametro & Elegiaco 


«armine Ottoni Magno dictum, annisab» 
hine eptingentisi& amplius. Dieſen h t 
Neibomlus heraußgegeben. Ihrer ge⸗ 
dencket auch Malincrotius de Archican- 
cellariis Inp, 29. Hier müffen auch noch 
hergebracht werden eines unbefannten 
Teutſchen Poeren Reime / der des Ca: 


tonis Difticha überfeet / deſſen Golda- 


ftus offt gedencker / auch die von dem Sts 
Annone einem Cöllnifyen Ertz⸗Biſchof⸗ 
fe / Teutſche Verſe vor etwa 600: Jahren 
geſchrieben / die HerrOpitz / noch kurtz vor 
feinem Tode/ mit Anmerckungen her au 

gegeben. Es ſollen in ber Wieniſchen Bi- 
bliothec noch einige der alten: Teutſchen 
Schrifften verborgenfenn / wie Lambe- 
cius einige nennet / morunfer aber. 10% 
nig poetifche ſind. Dieſe / hat er ver⸗ 
ſprochen / in einem abfonderlichen Syn- 
tagmate rerumGermanicarum her außzu⸗ 
geben / weiche Hoffnung nun mit ihm ver⸗ 
ſoſchen. Wir ermahnen aber alle und je⸗ 
de / die folder alten Schaͤtze Beſitzer 
find / daß fie folche nicht vergraben / nt 


ll In 


A 


Nu 1 


I | 





a — — 


| 


geſteine in dem feinſten Golde hervor 
| = 





. Poeterey andern Zeit. — 6 
dern dem Vaterlande zu Ehre und Lie. 
be ans Tägelicht bringen ; wůnſchen auch 
darneben/ dag Ihrer Kenferl.'Mänrs 
den Sürften des Reichs / und allen Groß⸗ 
mächtigen Befoͤrderern der. Gelehr⸗ 
ſambkeit und Wiſſenſchafft / dieſe — 
Begierde auffſteigen moͤge / unſers wer⸗ 
then Vaterlandes Alterthuͤme / durch 
Gelehrte und darzu bequeme Reuter, un⸗ 
ter ſuchen zulaſſen / damit fie enduch aus 
der Finſternis ang Licht gezogen / und 
den Außlaͤndern / der ganzen Welt ımd 
den Nachkommen . vor Augen geſtellet 
werden mögen. Wir haben deſſen ein 
unvergleichliches Erempel an dem Hoch» 
würdigften Sürften und Herrn / Herrn 
Ferdinand / Biſchoff zů Muͤnſter / deſ⸗ 
ſen Hochfuͤrſtl Gnade felbft die Feder zur 
Hand genommen / und die unfterbliche 
Arbeit / Monumentorum Paderbornen- 
fum, zu aller Gelehrten _ Verwunde—⸗ 
rung/ der Welt als einen Eoftbahren 
Schar geſchencket. Worunter die fchöns 
ſten Lateiniſchen Epigrammata, die aller 
Roͤmiſchen Kunſt und Zierlichkeit Trog 
bieten koͤnnen / wie die herrlichſten Fol. 


euchten. Nach 








506 . Das VI. Cap. Von der Teutſchen 


Nach diefer fo glücklichen Zeit! da Köa | 
nige / Fuͤrſten / Grafen und Edele Die 


oeteren für ihre Zierde und Ergoͤtzung 
hielten / fiel ine auf einmahl / und 


öbels. Denn/ wie in Teutichland Die 


| base unter die Hände des gemeinen 


BU 
un 
1) 


riege und Zerrüttungen des Reichs an 


giengen / und bey 23. Jahren fein Haupt 


var / fondern bald diefer / bald jenee 
das Reich mit Gewalt zu fich zu reiflen 


gedachte / da ift unter fo viel Kriegen: 


und Drangfalen / mie die Ritter und 
Edelen immer in den Waffen lagen’ dies 
je edle Kunſt gar verlaſſen /und piel un? 

eſchicktes Dinges von nichtsmüurdigen 


— — — — - — — 


euten gefchrieben worden. Wie nun de⸗ 


ven Verſtand ſich nicht weit erſtrecket / ab⸗ 
ſo iſt ihre Kunſt demſelben gleich geweſen. 
Zu dieſer Zeit wurden Die ſo genann⸗ 
ten Meiſterfaͤnger boch gehalten / Des 
ren Lieder Reineccius , Orat. de Hiſtoriæ 
dignitate, nad) den alten Heldenliedern 
ftellet : Welche aber immer an Güte ab- 
genommen. Es haben dennoch einige 
auff diefeiben etwas gehalten / und haben 
die Keyſer felbft ihnen Privilegia, ſampt ei⸗ 


„ul 
ul 
un 


nem ſonderlichen Meiſterſaͤnger⸗Krantz / 
N. er⸗ 








TE BEE E27 et ern ep nn ug Te en Tue * nn » 


Moe andern Beil, 309 
ertheilet. Harsdöffer gedencket / in feir 
ner Vorrede über fein Specimen Philolo- 
gie Teutonicz, Daß Kenfer Otto der ana 
dere ihnen fonderliche Freyheiten ertheis 
let habe Maximilianus I. hat eine fon. 
derliche Conftitution de honore & Privi- 
legiis Poetarum gegeben / weiche beym 
Goldafto zu finden/ worunter einige dier 
fe Meifterfanger begrieffen: Mon Taro- 
lo V. und Rudolpho I. werden fiein den 

olicey»Drdnungen de Anno 1548. zu 
ugfpurgundde Ao. 1577. zu Franckfurt / 
von zandern gemeinen: Sängern und 
Reimern abgefondert / als die nicht fol 
len gedultet werden. Ihnen iſt allein 
vergönnet geweſen /im Roͤmiſchen Rei⸗ 
che allerhand Getichte und Reimen zu 
ſchreiben. Ben den Turnier⸗ und Rit⸗ 
terſpielen / haben ſie ihre Lobſpruͤche auff 
die Wolverdienten verfertiget / und nebſt 
den Herolden daß ihrige verrichtet. Wie 
auch alle Ritterſchafft des Roͤmiſchen 
Reichs in vier Ordnungen nach den vier 
Landen / als / Rhein / Francken / Ban 
ern und Schwaben eingetheilet / ſo ſind 
auch ſolche Meifter-Sängereien in den 
\ vornehmbſten Städten dervier — | 
ie u2 9 


— — — —E ni | 
| 
| 


EN NEE | 











308 Das VIEEAp-Bon der Teutſchen 
als Nürnberg, Straßburg / Augſpurg/ 
Ulm / Regensburg / Heilbruũ / Wimpf⸗ 
fen ꝛc. auffgekominen. Sie: haben ihre 
gewiſſe Collegia und Zuſammenkuͤnffte 
gehabt / worinnen fie ihre Reime oͤffent⸗ 
rich in Gegenwart Ritterlicher und ans 
derer vornehmen Perſohnen / hergeſagt / 
und iſt daſelbſt von ihnen der Meiſter⸗ 
Saͤnger⸗Krantz denſelben auffgeſetzet 
woorden / welchen ſie in ihre Geſellſchafft 
auffzunehmen gewuͤrdiget / den ſie mit 
gewiſſen Ceremonien / mit Gang / Klang / 
und Geſang / zu einen Meiſter ſaͤnger ge⸗ 
macht / wodurch er dann Freyheit erhal⸗ 
ten / daß er ſich oͤffentlich hat moͤgen hoͤren 
laſſen / auch dabey mit dem Degen ſich 
ſchimuͤcken / wie von dieſen und ander | 
&eremonien weitlaͤufftiger handelt Chri· 
ftian von Gehe in ſeiner Beſchreibung 
Des Herolds Memb:'z. de Laurea decan- 
tatoria. Es wundertimich.aber 7 daß in 
dem Turnier: Buchediefer Meifterfänger 
ſo gar mit feinem eingigen Worte ge⸗ 
dacht wird. Harsdörffer. ver und Die 
befte Nachricht geben Fan / weil er an ſol⸗ 
—* Orte gelebet / da ſie ihre meiſten 
Exercitia gehabt/ heſchreibt im aa | 


sr . E 


wie 
ZEK ZEN 


ERRKTIERK TE — — 


a LEE Zu Tr er Or oe a > — 22* 


poetetey andern Zeit. =.” 389 


le der Geſpraͤch⸗Spiele ins, SpsFH8.der 
Meiſterſaͤnger ihr Weſen etwas außfuͤhr⸗ 
licher / als ſonſt ſemand anders / aus 
welchem wir die Worte anher ſetzen wol, 
len. Sie beobachten allein die Anzahl, 
der Sylben und der Reime; daß aber, 
eine Sylbe lang / die andere kurtzlautend, 
ſey / baß gilt ihnen gleich viel DObinun,, 
ihre Gedichte ſchlecht ſind und Das Ge⸗ 
ſang der Choral oder der Ebreer Mus, 
ſick nicht ungleich zuhoͤren / ſo haben fie, 
doch feine Regul / und ihre Wiſſenſchafft, 
in ſolcher Verfaſſung / daß fie ungen, 
zweiffet fagen koͤnnen mas gut !oder,, 
böß iſt. Sie halten für einen Schler/, 





wenn zween oder mehr Reime / ſie fein, 


gleich ſtumpff(einſylbig) oder klingend, 
(zweyſylbig in einem Geſetze erfunden. 
werden / die mit einerley Buchſtaben ger,; 
ſchrieben ſind als leben und erleben / 
in handen und verhanden u, do; 
und werden von ihnen ruͤhrende Rev; 
men genannt. Oder wenn abgeleitete, 
Wörter) nicht ferne von den Stamm 
woͤrtern geſetzet werden / als Herr uñ 
berrlich / Ehr und ehruich Oder, 
wenn zwey gleiche Wörter — 

—Mi | u3 eine 











310 Das VI. Cap. Bon der Teutſchen 





„einander folgen / als daß / das / ewig⸗ 
„lich / ich, u. d. g. Oder eine blinde 
„Meinung oder Wort führen daß feinen 
„richtigen Berftandhars oder ein halbes 
„Wort und die Stimmen zufammen zie⸗ 
„ben /als wie folk wir für follen wir 
Iborn für geboren. 1. d. g. werden 
„fehnurrende Reimen  genandt. Fer⸗ 
„‚ners achten fie für einen Fehler / wann 
„Reimmwörter mit ungleihen Stimmen 
„gebunden werden / als Glück und 
Strick / gehoͤrt und geleber oder 
„wann die Schreibumg gleich / aber die 
„Außrede in einem Lied weich / in dem 
„andern hart ift / als eine neue Maͤh⸗ 
zre / und eine feine Lehre. Die Gebaͤu⸗ 


„de zieben fie nach belieben umd haben 
„derfelben über 500. unterfchiedliche Ar» 
„ten, Iſt alſo darauß zu fehlieften daß die 


„Urbeber dieſer Kunſt das Reimweſen 


„mol verſtanden / ımd die Teutſche 


„Sprache bereit vor ſechshundert und 
„mehr Jahren darin geuͤbet worden: 


„nemlich zu Keyſer Otto des Groſſen 
„und des Pabſts Leonis des VII. Zeiten’ / 
Wweiche die vier gekroͤnte Toͤne / wie es 
„die Meiſter noch anheut zu ange * 

—30 f ‚ 


L 





Tr Tr Te 





00 peter andern Zeit. Ba} 3" 
gen/ felbft angehört / und mit gewiſſen, 
Freyheiten begabt haben / weil es zu ſel⸗, 
biger Zeit etzliche für eine Ketzerey auß⸗ 

geſchrieen hatten. Iſt alſo vermuthlich / 

Daß die Uhralten Heidniſchen Helden 
Sefänge mit Einführung des Ehriften»» 
thums von Kenfer Earl den Groffen» 
ab/ und hingegen Diefe in den Kirchen, 
eingeführt. Es führet Herr Zeiler / im; 

. feinem 231. Briefe/ aus einer Limburgi⸗ 
fhen Chronicke an / wie die Teutfchen / 
umb daß Jahr 1350.nicht allein ihre Kleis 
dungen / fondern auch ihre Gefänge und 
ihre Muſick verändert haben/ mie er deñ 
ein Ried / welches man damahls durdy 
ganz Teutſchland / wie er fagt / fang/ 
bieben fügt / | 

Ach reines Weib von anter Art 
Gedenck an alle Stetigkeit 
Daf man au nie.von dir fait 
Das reinen Weiben übel ſiteit 
Daran ſottu nu gedenten 


nd ſolt von mir nit wenden 
Dieweit daf ich das Leben Yan, 





Sie will mich zu g Berderben/ 
Untroſt win fie an mich erben / 
Dan en weiß ich teinen Kath. 


Es findet ſich in diefer Chronicke auch ein 
| 14 | Se 


— — — — 


| | | 















efang,, Einer /,, die, man wiedersihren 
Wil haut Nonne gemacht, Dielelbe 
„meldet / daß umbs Jahr 1370. auff dem 
3. rich ‚Die be e 


ßſaͤtziger Barfüfler 
ch ‚Die beſteß Lieder «und Reiben 
„tn. der Welt von Gedicht und Meiodey⸗ 
en gemacht / daß ihm niemand auff 
Remesſtroom / oder in ſelbigen Landen 
al gleichen möchte: und was er ſang 
„das jungen Die Leut alle gern / und alle 
Meiſter pfiffen / und andere Spieles 
ten den Geſang und diß Gedicht. 
ſang diß Liedddd anna 
J 
uUntreu ich ſÿTÿrrr N 337 1179 
Ve a a Ren aan) in 
Sch will bier /zu Ergögung des Leſe Ki 
Schlacht Kied/ fo ein folcher 9 — 
ger / der die Hiftotie des ‚Henricı Aucu- 
pis befchrieben und. wie eine Comeedie in 
gewiſſe Actus eingerheilet-/-derfelben 
mit einverleiht. Dann -er..führet eis 
nen Moeten ein der zu 2nfange 
ver Schlacht ein Lied / nach dem alten 
Gebrauche der. Teuikichen / a iſt 
Ikten gar de und ans U TER ee 
clen Buche von meinem hochgeehrte 
* biheſhe ven me na —J 

















Veoetereh andern geit 


— — 


— Herrn D. ‚Aeibern / Tr 
gthellet nn 2 amt — 


ſ 


LEI Krieg ” F% in dieſer Man tan ie a * 
Mancher Veſa⸗ * Hi: Man ſchreibt/ ! nu pein Tine, 
Dinferben hat * ugeſellt / 


ET, 
Die Mufieiats fein Gaben: Nach dr Sch — finge 3 | 
In erfir Erfinder war Jubat / (Ars ein berühmter ni © 
Des Lamechs Sohn it Namen:| Kondt er in Harkifh ee 
Erfand Drommein and ‚Pfeiffen Arerandenm © — 


Schall (Streits ſatt je 
Kont fie Finmen zuſammen. Ind er J———— 





Die Muſic gqut/ Kreyß PET 

Erweckt den 2 ae ——— — * 

— Mile ſins u 
Die Feind ver *— Kondt raum Mani mr —* 3 

Rufft ſtarck / dran/ mp nie — 6 un Tl 

> Feind — * 
recht gwaltit rap ei ya um / A 

—— und Furch / Br — —* 

Schieſt / ſtecht und haut als ah mE 

Das ee N ROLE. a: 1, — 
ua 

Als dort Enfäiweiägn of / Gt im — zuſtraffe 

Da Iſrael Durſt lidte: \ In Be? > . 

Sprach er je Hr ein Spiel⸗ Denn was 69 treibt / dof * 

man holt ortgehn 
Der fpielt nah Davids Sitte: Indith / die Hudn thut fingen: . 


Bad kam auff ihn des Herren — 5 5* — Zezecheh 


gelinge 
Aciſtuich hee were — EN AÜhE ein. —— 
Ohn Yiegen! nor Ay af) « f 


Much 
Bwaltig eäher durchbrochen / 

Der Feind Mn By eefftagen Sicht man an ſtarcken re 
Drom Draki; Dro * Thut ſich an Feinden ——5 
Pom / Pom⸗ ai Didi, SR Pom Pom , 
Drommi und Pfe EN We ” 3 
86 ah A lt aͤbt / ſauſſn /⸗/ 

zen Bud ah ung rs © 
Mei He “ah ve 


In Fried und" Stel I —— nicht acht 
Wer —— vn betracht / 
Hoͤrt mans — u T Basti cht 


Mufcam fol mai ehten / * * et De 














BEER NER REN... 0 0 


314 Das VII. Cap Von der Teutſchen 


4 — Ihr Brüder ſetzt nur muchjg dreim 
Ob theits gleich wolten weichen ab/| Die Feinde thun verdagen; (ſeyn / 
Wie offtmahls iſt geſchehen: Der Sieg und Preiß ſoll unſer 
Jedoch ein Lowenmuth ich hab / Gott Lob fe find geſchlagen. 
Thut Keyſer Heinrich fehen: , Drom / Trari Trom / * 
Der Kern ſue vor die Spreu Kom / Bruder / tom, 
e bleibt hindn / Pomp Pomp / Pomp / Pomp / 
ſt uns Hertzhafft drein ſchlagen / Freu Dich mein Comp⸗ | 
Sie werden fih wol widruͤmb Hilff friſch nachjagn / 


wendn / Thu wadr drein ſchlagn / 
Ihr Brůdr chut nicht ver zagn. Acht nicht der Beut / 
Kyrieleiſon / Sie hat ihr Zeit / 
ide’ Pom / Pom / Pom! Wir wollens noch wol finde 
Lerm Lerm / Lerm / Blelb keiner nicht dahinden. 
Sich keiner herm / 8. 
Wirſt gleich gepfetzt / GBGott Lob ihr wehrten Kriges leut / 


Vom Feind verlent / Vnd ftreitbahrn Helden gute/ 
Solchs thut letze gar nicht achten / Den Sieg habn wir erhalten heut / 
Hilff nur die Feind abſchlachten. Habt nun eiu guten Muhte / 

6. Raubt / und beutet was jeder find/ 
Wir Haben viet Feldſcheerer gut / Doch theilts fein friedlich auſſe 

Die uns woll wieder heilen: Damit ihr Eltern Freund / Weib 
Mit Gottes Hürff ı drumb faſt und Kind, 

‚ein Much’ Was fchit odr bringe gu Haufe) 

Die Vngrer ſich zurtheilen. — Pom- Pony Pony | 
Sich nit auff die erfhlagne Feind: Feldefcherer kom! 
Laf ja dein Muth nicht ſincken / Bud mich verbind / 
Der unfer wenig drunter ſeynd / Bin harber Blind / 
Wollns ihm mit Nach eintrenckẽ. Hie fett ein Pfeil / 
Drom/ Drari, Drom, Zieht aus in Eit / 


Ryrieteifon ı Verbind mich vor/ 
Schlagt ſtecht / ſchieſt drein Sonſt toſts mein Ohr/ 
Einfer muß ſeyn/ Werbind mich auch / 
Der Sieg und Preiß / Bech / Feur / und Rauch / 
einer außreiß / Laß mich vorgehn / 
der weich nicht! Kan nicht Lange ſtehn / 
Dich nach mir richt / Sicher gebt her zu trincken 


Bott hetffs mit Gnaben walten Mein Hertz wit mir ver ſincken⸗ 


Daß wir nurs Felb behalten. 9 Keiegsbräber 
\ 1 r 

Gott ift ferbft fornz mie uns dran) Der DM 7 
Thut feiber für uns ſtreiten. Kein Fleiß wil ich nicht ſpahren: 


Der Feind nicht langer fechen tan / Ieit gych fürm Feind Im Hel⸗ 
Bei 0b anf am Sehe; "Bm a 
BR, 2 

N 

2 JA 


| 
| 








_Dietetep andern, anderngeit.. __ 315 





Solches iſt wiederfahren Halt den Artzt werth / 
Gehabt euch wor / /rafe a friſch er —— — ihn ehrt / 
tes K 


Gotts Huͤlff ——— ſinden / Soll bringen En 
Db gleich —* eben groß der In groſſer Noth 

chmertz / Schafft dir ihn GOtt / 
Verleurt —* im verbinden. Kein Arntgeit fol man ſparen / 


Wiſch ab das Blut / Gott wolt eu “ bewahren. 
Halt Bruder gut | 

Deich her die Scheer] Kein feetii 3* iſt In der Were 
Gibs Pflafter her i Als wer fürm Beind erſchlagen: 
Hate bie den Arımı Auf je Heid im freyen Feld / 
Dind zu fein warm / Darff nicht ae — Wehela⸗ 
Gebt jenem zu trinckn 

af ihn hinhincken Im engen Beitıba eine alleiny 


Gott Lob fie feind verbunden, / Muß an den Zodesreghen, 
Mit ihren Stichn / Schüffn / and| Hie aber find er Gſellſchafft Feiny 
fe den. ar th Kraͤutr im Meyer 
ohn Spot / | 
Ein Wundartz bat drey Angeſicht / A a Tod, 
Wird z er ſt für 8864 Iſt in der Weit / 
So offts in Schäden wuͤetet und Als ſo man feltd/ 
ſticht Auff gruͤner Heid / 
Kompt er in Engels Gſtalten / Ohn Rıng und Leid / 
Wenn man ihn aber zahlen ſolt / Mit Trommeln Klang / 
Undanck thut ſich basdfinden/ /Und Pfeiffen Gſang / 
Wolt daß ihm dieſr und jener holt / Wird man begrabn / 
Oder muͤſt gar verblinden. Davon man thut haben / 


Vndanck / Vndanck / Unſter blichen Ruhm ı 

Macht Guthat kranck / Mancher Heid fromm/ 

Iſt eingroß Laſit / Hat zugeſetzt Leib und Blate 
Fuͤr heilſame Pflaſtr / —* Vaterland zu gute. 


Es iſt nichts lächerliches in diefem gane 
senungefchinackten Kiede / ale wann er 
das Kyrieleiſon unter Pom bidt 
Dom mifchet / lautet faft eben ſo / ale 
wenn man Scherg:oder Sprichworts⸗ 

weiſe fagt/ fein luſtig / daß GE Otter: 

barm. Es ſcheinet ader / als ob biefes 
ein 





316_ Das VI. Cap. Von der Teutſchen 


ein Gebrauch bey den Schlachten gewe⸗ 
fen’ dag ſie das Wort Kyrieeleiſon 
geruffen Daß die alten Rorweger fol 
ches gerhan / bezeuget Janß Dolmer 
infeiner Anmerckung über ‚die Norſte 
ae / Ciftein Buch von der Hoff 
haltung ) welches/ in uhralter Daͤniſcher 
Sprache befchrieben / er heraußgegeben 
und erkläre. Denn er führer in der 
Anmerckunguͤber das 5. Cap:-auß einer 
Norwegiſchen alten, Chronic. p. 483. All. 
Gamle Norbagger hafpve icke alle 
niſte brugt deſſe Ord / deres Kon⸗ 
gers Kroͤning / men end ocſaa udi 
Strud. Erxrling Skak befalede ſit 
dick⸗ udi Struden mod Grafve 
igurd / at de ſkulle paakalde 
Gud / ſiunge Kyrie eleifon/ oc ſſag 
paa deres Skiolde. Es haben auch 
die alten Gothen / wenn fie mit ven Roͤ⸗ | 
mern geftritten/die Worte / Herre dig 
forbarme / iſt fo viel/ als Kyrie elei⸗ 
ſon / gebraucht / und haben die Römer 
ſolches von ihnen gelernet / wie ein Ort 
bey dem Auguſtind Epiftolä 178. ſolches 
anzeigt. Sienim licet dicere,non folum 
barbarislingva füayıfed etiarh Roranig 


PER — 


(ie Sum 2 ZZ Po u Teen u — —— m ——uu ee wm www m 0 | 7 = + Te | Ge —391&— 


PPeteren andern Zeit7 
Si hora armen, quod interpretatur: Domi- 
ne miſerere, cur non liceret in concilũs 
patrum in ipſa terra Græcorum, lingua 
propria homouſion confiteri. Es iſt a⸗ 
ber das / Sirhora armen, aus dem vorigen / 
Herre dig forbarme / verfaͤlſchet· Es 
iſt noch eine andere / dieſer gleiche / Ark: 
Reimenmacher / die man die Pritſchmei⸗ 
ſter nennet / "welchen bey öffentlichen 
Auffzuͤgen / Vogelſchieſſen / und derglei⸗ 
chen/ ihre naͤrriſche und ungereimbte 
Reime hervor gebracht. Man findet der⸗ 
gleichen noch etliche und: iſt mir einer / 
Benedickt Edlbeck Siber / bekañt/ 
der in einem weitlaͤufftigem Buche das 
Ritterliche Schieſſen zu Zwickau Anno! 
1574. in Reime gefaſſet /welche voll laͤ⸗ 
cherlicher ‚Einfälle find. Er nennet ſich 
des Ertzhertzog Ferdinands zu Oeſtereich 
Pritſchmeiſter. Aber es iſt der Mühe 
nicht werth / mit dieſen ſich ferner auff⸗ 
zuhalten. Nur iſt gleichwohl dieſes zu 
mercken / daß zuweilen von etlichen fei⸗ 
nen Leuten einige artige Dinge zu der 
Br gefchrieben / welche wo nicht der 
Reim wegen / dennoch der Erfindimg 
| halber / zu loben find. Ich habe ofſt⸗ 
mahls 





u 


a | 


3,8 Das VII. Cap Mon der Teutſchen 
mahls alte Teutſche / auff Pergamen 
geſchriebene / Verſe geſehen / darinnen 
von Hiſtorien gehandelt worden / oder 

auch etliche Derter aus der Bibel übers 
feet / woinnen andere Bücher einge‘ 
bunden geweſen / und ift zu beflagen/: 
daß dergleichen Dinge/ als unnüge Wer⸗ 
cke / verbrauchet werden. Der fo genann⸗ 
te unverdroſſene Carl Guftav von 
Hille / hat in feinem Teutſchen Palm⸗ 
baum darinnen er von der Fruchtbrin⸗ 
genden Geſellſchafft Anfang und Auff⸗ 
nehmen geſchrieben / ein Teutſches Lied 
angeführet / welches in dem Meckelbur⸗ 
giſchen Kiofter Dobran/ von etlichen 
Kanferlichen Soldaten, in einem ge. 
mauerten Schrande gefunden worden / 
vonzg. dem Reiingebande nach‘ / wohl 
gefenten Strophen beflehend/ zu Lo⸗ 
be des Wendiſchen Königs Anthyrü ger 
. / davon ich z. Strophen herfegen 
will. | —V 
DE Tugend hat fen Raſt / ri fchtäffet miche in Betteiy 

\ Beſonder ſy trinckt Blut / | 
a ak bie ER 

Bet fügetommenin dů Schlachten \ 
Und manchen wilden Biderman 


Mit ihrem Sturm gewand umbrachſen / 
Tor man noch hart freu fan. 3. Cio 


— — — — 


an ne ee 


gu ur Zr — — — 


„u NBpeteren andern Zeile. 319 
Ein Edter König ride in Biefem Sande ware! | 
Das Wendentand genant/ | 
Du mer behalten iſt / fo tert viele Jahre 
manchen Drud betamt 
Sein Nahme heiſet fonft Anthyre 
Gr führt mic Abm fe Sutter Buesde 
Hs ihm fort wor anftahn. | 

Die Worte gebenes/ daß «8 fo.gar alt 
nicht ſey / aber es iſt / der Zeit nach / 
nicht uͤbel gemacht. Beym Henrico 
Meibomio wird in ſeinen Schrifften oft. 
mahls etwas / auß einem Alten Chronico 
Rhythmico Saxonico, welches vor 400. 
Jahren geſchrieben / angefuͤhret / dem er 
groſſen Glauben beyleget. Dieſes ge: 
dencket unter andern von dem. Hen- 
rico Leone, daß er nach dem Exempel 
des Caroli M.die alten Chronicken habe 

ufammen tragen laſſen. Denn diefes 

ind die Worte. 


| Allein dho groz Kranckheit 
E oghenge her was doch gemeyt 
Gemmter natürlicher Tugent / 
Darnach ber an der jngent / 
Bnz an alder Funde ringhen 
Her leyz zo famene bringben 
Te alten Kronicken und feriben/ 


eß began ber fo verne treiben, 
Dad war dha uff verdact 
Mengen Zah und Nacht. ſ 


Ich muß hier auch eines nicht gar viel 
| bekann⸗ 








— er Zn 





. Das Vn. Cap Von der Teutſchen 
bekannten Hugo von Trimberg ge⸗ 
dencken / welcher vor etwa 380. Jahren 
gelebet / und ein weitlaͤuffti zu 
Reimen geſchrieben / ſo er den Kenner 
nennet / woͤrmnen die Mißbraͤuche / die 

amghls in allen Ständen geweſen vor⸗ 
| eftel Nolel Mängelder Seiftlichen ent 
deckt, und alle zur Tugend und Wohl 
RB), ewieſen werden. Solch Bud) 
ift von Cyriaco Jacob zum Soc] Buchs 
drucker Anno 1549. unterden Titul det 
Renner / beraußgegeben. Es find viel 
artige Einfälle / viel fehöne wohlgeſetzte 
"ehren darinne / und ift nicht ohne Luſt 
zu leſen Es iſt abergarfehr durch unge 
tige. Zufäge / und Veränderung dee 
Woͤrter verderbet. Denn weil der Sty- 
tus, wegen Alters / bißweilen etwas un⸗ 
verſtaͤndlich / hat der Editor die Alten 
Woͤrter in neue verkehret wodurch der 
Derftand wieder des Autoris'intention 
verfälfchet. Et hat bißweilen gange Ber: 
ſe nach der Reihe / auß groſſer Rachlaͤß 
ſigkeit / außgelaſſen. Deſſen wir eine 
Probe darſtellen wollen. Ich habe ein 
[Stum,, Exemplar.von dieſem Buche 
ch menem Hochgeneigen Gönner/ dent 
Bd & Herrn 
erg gg | | 
Drd rd | | 
RIR Bra = ce 








Poeterey andern Zeit. 3ar: 


Herrn HoffR. Marquardo Gudio, gejer 
ben welcher auch dieſes in feine fo herr⸗ 
liche Schatzkammer / der außerlefenen 
MStorum , auffzunehmen gemürdigef 
bat. Wir wollen ein Stüce des Capies 
tel von den Meyden vornehmen/ un 
das gedruckte Eremplar mit dem gefchrier 
benen zufammenbalten / da man den 
groflen Unterfcheid mercken wird. 


Das Gedruckte. Das Geſchriebene. 
85 muͤht und langes haar 

Haben die Meyd / daß iſt war Haben die Meyd ſonderbahr / 
T ie zu ihren Tagen kommen ſindt / 
Die wahle in machet das hertze 

blind / 14 
Die augen deygen ihn den weg) 
Donihren augen geht ein ſtegt 
Zů dem hertzen nie gar lang 
Au ff dem ſteiget mancher gedangt 
Wen fie worin nemen oder nicht, | 
O wehe wie offt daſſelbe geſchicht O wehe wie dich das gefchicht 
Das fie gar zwerifein von der Das jüngtin firen bey der wahlt / 


wahle / 
Die fie ha! en darinn / ohne zahl. Die fie haben fibrats ohne zart, 
Diß iſt zum erſten ihr gedange: | 
Diefer iſt kurtz jeher iſt lang / | | 
Dieſer iſt höffertig und alt / Eyner iſt parthot und iſt alt / 
Der ander jung und übel geſtalt 
Diefer iſt mager / und iſt tahl / 
Der iſt feyſt / der (ft ſchmal. 
Dieſer iſt Edel / yener tft ſchwach 
Der nuͤm̃er nie Fein ſpehr zůbrach. Yener ſeltenſpehr zubrach 
Eyner iſt weiß der ander iſt ſchwart | 
So benffet einer meyſter hart‘ 
Diefer iſt bleich / yener iſt roth / 
ener iſſet ſelten froͤlich brode. 
Dieter ift engen / der iſt frey / | 


| x | Woͤlte 














u Zu a > 





322 Das VII Cap. Bon der Teutſchen | 


Woͤtte er Idem lege ich gern bey. 
Diefer iftreich yener iſt arm, 
Der tompt nitinmeinen arın. | 
ener iff des leibs gar verzagt/ |Yener iſt des Leibes gar cin zag 
4er ander iſt ein böfer trage. |Der ander ifk ein loſer trage, 
Eyner iſt nicht gar wol gezogen 
Diefer hat mende viel bedrogen. 
Der iſt mir lieb / dem bin ich leyt. 
Das machet feine unſtedigteyt. | 
Enner geht greynen ats ein hundt. |Enner geht grimme als ein hundt / 
Dem andern ni fein zucht ward 
| fund / 
Der dritt ift Eder und gar ein 
Schlund / 
Der vierth ein Baia bif an den 


rund. 
Des fünfften Oden ift ungefund] 

fuubt. Der fechfte Hat ein weiten Mund. 

Ser fiebende kan manchen böfen 2 

Der achte hat gar manches pfundt| Der achte hat viel manches pfund 
Boßlich verzehrt bey feinen Lagen | 
| 
i 





Das horte ich feine Freunde tlagẽ. 
Diefer ift ein drefter torb 

Diefes nafe iſt als ein ſenſſẽ worb | 
Eyner iſt wannicht als ein trog 

Der ift tnorrechtig ats ein ſtock |Der ander noractig als ein ſtock 
Der dritte eine Leine hofe und ein| Der dritte ein tinhof amd ein fi ock 


of, 

Der vierdte hat einen böfen rock / Der vierdte hat ein bioffenrod/ / 
Der fünffte iſt gar ein narr / Der fanfft iſi gareinnarrenpod/ / 
Der ſechſte iſt ein ſchlauch und ein] Der ſechſte iſt ein ſchlauch und ein 
Farr. gedrock. 
Der tan ſich maufſfẽ als ein habich / F 
geme hangen die Wangen als ein yem hangen die Wangen als ein 

taͤppich. Wabich . 
Eim ſiehet man die ſchulderen ſtor⸗ 

rent 
As bodes ohren’ und rindes Als bockes horen und eindes tnor⸗ 
fnorren ren 

Der iſt gehler denn ein Quitten / Dirr ( 4.e, diefer ) ift geiber dann 
Der ander von hübfchen fittten ein Wachs 
yener ſchnau fer as ein Dachs. HYener ſchnaudet als ein Dachs/ 
Gleich wie ein neu gebroche Fiachß Diefem geſtrichen leit fein Vachs / 
D Als ein nen gebürfter Blachs 
Die naſe neuer auffrimpffet / Die naſe dirr auffrimpffet / Ge 








t 


Poeterey andern Zeit. 323 
Gar ſelten yener ſchimpffet. Viel ſelten yener ſchimpffet. 


Ener ſpielt / der andetr ſtilt / 


Diefem kein Boßheyt nit gefellt. Dem dritten boßheit nit bewillt / 
Der vierdte heimlich unſaͤnffte Der vierte unſanfft heimlich ſchilt. 
hate,‘ ° 

Nach dem mein hertze felten qualt. Mach den mein Hertz felten quilſt. 

Der ift fehier ein Lem̃elein auflen/ | 

Doch mag ein Wolff wol in ihm) Doch mag ein Wolfflin in ihm 
| laufen / laufen 
yener were wol ein feiner tnecht |Yener wer gar ein Edling 
Er fpringt ER gleich wie ein! Den der zitter Howling / 

t 


hecht / 
Dieſer iſt gar ein ſeiden ſchwantz / Diefer iſt gar ein ſiden ſchwantz / 
yener iſt der meyde roſen trantz 

Seine ſtimme dieret wol den dantz / 

An ihm leyt gar meins here glantz An ihm leit meines Herten glantz / 
Dan er bat geht nnd rothes haar / Denn er hat gehl und reides haar / 
Mit dem ich leider nit wol dar Mit dem ich leider nicht getar 
Mich gnug bereden nach meinem Mich ertoſen nach meinen muthe / 


Die leut age vieleicht in huͤte. Bor der leiden mercker hute. 
Aus dieſem Exempel iſt zu erſehen / wie 
man mit den alten Verſen gehandelt / 
nach belieben außgelaſſen / und hinein 
geſetzt / was man gewollt / und iſt es 
mit den aͤltern auch alfo ergangen. Wer 
dieſer Autor geweſen/ und wenn er ge⸗ 
ſchrieben / kan man aus dem Beſchluſſe 
des Buches abnehmen / denn er fpricht/ 

Der diß Buͤch gedichtet har 

Der pflag der ſchulen zuͤ Thuͤrſtat 

Viertzig Jahr vor Babenberg / 

Und hieß Huͤgo von Trymberg. 

Es wardt follenbracht das iſt war 7 


Da tauſend und dreyhundert jar 
Nach Chriſtus geburt vergangen waren. 


Ferner ſetzet er die Urſache / warumb bie, 
| K2 v 











denn er vor dieſem eines geſchrieben wel⸗ 
ches er denn Samler genennet / woraus 
er viel genommen / und in diefeg verſetzet: 


Ich hatte vor vier und dreißigjaren / 

Meinen gefellen / die da bey mir waren 
Gemacht ein kleynes Buͤchelein / 

Daß ſie da bey gedaͤchten mein. 

Das war der Sameler genant / | 

Ehe das fam von meiner handt / e 
Da wart feineyne Quintern verlorn/ 

Dieſelbe Verluſt / die thaͤt mir zorn / 

Das ichs da nit follenbrachte / | 

Mir dem ſinne / als ich gedachte. 

Wie viel fein aber iſt gefchrieben/ 

Das ift hin und her beflieben | 
Viel baß / dann ich mich verfach / 
Pens leuffet vor / diß rennet nad) / { 
Wer yenes Liefer der mercke daben/ | 
Das diß von yeme genommen ſey / 

Dos jr beyder ſinn ſey gleich/ 

Wiewol jhr liebe doch ſey ungleich. 


Seine Reime entſchuldiget er in vorher⸗ 
gehenden / weil er deren ungewohnet. 
Und wiſſet / daß ich wol dreißig jar / 5 
| 

| 





Meinen finn hatte auff Latein fo gar 

Geleit / das mir die Teut ſchen Reimen / 

Schnür / hafften / pynſel und leym / 

So gar waren unbekant / 
Als ob ich fuͤhre in frembde landt 

Und woͤlte eyne ſprache lernen da / 

Die ich doch vor vielleicht anderſwo | 

Gehört hette / und fie nit förderlich So \ 

Fo 





cc ee ze — ann 


Spoeteren andern Zeit. 325 


Sollbrengen fündte/ und endelich. 

Drumb folt je mır vergeben / 

Mann etliche Reimen nit ſtehn gar eben. 

Wer dichten fan der ſchmiede fiebaß/ 
Mit meinem Dienfte / ohn allen haß. 


Agricola, der teuſche Sprüchmwörter ges 
fchrieben / gedencket dieſes Renners / uñ 
führer bißweilen aus ihm etwas an. In 
der Vorrede derſelben / erwaͤhnet er etli⸗ 
che alte Teutſche Schrifften / von Creck 
Ivan / Triſtrand / Koͤnig Ruͤcker / Par⸗ 
tzival / und Wiglois / von dem alten Hil⸗ 
debrand / Ditrich von Bern / Herrn 
Ecken / König Faſolt / Riſen Signot/ 
dem edlen Moringer / Ritter Pontus / 
von der Taffelrunde / von dem Ritter 
vom Thurn / Siebenmeiſternꝛc. Es 
werden etliche von dieſen beym Goldaſto 
gedacht und find einige davon nur in 
Profa gefthrieben / diefich unter den alten 
Teutſchen Romainen befinden / welche in 
dem fo genannten Buche der Liebes ſo 
zu Franckfurt Anno 1585. gedruckt / zu⸗ 
fanımen getragen. Noch vor des Trim⸗ 
bergs feiner / Zeit etwa um das Jahr 
1200. hat Ecko, von Repkovv , der das 
Saͤchſiſche Recht / unter dem Titul des 
'  Sachfenjpiegels/ in Ordnung re | 
| v3 eine 


| a 


a a a SR SE 








326 Das VII. Cap. Mon der Teutſchen 


— — En rn. — 


eine Vorrede in Reimen dafür gemacht. 
Es ſcheinet aber/daß diealten Teutſchen 
Wörter / nach der damahis üblichen Res 
De / etwas geaͤndert / wie ſolches auch der 
Unterſcheid der MStorum weiſet / die in 
der DidenburgifchenBibliothec noch vor; 
banden/ und deren Gryphiander, in ſei⸗ 
nem Buche de Weichbildis Saxonicis cap. 


53. gedencket. Der Schluß von der Vor: 
rede lautet alfo. | 


Run dandet allgemein 

Dem von Faldenftem 

Der da ift Graff Hoyer genant / 

Das an Deudſch ift gewant / 

Dis Buch durch feine bete. 

Ed von Repkow es thete / 

Ungern er es anfam / 

Da er aber vernam] 

So groß des herrn gere / 

Da harter Fleine wehre / 

Des Herrn liebe ingar uͤberwan / 

Das er des Buches began / 
Das im war viel unbedacht / 

Da er es in Latein hatte bracht / 

On huͤlff und on lere. 

Da daucht ihm das zu ſchwere 

Das er es in Deudſch wante / 

Zu letzt er es doch geandte 

Die arbeit / und thete 

Graff Hoyers Bere. 


Es iſt fein richtiges Reimgebände und 
En Maß 








4 


Poeterey andern Zeit. 327 
Maß der Sylben / nur daß Die Reime 
in acht genommen werden/ mit welcher 
RKeimſucht damahls alle behafftet war en / 
daß man auch in dem Lateiniſchen die⸗ 
ſeiben gebrauchte / ja wohl gar Lateiniſche 
unfer die Teutſchen miſchte / deſſen wir 
unterſchiedliche Exempla in alten Grab⸗ 
ſchrifften haben / dergleichen eins’ im dem 
Hobberanifchen Kloſter in Meckelnburg 
auff einen Peter Wieſen / zu leſen / deſſen 
Anfang alſo lauter. 

Hier Peter Wiefe tumba requiefeit in iftä > 


Godgeef em Spife cæleſtem, quiq; legis Na &c. 
Es iſt aber diefe Art zu reimen jo gar 
altnicht. Dennesift Anno 1380. inFri- 
dericum Strenuum , Randgrafen von 
Thüringen / dergleichen Grabſchrifft ge 
macht / welches Fridericus Hortlederus 
in einigen Lateiniſchen / auff einen Saͤch⸗ 


ſiſchen Herzog gemachten / Grabſchriff⸗ 


gen mit angefuͤhret / und lautet alfo- 


Hye lyt ein Fuͤrſte loͤbelich 
Quem vulgus flebile plangit, 
Von Mifne Marcgrav Friderich 
Cujus inſignia pangit 
Clerus, clauftralis, laicus. 


Den Fuͤrſten leidlichen Klagen 
v4 Dives 


RB ee | 











23 __ Das VII. Cap. Don der Teutſchen 
Be Dives, inops, altus, infimus. | 


Fuͤrſtliche Werck von ihm ſagen 
Warhafft / Wife) Tugentlich/ 
Affabilis atque benienus 
In Gottes Gürchte ftätigli 

Fuit hic laudarier dignus 
Da veniam Chrıfte 


Laß uns Gnaden erfinden- 
Annue quod ifte 


oß werd von finen Sünden, 
Es wird auch noch heute, unter den Kir- 
chengefängen/ dag Lied, In dulci jubilo, 
gebraucht / ſo auff dieſe Art von dem Pe- 
tro Drefdenfi etiva Anno 1410. Dder noch - 
wohl eher gemacht. Es meinen etliche/ 
‚Daß er vorgebabt / die Teutſchen Sefäns 
ge in der Kirche aufzubringen’ und wäre 
es vom Pabſte alfo vermittelt / daß ihm 
dieſe Vermiſchung mit dem Lateiniſchen 
vergoͤnnet / oder / er hätte es deßhalben 
gethan / daß allgemach der Weg zu den 
Teutſchen Liedern gebähner wuͤrde / wel · 
ches ich nicht für glaubwürdig halte. 
Sondern er hat ſich bielmehr nab dem 
Triebe feiner Zeit gerichter, da man ſol⸗ 
he Art zu Boetifiren/ vor eine fonderlis 
he Sierligkeit gehalten. Von diefem 
Petro Drefdenüi, und feinen Liedern / kan 
ein mehres bey den Herrn ie 
eine 





Poeterey andern Zeit. 329 
einer abfonderlichen Differtation, de Pe- 
tro Drefdenfi , gelefen iverden. Matthias 
Flaciusgedendet infeinem Catalogo Teft. 
Veritatis lib. 19. auch dieſer Art Merfe/ 
als welche zu der Zeit gemein gemefen/ / 
davon er jpricht / Sunt etiam rhythmi 
quidam femigermanice & femilatinejam 
olim editi. Es find dergleihhen Carmi- 
na jegiger Zeit von einigen luftigeninge- 
nis nachgemacht / und findet man etlis 
che beymllenricoBrunone in feinenMen- 
gelmoeiS. p. 177, und 202. mie Baudius, 
und andere / ſolche aus Griechiſch und 
Lateinisch gemiſchte / Verſe gemacht/dar: 
aus dieſes zur Probe/ 

Erant & au« bellule 
Bly⸗geeſtig, [oet van aert 
Er non minus tenellule, 
. Ent t’ foenen beyde waert. 
Libens tuliſſem bafıa | 
Maer ick en fagh gheenkans. _ 
Want elck was daer amafia | 
Van een veelgroter Hans, 


Ich habe felbft wohl einige,diefer Art/in 
meiner Jugend gemacht. Zu derfelben 
Zeit des Hugo von Trumbergs lebte 
Freydanck / ver von jenem efft angefuͤh⸗ 

FE ret 





al aa Arie ee ni ., u 


330 Das VII. Cap. Wonder Teutfchen 


ret wird / bat ein Buch / in teutfchen 
Reimen / gefehrieben/ ſo er Die Laien⸗Bi⸗ 
bel nennet / darinnen er die fuͤrnehmbſten 
iſtorien altes und neues Teſtaments 
in Teutſche Verſe verfoßt / und aller⸗ 
hand feine Lehren mit untermiſcht. Er 
hat auch einen Außzug der ſiebenden 
Zahl / aus der Bibel und den hronicken / 
hervorgegeben / deſſen doch Leonhard 
Wurffbain / in ſeinem Buch de Septena- 
rio, feine Erwähnung gethan. Siefind 
au Srandfurth Anno 1769. gedruckt. Es 
bat Anno 1494. Sebaſtian Brandy ein 
vornebiner Rechtsgelahrter und Keyſer⸗ 
liher Rath / ein recht artiges Buch ge 
ſchrieben / fo er nennet: Das Niv 
Schiff von Narragonia / worinnen 
er die Laſter und Eitelkeiten durchziehet / 
uͤnd / die damit behafftet ſind als Narren 
in einem Narren-Schiffe/ in 140. Capi⸗ 
keln / und Gemaͤhlden / vorbilder. Die: 
fes Bud) hat Nicolaus Honiger mit An? 
merckungen gezieret/ und bat ein Straß: 
burger Thheologus, Johan Geiler Keifers- 
berg, Predigten darüber gehalten/ wie 
Mofeherofch in der Borrededes Buchs / 
das Gumpelzhaimer de Exercitiis Aca- 
8 " demil«- 





— 


— [m 











Poetereh andern Zeit. ‚337 


demicorum gefchrieben / bezeuger. ft 


auch in Rateinifche Verſe überfeget. Er 


ift ein gelehrter finnreicher Mann geive 
ſen / und hat noch ein ziemblich Lateini⸗ 
fcheg Carmen gefchrieben / wie er denn 
vor des Felicis Hemmerlins / oder Mal- 
leoli opufculis , die er heraußgegeben / 
eine Elegie gemacht. Selbiger Hemmer» 
lin Hat noch vor ihm gelebet » war ein 
Kechtsgelehrter und Canonicus , und. 
bat / unfer andern feinen Sachen / ein 
fehr artiges fcriptum gemacht / deflen 
Titel DocdtoratusinStultitia , worinnen 
er / nach) der damahls gebräudylichen 
Schreibart/ viel fonderliche Einfälle hat / 
und ein recht vollfommenes Diploma 
Dotoratus in ftultitia hinangehänger. 
Es ift auch im Jahr 1497. von einem 
Ritter das Hoffieben Reimweiſe beichrie: 
ben / und Anno ı535. von “Johann 
Morgheim beraußgegeben / welches 
auch wohl würdig / daß es hier erwaͤh⸗ 
net werde. Es iſt die Poetifche Hiſto⸗ 
rie von dem Ritter Theurdand / in 
Teutſchen Verſen befchrieben / wor⸗ 
innen daß Leben des Keyſers Maximilia- 
ni enthalten iſt. Es werden Fuͤrwitz / 


Neid / 








332 Das VII. Cap. Bon det Teutſchen 


— — nn 


Neid / und Verwegenheit / unter gewiſſen 
Perſonen / als en Yieydelb 


Hart / Unfalo / vorgeftellt/ welche den 
Kitter Theurdanck zu allen boͤſen Din⸗ 


gen gerathen / die aber endlich ihren 


Rohn davor befommen. Die Erfindung 
ift nicht ungeſchickt wiewohl an den 
Verſen nichts fünftliches. Es babenei- 
nige dem Maximiliano felbft dieſes Bud) 
zugefchrieben / welches auch Voſſius, lib. 
3.c.10. de Hiftoricıs Latinis, gethan / der 
es felber nicht gefehen / ſetzet es unter die 


En A 


Rateinifchen Hiftoricos ‚worüber er vol 


Sandio, in feinen Animadverfionib"s, 
und von andern / gefadelt wird. Der 
wahre Autoraber ift Melchior Pfinging/ 
der folcheg dem Carolo V. zugeſchrieben / 


im Jahr ısız. Er nennet ih J. Maſe⸗ 


‚tät Capellanen zu St. Alban bey Meink/ 


und St. Seebald zu Nürnberg Probfl. 
Has Buch ift in anfehnlicher Forme ger 


druckt / mit einer Art Buchflaben/ wel: 
che noch heutiges Tages den Nahmen 
Theuerdanck davon behalten. Der Herr 
von Bircken hat/ in feinem Spiegel Det 
Ehren des Haufes Defterreichs/lib.6.c« 
20. diefes Buchs gedacht / und des ae 

mılıanı 


in. 2 ar in 2 aa 





Poeterey andernzeit. 333 


milianı Tugenden fo body erhoben/ daß 
fie viel gröffere Ehre verdienen/ als dies 


fe. Nachgehends hat einer / Burcar⸗ 
dus Waldis / daſſelbe zu Franckfurt nach: 
drucey laſſen / und gar viel Verſe darin⸗ 
ne geändert, und / wie er ſelbſt bekennet / 

etliche tauſend paar dar zu geſetzet / der as 
ber dieſe Arbeit wohl hätte mögen blei⸗ 
ben laffen. ; In Niederſoͤchſiſchen Ber» 


fen har man den fo genannten / und je⸗ 


dermann wohl bekannten / Reincken - 


Dof / ein überaus finnreiches Buch, 


wormnen / unter einer Fabel / der Rauff 


der Welt/und alle Hoͤfiſche Sitten und 
Streiche / ſo artig abgebildet werden / daß 
von keinem alten Poeten ſolches beſſer 
haͤtte vorgeſtellet werden koͤnnen. Es 
moͤgen billich alle Niederſachſen dieſes 
Buch / als eine Frucht eines wohlge⸗ 
ſchlieffenen Verſtandes / werth und in 
Ehren halten. Denn ob zwar / in der 
Vorrede deſſelben / gedacht wird / ob fen eg 


aus der Fraͤntzoͤſiſchen Sprache uͤberſe. 


tzet / ſo iſt ſolches nur von dein Autore 
vorgegeben /damit er deſto ſicherer / un⸗ 
ter dieſem Vorwand / ſich verſtecken koͤn⸗ 
ne. Wer die Niederſaͤchſiſche Sprache 


ver⸗ 


< 











334 Das Vil Cap. Don der Teutſchen 


verſtehet / und davon urtheilen Fan / fies 
het wohl aus der Fuͤgung der gantzen 
Fede / Daß es einheimiſcher / und nicht 
frembder Ankunfft ſey. Die es in Late⸗⸗ 
niſche und Hochteutſche Sprache uͤber⸗ 





ſetzt haben es vielmehr verderbet / Janus 

Guilielmus Laurenbergius, der die ſinn⸗ 
reichen Schertzgedichte in Nieder ſaͤchſi⸗ 
ſcher Sprache gefhrieben/ hält davor / 


es ſey Fein beſſer Buch / nechſt der Bibel / 
als dieſes. Der Autor ſoll ſeyn Nicolaus 
Bauman , beym Urſprunge des Weſer⸗ 
ſtroms bürtig. Andere haben mich ver⸗ 
ſichern wollen / er ſey aus Wißmar / mei⸗ 


ner Geburs⸗Stadt / entſproſſen / woſelbſt 


unterſchiedliche des Nahmens / von alters 
her geweſen / wie ich mich auch ſelbſt wohl 
erinnere. Diefer iſt / nach dem er am Juͤli⸗ 


———— N ee — — 
A Zu “ 


(chen Hofe/durch Verlaͤumbdung aus 


des Hergogs Gnade gefeget worden / 


bey Hertzog Magnus in Mecklenburg 


he Rachricht in der Vorrede des Froſth 
* möufee 


Secretarius worden. Da er denn das 


Buch aus eigener Erfahrung geſchrie⸗ 
ben/undesalfo im Jahr 1522. als wenns 
zuvor ein altes Frañtzoͤſiſches Werck mar 
ve geweſen / in den Druck gegeben. Mel 





EEE . 


Vin. ; Pen", Ober. OH VE u u ee en 


| —— 0. 
> 





Poetereh andern Zeit. BU 


MEERE” ed 


maͤuſelers zu finden/ nebfi dem Epita- 


phio auff den Autorem Gryphiander I. ı. 
Oecom. Legal. c. I. n. sı. nennet den Au- 
torem , Ludovicum Romanum, davon 
mir gar nicht wiſſend / denn ich nie eini⸗ 
ge edition unter diefem Nahmen gefehen. 
Iſt fie aber. /foift der Nahme ohne zweif⸗ 
fel ertichtet , oder einem andern des 
Nahmens beygemeflen Dan findet zwar / 
bey dem Geinero und Ifraele Spachio, 
den Nahmen Ludovici Romani,felcher 
Navigationes in Aithiopiam, Ægyptum, 
Arabiam, und von verfchiedenen / das 
jelbft befindlichen / Sachen Bücher ge 
ichrieben. Aber von dieſem Buche wird 
nichts. gedacht. Schopperus, der den 
Reincken Suche in Rateinifch uͤberſetzet / 
faget in der Vorrede / daß er den Auto- 
rem des Buchs nicht Fenne / welchen er 


ja kennen müfte, weiter fich/ umbdenfeb 
ben zu wiſſen / ohne zweiffel bemuͤhet hat. 


Es ift auch dieſes Buch in Schwediſch 

und Daͤniſch uͤberſetzet / wie zu ſehen aus 

des Herrn Schefferi Buche / de Scriptis & 

Scriptoribus Gentis Svecicæ. p. 117. Aber 

er irret ſehr / wenn er meinet / daß es zu 

erft in Rateinifcher Sprache .. 
| en 








336 Das VII. Cap. Von der Tentfchen _ 


ben / dann ia Schopperus in der Vorre⸗ 
de außdrücklich der Uberfegung aus dem 
Teutſchen gedencket Man findet zwar 
in ‚der Bibliorheque deg Verdiers em 
Buch / Reynier, le Renard, davon Ver- 
dier faget / Hiſtorie trefioyeufe & recre- 
ativ contenant 70, chapitres. impr, en 
deuxlanguages,, Francois & bas Aleman | 
en Anvers $. par Chriftople Plantin 1566. 
Dieſes ſcheinet daſſelbe zu ſeyn / und bat 
es im Nieder ſaͤchſiſchen 75 Capitel / in dem 
Frantzoͤſiſchen 70. Da denn etwas auß⸗ 
gelaffen ſeyn kan / vielleicht / was von den 
Pabſtiſchen Kirchenfachen bißweilen ein⸗ 
gemiſchet. Muß es alſo eine Uberſetzung 
fenn weil es fo lange hernach gedrucket 
worden / und haͤtte Verdier es nicht ver⸗ 
ſchwiegen / wenn er von dem Autore 
was gewuſt haͤtte / oder eine Ältere Edi 
tion ihm bekannt geweſen. Zu dem ſetzet 
er/ daß es im Frangöfifchen und Kiez 
fächfiichen zugleich gedruckt / woraus ab⸗ 
zunehmen / daß eg eine Uber ſetzung ſein 
muß. Die Borrede des Froſchmaͤuſe⸗ 
lers meldet außdrüclich / dag es ins 
Trangöfifche überfeget ſey. Auch würde 
es Huetius nicht verheelt haben in —9 
| iuer⸗ 





— 





Poeterey ändern Zeit. > 337 | 
Differtation, de V origine des Romains, 
der p. 61.de8 Eulenfpiegels gedencket/ fo 
ing Sran oͤſiſche und vom Argidıo Peri- 
andro in Lateiniſche Verſe / uͤber ſetzet / die⸗ 

ſes Buchs aber mit keinem eintzigen 
Worte ermähnet. Im übrigen noch 
zweiffelnd / ob die Hiſtorie von dem Eu⸗ 
lenſpiegel eine Frantzoͤſiſche/ oder Teut⸗ 
ſche Erfindung ſey / da doch bekannt / daß 
fo wohl der jo genannte Til Eulenfpiegel/ 
als das Buch vor ihm / in Niederſach⸗ 
fen gebohren. In den Anmerckungen 
des Reincke Fuchſes / werden aus un⸗ 
terfchiedlichen Teutſchen Poeten viel 
ſchoͤne Lehren angefuͤhret / die mie noch 
nicht zu handen kommen / als aus oa 
hann Rorßheim / Ritterndervon Stau 
Untreu geſchrieben / "aus Hate von 
Schwartzenberg / Rittern Memorialder 
Tugend’ und Kummertroſt aus dem 
Schweitzer / aus dem Henſelin. Es iſt 
auch im Hebraͤiſchen ein Buch / R 
YWD Mifchle Sckualim, Fabule Vulpium, 
welches ein Rabbi Barachias Ben-Natronät: 
N} gemacht / das dem Jitul nach / den 
Reincken Fuchſe Sie zu ſeyn Ran 
| ; er 





Ga U, En ———— us 


— —_. — 





338 Das VII Cap Von det Teutſchen 


Aber es find in Diejeim Buche nicht allein‘ 
Fabeln von den Fuͤchſen / ſondern auch 
von andern Thieren / und nad) Art der 
Fabein Fſopi gefchrieben. Es iſt zu 
Mantua Anno 1557. gedruckt / und wird. 
von Plantavicio in feiner Bibliotheca 
Rabbinicä num.425. fehr hoch gebalten/ 
denn / wie er faget /  eloquentiam & pu- 
fitatem linguz= ubique oltendit , multi. 
lici.dicendi ratione abundans, & flumen. 
quoddam infigne in profa ‚rhythmica.& 
carmine profundens. Buxtorfhius. nen» 
ner es / im feiner Bibliothecä , Librum ra- 
rifimum, ad virtutem &. prudentiam 
comparandam directum. Der Sabeln 
find ao. an der, Zahl / welcher Uber: 
eifften Plantayıcius , ſampt einigen 
Proben derfelben / auffgezeichnet. Mel- 
chior Hänel , ein Jefuit,hat dafleibe nebſt 
der Lateiniſchen Uberſetzung zu Prage 
_ Anno 1661. in gvo. heraußgegeben Man 
bat auch ein altes Teutſches Buch VON 
den lofen Füchfen dieſer Welt / wir 
ches zu Dregden Anno 1585. gedruckt / 
Porinnen die Laſter aller Stände unter 
Fabeln / Bildern und Geſichtern von 
Fuͤchſen vorgeſtellet worden / folchee f 
| A aͤlle 


Rn re 








— mn — — * 
— — — — — — — — — — 


aͤlter als der Reinicke Fuchs / wozu die⸗ 
ſes Autoris Buch vielleicht Anlaß Fan ge 
geben haben, Denn mie im Titul deflels 
ben ſtehet und der Editor in der Vor- 
rede gedencket / ift es in Brabantiſcher 
Sprache An. 1495, außgegangen, Wor⸗ 
aus dann zu feben / dag ce dem Herrn 
D. Luthero nicht kan zugefchrieben wer⸗ 
den/ wie einige wollen. Sebaftian Brand 
hat eine Rateinifcye Elegiam davor ge 
macht / weraus man fhier jchlieffen ſol⸗ 
te/ ala wenn er deflen Autor were / denn 
er fpricht / | 

Hæc fibi quid pidtura velit , vel inane po@ma 

Qui legis hæc, aures arrige qvafo piass 

Plus tibi nam’pidtura feret, quam Carmina noftra - 

‚Rauca, improvifus me lupus scce vider. 


Man koͤnnte es auch: fihier daraus ab- 
mercken / weil inder gaugen Elegiadeß 
| Autoris mif feinem eingigen IPorte ges 
ı dacht wird Diefes laffen wir aber dahin 
I geftellet ſeyn. Es hat der Editor , viel 
' alte ABörter verändert /und andere bins 
I  eingefchoben / wie faft mit allen ſol⸗ 
t chen Schriftten verfahren if: Welches 
1 an ihinnichtäu loben: In Hochreutfcher 
l Sprache ift ein Setichte von. einem ſinn⸗ 
u 2 reichen 











. 3405 Das VI. Cap. Von der Teutfchen 
reihen Mann / ollenhagen / einem 
Redore der Schulen zu Magdeburg/ 
unter dem Nahmen des Froſchmaͤuſe⸗ 
lers / gefehrieben / worinnen er handelt 
yon der Fröfche und :Meufe, twunderl 
chen Hoftbaltung: : Alle weltliche Ham 
del jind bierunter vorgeſtellet / und ſte⸗ 
cfetes voll Klugheit und allerhand Leh⸗ 
ren / Davon nicht nöthig mehr zu era 
mähnen/-meil es jedermann / ſampt feis 
nem andern Buche / von den war haffti⸗ 
gen Luͤgen und wunderlichen Reiſen be⸗ 
kannt ift. Saft dergleichen Bud) iſt in 
Profa gefchrieben unter dem Titul des 
Efelk nigs / dieſes Inhalts / wie nemb⸗ 
lich der Loͤwe des Regimens unter den 
Tieren entſetzet und Die Krone auf 
einen Efel gerathen / weicher geftalif der⸗ 
felbe regieret / und wieder umb das Koͤ⸗ 
nigreich bekomen. Der Autor nennet ſich 
Adolph Roſen von Creutzheim / welches 

ohne zweiffel ein ertichteter Nahme if. Er 
meldet in der Vorrede / wie erdurd dad 
Getichte vom Reinicken Suhsr und en 
Büchlein / der Gaͤnſe König genannt’ 
faft gleichen Inhalts / fo Anno 1607. ge⸗ 
druckt / hierzu angereitzet. Deſſen Au- 
— tor, 


na en 





EEE 





Poetereh andern Zeil: _ 348 
tor in der. Vorrede des Gaͤnſe⸗Koͤnigs / 
eines Poetiſchen Wercks / vom Eſekoͤ⸗ 
nig / Andeutung gethan / und die auß⸗ 
fuͤhrliche Entwerffunge des Wercks An. 
1608. hinter laſſen / wor aus er denn die⸗ 
ſe Beſchreibung ohne Abbruch oder Zu⸗ 
ſatz verfertiget. Es iſt ſehr artig / luſtig 
und nuͤtzlich zu leſen / und verdienet un⸗ 
ter andern Teutſchen Erfindungen kein 
geringes Lob. Umb dieſe Zeit lebte Hans 
Sachſe / der erſtlich ein Schuſter feines 
Handwercks / und hernach ein Bürger 
Schulmeiſter zu Nürnberg geweſen Er 
baf von Anno 1514. biß 567. in Die ſechs⸗ 
taufend acht und viergig Stücke gefchries 
ben / wie er felbft die Rechnung machet / 
in dem legten Theile feiner Gedichte. Die 
find unterfchiedliche mahl heraußgeges 
ben/ inetlichen Theilen / in quarto und 
in folio, und muß man fich verwundern/ 
daß. ein Handwercksmann / der Latei⸗ 
nifchen und Griechifchen Sprache un? 
fündig / fo mancherley Sachen hat 
fchreiben Fönnen / die nicht ohne Geiſt 
ſeyn von welchen Hoffmann urtheilet / 
daß / wenn er beſſere Wiſſenſchafft von 
gelehrten Sachen / und genauere An⸗ 

93 wei⸗ 











342 Das VI. Cab Von ver Teutſchen 


mweifung gehabt haͤtte / es vielen / die 
nad) feiner Zeit gefchrieben / und man: 
che ungereimbre Dinge uns ſehen und 
bören laſſen / weit vorgethan haben wuͤr⸗ 
de. Er ſelbſt geſtehet ſolches / in dem 
Scylufle ſemes Wercks / wenn er ſpricht. 
Gott ſey Lob / der mir ſant herab 
So mildiglich die Gottes gab 
Als einem ungelehrten Mann / 
Der weder Latein noch Griechiſch kan / 
Daß mein Gedicht grün / blüh und wachs 
Und viel Frucht bring / das wuͤnſcht Hans Sachs. 
Schopperus machet in feiner Teutſch⸗ 
lands Befchreibung fo viel Wercks von 
ihm / daß er ihn den Zeutfchen Virgilium 
neñet / welchen Titul er zu feiner Zeit nicht 
unbillig führen koͤnnte / denn es gieng 
feine Poeteren auch ultra crepidam und | 
unter den Blinden fan auch ein Eindw 
giger König fein / im Finftern auch ein 
faules Holg glängen. Er ift einer von 
den Meifterfängern geweſen / wie er ſelbſt 
in feinem Lebenslauffe ſchreibet / wor in⸗ 
nen ich das Wort / Bar / in dem Ver⸗ 
ſtande gebraucht finde daß es der Mel’ 
fterfänger Lieder bedeutet / worauß dent 
zu ſchlieſſen / daß dieſes Wort muß Ih 
| alten 











guten eindn deitt. 33 


alten Zeiten davor gebraucht ſeyn und 
das ben dem Tacito verhandene Wort/ 
Barritus, davon den Hrfprung haben/ 
denn fo ſpricht er / 
| Sch hatt von Lienhard Runnenbecken 
Erſtlich der Kunſt einen Anfang / 
Wo ich im Land hört Meiſtergſang 
Da lernet ich in ſchneller Eil A 
Der BAR und Thön ein grofen Theil 
Und als ich meines Alters war 
Faſt eben im zwantzigſten Jahr 
That ich mic) erftlich unterftahn 
Mit GOttes Huͤlff zu dichten an 
Men erft BAR ım langen Marner 
‚Gloria }Patri $ob und Ehr. 


Was er durch das Bar imlangen Mar⸗ 
ner verftebe / Fan ich nicht fagen. So 
vielfan man daraus fenlieffen | daß es ei⸗ 
ne gewifje Art von Thönen geweſen / die 
etiva einer / Marner genannt/vor dieſem 

‚ erfunden. Diefes Marners haben wir 
droben gedacht / und gedencket Auch feia 

ner Harsdoͤrffer in des erften Theils Der 
Geſpraͤchſpiele Anhange p- 45. woſelbſt er 

die Nahmen der Sänger erzeblet / Die 

die Rieder geſungen und abgelefen / die 

zu Friederici Barbaroflz , und der folgen- 

gen Kenfer Zeiten / von Fuͤrſten und 

Herren gemacht. Er ſpricht / es ap 

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444 Das VO.Capı Bon der Teutſchen 
‚damahls auch) hohe Standsperfonen 
‚ihre Gedichte zwar felbft zu: Papiere 
»gebracht / im Beyweſen des Srauenzim 
»mers / aber andere ſingen / oder auch le⸗ 
»ſen laſſen / die Urtheil von allem Anſe⸗ 
hen ihrer Wuͤrde zu befreyen. Sol⸗ 
»che Singer und zugleich auch Dichter 
‚find gewefen/ Wilde / Bieterolff/ 
Boppo / Saffer / Ehinheim / Fol⸗ 
chin ein Abt / Gaſt Herdegůãer / 
,&amart / Ticlingee 7 KRerv 
IITARTIER/ Kitbart / Notker / 
»Ottfried / Rabken / Sigeher / 
Schervogel / Stricker / Tanhuͤſer / 
„Walefried/ Werner / Willeram / 
„der Tugendſame Schreiber / und 
„viel andere unbenannte. Er gebraucht 
ferner dieſes Wort Bar / da er vonfeu 
nen Büchernreder: ini. 
Darin viel ſchrifftlicher BAR warn. DU 1 
Und da er feine Gefänge ruͤhmet / weil ſie 
von der Sittenlehre handeln / undallen 
angenehm geweſe —  — 
In einer ſumma diefer BAR 
Der Meiftergefang affer war. — 
Iſt alſo / aus dem fo offt Maul | 
| 3 5 | \ es | 








Poeterey andern Zeit, 7345 


Gebrauche diefes Wortes /faft zu ſchlieſ⸗ 
ſen / daß daſſelbige vor alters ſchon von 
ſolchen Liedern gebraͤuchlich geweſen / und 
ſey davon derfelbe Thon bey dem Taci- 
to Barritus:genennet worden. Daß ſie 
fonderliche Art von Thönen gehabt / fo 
wohl alte / als neue / ſo die Nachfolger er- 
funden / iſt aus dieſen Worten des Sach⸗ 
ſen an angeregtem Orte zu ſehen / da er 
ſprich 5 — 
Auch fand ich in meinen Buͤchern geſchrieben 
u Dialogos fieben:c. 
Auch) Lieder von Kriegsgeſchrey / 
Auch etliche Bullieder dabey / 
Der allerſammen ich vernumm 5 
Drey und ſiebentzig in der ſumm. | 
| In Thönen Ichlecht und gargemein 
Ä Der Thon fechtkehn mein eigen fein, 
Nach Hans Sachſen weiß ich niemand 
su nennen/ der einige des Andenckens 
wuͤr dige Berfegefchrieben/es waͤre denn / 
daß man/ der Kurtzweile und Ergoͤtzung 
halher / ihr Gedaͤchtniß benbehielte / wie 
die Epitaphia ſind / welche Taubmannus, 
in præfatione Culicis Virgiliani , an⸗ 
führet: Die: Meifterfänger haben den: 
noch ıhre Singe und Reim Wercke je⸗ 
1 Derzeit getrieben / und haben einige ſol⸗ 


ei: 








ah 2ER BR Eng Ss a ES rn u 2 





346_ Das VII. Cap Von der Teutſchen 
che Fertigkeit darinne gehabt / daß fie 
auff jeden vorgegebenen Satz auß dem 
Siegereiff / oder / wie Horatius ſagt / ſtante 
pede in uno erlihe Dutzent Reimedaher 
ſchneiden koͤnnen Denn ihre Erfindun⸗ 
gen berubeten bloß auff den Reimen / und 
nachdem ein Reim dem andern den Weg 
gebahnet / ſo muſten die Worte mit dem 
Verſtande nachfolgen. Eine laͤcherliche 
Hiſtorie iſt mir erzehlet / daß / da einer 
-aus dieſer Zunfft von dreyen unbekand⸗ 
ten Buben uͤberfallen / und in den Koth 
geſtoſſen / er / auß dem Kothe ſich erhe⸗ 
bend / alſo fort ſeine Reime daher ge 
macht / deren Angfang dieſer geweſen / 

O Gott du gerechter Richter / 

Der du kennſt die Menſchlichen Geſichter / 

Ich bitte dich / thue mir diß zu Lieb / 
Und entdecke dieſe drey Dieb ꝛc. 
Aber / wir laſſen dieſes Gauckelwerck fah 
ren / und muͤſſen / ebe wir ferner fhreb 
ten / noch eines artlichen Carminis 96 
dencken / das ein berühmbter Mann 
Johannes Doman , der Hanje- Städte 
Syndicus, der fein Vaterland Weſtpha⸗ 
[en /twieder der Lipfi Schimpfh Brieffe 
in einem abfonderlichen Bachen 








* 








Poeterehy andern Zeit. > 347 


J 


thaͤdiget / und dannenhero bey gelehrten 
Leuten wohl bekannt / von der alten 
Teutſchen Hanfegemacht. Ich weiß mich 
nicht zu erinnern / daß ich daſſelbe ben 
jemand angefuͤhret geſehen / will es deß⸗ 
halben / als etwas ungemeines / daß mir 
von einem guten Freunde als eine rarıtäf 
geſchencket / und voll von Elugen Reden 
it / (wiewohl er etwas zu frey geſchrie⸗ 
ben) zum Beſchluß dieſes Capitels hieher 





ſetzen / es iſt Anno 1618. eben da die Mor⸗ 


genroͤthe der Teutſchen Poeterey unter „ 
Herr Opitzen hervorbrach beraußge 
geben / unter dem Titel eines Liedes / im 
Thon des Rolande / oder wie es einem 
jeden beffer’gefällt zu fingen/ und lau⸗ 
tet alſo / | 


I. 

Of, Din laft ung eins fingen / ein $ied und new Gedicht 
Obs fo wolt bag gelingen/dan fo mans fagt und ſpricht / 

Was ſchads einmahlgefungen / wann fagen nicht viel gilt / 

Es ift wohl eh gelungen / was man im fcherg gefpielt. 


2. 

Die Welt ift zwar geneiget / nach ihrem ftolgen Kropff/ 
Das fie/wer Warheit geiget | die Geigenfchlegt an Kopff / 
Noch dennoch) foll man wiſſen was Warheit und gut ıft/ 
Drumb feyd hieher geflieffen / und merckt was euch gebrift. 


32 

Euch Hanfe Städt ich meyne / wo jr gelegen feyd/ 
Dann such ft es alleine / zum Ehren zubereit / 
—— | Drumb 








=: ne = 


348 Das VIEICAp. Von der Teutfihen 
Drumb thut es nicht verachten / halt an der Warheit feft/ 
Darnach thu ich auch trachten ſuch nichts dann euer beſt. 


roh | 4 
WVorzelten wahre ihr Hänfe benahmet mit der That/ 
Sept ſogt man feyt ihr Gaͤnſe / von fehlechter That und Rath] 
Ein Hanf fleugt über Meere / nach jrem Kopff und Sinn / 
Endert ſich doch nicht fehre 7 iſt Gagag her und hin. 
ee | : | 


So ſagt man von euch Hönfen (wolt Gott es wer nit War) 
Daß ihr euch ſolt den Gaͤnſen verglichen haben gar / 

Und wann jr kompt zuſammen / und ſcheint es ſey was werth / 
So habs doch nur den Namen / bleibt ſonſten heur wie ferth. 





J 6. 
—* Ru ſeyd ihr dennoch Haͤnſe / wann ihr nur ſelber wolt / 
Dörffe nit des Nahmens Gaͤnſe / habt noch wol was ihr folt/ 
Weißheit / Verſtand und Sinne / Reichthum / Vermoͤgenheit / 
Und daß euch nichts entrinne / die ſchoͤn Gelegenheit. 


7» 

Gott hat euch außgetheilet / zu Waſſer und zustande / / 
So ihrs zu merken eylet / habe ihre ſchon in der Hand / 
Eın Glück eich ſelbſt zu ſchmieden / und ohne Slügelfey/ 
Dabey ihr font im Frieden vorm Garauß bleiben frei)- 


8. \ 

So laſt nu dig ob allen/ euch erfi befohlen feyn/ 
Daß es thu Gott gefallen / dag niemand ſey allein / 
Sa daß er euch gezeiget / durch die Gelegenheit / 
pre daß es ſey geneiget / zu eurer Einigkeit, 


9. 

Wolt Gott ich koͤnnt erbitten euch allen diß groß Gut / 
Daß ihr die Zweyung mitten / mit gleichem Sin und Much 
Und Hielter euch beyfammen / und ſtuͤndet all vor ein / 
Huf Gott was Nug und Rahmen folt bald erworben fein 


. 10% 

Nu Hettich ift ein Vogel / Habid) zwar beffer iſt / 
Doch ſtehts als auff der Kugel / drumb traut zu after friſt / 
Ob Gott einſt wolt beſcheren / die liebe Einigkeit / 
nd euch dadurch gewehren / der alten Herrlichkeit 


u. 
Le 


a aan hr a u ae ar EZ u UL EZZEe 


Poeteren andern Zeil: un 349 





RER TR. 
In Gottes Hand verfchloffen ft t alle Ding allein / 
Darumb ſeyd unverdroffen / ruft an den Rahmen fein/ Kr 
Auff daß ihr einft genefen von der Zweyhelligteit ⸗/ 


Und kriegt ein friedſam Weſen / in Lieb und Einigkeit. 


12. * 
Doch thut allein nit nuͤtzen / daß man viel ruff und ſchrey / 
Han die Karr ſteckt im Pfuͤtzen die Hand muß fein dabey/ 
Arbeit die hat den Seegen / macht was hart helt doch loß. 
Drumb folt je Arbeit pflegen / legn nit die Hand in Schoß, 


——— 

Was wolt ihr aber machen / in dieſer argen Zeit / 
Da ſich bey bunten Sachen I fo Welt verſchrauffte Leut 
An allen örten finden / die vorne lecken füß/ War 
Ind kratzen doch) von hinden / nach dem alt Katzen kuß. 


14. 

Ihr Mund redt auf der Lungen / daß Hertz ligt weit dabo / 
Mans nur hat wol geklungen / fo iſt das Mundwerck ſchon / 
Und wann mans hören müffen / ein Stund zwo oder drey / 
So kan man doch nicht wiſſen / obs Fuchs oder Haſe ſey. 


| ———— 
Nun iſts mit ſolchn Geſellen einig zu bleiben ſchwer / 
Doc) wil ic) euch erzehlen/ der alten gute Lehr / 
Wie man ſich ſolle ſchicken / recht und geſcheidentlich / 
Damit ſolch ſalſche Zucken / gehn mögen hinderſich. 





ERBE 
Bor allem mug man haben] doch wenig fromme Leut , 
Die auffrecht einher traben / und meinens hertzlich gut / {> 
| Und gehn mit ihrem Wandel/ andern zur folg voran / - 
Daß ſie ſich auch zum handel / gleich ſchicken auffdie bahn 
—5* 


17. 

Was manin andere preifet/ das foll man felber tanz 
Und was man ihn. verwerfer / gleich ihn verbleiben lahn / 
Falſch muß doch endlich ſchwinden / wie man zufügen pflegt‘ 
| Ber recht thut fols auch finden / Untreu ſein Herrn. fchlägt, 


18. 4 
Wanns dann von etlichen Städten / mir fo gemeinet — 
| | an 





a ee TE — 


> 


50° Das VI. Cap. Bon der Teutſchen 
Die doc gang gerne. hetten vielmehr bey fich ohn Liſt / 
Die follen ferner wiſſen / was hiezu dienlich ſey / 
Ind ſeyn darauff befliffen / wiefies auch bringen bey. 
| * 19 


Niemand ſoll man verachten / wie Flein er immer ſey / 
Allein man fol betrachten / 0b Treu auch ſey dabey / 
Iſt er auffrecht und treue / er thut auch feinen Strauß/ 
Das hat wol eh der Leue / erfahren ander Mauß. 


20. > 
Es ift nichts fo geringe] eshat fein nug und brauch) 
Solchs zeigen ale Dinge/ flein Glöcklein klingen aud)/ 
Vom Donner und Plagregen waͤchſt nicht alleine Graß / 
Dann auch durch Gottes Segen/ flein Reglin machen naß. 
21 


Doch weils nit tauren wuͤrde / und lange ſtehen an / 
So map wolt gleiche Buͤrde auff laden jederman⸗ 
Muß man Geleichheit halten / ſehn das Vermoͤgen an - 
Sonſt muß ſich doch abſpalten / wer nicht mehr tragen kan. 

22 





So libt nun treu und reine / wie ihr von andern wahrt 
Niemand ſey euch zu fleine / befchwert niemand zu hart / 
So wird auch Sieb und Treue / hergegen finden ſich 
Und ohne Leid und Reue / bleiben beftändiglich. 


| 23. ; | 
Wann aber nit wil gelten / treu / lieb und treglich Laſt / 
Wie man dann findet ſelten / ein Holtz gerad ohn Aſt / 
Und ſelten Companeyen / darin nicht Meiſter ſeyn / 
So lernt euch ferner freyen / von ſolchen Hemmerlein, 


24.: 

Borzeiten war ein Probe / fo man ein reden hoͤrt - 
Jetzt iftes nur ein Klobe / damit man Leut bethoͤrt / 
Der trauer dent Geſange / das alls ſoll Amen ſeyn ⸗/ 

Der iſt gar bald gefangen / weils Hertz ſpricht lauter Ren, 


25. 
Drumb muß man tieffer ſtreichen / die abgevierdte leut / 
Damit man moͤge reichen / durch die viel Zwibeln Haͤut / 
— * 3 i Zur | 


3 
* 


988 


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| 


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* 
= 


— 
* 








Vveterey andern Zeit. > m 35% 


Zur linden Zigengrunde / fo kan man prüfen gantz / 
Ob zwifchen Herg und Munde / auch fey ein Concordantz ⸗/ 
| | 26. 


Die That thu ich euch nennen / That iſt der rechte Teſt / 
Darob ihr koͤnnt erkennen / welch Leut ſein dicht und feſt / 
Drumb laſſet euch nicht aͤffen / die Wort ſein heur wol feil / 
Wanns aber kompt zum treffen / fo finds ſichs erſt weis fehle. 


27. 
Welch Leute viel parlieren / wiſſen vom Schluͤſſel nicht / 
Und immer dilatiren , biß beſſer Zeit anbricht / 
Erbieten ſich doch milde [fie wollens Morgen chun] 
Führen nichts guts im Schilde / wers thun wil / thu es nuu 


Bee 28. BRD: 

Wann ihr nun diefe fennet/ halt fie zum Werd und that / 
Wer fi dann davon trenner.’ muß leiden andern Rath / 
Daß man die Thür, ihm weiſe / und ſchließ ihn genglich auß / 
Dann al zu ſanfft und leiſe / endlich auffhoͤren muß. 


29. Hast 
Man ſagt es ſey im eben / wie mit dem Würffelfpielf 

Wann nicht thut fallen eben / was man woll haben wi / 

So muß man was gefallen / gedultig nehmen an / 

Troi cinq; vorquater allen / oder ſes duis anſchlan. 





| 30. 10%) 
So thutihr mu dergleichen / fpielt was gefallen iſt / 
Man muß der zeit doc) weichen / biß auffein ander friſt / 
Wie man kan muß mans treiben / halten alls vor Gewinn / 
Drumb was nicht treu wil bleiben / laß immer fahren hin 


142 31. — 

Eins man tein Zahl nit nennet / was fragt ihr dañ darnachy 

Wann euer von euch rennet / habt dannoch gute Sady 

Seyd auff ihr nicht gebauet / auff einig zahlund Schar, 

Darumb mir auch wicht grauet/ ob ihr ſchon lieff ein par. 

322 

Und wann ihr dann ſeyd worden / des uͤbels 
Sp mercket auff den Orden / er ſey klein oder 

| Und halter ihn in Ehren, 
Bas ihr koͤnnt fein für 


etwas loß / 


geñ⸗ 
ihr wißt es warlich nicht / 


Herren / ſtuͤnd ihr euch nicht un Sicht. 
33. Vor 


— 


Er — zZ "3 ir — 2 1 
352 Das VN. Cap. Don der Teutſchen 


| —— ze de 
Vor allem hut euch fleiffen das ihr Gott Habe zum frennd/ 
Das koͤnt ihr dann genieflen/ daß ihr mehr haben kuͤndt / 
An Gott iſt es gelegen / ſoit ihr recht werden froh / 
Dann ohne ſeinen Segen / all Hände dreſchen Stoh. 


34. dh ht er 
Darnach wie gring und wenig / daß euer immer find / 
Bleib mit ein ander einig / wie jener lehrt fein Kind / 
Da er viel Beſemreiſer / verfaffer in ein Bund / 
Daß doch kein ſtarck noch weiſer mit macht zerbrechen kund⸗ 


35% 
Da er fie aber theiler/ und eintzel leget dat / 
Da wars nicht mehr gefeihlee / man brach fie alle gar/ 
Alfo vermehrt und ſtercket / all Ding die Einigfeit 
Wie man nichts guts vermercket / auß der Zweyheillig keit ⸗ 
Dr x Arsch 


arr)T ı 1,36, . 

Wann ihr die Augen wendet / ein wenig hin und her - 
So muͤſt ihr fein verblendet / folt ihr nicht mercken ſehr / 
Wie daß die nechſten Jahren / da mansvermuchet nicht/ 
Durch fo gar wentg Scharen / groß Dinge find verricht. 


"37% | | 
So ſeyd nun auch einträchtlich/ Halt an einander feſt / 
So ſeyd ihr leicht ſo mächtig / auch bey den treuen Reſt / 
Daß ihr wohl koͤnt abtreiben/ die ohne fug und recht / 
AIn euch ſich wollen reiben / doͤrfft nicht fern audrer Knecht: 
rer J it 


1. 3 8. 

Von Frembden thuich ſagen / deß muͤſt ihr ſein bericht / 
Die euch ohn fug nachjagen / denn wem ihr ſeyd verpflicht 
Zu Zollen / Schoß und Ehren / und was des dings mehr iſt / 
Dem thut es auch gewehren / treulich ohn Gfahr und Liſt⸗ 


39. 

Es fan wol ſtehn beyſammen / hat unter ſich fein Streit} 
Daß man in Gottes Nahmen / freu bleib der DOberfeit/ 
Geb, andern auch die Ehre / behalt fein Freyheit doch / 
Sich nehre / ſchͤtz und wehre/zich nicht am frembden Joch. 


40. er 
Davon nicht noch au fagen / mit mehren / weil at | 





Poyeterey andern Zeit. 353 


Alein muß ich beklagen / den gar geringen Sleiß] 
Den Leute thun anfehren / damit fie wüften recht / 
Was fievermögens weren/ das iſt doch gar zu ſchlecht / 


ge | 

Jetzt wil ichs aber ſtellen / an den gemeinen Ort / 
Dahin man folche fellen / zuſetzen pfleget fort / | 
Ynd mil das mumehr treiben / das Feb und Emigleit / 
Nicht fönnen tool betleiben / wor Geitz im wege leidt. 


42⸗ 
Worunter Menſthentindern / Hans Eigen Man regirt/ 
Daſelbſt bleibt weit dahinden / was gmeinen Nutz fovirt / 
Das leugnet niemand ſehre / darf auch gar feiner Lehr / 
Wie man ihm aber wehre / das iſt zumahlen ſchwer. 


43 

Wol iſt es zwar nicht ohne] das Nutz und Nießlichteit 
Anmuhtig it und ſchone / gewefen allezeit / 
Iſt auch. der Menfchen Hertzen / gleich am naturet ein] | 
Daß fie mit Muͤh und Schmergen] darauff befliffen feyn/ - 





44 
Drumb laf ich auch) pasfirch/der Narung rechten Brauch / 
Sonſt muß man warlich feyren / bey gſunden Zaͤhnen auch 
ers aber recht bedencket / dem gibt hiebey ein ſtutz 
Wanns gmeine beſte krencket / der heilloß Eigennutz. 


470 
Derwegen laſt euch lehren / daß gar kein Nutz nicht ſey / 
Was man mit GOtt und Ehren/nicht hat gebracht herbey / 
Und daß bey Arm und Reichen / Privat geſuch und Geld/ 
Dem gmeinen Nutz muß weichen/wanns foll fein recht beftelk. 


| 46. 
Es iſt auch nicht beftändig / auch nicht fo groß und fein/ 
Mas man alfo unbAndig /an ſich erzwackt allein / 
Wanm man dem gantzen teibe/ fein Speiß und Narung leßt / 
Seo ſicht man daß auch bleibe / ein jedes Gliedmaß feſt. 


47. * 
Wann aber eins der Glieder / dem andern goͤnnet nicht / 
So ſicht man das herwieder / dem Neidhard ſelbſt entbricht / 
sw 3 Leufft 


a N N >, RSS 


a a 


354 Das VI. Cap. Wonder Teutſchen 


reufft doch wiedr durch die Finger / der Finger faufe ſach / 
Davon fing ich was ringer / ihr denckt ihm doc) wol nach. 


| 48. 

Und zwar wans möchte werden / auff ſolche weiß bedacht / 
So wuͤrd man hie auff Erden / nicht ſein ſo hoch veracht / 
Und wuͤrd doch nicht alleine / ins gmeine beſſer ſtahn / 
Sondern beyd groß und kleine / jeder fein Fuͤlle han. 


4. / 

as aber allzeit eben / mürzlich und Erbar ſey / 
Darnach man folle ſtreben / muß man hie wiſſen bey / 
Und iſt doch aus dermaffen / eim Menſchen viel zu fchmwer| 
Daß ers fole können faſſen in gwiſſe furge tehre 


50, | | 

Darumb ben allen Sachen man erſt rathfchlagen muß / 
Damit man möge machen / darauff gewiſſen Schluß / 
All Ding hat fein Umſtaͤnde / die man erwegen ſoll / 
So kan man dann behende / zum Ziel gelangen wol. 

| SL 

So kompt nun auch zuſammen und rathet in gemein) 
Was in gefamten Rahmen / will zu verrichten ſeyn / Ri 
Die alten Deutfchen Helde/ dens gbrach an gmeinemRath / 
Erſchlagen find im Felde / wie mans auffſchrieben bat. 


52. 
er forg und furcht Fantragen/ und dencken recht herum̃ / 
Der fans auch glücklich wagen / Sorg felt nicht leichtlich um / 
Bag aber iſt gewaget / auffs glück und wolgerath/ 
Schaden zum Spottintraget / nach reu folge folcher thal. 


53: Ya 
Doc) fan niemand rach gehen wer felber nicht viel weiß/ 
Drumb muß man darnach fireben / mit ſonderlichem fleiß / 
Dog manmag Seutehaben] die fromm fein und gelehrt? 
Und redlich einher traben / und darob feyn bewehrt. 


| 4. 
Wer fein Sach hat ftudiret , hat auch das Hertz dabey / 


Daß erniemand boſiret /berent die Warheit frey / 
Und weiß was nah und ferne / nuͤtzen und gehen fan / 


27,7 Pr 


1 





Undthut es dann auch gerne / das iſt der rechte Mann, 


55 | 
Doch weil man dieſe Rüben / gar dünn geſaͤet find / 
Sols uns nicht gar betruͤben / weil man noch Menſchenkind / 
Auch findet unter Leyen / die nicht find fo gelahrt 7 | 
Doch auch fo rum nicht rn wie nunmehr ift die art. 


50 
Die furcht und lieb des HErren / ein Herg das offen ſteh / 
Und fich wit laſſen lehren / wuͤntſcht das es recht zugeh / 
Thu auch kein Feiß nit ſpahren / denckt ihm ſelbſt treulich nach / 
Solch ſtuͤck hab ich erfahren / verrichten ale Sach. 


| —* | 
Man muß ihm aber nehmen/ zum Rathſchlag rechte teil? 

Und ſich mit nichte ſchemen / ſo man nicht in der eyl / 

Kan alle Sachen ſchlichten / Morgen kompt auch ein Tag / 

Da man kan weiter richten / was Heut nicht langen mag. 


58. | 
So thut auch mit fich bringen / ein jeder Tag fein Raht / 
Und pflegt dem langfam glingen / daß er Feyrabend Hat/ 
Wann nach dem fall die Straſſe / die Eil noch bindend riet? 
Drumb foll man halten maffe lauffen und fallen nicht. 


59. ; 
Doch ift Auch nicht zu rathen dag man ſitzt ſtets zu Haug? 


Gleich man auß Eyern gbraten / wolt Huͤnlein bruͤten auß / 


Wie die Procraftinirer , nunmehr im Brauche hanız. 


Welch nur find Worte schmierer / greiffen das Werck nit an. 
. 6 . { 


0% A 
Her auff eim Schenckel hincket / der tomt nichehin fo drat/ 
Und wem zu fruͤh ſtets duͤncket / der tompt gewiß zu ſpat / 
Hab acht / heiſts/ auff die ſchantze / eh man vor dich zugreifft / 
Und wiltu mit zum Tantze / fo zieh auff weil man pfleifft? 
61 | | 


Zu rechter Zeit und maſſen 7 wil alles fern verricht / 
Darumb man auch fol laſſen / an Fleiß ermangeln nicht / 
Das tapffer werd erwogen / was man vorhanden hat/ 
Sonſt find man ſich betrogen / wann iſt verricht die That. 


a "il 62, Wie 








36 Das VII.Eap. Bon der Teutſchen 
| | — 
Wie man ſich nun folhüten/ daß nichts zu wenig ſey / 
So kan man übergüten / gleichfals ein ding hiebey / 
Drumb muß man rechnung machen / verruͤcken nicht dag ziel / 
Das man nicht thu dem Ban! zu lügel noch zu viel, 


st 3 
Wer die Floͤh huſten höret/umd daß Graß wachſen ficht/ | 
Und leicht den Fried zerftöret/ left von der Geißwoll nicht / 
glnd führt in feiner Kreiden / kurtz Wuͤrſt und lang Sermon/ 
Der ſteht nicht wol zu leiden / daß iſt gewiß nicht ohn. 
6 


A an 
Alſo durch diſputiren / geſchwind und gar fubeill 
Thut man offt gar verlieren / die Warheit in der eil / 
Und iſt ohn das nicht artig / wie ihr vorhin wol wißt / 
Denn alizu ſcharff macht ſchartig / ſchlecht bald geſchliffen iſt. 


Are 5» 

Drumb ſeyd nicht allzutoeife / ſolch Leut haſſet das Gluͤck / 
Und fuͤhrt nicht groß beweiſe / uͤber eim ſchlechten Stuͤck / 
hut nicht im Katzbalg liegen / ſchleifft nicht viel glate wort / 
Und was nicht ſchad gefehtviegen / fpart an ein andern Ort. 

6. 


Doch muß man garnicht ſchweigen / wans ift zu reden zeit / 
er heimlich friſt die Feigen / und legts doch von ſich weit/ 
Dem muß man fonft abtreiben / damit es komm herfür/ 

And da nicht möge bleiben / die Schuldfürs Nachbars Thür. 
. | 


— 
So thut man aber ſparen / die Warheit allerbeſt / 
Wo nicht zum Jubeljahren / doch gwiß ans Hehe Feſt 
nd ſchiaͤgt derweil den Ballen / wann man recht ſtim̃en fol/ 
Damit man mög gefallen/fein lieben Nachbar wol. 


68. 
Daher ſo thuts auch gehen / wie Krebſe krichen fort / 

Und bleibe leider beſtehen / am alten boͤſen Ort / | 

Dann was man nicht darff fügen/ das thut man nimermehr / 

Derhalb man auch erjagen / fan nimmer Ruhm und Ehr. 


e | 60 { h j | 
Drum lag euch ungekrauet / und ftreicht den Kauren * 
| ann 


Berg f | se 


f 
l 





Pooeteren andern Zeit. __35% 


Dam folches gar nicht bauet / ſondern vielmehr zerbricht / 
Regiment auff Erden /den hohen theuren Schatz / 


Unp ſoůs einft beſſer werden / muß han die Warheit platt. 


70. 
Warheit du biſt es einig / die lang auff Erden wehrt / 
gpeilman dich brauchet wenig/ drumb wirſtu nicht verzehrt / 
Doch hab ich dich erfohren vor Silber und roth Goldt / 
Dir hab ich einft geſchworen / dir bleib ich ewig hold. 
a 


71 

Wil mich von deinet wegen jemand ſaur fehen an / 
Machs wie es ihm gelegen / waͤchſt mir fein Bart davon/ 
Es hilfft doch wicht ſaur fehen | die Milch faurt davon nicht/ 


Muß endlich) doc) recht gehen / wanns fol fein außgericht. 


723 
So thut nu dergeleichen / wannihr zu Rathe geht/ 
Und thut der Warheit weichen / wanns euch auch widerſteht / 
Ein Schiffthut alſo lauffen / ein Gurren nennt ein Gaul / 


Das thut fo übern hauffen / und nehmt fein Blat vors Maul. 


73. 

Wol iſt die Warheit reſſig / hat gar ein ſcharffes Saltz / 
Doch übertrifft ihr Effig | der Dreyer tummes Schmaltz / 
Biel beffer Freunde Wunden / wie hart fiefommen an / 
Dann aller falſcher Hunden) [ag Wort und Paſelman. 


24. 
Wann man dann hat gehalten / zeitig und weißlich Raht / 
Wie nach der Fehr der Alten / man thun ſoll vor der That / 
So ift auch hoch von nöthen | das man koͤnn ſchweigen wol / 
Und doͤrff nicht erſchamroͤthen / wann mans verlegen ſoll. 


75: 
Viel tonnen weidlich fchtvegen / und fügeln fich damit / 
Thun fich darob ergetzen ] gleich iſt des Storchen Sitt _ 


Der bald die Flügel ſchwinget / wenn ihm der Schnabel geht / 
Meynt daß er lieblich finget / weil er fo hohe ſteht. 
6 


6. | 
Aber die Kunſt zu ſchweigen / wird nimmer profitirt / ] 
So gibt fih ihr zu eigen / niemand der fie ſtudirt / 
a 33 % Noch 








BEER — n 


Fu 


9 


Noch iſt wol ſchweigen koͤnnen / ein treflich edel Kunſt / 
Dargegen nichts zu nennen / das brecht ſo groſſe Gunſt. 
| 77. | 

Darum dann auch zwey Ohren/ uñ nur ein zung und mund / 
Der Menſch hat / daß er hören / ſoll mehr zu aller ſtund / 
Als reden und auch ſchweigen / iſt ein natuͤrlich Bild / 
Darob ſoll niemand ſetzen / ſonſt iſt er gar zu wild. 

7 


Aber vor allen dingen / wil Raht verſchwiegen ſeyn / 
Sonſt mag er nicht gelingen / wer er auch noch ſo fein / 
Wenn man leſt andre wiſſen / was unſer Anſchlaͤg ſein / 
So ſind uns bald geriſſen / der Boſſen zwey vor ein. 


79 4 _ \ 

Das darff man nicht bewehren / iſt hell und klar am Taq / 
Doch thut man hienon hören noch hin und wider Klagf 
Das bald der Nachbar frage Z was für geweſen iſt / 

Und dag mans ihm auch fage Z ob.ers zubeflern wißt. 
| 80. *— 

Der kans dann bald verfuͤgen / das lauff durch Stadt 
Leſt ſich noch nicht dran gnuͤgen / ſchickt über See. und Sand / 
Und wann man dann zu ſchaffen / wil einmahl heben an / 

So weiß davon zu klaffen / niemand dann jederman / 
* | 
Derhalb wie mit eim Schilde / ein Wirt zeigt an ſein Hauß / 
So ſolt man Schweigersbilde zum Rathauß hengen auß / 
Darmit des Singers ſchloſſe /ſein Maul verriegelt ſeſt / 
Und ſeines Bauches groͤſſe / noch nicht zertrennen leſt. 
82. 2 

Damit ung anzuzeiget/ wie nuͤtz und noth es ſey / 

Und daß von vielen ſchweigen / der Bauch nicht reiß entzwey / 
Darumb ſtets ſolt gedencken / der Schwetzer an das Bild / 
Sonſt ſeh man beſſer hencken den Schwetzer ſelbſt zum ſchild⸗ 


ER * 
Damit ich aber wende / weil ich noch heiſer bin/ 
Und komme ſchier zum Ende / fo ſchließ ich nu dahin / 
Daß mans auch můſſe wagen / wann mans erwogen hat / 
Und ohne ſchreck und zagen / greiffen zum Werck — 
54: 


9 





358 DasVI.Cap- VBonderTeutfhen 


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NE. 








22 | 
Das Glüd hat oben Slügel/ und fleugt geſchwind daher / 

Und weils ſteht auff der Kugel / wancken fein Fuͤſſe ſehr / 

Darumbesinder mitten / wil angegriffen fein / 


Gemeiftert und geritten / und nicht gef oͤrchtet fein. 


85. | 
Wer hat ein Schwert inhandenk demthut fein Degen leid! 

Damit pflegts mans zu anden / helts ander in der Scheid / 

So muß man eim begegnen / allzeit in breitſchafft ſtehn / 


e 


Meynt jener er könn regnen / fan der auff der Steltzen gehu⸗ 


| 806. 
So hab ichs vor bewogen | und frey gefagt herauf / 
Zwar aus feim Finger gfogen / und fegs euch noch zu Hauß 
Daß ihr ſeyd leicht fo mächtig / zu treiben euer Sach /⸗ 
Wañ ihr nun bleibt eintraͤchtig / dem denckt doch weiter nach, 


87... 

Jetzt wolt ich gar befchlieffen / ſo ſorg ich noch hieben] 
Daß jemand möcht verdrieflen/ wasıch gefungen frey/ 
Möchts möglich beffer wollen ‚und längfthin han gewißt / 
Darumb ich nur hett follen / ſchweigen zu dieſer friſt. 


Dem thu ich kuͤrtzlich fagen / dag ichs ihm glaͤube zwar / 
Daß ers im Kopff umbtragen / hab mannich zeit und Jahr / 
Hab auch davon parliret, mit beyden Backen voll 
Hett er nur mit ſiudiret / daß mans auch thuen fol. 


89. —* 

Es hilfft doch gar nit Wiſſen / wans nur beim Wiſſen bleibt / 
Nuͤtzt auch nicht viel gebiſſen mit Worten mie mans treibt / 
Die Tugend ftehtim Werde / die That muß ſeyn damit / 
Da wird erfand ihr ſtercke / Wort fehlan die Leute nicht. 


90. 

Drum loßt nu diß zuletste die macht des Werbens fein/ 
Das mans ins Werd eins fege wenn man weiß alfo fein: 
Am Were ift alls gelegen/ Werd bringt viel Nutz und Ehr / 
Damit euch GOtt gefegen, Dißmahl fing ichnicht mehr. 


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2 
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360 Das VII. Cap. Von der Nordiſchen 
| Has VIII. Cap. 
Bon der Nordiſchen 
Poeterey. 
Innhalt. 


eENordiſche Poeterey iſt alt, Iſt aber 
—D ſie an Alterthumb der Teut⸗ 
chen vorzuziehen. Die Schweden koͤnnen 
ſo gar alte Lieder nicht beybringen. Herr 
Scheffer meldet von dieſen nichts in ſeiner dyecia 
hterata, Es iſt alles Davon ungewiß. Die Art / die 
Hiſtorien in Lieder zu faffen / iſt bey den aa 
noch nor kurtzer Zeit gebräuchlich gemefen. Die 
Heldenlieder bey den Schweden auff Gaſtereyen 
efungen. Die alten Danifchen Heldengeſaͤnge. 
a8 altefte Danifche Lied bey dem Olao Wor- 
mio, Schrannen der Teurfchen Schulen. Die 
Ehinefifche — Zweyerley Eddz der Iß⸗ 
laͤnder. Noch eine andere in Schweden. Scalda, 
“Die Profodıa der Nordiſchen Sprache. Scaldri 
die Poeten / find in groffen Ehren geweſen. Die 
vielerley Metra, Verelit Meinung von der Poete⸗ 
rey der Scaldrorum. Sie iſt ohne Keimen, Skal- 
vungl. Unterfchiedliche Schwediſche Reim⸗Chro⸗ 
nicken und andere Carmina, VDaͤmſche Poetes 
ven. Der Sinnen. alte und neue Art zu Poetiſiren. 
empel eines Baͤrenliedes / fo fie bey ver Bären: 
| "ng gebraucht Die Lappen —* auch derglei⸗ 
een Lieder. Derſelben Liebeslieder. gen — 
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Poeterey. —6 
yon denen wird in Teutſcher Sprache angefuͤh⸗ 
ret. Iſt ſonderlich ſinnreich geſchrieben. Die Poe⸗ 
teren der Peruvianer. Deren wird ein Exempel 
angeführet. 

He wir zu der Dritten Zeit der 
eutfchen Poeterey foinmen/ und 
vonder andern abgehen / müflen 

fir noch). von der Nordiſchen Poeterey 
reden / die an Alterthumbs der Leutichen 
nichts nachgiebt/ und /wie etliche wollen) 
viel älter iſt Welches ich an jeinen Ort 
geſtellet ſeyn laſſe. Dennes find die Bea 
weißthuͤmer /die deßhalben geführet wer, 
den / nicht fo. richtig/ dag man bierauff 
fo fefte Schlüfle machen koͤnne. Noch 
zur Zeit habe ic) nichts gefehen / das zum 
beſtaͤndigen Grunde angenommen wer⸗ 
den koͤnne. Ob zwar Olaus Wormius,itt 
einer Literatura Runica, und Olaus Rud- 
yeck in feiner Antlantica , -diefes Alters 
thumb wahrfcheinlich zu machen’ ſuchen 
Wormius behauptet / daß fie vor Chri⸗ 
fti Geburt fhon in vollem. Schwange 
geweſen / und führer zum Beweißthumb 
an / daß/ kurtz nach Chriſti Geburt / Hiar- 
nus dadurch das Koͤnigreich an ſich ge⸗ 
hracht. Die Teutſchen haben des Taciti 
nt 35 klares 





Pr 














362: Das VII, Kap. Wonder Nordifhen | 
klares Zeugniß / der zu feiner Zeit ihre 
Lieder / Carmina antiqua , nennet/ müffen 
fie alfolangevor Chriſti Geburt geweſen 
ſeyn / da denn niemand wird Sciede | 
mann fenn Fönnen / welchen der Vorzug 


zu geben. Beporab/dadiefer Gebrauch / 


Die Helden mit Liedern zu ehren / bey 
allen Voͤlckern / ja auch bey den milden 
Amer icanern ſelbſt / gebraͤuchlich / wie ſol⸗ 
ches Joannes Lerius von den Menſchen⸗ 
freſſern bezeuget / und ihren Geſang vor⸗ 
ſtellet / part. 3.p. 221. Herr Rudbeck will 
zwar des Tacitigeugniß auff die Schwe⸗ 
den ziehen. Aber / dag dieſes ohne Grund 

efaget werde / haben wir im VI. Cap klaͤr⸗ 

ich dargethan Er giebt zwar vor [daß 
er hundert / derer Carminum, vorzeigen 
wolle / deren Tacitus gedenckt / da Die 
Teutſchen hingegen folches nicht thun koͤñ⸗ 
ten. Wie weit dieſer Schluß zureiche/ift 
Broben angeführet/ wenn gleich ja das ek 
gentliche Alter der Schmwedifchen Carmı- 
num follfe dargethan werden Fönnen/ 
woran ichnoch einen groffen Zweiftel bar 
be. Herr Scheffer / der die Alterthuͤme 
Der Schweden forgfältig genug durch? 


eſuchet / und alles’ was hin möglich ges 
BR weſen 


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Er 


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| re ee 363 
weſen / herbeygebracht / hatin feiner Sve- 
cia literara, da er de Scriptoribus Svecis 
“handelt /und infonderbeit fo merckwuͤr⸗ 
dige Dingehätte beybringen ſollen nur 
von Anno EhriftiMCL. den Anfang ge 
macht. Er gedencket einiger Scaldrorum 
oder Poeten, als des Halbiorn Hale, und 
Torftein , die Anno 1168. des Sumerlide, 
‘und Torgelr Danafkald , die Anno ga. 
des Grane Hialbianarfon , und Jonas 
Sverkers,die Anno 1202.de8 Olai Torde- 
fon;der Anno 1223. gelebt / aus den Regi⸗ 
fer ver Schwedifchen Scaldrorum, fo bey 
Dem Wormio Zu finden. Aber diefe Car- 
wina find alle verlohren/dadoch bey den 
Teutſchen noch einige/ die. vor der Zeit 
‚gefchrieben/verbanden find: Er ſaget auß: 
Drüclich in der Vorrede / licet haud fit 
dubium,quin & diuanteillatempora gens 
Svetica habuerit, qui valerent ingenioje- 
jusque rei ad pofteritatem darent docu- 
menta, ut velex Scaldris prifeis certum 
fit , clariffimeque docet exemplum Star- 
koteri, quem , ex Svecis ortum, & pro 
Svecis militantem,res faorumtemporum, 
bellaque carminecomplexum ,: Saxoau- 
ctor eftstamen cum & ztas — 
eye it 








364_ Das VI. Cap- Won der Morbiftien | 
fit incerta, opera etiam atquetituli eorun- 


Aem non fat noti,ratioeftmanifefta,cur 





10 


a ſupra memorato demum tempore inci- 
piendum. Wenn nun dieſem ſo iſt / mit 
was vor Gruͤnden will man beweiſen / daß 
einige Lieder vor ITaciti Zeiten geſchrie⸗ 
ben? Es wird zwar in feinem Buche / un⸗ 


_ terdem Nahmen des Joannis Meflenii, 


gedacht / daß er verbeiffenhabe heraus 
zugeben/ Antiquiflimas ac potiflimas he- 
roum cantilenas ‚ex quibus HiftoriaSve- 
ticz gentis primum confignari cœpta eſt. 
Sich follte aber kaum gläuben/ "daß dar⸗ 
aus das eigentliche Alter werde abzuneh⸗ 
men ſeyn. Es wird vermuthlich mit Den 
Schwediſchen Liedern nicht anders / als 
mit den Teutfchen ergangen ſeyn / daß 
die Nachkommen ihrer Vorfahren NHel 
denlieder verfälfchet/ oder endlich gar vers 
geſſen / wenn die neuen/ auff die man alles 
zeit begieriger ift / anderen Stelle gekom⸗ 
men. Denn diefe Art/die Geſchichte in 
Rieder zuverfaſſen / hat ziemlich lange 98 
währet / fo wohl bey den Nordiſchen 
Mölckern/ als benden Teutſchen. Bon 
dieſen jagt Schmid / in feinen Zwickau⸗⸗ 
fchen Annalibus, im Jahr 1450. mupprun 

lic). 


>) 10, 


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| 


— 


| Poeterey⸗ 
ich. Apel Vitzthum hat einen boͤſen, 
Nahmen hinter ihm gelaſſen / daß man, 
in allen Bier⸗ und Weinhaͤuſern von ihin,, 
geſungen: Dann es damahls noch fehr,, 
im Gebrauch geweſen / daß man / wag,, 
ſich begeben / nicht in Ehronicenund,, 
Geſchichtbuͤcher eingefchrieben/fondern,, 
in folche Lieder darinnen fie ihre Handel, 
und Zhatenfürglich verfaffet/gebracht/., 
und auff die Nachkommen fortgepflans,, 
get. Da nun eine ſo groffe Menge 
folcher Lieder geweſen / wie fonnte 
es moͤglich fenn / daß derfelben Ge: 
dächtnis ſo unverändert beybehalten 
morden. Joannes Magnus gedendfet in 
der Vorrede feiner Hiftorie / daß die 
alten Gothen die Thaten ihren Hel 
den in Verſen verfaßt / auff ihren 
Gaſtereyen / ben den Angedencks Be 
ern / da ſie / ihren Helden zu &hren/ 
getruncken / zugleich gefungen / damit 
die Jugend dadurch auffgemuntert würs 
de, Schefierus, in feiner Upfalia antiqua. 
cap. 10, Pag. 46, meinet / «8 fen fol 
ches Lied Zragerbott genant worden / das 
bon Sephanius, in feinen Anmercfungen. 
uber den Saxonem, Erwehnung tbut/ e 








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ses Das VIll. Cap. Von der Nordiſchen 


ſo viel / als im Lateiniſchen Nuncius Vi- 
vorum fortium, wie der ‚Becher / das 
mit fie ihrer Helden Angedencken beeh⸗ 
vet / Bragebagere genannt, Bey ven Daͤ⸗ 
‚nen hat Andreas Welleius auch her⸗ 
aufgegeben CGenturiam Cantilenarum' 
 Danıcarum , /”de priſcis Danorum 
Regibus.& rebus geltis, wie Albertus 
Bartholinus , in feinem Buche de Scriptis: 
Danorum ,: bezeuget: Ich Fan aber hier⸗ 
von nicht urtheilen / weil ich fie nicht geſe⸗ 
hen habe. Olaus Wormius, Det de litera⸗ 
tara Runica geſchrieben / und in defien 
Anhange von der alten Zichteren Der Dis 
nen gar außführlich gehandelt bat / brins 
get fein ältersvor / als das. der Regner 
Lodbrog ;: vor feinem Tode geſungen / 
welcher Anno 857. zu Ludovici Il. Zeiten 
gelebet. Daß mir in Teutſchland Alte, 
re gehabt haben / iſt droben erwieſen / 
und ſchrieb umb Ludovicill. Zeit der Ott⸗ 
tridus feine Evangelia. Von dem Tui- 
one meldet Aventinus , von welchem 
Boxhornius urfheilet / daß er die glaub“ 
wuͤrdigſten Rachrichten gehabt: / DaB7 
ſchon zu feiner Zeit / Lob un, Scheltlieder 
gemacht find / wie Mir broben erwaͤrne 


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WVUeetereh 367 
auch die Schulen / oder / wie fie es da⸗ 
mahls auffrecht Teutſch genannt haben/ 
die Schrannen von ihm angeſtellet / wor⸗ 
innen dergleihen Dinge gelehret worden. 
Dergleichen Artder Doeterey ifi bey ven 
Sinenfern vor diefein auch gebräuchlich 
geweſen. Denn es bezeuget Martinus 
Martini, in feiner Hiftoria Sinenfi. Ars 
Poetica-apud Sinos antiquifflima et, & 
varia vario metro carmina compledtitur. 
Inter quinque Carminumlibros, & quibus 
doctrinam eorum, qui:dignitates ambi- 
unt, in Republ. periclitantur , 'unus, 
in explicandis antiquorum Principum re- 
ctè fecusquefaltis, ita verfatur, utmalis 
terrorem addat,bonis calcar ad virtutem, 
In diefem find aber die Wordifchen Voͤl⸗ 
ter efivas glücklicher / daß fie mehr von 
ihren monumentis beybehalten Haben/ 
als die Teutſchen / deſſen Urfachen mir 
droben angefuͤhret. Bey den Ißlaͤndern 
hat manein fonderlich Buch / die Edda, 
gehabt / das war die Mythologia Poeti- 
ca der alten Nordifchen Voͤlcker / ‘oder 
vielmehr ihre Theologia , Phyfica und E- 
thica, Es find zweyerley Eddz geweſen / 

* ———— 








368. Das VII. Cap: Bon der Nordiſchen 


Die eine / als die ältefte / iſt in alte unver⸗ 
ſtaͤndliche Verſe verfaſſet / onSaͤmund 
Sigfuſon / der mit dem Zunahmen 
————— iſt / der Weiſe genannt wor⸗ 
en / und Anno 1077. zu Odde in Ißland 
Prediger geweſen. Die neue Edda hat 
gemacht Snorre Sturlaͤſon / ein 
vornehmer kluger Mann / und Ober⸗ 
Richter über Ißland im Jahr 222. und 
auß der aͤltern des Saͤmunden zuſam⸗ 
men gezogen / welche Petrus Reſenius mit 
ſehr nuͤtzlichen Anmerckungen / und ei⸗ 
ner weitlaͤufftigen Vorrede heraußgege⸗ 
ben /darinnen er mit mehrem von dieſen 
benden Eddis handelt. In der Könige 
lichen Schivedifchen Bibliothec ſoll noch 
eine andere und beffere vorhanden fenn/ 
wie Herr Rudbeck ineldet. Dieſer Snor⸗ 
ve Sturlefon bat die alte Eddam ef 
was verändert / und auff ihre Poeterey 
gerichtet. Wie nun Die Edda ihre Mytho- 
logia, fo ift die Scalda ihre Metrica und 
Profodia geivefen. Arngrimus ſagt von 
diefer alfo. Scalda eft liber de arte Poeti- 
ca iſſandorum, qui eft quafi praxis Eddæ 
ut Edda inventionem ‚ Scalda ufum vel 
artem adjuvet. Mon, welchem —— 
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el DHEERRHE 2 Ui Ei 36 
Scalda die Poeten hernach Staldrer 
‚genannt / welche bey den Königen in job 
chem Anfehen geweſen / wie heutiges Ta⸗ 
ges Cantzler und Raͤthe. Ja es haben 
die Königefelbft für ihre groͤſte Ehre ge⸗ 
fchäger wenn fie mit in ihren Orden has 
ben fönnen auffgenommen werden / und 
mit ‚vielen Kiedern ihre Faͤhigkeit dazu 
vorgeftellet, ‘Der Autor diefer Scalde 
folly wie Arngrimus Crymog. lib. 1. bes 

zeugt / Anno Chr. 1216. gelebet haben/ 
umd wird von dem Wormio in feiner Li» 

teratura Runica aus dieſem Buche - offt 
was angeführet: Es ift auch ſehr glaub» 
lich / daß die Alten gewiſſe Regeln diefer 

Kunft gehabt / denn wie Olaus Wormius 
jager / in’Appendice Literat, Runie, Rhyth» 

morum veterum infinita ſunt genera, 

‘ vulgo tamen ufitatorum centum triginta 
fex effe putancur. Er feget daſelbſt unters 
ſchiedliche Arten/und die Nahmen derſel⸗ 
ben / als / Sextanmali Vyſa. Worinnen ein 

gewiſſer Schall der Woͤrter ſechzehn⸗ 
mahl wiederholet wird / die fie auch Drori- 
quett nennen. Ingleichen gedenckt er vie 
ler Logogriphorum, welche / ohne gewiſ⸗ 
ſe Kunſtregeln / nicht wohl haben verfer⸗ 

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370 Das VII. Cap Von der Nordiſchen " 


tiget werden können. Auch haben fie biß⸗ 
weilen gewiſſe Verfus intercalares ge⸗ 
braucht / wie Thomas Bartholinus der 
jüngere / in feiner Differtation deHolge- 
ro Dano cap.ıs. ermeifet. Aber Verelius 
‚behauptet in feiner Runographia cap. 6. 
das Gegentbeil/ daß nemblich die alten 
Scaldri feine gewiſſe Negelngehabt. Er 
fagtı Scaldrorum poefis natura , magis 
quam arteconftabat. Et licet in eorum 
poematibus omnia fchemata Grammati- 
ca & Rhetorica inveniantur,rectetamen 
dixeris, ipfos Grammaticz & Rhetoricz 
artis rudes, folaingenii felicitate & abun- 
dantia ea peperiffe, quæ & ıpforum æv⸗ 
& nobis admirationi fuere , & hodie ad‘ 
miramur. Ex illisfua congeflit Snorro, 
& in formam artis redegit ipfe Scaldrus 
ingeniofus. Wenn diefem alfo waͤret / 
ſo wuͤrde auch des Herrn Rudbeck⸗ 
Grund von feiner, Erhebligkeit ſeyn / da 
er die Art der Carminum, die fie Refrun 
nennen, vor die dltefte Hält / und vor der⸗ 
ienigen Zahl / deren Tacitus gedencket 
denn die bierunter gebrauchte Kunſt an 
den Tag geben würde daß fiejo gat alt 
nicht find. Worinnen die Kunſt der u. 


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fe beſtanden / ſolches wird weitläufffig vom 
Wormio außgefuͤhret / uñ iſt merckwuͤrdig / 
daß ſie feine/ ben uns uͤbliche / Reime ge⸗ 
habt haben / ſondern die Berfe find beſtan⸗ 
den in gewiſſer Zahl der Sylben und 





Gleichſtimmung derfelben/ aber nicht am 
Ende. Sie haben dieſer Poeſie groffe 


geheime/faft zauberifche Krafft zugeföhrier 


den / wie fie denn auch ihre Runas mna- 


gicas gehabt. Einige haben einen gewiſ⸗ 
fen Zrieb der Natur dazu gehabt / den ſie 
Scallviingl, das ifly einen Poetiſchen 
Schromdel neñen / welcher fich gemeinig- 
dic) mit dem neuen Monden eingefunden/ 
da diefe / auff folche Art Lunaticioder 
Monfüchtige Poeten/ ihre Berfe mit uns 
gläublicher Fertigkeit außgeſchuͤttet. In⸗ 
Schwediſcher Sprache wird bey dem 
Herrn Scheffero, in ſeiner Svecia litera- 
ta, zum erſten angefuͤhret ein Chronicon 
rhythmicum majus, von einen Anony- 
mo Anno 1319. gefhrieben / und Anno 
1674. von Johanne Hadorph heraußge⸗ 
geben. Zudiefem ift hernach das Chroni- 
con Rhythmicum minus hinzu gekom̃en / 
fb Anno 1448. gleihfollsvon einem Ano- 
nymo geſchrieben / nebfl einigen 7 zu. ver 
| ad 2 ſchiede⸗ 





ne —— 


gr2_ Das VO. Cap om der Nordithen 
Achiedenen Zeiten;verfertigfen/,continua- 
tionibus. « Man.hat-aud) Alexandri Ms 
‚Hiftoriam eines Anonymi Anno 1363, ein 
Chronicon Epilcoporum Scarenfium An- 
Nno 3397. von Brynolpho it Schwediſche 
Reime verfaſſet. Der Koͤnig Carolus IX. 
bat Anno16oo. feine eigene Ge ſchichte it 
Schwediſchen Berſen berieben. E 
find viel andere Chronica auch auff diele 
Yirt:verfertiget / und eine ziembliche 
Sprenger theilg geiſtlicher / theils weltlicher 
Gedichte / die. ben dem Herrn Scheer 
können nachgelefen. werden. Worunter 
infonderheitdes Hn. Stiernhelms feine 
Bauette / Sonnete/ und andere Carıni- 
na zuloben. Es hat aud) einer / Ze 
charias Brockenius, eine Anleitung sur 
Schwedifchen Poeterengefchrieben. Es 
fehlet auch in ver Daͤniſchen Sprache 
nicht an guten Poeten / und wird ietzi⸗ 
ger eine Frauensperſon / Dorothea 
Rngelberts Datter / ſehr gerühmet/ 
welche geiftliche-Carmina von ungemeiner 
— geſchrieben. Erafmus Bartho- 
nus bat in einer abfonderlichen Diſſerta 
tion ‚de ftudio Linguæ Danicæ, ſeine 
Landsleute zur Außuͤbung ihrer u 





an OR sam, 373 373 


che angefriſchet Es hat einer Aquilonius⸗ 
deſſen wir. ſchon vormahls gedacht / in 
tateinifyer Sprache eine Manuductio- 
nem:ad Poefin Danicam heraußgegeben / 
worinnen er die Griechiſchen und Lateini⸗ 
ſchen metra, in Daͤniſcher Sprache ein⸗ 
zuführen gedencket / wovon in. folgenden 
ein. mehres ſoll geredet werden. Man 
ſpuͤhret auch bey den Finnen eine: Nei⸗ 
gung zur Poeterey. Aber wie, Mich. O. 
‘exionius.;; in:Epitome Defcriptionis 
Syeciz lib. 3.C.14. ſchreibet / Fenni præ⸗ 
ter Rhythmum: & Lamdacifmum, ubi 
eædem liter initiales.continuantur; Utz, 
Poiat parat/ panhakam: EM 
Neitzet nuoret ilotcam 





Wanhut wahwaß weiſatkamn ae 
neque ullum carmenagnofcunt. In quibug 
omnibus —— melodia fuit.Di- 
cebantur & olim Rundi ad imitationem 
Runarum Sveco-Gothicarum:.. Ich ſolle 
te aber meinen. / daß dieſes von den ge⸗ 

meinen Verſen zu verfteben fen. Denn. 
die geiftlishen Lieder und Pſalmen / die ben 
ihnen in Verſe geſetzt /und-das Sinnifche 
Chronicon in. Fiñiſchen Reimen / (0.34 

Abo 1658. hexaußgegangen / ſind / wie ich 
BT, 993, Wal: Deka: 


u Wu — —— — (m TE © WE nn —— — — J— > N 


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474 Das VII. Cap. Von der Nordiſchen 


vermeine / nach Art der Schwediſchen 
eingerichtet. Petrus Baͤng / profeſſor The- 
-ologiz auff der Finlaͤndiſche Academia zu 
Abo,bat in feiner Hiftoria Eccleſiaſtica 
Sveo-Gothorum lib. 6. cap. 6.au8 des A- 
icole, eines Wiburgifchen Biſchoffs / 
Soetifehen Vorrede über die Pfalmen 
Davids einige Finniſche Verſe angefuͤh⸗ 
ret / worinnen die Nahmen der alten 
Finnifchen Götter erzehlet werden / dieſe 
ſind aber nach Art der Teutſchen ge 
macht. Ferner hat er ein fü genanntes 
Baͤrenlied in Finniſcher Sprache cap. 
+. ejusd.libri hingefegt / welches die Sin 
nen ben ihrer Bdrenjagt haben pflegen 
au fingen/ dieſes ift nach der erſten Art 
geſchrieben / und lautet alü. 
Meaedʒaͤn dyris woitettu 
Tuouo meil fantta terweytt 
Altta waſtan faalihita. 
Tuo tuhatta tulleſaßa 
Saata fata — 
tulin Jumaliſta 
anſa ſaalin iloiſeſta / 
oka ilmam ihmet / waiwat 
Anmnon andoi / rahan radei. 
Coſca tulen kotihijn 
Colme yoͤtaͤ ilon pidaͤn. 





8 











Poeterey. anf, 
108 tulin / ilos laͤhdin | 
aͤpi laxo / wuoret / waarat / 
Wa paha erellanfa. 
Perios tuli Paͤiwaͤn tuls. 
aiwaͤ tule wielaͤ pertos 
unnivitan ſua jalliſtaͤnſa 
Wuoſi wuodel ſaalihixi 
Etten unheidz ·Ochton wirren. 
Sitaͤ waſt wiel toiſti tulen. 


Dieſes kan auff Teutſch ohngefaͤhr alſo 
gegeben werden. 


O ſchoͤnes Wild von unſern Pfeilen / 
urch fo viel Wunden hier beruͤckt / 
Das ſich getraut bey ung zu heile / 
Will ſeyn von unſrer Speiſ erquiche/ 
Durch dich wird ung nunmehr gelingen 
roch hundertmahl dergleichen, Beut / 
Und du Fanft taufend Nůtzen bringen) 
Biftuzu kommen nur bereit. 
Ich Fönnte hie vielleicht mohl kommen 
Selbft von den Göttern hergefand/ 
Die mir zu meinem Nutz und frommen / 
Piel guter Beute bracht zur Hand. 
Wird u Tag denn mn | ‚enden 
So geh ich in mein Hauß hinein / 
So toill ich zwiſchen meinen Waͤnden / 
Drey Naͤchte durch voll Freuden ſeyn. 
Iqh habe mich mit Luft und Gluͤcke | 
Hieher Durch Berg und Thal gebracht) 
4 





Lk 








das? 


376 Das VII. Cap. Don der Nordiſchen 





Nun komm ich frölicher zuruͤcke / 
AM Unluft habe gute Nacht. - 
Der Tag iſt frölich angefangen/ - 
Mit denen die noch übrig fein / 
Bald koͤmmt er wieder hergegangen 
n voller Luft und Sreudenfchein: - 
ch ehre Dich allzeit indeſſen | 
Ron dir erwartend Deut und Danck / 
Daß ich nicht möge Dich vergeſſen 
Und meinen guten Barenfang. 


Die Kappländer haben auch bey ihnen 
dergleichen Bärengefänge/ davon Schef- 


ferus in feiner Lapponia cap.ı9. handelt. 
Sie haben fonderliche Ceremonien. Weñ 
fie einen Bären erfchoffen / fo heben fie 


ihren Ggfang/ale ein ZriumpbLiedan. 


Der Borfänger unter ihnen ift ihr Fuͤh⸗ 
rer / der einen Stab mif einem Meßin⸗ 
genen Ringe in der Hand führet., In 
dem erften Liede dancken fie dem Bären / 
daß er ihnen keinen Schaden am Leibe 


und Gewehre zugefuͤget. Hernach haben 


fie einen andern Geſang / darinnen fie 
den Bär bitten/ er wolle ihnen kein uͤ⸗ 
bei zufügen/noch Ungemitter zuſchicken / 


weit fie ihn umbgebracht hätten/dennfie 
baben:einen Aberglauben / als: wenn fie 


bißiveilen/ einiger Thiere balber 7 die fie 
umb⸗ 


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REEL IE, poeteren. dd. 272- 
umbgebracht / Schaden haben fönnfene, 
Sie haben aud) noch einen andern Ge⸗ 
fang / darinnen fie GOtt dancken / daß 
er das Wild zu ihrem Nutzen erſchaffen / 
und die Krafft verliehen / daß ſie ein ſo 
grauſames Thier haben überwinden. 
fönnen, Wenn fie nun den Bar zu Hau⸗ 
fe gebracht / fo fangen fie: einen andern 
Geſang an / darinnen fie ihre Weiber. 
bitten/ daß fie die Rinde vondem Eller». 
baume zerfauen/ und ihren Männer 
ins Geſicht fpeyen. mögen / melches fie 

denn thun / daß ſie als blutrünftig era 
fchienen / und man meinen möge/es ſey 
die Jagt nicht ohne Gefahr und Blut 
abgangen. Sie haben viel andere Ges 
bräuche/ die dabey vorfallen / von wel⸗ 
chen Herr: Schefferus fan nachgeleſen 
iverden. Wer-follte meinen) dag unter 
den Rappen fich auch ein Woetifches Feu⸗ 

er ben Kiebesfachen regen follte? Es hat 
Herr Scheffer in feiner Lapponia cap: 25. 
einige ihrer Liebeslieder angeführet/ die 
fie Morſe faurog nennen. Es ift aber fein 
gewiſſes Gebaͤnde / noch abgemeſſene 
ahl der Sylben. Ein Vers iſt lang / 

er andere iſt kurtz / haben bißweilen 
as gleiche 


* 





EEE MEER NET EDIT REST) 


376 Das VII. Cap. Wonder Nordiſchen 


gieichſylbige Reime bißweilen gar keine 
Sie richten ihnen ſelbſt nach ihrem Be⸗ 
lieben / den Befang ein. Wenn ich die 





Einfälle derfelben betrachte / jo find fie 


Wwoarlich nicht ohne Geift/ wie denn dad 

eine/ jo Herr Schefter daſelbſt beybrin⸗ 
get / recht finnreich iſt. Es ift ein Ge⸗ 
fang eines / der von feiner Riebften weit 
entfernet / und nicht zu ihr Formen fan. 
Wir tollen es verteutſchet Hieber fegen/ 
Laß / Soñe / deinen Schein vorhin nach Orra gehẽ/ 
Sy font ich dieſen Ort von ferne nur erſehen 


Di Elite Hügel an und deren höchften Baum⸗ 


D machte mir Dazu Ro gaub und Zweige 


| aum / 
hen / wo mein Lieb in Blumen geht fpadken 
Sch fieffe mich dahin von Wind uñ Wolcken ruhre/ 


Fun ift Fein Flůgel daykein Zuß zu Deiner Spur 
Reinfefter Gaͤnſe Fuß / der mich hin zu dir trage / 


And dich verlangt nach mir fo manche liebe Tage. 
Dulencftdein liebes Aug’ und iners Hertz zu ik. 
Doch /lieffſt du über Meer/ ich folgte endlich Dit. 


Arie Stricke / Bande’ Stahl und Eifen uns be 
pinnen / J 
So lenckt die Liebe mich / ſo zent fie Hertz uñ Siñen. 


Der Kinder Wille zwar ſteht / fallt zur ſelben Zeit. 
Einjunges Blut das liebt / das denefet lang und. 


wei t. 
Sollt 


uſe 
ech nn hin / hatt? ich Der Tu Fluͤgelnur / 


— — — — —— 


ae ne 7 aD 37R 


Solle ihfie allegeitund ihre Meinung hören’ / 
So wuͤrd ich leichtlich mich vom rechten Wege 


ehren. 
Nur ein Rath iſt noch da / den ich ergreiffen kan / 
So find ich / wie mich duͤnckt / die rechte Liebes⸗bahn. 
Ich habe / ſo vielmoͤglich geweſen / es an 
Morten und Meinungen ungeaͤndert 
gelaffen. Nun febe mir einer dieſen Lop⸗ 
ſaͤnder / wie artig er der Bewegungs⸗Fi⸗ 
guren zu gebrauchen weiß / fein Verlan⸗ 
gen darzuftellen/ was er für zierliche 
Sleichnifle und Bildungen in diefem Liede 
habe. Dieſes alles klinget in der Muster: 
Sprache noch befler / weildarinen Figu- 
ræ dietionis, Appofitiones , Anadiplofes 
vorkommen: / die fich Im Teutfchen nicht 
spohlfchichen / welche aber den Hirtenlie⸗ 
dern / ſehr wohlanftehen/ und eine zier⸗ 
liche Einfalt vorſtellen. Als / wenn beymn 
Virgilioam Ende der zehenden Eclogæ 
ehet / gravis efle folet cantantibus um- 
ra, Juniperi gravis umbra: fd ift in dies 
fein Carmine nad) der Lateiniſchen U— 
berfegung des Herrn Sceflers/ o- 
imnes ramos prefecarem ‚ virentes 
ramos, fiad te volare poflemalis, cor- 
nicum alis; per, tot dies, tot dies tuos.opti- 
mos 








En a En Be a aa ya. 





380 Das VI. RER | 
mos Sc. Welches zugleich ein Liebloſen / 
und -eine Augdrüdfung des Verlangens 
vorftellet, Diefes Lied kan ficherlich der‘ 
Meifterfänger Kunft beſchaͤmen. Ich 
muß bier beyläufftig der Peruvianer auch 
eriwähnen/ welche ein Art der Poeteren 
unter ihnen gehabt / Die / nach ihrer Art 
recht vollfommen gemefen / wie hiervon 
der Yncas Garcillaffo de la Vega, in ſei⸗ 
ner Hiftora Peruviana cap.27.weitläufftig 
handelt: Sie haben gehabt / diefie A+ 
mautas , daß ift/ Philofophos , genannt’ 
die Tragoedienvor den Königen und vor⸗ 
nehmen Herren / von ihren Kriegen/ 
Siegen / der Vorfahren Heldenthaten/ 
und Comacdien / von allen in dem gemeß 
en Reben vorfallenden Dingen’ gefpie‘ 
et. Man hat auch allerhand Encomis 
aftica, und Moralia Carminaunterihneh/ 
die vorgemeldeter Autor überaus lobet. 
Sie Tieben mehrentheils Furge Verſe in 
vier Sylben beftehende/ aber ohne Rei⸗ 
me / damit fie dieſelben deſto beſſer im Ge⸗ 
daͤcht niſſe behalten / und deſto bequemer 
fingen/und aͤuff der Floͤte ſpielen fönnen 
inſonderheit in Liebesſachen Davon fie 
verfipiedene Thoͤne haben. Der A 
i | ⸗ 








vergleich 





yet fie der SpanifchenRedondilla, 
welche eine Art der Rondeaux iſt. Man 
bat auch welche ben ihnen / die man Ha- 
ravec nennet / iſt fo viel als Erfinder/ 
welche eben den Nahmen gehabt wie ben 
den alten Sransofen die "Troubadours. 
Selbige haben von natürlichen Dingen 
Berſe geſchrieben / undeinige Fabeln mit 
untergemifchet neinblich wie der Schöpfr 
fer der Welt eine Jungfrau vom Hims 
mel gefandt / inder Hand einen Krug 
after haltend/ welcher wenn er von ih⸗ 
rem Bruder zerbrochen wird / Donner 
und Regen erzeget/und andere derglei— 
chen / welche er aus P. Blas Valera ger 
ſchriebenem Buche angeführet / ſampt eis 

nem Carmine, fo er ben den Zeitknoten 
und Bandern/ derenfie fich Inder Jahr⸗ 
Rechnung gebrauchen / gefunden. Die 
Verſe / die er fpondiacos nennt/lauten als 
fo / welche wir ſampt der Rateinifchen U⸗ 
berfegung bieher fegen wollen. 

Cumac Nofa, Pulchra Nympha 
Torallayguin, Frater tuus  _ 
Puynnuy quita Vrnam tuam 
Pagnir Gayan Nunc infringit: 
Aina 


- 





— — u gr u — ————— | 


— 0 —_ — 











382 ¶ Das IX. Cap von der Teutſchen 


Hina mantara Cujus ictus 


Cununnunun Tonat, fulget, 
Mapantac Fulminatque: 
Canri Nuſta gSed tu Nympha 
Unny guita . Juam Limphams 
aramunqui Fundes pluis 
May mimpiri Interdumque 
Chici mung Grandjnem feu _ 
Pitimungsi‘ _  Niuem mittisz | 
Pacha rurae Mundi factor 
Pachacamac -  Pachacamac 
.. Viracocha Viracocha 
Ciyhmapac Ad hoc munus 


Churas ungut Te fuflecit 
Caumas unqui Ac præfecit. 
Herr Hoffinann hat in der Vorrede ſei⸗ 
ner Gedichte auch ein Indianiſches Lie⸗ 
des gedichte / von einer Schlange / in⸗ 
Teutſche ver ſetzet / angefuͤhret / welches 
traun recht ſinnreich iſt / und bey ihm 
kan nachgeleſen werden. | 


—— 
das Ix. Cap. 
Von der dritten Zeit der 
Teutſchen Poeterey. 
By dritte Zeit fange an von Herr Oral 





MPoeterey. 383 
Vor ihm hat Petrus Denaifius , Affeflor Ca- 
merzSpirenlis , Teutfche Carmina geſchrieben. 
Wird ſehr gelobet von Melch. Adamı, Hubners 
Verdeutſchung desBartas, Opitzens oje Dip 
fe. Er ift Dem Ronfard, Douſæ und Heinfio 

efolget. Dem Doufe mird vom Voflio die 

eime Ehronicke zugeſchrieben. Opitzens ſon⸗ 
derliche Gelehrſambkeit. Seyn Dacia iſt ver⸗ 

lohren. Des Herrn von dem Werder Teutſche 
Carmina. Urtheil von Opitzen. 
Flemming iſt hoͤher geſtiegen. Wird vor 
allen andern geruͤhmet. Von feinen. eigenen 
Landsleuten werden feine Tugenden nicht recht 
erfannt. Herr Dlearius hat feine Carmina here 
aufgegeben. Seine Lateinifchen Epigrammata, 
Des Herrn Tſchernings Teutfche Carmina, 
Werden gleichfalls ſehr gelobet. Matthäus 
Appellis geiftlihe Doen, Colerus, Czepko, 
Dahn de X Daniel Cafpar son gobentke 











aben Die Traurfpiele in Teutfchland zur Volk 
kommenheit gebracht. Verdienen ein groffes Lob. 
Hr. Ehriftian Hoffmann von Hoffmans⸗Waldau 
ein vortrefflicher Poete. Schreibt faft nach ver 
Staliamifchen Art. Herr Riſtens Open. Sei⸗ 
ne Mula Teutonica, Simon Dach. Fohan 
Roͤlings Geiſtliche Gedichte, Zohan Franckens 
Geiſtliches Sion und rdifcher ik Seine 
viel N DVeranderang des Vater Unfers, 
Herrn Harsdoͤrffers / hetuli, von Bircken / Jo⸗ 
hann Klai Teutſche Poemata. Die Bayern/ 


Tyroler und Oeſterreicher haben in Teuiſcher 
Port 


Zn Ze a ET STE a 


38% Das R. Cap Wonder Fentichen 
Poeterey fchlechte Proben gegeben. Scioppii Ur⸗ 
Besen ihnen. ‘Jacobi Balde Teutfi e Car- 
' mina de. vanitate Mundi, Herrru Chrifhan 

eifens abens Behr: Es 
werden unterſchiedliche andere erzehlet. Die 
heutige Zeit hat viel naͤrriſche Tichter ‚gegeben. 
Eines/der fih Hartmann Reinhold nenne’ Sa 
Friſche Schrift wieder dieſelben. Ungelehrte 
Leute fuͤhlen bißweilen einen ſonderlichen Trieb 
Tichterey. Benedicti, eines Italiaͤniſchen 
Bauers / Carmina· Gabriel Voigtlaͤnders er 
nes Trompeters / Lieder. 'ZacharizLundii, Joh, 
‚ Freinshemii Teutſche Carmina, Gedichte Teut⸗ 
ſcher Frauensperſonen. Sibylla Schwartzin wird 
ehr geruͤhmet. Eine Probe ihre Carminum, der 
Fleyherrin Henrietta Catharina Gersdorffin / 
—— ruen Sriefin/ trefliche Garmina. Der Frau 
Moͤllerin / gebohrnen Eiflerin / heraußgegebe⸗ 

ne Lieder, Conſtantia Sirenbergin Fruchthrin⸗ 
gende Geſellſchafft. Schluß des andern Theils 


| ) IR Se muͤſſen endlich auff die dritte 
A 8 Zeit der. Teutſchen Poeterey kom⸗ 
Omen / da diefelbe gleichfam aus 

Dem Grabetieder erwecket worden / und 
viel herrlicher / als jemahls / hervorkom⸗ 
men / unter des Herrn Opitʒens An 
führung. Es haben zwar einige vor ihm 


ſich etwas darinne angenommen / abet 
es macht doch nichts gegen feine Boll | 
* kom⸗ 








ET TIER 





Poeterey dritten Zeit. 335 
kommenheit. Petrus Denaifius , ein vor⸗ 
nehmer JCtus und Afleffor Camerz Spi- 
renfis, OU vor Herrn Opitio, im Ans» 
fange diejeg Seculi , ſehr gute Teutfche 
Verſe giſhrieben haben. Denn diefes 
bezeuge“ Jelchior Adamiin feinem Vita. 
In ver Aa elegantiflim& venz poeta’ 
fuit , docuitg; ipfe fno exemplo;linguam 
Germanicam nullam omnino cultus ele- 


gantiam refpuere, modò excolatur. Nos 


hunc unum ſi nullus alius eſſet, omni- 
bus Italis Gallisque opponere non- dubi- 
tamus, tantä facilitate , tantä felicitäte,' 
tanta fermonis puritate ac leporibus ufüs 
eft in vernaculis carminibus concinnanS - 


-dis, Diefes ift ein groſſes Zeugniß vom 
ihm / daß der Autor Ahno 1620, da Here 


| 
| 


\ 





Opitz fehon einige Carmina heraußgege, 
ben / geſchrieben. Daß alfo vermuth⸗ 
lich / er Habe der Warheit gemäß geur⸗ 
theilet. Weil ich aber nichts Davon gefee 
hen lafje ich es dahin) geſtellet ſeyn 
Huͤbner / der des BartasSchrifftenfaft 
umb diefelbe zeit uͤberſetzet / ſchreibet 
nichts / das mit Opitzen kan vergliechen 
werden. Er ſelbſt hat in ſeinen er ſten 
Verſen / die ET viel Arten 
— au 








326 Das IX. Cap. Bon der Teutſchen 


zu reden und reimen von der alten Zeit / 
ie man in dee Vorrede Der verteutſch⸗ 
\ ten Arriana ſehen fan / da dergleichen et⸗ 
liche von feinen Erftlingen berben ger 
bracht werden / wie denn auch in feiner 
uͤberſetzten Argenis Die Verſe nicht alle⸗ 
mahl gleiche zierlich find. De ‚Hater/ 
nach. dem Mufter,des Herrn Ronſards 
in Francoſiſcher und des Herrn Pouſe 
und Hein in Niederlandiſcher Sprache / 
feine Poeterey und Schreibart viel ver⸗ 
bbeſſeri. Yon Heinfii Poematibus iſt dro⸗ 
ben geredet. Doufa hat / meines wiſſens / 
nichts ſonderliches gefchrieben / nur daß 
er vie alte Holländifhe Reim⸗Chronicke / 
deren wir droben gedacht / heraußgege⸗ 
ben welſche Gerh. Voffius , de Hiftoricis 
Grzcis lib. 2. cap. 27. dem Doufz felbft/ 
weiß nicht durch was Irrthumh/ zuſchrei⸗ 
bet / denn er ſpricht / Janus Douſa in præ⸗ 
fatione hiſtoriæ ſuæ metricæ, und wieder 
umb / in præfatione, quam præmiſit an- 
nalibus Batavis carmine a ſe compoſtis 
dadoc) in dem Titel felbft enthalten / doß 
ſie nicht von ihm geſchrieben ſondern 
nur beraußgegebenfen. Het? Opitzwar 
ein gelehrter Mann / und in Sitren 
® ı Ze 





9 
— 
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N 





Poetereny dritten Zeit: 227 
Griechiſcher und Lateinifcher Sprache 
wohl erfahren / wie feine V ariz lectiones, 

 Cominentaria in Catonis Diflicha , und 
andere Sachen zur Genüge anzeigen. 
Senn Dacia antiqua,mweldyesfehr geruͤh⸗ 
met wird / und welches Her: Ehriftian 
Hoffmann von Hoffmans⸗Waldau ſelbſt 
in ſeinen Haͤnden gehabt / wie er in der 
Vorrede ſeiner Poematum bezeuget / iſt 
verlohren gangen / und wird von vielen 
ſehr bedauert. Er war ſehr glücklich im 
Uberfegen /mwie er denn viel Verſe aus 
dem Niederländifchen und Srangöfifchen 
ins Zeutfche gebracht: Des Herrn 

von dem Werder Zeutfche Uberfes 

gungen und Gedichte / find audy umb dies 








ſelbe Zeit hervor gegeben / von melden 
wir droben ſchon gedacht / und Fan ınan 
des Herrn Buchners Urtheil davon lefen 
in feiner andern Epiftel/ wo ſelbſt er fei- 
ne Fehler angemercket. Von des Opitü 
Gedichten urtheilet er Epitt. 51. Non po- 
teſf afcendere altius Muſa Patria, & ne- 
; cefle eſt ut acquieſcat eo faftigio, quotu 
collacaſti. Interim te fequemur longe, 
; &tua' veftigia adorabimus s fic.tamen 
, ‚Non obfcuri — morituri. Ich gehe 


h b 2. ihn 


33%: Das IX: Can Mon der Teufen _ 








ihm Benfall / Daß: zu ſeiner Zeit er der 
porsvefflichfte Poete, geweſen / vermeine 
aber / daß die Teutſche Ticht⸗Kunſt in 
Herr Flemmingen noch hoͤher geſtie⸗ 
gen. Denn / in Warheit / es ſtecket ein 


unvergleichlicher Geiſt in ihm / der mehr 


auff ſich ſelhſt / als frembder Nachah⸗ 
mung beruhet. Wir haben an ihm / den 


ir den Zraltänernund Frantzoſen ent⸗ 


gegen ſetzon koͤnnen / und mo einer.bequem 
geweſen / ein vollſtaͤndiges Epieum boe⸗ 
ma, wie Taſſus/ und Arioſtus, her vor zu 
geben / ſo haͤtte es dieſer / vor allen an 
dern ſeinen Landsleuten / vollfuͤhren koͤn⸗ 
nen. Die Elocutio iſt an gebuͤhrendem 
Orte herꝛlich und Heldenmäßig/in.Dden 
lieblich und ſiñreich / die Außbildung kraͤff⸗ 
tig / die Erfindung angenehm und ſonder⸗ 
lich / und iſt dieſen allen eine fonderliche/ 
aus der Sache ſelbſt flieſſende / nicht weit 
geholete / und mit harten Metaphoris ver 
bluͤmte Scharffſinnigkeit vermiſchet. Ja 
es mag mit Ehren von ihm geſaget wer⸗ 
den / was er ſelbſt in ſeiner Grabſchrifft 
ſetzet / daß ihm kein Landsmann gleich ge⸗ 
ſungen. Ich kan mich aber nicht genug pet» 
wundern / Daß man ſo wenig Werde 9 
Hr h 





% \ 
—— — URN [6 
N U‚ — — — — — — — — 


Moeterey dritten geit. 389 


ihm gemacht / und. feine Tugenden nicht 
in hoͤherem Werthe gehalten Hr. Sof 
tel hat ihn ſehr kaltſinniggelobet / weñ er 
ihin keinen andern Lobſpruch / als /res 
guten uftigeng Poetens / beyleget Herr 
Hoffmann lobt nichts anders an bin / 
als daß er, ein feines Sonnet geſchrieben. 
Welches / ob es zwar wahr ut / dann er 
hierinnenunvergleichlich. geweſen o war 
doch ein weit mehrers an ihm au loben. 
Han fiehet nur hleraus / wie die Ur heie 
von vornehmen, Leuten ſo ungleich und 
‚parthenic fallen- Air find dem Geil. j 
Hertn Oleario ehr, verpflichtet/ der.uns N] 
die herrlichen Schritten. dieſes Mignnes L 
erhaͤlten / und der gelehrten Welt mitge⸗ | 
theilet /wünfche / daß die verlohrnen / ſo 
fie noch irgend wo verborgen ſind wie⸗ | 
der zum Bor ſchein gebracht wer den 18 | | 
i 

| 





gen. Es hat unſer werthes Hoſlſtein bi⸗ 
lieb auch ein Theudar an welches durch 
die Derfifhe Geſandſchafft / zu den Mich 
ſten Gedichten Anlas gegeben. In La⸗ 
teinifcher Sprache hat er zwareinige Ep- | 
grammata geſchrieben / aber ſie reichen 
nicht an die Vollkommenheit der Teut⸗ 
ſchen Nach ihm I AH CThchernan I 
9 3° > Ä 


| 


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7 — 


Das IX. Cap. Von der Teutſchen 
ſetzen / deſſen Frühling und Vortrab des 
Sommers viel ſchoͤne Gedichte hat / wel⸗ 
che HreOpitzens feinen auff alle Weiſe 
und Wege koͤnnen gleich geſchaͤtzet wer⸗ 
den. Es iſt eine ſonderliche Reinligkeit / 
und ungeſchminckte Zierligkeit ben ihm / 
weßhalben man ihn billich unter Teutſch⸗ 
lands Hauptpoeten zu ſetzen hat: Eswar 
eine fonderliche Gelehrfambfeit in Wiſ⸗ 
fenf&bafften und Sprachen bey ihm / wie 
ſolches feine Zafeinifhen Carmina , und 
die verteutſchten / auch / mit Anmerckun⸗ 

gen heraußgegebene / Arabiſche Sprich⸗ 
wörter / bezeugen / hatauff der Roſtock⸗ 
ſchen Academia’ die Profeflionen Poeſeos 
betreten/ welche vor ihm Lubinus, Chy- 
træus, Kirchmannus, Laurenbergius , uñ 
ich nad) ihm /als meinem Rehrrmeifter un 
Vorgaͤnger veraltet. Es find noch viel 
feiner Getichte uͤbrig / welche verdienen/ 
daß ſie auch ang Richt gebracht / und mit 
‚den übrigen in ein vollftändig Werck vet: 
ſamblet werden. ‘Er hat viel andere ſei⸗ 
ner Landsleute / ( denn er war ein Schle 
fier ) gehabt / die zur felben Zeit und nach 
ihm geſchrieben / wie denn Schlefien alle 
mahlſehr fruchtbahr von Poeten a 
— UV en. 








— — — — — —— —— — 


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—J 


ar RE RER pe ee N 


a a Kae Er — * ir rue 


Poeteten dritten Zeit ·28 
fen. Aber es find von ihnen nicht eben 
rechtevonftändige Wer cke hervorfomene 
Martthaͤus Appelles / von Leuen⸗ 
fein / auft Kangenboft / Kenferlicher 
und Fuͤrſtlicher MunfterbergeDelßniicher 
Rach / dem Herr Tſcherning ſeinen Fruͤh⸗ 
fing zugefchrieben / bat einige Geiſtliche 
Rieder unter dem Titeldes Fruͤhlmgs⸗ 


- Mayen hervorgegeben / mehrentheils auff 
Wahiſpruͤche Fuͤrſtlicher Perſonen / uñ 


zu ſonderlicher Erweckung ihrer Andacht 
gerichtet / melde mein KHochgeehrien, 
Collega, Her: D. Major. feinem vorneh⸗ 
men Landsmanne zu Ehren / allhier in 
Kiel wiederumb zum Drucke befördert. 
Yusdeffen gelehrten Feder felbft / jo viel 
ſchoͤne Gedichte gefloflen / womit er / un⸗ 
ter andern vielfältigen Schrifften / den 
Kuhn feines Vaterlandes vermehret. 
Es haben auch ausderfelben Nation, Co- 
lerıs und Czepko Teutſche Ver ſe geſchrie⸗ 
ben / und find endlich Herz Gry hius, 
Daniei Cafpar von Lobenfteit/ 
und E.briftian Hoffmann von Hoff⸗ 
mannñs Waldau aus derſelben hervor⸗ 
gekommen Die beeden erſten haben die 
Traum Spiele in Teutſcher Sprache zur 

de bb 4 hoͤch⸗ 








J 
J 


z⸗2 Das R. Cap: Von der Teutſchen 


hoͤchſten Vollenkommenheit gebracht / 
daß wir den Außlaͤndern nichts darınnen 
nach zugeben haben wie denn ihre Wer—⸗ 
fe einem jeden vor Augen liegen. Ande⸗ 
rer Art Gedichte: zu gefchmweigen/ dar; 
innen fie gleichfalls fehr gluͤcklich gewe⸗ 
fen. Her2 Daniel Caſpar ift fehr Spruch⸗ 
reich.in feiner Schreibart / und hat eine 
fonderliche Art’ fehr furg diefelbe zu faſ⸗ 
fen/ ſo wohl in Trauer pielenvals in Oden. 
Es ift ihnen dieſe Poeterey fo wohl auß⸗ 
geſchlagen / weil fie die alten Griechen und 
Rateiner zum Zweck ihrer. Nachahmung 
gehabt / ohne welchen nichts beftändiges 
und. vollenfommenes: außgeführet mer- 
Den fan. Denn mo feine gründliche Geler⸗ 
ſambleit bey einen Tichter ift/ ſo wird nie 
was gutes und vollenkommenes von ſei⸗ 
nen Haͤnden kommen. Ber: Chriſtian 
Hoffmann von Hoffmanns: Wal 
au hat eine Sinn und Sprucreide 
Schreibart nach Art der Italiaͤniſchen 
im Teutſchen gefuͤhret / ſeine Helden 
Briefe nach Art des Ovidii gefchrieben/ 
find ſehr zierlich / und mit Metaphori⸗ 
ſchen Redensarten/ ‚nach der; Italiaͤni⸗ 
ſchen Weiſe / durch: und durch gewht | 


= 
* Rn \ 


— ——— 3 





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5, Poeterep dritten Zeit. 328 
Es muß desheren Riſtens / auch nicht 
vergeſſen werden / welcher eine flieſſende 
Art Lieder zu ſchreiben gehabt / deſſen 
letzte Schrifften ſehr von den erſten unter⸗ 
ſchieden ſind. Denn / feine Muſa Teuto- 
nica, dieer Anno 1640. heraußgegeben 
bat / laufft fehr mieder die Regeln der 
Kunft: Simon Dach hatauch fehr gus 
te Oden gefchrieben/ deffen Nachfolger in 
der Profeflione Poeſeos zu Königsberg/ 
Herr Roͤling / mein lieber Freund / ge: 
weſen / der gar zu frühe uns durch den 
Tod entriſſen iſt. Seine Geiſtlichen Lie 
der / deren ein Theil. hergußgegangen / 
ſind voll tieffſinniger Einfaͤlle / und fuͤh⸗ 
ren eine Flemmingiſche Art bey ſich / als 
die er jederzeit beliebet hat. Es iſt zu be⸗ 
klagen / daß nicht alle feine Verſe in ein 
vollſtaͤndig Werck verſamblet werden ſol⸗ 
len / die faͤhig ſind unter die treflichſten 
J Geiſter dieſer Zeit. ihn zu ſetzen / und der 
1 Nachwelt vorzuftellen. Johann Fran⸗ 
1  cEe/ ein Rathsherr der Stadt Suben/ 
| batein reinliches und wohlgeſetztes Teut⸗ 
ſches Carmen gefchrieben / deſſen Geiſt⸗ 
.licher Sion und irrdiſcher Seiteh her⸗ 
vorgegeben worinen viel ſchoͤner Geiſtli⸗ 
IE A 








= > = >. 








her. und Weltlicher Lieder ſich befinden. 
Herr Buchner / als der verftändigfte 
Richter in diefen Dingen / hat ihm ein 
groſſes Lob bengelegt : Poematibus tuis, 


fpricht er / nec ipfee Muſæ Muſicæ magis. 


Ita & diclionis venuftate & inventionum 
przeftantiäfe approbabant , ut de fe jure 
poffintjadtare,quod Flaccus olim de fe: 
bai profanum vulgus & arceo, Es iſt inſon⸗ 
derheit die vielfältige eränderung des 
Bater Unſers / die er in jener Vater⸗Un⸗ 
ſers⸗Harffe darftellet/ ver wunderne wuͤr⸗ 
dig. Denner hat dreyhundert drey und 


dreißigmahldaffelbe umbgeleget. Hars⸗ 


doͤrffer / Sie. von Bircken/ Alat/ 
haben viel Dinge. / ſo wohl in gebunde⸗ 
ner alsloger Rede geſchrieben / denen es 
nicht an Seift / Erfindung / finnreichee 
Augbildungfehlet. Aber es ift doch et⸗ 

has frembdes darben / daß inden Oh⸗ 


render Schlefier und Meißner nicht 


wohl flinget. Sie gebrauchen gewiſſe 
Trenheiten in den Verſetzungen und Be⸗ 
ſchneidungen der Wörter / Fuͤgung der 


ede/ undin dem numero, welches denn 


etwag unlieblich lautet. Die Bayern / 
. zolerumd Deftexegiher haben Feine (OR 


\ 


394. DasıIX Eap.von der Teutſchen 





— — 


Weteren dritten Zeit. BE; 
derliche Art im Poetifiven/ und weiß ich 
deren feine‘ zunennen. DennihreSpras 
che und Mundart it unfreundlich / deß⸗ 
Kolben die Tichter ey frembde und unlieb⸗ 
lich.) Seioppius bat in feinen Confultatio- 
nibus p. 29. die Grobheit ihrer Sprache 
weitlaͤufftig beſchrieben / und inſonderheit 
den Wieniſchen Biſchoff Melchiorem Cle- 
lun der doch infonderheit der Teut⸗ 
ſchen Sprache Zierligkeit ſich angelegen 
ſeyn laſſen / heßlich durch gezogen und 
feine Idiotifmos Bavaricos ihm vorgehal⸗ 
ten. Aus dieſer Urſache / halte ich / find des 
‚Jacobi'Balde, eines Bayern / Carmina, 
die er feinen! Lateiniſchen de Vanitate 
Mundi mit eingemifcht / fo unförmlic) 
und harte / ob gleich die Sachen gut find. 
Herr Chriftian Weiſens Teutſche 
Gedichte/die vor etlichen Jahren hervor 
gekommen / mögen billig unter die beſten 
Geburten dieſer Zeit gerechnet werden. 
In der Scherghafften Art iſt er unver⸗ 
gleichlich / wie ſolches feine uͤberfluͤßigen 
Gedancken / und andere Satyriſche 
Schrifften darthun. Wir koͤnnten hier 
eine gantze Menge Teutſcher Poeten her⸗ 
bey bringen, als Zefens / Calden⸗ 

bachs/ 








* 





— 5 


3905 Das IX:-Eap: Wonder Teutſchen 


bachs / Neumarcken / Sleifchersy 
Schirmers/ Sibers Helden / 
Schochs und anderer / uñ koñte viel von 
ihnẽ / wie auchvon den obigen geſagt wer⸗ 
den. Aber ich werde mich nicht unterneh⸗ 
‚men allhier den Richterſtab zuführen/un 
wird esim folgende offters Gelegenheit ge⸗ 
benveines un des andern an gehörigen Or⸗ 
te zu gedenckẽ / daß es alſo nicht noͤthig / uns 
Hiermit auftzubalten: Wir haben derer / ſo 
“wohl bekannten / als unbekañten Tichter 
gar keinen Mangel / und fehlet wenig daß 
Die Tichterey nicht gar den Handwerckern 
unter die Faͤuſte geräht: Wer einen Reim 
zuſammen ſetzen kan / der ſchreibet ſchon 
mer drauff loß und weiß doch im Grun⸗ 
de nicht / worinnen die rechte Zierligkeit 
eines werſes beftehet.: Wieder der gieichen 
unzeitige Reimer iſt eine gar ſinnreiche 
Sathrifche Schrifft geſchrieben von: je 
mand / der ſich aartmann Reinhold 
nennet. Dieſer ſey wer er wolle / jo hat 
er traun dieſelbe ſo artig abgemahlet / daß 
nichts druüber iſt Denn es iſt eine per- 
petua lune⸗e; und Unterrichtung eines 
naͤrriſchen Verſemachers. Es iſt ohne 
Bweiftelderfelbe Autor, der den —1 


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gpoeteren dritten Zeit. 31 © 397 


igen Redner neulic) geſchrieben / woriñen 
piel aus dieſein Buche wiederholet wird / 
der ſonſt aus andern Schrifften wohl be⸗ 
Fand. Die Uberſchrifft dieſes Buchs iſt 
Reime dich oder ich; freſſe dich / An 
tipericatametaparnabeugedamphirribi- 
cationes Poeticæ, ‚oder,/ Schellen und 
Scheltens⸗wuͤrdige Thorbeit Bgotiſcher 
Poeten in Teutſchland / Hans Wurſien 
zu ſonderbahrem Nutzen und Ehren vor⸗ 
geſtellet. Ber eine Ergoͤtzung bey muͤßl⸗ 
gen Stunden fücher wird ſeine Muͤhe bey 
Durchleſung dieſes Buches nicht uͤbel an⸗ 
legen. Ich muß zwar bekennen / daß biß⸗ 
weilen / auch bey den gemeinen ungelehrs 
ten Leuten / ein Tichter Geiſt ſich erreget / 
ſich uͤber deren Verſtand erhebet/ und 

was ungemeines beyjichführer/ wie denn 
der jenige Bauer / Benedictus, geweſen / 
deſſen Jan. Nic· Erythræus gedencket / wei⸗ 
cher nad) verrichteter Bauer: Arbeit Ders 
fe gefehrieben und unter andern IMlußre 
poema, Ewie ers nennet) quod cum 6% 
mnibus, ab aliis editis, eruditione elegaun? 





tiaque æquari conferriq; poſſe videatur? 
de Ignatio I:ojolä Soc; ‚Jefi fundatore: A⸗ 
ber es iſt dieſes mehr dem Triebe der Ra⸗ 


tur 








3965 Das X.Cap. Von der Teutſchen 


tur als der Runft zuzufhreiben. Des Ga⸗ 
briel Voigtlaͤnders / eines Trompeters / 
Lieder / haben viel artige Einfälle/ ob ſie 
gleich nicht nach der Kunſt gemacht. Hin⸗ 
gegen find gelehrteLeute / die in Lateinſcher 
Sprache die groͤſten Poeten find/ und 
in Teutſcher gang unartig/nach des Ennii | 
Art /ingenio maximi ‚arte rudes, wie Ja- 
cob Baldeinfeinen Teuſchen Carminibus, 
de vanitate Mundi , und Zacharias Lun- 
dius in feinen Teutſchen Po&matibus , Die 
doch beede fchöne Latemiſche Carmina ges 
——A So haben auch des Herrn Jo- 
annis-Freinshemii der doch ein grund⸗ 
gelehrter Philologus geweſen/ Teutſche 
Tarmina, nicht diefelbe Art / die wir an 
andern ſehen Man finder felten die Voll 
kom̃enheit in benden Sprachen beyſam⸗ 
men, Vor allen Dingen muß allhier 
nicht vorben gegangen werden / daß fit 
in Zeutfchland Srauensperfonen gehabt/ 
und aud) noch zur Zeit haben / die Die 
Männer felbft in der Tichtkunſt beſchaͤ⸗ 
men fönnen. Umb das Jahr 1638. lebit 
Sibylla Schwarsin / Herrn 
Thriſtian Schwargens / Fuͤrſtl⸗⸗ 

ben Pommerſſchen geheimen Landraths 
un Ä und 


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Poeterey dritten Zeit. 39 9 


und Burgermeifiers der Stadt Greiffs⸗ 


walder Tochter. Diefe mar traun ein 
under ihrer Zeit/ denn fie hat von 
dem dreyzehenden Jahre ihres. Alters 
bis zum fiebenzehenden / wor innen fie ſee⸗ 
ligen Todes verbliechen / Verſe gefchries 


ben / die vor. foldhe zarte Jugend / und 


zwar eine Jungfer/ unvergleichlich find. 
Da zu derjelben zeit Männer / die in ih⸗ 
rem vollftändigen Alter 7. und nachges 
hends feinen geringen Ruhm inder Does 
fie erworben / es ihr ben weiten nichr gleich 
gethan. Nach ihrem Tode find ihre Ders 
fe von M. Samuel Gerlachen zu Dans 
tig Anno 1650. in 4to heraußgegeben/ 
und mit des Herrn Paftorii , und Herrn 
Titii auffeichtigen Robfprüchen beehret. 
Denn es ift der Warheit allerdings. ges 
maͤß / was Herr Titius bon ihr fehreibet/ 
Hzc fuerat, fiquapotuisfent rumpere fata 
Teutonici Virgo gloria prima Chori. 
Quos olim cantus annıs provedta dediflet, 

Tam docto tangens ungue puella chelyn} 
Weil nun ihre Gedichte in weniger Haͤn⸗ 
den find / fo mil ich. einige wenige Verſe 
hieher fegen/ Ut, quemadmodum ex un- 
gue Leo, ira vel ex uno folio hæc Sibyl- 


e 





OR EBENEN SERACREF ER ERICH 
400 —-HasIX. Cap. Bon der Teutſchen | 
Iazftimetur. Eslefe einer das Scherge | 
(ied  öelches’ fie auf den unadelichen Adel 
ER es iſt warlich fo finreich und 
tachlicht / als etwas Fönnte von Dem bee 
en Geifte erdacht werden Zur Probe 
nd etliche Strophen aus diefem Liede / 
Bet den Weg der Demuth kennet / 
Der iſt edel nur allen. — 
RE ſich ſelbſt unedel nenne = 
Der mag zweymahl edel fein. | 
oder ift edel von Gemuͤt 0% 
Und nicht fehlecht nur von Gebluͤhh . 
Marius will nicht viel preiſen 
J en Ahnen. Ruhmund Schild/ 
ESondern will viel lieber weiſen 
Yun ihm ſelbſt der Eltern Bild. 
Denn es find nur bleiche Wangen / 
Die mit frembder Roͤthe prangen. 
Die andern Strophen die wir Kuͤrtze 
halber nicht hieher ſetzen / find gleiches 
Schlages. Die Sonneten / die fie ge 
ſchrieben / find alle fo gut / als fie ſeyn 
Fönnen., Zur Probe fen diefes/ / 
Fieb ein Feur und Fan das Eifen ſchmiegen / 
in ich voll Feur und voller Liebes Pein / 
Wovon mag Doch der Liehſten Hertze ſyyn ⸗ 
Waans Eiſern waͤr / fo wuͤrd es mit erliegen/ 
Manns Guͤlden waͤr / ſo würd ichs Fonen biegen 


Durch meine Gluht / ſolls aber ieſcheinſe 





| 





So ſchließ ich fort? Es iſt ein flelſchern Steine, 
8 —— fie berriegent, 
Iſts dann wie St wife Se undEiß 
Dan. aus mir den LiebesSchturigr 

dauch —— orberblaͤtter / 
* ———— * 
er 1172 

nd ift befreit ſur deinem Donnerwetter. 
fe andern übertrefien ſchier dieſes ange 
führte Exempel Woraus denn zuſeyen / 
was in ihr fur ein Set geſtecket⸗ 
ei in fo zartem Alter ſchon ſoſchen beb 
ar Schein von ſich gegeben. Dieſes num 
mermidyaber Wunder / daß man ſie nicht 
fm gröferer Hochachtung gehalten / ſon⸗ 
dern noch dar zu / dieſer groſſen Gaben 
9 DE Ewa ſte hin uñ 
WVder Magen) welches ein unfehlhahres 
Hl eichen der ungeſchiffenſten Grob⸗ 
Hi HN Die alten Griechen und Roͤmer / 
7a auch noch heute die Aulander / haͤtten 
vlenehr anter ſolchen Exeinpein die Eh⸗ 
Te ihrer Nation geſucht / wie ſie denn der⸗ 
‚gleichen nicht verſchweigen taum aber 
eins / das — gieich ne ſolchem Alter 


‘Sa hervor Bringen koͤngen Wir 










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km zu unſeter Zeit noch ein groͤſſer Er⸗ 
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dero hohen Hand zu empfang 
würdiget worden / berau en 
deru in andern Sprachen und 3 


ſchafften eine un 
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RYHEDEN AAN u van! 
mehrer: 
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vergleichliche aunfe — A 

rüber iaſſen ſollte · Wie ich — Ben an | 
eine —— an SE erft 


eiget.. Wir muͤſſen auch F 

en Gertrud AT we ” 
Per Wuͤllers / gewe 
"Profefforis auff der. 8 — 
cademig;Eheliebften/arbo ua 
micht vergeſſen / wwau⸗ ein Buch Te 











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woncw etittindeeen 


Oden die ſo wohlgeſetzet ſind / als fie der 
befte Porte ſetzen mag / an das Licht ge⸗ 
geben Es fehlet hier nicht allein nichts 
an Erfindung / an Eigenſchafft und Ben 
lichfeirder Rede / an gehoͤr iger Kunſtrich⸗ 
igkeit/ ſondern ich darff kuͤhulich ſagen / 
dag ſie emigen Tichtern unſerer Zeit / Die 
dennoch ennen Nahmen geſucht und ers 
langet haben / weis vorzuziehen ſey Hat 
fie alſo billig das Lob ver dienet / welches 
‚Herr Titiuss in ſeinem ſinnt eichen Epi- 
Fammate auff dero Eheliebſten Tod⸗ 

hr mit recht beyleget / da er ſpricht ou 
SGeritodis decimum pridem jubat adcia Muß, 
: Pallados & Phabi'gloria'quanta a ARERN 


.‚Quz manus inferibet.do&tis Eifleria e&dris, 


Per maria & jterras ledula fama Vehet 


») N Fa * hans 2 TATEN: 
ſchlieſſet endiich 


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Eriſtina TERN — 
Maebopt etiam ‚lecula voſtia logui. .., „ 
— 
Bolonico der Gonitäntie de 
renbergs vornehmen N eitere | 
2*8*— Zungfer Tochter / g 
Loedche Te.» BEIDE 

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derfelben ein. unvergleichliches: Lob ihr 
bengeleget / nennet ſie Sirenem Balthicam. 
Es ſind noch andere Exempel bey uns 
vorhanden: / deren Herr Thomaſius, 
in feiner. Diſſertation de Eruditione Femi- 
narum;jgedencket / und die mir theils ſon⸗ 
ften bekannt / vondenen mir abernichte 
fonderliches zu handen kommen / deren 
Ruhme ich ietzo / mit Werſchweigung ih⸗ 
res Nahmens / nichts willentzogen haben. 
Ich halte traun deu Ruhm Der: Frauen / 
den ſie aus der Poeterey erlanget viel 
hoher / als den Ruhm der Maͤnner Deñ⸗ 
‚gift gar ein unbilliges Urtheil des vor⸗ 
nehmen Arabiſchen Poeten Pharezdaki, 
weicher / da er ein ſehr ſchoͤnes Carmen ei⸗ 
ner Araberin geleſen / geſagt / (wie Poco- 
kius in der Vorrede feiner Anmerckun⸗ 

enüber das Arabiſche Carmen Tograi 
erzehlet) Galli cantum cum Gallina imi- 
us die Henne wie 
der Hahn finger muß man ihr der 
al abfchneiden. Sonſten hat man 
zu dieſer Zeit mit allem Ernſte die Der? 
deſſerung der Teutſchen Sprache fort⸗ 
— — und / nach dem, Eremp k der 

„nrankofen und Itallaͤner / —— 





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Loeeterey dritten Zeit: | sn... 40f 


dieſem Zwecke ztelende Geſellſchafften ans 
eſtellet. Worunter inſonderheit die fo 
enanidte Fruchtbringende /- darunter 
auch Sürftliche Perſonen ſich befinden/ 
den Borzug bar/durchderen Stifftung 
viel gutes erfolget / und viel — 
cher hervor gekommen. Mon ihrem Ur⸗ 
ſprunge / Satzung / Vorhaben / Gliedern / 
hat der ſo genannte unverdroſſene Carl 
Chriſtoph von Hille ein eigenes Buch / 
unter dem Nahmen des Teutſchen Palm⸗ 
baums / heraußgegeben. Rachgehends 
haben auch andere dieſem Exempel gefol⸗ 
get / und andere Geſellſchafften ange⸗ 
ſtellet Aber es iſt dadurch zu vielen 
thoͤrichten Weſen Anlaß gegeben / da⸗ 
von allhler nichts weiters zuerrwähnen. 
Wir laſſen dieſe / als itzo bekandte / Din⸗ 
ge fahren / a zum dritten 
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Zeut chen Sprache) und om 
Faͤhigkett re ypoeteren: 


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3, zeutfchen haben fi fie —— | 





Aa wird bey ven" Autoribos barbara lingua 
genannt. Ih Vollius verachtet die heutige 


| Zeurfehe Sprecheich ohne Zug. — 5 e- 


ifönnen I: beauf ch nicht he Mi 


Bayern und H —— Au bei — 


'oppio —06 getadelt. Des Htt- C Aa 
und-Hert Meafchens Yrtheil von De 

keit der Teutſchen Sprache Caroli 
Grammatica, : Die’ Teutſche Sprache 9 at ſich 
weit erftrecket. — und Tritiemius haben 
die Teurfche Sprache auch zu verbeſſern gefuchet- 
Des Kenfers Mapimiltani blicher Vorſatz Mrs 
theil von der = heri Grammatica aus dem 
Bibliandro, AdamiBohorizi Ardtic® horul& 
fuccilive, Johannis Grachi Pierit, La izlai 
Suntheim, Iehann Brücken Alftedii I . 
sentü Alberti Oſiro Franck/ — u Ickeb 


Hr 4. 





239 


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| 200 Du Du tem L ee Don Sun jgteit 





38 der Teutſchen Sprache PR 4697 
Bahr Johannıs Claii, Teutſch Grammati« 
—— Teutſche Sprach⸗Atheit. 
Plaubergius’hatde Caufis Iingu& Germafic 
reiben wollen Teutſche Sprache iſt vor andern 
ſonderlich zu erheben, Allgemeine Sprach⸗Arbeit⸗ 
Battefii Urtheil yon. einer ‚Erfindung einer lin⸗ 
F Vniverialis. Deſſen Vorſchlag von einen 
ingua Dalgarne, lohn 
Wilkins, und Joachimi Friſichii hierauff zielen⸗ 
DECLÄNOLMGEN.. — .- .. 4, 1 
SEHE toi zu der Zeusichen Poete⸗ 
or ſelbſt kommen / muͤſſen wir et⸗ 
gs ſille ſtehen / und von Dee 
Kunſtrichtigkelt der Teutſchen Sprache / 
und deren Grammatica etwas reden. 
Henn es findetliche ſo die Teutſche für ei⸗ 
ne barbarifche/und zur Poetiſchen Liebli⸗ 
chkeit unbequeme Sprache halten. Ja es 
Haben ſich die Teutſchen ſelbſt Barbaros uñ 
ihre Sprache Barbaramgenandt/ Egin- 
Kaftus, in vita Caroli M,. in præfatione 
nennet fi) hominem barbarum, Walle- 
fridus Strabo de Vita Gallicap. 6.nennet 
die linguam Alemannicam barbaricamlo- 
cutionem. Der ſelbe hat de reb. Eccle⸗ 
ſiſt.c. 7.diefe Worte. Dicam fecundum 


= 
J 







noftram barb; Ken ‚.gux eft Theodifca, 
il von &. Gallen bat 
I DE SD BORN ENOR 


Kero, ein, M 


GB 








308. jörg, 1. Cap.Hon der r Funſtrichtigteit 
ge geigrkhen taterpretauonem. ıonem. Vocäh 
354 Barb 3 meinet dadurch 4— 
Teutſchen, Ein. mebreg.bat-Savaro, in 
noris ad -Apollinar. Sidonium. libr. 4. e⸗ 
piſt. io angefuͤhret. Welches alles aus der 
roſſen Ehrerbietung gegen die Latein 
7 Sprache hergefloſſen / dadurch ande: 
ve ſich Der Teutſchen Beſcheidenheit m 
brauchet / und die Sprache noch mehr 
derkleinert/ Die einige Landsleute ſelt 
verachtet Ja es iſt dahin gekomn 


















diejenigen Die ſelbſt Teutſcher 
d/ nicht die alte nur /ſondern auc 
etzige / Die doch nach allen ihren — 
außgezieret iſt noch vor. Barbari 
aubiwelten. Iſt derowegen unfeidie 
was \.voflius, de Poematum Cantup:5 | 
von derſelben ſaget. Germänorumutv | 
{ta fünc corpora ,ita quoque vaſtus ei | 
fermo.. Plusille ponderis, quam ‚maR: 
ftatis habet, qua tamen ‚non deftituet 
tur, uiſi illam inffingeret (yllabarum, ipfas 
uoq; fauces ‚abradentium , afperitas is 
* nimis.confonantium concurlüse, 
nd ferner. ‚Germanorum fermo, Ieeh: 
Pi non admittat pedum gen hus ,.dif-, 


| * Äculter tamen hic fe infinuat ' —* 
=> IC, 
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VVVV V ———— 





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be Lniſchen Soache — 409 
F non rantumpröpter Cre 
Bramfibılum ſitere S, & concurſum nis 
Ahremconfonarumm & præterea ruſticum 
Kobfenrum A& Olongi forum ſed & 
quod maximã ſui parte conftat ſpondeis 
ge mölosfis. Dieſes Urtheil iſt viel zu hart 
ud anfremmdlich X" auch“ der Worbet 
nicht gemäß. De es werden ja endlich die 
Eonfonantes ſo gar fehr nicht überhäufft/ 
wie er vorgiebt Mund fan auch hierin⸗ 
den eine Maſſe gegeben werden / ſehe 
auch nicht / wie die Vocales, Aund O,eine 
Sprache baͤuriſch machen ſollten / denn 
a die majeſtas liinzuæ inſonder heit von 
ſolchen Vocalkbus her koinmen muß. Wie 
man ſoſches beym Virgilio ſehen fan/ 
der monderheit dieſer Vocaltum ſich ge⸗ 
brauchet / wenn er die Worte klingend 
und anſehnlich in einer wichtigen Sache‘ 
machen will. Was wollteer denn von der 
Spanifher und Italiaͤniſchen Sprache 
ggen / wo dieſe V.ocales gar haͤuffig fich 
finden? Sind alſo nur nichtige Kluge⸗ 
Jleien damit man der Teutſchen Spra⸗ 
che Wuͤrde und Anſehen zu ſchmaͤlern 





gedencket. Es kan auch einer oder andern 
Nation harte und rauhe Außrede / der 
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den. N * — 
ln len; oder Be 


einen, 
— — in ‚feinen Cont 
nibus p. 29 von Ihnen — beimfe 
aa / an ſtatt au /waarle vor ne 
ich Gooid Taacht vor. 
Geier‘, 8 ann. Tal, it: er/Hacile YerH 
lıs &calus, Aulpicionem mOVet ; a 
verbecum in patrid — — aöye,nal 
patent In —B———— „falten. 
| eiishominibus, non Heum eost 
opihitum, qui ea,dialefti o,magis —— 4 
exempla kdem faciunt,quas —35 are | 
tem. obtufi, ingenij,iguavos.& —5 | 
gitantes eſſe conftat. A abe lan 
diefen —— erhaupt ne | 
gangen Sprache urth heilen / wie tan b B 
den Griechen.) ‚ja, ben, allen, Nationet 
foldhever’fchieden gehabt / und noch heuti⸗ 
8. Tage Ik, Ich wolite ein. gan 
örterbuch D rchgeben / und nach der 
KReihe.eriveifen iL daß unfre. Wörter nick, 
harter find/g ai aGriechiſchen und Latei⸗ 
niſchen / ja wohl weicher, / als ſene / und / 
wo fie härter ind/ der-Natur meht nach⸗ 
jene. Welches vlelmeht pH 


Ne Kt " 3 J 


erbeten | 









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ri der Teutſchen Spracht : — 


ler die Tugen den / als Loſter ein Ki 
che zuſchen. Ich ziehe ghhier ar Ada 
Eonungiiderbeif,/; un der Epiltola auf 
Des Herrn Schotteliu, Werck Na 
Teutſchen Sprache / ‚Dielen des, N Oli 
vor / deſſen Worte Diele find.. HaberGer- 
mänica-ungua, qua fe, pr& Græca patiter, 
& Latina, commendat, fimul.incredibi- 
lem. atquie infinitam, ‚vocum. comppnen- 
darum vim & felicitatem ‚ habet primiti- 
va plurima, modo Praßr eruantur. , Nec 
eftaliquidtemere elegantiz, quo cuiquam 
linguarum fit fecunda, niſi, quod, dum 
verbisauxiliaribus cogitur ‚als fuppetias 
nimisfrequentes ferre ‚jJufto poslit vide- 
ri prolixior, X Gr&canicam Latinamque 
brevitatemhaud affequatur. Quas dotes 
&.quam felicitatem non ‚agnofcere , ideo 
autem duntaxat viliusilla eftimare,quo- 
niam exotica non ſunt hec bona ‚indi- 
gnumprofedto facinuseft ,nec tolerandü 
. . prudentibus. Herr Praſch baf in feinen 
Buche /von Fuͤrtreffligkeit und Verbeſſe⸗ 
rung der Teutſchen Poeſie / die Teutſche 
Sprache / nicht allein an ihrer Heiden: 
mäßigen Eigenſchaftt / ſondern auch an 
— dar Grin | Saenicien 








use Fe 
ira Das 1. Cap Wonder Kunſtrſchtigkeit | 


Du DD 


zogen / Dadurch ft 
fer als andere, 


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sachen! vorge 
oeteren gefehich 


in\feiiies Satzes Ur⸗ 


fachen er dalelbft wettlaͤufftig anfuͤhre 


— ——— Eigenſchaffien det 


Teutſchen Spra 


von verſtaͤndigen 


Seren wohl gemercfettvordenfoift man 


in richtige Regeln gebracht: Hier innen 


if: Carolus M. zu foben/ tvelcher zum er⸗ 
ften feine Mutterfprache in ein ‚Gram- 


u 


| 
| 
doch fpäte darzu konnnen / daß man fie | 
| 


er 


matifche Richrigfeit verfaſſet / dutch Dei 
hüffte'des Nannonis, T heobaldi "Albin | 
und Berengeri. Denn ob zwar die Theo- 


eivefen / wie Lambecius1: 2..de Biblioth, 
indaben. p. 427. erweiſet / ſo iſt doch kein 


weſentlicher Unterſcheid darinnen gewe⸗ 


ſen. Dieſe des Caroli M. Grammäaticaift/ 


diea und Francica hügua unterfthleden 
| 
| 


ie Geinerus in feiner Bibliothec erweh⸗ 
net /:noch zu feiner. Zeit vorhanden ge 
wegen. Slie ift aber dennoch nicht zut 
Bollkomm enheit gebracht / denn. / 18 
flaget nachgehends Ottfridus, in det Vor⸗ 


rede feiner Evangelien’ 
tigkeit und Unfreundlig 


Es hat auch Trichermus nicht a 


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br über die Haͤr⸗ 
it der 364 


emuͤhet / 


RETTET · au 
bemuͤhet dieſelbe in Richtigkeit zu brin⸗ 
‚gen. Kaͤyſer Maximilianus hat auch die 
Beſſerung der Teutſchen Sprache vor⸗ 
gehabt: bibliander, de’rationg communi 
Bmnium linguarum, ſagt p-27. Ferunt & 
‘Maximilranum  Imperatorem in animo 
verſaviſſe emendationem ſermonis Teu- 
tonici Non prætermittere hie etiamfen- 
tentiam gravem & ſapientem; ut judico, 
Fabiani Francki;civis Bolislavienſis de- 
beo. Cujjus Ræc fimt!yerba , Es waͤr 
or Schaden ja meines Bedun⸗ 
ckens hoch von noͤthen / daß eine 
gantze Grammatiea hierin befchries 
ben wuͤrde / recht regulirtes Teut⸗ 
ſchen. Die Sprache iſt fo luſtig / 
nützlich und dapffer in ihrer red⸗ 
map; als jndert eine andere befun⸗ 
den wirds Lambecius gedenderlib.a. 
Biblioth. Vindobon. eines Adami Boho- 
rizi, welcher ein Buch / genannt / Ardi- 
cas horulas fuccifivas;; geſchrieben / de 
Latino Carniolana literatura, ad Latinæ 
linguæ Analogiam accommodata, ſo zu 
Wittenberg An.1584. in gvo heraußkom⸗ 
men / quo libello, wie er ſagt / Slayoni- 
cæ linguæ Grammatica, & Moſcoviticæ 
7 Rute- 


4 
r h J 








gs * 


Aia. Das 1.Cap Do der Kunſtrichtigkeit 
Rurbnicz;Polohiez;Bohemicz & Lufati- 
<elingız,cumBälmatica &roäteäco- 
gnstioindicarardeffen Lazius.ufGelne- 
ineruszdnt ſeinem Mithridatezifichwieliges 
braucht · Koͤnnte alſo auch dieſes ur 
Teutſchen Grammatic einen groſſen Vor⸗ 
ſchub thun· Lambecius hat hiervon / in 
ſeinen vᷣrolegomenis Armal ium ·Auſtria 
‚corum weitlãufftiger handeln wollen / 
und des Taciti⸗ und anderer Autorum 
‚loca, erklaͤren wollen. Welche Arbeit 
aber min mit ihm verloſchen. Es ſoll ei⸗ 
ner Johannes GracchusPierius quch über 
eine, Grammatica gearbeitet / aber nicht 
pollführet haben und: bacLadislaus 
‚Suntheim, deren; Geſnerus und Simlerüs 
«gedeneken/ einige herausgegeben:  Drau- 
‚dius:gedendet einesı Johann Brücfend/ 
dDeſſen ZeuticheGrammatica zu Stand: | 
furt Aw 1620. hervorkommen⸗ Aber ich 
habe deren keine geſehen / auch nicht / wo 
mir recht / ben dem Herrn Schotte 
ige. Erwehnung von ihnen gefunden. 
Man wird audyin des Alttedii Eneyelo- 
pædia eine finden. Laurentius Albertus 
Oſtro⸗ Frauck hat eine Teutſche Grin 
maticam zu Augiburg / Anno:73° jr | 


— — — — 


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Nat | A ein 
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Scolroere 


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gele nige eſ AA de 
ehrten DD T in | arteftäni, 
— gü, Bi — Gen 


— deſſene m fe ner Arte Etymölok 
gie Toto — — vbrkom̃e 
Hehe: rdegewitzch re gute Arı 
rm. Denn ale 

er opBicis princi — Hd der Ai 
Bi egehet/aneihr —* rliche Scharf⸗ 
nigkeſt in Etforſchung der Wörter ges 
draueh KU weiche FON 


























ne Ze ee ee 





Brand 
Y mr) rede dm abeı 


Hichrekzugverden / A hi 
Kin | Ans En ne 
zecht /.Sub feolewix-bre ir — 
Gua eſt, que — 


416 — ——— | 
ob er, Ina ai | 


u on ri ach; Den be ejeM 




















eine Sprashe, — Den 


rnunfft und den 





* Air 

conflans, —— Fan! 9 N 
bulk me uſag — 
—9 he A a ji 
en /iverden gar weitlaufftig.non dei 
— Ye Hi vorg 
une unbe don. | 






einige ehabt I rs 
— zu erfinden / * 9 
und der — 
eUnricht Narren, habe» 
avor / daß man die; 
je betriffn/ allen; ——— 
Es ware gar leicht au —— 
Be Gründe / melde ee gie 
—— Autor, in ‚feiner 6 
enerale Krailonnee sr 308 





mn on Zn um en Tr en — 


en ee — 


der Teutſchen Sprache. 417 


andern der Teutſchen Sprache zukom⸗ 
men koͤnnen. Ichkan nicht umterlaflen/ 
beydiefer Gelegenheit / einen Außfchtoeiff 
zumachen und von denen / die ſoſche allge⸗ 
meine Sprach⸗Arbeiten vorgehabt / eine 
Erwehnung zu thun. Es urtheilet Carte- 
fius;part.1. Epiſt. m. ad: Merfennum; Der 
ihr / wegen Erfindung einer inguz Uni- 
verfalis die jeinand vorgegeben / umb 
Rach gefraget / daß es eine vergebliche 
und uͤnnuͤtze Arbeit ſey / wenn es auff die 
Art /wie der Autor vorgeſchrieben / an⸗ 





gefangen wuͤr de Der Autor ruͤhmet von 


ſeiner neuen Sprache / daß man durch de⸗ 
ren Erlernung alle andere Sprachen / als 
ihr e dialectos erlernen koͤnne und dag 
er der Alten Gedancken / durch ihre Woͤr⸗ 
ter erforſchen wolle. Solches wird aber 
von Garteũo vor eine Grillenfaͤnger ey ges 
halten. Derſelbe hat auch vorgehabt / 
eine neue allgemeine Grammaticamı. zu 
machen / nach welcher eine Sprache in 
fuͤnff oder ſechs Stunden koͤnne gelernet 
werden.) Welches Cartefiusnicht eben ta⸗ 
delt Kan nicht wiſſen / ob es nicht etwa 
dem jenigen gieich ſeyn ſollte / welches der 
—— her. 

4 D | r 








an ie — | 


ais Dasl. Cap Von der gunſtrichtigteit 
Erfeger aber zwo Fehler / welche Die Ars 
heit uͤnangenehm machen wuͤrden / als 
erftlichy die 3ufamenftoffung vieler Buch⸗ 
naben dieden Ohren zu wider iſt / dann 
sımböiefer Urfache willen hat man die vie⸗ 
len flexiones der Worter eingefuͤhret. 
fahrer die» Beſchwerlichkeit Die 
örter. der Sprache außwendig zu ler⸗ 
nen / dann es müfteeinejede Nation, ent⸗ 
weder die Stammwoͤrter ihrer Sprache 
= gebrauchen / ſo waͤre es zwar leicht / aber 
mian würde mit andern keine Gemein⸗ 
ſchafft haben koͤnnen / oder auch frembde 
ESsyprachen ihm mit hinzu ſetzen / und ſo 
wuͤrde man ſchwerlich jemand finden / 
Der dieſe Wuͤhe auff ſich nehmen wollte 
Dennoch würde es im schreiben den Nu 
gen haben / daß / wenn vieler Spraden 
 gleichdeutige Worter mit einem Beihen 
in einem Lexico vorgebitder würden! 
durch dieſelben ſich alle Nationes verſte⸗ 
hen koͤnnten. Welches von Hert Becche- 
ro, in feinem Charadtere Univerfali, und 
nachgehends von Kirchero, if feiner Po- | 
Iygraphia , vorgeftellet worden / wori® 
nen etlicher maſſen der Weg gewieſen 


Es. thus: aber. Carteſius einen andern | 
—— | Vor⸗ 


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der Leutſchen Sprache a9 


Vorſchlag / daß man / durch Huͤlffe eines 
richtigen Methodi Philoſophicæ, eine 
Sprache erdencken koͤnne / die allen ge⸗ 
mein ſey. Er ſagt / Adverto, poſſe ad hoc 
addiinventionemaliam ‚tum ad primiti- 
va lingu& hujus vocabula, tumadchara- 
&eres inveniendos s:ita , ut. breviffimo 
temporedoceri poflit , idqueope ordinis, 


h.e.ordinem:ftabiliendo inter omnescos 


—— quæ animum humanum ſu- 
ire poffunt;quemadmodum internumes 
ros ordo eſt natnraliter conftitutus: & fi- 
cut: unodie quilibet doceri poteſt nume- 
ros omnes in infinitum nominare.lingua 
incognita, & fcribere, qua tamen innu« 
meris diverfis: vocabulis' defignantur, I- 
dem quoque fieri poſſit de aliis omnibus 
vocäbulis,ad.cztera , quæ in mentem 
hominis cadunt exprimenda neceſſarius. 
Es ſcheinet / daß einige Engellaͤnder die⸗ 
fen Borſchlag ergrieften. Denn ce hat 
Georgius Dalgarnegin Buch gefchrieben/ 
defien Titel/ Ars fignorum, —* Cha« 
radter univerfalis & Lingua Philofophica, 
Worinnen er / nach den Clasſibus Præ- 
dicamentorum, und den Eintheilungen 
der Dinge / in 9* Wiſſenſchafften meh⸗ 
2 


rentheilß 





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| | 
420 Das kLCap. Von den Kunftrichtigteit | 
tentbeilsEinfibige Woͤrter erdichtet / die 
nach den Vocalibus un ihrem poſitu uñder 
Conſonantium Verſetzung / eine Veraͤnde⸗ 
eungdeBedeutungebefomen.Alfobedenr 
tet ihin Ad,Ens;res, Ar Subftanga,Er Acci- | 
dens, 2» Ens completumvelconeretum;or | 
Corpus; Spiritus, 77. compofitumidelt; 
Homoy Mes concretuim“mathematicum 
Dieſen folgen nun alle fpecies nad) der 
reihe / und ein jegliches: / was unter ih⸗ 
nen gehoͤret / worin nen eine richtige Ord⸗ 
nung der Conſonantium und Vocalium 
gehalten wird. Wie er denneitkexicon 
Grammätico-Philofophicum: auffeinen 
Bögen verfafler,Ebendiefe Arbeit hat D. 
John Wilkins vorgenommen / der ein 
groſſes Buch / von dem Reali Charactere 
und: Lingua Philoſophica, geſchrieben / 
end der Koͤniglichen Geſellſchafft zur 
Eroͤrterung auffgetragen. Er bat 
groſſe Mühe angewand / alle Dinge um 
ter 40. Generibus einzurbeilen / hat auch 
gleichfalls / «nach dem Unterſchiede dee 
Vocalium und Confonantium die Dine 
ge mit feinen. Wörtern benennet / und 
mit gewiſſen Zieffern gezeichnet. Sobat 
auch gar neulich ein Profeflor: —— 
149 | e 





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gen⸗ 





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Os 


ver Teutſchen Syrache · 8 
Rigenfis; Joachimus Friſichius, derglei⸗ 
chen allgemeines Sprady Werd und eine 
Linstam Ludoviceam', dent Könige 11 
Franckreich zu Ebren / vorgenommien/ 
davon er den Abrig und Innhalt / auff 
etliche Bogen / bervorgegeben/ die mir 
von meinem hochivehrten Freunde / Hr. 
Hennig Witten / deſſelben Gymnafii be⸗ 
ruͤhmbien Profeflore, zugefandt worden, 
Es werden bierinnenviel groffe Dinge 
verbeiffen., Das meiftewird daran. gelte 
gen ſeyn / daß man andere Nationes auch 
zu dergleichen Einfaͤllebr ingẽ koͤnne. Car- 
leßus uͤrtheilet an angefuͤhrtem Orte von 
ſolcher Sprache alfo/ Exiftimo posſibi- 
lem effe hanc linguam & reperiri poſſe 
(cientiam illam, ex quä illa pendet: cujus 
certe beneficio rufticus quifpiam de re- 
rum veritate poflet meliusjudicare, quam 
jam Philofophus aliquis. Sed ne fperate 
unouam vifürum:illam in uſu: idmagnas 
in arbe mutationes ſupponit, eſſetque ne- 
ceffetotum Orbem in Paradifum terre- 
ftrem converti; quod fanein fabulis tan- 
tum locum habeat. Was die Liebligkeit 
anlanget / kan diefelbe in dieſen er dichteten 
Sprachen feine Rott finden. Vermeine 
DD; | alſo ⸗ 








7 


#22 Das IL. Cap: Bon ber Orthographia 


alſo / daß eine Sprache / die durch die 
Natur und Kunft zugleich zur Vollkom⸗ 
menheit gebracht wie unfere Teutſche 
ift / billig vor allen andern werch zu 
halten fey. | min 


wer Das I. Cap. 

Bon der Orthographia 

der Teutſchen Sprade 
Innhalt. 


* Orthograph a muß mit gewiſſer Map 
e außgeuͤbet werden. Die Holländerfind 
die eriten hierinne, Cornel. Gisbert 
Plempius'hat von der Orthographia geſchrie · 
ben. Ob die Etymologiaein richtiger Grund 
Der Orthographiz fen. Maͤnſch wird von etl⸗ 
hen vor Menſch gejchrieben. Des Worts Ur⸗ 
forung und Ableitung. Die, Veränderung der 

uchftaben Fannicht vermieden werden. Ob man 
fo fchreiben folle/wie man redet. Iſt keine richtige 
Regel. Die Vocales claræ und. obfcurz Fönnen 
an der Schrifft nicht wohl unterfchieden wer⸗ 
den. Hömüthig wird vor Demüthig von Buſſch⸗ 
fi gefchrieben / deo,theo, demoutah. Das 








| 
| 


—— 





-(b) und die Verdoppelung dee Vocalium wird 


‚von etlichen zur außdehnung des Vocalis ges 
braucht, Menfchfeben vor Menfchen! Lachchen 


‚vor Lachen ze, iR ungereimbt. Die Cnbigung ne 


| 


9:0 


ER ds hl ic 





ka Yen Er 


hr at ra FE, 7 BT and? = 
ern Sprache. 42 
Woͤrter iſt auff ein en / ohne Zuſatz eines Con- 
ionantis. Plempius behauptet — in der 
Hollaͤndiſchen und Griechiſchen Sprache. Ta⸗ 
delt die Teutſchen unbillig wegen Verdoppelung 
der Confonantium. Baconis Verulamii Urtheil 
yon der Regel / daß man fo fehreiben ar man 
redet. Dergleichen Neuerung in Frankoͤſiſcher 
Sprache. Heren Titii Urtheil von der Neuerung 
in ver Zeutfhen Orthographia,. Die Hinzufe 
gung und Hinwegwerffung des (e) im Teutſchen. 
Das (e) mutum bey: den Engelländern. Der 
Sufaß,deg(e) im Nominativo Pluralider Woͤr⸗ 
ter.) die auff er und el außgehen/ wird getadelt / 
wie auch, die Hinwerffung von Dem Datıvo 
finzulari und Imperativo. Erempel der Zuſam⸗ 
niet and in den alten Teutſchen Werfen, Bier 
teriey Dialecti der Teutfchen Sprache. Scioppi- 
us jeher devenfechfe, x. Den. Meißnifchen.  Def- 
fen Sehler. 2. Den Rheiniſchen. 3. Den Schwa⸗ 
bifchen.4. Den Sehweitzeriſchen. 5. Den Saͤchſi⸗ 
ſchen. Iſt den andern vorzuziehen. Micrælii Ur⸗ 
heit. 6. Den Bayeriſchen. Solche Dialecti find 
vor alters auch geweſen Ob die Dialecti unterein⸗ 
ander zumiſchen Ronſard und Mambrunus ge⸗ 
ben es zu. Aherohne Fug. Des Hugo von Trim⸗ 
berg Reime hiervon Sam. Bu Aaccentus in 
der Teutſchen Sprache. 


ER YA mietwir auch die Theile der Gram· 
matic kurtz berübren / fü mollen 









ssılı3h 


ogpir etwas weniges hiervon anfuͤh⸗ 
n d5d4 | ren. 





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424 Das II. Cap. Von der Orthographia | 
ven... Denn weil von andern groſſe Bü, | 
cher davon gefchrieben / ſo iſt es nichtnd, 
tbig, daß wir uns bierinn aufibalten. 
as nun erftlich die Orthographiam ans 
langet / ſo hat man in diefer Zeit Leute ge⸗ 
gehabt / die. alle ihre Kunſt in dieſer Grů⸗ 
Beley gefischee / und für groffe Meifter ha⸗ 
benmollen gehalten. ſeyn / wenn fie nur 
‚etwas neueg/ ihren thörichten Einfaͤllen 
ach / bierinne haben: hervor gehracht. 
Ich tadele nicht) daß man die Orthogra 
Dhiam außuͤbe / aber eg muß eine Male 
darinen fenn/ und allezeit ein Auge auf 
den gemeinen Gebrauch gerichtet wer⸗ 
den. Die Teutfchen haben fpäter die Or⸗ 
thographiam außgeübet/alsdie Hollaͤn⸗ 
der /ivelches Herr Conring angemerckt / 
in dem Briffe über des Herren Schotfelß 
SpracdyArbeit. Cornelius Gifebertüs, 
Plempiusbaf ein Buch/ de Orthographia 
Belgica ‚ geichrieben / . worinnen er viel 
fonderliche Einfälle. hat/ denen ic) durch» 
gehends nicht Befall arben kan Insge⸗ 
mein ſetzet man die Erymologiam zu e⸗ 
nem Grunde der Orthographie. Es ifta⸗ 
ber folche Regel nicht fo unfehlbahr / daß 
man nicht davon abſchreiten muͤſſe. en 


HH 


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der Teutſchen Sprache: 425 


an fehlet zum oͤfftern ſelhſt in den Ety- 
mologiis „und leidet Die übliche Außrede 
fothe Schrifft nicht: Denn es iſt ein un: 
ereimbter Schluß / die ſes Wort fan. mit 
olhen Buchftaben füglicher geſchrieben 
werden / darumb muß es auch alfo ſeyn. 
Man muß hier der gemeinen Bellebung/ 
davon vornehmlich eine Sprache / und 
nicht von dieſes oder. jenes ungeitiger Cri- 
tica, hanget / für die Richtſchnur balten. 
as erhebliche Urſachen find / daß ic) 
Maͤnſch / nicht Menſch ſchrelven ſolleẽ 
Mian ſagt / weil es von Mann her kompt. 
Es iſt dieſes wohl wahr / denn das Wort 
Meuſch vor Alters Fein. Subftantivum 
ſondern ein Adjectivũgeweſen / dis es end⸗ 
iſch durch den Gebrauch zum Subftantivo 
worden / wie ſolches Vorſtius, in ſeinem 
Specimine obſervationum in linguam 
ernaculam cap. weitlaͤufftig außfuͤhret. 
Es iſt aber. allezeit Menniſch, nicht Män- 
nilch geſchrieben worden / da das Haupt⸗ 
mortinSinguları Mañ / in elurali Meñ 
gehabt / und gang ſrrig iſt / daß die Deri- 
vara eben Die Buchſtaben behalte muͤſſen / 
die. in primitiv find. Iſt Auch unmoͤg⸗ 
uch wegen der nothwendigen Veraͤude⸗ 
J dds rung 


eo 











426 Dasll. Cap. Wonder Orthographia_ 


— 


rung der Buchſtaben / wie ſolches aus der 


Griechiſchen und Lateiniſchen Sprache 


ſattſamb erbellet/ (deren vielfaͤlltige Er⸗ 


empel bey dem Vosfio, in feinem Buche/ 
de permutatione hiterarum , ja auch in der 


formatione tewporum und caſuum, be 


allen Voͤlckern zu ſehen) und nicht anders 


mit der Teutſchen Sprache kan gehalten 


werden. Es haben dieſe neue Critici auch 
dieſe Haupt⸗Regel / daß man ſo ſchrieben 
ſolle / wie man rede. Iſt wiederumb ein 
unrichtiger Schluß / denn da ſind / fuͤrs 
erſte / unter ſchiedliche Dialecti und Mund⸗ 
arten / und waͤre / was nach diefer geſchrie⸗ 


ben / nach der andern verwerflich Bleibf. 


man alfo lieber / weil die Teutſchen in e⸗ 
ner Art zu ſchreiben übereinfommen/ 





ben der Einftimmung' ihrer Feder /al® 


dag man dem ungleichen Mundlaute fol 
ge. Thöricht ift deßhalben ) dag ich foll 
fhreiben Haben für Heben / war en 
für werffen / läben_für leben / fam 





den für fenden, “Dann man Fan kei 


nen Linterfcheid machen unter deme cla- 
ro und obfcuro, wo es nicht von allen 
vocalibus gelten foll/ welche / per remis“ 
fionerh vel elationem foni, nicht: konnen 
© & 24 ſo 


1 


4 





der Teutſchen Sprache: 427 
fo fort in lireras ſpecie diverfas, oder 
diphthongos verwandelt werden. Alſo iſt 
bey den Rateinern (e).obfcurum in dem 
orte Severus, (e) clarum „in dem 
Worte merces , welches aber deßbalben 
nicht anders darff gefchrieben werden. I 
obfurum ift in. dem Worte inimici, cla- 
rum, in dem Worte pilcis. Auch iſt gar 
laͤcherlich wann Samuel Butfhfi do⸗ 
müthig vor demüthig / zum theil aus 
dieſem Grunde / threibet: Denn/ ob 
zwar das Wort deomuat bey. den alten 
Teutſchen geichrieben worden / zum: Er 
empel / das Wort deo, theo, welches hu⸗ 


wilem oder ſervum bedeutet / davon Vor- 


ſtius in oberwaͤhntem Buche<.3. zu leſen / 
muß man doch nicht eben die gemeine 
Schꝛreibart ändern.Es find auch etliche die 
die Erhebung und Außdehnung der vo- 
calium mit Zufag eines (h) / oder mit Ver⸗ 
doppelung des vocalis außdruͤcken / wel⸗ 
ches auch unnoͤthig iſt. Wieder dieſe / die 
ſolches gleichfalls in der Schwediſchen 
Sprache thun / bat Martinus Brunnerus 
einige Diſſertationes geſchrieben / wie Hr: 
Schefferus, in Svecia litera-p. 216. beʒeu⸗ 
get. Auß dieſer ungegruͤndeten Run 
ST > n 








— | — [| Semseis —— 


428 Das H. Cap. Von der Orthographia 
dung koͤmpt auch / daß man Menſch⸗ 
fehenvor enſchen lachchen vor 
lachen / Sachchen vor Sachen, 
fepreibt /weilman meine? man vede A 

ſo / welches doch Falfch if. Denn es 
ift in Teutſcher Sprache die Hexio in 
plurali nicht auff ein schen / fondern en 
oder er / als heid/ heid en / licht? 
licht / er, Man fan hierüber Herr 
Tſcherningen / in feinem unvorgreifflichen 
Bedencken / über etliche Mißbraͤuche in 
der Teutſchen Schreib⸗ und Sprach⸗ 
Kunſt / cap.ı. obferv.2. nachfehen / wo⸗ 
felbft er Buchners Urtheil/ und viel an 
dere merckwuͤrdige / und die Teutſche 
Orthographiam betreffende/ Dinge an 
führet/deffen DanesUrtheilich viel höher 
halte / als diefer Neulinge unzeitige Cri- 
tic, Plempius, deffen wir droben gedacht / 
bat in feiner’ Orhographia Belgica Mif 
vielen Gründen erweiſen wollen / daß die 
duplicatio Confonantium , infonderheif 
- indenInfinitivis, falſch und unrichtig/ 
und nur von einer unförmlichen Außre⸗ 
de. berfoinme: Die jenigen / fo die Endi⸗ 
gung des Infinitivi auff ben/ den / fen/ 
gen/ ken / len / men / nen pen / 97 


— — — — 


— — HF —— 


— — — — — 


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—— © ——— um ED - — u > u—— 





der Teutſchen Sprache 422 


ſen / ten / jen / wen machen / irren alle / 
nach ſeiner Meinung / denn die Endigung 
iſt bloß auff en / als / in dieſen Worten 
hebben / wedden / fuflen / leggen⸗ 
bakken/ willen / temmen / zc. und iſt 


er hier innen auff rechter Meinung. Er 


meinet aber / daß die Conſonantes in dem 
Hauptworte nicht zu ver doppeln / ſondern 


nur einfach zu ſetzen / wie ich bey den La⸗ 


teinern nicht ſage pPuvvere, fondern fpue- 
re; nicht ruvvere‘, ſondern ruere. Si quis 
objiciat, ſpricht er / krabben heri ex 
krabb& en / ex eo quaſi verim, quis ho- 
motam auritus, ut in frabb duo (hb) au- 
dire poſſit. Ja er koͤmpt ſo weit’ daß er 
meinet / man folle auch im Griechiſchen 
die Confonantes nicht verdoppeln / ſon⸗ 
DErN vor ER Er Ey; ODE Ey YErRsIE eye 
Yer-sm, VOR meLr]swı meer, ſchreiben. 
Wor innen ich mit ihm nicht uͤberein ſtim⸗ 
men kan / wiewohl er einige Grunde 


beybringet / die nicht allerdings zu ver⸗ 


werffen ſind Daß er aber von den 
Teutſchen die duplicationem Conſonan- 
tium herholen will / ale wenn Durch 
Grobheit unſerer Sprache die Zierlig⸗ 
keit der Hollaͤndiſchen verdorben / dar⸗ 
innen 


Dir u 





— — — — — — 





130 Das 1.Cap. Bon deriOrthögraphia | 
innen irret er ſehr / undurtheiler vonder 
ſelben ſehr grob und ungeſchliffen / nach 
Arc einiger feiner andern danbolelte ihje 
Germanis, ſpricht er p. 25. nihil dicam, 
Moañ / Sonn / feribentibus, ſecundum 
Hlumbeas iuds linguas atque craſſas, und 
2. Auriculis aſini profe&to' carere non 
Hoterit,fi cum Germanis auſcultet, qui | 
in Sonn/ Mann/duo (nn), clare audiri 
‚volunt: Daß Inden Worte Sonn und 
Mann von etlichen ‚Die>Confonantes 
verdoppelt werden / hat dieſe Urſache. | 
Dann jenes iſt mehr ein zivensalseinmb 
big Wort. "Das gange Wort heiflet! | 
die Sonne / bleibt alfo / wenn es einſy⸗ 
big gebraucht wird / die Sonn; aber 
ſo wird in den Verſen / vor einem fol⸗ 
genden Vocali;dag(e)per Apoſtrophum 
weggeworffen. : Denn es gar unlieblich | 
flingen würde / wenn ich es einfyibig 
vor einem folgenden. Confonante.' (een 
wollte. Das Wort Mann / wird dar⸗ 
Amb ſo Feſchrieben / weil es in obliquis | 
Laũbus ein doppeltes cn) hat. Haͤtte alſo 
der gutePlempius mit feinem ſo groben 
Urtheue / von der Teutſchen Spradel / 
wohl zu Haufe bleiben Fonnen, ar 


br 
Bf HM: 


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GE u © en — 


nn. 


det Teutſchen Sprache43 

gen hat Claubergius in ſeinem 5. Buche / 
deCauf.L.Germ.eriveifenivollen/daß aus 
der verdoppelung der Confonantium' die 
euphonia, '‘volubilitas ‚ vehementia it 
Zeuticher Sprache beftebe / wie er / in ſei⸗ 
ner arte Eymol. p.'34. bezeuget. Daß 
nun dieſe Regul falſch / un man nach der 
Außrede die Schreibart nicht einrichten 
koͤnne / erhellet ſattſam hierauß / und 
ſtimmet mit uns uͤberein der vortreftliche 
Baco Verulamius; infeinem Buche / de 
augmentis-Scientiarüfnlibi6. c: 1. woſelbſt 
dieſe Worte fich befinden, Ila Tcriptio, 
quæ formata videri poſſit, ut pronuntia- 
tioni confona fit, eft’ex’genere inutilium 
fubtilitatum, Nam &apfa pronuntiatio 
quotidie glifeit , nee conſtans eft,.& de- 
rivationes verborum, pr&fertim ex lin- 
guis extraneis prorfus obſeurantur. De- 
nique , cum ex more recepto fcriptamo- 
rem pronunciandinullo modo impediant; 
fedliberum relinquant ; quorſum attinot 
ifta novatio? Mandat auchinder Fran⸗ 
tzoͤſſchen Sprache folche Neuerung ein 
führen wollen / welches noch viel närris 
fcher iſt davon Herr Sorel ‚in feiner Bi- 
blioreque Rrangoife, fan nachgelefen wer- 
— den / 








2 t P — —————— —— 
” 
⸗ ° 
; 


a32 Das Il.EapıVBomerOrthopraphia 


a — — — — — 


er der ſelbe fen / bezeuget Ar. Denys, in ſe 
nen Memoires des Artes & fcenicesp:74) 
in feinem Buche / de la connoiflance des 
ons liyresitraite. 44chap. 4. du nouveau 
angage frangois. Dur diefe und ders 
gleichen unrechte Rechtſchreihung / iſt die 
ehrliche Teutſche Sprache / ſo verketzert 
worden / daß ſie faſt ihr nicht mehr aͤhn⸗ 
lich geſehen / und iſt Herr Jiti ſein ver⸗ 
ſtaͤndiges Urtbeil/i Manududtionead ex⸗ 
cerpendum p.37: hiervon dieſes.· Quod 
firatione folä nitendum eflet, bonalinguz 
pars, faciem longe aliam & f&pe variam 
aberet. Id, quod in Germanie noſtr 
fierinvidemus: — ratiunculas 
nefcja,quas, tant indulgentiã amplecten» 
cibus; ut quæ ſeribant ex alio orbe adve· 
&äl videantur.\do zihorg sad | 
Icch koͤnnte hier viel abſonderliche Lehr⸗ 
ſaͤtze von der Teutſchen — 
beybringen / aber es find von vielen der⸗ 
gleichen Dinge geſchrieben / unter web⸗ 
den inſonderheit Herr Tſchernings De 
dencken zu loben Zugeſchweigen derer / 
die gantze Buͤcher allein: davon geſchrie⸗ 
ben/ als / Gueinzius, und andere; DNS 


| den / und eben derſelbe Aucor(denn/baß 
[4 | 

| 

| 





u en — Fe — nl u 





der Teutſchen Sprache 433 


muß:aber die Novatores meiden / wor, 
unter Bellin infeiner Rechtſchreibung der 
vornehmbiie ft. Eines muß ich noch von 
dern (e) gedencken / welches offt zur Un⸗ 
zett weggeworffen und hinzugeſetzet wird, 
Opitz feiber ſetzet es bißweilen einigen 
Woöͤrtern zu / dahin es nicht gehoͤret / als 
Baͤnde / Helde / Hande / Dinge/ 
Munde. So wird es auch in die va- 
&ylıfeben Verſe bißweilen hinem geſcho⸗ 
ben / aber es iſt ein groſſer Ubelſtand der 


Sprache / und klinget ſehr Außländıch. 

‚Sn der Engliſchen Sprache wird daß 
)auch ſehr haͤuffig hinter die verba uñ 
nomina gehenget / wird aber nimmer⸗ 


mehr in der Außrede / oder in dem Car- 


mine angeſehen / deßhalben es auch Ce) 
mutum genennet wird / davon Wallis in 


ſeiner Engliſchen Grammatica C.1#$.2.P» 
56.& feq Dergleiche findet ſich auch. inder 
Teutfchen Sprache / aber die Engelläns 
der gebrauchen ſich einer groͤſſeren Frey⸗ 
heit in Zuſammenziehung der Woͤrter / 
und Heraußſtoſſung des (e). Joannes Bel- 
lin hatin feinem Syntaxi Prepofitionum 
Teutonicarum von p. 44. biß 58. aus der 
Dibel/ und andern Noeten die Exem⸗ 
t 


pel 








— ng 





434_Das II.CAp; Mon der Orthögraphia_ ' 


‚gel der Woͤrter zufammen getragen’ de⸗ 
nen das (e) am Ende angehangen / oder 
entzogen wird. Es mwollen auch einige 
Grammatici;unfer welchen Herr Schof- 
gel iſt denen Woͤrtern die in fingulari 
auff ein er oder el außgehen / im plurali 
ein (e) zuſetzen / als der Vater / die DA: 
tere / oder / da es ſich un. Verſe nicht 
ſchicke / das erſte ce) wegwerffen / und da⸗ 
fuͤr ſetzen / die Ubelthaͤt re / die Buͤrgre 
Hergegen in den Woͤrtern / ſo einen vo- · 
calem oder liquidam vor dem er haben, 
laſſen fie es nicht gelten / als Mahlre/ 
Beſchwer re / Zuhoͤr re. Ob nun 
Amar dieſes von der analogiain declinen · 
do kan Hergeführer werden / und Het ı 
Schottel den Opig deßhalben beſtrafft / 
Daß er dieſes nicht in acht genommen / 
fo iſt doch die Gewohnheit / die den plu- 
ralem dem fingulari gleich machet/ "vor 
zehn Hr. Buchners Urtheil / das Hr: 
Tſcherning in ſeinem Bedencken c.ꝛ. obſ. 
2. anfuhret / giebt den beſten Außſchlag. 
Pronunciatio hzc, fägt er / foni difhcilis | 
eſt &ingrati, quod fügiendum, guieguid | 
etiam Grammatici precipiant , quorum 
vita & ſpiritus in regulis vertitur. “ g% 
re | ea | 








ICII HH IEIL 


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der Teutſchen Syrache >45 
brauchen auch einige groſſe Freyheit in 


Megwerffung des (e) vonden Impera- -· 


tivis in den legten Sylben / (equente vo- 
cali, welches die Niederländer. nicht groß 
beobachten. Bon den Dativis und Ab- 
latıvis fingularıbus , womit Harsdörfier/ 
und andere Oberländer/e8 fogenau nicht 
nehmen. Aber es: macher die Rede fehr 
hart und unlieblich. Die Zufammenzies 
hung der Wörter / durch Außſtoſſung 
des (E) und anderer Voeslum, iſt be 

den alten: Zeutichen noch beutiged Ta» 
ges in unferer Niederſaͤchſiſchen Sprache 
fehr gebräuchlich: So findet man unter 
den alten Teutſchen Poeten / beym Gol- 
daſto, foß.vor/fo. alt / daſt, vor / das 
iſt / erſ vor / er iſt / mirſt vor / mir iſt / 
ſiſt vor/ fie iſt / derſt, vor der tft /jw N 


vor / ſo es / ea vor / es iſt Aber die heu⸗ 


tigen Ohren ſind viel zu zarte / daß ſie der⸗ 
gleichen Laut erdulten ſoilten Es iſt auch 
ein groſſer Unterſcheid unter den Dia ectis 
und Mundarten / nach welchen die Rede 
und Schreibart ſollte eingerichtet wer⸗ 


den / wie ſchon droben gedacht: Denn es 


find einige gar zu raube / und muͤſſen 
durchaus nicht zum Muſter geſetzet * 
ee2 DM, 





3436 das Cap. Morider'Orthögraphie | 
den. Der Meißner Außrede iſt die zier 
oſte 7 aber / fie haben auch einige Arten⸗ 
Die nicht nachzuahmen find. An den 
‚peignern tadelt Scioppius in feinen Con- 
Litationibus p.28.Dieft6. Mifnenfesöpti- 
mis ac probätiffimis vocabulis ac ph 
"bus uruntür: quamvisin —— 
diphthongisac confonantibus nonnulls, 
'rifum ceteris Germanis meritO debeant 
verbi gratia cum dicunt x Heeht pro 
For / Zeeberer pro Zauberer / 


— — 


vd pro Gott / Gar pro Jahr. Jott 
ſeb euch een jutes naues Gar / pa 
Gott geb euch ein gutes neues 
Jahr. Dem Meißniſchen ſetzet Sciopr 
— Seite Turingicam, Francicam⸗ 
affjeam Dialetum. Den andern Haupt 
Diale&um nennet er den Rheiniſchen/ 
deſſen fich die Voͤlcker ben dem Rheine / 
bi ans Niederland / gebrauchen Der 
dritre ift ben ihm der Schwäbilche/ 
welcher doch’ auch an unterfchiedliben 
Orten ſich ändert. ° Der vierdie it der 
Schweitzeriſche / der vorhin allen 
Alemannis eigen gemefen, Dieſen Dia 
ledtum nennet Scioppius, copiofisfimam, 
| omniumque 'minime depravatam; we 


br pie alten Schweiger von andern abge 
fondert/ 


u 


W a 


der Teutſchen Sprache. 437 


fondert / und nicht/ durch frembde Voͤl⸗ 
cker Vermiſchung / ihre Sprache verder⸗ 
bet. Der fuͤnffte iſt bey ihin der Saͤch⸗ 
ſiſche Dialectus, welchen die alten Sach⸗ 
ſen / Weſtphaͤlinger / Holſteiner / Mecklen⸗ 
burger / Pommern / Brandenburger 
gebraucht / und der mit dem Schweitzeri⸗ 
ſchen des Alterthumbs / der Unver⸗ 
aͤnderligkeit / ja mit allen andern / auch 
der Sierligfeit halber / wohl reiten Fan. 
Denn es ift der Warheit gemäß / was 
der berühmte Micrelius, mein vormah⸗ 
liger Rehrmeifter / in feiner Pommeri⸗ 
ſchen Ehronica/inder Borrede des drite 
sen Buchs / ſchreibet. Diealten Sve- „ 
vi haben auch die rechte Saͤchſiſche, 
Wurtzel ihrer alten Miederteutfchen 
Sprache mit in Helveriam gebracht » 
und Dafelbft den Swyzern oder Swey⸗ 
zern / das iſt / Svevitzern ihren Nah⸗ 
men / und ein groß Theil ihres Idiona⸗ 
tis, mitgetheilet. Dagegen hat die ſibi⸗ 
lirende /und mit vielen harten diphton⸗ 
eis erfuͤllete / Hochteutſche Sprache der » 
Francken auch fich hin unher außgebrei » 
tet/un die Svevi oder Sucboni ( Schwar 
ben) Die. ſich in Schwaben ferten/ba: » 
. | ee3 „ben 


gu. — BED rn — Ve — a 





m — — — — 
— 


— 
— 








48 Das II. Cap Von der Orthographia 


„ben / fie gar gelernet. Die Oberſaͤchſi⸗ 
ſchen / auch in Meiflen und Thuͤrm⸗ 
z gen haben fie fich belieben laſſen. Wir 
„ andern Sachſenleute haben nun au 
„on unfere Mutterfprache einen folchen 
„ Ekel gehabt / das unfre Kinder nicht 
; ein Dater unfer / wo nicht in Hody 
Ateutſcher Sprache/ beten, und wir kei⸗ 
„ne Pommeriſche Dredigt faft mehr in 
„gang Pommern hören mögen. Um 
„ fer männlıches Atticißirendes Tau (T) 
„muß allenthalben der Sigmatiſiren⸗ 
den S) Sprache weichen. Unterdeflt 
„fen fan gnugſam dargethan werden / 
„ daß die Saͤchſiſche / Schveviſche / oder 
Goͤthiſche Sprache die. rechte alte 
Teutſche Sprache iſt. Der fechfle iſt 
der Bayerifche / welchen die Leute in 
Bayern) Tyrol / Steyermarckt / Kaͤrn⸗ 
ten / Oeſterreich reden / eine von den 
raueſten Redarten / mit welcher Sciop- 
pius an demſelben Orte viel Spottes 
treibet. Solche unter ſchiedliche Red⸗und 
Schreibarten find ſchon vor alters IN 
Den Sprachen geweſen / wie ſolches / gus 
den verſchiedenen Exempeln der alten 
Teutſchen Sprache / zu erſehen die Sit | 





— — — 


— 


A—— 


| i 


Der Teutſchen Sprabei 42 


ler in der 381. Epiftel anfuͤhret Wer num 

ein reinliches Teutſches Carmen ſchreiben 

will / der muß den lieblichſten Dialectum, 

wie der Meißniſche iſt / ihm vorſetzen / | 

unter welchen aber die andern Oberlaͤn⸗ 

der ſchwerlich zu bringen find /Denn ihre 

Idiotifmi fauffen: alezeit mit unter · Mei⸗ f 

nes erachtens fol ein Niederfachfedie ber 

fte Art im ſchreiben an ſich nehmen/ weñ | 

er in den Hochteutfihen Idiotifmis etwas | 
geuͤbet iſt. Daß man aber alle Dialectos | 
unter einander verimifchen koͤnne / iſt eine | 
viel zu groſſe Freyheit welche Ronard | 
ſeinen Frantzoſen giebt / jedoch / daß die | 
Boffſprache den Vorzug vor ihnen has | 
: be. Denn er fpricht in feinem’ difcurs, 
von der Frantzoͤſiſchen Poeterey / Je te 
conſeille d' uer indifferement de tous 
dialectes; entre lesquels le courtifant eſt 
touſiours le plus beau, a caufe de la ma⸗ 
jeſtè du Prince; mais il ne peuteftre par- 
;ı fait fansl’aide des autres. Car.chacun 
l 





jardin afa particuliere fleur & toutes na- 
tions ont affaire les unes des autres. Ich | 
wundere mich / daß dergelehrte Mambru- · 

nus, in ſeinem Buche / de Carmine Epico, 
part.. quæſt. 10. num. 12. dieſer Meinung | 
ie - De 1 


er eu “ 
— vr r — 
— EN Ag x 


——1 Ta" 


A a EEE ar _ 
- ’ 5 . 
= 

— 


Benfall giebt / uud feine Landsleute / die 


—8 


Auff man 


2 


——— —— —ñe — — — — — — — — 


beurigen Frantzoſen / ſtraffet / daß fie 


allzuſtrenge bierinne find. Er wirfft ih⸗ | 


nen der Griechen und Rateiner Exempel 
vor / da zwar wahrıdaß die Griechen ef 
wasfreyer geweſen / wiewohl fie auch die 
Dermifchung ohne Unterfcheid nicht ge 


braucht: Die Rateiner hergegen find ſo 


(or gfältig geweſen / als jemahls eine Na- 
tion fenn mögen / die Sauberfeit ihrer 
Sprache zu beobachten /daß fie auch den 
Spaniern deßhalben aufffaͤtzig find/weil 
ſie eine frembde Art in die Kateinıfche 
Sprache / der ſo genannten goͤldnen Zeit / 
gebracht. Hugo von Trimberg / deſſen 
wir droben gedacht / hat in ſeinem Ren⸗ 
ner eine gleiche Meinung / deſſen Urtheil / 
ob es zwar zu unſern Zeiten kein Anſe⸗ 
ben hat / will ich Doch ſeine Verſe hieher 
ſetzen / welche nur ihres Alters halben 
uns ergoͤtzen koͤnnen. Dann er ſpricht / 
unter dem Titel von allerley Sprachen / 
P. 112%: | Pr 
Wer Teutſch wil eben dichten’ 

Der muß Ei herße richten 

herleye fprache ı — 

Ber meynet / daß die von Ache 


Reden / als die son Francken 
= Au Frane — 





— 


ZiS 
= 0 32 Ze 


— — an ——9 — 


der Teutſchen Sprache. · 441 


Dem ſollen die Meuſe dancken. 


Ein yegklich landt hat feine rede und ſitte - 

Der ſeinem Landtvolck wonet mit / * 

An ſprache / an maſſe / und an gewande / 

Al unterfchenden landt von lande. 
er welte ding ſteht uͤber al / / 

An ſprache / an maſſe / an wage / an zal. 
ft aber nit tugend an dieſen Dreyen/ 
traffet man fie dann / das laß ich fein. - 

Die Schröaben ihe Woͤrter ſpalten / 

Die Be ein Theil fie falten. 

Die Beyern fie de auf 


y 


Die Döringen fie aufffperren. 
Die Sachfen/ fie underzuͤcken / 
Die Reinlender fie underdruͤcken. 
Die Wederauwer fie mürgen/ 
Die Meiffener fie wol aus fehurgen. 
Egerland die Woͤrter ſchwencken / 
Steyerland fie baß lencken / | 
Oſterland fie ſchrencken / 


Kernthen ein theil ſie ſencken. 


Böhmen/Ungern/ Pohlen / Lamparten 


Die hauen nit mit Teutſcher Barten. 


ren Wahlen / und Engelandt / 
Norwegen / Ybernia ſind unbekandt / 

An ihren Sprachen. Teutſchen leuten 
Niemandt Fan euch rool.gedeuten =... 


ei | Serben. * ar 


EN) aldeifeh) 


Wer dasmifcher in Teurfeh gedichte \ 1. 
‚Sein Meyſterſchafft wuͤrd gar zu nichte. 


ee Die 








> 442 Das U. Cap. Von der Orthographia 


Die landt fprachen davor gengn = 
In Teutſchen landen find. befand! 5 
| Wer aus Denen was gutes nimet / | 
Das mwolinfeinemdichte jimet/,, 
Mich dunckt der habe nit miſſethan _ | 
Thut ers mit kunſte / und nirdurch wahl. 
—— He 
In eutfchen landenfind bekandt / | 
iewol fie wuͤrgen / zwicken / und binden | 
Die fprach / vorn / mitten’ und hinden. 
Dann / und N/ und R. | 
Sind von den Francken fer | 
An manches wortes enden? | 
| 
| 


en/ und manch landt | 


Bil yemandfie darumb,pfenden?. 
. Das Schmwanfelder ihr wörter. lengen si 
Und Bamberger ihr fprache brengen - 
Don den hülfen auff den Ferm 
Eyn yegklich menfchfpricherigern + 
Die fprache/ bey der er ifk erg. 
Sint meine wort ein theil gebogen 
Auff francken / nimandt fei das Jorn / 
‚Dann ich von. Srancken bin geboren. 
Was fonft in dee Orthographia noch zu 
erinnern iſt / kan bey andern Auto- 
ribus weildufftig geleſen werden. Diefes 
eine muß ich noch erwähnen / daß Sa⸗ 
muel Buͤtſkiin ſeiner Hochteutfihen Can 
zeley durchgehends / nach Art der Grie⸗ 
chen / einen accent über die Woͤrter ſetzet / 
dar nach fie ſollen außgeſprochen werden. 
"rt A | 5% 
IRIDOSEIOO: | 
IAARIARRN | 


er 





WIIWTITBE N IWIIDH 


u: — u ee rn —— 
— 5 — — mr u — 


der Teutſchen Sprache.443 


— — 


Ich ſehe aber. nicht worzu dieſes dienen 
ſoite in einer bekannten Sprache/ man 
möchte e8 denn einem Außländer zu ges 
fallen thun. pr % 





| Das I. Cap. 
Bon der Etymologia der 
Teutſchen Sprache. 
Innhalt. * 
Tymologia weyerley Art. Die Ablei⸗ 
tung der Woͤrter geſchiehet durch Veraͤn⸗ 

= derung ber Buchſtaben. Deſſen Erempel 
im Sean de und Lateiniſchen. Vey Den 
. Zeutfchen find dergleichen Woͤrter viel / deren 
Wurktzel unbefannt / aber in abgeftorbenen 
Sprachen ilieget, Exempel aus deg V orltii Spe- 
cımine obfervationü. Claubergi Ars Etymo» 
logicaTeutonum, Seine fonderliche Scharff⸗ 
ſinnigkeit hierinne. Seine Regeln werden ange⸗ 
fuͤhret. Sein Buch / de Caulis ingux Gertna- 
nicæ, wird ſehr verlanget. Teutſche Lexica. Ra- 
bani Mauri und Keronis Gloſſaria Latino- 
Theodifca. Sened iſt vom Lambecio verheiſſen. 
Goldaftus und Freherus haben einige alte Woͤr⸗ 
ter auffgezeichnet / und hat dieſer ein vollſtaͤn⸗ 
diges Lexicon verſprochen. Sein Buch de No ⸗ 
minibus propriis. Lucheri®Burh hiervon. Teu⸗ 
toniſta, der Teutſchlaͤnder. Der Autor Senn 

Rn uche 











444 Das II. Cap. Von der Etymologia 
Buches. Anonymi Gloſſæ Latino Germani- 


cz MSt& in der Kilifchen Academifchen Biblio- 
thec. Kıliani Didionarium; Etymologicum. 


ft ſehr geftümmelt. Georgü Henifchii The- 
aurus ae & Sapientiz Gernianic. Lin- 
denbrogii Vorhaben / ein Lexicon Germani« 
cum zu fihreiben. Gloflarium Latino-Theodi- 
fcum. Viel Teutſche Woͤrter beym Ifidoro. 
Joh. Bernhard Zinzerlings Worhaben wegen 


eines Teutſchen Lexici, Frembde Wörter by 
den Zeutfchen. Articuli, verba auxiliaria,und 


ronomia bey den Gothen und Teutſchen außge⸗ 
affen, Der Articulus muß nicht vor die Nomi- 
na Propria gefehet werden. Kan bißweilen ab 
gefchehen. Etliche Endungen der Woͤrter von an⸗ 
Deren Grammaticis sorbeygegangen. Die Pre- 
— infeparabiles, Wan und Ver.Hars⸗ 

oͤrffers fuͤnfffacher Gedencks-⸗Ring. Das alte 


verbum auxiliare. Ich thue / noch heute bey den 


Engellaͤndern gebraͤuchlich. er 
Di andere Theil der Sprachkunſt 





Woͤrterforſchung. Dieſe iſt nun 
in der Teutſchen Sprache von groſſer 
Erhebligkeit. Sie fan aber auff zweyer⸗ 
ley Art betrachtet werden/ erſtlich / wen 


man der Stammwoͤrter Urfprung ſelbſt 


unter ſuchet und auch aus andern Spra⸗ 
chen herbey holet. Zum andern / * 


—W 


Bean 


te 


arlab Kae dblcım 


Rbeſtehet in der Etymologia oder 


“ 








der Teutſchen Sprache. 445 


man die Eigenfchafft jeglicher Woͤrter in 
Betrachtung zieher/und ihre Bedeutung / 
nad) den neun Haupttbeilungender Re 


de / und deren, Abrheilungen und Ver⸗ 


wandſchafft / eroͤrtert· Von der erſten 
Art der Etymologie: haben wir in dem 
erſten Theile weitläufftig gehandelt / und 
wäre der Mühe werth / daß man alles 
am genaueſten unterſuchte / welches keine 


gemeine Scharffſinnigkeit er fordert. Ei⸗ 
ne Hauptreguliſt / wie ich ſchon vorhin 


erwieſen / daß man nicht ſo ſehr auff die 
Gleichheit / als auff die Veraͤnderung der 
Woͤrter ſehe. Denn es kommen bißwei⸗ 
len Woͤrter von andern her / die faſt kei⸗ 
nen Buchſtaben gleich haben / und kan 
Doch gar klaͤrlich dargethan werden. Wer 
ſollte meinen / daß in der Frantzoͤſiſchen 
Sprache das Wort / dechdir, von dem 
Lateiniſchen / cadere, komme / und iſt doch 
in: Warheit nicht anders... Erſtlich hat 
man das e finale weggeworffen / und ca- 
der vor cadere geſaget / wie die Italiaͤ⸗ 
ner noch heutiges Tages. Hernach hat 


man das d beraußgeftoflen . und caer 


darausgemacht/ das noch die Spanier 
‚gebrauchen, Einige haben gar, cär 14 
’ ET 











446 Das IN Cap. Bon der Etymologıa 


ker daraus‘gebilder / wie / die in der Pi- 
cardie, eg außfprechen. Die ein menig 
tieblicher in der Rede fenn wollen haben 
es in.cher verändert / wie es noch ın al⸗ 
ten Srangöfifchen Romanien gebraucht 
wird. Endlich hat man den Vocalem 
ineinen diphtongum verwandelt / und 
choir davon gemacht Davon das Com- 
pofitum dechoir noch im Gebrauch if. 
Wenn einem das Stammmwort nicht bes 
kannt wäre/und die Mirte- Wörter nod) 
verhanden / wer follte fagen/ daß dechoir 
von caderefotime. Eben auffdiefe Art 
hat man viele Wörter in der Latein’ 
ſchen Sprache / diedurch viele Veraͤnde⸗ 


rungen erſtlich auff den rechten Urfprung 


gebracht worden. Dieſes hat Salmaſins 
in dem Worte, Pollintör , vorgeſtellet. 
Wer ſollte meinen daß ſolches von 
Per und ligare herkomme? und ifl doch 
fo Augenſcheinlich / daß es Fein verſtaͤn⸗ 
diger leugnen fan, Da hingegen andere 
Grammaticidielndrrifhe Einfaͤlle davon 
haben. In Teutſcher Spräche hat man 
eine groſſe Menge folcher Wörter / 0% 
ven Urfprung niemand errathenfan/ 


‚aber die monumenta der alten Teutſchen 
| Sprade 


f- AT g 3 
—830 
VLM F 


u 





„Dee Teutſchen Sprache, 447 


Sprache nachfiehet / umd auffdie Veraͤn⸗ 
derung der Buchſtaben acht hat / der 
wird ſich bald darein finden. Dergleichen 
Arbeit iſt von keinem Teutſchen noch zur 
Zeit vorgenommen / nur daß Voritius, 
in ſeinem Specimine' obfervationum in 
linguam vernaculamm‘, folgende Wörter 
zur Probevor gebracht. Wer will ſagen / 
woher daß Wort ruchloß komme / weñ 
er nicht Weiß / daß das Wor / ruch, oder 
rnach „0 viel als / Sorge / bey den alten 
Teutſchen bedeutet Des Wortes) 
Beichte / Urſprung wird ſchwerlich ei⸗ 
ner geben / welcher nicht weiß, daß es in 
dem alten Teutſchen Pfalter begihr, over 
begicht gefchrieben wird / und. alfo zu⸗ 
ſammen geſetzet ift/ aus der pr&pofitione 
infeparabili be,und dem Morte/'Fibr 
der giebt. Woraus hernäch per Synco- 

en Dich , und im Hochreukfchen / 
Beiche / morden. Die Wörter / 
Freund und Feind / erden dor primi- 
tiva gehalten, Wer aber die alten Woͤr⸗ 
fer / fen, odiſſe Migan, amare, fennet/fie- 
bet leicht daß es die participia, fan, 


und frigond find / dienachgehends in eih- 
ſylbige Woͤrter zufammen rn = 
—* andelt 























. 448 Das I.-Eap. Don det Etymolo 21 
paper ferner von dem. Urfprunge.der 
Woͤrter / erquicken / barmhertzig / er⸗ 
eugen / Beyſpiel / Wucher / die vonab 
‚ten abgeſtorbenen Woͤr ern herkommen. 
Es koͤnnte aber ein groſſes vollſtaͤndiges 
Buch / von Exempeln / zuſammen getra⸗ 
gen: werden. Iſt derowegen dieſes der 
‚nähefle Weg, Daß man aus den alten 
Woͤrtern der ſelben Sprache / die H 
leitung ſuche / nicht aber aus den fremb⸗ 
‚den. Caubergius, deſſen wir, im vorher⸗ 
gehenden capite gedacht / weiſet auch 
eben denſelbigen Weg / in feiner Arte Ety- 
mologica Teutonum, e Philofophizfon- 
„tibus derivata, wie man das Teutſche 
vom Teutſchen herleiten ſoll. Es iſt eine 
kurtze aber ſinnreiche Schrifft / Dieig ir 
‚fonderheit degbalben hoch halte / weiler 
auch gefehen/ daß man Teutſche/ nicht 
‚von dem Griechiſchen und Latemiſchen⸗ 
ſondern dieſes von jenem herleiten muſſe⸗ 
und iſt ſehr zu beklagen / daß fein Buch / 
de Caufis linguæ Germanicæ nicht het⸗ 
vorgegeben / worinnen er außführlicher 
von allen handeln wollen. In dieſer klei 
nen dıflertation hat er nur die. drey Woͤr⸗ 


erden Suchen‘ Sr; 











" 





— — — 


5 I u En u 2 — ⏑— u —— 
# 


Nationis Germanicæ e Proprieyexöp- 





der Teutſchen Sprache 


— — 


chen / erörtert. / und durch dieſe Gete⸗ 
genheit ſchoͤne Regein / und viel andere 
Erempelmit eingeiniimet: Seine Regeln 
find diefe, 1. Germanica vocabula‘prius 
& potius e'Germanicis;quamerperegria 
nis derivanda: a· Argumenta abanalogia 
petita fünt'eo valıdiora,squo major' vo- 
cum, quæ inter deconferuntur, ũmilitu⸗ 
do elucet: 3. Cum ad'materialem vocum 
fimilitudinemacceditformalis;(ie;fieni- 
hcatio) ‚tum demum etymologia certa 
eſt. 4. Dialectorum & antiquitätisiconfr- 
deratio multum facit an Iinguæ Germa- 
nicæ origines inveniendas. 5. Quoties 
in aliis eruditis linguis ſimilein quoad 
materiam aut formam,/ maxime oad 
utramque;, conſpicimus derivandi ratio⸗ 
nem;novaindeGermanicisorigimbüsiux 
accedit o. Aſenſilihus ad intelligibilianug: 
plurima vocabula ſunt traducta Vocabiu 
lorum Teutonicorü:majoreft quandoque 
bonitas quam Gr&corü,Latinonim;alios 
rum ꝓeregrinorum g Voces quæ a rei 
perfectione petitæ ſunt/ melius eanyexc- 


primunt, quam quæ ab ejus defeau 


corruptione. 9. Veritas:&. elegantiaorigi- 


Ä poſio- 

















& 
c 


) 


zz 


450° Das II. Cap. Von der Erymologia _ 


fitiopeioriginationis falle & alienzcla- 


Yiusielncet; 10. Vocales omnes inter 


permütarii poſſunt. 11 :Nulla vocalisıtam 
eft Germanis familiaris uam Eins Ma 
- * 2 4 | 
res nominum vocales:( O& Vi) funte 
minoribus( A; E,T);verborum; unde de- 
vivantur. 13. Inaliarum vocum ab ali 
— fepius magnæ vocales abe» 
unt viciſſim in parvas. 14» Non omnes 
confonz zque-facile jungi poſſunt, fed 


. aliz magis aliis ſociari gaudent. 15; Ger- 


mani-multas amant’confonas unä (yllaba 
comprehendere: 10. Confon& lenes tan- 


_ tum-cum lenibus ;.:afpere cumnafperis 


conjungipoffunt in: pronunciando« 17 
Germani ad fortem: potius, quamsad 
mollemipronunciationem inclinants‘ 18: 
Szpiusi$:confona fortis eſt, 8 fortibus 
jungitur. ig. Nulla eſt magis amicacon« 

fonantiutn locietas, quam fi planefimiles 

fungantur. 20. Sonus longus: yocalium | 
compenfat geminätionem’ confonatium, 
& contra; zl Gerinanicertas vocales cer- 
tis rebus per vocabula denotandiselegan- 
ter accommodant; 22.Germani fapediph- 
mongos amant, ubi Græci & Latin! vo 


— — — 






salibus utuntur ñmplicibus. D J 
vilog 1 


© 
x 
— 





‚der Teutſchen Sprache ast 


die Regeln / die ich aus ihm habe auß⸗ 
—— weil das Buch nicht ũ⸗ 
erall bekannt Woraus er zuerkennen 
giebt / daß keine Sprache der Natur 
ſelbſt und unſern conceptibus, naͤher 
koͤmpt / als die Teutſche. Wäre das voll⸗ 
ſtaͤndige Werck / de Cauſis linguæ Ger- 
manicz, hervorgekommen / wuͤrde es 
ohne zweiffel das vollkommenſte geweſen 
ſehyn / fo bis auffdieſe Zeit darvon geſchrie⸗ 
ben. Er iſt ſetzo geſtorben / und zweiffle 
ich / ob das Buch noch vorhanden ſey. 
GSs iſt aber zu mercken / daß er die Ana- 
logiam bißweilen allzuweit außdehnet / 
und mehr Tieffſinnigkeit / als etwa gruͤnd⸗ 
lich iſt / er weiſet. Als / wenn er Suchen / 
von Sehen Zechen von Ziehen / Flu⸗ 
chen / von Flehen herfuͤhret. Wiewohl 
er es ſo wahrſcheinlich machet / als es im⸗ 
mermehr ſeyn Fan. Seine hierinne ge⸗ 
brauchte Critica iſt fo artig und fein / als 
ſjemahls Scaliger, Sanctius Voflius oder 
'  Scioppius von der Lateiniſchen Sprache 
etwas mögen erdacht haben: ' Deßhals 
ben wir diefes Marines ſonderliche Ge 
ſchickligkeit / und Faͤhigkeit in dieſem 
Wercke / ſehr erheben / und allen andern 
vorsehen. ff: Daß 


1. ONE: 
u 5 f 
| E22 i 





ee 


452_Das Ul. Cap. Von der Etymologia 
Daß die Worterforkhung recht von 
fatten gehe / fo ſollte billig ein vollſtaͤn⸗ 
Diges Woͤrterbuch oder Lexicon, in 
Teutſcher Sprache gefchrieben werden/ 
welches Harspörffer /infeinem Specimi- 
ne Philologi& Teutonicæ difq. 8.9.13: Mil 
unter ſeine / zu Verbeſſerung der Teut 
ſchen Sprache zielende / Vorſchlaͤge ſetzet / 
deſſen Entwurff Here Schottel in feiner 
Sprach⸗Arbeit vorgeſtellet. Aber noch 
zur. Zeit iſt nichts vollkommenes zum 
Vorſchein gekommen / da man hingegen 
in Weiſcher und Frantzoͤſiſcher Sprache 
ſo viel Muͤhe / der Sprachehalben/ange 
Pandt. Man: bat einige alte Gloflaria 
ſo billig im hohen Werthe zu halten ſind / 
weil in dieſen der jetzigen Sprache Stan 
wörter / zum theil ſtecken Daiſt des Ka⸗ 
bani Mauri Gloſſarium Latino- Theodi- 
fcum,intota Biblia Veteris & Novi Te- 
@amenti, fo noch nimmer. hervorgege? 
ben. Diefes Buch bat Lambecius; auff 
feiner Zyrolifchen Reife / irgend in einem 
Schioffe unter alten Büchern gefunden 
und der Känferlichen Wieniſchen Bibllo⸗ 
check einverleibet / bat auch verſprochen / 
Am feinem: Syntagmate rerum Germanl- 
| | carum, 


— — — — — — — — — — 
— — 


— —— — — — — — — 


U 


Ve u an 53 ee 3 —————————— u ET Zr — 


— 









der Teutſchen Sprache. 45 
carum, es hervor zugeben / welche Hoff⸗ 
nung nun verloſchen. Er ſetzet den An⸗ 
fang dieſes Gloſſarii, lib.2. com. de Bi- 
blioth.Vindob.c;5.p. ai6.welcher alſo lau⸗ 
tet Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero ni- 
yum anti deru altun Euu. Inchoant con- 
gregationes verborum ex novo & vetere 
teftamento. Dieſes iſt warlich eine ſchoͤ⸗ 
ne antiquitaͤt / denn es iſt etwa Anno Chr. 
847. geſchrieben. Deſſelben Autoris Glof- 
{2 Latino-Theotife, de partibus huma- 
ni’corporis , wie auch / deinventione:lin- 
guarum,ab Hebraico ad Theotiſcam, & 
notis-antiquis,felche Walefridus Strabo, 
aus feinem Munde in die Feder verfaſſet / 
hat Melchior Goldaftus dem andern to- 
mo feiner Rerum Alemannicarum part.i. 
pP. 65.& 66. einverleibee / welche auch, / 
unter den Wercken des Rabani , Die zu 
Coͤlln Anno 1607. heraußgegeben / ſich 
mir. befinden. Es hat auch ferner ein 
Muͤnch zu S. Gallen’ Kero genannt/In- , 
terpretationem vocabulorum'barbarico» 
rum, wie er die Teutſchen Wörter nen» 
net/ gefchrieben/ fo an eben deinfelben 
Drteben Goldafto ap. 69. usq; oꝛ.befind⸗ 
ich, Derfelbige x Fun, hat / 
* in 





| Sea 1 ar Sa ae 


414 _ Das Tl; Ep. Von der Etymologia_ 
in feinem. Tom. I. Rerum Alemannica- 
‚rum, ein Gloflarium hinzugefegt/ wie auch) 
Marg- Freherus in dem feinigen/ welcher 
auch ein vollſtaͤndiges Lexicon Etymolo. 
‚gium der Teutſchen Sprache verſpro⸗ 
‚hen/ wie, Melchior Adami, in. feiner. Le— 
bensbefchreibung/ bezeuget. Er hat auch 
vorgebabt.orauaSerm,;, f de nominibus 
propriis Alemannorum, traetatum. Wo⸗ 
vᷣon Herr Lutherus ein abſonderliches 
Büchlein auch geſchrieben / dag von 
Gotifried Wegenern mit Anmerckungen 
neulich wieder heraußgegeben. Aber Fre- 
heri Arbeit ift ohne Zweyffel verlobren 
gegangen / welcher Berluſt traun nicht 
wenig zubedauern. Man hat aucheinne 
tes Lexicon Germanico-Latinum, mir 
ches / unter dem titul Teuthoniſta, oder /⸗ 
der Teutſchlaͤnder / zu Coͤlln —5— 
gedruckt: Der Autor nennet ſich ain E⸗ 
de.deffelben/mmofelbft diefe Worte ſich be⸗ 
befinden. Explicit præſens voceabulorum 
materia à perdocto eloquentiſſimoque Ye | 
roDrno'Gerhardo’ de Schuren, Cancella- 
rioillaftriffimi' Dueis-Clivenfis ex;diver- 
ſorum -.terminiftrarum voluminibus 
donterta In der Vorrede ſetzet der Aur 
dnoxdi⸗ 33% tor, 
SONOZONGN de 
LOUOFOUOT 
— — 


— — 


u 








der Teutſchen Sprache 45⸗ 


— — BAER Ms — — 2 
tor, Huguiconem; vetuſtisſimum & am⸗- 
plisſimum terminiſtam, huice operi penò 
totum inſerui, aliosquo etiam totus im- 
mifeui, Woraus zu ſehen / daß noch ei⸗ 
nige andere uns unbekannte / Lexico- 
graphi damahls geweſen. In dieſem 
Buche finden ſich unterfchiedliche / jetzt 
ungebraͤuchliche / alte Teutſche Woͤrter. 
Es findet ſich auff unſrer Academiſchen 
Bibliothee eines: Anonymi geſchriebenes 
Latino·Germanicum Gloſſarium welches 
aber nach dem ſo genannten Catholico 
erſtlich herauß gekommen / und mit dem 
obigen eines Alters zu ſeyn ſcheinet. In 
der Niederlaͤndiſchen Sprache hat Cor- 
nelius Kilianus eine gute Arbeit gethan / 
deſſen Etymologieum Teutonicæ linguæ 
ſehr offt herauß gekommen. Wird von 
Lipfos- und andern gelehrten Leuten / 
billig hoch gehalten / denn es finden ſich 
offtmahls ſehr gute Anmerckungen dar⸗ 
innen. Esiſt aber nachgehends / unter den 
Titul Kiliani audi , ſchaͤndlich geſtuͤm⸗ 
melt hervorgefommen / worüber; Frans 
cifeus: Junius, in feiner ' Vorrede uͤber 
des: Willerami Paraphraſin / fehr kla⸗ 
get / und die Obrigkeit ermahnetz bag fie 

ff4 folche 


BR - i rn 
— — 1 





46 _ Das IUl Cap Von der Etymologia 


ſolche Stuͤmmelung / die zum Nachtheile 
des Vateriandes gereichen / ſtraffen und 
nicht zugeben ſolle. Er nennet das voll⸗ 
ſtaͤndige Werck billig eximıum Belgarum 
oinnium\Ihefaurum, Es hat im Jahr 
1616.:Georgius Henifchius ‚ein gelehrter 
Mann / unter dem Titel‘ Thefauri"Lin- 
guæ & Sapientiæ Germanicæ, den erſten 
Theil eines Lexici heraußgegeben Era 
her iſt nicht weiter als biß zu dem Buche 
ſtaben gekommen Er Hat alle Teut⸗ 
ſche Enonyma, derivata, phraſes com⸗ 
pofita,epitheta','pröverbia , antitheta zu 
eglichen Wörtern geſetzet / und waͤre ei⸗ 
ne ſehr nuͤtzliche Arbeit geweſen / ſo er ſie zu 
Ende gebracht: Aber von den uhralten 
Woͤrtern findet man fogar viel nicht dar⸗ 
innen: Es iſt auch der gelehrte Linden- 
brogusmit ſolcher Arbeit ſchwanger gan: 
gen / denn es ſchreibet Grotius Epıft. ad 
Gallos 144. ad Cordeſium. Laborat nunc 
Lindenbrogi9 in concinnando Lexico ve- 
teris ſermonis Germanieu & multa habet 
adjumenta, quæ nec.Spelmannussnecalü 
habuerunt Trit idopus eruditis nec ingra- 
tü;heeimn de Die ſes iſt aber niemahls hei 
vorgekom̃ꝛen / nur daß man mir beruht 


8 | 
us ıvT > 


Bay ih u 








der Teuſchen Sprache. "457 
ob waͤre noch in Bibliotheca Hamburg nfi 
ein Gloflarium MStum von ihm vorhan⸗ 
den / halte aber / es ſey nur das Gloſſa⸗ 
rium Lätino-Theodifeum, daß er offt⸗ 
mahls in ſeinen Schriften anführet Das 
jenige ſo er über den Codicem Legum 
geſchrieben / ift Anno‘ 1613. heraußkom⸗ 
nen. Hat alſo dieſes eine andere voll 
ſtaͤndige Arbeit ſeyn ſollen Es waͤre die⸗ 
ſer Mann ſehr gut zu dieſem Wercke ge⸗ 
weſen / weil er eine groſſe Kunde in den 
alten Gloflariis gehabt / worinnen ſich 
meiſtens Teutſche Wörter befinden / 
wie auch bey dem iNdoro viei derſei⸗ 
bigen mit Lateiniſchen terminationibus 
find ‚welche Bärchius Adverfar. ib. 7.0.3. 
angemercket. Noch ift von meinem vor: 
mahis- lieben Freunde dem Seal. Herren 
D. Johann Bernhard Zinzerling/ 
des Julti Zinzerkngii Gohne / eine volle 
ſtaͤndige Arbeit eines Teutſchen Lexici 
vorgenommen geweien / daß er mit grof; 
fein: Fleiſſe/ in ſchoͤner Drdnung zuſam⸗ 
men gerragen / welches ich gefehen und 
geleſen Es iſt aber durch feinen fruͤhzei⸗ 
tigen Tod diefes Werck unvollfommen 
geblieben‘ Iſt alfa bißherd nichts haupt⸗ 
TR ffs ſaͤchli⸗ 





— —— — 


4,8 Das Ul Cap· Von der Etymologia 


ſaͤchliches bey den Teutſchen hierinne ge⸗ 
ſchehen / und bleibet dieſe Mühe noch ei⸗ 
nem getreuen Liebhaber des Vaterlan⸗ 
des / und gelehrtem Manne vorbehalten. 
Hierzu gehoͤret auch / daß man frembde 
Worler aus der Sprache außmuftere | 
Dieſe ſind entweder der Kkunſt⸗ oder Rechts⸗ 
woͤrter / oder ſonſt aus frembden Spra⸗ 
chen der Teutſchen mit eingemiſcht Der 
Kunſtwoͤrter hat Zeiler Cent. Ep 35.0 
nen Theil verdeutfchet: Es ifauchein 
gantzes Buch davon neulich gefchrieben, 
Diefes hat auch). Harsdörffer unter an⸗ 
dern mit zur Verbeſſerung der Teutſchen 
Sprache vorgeſchlagen auch find unten 
fehiedliche Satyrifche Schrifften überifob 
che Bermifchung der Wörter vorhanden. 
Es find aber einigegar zu aberglaͤubiſch 
hierinne / welche auch / die ſchon laͤn 
ben den Zeutfchen auffgenomenen Wor 
ter nicht dulten: wollen deren Thorheil 
billig zu verlachen iſt. J u 
Nun follten wir auch die Theile, den E> 
tymologiæ als / den Articulum; nomens 
pronomen ‚verbum; participium ,pr&p9» 
fitionem, adverbium, conjun&ionem»in+ 
terjedtionem; betrachten. Aber 
ih | jer⸗ 





der Teutſchen Sprache. 459 114 
hiervon alle Bücher voll, / und hat Herr 
Schottel ſolches u Genuͤge auß gefuͤhret / 
nur will ich dieſe wenige Anmerckungen 
hinzu thun. Die Articulos, pronomi- 
na und verba Auxiliaria findet man in der 
älteften Gothiſchen und Teutſchen Spra⸗ 
che offtmahls außgelaſſen / und an ſtatt 
derer gewiſſe Endigungen der. Woͤrter / 
dadurch. der Unterſcheid der Caluum, 
temporum. und perfonarum außgebildet 
wird / wie in dem Anfange des Gloflarii 
Rabaniani / fo. wir droben angefuͤhret / zu 
ſehen / und in dem / was Herr Zeiler / in 
‚Der 38, Epiſtel aus dem, Micrælio her⸗ 
bey gebracht. Ich ſollte aber. den Ge⸗ 
brauch der articulorum und verborum 
auxiliarium.Alter Halten / und ſcheinet/ 
daß man hierinnie den Lateinern nachge⸗ 
ahmet habe. Von den Articulis hat der 
Menage, in ſeinen Anmerckungen uͤber 
des Malherbe poëmata p. 325. dieſes in 
Frantzoͤſiſcher Sprache erinnert / daß die⸗ 
ſelben / vor die nomina propria. gejeßt/ 
nicht wohlklingen. Man ſaget alſo nicht 
recht le Jupiter leBachus, V Amour, ſon⸗ 
dern Jupiter Bacchus , Amour. Er fadelt 
auch die Italiaͤner / die hierinne wenge 
sr | 1% 








u — — D 


Dieſes muß gleichfalls in der Teutſchen 
Sprache in acht genommen werden / aber 
wenn ihnen epitheta beygeſetzt find / fo 
muͤſſen die Articuli nothwendig defekt 


werden. Es kan auch bißweilen / weñ an⸗ 


| 


dere Nominapropria unter fich verglie⸗ 


chen oder entgegen gefeger werden / der 


Articulus wohl beftehen bleiben. Die En⸗ 


digungen der Wörrer werden fleißig ge⸗ 


nug von den Grammaticis angezeihnet/ 


jedennoch hat Vorſtius, in ſeinen obfer- 
vationibus cap. s. angemerckt / daß Die 
Endigung De von ihnen außgelaflen/ 
melche fich finder inden Wörtern/ Freu⸗ 
de’ Begierde / Zierde/ Gelubde. 
Die Endigunge auff (ft) und (E)/ find 


gleichfalls von Herr Schotteln außge⸗ 


laſſen / da doch viel Nomina, die von ver⸗ 
bis herkommen / ſich alſo endigen / as 
hrennen / Brunſt / ankommen / At 
kunfft / goͤnnen / Gunſt / vernehmen / 
Vernunfft ꝛc. Man findet auch beym 
Vorſtio einige Anmerckung vonder præ 
em inſeparabili, wan / capui. Clau- 

ergius hat / in feiner arte Etymologica 
Teutonum, von der præpoſitione infepa- 


rabiliy Ver / ſehr wentlaufftig und Be, 





a en: ee 2 


er Teutſchen Sprache. 461 
lich gehandelt / und ihre vielfältige Br 
deutungẽ mit den Bedeutungẽ des Latei⸗ 

niſchen PER vergliechen / welche Wörter | 
guch / den Buchſtaben nach / gäntzlichuͤ⸗ 
bereinfomen. Wer die richtige Ordnung | 
der Theile / daraus die Wörter zuſammen | 
geſetzet / gleichſamb als in einer Taffelung 
Spiegel / ſehen will / ſehe nur den fuͤnfffa⸗ | 
chen Gedendring des. Herrn Harsdoͤrf⸗ 
fers an / welchen durch eingfinnreiche Era | 
findung / in deffen Rädern und Ringen | 
die Wörter vor Augen-geftellet / daß / | 
nachdem dieſelben gefchoben wwerden/bald 
dieſes / bald jenes: Wort heraußkoͤmpt. | 
Worauß denn die Kunſtrichtigkeit / gleich; | 
ſamb als durch eine Mathematiſche de- 
wonſtration/dargethan wird / und iſt die⸗ 
ſelbe in ſeinem Poetiſchen Trichter zufins 
den. Unter die alten verba auxiliaria muß | 
aud) das Wort / thun / gefeger werden, 
welches ſie zu den yerbis attıvis hinzugeſe⸗ 
zet / und geſchiehet ſolches noch. iehzo bey 
vielen Dberländern/ im täglichen Ge 
brauche der Rede. Daber Opitz es an 
‚etlichen Oertern zugelaſſen / als wenn er 
bHricht / ein fettes Haſelhun / wor⸗ 
‚nach Die Buͤrger ſonſt die Singer 
| | | ecken 











ecken thun. So hat es Here Ri/in 
einer‘ Mufa Teutonica, faft in allen Car- 
pinibus , welches zwar nicht eben zu lo⸗ 
Jen. Aber es if doch feine Neuerung? / 
die etliche meinen. Man bat auhdm 
EN Verbum auxiliare,n0c) heutige 
ages in der Engliſchen Sprache] denn 
© Conjugiren alfo / Idoe love, ich thue | 
jeben/ und fo ferner. Wer aber vecht 
auber reden will/ der fafle die unnd® 
'bigen periphrafes fahren. Und fo viel 
yon der Etymologie. 
En Das IV. Cap. © 
Von der Synraxidet 
Teutſchen Sprache. 


— Innhait. 
8 der ab Sprache / kompt mit 


51 


der Griechiſchen infonderheinuberein. Iſt Der 
> natürlichen Ordnung gemäß,SynraxisPo& 
Fica iſt fehr unterfchieden von Det Profaica, Elo- | 
tutio Poerica muß nicht allzu prolaifch feyn. 2 
mandie Syntaxin Poeticam nad) der Profaia 
eichten muͤſſe. Dieſes meinen viele, Andere He 
brauchen geöffere Freyheit. Es finder einige Ver⸗ 

Kung der Wörter inden Verſen ſtatt. Comer 

n Exempel ‚angeführer ‚Die Ordnung 
Woͤrter iſt in einem Reimgebaͤnde an ers J 


M | 





der Teutſchen Sprache. 463 
igebundener Rede. Warumb die —500 
prache die Verſetzungen beſſer vertragen Fany 

als die Teutſche. An der Zuſammenſetung der 
Woͤrter iſt ſehr viel — Ariſtotelis Uxtheil 
bon: der Poetiſchen Verſetzungen. Exempel der 
Verſetzung 55 — Teuiſchen Rede. Verſetzun⸗ 
genin Sateinijcher Poclie: „ Bird unbilig dom 

orbier getadelt. Exempel einiger. Sateinifihen 
Verſe / die dutch geroiffe Wörter. / nachdem fie 
gefeßt / gezieret / oder verun ſeret werden Defma- 
reits Urtheil von den Verſetzungen in der Sean: 
köfifchen Sprache. ' Joh, Bellini Syntaxis Pr- 
— V Germanicarum; Dergleichen Ar⸗ 

eit ſollte man in andern particulis in cpithe 
tis, anthithetis, Hnonymis vornehmen: 


Ir kommen zu der Woͤrterfuͤ⸗ 

gung in der Teutſchen Sprache / 

welche nicht weitlaͤufftig und ver⸗ 
worren iſt / und zum theil mit der Latei⸗ 
niſchen / vielmehr aber mit der Griechi⸗ 
ſchen übereinfompt/melchesiiegteBerneg- 
ger, queft.itinGerman. Tac. mit einigen 
Exempeln erwieſen. Ja / ſie folgt der na⸗ 
tuͤrlichẽ Ordnung genauͤer nach / als irgend 
eine andere Sprache / worinnen ihr die 
Frantzoͤſiſche nachahmet / welche Sorbier, 
dieſer Ur ſachen halber / der Lateiniſchen / 
in einem abſonderlichen Buche * 
| roben 





464 __BDAsIV. Cap, Von der Syntaxi 


droben geſehen vorgezogen. So haͤt⸗ 
te die Teutſche vielmehr Recht / ſich des 
Vorzuges anzumaſſen / wenn man auff 
dieſen Grund gehen wollte: Ich will hier 
nicht weitlaͤufftig die Regeln der Worter⸗ 
fügunganführenrdenn dieſes ift zur Gnu⸗ 
ge von andern gefchehen. Diefes muß ins 


— — — 


ſonderheit in acht genoimen werden / daß 
in allen Sprachen die Syntaxis in Gar | 
mine vonder Syntaxi in Proſa unterſchie⸗ 


den ſey / wie dieſes in Griechiſcher und 


Lateiniſcher Sprache bekannt iſt / und 


folches in der letztern Maſenius Paleitr, 
Elog. ligatæ lib. 2.c.12. gar artig außge⸗ 
führet:: So hat man auch. in Zenefaikt 
Derfen bißiveilen eine Conſtruction di 
in Prosänicht eben gebräuchlichift: DW 
her es vor ein vitium gehalten wird / wei 
die Außrede im: Carmine allzu prolaiſch 
iſt / weiches nicht in der Syntax allein / ſon⸗ 
dern auch in den Woͤrtern / und der Re⸗ 
de ſelbſt / beſtehet. Dieſes tadelt auch Me- 
— feinen Obfervat. uͤber den Mal- 
herbe lıv.5. da ex dieſe Verſe des Auto⸗ 
ris erklaͤret / Ou trouves tu qui id, faille apor 
Jemè fon bien ‚ci ne recucillir rien. Denn 
er ſagt hiervon / Ces vers fon, trop pro⸗ 
11.77 ſaiques. 






— — — — — — — — — 


— — 


0 





„nike Ta ⸗ * E a 


det Teutſchen Sprache. 465 

ſaiques, qui eſt le plus grand defaut des 
vers, comme celui de la profe, d eftre 
trop poetique. Wenn fir num vieler‘ 
Teutſcher Poeten Verſe befehen /fo fins 
den wir / daß dieſes Laſter bey vielen ſehr 
gemeine ſey / wiewohl bey der Teutſchen 
Sprache es weniger getadelt wird’ als 
bey denandern. Ta es kommen einige ſo 
weit / daß fie gar nicht zugeben wollen / daß 
man im geringſten die Conſtruckion aͤn⸗ 
dere/die in Profa' gebrauchlich iſt / und’ 
vermeinen / daß man alsdenn die hoͤchſte 
Zierligkeit im Teutſchen Carmine er hal⸗ 
ten. Einige geben gar zu weit / und ges 
brauchen ſich einiger Berfegungen / die: 
den Teutſchen Ohren’ gar unlieblich Fins 
gen/welche Freyheit bey den Oberlaͤndern 
ſehr gemein iſt / und finder man deren ſehr 
viel Erempel beym Harsdoͤffer / Klai 
und andern Alſo klinget es der gebraͤuch⸗ 
lichen Außrede zu wieder / again 
Die Geigen wicht ſchweigen | verfüffenden Kauf. 
wie 5* —X — V 

Die ſchoͤne Reuterey in ſchoͤ | 

Ein be rüftet fh / auf fin De. nen. 


Herr Ebriftian Weiſe der eiten Uns 

serricht von Derfertigumg der Teuſchen 

Gedichte feinen J RED, 
| i 


en 0 U se 


456 _ Das IV: ‚Cap. Bon der Syntaxi 
ift gar zu ſor gfaͤltig in dieſem Stuͤcke / 
wenn er die Conſtructionem Proſaicam 
zu einer volllommenen Richtſchnure ſe⸗ 
tzet. Vermeine derohalben nicht / daß die 
vᷣon ihm angefuͤhrten Verſe / 
Der Himmel mag ſtuͤrmen / mag hitzen und blitzen: 
Wan unter den Schirmen der Liche wir figen/ 
fo gar zu tadelny ja ich vermeine viel 
mehr / daß es befler klinge / wenn in dem 
Verſe an ſolchem Orte das: Wort / wir/ 
geſetzet werde. Sich hielte davor aan foll 
te auch in Profa bißweilen ſolche Ord⸗ 
nung der Wörter belieben koͤñͤen Soſind 
auch dieſe Arten zu reden / ich werde 
gehen ein / und andere dergleichen im | 
Poefi nicht allein. zu dulten / ſondern Die 
Nothwendigkeit ſelbſt giebt uns die Thei⸗ 
kung dieſer Woͤrter an die Hand Denn 
66 Wörter / als / eingehen / außge⸗ 
en abnehmen / auffkommen / und 
viel andere / gar ſchwerlich einen Dekan 
T eutfehen Metro finden: wenn man ſie 
nicht von einander trennet / welche Tren⸗ 
gi ns Ahr 4 Profa BIETER —* 
et. wird. Zugeſchweigen / daß der Reim 
offtmahls / von Der Profaifchen Conikrur 
&ion ableitet / welches nicht woh au 





| 


— mas 





ee 





er Teutſchen Sa‘ _ 5 


vermeiden ift. Es iftdie Yebundehe Rede - 
einer gewiſſen Art der Verſetzung faͤhig 
die in Der ungebundenen Rede Feine ſtatt 
- finder, inſonderheit wender Nachdruck 
der Woͤrter ſelbſt ſolche an die Hand giebt / 
welches das Urtheil der Ohren bey einem 
verſtaͤndigen Manne nur allein begreiß 
fen fan. Man verſuche es nur / und neh⸗ 
ine eine Ode aus dem Flemming oͤder je 
mand anders / und fee an ſtatt der Reumn⸗ 
wörter / andere KARA / die ſich 
nicht reimen / ſo wird man klaͤblich ſehen/ 
wie ſo gar nicht die Ordnung der Rede⸗ 
mit derſelben / die man in. Profa ge⸗ 
brauche / übereinfornne' "Denn da⸗ 
Mag der Fuͤſſe/ das Reimgebande/ 
giebt der Rede eine eigene Geltalie/ drk 
wohl klinget wenn man fie mit den Nee 
men / und in demſelben Maſſe lieſet / une 
aber) wenn man ſie davon abſondert Sit 
der Lateiniſchen Sprach kan man dieteg 
kgqrlich ſehen/ in weſcher die vielmibigen 
Woͤrter / und derfeiben Maß einefonder 
lcche Art von Verſetzungen erfordern/dit 
' it Prof durchaus nicht klinget In der 
Teutſchen/ weil fie verba duxiläre ar 
ticulos, und Pröhomina gebpulichen/iänd 
' | 992 fich 


Wer 
ar le ' 


Fr 









48 Das IV. Cap. Von der Syntaxi 


diefe Arc der, Verſetzung nicht an 
‚bringen. Denn teil diefe bey allen nomi- 
nibusund vLerbis ſtehen / ſo laͤſt ſich dieſes 
Band nicht trennen / und muͤſſen diead- 
verbia und andere Particulæ ihren gewiſ⸗ 
fen Platz behalten / „der in Lateiniſcher 
Sprache ſich vielfältig ändern: Tal, 
Dieſes ift eben der fo. genannte Numerus 
in der Nede/ der noch viel geheimes in lic) 
hat und vonniemanden noch zur Zeit / 
zecht unterſuchet iſt. In Lateiniſcher 
Sprache bat es viel auff ſich ſo gar / daß 
geh) den vor den beſten Meiſter derſelben 
Halten will/der von dem rechten poſitu der 
Woͤrter wird urtheilen koͤnnen / welche 
Kunſt dem Ciceroni UND Virgilio inſon⸗ 
Derheit / mit tieffiinnigem Nachdencken / 
abzulernen iſt. Es glaͤubt niemand / 
was doch warhafftig iſt / quod voces:& 
phrafes per fe bonz folajunctura fieri pol- 
nt ineptæ & degeneres.Aber biervontäl 
aneine andern Orte weitlaufftiger geredet 
werden. Die Griechen und Latemer bar 
hen jederzeit Das genus Orationis zrpunss 
und zer Aaspirov unterſchieden. Dieſes letz⸗ 
teiſt / das in Orationibus und. Carminle 
bus gebraugps (wird / dagewiſſe hnyern. 
1 > 








R der Teutſchen Sprache 469 
nes und Verſetzungen ſtatt finden. Ari- 
Toteles hat / in feinem Buche, de Poetica 
c.12, Bol Ariphrade angeführer / dag er 
Die, Tragaedos außgelachet / welche/ 
PwnaTa 470, OF / dam dmparı ,„ Ayı dal 
7:64, DDV DE AXiREos gefagt. Aber Ari- 
ftotelesurfheilet gang anders / denn er 
beſchuldiget Den Ariphradem der Unwif 
ſenheit / daß er nicht eine gemeine und 
poetiſche / oder vielmehr Zragifche Rede ⸗ 
zu unterſcheiden gewuſt. Bey dem Home- 
ro, und andern / ſindet man ſolcher Ex⸗ 
empel eine groſſe Menge. Iſt alfo auch 
nicht ungereimbt wenn ich ſage / daß in 
der Teutſchen Poeſie einige Verſetzung / 
ledoch nach Artder Sprache / zugelaffen 
ſey. Wir wollen deſſen ein Exempel neh⸗ 
men. Es iſt eine Enunciatio , die in richti⸗ 
ger Ordnung ſteht / wenn ich in gemei⸗ 
ner Rede fprehe / ich will Gaben 
ı bringen Daftehet das Pronomen yor/ 
| Daß verbum auxiharefolget. Das verbum 
ſchlieſſet / und hat feinen Accufativum 
; vorfih/ Andere man dieſe Drdnung / 
; fo hat es fo fort einen frembden Kauf. 
Wenn es aber in einen andern contex- 
; tum gefeßef wird / als wenn ein mem- 
993 brum 


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‚A: Dasly. Cap. Von et _ 





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| he auxiliarı geſetzet r BEE 
an hin ter dem YErRSBN est mer eñ 
Birch w den Accufa wi ef ha das 
eh auft venfelben referitet/. aldi .. 
Wann Rule Sol/fe seo. Bingen) 

x "Die keine Zeit verzehrt” J 

Dann die Antıthefst er Gold und 

Gaben macht dieſe ereinſtimmung / 












die in den Ohren nicht — kli 


Man könnte zwar auch den Accu 
vum vorſetzen / aber es hat einen F 


gröffern Nachdruck z wenn er machgefts | 


Yale * ann Ders iſt ben — 
em 
* —* Verluſt —— ge 


8% fteben ‚die. Worte / und 
ewinn /gleichfambin Bei ine 


ın der Czlur das andere am. E }: das 
urch es die Harmonie lieblich macht So 
an.ich. auch. in vorigein. Exempel den 
Dativum, Dir / hintenan ſetzen / der ſonſt 
vorher gehen muß / wenn etwas an⸗ 
ders dar auſf folget / als / a 


— — — — > 


— —— 


— — 


u 





J der — — keutſchen Sprache 
us ht ſche will —— 
Dan du en von Hertz. 
Hier ſteht der Accuſativus vor / und der 
Dativus nach / gantz wieder die ordentli⸗ 
che Fuͤgung der Rede / weil dieEmiphafis 
und der Gegenſatz offtmahls eine Unord⸗ 
nung der Woͤrter veranlaſſet / die ſonſt 
ungebraͤuchlich iſt Sch babe in einem 
Gärmine dieſe Verſe geſetzet / 
Ron iſt hier und Athen/ A 
Als Rh Pe maud der Nachwelt — 
Dieſe Verſetzung der Woͤrter wuͤr de viel⸗ 
leicht Jemand tadeln / denn ich hätte ſa⸗ 
gen ſollen / hier iſt Rom und Athen 
Aber es iſt der Klang der iel 
beſſer / wenn ich das Wort / 







—8*— or⸗ 


ſetze. In Lateiniſcher Poehe finder man 


Verſetzungen beym Virgilio da faſt alles 
untereinander verworfſen zu ſeyn ſchei⸗ 
net. Es iſt gar eine ur ge⸗ 


nannt. Sy wird von Virgilio mit 


groſſein ande gebraucht. Denn 
—* reur/ oder‘ Sorbier‘, im fe 
ae üe —* 








coiſe ſur Ja lang: u en | 
Verſetzungen p — iſt a 
Feiner —— ER A 


0 884 fegung 








493 : DaeIV. Cap. VonderSyntsi 


— — ——— 


ſetzung in. der Lateimſchen Sprache dun 
ckel vorkoͤmmet / iſt nicht nur daher / daß 
wir Die Alte pronuntiation nicht wiſſen / 
wie Slufius sin der Antwort auffdesSor- 
bierii Buch memet / ſondern vielmehr aus 
dieſem Grunde / weil wir des Rıhychmi 
find numeri gang unerfahren find; Was 
Der nofitus. der Wörter in Lateinifhen 


Berſen vermag / kan man aus diefen Ey 


—UT0. 


eınpeln ſehen. Der bekannte Verß des 


Virgihi Tityre, tu patulaæ recubans fü 
tegmine fagi, würde gar übel lauten / weñ 
ich ihn alſo Anderte/ Tu patulæ recubans 


fub tegmme., Tityre, fagi.· Tibullus ſchrei⸗ 


bet gar zierlich. Me retinent vinctum 
formolz; vincla puella, Eſedeo durasia- 
nitor ante fores. Kehrt man die Woͤrtet 
umb / auff dieſe Art. Formoſæ retinent 
vinctum me vincla puellæ, Duras & ſe- 
deo ianitorantefores,flingt es übel. Pro» 


| pertius -faget: Cynthia prıma ſuis mife- | 


rum me cepit ocellis „lautet viel ‚befter/ 
als wenn. man alſo ſchriebe. Prima fuis 


_miferum-me' Gynthia.cepitocellis Wuͤr⸗ 


de. man den fo.dieblihen Verß des Virgi- 
lu; Mollı paulatim, flaveſcet campus ari 


fa, anders umbſeten / wie es pennio)] 


Keen Kesaı 


der Teutſchen Sprache _473 


dreymahl gefcheben kan / man würde ihn 
ſo fort verderben / theils / daß der poſitus 


verborum ſich nicht ſo wohl ſchicket / 


theils / daß die onlecutio pedum nicht 
feinem Buche / de Poe&marum Cantu piaꝛ 
angemerckt / daß in profa,andem:pofi- 
tu verborum gleichfalls ſehr viel gelegen 
Quis non perinde eſſe putet; fagt er fi 
quis dicat: birefl optimus, aut vir oplimus — 
ef? Auribus tamen minime -fatisfacere 

credebatur;fi quis, vel incommnni ſer⸗ 
mone, pofterius ufurpaflerHert Defmai 
refts , der dag Posma «eu; Oder) Ja Kram 
ce Chreflienne in Frantzoͤſiſcher Sprache 
geſchrieben / hat in feinemAdvis, dager 


hinten anhänger / erwieſen / daß in einem 


Srangöfiichen Poemate: ‚gleichfalls die 


Verſetzungen diebeftegierligkeit machen: 


Denn er faget; La Poeſie Erangoife n'a 
xien de plus beauʒ que cesnobles inverfi- 
ons, que Malherbe a ſi bien faites oul 
on reſerve au diernier ‚vers, 4 defigner 
ta perfonne de quil’on:parle;; parce que 
l.efprit attend avecgrandplaifir,cenom;; 
que fembloit devoir eftre ‚au commence- 


ment. Er fiber Alm unterſchiedliche 
0 7° 5 | 


Exem⸗ 


a 








474 Das WCap. Mon der Syntaxi _ 
Exempelan / und ſtraffet feiner Landsleu⸗ 
te etliche / die gar keine Inverfiones dul⸗ 
ten woilen / nennet es / une pauvre & mi- 
ſerable politefle, deren fie fich hier inne zu 
gebrauchen vereinen: Sein Urtheil lau⸗ 
tet alfo. Ce feroit: une pure toibleffe; que 
d’abandönner la force en ces rencontres, 
pour de tels ffupules ; pour veu quel'on 
n’y retombe pas fouvent. tl onrecon⸗ 
noift bien, file Poeten a pas voulu per- 
dre la force de ſon expreſſion⸗ pour U 
confideration’moins forte; Dieſesc 
wird ſich in der Stalienifchen S 
gleichfalls alſo finden / und ſehen wir 
hieraus / daß nicht alle Inverfiones zu 
herwerffen / uͤnd wicht allein koͤnnen ge 
dultet wer den / ſondern bißweilen / 
der heit im Heroico Carmine nothwen⸗ 
dig fen. Was ſonſt noch "ferner von 
der Synraxiin Teutſcher Spracyefönte 
te gefaget werden, folcyes ift von HUF 
Schotteinmweitläufftig außgefübret: DE 
Conftru&tio der/Pr&pofitionum, muß in⸗ 
fonderheit im Teutſchen wohl in arg 
nommen werden. Hiervon hat Johannes 
Bellin ein nuͤtzlichhes Bud) geſchrieben/ 
welches auſſerhalb der üben Schreba 





Be 2 el HD 2 





der Teutſchen Sprache. 4zi 


die — — ſehr wohl zu ge⸗ 
brauchen waͤre aber beſſer / wenn er die 
Lateinſchen üblichen terminos behalten 
haͤtte / weil er· durch die neuen / von ihm er⸗ 
dichteten Teutſchen Kunſtwoͤrter / die 
Regeln Hr dunckel macht. Es märeeine 
feine Arb ei % BES N partıculas, 
nit gleiche Fleiſſe beh bandelte/undfieh | 
ſonderheit betrachtete/ wie ſie mit an: 
dern Woͤrtern und Gliedern der Rede 
‚zufügen.‘ Man ſollte auch die fynonyma, 
Bam 5 Keen in Teutſcher 
zuſamn ir Sf A Die 














476_ Das V. v. Cap. Don bet — 
St Das V. Cap. —* 


on der —— 
* Teutſchen kr a: rd 


| Innhalt. bee Be 
Sfi nd viele / ſo Die Teutſche Pre od 

D> chreiben. Herr Opitius., 10 r 
hann Engatd / * noch" —9 
Anonymus. Mad) ihm Bde 
Titius, Schortel. Qfherning: ee 
Caldenbach. Harsdoͤffer. Sigis 
lius oder von Bircken 3 ann 
Die quantitas im her en. iſt 
Lateiniſchen und Griechiſchen. 
ben zu meſſen iſt neuer als jene — 
fehen metra im Teutſchen nachgemacht-E 
werden. Plempius hat im Niederlandiſch 
ches thun tollen. Ereimpel eines: Saphir 
Jambıfchen / und Hexametri Carminis. Gons, 
- ftantini Hugenũ Elegia im Niederlo Di IL, 
Zeutfche Latinifirende Carmina von etlichen A 
gemacht.Burchardi Berlichii Zeutfche Hexame- 
tri Leonini, Dergleichen Verſe im ani 
Italiaͤniſchen und Frantzoͤſiſchen. S u 
Cafauboni Urtheilhiervon. Aquilonius hat in 
Daniſcher Sprache Die Seien metra ein⸗ 
führen tollen. Exempel des Vater Unfers in 
einem Dänifchen Phaleuce. Baconis Verulamil 
Urtheil von dergleichen metris. Einiger Auto- 
sum ſonderlicher Handgriff im Verſe m en. 


cheri 









#: 




















er 





der Teutſchen Sprache... - 477 
Kircheri’Artificium Poeticum, Webbe, eineg 
Engelländers/permeintes Kunſtſtuͤck wie einery 
der Kateinifshen Poeſie unwiſſend Verſe machen 
koͤnne. Stanislai Minck von Weißheim Teur: 
ſcher Protens. Quirini Kuhlmans vorgegebe⸗ 
nes Kunſtſtuͤcke. Urtheil von dieſen Erfindungen. 
Ein Vorſchlag / die Woͤrter unter die Pedes zus 

ſammen zu leſen. Nußen ſolcher Arbeit. Die Reis 
‚me geben bißweilen Erfindungen an die Hand. 
on der guantitate der dreyſylbigen zuſammen⸗ 
geſetzten Woͤrter im Teutſchen. Von den Mo- 
nolyllabis, Die Vervielfaͤltigung derſelben Fan 
im Teutſchen nicht permieden werden. Menagii 
Urtheil von den Einſylbigen Wörtern im Srankps 
ſiſchen. Einſylbige Endungen der Verſe. 
Ir kommen endlich auff die Pro- 
ſodiam ſelbſt / weiche von der 
Quantitate Syllabarum, Pedibus; 
Metris, und was zu: dieſem gehörig iſt / 
handelt. Hierinnen iſt von vielen weit⸗ 
laͤufftig geſchrieben daß man auch alles / 
was zu der Kunſt gehoͤret / herbey ges 
bracht. Weßhalben unnöthig ift / daß 
wir uns darinnen auffhalten Herr Opitz⸗ 
der zum erſten die Teutſche Poefie in 
Richtigkeit gebracht / hat auch eine Ans 
leitung Dazu geſchrieben / welche offte 
mahls / und auch mit Haͤnnemans Aııs 
mMerckungen / heraußgegeben · Bor m 
| J m 


— 





—— 





find zwar einige geweſen / die hierinnen 
Mwas gefhricben/ mir aber. nie zu Ge⸗ 
ſichte gekommen. Es gedencket Draudius 
eines, Johann Engard / der ein Buch 
mit dieſem Titel zu Ingolſtad Anno 1583. 
in gvo. herauggegeben/ Teutſche Pro- 
(odia. das ift/ Nothwendiger U 
terricht / auffwelcherley weile und 
art in Teutſcher Spra e Verß wm 
Reimen nach rechter poetiſchet 
Kunſt zu machen / und noch einegan 
dern Anonymi,von dem zu Magdeburg 
Anno16os: ein Buch heraußgekommen / 
genannt /Epatologica Hieroglyphica 
Rhychmica; Neu Formular / zierlihe 
Reime vorzubringen. Es it abet 
teichrlich za erachten / daß dieſer Leu⸗ 
e hre Arbeit dem Triebe dieſer Felt 
nicht gleich geweſen Rach Dpigen hat 
Herr Buchner eine Teutſche broſodiam 
geſchrieben / worinne dieſer trefflich 
Mann ein richtiges Maß geſetzet wel⸗ 
chem man bierinne zufolgen habe. 
muß auch aulhier meines ſehr werth 
Freundes / des Herrn Tier; nicht ur 
geſſen / welcher zwey Bücher / von der 


Kunfi / Hochteuuſche Ver ſe undgiederil 
| — machen / 





— 





der Teutſchen Sprache. 479 
machen / heraußgegeben Worinnen alles 
viel vollſtaͤndiger vorgetragen / und eine 
ungemeine Gelehr ſamkeit gezeiget wir d⸗ 
der auch ſelbſt eine ſaubere Art zu ſchrei⸗ 
ben / nicht allein in Teutſcher / ſoubern 
auch in Lateiniſcher Sprache / gewieſen 
Nachgehends haben auch unter ſehlediche 
in: Prolodieis etwas ans Licht gebracht. 
Tſchernings Teutſche Anmerckungen 
haben wir ſchon vielmahls angeführer. 
Schottels Arbeit iſt alẽ bekañt Geor⸗ 
geLleumanifensPoetifheTaftelti/mif 


den gelehrten Anmercfungen / verdienen 


billig ihr Lobe Caldenbach hat eine 
Poeticam. ‚Germanicamin Rafeinifcher 
Sprache gefchriebe ‚uf zugleich) einige/äu 
DBerfertigung unterfähiedlicher Carminü. 
dienende / Ideas mit hinangefeper. Ars, 
doͤrffers Poetifiher Trichter if gieich; 
falle niemanden unbekannt; und mit vie; 
len gelehrten Difeurfen’y'und nüßlichen 
Huͤlffsmitteln angefuͤllet — 
hat auch einige gute: Lehrſeße hei orge⸗ 
geben. Sigißmund Betulius oder 
von Bircken hat / vor etlichen Japrany 
eine Anweiſung zur Teutſchen Poefe ge⸗ 


ſchrieben / worinnen einige ſonbernhe 
81 * 


Dinge 





EEE GENE 


reh<Erdhr 
| 


6 


430. Das ViEap Won der Profdia 


Dinge vorkommen Der ausvielen (hör | 
2 Schriftten wohlbekannte Johan 


udewig Praſch / bat auch neulich 
von. Turtreffugkeit und Verbeſſerung 





ZTeutſcher Poeſie / ſeine gelehrten Ge⸗ 


dancken der Welt mitgetheilet / worin⸗ 


nen er infonderheit weiſet wie der Laut 


der Sylben / quantitas Syllabarum , iM 
Carmine beſſer in acht zu nehmen ſey 
Diefe find die vornehmbſien / die ſich in 
dieſein Stücke hervor gethan / vieler ans 


dern zu geſchweigen / die ſich ohne Noth 
bemuͤhet. Iſt gĩſo nicht noͤthig / hierin⸗ 


ne ſich weitlaͤufftig auffzuhalten. 
Das erfte /damit die Profodia umge⸗ 
bet/. ift/, daß die quantitas ‚Syllabarum? 


wohl in acht genommen werde. Selbige 


iſt nun / in der Griechiſchen und Lateini⸗ 
ſchen Sprache / mehr auff die Eigenfeha 
der Buchſtaben gerichtet / als in der 


Teutſchen / Frantzoͤſiſchen und Itallani⸗ 


ſchen / welche nur loß auff den Accentgee 
ben. - Nachdem derſelbe die Wörter er 


hebet / oder nieder drucket / nachdem en: 


auch die. quantitas Syllabarum ſich richten 
Wie nun / bey Griechen und Lateinern / ih⸗ 
unſt hat / 


te quantitas Syllabarum mehr K 
— Ana" 

u 

Bi; 








ODE Teutſchen Sprache gr 
ſo folge bey uns die guantitas Mabarumi 
der Natur und Außſprache Henn auch 
ver Griechen und Latemer Wörter vor 
alters nicht anders/ \als'die unfrigen? 
geweſen / nachgehends aber ſind durch die 
perſchiedene Endungen / Zertrewimg 
der Conſonantium dieſe Sprachen in er 
ne gantz andere Forme gegoften / und 
hat / nachdem die quantitas Syllabarüı 
Nic) geändert / dag wetrm und ſelb 
Die Muficfich auff die ſen Grund faſt ges 
Etzet. Nach der Griechiſchen un Latel⸗ 
viſchen Sprache aber zu urtheilenyfo hat 
Die: Teutſche Sprache mehr. Moloffos 
| und Spondeos, als am brBhntbeh 
wurde das in dem Rateimidhen und 
Griechiſchen uübliche Rerum ſich zu der⸗ 
ſfelben nicht Ihren Die andern ‚Spra 
Den / als / Itananiſehe / Spaniſche und 
Frangoſtſche wel ſie der Lateiniſchen 
| u. — 5 ee 
re BeränderungdePedum,alspenumg 
"Siefind aber gleichwohl des Rateihifhen 
| metrinicht fähig NE haben ſich zwau ei⸗ 
aige bemuͤhet / dergleichen metrumin dem 
— en anffzubemgen /abertsiniu nd 
tchaus bey ünſern Oyren nidhljäyiefen. 


"dur 





ARE h Plem- 





\ 


Ba 4 A ⏑⏑ 


air se 


483” Das-V-Cap: Moihidet’Profodia | 


Plempius ‚bat in: feiner |Orthographia 

Belgica eine ſolche Art zu poetiſiren in der 
RNiederlaͤndiſchen geſuchet Zu dem En⸗ 
de er die Verdoppelung der CGonfonan- 
cum in den infinitivis ‚und andern Wörs 
‚tern auffhebet / welche er für unnoͤthig 
Hält. Daher denn ſolche Sylben ihmlang 
oder fur geſetzt werden nachdem die 
Natur des vocalis es erfordert. Er bat 
die 10: Ode des 2. Buches aus dem 


Horatio ;inein gleiches Sapphiſches Nie 


derländifches verferzer / deſſen Anfang al⸗ 
fo lautet = | 3 


Leeftvvel,endringd, alsfchip-er hoogebaren 


Nierte feersniet al tebedeeit inonvveet 


Siinde, feild ontrent rißsen, ofgevaer van: 


Sandige banken, &G: 


Er hat allhier ausdem Worte Schippef 


dag einep; aus dem Worte / riffen, da 
eine kweggeworffen. Er hat noch 


re/ als / Phaleucos, Jambos: im Frieder 
kändifchen geleget / aber Die Reimen all 
Ende behalten. So flingen dieſe Jarnd 


* 


wicht fo gar ungereimbt / —* 
et kleine hert,dan’t groote ve |ismoe 
De lichte voet, dã anne veel istpoediger‘ 


Das Vater Unfr hat er in MD 











a ine — 


— — 


der Teutſchen Syrache. 483 


ſche — auch am Ende —* /He- 

xametros werfaget iin mon 

‚Onfer al-er Vader tot in Heemelen hoochfie 
5 mıyerheeven, 

Udiin heilige naem moet vverden „en eere 

haneinuBsgeyem» dc, , |. 


Confahtinus Hugenius bat: / in feineh 
Niederlänpifchen (Gedichten: ein Elegia- 


cum, nad) Art des Lateiniſchen / gemacht / 


aber die uͤbliche quantitatem Syllabarum 


behalten / jedoch ohne Reime. Es fäns 


get alfo.an. 
Muyden ik legg; te bedde gevelt veel plätter 
©» alsyemant, \© 0.45 »(terekuft, 
Die mette vallende fucht, d 'aerde van’ach- 
Koortlige kolenin ‚helderen brand’ verlange 
verändert (ten nochtan⸗ &c, 
Doenmydenandeen dagh vreefen en vie- 
In Teutſcher Sprache haben; auch es 
bie Latinifirende Carmina af, acht / gle 


wie * und. JEMAND, Herr * 
tium geſch —ä—— — 
Unſer / Opit / — dr — —— bie Spra⸗ 
i Iche mi h 
— 
Ba enTe nm te bekant. 
Der / ‚in der. Te un Sb ——— 











sa a —— En 
— 





484 O as.V. Ch Bon der Prolodia 
vorfauende lexameter; iſt auch von 
unter ſchiedlichen angemerckt und Iſaac 
er mit ſeinem Weibe kybeecca 
Burchardus Berlichw® der ein Buch) de 
“Jure Novercarum gejd rieben/ Arıno3628. 
hat Die verfo Leonmos imTeutſchen nad 
ahnen wolien / indem r Die Pflicht der 
| Stieffmuͤtter in ‚solche Ver ſen begrieffeh / 
tweldye aus deſſen Buche dart. narn ziel 
g.der Rurgmeile dalben / ich hicher ſo 
tzen will ya MG RORT. ‚a6 
Ein fromm Stieff mutter thut Die verſtotbene Mücre 
— Sa wieder erwecken; Sie hut gleichförmige Werft 
.. giebt ihren Ehgatten/ dem ſie nach Wunſche gerathen/ 
WMiacht ihm viel Freuden / die macht — J 
In Zorn deßgleichen | fie thut ihm mit. Gnade weichen 
* ‚Hilft ihen Stiefftindern / and mag fie nichts an hi 
as — dern 
Dieſelt ſie liehet ; Sienie fein Schande veruͤbet / 
Hilfe hi zu freyen; Hulſſt ſonſt su denn / ſo gedehen 
fe nichtem Stärbod/opr| gang Hab 
Iſt auch nicht untreu / was recht / fie Fhnet 
| reach i nehrlich/ iſt freu ee 
ft nicht dem Kindern hapigs nicht fa erer 
Bill nicht verlegen! da ſie doch tonte verhen 
Sondern 


— — — ——— — —— 
= — —— 
————— —— — — — — — — 
— —— za 
















J 


Den Mañ gegn Rindern: 
Daß der böfe Vater mit ihn i 
4 Das fie mehret / das Ha 
ek enden / il 








Sdder Teutſchen Sprache. 485 


IR n . | ge em. 
’3R Cum Die ih /Bäsrhit Vefih wg Te 
Und trifft das Mittel IDEE N 
Dergleichen Verfus’Leoninos; wie auch 
andere nach Bateinifcher Art/ hat auch 
Campanella im Staliänischen und Spa; 
nischen geſchrieben / und meinety/daßfolche 
gar wohl und leicht in denſelben zu ma⸗ 
chen. Denn er ſaget /Poetie cap. io. 
art. Hano menſuram nec in ltalica vuls 
gari, ned in Hiſpanica, necinGällica ha⸗ 
bemus? Jed poteft facile inveniri — ele⸗ 
ganter,uti in verfib catoria Italicaoftendi 
&innoftris canticıs plurima ſunt vulga+ 
ria , metrö latino compoſita Sorbier 






hat in den Buche, das er don der Frans 
tzoͤſſſchen Sprache geſchrieben deſſen 
wir droben erwaͤhnet 2 voh derſel⸗ 


ben eben. dolches behauptet daes nicht 
unmöglich dießateinifchen metradarinne 
nad) zu machen / gedencket guch des Rapi- 
ni, der deſſen eine Probe gegeben, welche 
der gelehrte Caſaubonus in feinemicom: 
mentario uͤher den Perſum ſobet ® 


9 






dem Geſnero, in ſeinen Mithri tes finde 
man ein Exempel eines Teutſchen Hexa- 
metrigund Srangöfifchen:Phaleuca, ' Joh; 
Gerh. Voſſius meſdet / Inf. Orarahis.c5: 

bb3 P- 329 





a —— 


AscDas V CapVon Der Profodia 

p. 329. Daß er iin Nieder laͤndiſchen auch 
dergleichen gemacht. Es hat auch. Agui- 
konius, in feiner Manuductione ad Poeſm 
Danicam · inſonderheit ſich bemuͤhet / die 
Lateiniſche Art zu Poetiſir en seinen 
Fandsleuten beliebt zu machen / wie er 


F 


Denn: viel genera Metrorum Latinorum 
in Därifiher Sprache angefuͤhret und 
unter andern ein Heroieum auff die 
Siadt Malmoͤ / ſo ziemlich weitlaͤufſtig 
iſt Das Vater Unſer hat er in einem 
Phaleuco Carmine verfaſſet / welches al⸗ 
ß 
Fader milde der Himmelen beſidder rn . 5 
0.77 „Rat vanre. bitimınıer „gerithes län 
nr Ds dir Mige betonte lod POTTER 
Pt Hebin Ville begas het de ſorholdis DINoG 
al ——n— her ofven erre. 
ni a Vorder paglige,gif met al behoring. 
or EStyld bortleg de ey betale / fomvt N 
iin): —* emo fr ni A RN 
1.0 nen Friſtelſe bepare leggo fra SE Beh 
hing Auge Ah Sen] eu See / TB, h 
—— Mact ve Herlighed mmier uden ende Dh 
Wir laffen zwar. einem jedem diesſals 
feine überflünigen Gedancken/ halte 
aber / daß es eine vergebliche Arbeit ſey / 
eine Sprache wieder ihre Eigenſchafft 
in ſolches Gebande zu zwingen Diueſes 
urtbeilet auch baeo Verulamius; Jib. ö.de 
n nn —X Zi: augmell- 





— — 


os os 


EEE WEI Fe zu 
ü⏑ 


= a m ——— — = 





ber Teutſchen Sptache der 
augmentis ſeientiarum; cap. Ihidrepre- 
hendendum, ſagt er/ quoe vidam, anti⸗ 
— VETKA Te Re ıdernas’adme- 
——— heroicas, elegiacas, fapphi- 
caSträducere conati ſunt, Quasipfälingua- 
rũ fabrica refpuitiniec minus aures’abhor- 
rent? in hujusmodi rebus ſenſus judicium 
artis præceptis præponendũ Sf alfo das 
befte / daßman ben der üblichen Poeſie im 
Teutſchen bleibe / uñ dieſe Kunſt/ ſo viel als 
mer moglich iſt / außuͤbe Von den dehrſa⸗ 
gen ſelbſt wird bey andern weitlãufftig ge⸗ 
handelt / worinnen man eben ſich nicht 
ſo viel auffzuhalten. Denn es lernet ſich 
Die Poefis viel gluͤcklicher / durch die Us 
bung an ſich ſeibſt Als durch ‘viel Re⸗ 
gein: Es haben ſich auch einige gefunden / 
welche ſonderliche Handgrieffe in’ dieſer 
Kunſt verheiſſen wodurch man / ohne 
groſſe Bemühungralfo fort in Carmen 
ſchreiben koͤnne / ob man 'gleich feine Pro- 
fodiam geleſen.  Dergfeichen artificium 
eignet ihm Kircherus in Lateiniſchen zu / 
gleich wie er auch einige Erfindungen hat / 
einen/der Mufic unwiſſenden/ d hin zu 
bringen / daß er etwas richtig in die 


ſie ſetzen ſolle und gelcbichen eben auff 


4 ſolche 











N cc9 


— t 


ſolche Art / als wenn man dur ch die Vir 
gulas Nepperianas.k zet / ohne ſonder⸗ 


Stechen Arbeit hat/ iange vor Kirchero, 


ein Engellaͤnder Webbe in einem ab⸗ 
fonderlicyen Buche/deffen Titel, Ulus & 
autoritasloquens „.Horgefiellet / worin 
ven einige ®ierfeaus dem Ovidio in ihre 


es auffgelöfer / und nad: Drönung 


felben die Woͤrter Dingefeget; Wenn 
Kun einer, Verſe machen fill /;den;liefee 
die Wörter aus den pedibus zuſammen / 
daß ein Hexameter ‚open, ſonn mag dats 
AUS wird. Abereskanzeim-jeglicher Feicht 
gedencken / aß dieſes eine ar mſcelige Er⸗ 


nen zuſgmmen gehracht werden / abebhe 
he Verſtande und-Geift.ı Zaaieutfähen | 
bat Stanislaus Minck von Weinsheim? | 
oder / der unter dieſem Nahmen verhor · 





gen iſt / Joannes Juftus A | 
ein Buch / genannt Proteus;gefihrieben/ | 
worinnen er nach der Lullianiſchen 
Kunft anweiſen wili / wie ein jedivedenohe — 
ne Muͤhe | 

machen und zu Papiere bringen könne:  n 
Er ſetzet des ».Lullumenn Sähendsale A 


alfobald etliche tauſend Berfe u 


Guͤte / 





der Teutſchen Sprache +84 


l Güte/ Groͤſſe / Beſtaͤndigkeit / Ge⸗ 
n walt / Weißheit / Begierde / Cu⸗ 
NMugend / Waͤrheit / Ruhm. Dieſen 
n ſind ſo vielandere Contrar entgegen ge⸗ 
fetzt Ein jedes Sach muß nach dem Als 
phabet in ſich begreiffen. Subſtantivs a. 
Achectiva. zVerba. Em Jegliches / von 


| 


Fe 


den erſten Fächern / iſt mit einem auffge⸗ 
richteten / die contraxia, mit einem umb⸗ 
gekehrten Buchſtaben / gezeichnet. Wie 
offt nun die Buchſtaben unter einander 
verwechfelnwerden koͤnnen / ſo offt koͤn⸗ 
nen auch die Faͤcher durch einander ge⸗ 
fuͤhret wer den / und / was dar unter enthal⸗ 
ten / zu einer Rede oder Carmine ge⸗ 
braucht werden. So hat auch Quirinus 
Kuhlinan / in ſeinem Bodromo Quin⸗ 
quennii mixabilis ‚ein Buch verheiſſen / 
deſſen Titel ſehr weit hinaus ſiehet. Ars 
magna Poëtica, Verſiſicatoria Rhythmi- 
ea, in quãâ parta ad Germanicam tripli⸗ 
cem Poeſincum Deo aperienda, multa 
millia carminum genera docenda, Epi- 
theta plusquam 100000, Poetica virtute 
inventorum novorum artis:-Aliphabero- 
rum eruenda +verbo: in paueis quibus. 
dam methodus demonitranda tantze BE 

965 ecti- 


—— 

J _ 

- i * 
« 








guta dietione/ mit mehrem 


490 Das V. Eap. Bon der Profodia 

feetitudinis ‚ut Teutonica linguacumali: 
is, „non de copiä ſolum, fedde ipfo prin 
eipatielaborationis , poſſit contendere 
facillime. In femer Epiftel de mirabili 
bus guibusdam: inventis gedencket er 
auch dieſer Erfindung / undgiebt zu ver⸗ 
ſtehen / daß folches in einer Rota Natur⸗ 
beſtehe. Woraus'zu ſehen / daß es dem 
Artificio Lulliano gleich ſeyn müſſe Ich 
laſſe dieſe Künfte an feinen Ort geftellet 
ſeyn / und weiß ich wohl / was man insge⸗ 
men don der arte Lulliana urtheilet Hals 
te aber davor /dag man einigen Nugen 
Davon haben koͤnne / wenn man zuvor die 
rechten Gründe der wahren Rede und 


Dichtkunſt geleget hat. Denn es giebt 


auch die Natur in den Erſindungen an 
am Die Hand / daß / wenn man die gewiſ⸗ 
fe Ordnung der Dinge in richtiger Be⸗ 
reitſchafft hat /man ſeine Gedancken ſehr 
wohl darnach einrichten koͤnne/ die in 
dem Analogiſmo Naturæ ihren Gru 

haben müffen. Es iſt aber gleichviel/ ob 
ich Die Artem Luhlianam, oder die zehen 
Predicamentä’dazu gebrauche Wovon 
ich / ob Gott will/ in einen Buchedear- 
— 















ber Zeutſchen Sprache. 49. 


Wer aber dierechten Gründeder Wiſſen⸗ 
ſchafften anifich ſelbſten nicht vollſtaͤndig 
erlernet / als / die von Ariſtotele gewie⸗ 
ſene locos und Enthymemata in Rethori 
cis; Die aus dem Hertzen der Sachen 
flleſſen / dem werden alle dieſe Kuͤnſte uñ 
Circulatoriainventa , die nur an ſtatt ei 
nes Indicis:und Directorii dienen fönnen/ 
wenig nuͤtzen. Denn er wird / weiher 
keinen delectum darunter zu machen 
weiß / an ſtatt einer foͤrmlichen Rede und 
Carminis / ein unnuͤtzes Papegeten⸗Ge⸗ 
ſchwaͤtze hervorbringen. sun 
Es follte auch nicht wenig zu Erleich⸗ 
terung der Teutſchen Wer fe helffen / weñ 
man / wie in dem Griechiſchen von Georg; 
Roͤnig / imLateiniſchen von Bucellinoaun 
Balbino die Woͤrter nach dẽ pedibus geord 
net hätte: Dei ich habe dieſes als eine gute 
Beyhuͤlffe befunden/ wen manbißiweilen 
auff ein epitheron ; verhum oder fubftan- 
tivum nicht kommen kan / ja esgiebt.offe 
mahls zu einigen Einfaͤllen und Erfin⸗ 
dungen Anlaß / indem man auff ein Wort 
geraͤth / das eine Metaphoram (: welche 
ein Grund aller ſolchen Einfaͤlle iſt) an 
die. Hand giebt / daß man offt . * 











5 


„92 Das WEAp- Bon der Proſodia 


mehr Verſe daraus leiten fan / wie ſol⸗ 
Veo im Teut ſen auch: die bloſſen Neir 
me thun können‘ Adetzhalben die Reim⸗ 
Lexica einen groſſen Mugen haben E 
ſchiehet ſoiches bißweilen in Der Teut⸗ 
ſchen Poeſie / daß ein Wort geſetzet wird / 
ſo eben micht fuͤguich / oder / welche⸗ durch 
eine! Metaphor am tkoͤnnte er hoͤhet wer⸗ 
den. Weil man aber an den pedem gebum⸗ 
den iſt fo wird man lange herumb den 
en maſſen / Heman ein bequemes un⸗ 
anftindiges Wort: finder. Wenn man 
nun foldyen Abatum von. denen / unter 
ihrem pedibüsigefegten, fubftantivis, ver 
bisgadjettivis,partichlis'hat 710° darft 
man nur den pedem anſehen / und wird 
foifort fich auſern / ob ein bequenns 
Wort zu ſinden / oder nicht 
Wir ſolten nun zwar auch von der qua 
titareSyllabartı abfonderlich bhandeln/a 
esfind geoffe Bücher hiervon geſchrieben. 
Rur wouen wir dieſes wenige allhier an⸗ 
führen. Wen einadietivüzudenmfubltan‘ 
1 tivo gefeget wird / oder fonft ein zwey h 
ſubſtantivum zu einem andern einſylbigẽ 









Worte odereine aienfhibigen Verm 
|. „ Aiivogine prpolitio vor gefaßeetWitd/ 
rau I 

niit NnMit | 


SITU NHU — 





— — — — 


en 


der Teutſchen Spraden 423 
‚giebt ſolches einen dactylum. Wiewohl/ 
dem Aeccent nach zu gehen / die Mittel⸗ 
ſylben gleichſamb halblang ſind / over Die 
beyden erſten Sylben gar einen Ponde⸗ 
um wachen Dergleichen Wörter find/ 
Ehrfüchtig Großmůuͤthig / Wahn⸗ 
witzig /NAnliegen NAutreffen/ 
Großvaterec. Sd findet man bey dem 
Fleinming / daß er lieber die letzte Sylbe 
mn die ſen Woͤrtern lang ſetzen wolle/ als 
das Mittel / weil die Nothwendigkeit in 
‚ven Dactylis ſoſches erheiſchet Denn er 
ſaget / Großvater/ Großmut⸗ 
vers u GSs kunget aber ſehr unieblich. 
Plempius hat in ſeiner Orthographia p. 
zorvon den Infnitivis, cam particuläjun- 
etſi penultima ſyllaba videatur eſſe longa; 
non eſt tamen, ſed accentueminet quod 
in ea vis ipſaverbi ſit nequaquam infyl- 
labam appoſititiam transferenda 
‚wollte dochlieber im TrochaicöiundJän- 
vico genere wenn ſo ein Wortfolund 
muͤſte gebrauchet werden / die nittelfte 





Eyhlbe lang vun Es iſt aber viel beſſer / 
| —— | 
| faſt en dem Teutſchen Feines metti 


| ter zumeiden? weil ſie 
his fähig 





SE RnB OEM SAN 








faͤhig ſind. Diefes muß aud non denen 
Wörtern in acht genommen werden / 
die im plurali einen Dactylum machen / 


und im Singulari» eine zweyſubige Com· 
ofition haben / als / Wirthshaͤuſer / 
zehrgelder Es hat auch faſt eine glei⸗ 
che Bewandnis mit den Woͤrtern / die im 
ingulari zweyſilbig / Im plurali drenfilbig 
ſind / als / Kleidung / Kleidungen / 
Irrthumb / Irrthuͤmer / und derglei⸗ 
chen. Beſſer iſt folche gantz und gar zu 
vermeiden. Ferner muß auch noch etwas 
von den Einfyibigen Wörtern erinnert 
‚werden. Diefe weil fie fehr haͤuffig in der 
Teutfhen Sprache find/unddannenheto 
bißweilen gantze Berſe daraus beſtehen / 
ſo hat man die Regel gemacht / daß die 
NMonoſyllaba lang und kurtz ſeyn / welche 
Herr Praſch nicht wil gelten laſſen. Dei 
nach ſeiner Meinung / ſind etliche von 
MNatur lang / etliche kurtz / etliche frey / et⸗ 
liche / zufaͤlger Weiſe / jang oder ku 
nachdem fie ſtehen / oder mit andern v 


— — — 
—— 


— 


— —— —— —— — — — — — 


/ 
9 
‚einiget; werdem Er. führer dennoch 


‚Biel -Monofyliaba an/ die/ nach Veran⸗ 
‚derungdes Derftandes/ bald lang/ bald 


‚&urs find. Weilches zwar an ſich ſelbſt 
lurtz find. Weiches zwar an ſi Hirte 


a 





_ DE Teutſchen @ptalhe: - 495 
richtig genug iſt / aber es iſt etwas zu genau 
geſuchet Deñ wen alle die Exempel/ die er 
ſelbſt anfuͤhret / ſollten verworffen wer den / 
ſo wuͤrde der halbe Theil von den beſten 
Gedichten der vornehmbſten Poeten ge⸗ 
fährlich tauffen. : Es werden in allen 
Sprachen einige Srenbeiten von den 
vornehmbſten Poeten gebrauchet / die 
man nicht eben nach der Grammatiſchen 
Richtſchnure abmeſſen muß: Denn es 
erfordert bißweilen der Nuͤmerũs die 
Nothwendigkeit / und der Wohllaute 
was / das man ſonſt nicht billigen wuͤrde. 
Wie wir deñ / dieſer Ur ſachen wegen beym 
Homero und Virgilio groſſe Freyheien 
ſehen / worinnen ein gemeiner Berand / 
der über die Grammatic und die Protodia 
nicht fchreitet / ſich nicht zu finden 
weiß. Und ift über dem zu betrachten / 
was Herr Menage urtheilet / daß man 
Kleine Fehler bey groſſen Poeten überfe 
hen muͤſſe. Im uͤbrigen iſt von den Ein⸗ 
ſylbigen Woͤr tern zu mercken / daß es eine 
überflüßige Sorgfalt fen / der ſelben Diels 
‚fälltigfeit zumeiden. Dieſes fan ih der⸗ 
gleichen Sprachen nicht: gefcheben. Am 
| 





—— — —— rg  — 


ur 


ZZ. 


WR ————— 


—— —— 7— 


sur 


ex Q Das as Vlat Cap. Bon dem Numero _ 


es;denn auch im Frangöfifchen HrMe 
nage vor unmöglich.hältt in: feinen Ans 
merckungen über den Malherbe L5. p. 452. 
So find auch die Einſylbigen Endun⸗ 
gen nicht zupermerffen/ es wäre denn/ 
daß dieſe Wörter einen ienfünmabruptum 
Haͤtten / und ein eonma machten / wenn 
andere vielſylbige vorher gehen. Im 
Griechiſchen und Lateiniſchen / wird «6 
bißweilen vor eine Zierraht des Ver 
gehalten / wie Hermogenes ſelbſt Davon 
artheilet: Ob zwar dervius, von des 
Virgilii Einſylbigen Endungen zZ 
ſe / das Gegentheilbehaupren will. 

ſen / als eines —— — /n 
groB zu achten iſt —J ana 











' "Das VL. Cap) hin 
Son dem Numerd Rocca 
Jnunhalt 


ne in acht genommen w 
ein Leben on Drey — 
, fudwss, DB 


fr Ei Andertr ein een: ein In na 
Ana en Bor 


Pe — —— 


tfchen. Pedes ſimplices un 





—— — — — 


— — — — —— — — 





| :PoRtico) und Van 497. 
mm — nn TE 
im Sateinifchen und Teutſchen. Teutſche — ** 
Ein jegliches metrum hat ſanen ‚fon 
Rhythmum. Wie auch die Dden die geſungen 
werden. Derrhythmus am fich felbft i fahig. 
das Gemürhe zu bewegen. Rhythmus ih dem, 
Trommelſchlag / und, in andern Bewegungen 
Rhythmus in den Kaͤmmen der Haare / ausllaa- 
co V.oflio. Collocatio & harmor a verborum. 
Marti‘ Bettini Mathematifche: etrachtungen 
ae —J 9 Sr Auen Sufaınene 
erung In Den Verſen. Der Autor deg Nuchgz- 
a — livres A N 





de-la connoi ance des’bons livres , Ba 
nicht wohl / weñ er die tede Doch vor leich⸗ 
rer haͤlt / als die Sransöfifche: ergleichen Hate 
moniſche Collocation findet man auch im Teut⸗ 
ſchen Die Zufammenftimmung der Str. ' 


Marii Bettini Commentarius über Arıftotelis, 


'  Poeticam. , Homeri und Virgili — 
keit beruhet vbornehmolich auff den Numero oe⸗ 
tico. Claudiani raupwereia, Man muß‘ auff 
die Liebligkeit im Carmine nicht alleine en 
Torquatus Taflüs ift bißtveilen mit leiß unliebe: 
li): Rapini Lateiniſche Pochs, Die Sranköfifche 
ESprache ift folchesnumeri nicht fahig/ zum thel 
auch nicht Die Teutfche. Hiervon mird ein meh⸗ 
Lexrs anderweit Orte gehandelt werden. 






SCH Je Detracbtung der furken und) 
| langen Spiben/ und. deren, data 
aus entſtehenden / Süfle / und 
Veimgebande/ a uns ODE AUR 

| 


Won... 


—û—— UNERHENEN SE EEE | 


498 Oas VI.Cap. Bon dem Numero | 


die Betrachtung deg Numeri Poetici 09 
per Khytlimi. Von weldhein auch die vor? 
sieninbiten Posten fo gar wenig zufagen, 
iften/ Da dennoch dieles gleichfamb das 
eben „eineg Carminis if / und andatt 
Geihteridie eg hören oder fefen / gleich⸗ 
famb: jebendig macht / und auſſer ſich fuͤh⸗ 
ver Denn / gleich wie Die Kuͤnſtler / 
Bildſchnitzer und Mahler / es fuͤr BIC 
Kunſt halten, ihren Wercken DIE AU 
hendige Bewegung, jo weit esficb.iuu 
ĩaſt / mit zutheilen / 10 muß auch die koe 
(is; deren gantzes Weſen in jmitatione 
beſiehet / den Wörtern eine fonderlihe 
Kr AN und Regung / theils. durc das 
Gebände/ Wohlaut und gebürhlihe3W 
tammenfegung UND Verſetzung / heile 
Durch Die Metaphoras, die Ariftorelesxali 
inioyssav nennet /geben. Denn es wird 
ein jeglich Carmen, oder. vielmehr ſedwe⸗ 
de Rede von dem Platone ‚Dial. delegi- 
bus, in 3- Theile / — 
fm worunter diefeg alles begeief® 


- — — Sen 


—— 








en wird. Ohne dierem iſt aue todt / und 
beſtehet nur aus einem ieeren Scholle 
Mer Rhythmus (denn fo nennen Die Al, 


ten die gewiſſe proportion der Säle 





oısmuVl RG; und ‚TV 9 IV War 


ſich/ die aus chrer Kurke andıLänge en ent⸗ 
muß / wie m riecht tei⸗ 
eher) — —* nen fihen una 


fo: utſchen 

—B— Fa 

e auer er Fuͤſſe 

| ——— nur bloß nach dent: 

—— Nach dem nun die Be⸗ 

heit der eh es erfordert / die 
r 














uͤhtsbewegungen erregen / dar⸗ 
ichtet ſich auch d er Gebrauch der 
und der daraus: | 


Er —— 
—— Uber di — 

ces hat man auch com 
——— ehr 

andere 

nehmen Denn — 

nder wie dergleichen brelih —— 
He 
(gen at man zwar edes * 
Troch&üm, BR De | 


Ayla. Denen —— 
Aid 



















— denn in die⸗ 
— Pan liebt lebr/ ** 


— — 






— 














En  _ , 


s00 Das VI. Cap. Von dem Numero 


Goldbergwerck / denſelben zu foden 
meinet. Man kan auch —* 
Zateiniſchen einige pedes com 
chen / wie wir im re — 
Wie nun ein * been; 
ner gewiſſen Maaſſe der F 4 
gofolget auch daraus 7 — | 
rum feinen fonderlichenrhychmum: 
welcher / da er nicht in acht genom 
wird das gantze Weſen deßhalben in 
ehr kömt / und durchaus kein. 
— hat / ‚ob gleich die quantitas Fla 
um und. Dagmetrum;im uͤbrigen wohl 
in acht genommen, Es verhaͤlt ſich auch 
Diefes mit der Teutſchen eoeſ nicht an⸗ 
ders / wie wir nachgehends / wenn wir 
wvon den Oden handeln / darthim mollen/ 
Daß der Rhythmus derſelben / die zur 
ſic gemacht: werden / gantz anders —* 
mmuͤſſe / als der gemeine. VBon dem byth⸗ 
mo), infofer und gebundener Rede,/, If 
beymAriftotele.in Rhetoricis Cicerone 
in-Oratore ,: auch bey den altern Muficis, | 
Claude; Fauchet de ia langue & poehie 
en. 5 6. Patrieio in einen: ſchoͤ⸗ 
/. della ‚Poetica,part-, ».libr. · 


F pa un moi ra — 1 














' 


| 





‚Hlali 


„nF 0 RT Yan 
— eis 
rers zulefen. Zugeichmweigen desDionyfiz 
"Ha A en ücher von der 
Rhythmica veterum geſchrieben / welche 
‚aber.verfohren find. Es haben auch die 
„Medici in. dem Pulß der Hand ihren 
Rhythmum. Ja alles mas’ auff gewiſſe 





Art und Maſſe bewegt wird/ bat denfels 


ben / ingleichen auch das Tantzen. Man 
kan ſoſchen Rythmum, auch ohne die 
Woͤrter und dem metro , ihm einbilden. 
Wie ſolches aus den Wörtern des Virgi- 
eiliiin Bucolicis erhellet/ numeros memi- 
ni, fi verba fenerem. Man kandieles am 
beffen: auff einer Trommel vorſtellen / 
woͤrauff durch die Drdnungder Schläger 


unñ deren gewiſſe Zeiten / nicht allein ſonder⸗ 


liche/ un mit den Kriegs⸗Auffzuͤgen ſehr 
wohl — Reichen koͤnnen 
gegeben werden / ſondern alle Lieder / auf 
was Weiſe und Art fie auch gemacht / 
Sic) fielen Taffen/ ob gleich Feine Worte / 
feine andere Meloden dabey iſt. Man 
hat bey den Alten Muficos gehabt / die 
auch PYGE eingige Rede / bloß durch den 
Rhychmum,die Gemuther der Menſchen 
kraͤfftiger bewegen real die Orato- 
| 3 res 








so Das e v1.Cap. Bon dem Numero 
ji — de 





| as pon nden, ’antomıtm is Ami | 
9 dieſelhen — th ihre EDEN 
un inen it tn chythoauın, alles haben 
anal en Fönnen. Esift Ticherlih und 
‚mer g7 was ofluus in offterwehn⸗ 
fein Bu jet u anführet. Noniemelre- 
cordor,, ſagt er / miein ‚gusmodi incidiffe 
nanus, qui quorumvis etiam cantico- 
rum maotus ſuis imifarentur pe<tinibus,ita 
ut nonnuinguam „jambos vel trachzos, 
alias dactylos vel anapzftos — ne 
an amphibraches aut pohas | 
itiflime ı exprimerehit, undeha 1,mo 
ca oriebatur delectatio. Wen Ru 
dieſein Rhythmo die, Wörter. ge⸗ 
kommen / und diejelben ihre gute.harmo- 
niam fi Hbrent poſitu gehe 6/10 
Koheeh Hberfi Andigen ge t lg 
fere Be eihug, erregen. muͤſſe 
ar re catione verborum Ay | 
aſſe und der — gelegen (alte | 
bat eine viel tieffinnigere Beratung | 
von noͤthen / als hier Fan mn. wer⸗ 
Dein. BA: BAR * dem horatign * 9 









— EEE _ ui 





157 RT Poeticor AV an 
Indignum 


503 





coges: adimam bona: nempe 
|  ‚PeeUS, Tem. 
hat mit diefem des Claudiani, _ | 

J Hæc largo matura die, laturataqᷓ; vernis &c. | 
eine gleiche, dimenfionem, Aber dieſer 
klingt viel lieblicher / und hat einen be 
fern Poetiſchen numerum , als jener. 
Denn Die vielen kleinen membra.und in- 
cdilſa, die / ohne eineharmonifche Verwech⸗ 
ſelung der Subftantivorum und. Epıche- 
tofum, auff einander folgen / geben dem 
Verſe eine frembde Art / die einer lofeny 
als gebundenen Rede ähnlicher ft, Weß⸗ 
halben die/in Oratione foluta ungefaͤhr 
einfallenden/DBerfe/ ben Ermangelung 

- Des. numeri, keine rechten Verſe zu nen⸗ 

| ten. Der Marius Bettinus, ein. gelehr⸗ 

; ‚tee, Mathematicus,philofophiret über dies 

ſe Woͤrter⸗Ordnung / aus Mathemati⸗ 
ſchen und Muſicaliſchen Gruͤnden / in ei⸗ 
hien ſo genannten Apiariis Apiar. 10.pro- 
m. 1,prop» 7. worinnen er. von. der 
| 








larmonia metrica, in den Rateinifchen 
Carminibus handelt, Er bat alle genera 
der Confonantiarum ‚Muficarum in Ele- 

ı giaco Carmine unterſucht / als diapafon,, 
diapente, diateffaron. Zum Exempel von: 
dieſen Verfen. 114 SEHE 








so4 __ Das VI. Cap. Von dem Numero _ 
Et:Phaetontzas ſolitæ deflere querelas 
Rofcida frondofz revocant eledtraforores. 

urtheilet er alfo. Solite & frondofe , quin- 


‘to inter fe loco confonant , per confanti- 


am diapente. Solite & forores, odtavoloco, 
per dispafon. Praterea , Phaetonteas & que. 
relas ‚item, rofeida & eledtra, quartis IN- 
ter fe locis refonant diareffaron. Derglei⸗ 


hen mehr exempla führet er aus feinem 


Sylviludio, und Satyro-paftorali an. 
diefem difticho, 17 700. MPN 
Fertilis, affiduo finonrenovetur aratro, . 
Nilnifi cum fpinisgramen habebit,ager, 
findeter Diapafon diateflaron. Denn die 
Woͤrter / Fertilis undager, klingen gleich⸗ 
fam in einem Circkel zuſammen und 


= 
. 


Ziebet traun diefes Die (chömfte Harmo- 


hiam in Elegiaco Carmine , ob gleich fer 


fe Confonantia inden Endungen DEE 


Woͤrter ift/ wie in aflıduo und aratro. 
Denn diefe iſt / wie er faget/ Confonan-. 


tiaintellettualise correlationibus verdo- 


rum. Diefe Harmonia,meinet er /ſey dem 
Lateiniſchen ſo eigen / daß ſie durchaus 
inandern Sprachen keine ftat habe Web⸗ 
ches auch der Wahrheit gemäß / und iſt 


durchaus nicht zubilligen / was Dir Aus 





17% 


— 


— > 





rer MESPBEHEOHND 17 AR yor 
Buches / de la connoiſſance des 
bonslivres;traite, 3. ur theilet / daß dieſer 
ſo vielfaͤltigen Verſetzungen halber/ ein 
Lateiniſches Carmen leichter zu machen 
ſey / als ein Frantzoͤſiſches worinneman 
gar feine Freyheiten hätte/ und fich gar. 
genau an Die Regeln der Natuͤrlichen Re 
de binden muͤſſe. Denn es iſt / eben dies. 
fer Urſachen halber/ vielmehr umb zu keh⸗ 
ven/ weil in der Lateiniſchen und Griechi⸗ 
ſchen Sprache viel Verſetzungen ſind die 
aber nicht / wie er meinet / nach belieben 
koͤnnen geſetzet wenden, denn es gehoͤret 
eine groͤſſere bung und Sorgfalit zu 
denfelben / als zuden Frantzoͤſichen Mair 
hat auch gleichfalls im Teutſchen eine U⸗ 
bereinſtimmung der commatum und 
mewbrorum, welche einen groſſen Un⸗ 
terſcheid in der Elocutione Poẽtica macht · 
Man leſe Herr Opitzens und Herr Flein⸗ 


mings CArmima und halte fie gegen ein» 


ander / man Wird eine groffe Ungleich⸗ 


ei 


beit / Dieft8 Rhychmi baiber / finden. 


Denn bey dem Slemming ein concitati-' 
ornumerus ſich finder’ als bey dem Opitz. 
Eben die Confonantiz, die ex colloca- 
tione Verborum metrica in einem Verſe 

kit ih is fom: 








7 


tor des 








s0o6 Das VI. Cap. Don dem Numero 


kom̃en / könen auch in den Strophisder De 
den dargethan werden. Denn «8 iſt auch 





alihier / fo wohl eine generalisconfonan- · 


tiaStropharum.,. als eine particularis 
verluum. Bettinus findet. auch, bierinne 
ftrophas tetrachordas, pentachordas; he- 


xachordas, o&tochordas &c.deren &rem 


pel er in feinen, Eutrapelüs , und infeis 
nem: Viridario vorbringet / verweiſet 
auch den Leſer auff feinen Commentariü, 
in.Ariftotelis Poeticam , davon ich nicht 
weiß / ob er herausgegeben ſey oder nicht. 
Er ſaget ſonſt ſelbſt von dieſem —* 


ede/ ad hoc opus.exornandum „congelln 


mus pene omnes opespoeticas, e pr&cır 


uis Poetarum ac efabularum ar 

usGrzcis, Latinis, Italis.. Wodurch 
mir keine geringe Begierde erwachſen / 
dieſes Buches habhafft zu werden / denn 
er eine ungemeine Scharffſinnigkeit IM 
Erforſchung des Rhythmi, img Garmine, 
zeiget / welches niemand vor. ihm in. den 
Sinn gekommen. Die alten. Griechiſchen 
und Rateinifchen Doeten haben durch 


diefen Numerum ihre. Carmina unver⸗ 
gleichlich gemacht / und je: mehr ee von 


ihnen in acht genommen worden / je vor⸗ 
io? Er treffli⸗ 





—ã— $07 


gehucher igahre dictio und Elocutio ges 
EB lacht des Homeri Poefie 











ch daher auch Athenzus da⸗ 
— — Carmina beſſer zu 
ingen ſeyn /als Homer!. " Virgilius iſt 
Meateiniſchen der Meifter/ deſſenunver⸗ 
‚Heichliches Hrtheil alle Worte und Mer 
fe. jo abinißt/ doß man /die Sachen ſelbſt 
” Augen zu haben / meinet. Wer dies 
es begreiſſen Fan / und den Vorzug / den 
Virgilius in dieſem Stuͤcke vor ‚andern 
Bor I. der bat, einen, vollfoinmenen Ver⸗ 
fand von der Rateinifchen Poefie, zu ur⸗ 
en Runen alle / wie ſie heiſſen / 
kommen hm beyweiten hierinne nicht 
gleich. Claudianus wird zwar vom Bar- 
thio, Adyerf. Ib. 57. C.ı1.pro numerofiffi- 
mo Poeta gehalten / aber es iſt eine Tev- 
rosre., daß ichs alſo nenne / darinne/ 
und Eon DIR MBFDEHRER gleihfam tantz⸗ 
bafftiges, Woͤrter maaß· Welches vor 
ein Heldengedichte nicht ernſthafftig ge⸗ 
nugiſt / uñ in Vielfaͤlltigkeit der Dinge / die 
vorgeſtellet werden / ſich nicht ſchicket. 
enn man muß nicht auff Die Lieblig⸗ 

it gllein ſehen / ſondern ſſe muß nach 
Beſchaffenheit unterbrochen . SRH 
















sos-Das VI.-Cap. Von dem Numero Post, 
Gleichmie auch der Miplaut felbit,/ die 
Harmoniam bißwenen lieblich HT. 
Darumb hat der unvergleichliche ‚Tall 
die Kiebligfeit der Italidmſchen —— 
/ 








mit. harten Confonantibus verſetzet/ 
ausdern Anfänge des vierdten Bu 
feiner. Gjerufalemme liberata, zu ſehen 
Rachgehends hat man dieſes ſpringe 

Körtermang noch vielmehr bhellebt/ ml 
Apollinaris Sidonius gethan / bis mal 
dar auff Die aparemdev@ , ‚ODER, I auf 
T eutich genanmen Reime / gekonm 

Die Atrı, Scriptores haben, infonderpei 
dieſe Reim Art auch in eroſabeliebet DI 
im. Virgilio_Diefen numerum der SDErt 
etivag genauer angernerdtet/ und ſolches 
nachahmen koͤnnen / find ohne zweiffel 
die beften. Worunter / zu unſerer Ze 
billig der Rapinus zu rechnen / wech 1 
in feinen Reflexionibus, num.36. die Fran⸗ 
köfihe Sprachediefer Zierde unfähig zu 
ſeyn fchäget / weil kein Linterfcheid der 
Hbrälledarimen. Welches auff gew⸗ 
ſe Art auch von der Teutſchen wahr iſt 
ir wollen hiervon nicht mehr handeln? 
damit nicht, mag ju einer ahdern Arbeit 
von uns außerfehen/ ahier vergrieften 
werde. DW 












— — 


— — — 





ET 








Dasvıl; Be der Reime Motäwendigt.soo 
Mind Das VII. Cap· | 
FAN den Reimen / ob ſie 
nothwendis ſind in der Rommel. e 
nation Potfie. | 
no —8 "nl" 
* 5 berw 







id älter‘ alg die verfus Leonini, DI 
ef und Sorbiers ——— 


IN ehe 8 die Keime) als 
Ir cus Volliüs, Rolandus Marefius, Sie 


— "Die Reimende boe era) 
t durch den Gleichlaut keinen Eckel oder Ein⸗ 


—V ‚Serbien ſagt di Ken —T von; 
DR gun Italiaͤner 


nn —20 Na u —534 re 
Br — die Sran oſen. Lehe on td" 


vom Doreen ang uͤhret. weiffelt / 
ob man in HAN n Reime *— ae 
Deſſen Urſache -V. off Urtheil von des Ar 


ungereimbten Comcedien de Mefliriaczhat Ovi- 


dii Epiſtolas in Fr u ungereimbte Verſe 
vor FE nn ' ohn Mil eh 


ilton } hat ein 


Poema The Para Kar gefchrieben. . 
abıch an in Sem Nie laͤndiſe ſchen aus dem 


—* Mylio 


An) 





e eig iR 4 einen. ‚groffen 


a cheil.de BETEN 





—186 deren DK 


—2 ng? 








;10. 1 Pas VI. Cap Von der Reime 

etwas gruͤndlicher Ahäuftellen /denn bey | 
andern werden nur bioßbie Lehrfäßenen | 
den Reimen gefunden /mit welch 
uns nicht aufhalten wollen! Es haben 
die Außlaͤnder dieſe Frage auff die Bahn 
gebracht / ob es nicht beſſer ſey / daß man 
die Verſe ohne oe : Jas 
ſiud gelehrte Leute die Diefe Reimer 
alg-ein barbariſches und augländt 
Weſen / verwerffen wollen. Iaacus 
Has hat / in dem ſo offt erwehnten Tania 
de'Poematum Gantup⸗y· gar weitlaug / 
tig davon gehandelt / und — 
erwieſen / wie ſehr fie den Gleichlaut m 
den Sylben getadelt. Er nenniet e 
Reimgebaͤnde / barbarum & incong tum, 
metri genus. Rolandus Marefius „ein ge⸗ 
lehrter Mann /hat/lib.2. Epiftol;Philos 
lopic. 4. wieder deffelben Gebrauch ger | 
det Lund vermeinet / daß dieſe Art der ge 
meinen Berſe von den verfibüs Beoninis‘ 
her gekom̃en / worinnen etirret / deñ chde 
vor halle daß die verſus Leonin von, 


DETLEF in, den, gemeinen OPEN 
ihren Urfprung zenommen /MIEIDIET 


> nachgebendg tmit mebrein Darkouı WERE 
a den ne —2 — oth * 


il | 
DIG 9 


a 

























Mothwendigkeit. gti 


digkeit und Nügligkeit der Reimen in den 
gemeinen Verſen / ift zwiſchen dem Slufio 
und Sorbier, in dem offt erwehnten Bu⸗ 
che/ auch abgehandelt, Jener wirft. die⸗ 
ſem vor / daß die Reimende — 5350000 
den Gleichlaut mehr den Schlaff als die | 
Auffmunter ung verur ſache Welches as 
ber dorbier Idugner/ und zwar nicht ohne 
Ur ſache Denn / obſchon die Gleichhen fich, 
findet / ſo iſt doch R— / 
und iſt die Bielfäftigeit und MA bechre- 
lung der Dinge auch da/die einen Zuhor 
rer Oder Leſer in. der Auffmerctfarubkeie 
erhalten fan. Ja erbehaupter das Ge⸗ 
ntheil/ daß ben Anhörung eines noch 
d herrlichen ungereimbten Gedichtes 
ihm der. Schlaft und Eckel eher anfomy 
men wuͤrde / als wenn der Reim die Dhe 
ren / Die ihre Dergnügung davon haben) 
allezeit gleichſamb / ale durch eine har- 
monie eröffnet. Welche harmonie denn 
durch Die Abtoechfelung der Reime ſche 
unterhalten wird Derohalben die. Gras 
liaͤner / in ihrem Poemate Heroico infons 
derheit Diefe Wechfel Reime: belieber ’ die 
denn nicht weniger einfchläffern koͤnnen / 
als eine wohlgeſetgzte uc dem ſemgen⸗ 
der 


ee — 


u 
,ı2 Gas VII. Cap. Don der Reime 


der mit Fleß darauf wercket. Denn/ | 
wer folche. nicht begreiftet,/, oder, feinen 





auffmerckſamen Sinn hat / den wirdaug) 
eallezierlichſte und kuͤnſtlichſte Rede 
achtin den Schlaff bringen Ersvillpiela 
mehr durch Diekangefübrte philofopbifche 
Stunde / ap. 235,ad243.barthun ‚est 
nen die Griechiſchen und Lalteiniſchen me⸗ 
anen eher einſchlaffern / als die reimen⸗ 
en Sransöfichen Berſe / wovon weiter 
ben.ihin Fan nachgeleſen werden. Es iſt 
wohlwahr / daß die Italiaͤner und Spa 
nier ſolche ungereimbre Dichteren, beier | 
ben/ / wie den V olliusdiefelbe lobet. ‚Aber 
Sorbicr hält davor / es komme von ihrer 
Tauıibeit ber,/daßflenicht (viel Mübe, 
anwenden mollen: Wie er denn ſeine Fran⸗ 
tzoſen deßhalben lobet / daß ſie lieber eini⸗ 
ge metra, als Sozmet Kendeau, Ba ade, Fir, 
relas erfinden wollen / darinnen einer⸗ 
len Art Reime offtmahls wider holet wers 
den / als diefelben vermeiden welches 
die e8 mübfamer / ſo auch ergoͤtlcher⸗ 
ift. Hatte Lope de Vega ſeine &oimoe ien 
allen Reimen ſchreiben follew/erwirdeeie 
ne fo grofle Anzahl nicht Hernorgebra@k 
babe... Doc wurde Der Oramoa 


— — u un — 








Nothwendigkeit. _ zı2 
Poefie halber noch einiger Zweiffel enſte⸗ 
ben können: Denn man möchte hier 
ehnwenden / die Schaufpiele beftünden aus 
Geſpraͤchen die Geſpraͤche aus geſchwin⸗ 
den Einfaͤllen / wozu kein Reim ſich ſchi⸗ 
cke / als welcher erſt mit Muͤhe / und nicht 
ohne Kunſt / die doch billig verhoͤlet wer⸗ 
Den ſoll / mürle gefuchet werden. Es waͤ⸗ 
re denn / daß man die Perſonen emes 
Schauſpiels vor gebohrne Poeten hal⸗ 
ten könnte. Weßhalben auch die Latei⸗ 
ner hierzu eine Art Verſe erwehlet "die 
der ungebundenen Rede am naͤchſten 
koͤmpt. Es geben auch emige vor 7 es ſey 
ein Reim unfaͤhig / groſſe Gedancken auß⸗ 
zudruͤcken und ſey vor kleine Dinge laͤ⸗ 
cherlich · Denn es koͤnne ja nichts unges 
ſchickters ſeyn / als wenn man einem Die⸗ 
ner ein gemeines Gewerbe / die Pforte 
zu ſchlieſſen / die Taffel zudecken ꝛc reittis 
weiß anbefehlen / und hingegen / da man 
etwas groſſes vorzuftellen / ſich an die 
Nothivendigfeit eines. fo unnoͤthigen 
Wortes’ fo feſt verbinden wollte /ı daß 
man offt feine Gedancken dem Reime'st 
gerallemändern mäfte, Ob nun zwar die, 
ſes nicht ohn M Schein der Fl 

| ei 





a  — 


ga Das VIE Cap. Bon der Reime 


heit eingewande wird/ ſo feblet es doch 
nicht an ſattſaamer Beantwortung / wie 
wir denn im folgenden Cap-mit mehrem 
dabon handeln wollen. Dieſe und ande 
re Urfachen haben einige bewogen’ daß 
fie lieber unreimende / als reitmende 
erſe / ſchreiben wollen. Bey dem Ati 
oft find Comaedien; welche aus unge⸗ 
zeimbten Jambis befteben. Voſſius urthei⸗ 
jet von ihnen. Multis illæ placuere, & 
certe digne ſunt, "qua ab omnibus lau- 
denrur, propter ingenium, ſed etiam, 
auodeo.carminisigenere expreſſæ ſunt. 
quod cantum admittat. orquatus Taf 

s hat / in ſeinem ct age Guarinus, 





in feinem Paftor Fido ;. 


Srenheit auch gebraucht. Petrarcha hat 
einige folche Carmina hinterlaſſen / dar? 
von Nicolaus Franco, in feinem DU 


11 Petrarchifta „einige beraußge 


hat auch im Seangöfichen der Herk de 

Meffhiriac deg Ovidü Epiltolas Heroidum 

in ungereimbte Frantzoͤſtſche Verſeuber⸗ 

feet / welche einigennicht übel ‚gefallen. 

Aber Herr Sorbier urtheilet von den 

bten Verſen / Si 
r 


Frantzoͤſiſchen unger eim 
quelquesun de) nous je haza 


1 dhuy 


| 


— — 


- — — = - 


— 


— — — 
— 








ante, 





| 

| 

| 

| 

| 
F: 
i 





<dhuy de faire des vers.fans rimes, tout 
le monde:fien moquereit:aulieu deluy- 
en ſavoir grẽ en faveur de noſtre langue. 
In der Engliſchen Sprache hat’ man 
nicht allein Coimnoedienſchreber / wie den 
Johnfton und andere gehabt /. fondern 
auch einige / die im Heroico Posmaredie 
ungereimbte Art beliebet· "Der bekann⸗ 
te Jshaunes Milton ‚Hat ein vollſtaͤndig 
Poeëma, genannt The Paradu of, ohne 
Reime geſchrieben / woſelbſt er in der 
Vorrede dieſer Schreibart das Wort ro⸗ 
det / inſon derheit dieſer Ur ſachen halber) 











daß / des Reims wegen / man offtmahls 


wieder willen Wörter 77a gange Reden / 
ſetzen muͤſſe / die man viel eigentiicher und 
beſſer ohne ——— haͤtte geben 
koͤnnen. In der Nieder laͤndiſchen Spra⸗ 
Feif 838— 
Keine / welcher / in, feinem Buche 
Lingua Belgica <.29..eine gange. Ode de 
officio & delitate vera Amicitice im 
Hollaͤndiſcher Sprache gleichſamb zur 
robe gegeben 7 degen Anfang! alte 







Aa%77, z 
7 z \ 


IE Ian TU nur 
Coomt hier mien Luidt geluydeloos DO 
Noch komm vxilt ſo niet bangen 2) 
r $##a oomt, 


au ee, A nie 


—— Oas VII Cap Bon DEE Reime 


oo, doetmy nu den beſten dienf, 


i Die immer ghy ſoudt moegen? 
Commt, helpt nu each chen ſinnen: 
Wilt nu te, vuerke le 


—— — ni 


‚Äluvve. lieflickhe 


In Tutcher —— one | 
e8 zn. ver ſuchen begehret / iſt auch eine un⸗ 


noͤthige Arbeit Meines —— 
er / a 
die andern halten / wollte / wäre es eb 


einer die ungereimbten Verſe hoͤh 


als weñ jemand einerſStrohfiedel vor ene 


| 


ae Geige den —— J 





Das VII: Ca 


‚ Bestheidigung der a m 





ae 







Pen Godeau Meinung h 


NO gelober. Bey den alten Sehen und 





teinern hat man einige ame“ auch) ne ie 


erfe, Barthü Urtheik Keime füeſſen aus dr 
atut. Sind derowegen nicht gerwer 


are Anacreontis und Varro! 


—— ——— wird ver bon Iiaach 
eſtoſſen Seine 


lat der aus den kaͤnn eniſtehende W 








a Verſe in.den gemeinen Sp ai 
den ihre” meifte Ziege Eh es 














ur, 
PR 


Vertheidigung Fig 


— — 





zwang iſt 


= — — — in 
ai hfalls nichtig,  Deledtus: verba- 
zum kan beſſer in einen. gereimbten als unger 


teimbten Carmine in acht, genomnien werden. 
Der Reim umbfehrencket Die toeitaußfchrieiffen 
‘den ee sit im Teutfchen nothiwendig. 
Giebt bißweilen Erfindungen an die Hand. Man 
muß auch in den Schauſpielen die reimenden Ver⸗ 
fe zugeben.· Antwort auff die im vorigen Capitel 
geſchehenen Einwuͤrffe Dr Reime find in den 
zateinifchen Hlymnıs beliebet worden / mehr als Die 
‚gervohnlihen Sateinifchen Metra. Des Muͤnchẽ 
Ehtenfried Sateinifcher Rhythmus. Buchneri 
Urtheil.  Lateinifche Meime aus dem Cambde- 
no, pPlempii, Cæſii, Caldenbachii , Maſenũ 
Sateinifche Reime, Petermanns Lateinifche Da 
ben aus Riſtens Liedern. Gemengte Lateis 
nifche und Teutfche Reime. Eine Probe aus de 
Barthii Adverfaruis, und ausdeg lempii Mu- 
fio. Conitantini’Hugenii Olla podrida, Æ- 
quivoca Carmina, Eines das ‚gugleich Teutfch 
a Ein anders / das zugleich Jia⸗ 
laͤniſch und Hebraͤiſch. Dergleichen Carmina 
findet. man auch im Italiaͤniſchen und Frantzoͤſi⸗ 
ſchen. Macaronica Carmina. 


AR nun zwar von vielen gelehrten 





Leuten / wie wir bereits angefuͤh⸗ 
Xret / die Reime / als eine Kindifche 
Zierligkeit / verworffen werden / d kan 
und muß dennoch behauptet werden/ 

RR ET N a 











sie Das Vn Cap Von der Meime 


daß dieſelben in den gemelnen Sprachen, 
uraD Anh al der Teutſchen nicht abs 
kein zu dulten / ſondern auch nothwendig 
fern / und.nichefönnen außgelaſſen wer⸗ 






Ben: Weßhalben Herr Gogeau, in ſei⸗ 
‚em Difcours über das Malherbe Poema- 
te, ſoiche Are Verſe / als untaugliche / 
verwirfft / und den Malherbe lobet daß 
er eine genauere Richtigkeit in DIE Frans 
söfifhen Reine gebracht. . Denn Diet 
neuen Ketten. / wie er ſagt / ſind vielmehr 
eine Zerde derſelben / als Kennzeichen der 
Dienſtbarkrit· Esifind Die Reime nicht 
fo barbarifch / wie die Roͤmer und Grie⸗ 
ben fie davor gehalten / denn man findet 
such einige figuren Der Rede / deren Zier⸗ 
tigkeit bioß in Reimen beſtehet welche 
auchzur rechter Zeit einen guten Platz 
in der Rede finden. Der Griechiſche 

ete Anacreon hat fie auch bißweilen 

in den Verſen / die nach feinem Nahen 
genennet werden / beliebet. Weihe 
ben den Rateinern viele gefolger find/ wie 
Barthius Adverfar.lib,gı.c. 7. angemeret 
deren Schrifften / ob fie zwar untergan⸗ 

gen + jo haben dennod} einige Gram- 
matici etliche fragmenta uus EN 


— — — — 


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2 Me eV "2 ni Zu Da Ta Re a ns 
—⸗ —â—rre—e— 





in. nn Tırit ao 


0, Ay aaa 


dent Ende führet: er 
 Orthophallica attulit pfälterig >. 
„ Quibus fonant inGrcia diteria, 
win an collocant exofdia, 
Es fee barthius hinzu. In eam rema- 
dr —— loci — poffent, Rand. 
ie noftra poetica exfcribere vellemus, 


- 


—— _ 
? efe ver e des 


J 0 * - 
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vn. 
m. 





mos à metris diftin it ‚ueutrumgquege-. 





mir vonhfeatir. Er cam. 
Ctionem novitultimumvum;ftudio,non 





ignorantia peccans.. Es ae Abe 
n/ * w 


allhter andererhythmiverftanden/ n 


it folgenden: cap- zu feben- Ob nun zwor 


die Griechen und datemer foldye 


a 4 


nicht durchgehende gebrauchet / denn die 


‚Sügung und Abmeſſung der evetäfl es 
nicht zu / fo-fehen wir dennody daraus) 
Daß ſolche Reime mitder Sprache felbff 





jung werden ımdder Natur gemäß find. 
Von welcher die Griechen und Römer 
ſich / durch geſuchte Runftregeln /zu weit 


entfernet. Haacus Voſſius fan nicht [auge 


. ” ur 


nen / daß die Reitnenatürlich ſeynd / und 

das Dhr beluftigen. Aber er tadelt die⸗ 

ſes / daß — lieber / als der 
* 4 


Kunſt / 


einen on: ern Zuetransne 


220. Das VII. Cap. Bon der Reime 
Kunft/ folgen wolle, Er ſagt p. a9, Fru- 
ftra argumenta petuhtur 9 natura, quæ 
non imperfe&ta tantum ‚(ed & vitiola eſt 
in multis. Multa homines naturæ faciunt 
inſtincu, quæ inſigniter inepta ſunt Die⸗ 
fer Grund iſt nicht der Erhebligkeit / daß 
er den Gebrauch der Reime umbſioſſen 
follte. Ja / es iſt vielmehr diefer Schluß 
gang unrichtig Deñ / was iſt die Kunſt an⸗ 
ders / als eine Nachahmung der Natur? 
welche zu einein Grunde aller, Willens 
ſchafften nothwendig geſetzet werden 
‚muß. Eben dieſe hat / in der riechiſchen 
"und Lateiniſchen Spradje./ die Furkeh 
‚und fangen Sylben veranlaſſet / wie ſie 
unsden Relm gegeben / und wer Mil 
Hierinnen urtheilen / welches unter dieſen 
beeden ihr wuͤrdigſies Geſchencke ſehe 
ift eine. groſſe Verwegenheit / den auge 
meinen Trieb den wir bey Staliänern/ 
Spaniern/ Srangofen/ Teutichen/ Mor⸗ 
genländern / und allen Voͤſckern Mich 
fen / als eine michtswuͤrdige / thoͤrichte 
Sache zu verlachen, Man pflegt es VOL 
eine Richtfehnur des Rechtes zu balten/ 
wenn alle Bölcker darinnen uͤbereinſtim⸗ 
men / deßhalben das fo bekannte I" 
e 5 


.: 


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U EU U nur ui Zu 


— 


— 





"se Vertheidiguug. ER,» 12 
Gentium ‚allen. Buͤrg rlichen Rechten 
vorgezogen wird. ð ma: ſollen wir 
in Dingen / die zur Runft und. Willen, 
ſchafft gehoͤren nicht ein gleiches behaup⸗ 
ten koͤnnen. Es hat über ‚dem ein ſegli⸗ 
&e8 eculum feinen fonderfithen Genium, 
der ſich / wie in Allen Dingen / alſo auch 
in Wiſſenſchafften und, Künften.bervor: 
thut / welhennniemand,/ mit feinem eis 
gnen Wige zu wiederfireben / vermag, 
Es geben einige,vor/ der. Reim zwinge 
den Zichter offtmahis ‚diebeften Gedan⸗ 
dien jeinethalben fahren zu laſſen⸗ Dder 
etwas überflü iges beyzubringen / dag 
zur Sache nicht ‚gehöre, Als wenn fich 
Diefer ‚Zwang nicht. vielmehr bey. den 
Griechen. und Lateinern fände) da es 
viel ſchwerer / die metra und pedes recht 
zuſetzen ‚als. bey ung die Reime zu 
erfinden. ‚Die. diefe Eintr e ma» 
chen / Die fhlieffen aus dem Mißbrauche 
der Reime / wieder den rechten Gebrauch 
derfelben. Es iſt ja bekannt, dag in der 
Poeteren inſonder heit ein «dele&tus ver- 
borum und deren richtige Ordnung ſeyn 
muͤſſe Iſt dieſe da/ wie kan der Kein 
bierimen eine Aenderungmachen Man 


ſagt / 








2Das VIE. Cap Volt der Reimen 
agt/ dereine Verß werde des andern 
Salbei gemacht So: antworte ich 
ft entweder eine natürliche dependence 
wiſchen dem er ſten und andern f 
oder nicht, Iſt dieſe Connexion D@/ 
muß der andere Berß nothwendig aus 
dein erſten flieffen. Iſt ſie nicht / ſo muß 
doch die Ordnung der Woͤrter geaͤndert 
werden / daß alſo der Jeun keine Nom» 
wendigkeit bringe / auff folche Art / und 
hicht andere, zu ſchrehen Ein gue 
Det KONG feine Meinung in Dem F 
en Derfe/ bier feinen: Reim außge 
ficht babey;der dequem ſey / Diefelbe any 
audrücten... Deghalben auch bey den He 
bräern und Arabern die beeden KReime/ 
die vor und hinter Thürem Des 7 
das ift/desciftichi, geneiit werden So 
Fälle auch offtmabis der Schluß. der Mit 
nung indie Hefte des nechftfolgenden 
Derfeg / und meiter hinaus /1varäl Die 
Bermifgung der Männlichenund2B | 
lichen Keime vorſchub thut / wodurch 
man die vorgegebene Rothwendigkeit 
der Reimen keichtlich umbgehen lau Es 
verunfachet auch diefer eimzwangnin 
daß man weitläufftiger ſeyn muͤſſe / als die 
Sache 






ii 


pi 
J 





— Setthewdigiung Isah 
Sache erfordert. Denn dieſes iſt viel 
eher ben den ungereimbten Verſen zu be⸗ 
fuͤrchten / worinnen die Phantaſie die 
Woͤrter und ſententias weiter ziehen kan) 
als wenn Die Reime denſelben Maß und 

iel ſetzen Wer ein guter Poete iſt / wird 

ie Woͤrter und Reime fo fügen koͤnnen / 
daß es ſcheine / als wenn ſie dazu geboh⸗ 


ren wären. Ja es kan ein Reim bißwe 


len zu ſolchen guten und bequemen Ge— 
Banden Anlaß geben / dieniemand in den 
Sinn gekommen waͤren / wenn man nicht 
den Reim zum Fuͤhrer gehabt: SE als 
foder Borsheitfo groß / als der Nach 
theil. Was füllte auch endlich bey ung 
vor ein Unterſcheid unter der gebunde 
nen und tingebundenen Rede feyn weñ 
die Reime die groſſe Srenbeit / die wir in 
quantitate Syllabarum haben/ nicht ein- 
ſchrenckete? Was die Comadien anlan⸗ 
get’ To finddie im vorigen Eapitel ans 
geführten / Einwürffe Feines weges fo 


beſchaffen / daß man fiediefer halben des 
Reimes entledigen follte. Warumb ſoll⸗ 
4 ten die Dialogi, wie bez den Lafteinenn 


und Griechen in ıhren Eclogis ‚nicht auch 
in ben Reimen bey uns koͤnnen vorge⸗ 


ſtellet 





EN 


524 __Das VL, Caps Von der Keime _ 
ftellet werden? . Denn ob ſchon die Na⸗ 
tur die geſchwinden Einfälle u extempo⸗ 
rales cogitationes nicht in ꝰ rſen her⸗ 
vor bringet / ſo hindert doch dieſes nicht / 
dag man dergleichen. Dialogos I Ders | 


— — — 


fen-begreifte. Sie find keine extemporz- 
les conceptus , weder ben dem Poeten/ 
noch ben dein Actore, ſondern fverdenin 
einem gangen Syfteimate auff gewiſſe Art 
und Weiſe geordnet / wie die membra tiv 
nes andern  vollitändigen Garminis, 
Deßhalben auch hierinne nicht die Kunſt 
außzufchlienen / die dennoch ſo kan ver haͤ⸗ 
let werden / daß ſie nicht ſo ſehr in die Au 
gen leuchte / denn man hat nicht nötbig 
alle. und jede Reden in völlige ‚doppelte 
Merfe zu faſſen / fondern man kan ſie 
in den halben Verſen „und noch oh 
fürger. enden. Wodurch dann die Reime 
fo unterbrochen werden / daß fit kaum in 
die Ohren fallen. Bleibt es alle dar⸗ 
ben.’ dag die Suͤſſigkeit der wogenn 
üblichen Reime ſa ſo gut / wo nicht beſſer 
fen / als die in den Lateiniſchen und Grie⸗ 
chiſchen Carminibus ſich befindenden Ab⸗ 
fälle und Erhebungen der Woͤrter 
ſind hierdurch etliche bewogen worden | 
an | N} 








EEE EEE Tr ED —— 


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Be set __ Wettpeibigung. _ 3 


nachdruückl N den Ohren fün BER 
— Geiftlichen "Hymnos , it 
datein ſche reimende Verſe / ale in die 
rap uͤblichen Oden und Lyrica Carmi- 
na verfaflen vollen / ie Se Jeiligen 
Thomz Hymnivondiefer Art/ und 
‚ältere vor! anden. Baı his har) reihen 
‚Adverfariis ]ib. 32. c. 1. eineg Münchesy 
Erinfredi, eig: no 806. gel SEHR 
Rhythmicum, fo er in der —— 
ſchen Bibliothec — 6 REISESEH 
| deſſen Ana Anfang alfo lauf, 
— Felicitatis ‚Regula. Rn 5 ‘4 
—* fine, 1, fomper conftitit... 3 
—5 cta cum venit — f j 
voluta corruit &c. Her) 


Ser cr Buche urtheitet in feiner 994 E⸗ 
ſten Theile von dieſen Katei- 
ni ne Ei ut or Hoc; 5 
* * | 
pere 


eteres 
Horn a magt — 
ve;non — *5* —5 eft: Pr&- 
uecu infervit.Quare ſup 
5 — EHRT n ivi 
ri eoinprimisfe dele&tarunt. Diefe s ſchrel⸗ 
bet er an den Tobam Haufeonium —* 
ecrx 











alſo anfaͤnget / 


s26 Das VIII.Cap. Mon det Reine 


— — — — — — 


cher ein 29— von. ſolchen Lateiniſche 

Ödis gefchrieben. Der gelehrte Cambde⸗ 
denus hat / in feinen Remaines concerning 
Britain p. 327. gar viel dergleichen reimen⸗ 
de Merfe und Oden / aus ihren. alten mo 

numentis her vorgezogen 4 welche abet 
kein Lateiniſches metrum haben / ſonder 

nach dem jegigen accent in der pronunti- 
ation gerichtet find. Etliche find gar oh⸗ 
ne metro, wie diefed des Walterde Ma- 
pes, ſo gar laͤcherlich iſt / deflen Anfang 
alſo lautet / 


Mihi eft propofitum in taberna mori, — 


Vinum ſit appoſitum morientis ori: 

Ut dicant,cum venerint Angelorum 
Deus fit propitius huic potatori. 

Poculisaecenditür anımi luacern, 
Cor imbutum nedtare volat ädfuperna. 

» Mibhi fapit dulciusvinum in tabernæ⸗ 

Quam quod aqua mifcuit Pralulis Pincet- 

u, MAC, 0° aan 

Nach der jego üblichen promuntiatie! 
find von unterfchiedlichen reimende 

mina gefchrieben. Cornelius Gisbertus 





Plempius hat / in feinen _Mufio , betr 
gleichen etliche gemacht / deſſen Vorrede / 
Aro⸗n 

Si vis Lector, quis fim feine, „mn 1%, 

| „ ‘Poflum — di m J 


Nec 








VWertheidigung. ga2 = 
..Nec eft jopus füfius,;.ı | 
Ex ſutore Delphi natus . ° 
Sum re Deih vocatus 

. .. Coguomento Mufius, &c, 
Cfiushat / in der Vorrede feiner Roſe⸗ 
munde / zu Bezeugung feines fünftlichen 
Ingenii , dergleichen zum Frempelvorzeis 
gen wollen / meinend / er fen der erfte/ 
von dem dieſe herrliche Erfindung ent⸗ 
ſtanden. Caldenbach hat / in feinen. Ly- 
ricis, ein abſonderlich Buch von Latei⸗ 
niſchen Reimen/und in den Sylvis Tu- 
bingenſe libir; eines "auff\ des Thome 
Lanfıi Zod / jedoch. mit Behaltung der 
quantifät geſchrieben / welches nicht übel 
gemacht. So hat auch Maſenius ein 

Lateiniſches Saufflied in ſeiner Come- 
dia, Bacchi Schola everfa, und einer/ 
Hetermann / des Riſtens Himmliſche 

Lieder in Lateiniſche Reime gebracht; 
Chriſtianus Daumius, der den Palponi- 
ſtam heraußgegeben / gedencket in der 
Vorrede unterfchiedlicher alter Lateini⸗ 
niſcher Reimſchreiber Man hat einige 
gehabt; die Teutſche un Lateinifche Verſe 
untereinander gemiſchet / und gereimet / 
davon wir droben gedacht. Es hat har⸗ 
2 Pr thius 
\ | 


en 


a a —— 


nn... —— —— 


’ 
°» a8: Das VI. Cap Von dem Reime 


| 


‚Der ndifchen / grantzoſiſchen / Zralidnb 


N —— 





thius Adverſ. lib!'34. cap· 17. ſoſchen 
Rhythmum Latino · Germanicum von 
Anno 1259. der-in einem. Kloſter bey 
Straßburg gefunden worden / hervor⸗ 
RNuchet / welcher alſo anfaͤnge / 
"Gens ſins capite mag keinen Rath geſchafen 
Imperium vacat capite. So hant Fein hoptdi 
—* Pfaffee6 
bpropter quoã ſchisma vertitur in Der 
Chriſma per hoc deſtruitur· Jederman lug 
| iu wen chebren. a) 
Dergleichenhaben einige zu unferer Zeit 
nachgemadyt / als ‚Plempius in ſemer 
Strenula; a 
Gaudeamus, laethons blye 
Welſen, heden. boc imdie ann 
Hilius nam, vvant den ſone | 
Des goe moeders matris bone | 
Toont der aerden, monfrat tereæ 
Stellam (nam ıynen fterre, NN 
In welchem das Lateinifche und Nie⸗ 
derlaͤndiſche einerley bedeutet· Conftan- 
dus Hugenius hat unter feinen Nitde 
Jänpifchen Gedichten’ein Carmen fo 
Olla podrida nennet/ welches aus" Pe 






4 






fyen, Spanifchen / Latemiſchen / Gr 
chiſchen unter ſich reimenden — 


J 













Tl V theidi 9. * 
ſtehet. Solche Art Verſe aber findnur 
der —— — ber vn a 
ten / nicht. aber zur Nachfolge geſchrie⸗ 
———0 
iſt dieſe / da einige Garmina gemacht / 
die in zwo Sprachen zugleich ihre Ber 
deutung: und Reimgebände haben. Es 
ihrer Herr Wagenſeil in-feiner Sota, 
e Uxore Adulterũ ſuſpecta cap. r. p. 49. 
an / daß tiiier R. JüdasMed. D. ein-Epi- 
thalamium gefchrieben / welches zugleich 
Teutſch und Hebraͤiſch geweſen / deffen 
Anfang alſo lautet zur: . Ela 0 
RER Da N Ur Alps 
Jaacob isjofo vvol im eben heraus auf ein, 
Das uͤbrige / von dem, Carmine,hat der 
Autor vergeſſen gehabt. Er erzeblet fers 
ner / wie er auff feiner" Reife ein Buch 
| angetroffen / genannt MT FA wor⸗ 
; inne der R. Leo, Mutinenfis ein ſoſches 
| Epicediu: EN von 8. Ber⸗ 
| ir geſetzt / das zugleich Hebraͤiſch und ge 








aliaͤniſch iſt / weiches es auff feinen ræ 
ceptorem Moſem gemacht. Welches wir 
bichet fegen Pollen. = non 


rr — 
% 


“Zrdiik, 
u Ä Ik 


3: Pig : 4: 5 u 2* — 
α— 
92 








- 
con⸗ yien » * cosi ordin’ eh 


Santo fia ogn’ huom; con pure zel 


“ ch alla meta, gia mai fenza , riferbor ı | 
= darge peyı a! owım 


| yal p huomo er ix viva aflai, —— 





‚as vIn. Cap. Fon der. Keime _ 
DTM» «Dp> rd iR oo UP 
. Chi naſce muor & — che pals’ acerbo, 

dp apa a m ONE an” 






















ap, wo Di D 


Ael⸗ mori — gia car de Aare J 
BA In 1 In 





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Arriir ee “ ma vec ran in  cangiar [se 


Se fin —* ch al Cielo: yeroä neno 


— J 
| 


A 


Die Lateinifche Außlegung iz 
nifchen Wörter ifl biefe! . 
ihi } uam pa 


N 
ng E 
Quinaleitur, moritur, Væm i 1 


acerbus! 
)homo, fic Geißaordne 


Colligitur, P. ———— 
alum. 


Mofes mortuus ef, "Mofesplim aruseloquio. | 
danctus ſit omnis homo „cum puro Zelo. 


4 


q 


am) 





Vertheidigung 1 ya 
| Nam, ad medietatem aliquando, haud quic« 
enounone„ quamrelervans, _ 

rertingithomo, Sed, con pilimutantur,appa- 











| ee BE | 
‚ Quemfinem habeamus.Quippeadcalum ye- 
| y zu Tumamoenum —— 
Vadit homo, five muitum, five parum vivat. 

Herr Wagenſeil haͤlt dieſes fuͤr eine ſon⸗ 
derliche und ver wunderungswuͤrdige Sa⸗ 
che / dann er ſaget / Non habeo ſatis ex⸗ 

ploratum ‚an quisquam usquam gentium 
tale quid, præter Jud&os, aufus fit, ſcio 
 tamen Junilium Epifcopum Africanum,) 
kı —* Div.Legc.o. pprore imposſibij 
‚id habuiſſe, cum feriberet· A422 dieiomes . 
1 trum in alia lingua tonſervat, wimiverban 
‚rum ordinerhguenon mutat Ich verwunde; 
‚re mich aber/ daßdiefemgelchrren Man⸗ 
je Se Ä n Nan⸗ 

ne nicht eingefallen/ wie dag in der Fran⸗ 
tzoͤſiſchen Sprache der seignenr des’ Acconde 
junter dem titul,les Bigarrures, dergleichen: 
Fquivoca Latino-Gallica pfel zuſammen 
ln A — dieſes Epitaphium auff 
"En premorelicy ef ‚fell ‚bride, mort'& coy 


#. 8 — — 8 J | (cur, 
yast euft en ᷣ I? along afßre au 
kin . le 3, 














„2 Das Cap Von der Meine 
En premor eliciet celebri de mortecoegit 
_Fiant utendos copia longa procul. . 
Es gedencket Verdieraudy eines / Blaiſe 
d’Auriol; welcher. ein Buch / les ioye⸗ & 
douleurs denoftreDame, avec une oral- 
{onpar Equivoques: tatir & francois, ge⸗ 
ſchrieben / ſo eben dieſes Schlagesift Nik 
colaus, Antonius;lobet:,/ in feiner, Biblio- 
thecä Hifpanica,den Alphonlum de Ledes- 
ma ‚der in Spaniſcher Sprache in dieſen 
Æquiyocis, ſonderlich glücklich. geworfen. 
Es ſieht aber ein jeder / daß die vorgeſetzten 
Exemplamehr Aedctation als Verſtandes 
haben / und vielmehr eine Bemuͤhung 
muͤſſiger / als rechtſchaffen gelehrter Zeus 
te / ſeyn. Die / von den Italianern belieb⸗ 
ten / Carmina Macäronica; ſind au⸗ d 
gemeinen / nach der Lateiniſchen Art ein⸗ 
gerichteten /Italiaͤniſchen tern 
And den Lateiniſchen gemiſchet / deren ein 
ganzes Buch / unter Dem Nahmen/ 
Merlini Cocaji, hervor gekommen: Hm 
hen aber ein gemeines liederliches 
(en /und.ift zuverwundern / daß auchg 
eyes? ReuteralsBernhardinusStephonius) 
mit dieſen Thorheiten Ba ei 


Erytht iyım) int 
es bezeuget rychræuſs DON ſchrei⸗ 


»:Dü:e 9» 











Wrcecertheidignung53 
ſchreibhung ſenes Lebens: Circumfer- 
tur Macheronicum ejus Carmen, quod 
Aacharonis Forꝗa in ſeribitur; quo nihil fie- 
ri poteſt ineo genere venuſtius. Aber eg 
heiſſet auch ben gelehrten / quod monſtra 
‚etiam delectent, und daß Die Heßligkeit 
ſelbſt bißweilen angenehm gemacht wer⸗ 
Den öniee Bi 

Von dem Urſprunge der 
| | Reine tu 3 6: 





—— 


Je reine find nicht ſo gar neu. Ob fie 
CD, don der Nenbern 8 Provincial⸗ 
Poeten in Franckreich igekommen? Die 
Hebraer haben fie fpare angenoramen. Ihre alte 
Poeſis iſt verlohren.Gomaril,yra Davidica. Ob 
‚Die Gothen ſie in Italien auffgebracht? Kan nicht 
gruͤndlich erwieſen werden. Jocitz wurden die 
Gothiſchen Poeten genannt Jocticos facere ein 
Spiel am Neuen⸗Jaͤhrs Tage. Was Rhythmi⸗ 
a Carmina bey den Griechen und Roͤmern erſt⸗ 
lich ch ‚Sie tar ohne — hat: 
sten nurbloß die menluram. temporum, Exem⸗ 
den. Sriechen. AR war Diefelben Pen u 
hy 12 i u; 3° >. had j tv 





R 
4 





RR 
1 


334 Das IX. Cap. Bon dem Urſprunge | 
Pas Act ſie geſchrieben Griechiſche Reim⸗Ver⸗ 
ſe. Tzeræ und Conftantini Manaſſis verfus | 
politici: »WBarumb jener lieber verlus politie 
cos ſchreiben wollen, Die Reime werden von 
der Ratur gelehret. Viermsl.eonini, Autores; 
die dergleichen / und die von folchen / gefchrieben. 
Eine genauere Eintheilung und Erempel derfels 
ben. Dieſe Reimeren it auch ın Predigten und 
Difputationibus beliebet worden. ° 
Nden vorigen Capitteln haben wit 
Feoͤrtert was wieder die Reime 
vor gebraͤcht wird / und diefelben ger 
gen die Einwuͤrffe verthaͤdiget. Die dieſe 
machen / halten die Reime vor eine Er⸗ 
findung der neuen Zeit / und verwerffen 
ſie mehrentheils aus dieſem Grunde Wir 
haben in dem vor hergehenden Gapitelet | 
wieſen / daß man ſie / auch ben den Greiechen 
und Roͤmern / gehabt / ob man fie gleich 
urchgehends nicht gebrauchet. Weihe 
RMenuna zum Theil auch der gelehrte 
Huct benflichtet.. Denn / ob er zwar / ih 
‚feiner iDiflestation , de Forigine des Ro- 
maines.p: 13. davor hält / daß dieft Reim⸗ 
kunſt erſtlich von den Arabern in Euro: 
Nah gebracht / nach des Taric und des 
Mirza Anfunfft,/ in Spanien / welches 
toai / AunoChr:714. fo ſehzet er doch er 





/ 








der Meine © 835 


—— FREE OUBrTDEE 
zu / daß er gar leicht beweifen wolle / wie 
auch den alten Römern die reimendẽ Ver⸗ 
fenicht unbefannt geweſen. Campanella 
giebt in feinen Poeticis , Die Araber 
auch vordie Erfinder der Reime an / uñũ 
ift auff feine Randgleute ungehalten /doB 
fie diefelben fo begierig angenommen. 
ch laſſe dieſes dahin geftellet ſeyn Wenn 
ich aber die Art der Reime bey den Ara» 
bern / die Clerice, 'infeiner Profodia A- 
rabica ‚ beſchrieben / anſehe / ſo find fie doch 
von unſerer Art etwas: unterſchieden / 
denn fie fich eine viel groͤſſere Freyheit 
nehmen. Lilius Gyraldus will / in feinen 
Dialogis ‚de —— füi temporis, den Ur⸗ 
ſprung derſelben auff die Sicilier, ‚einige 
aber wollen fie auff die Provincial-Poes 
ten in Franckreich briggen / von denen 
auch die Sicilier die ihrigen uͤberkommen. 
Dieſes bemuͤhet fidy Claude Fauchet, in 
feinem Buche del’ origine de Poeſie Fran- 
coife liv. 4: chap.7.zu behaupten / aber 
ohne Grund. Es find auch einige / die von 
den Hebraͤern die Reime herziehen wol⸗ 
len / welche aber hierinne irren / denn die 
Juden hierinne den Chriſten gefolget / 
und haben etwa ur 500. Hahren / Don 
7 











nl 
91 
fi 


TR 


536 Das X. Cap. Vondem Urſprunge 


des R. David Kimchi feiner Zeit an / der⸗ 
gleichen Verſe / wie die unſrigen geſchrie⸗ 
ben, Denn ihre alte koeñs iſt gar ver; 
lohren / welche zu erforfchen ſich viele ver⸗ 
geblich bemuͤhet / und die Koͤpffe druͤber 
zerbrochen haben. Scaliger vermeinet / 
Daß man niemahls einig metrum in He- 
braicis gehabt. Andere / es fen eine ge⸗ 
wiſſe Zahl der Sylben geweſen / ohne ein⸗ 


JJ 


— — — 


tzige quantität zuſammen geſetzet / und 
nun in ſolchen Periodum gebracht / dab 
man fie deſto fuͤglicher fingen fönnen.Go- 
marus , in feiner'Lyra’Davidica, meinet / 


was fonderlichesgefundenzu haben: / IN 


demeralleArtender Pedum: undmetro: 
rum in den Pfalmen Dapids / fozerfirew 


et/auffgefucher: Aber Capellus wendet 
Dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug / 
daß wenn man auff ſolche Art die metra 
in den Reden ſuchen wollte / nie feine Pro- 
fa fen würde / darinne ſich nicht viel fin⸗ 
den würde. Bleibt alſo ben ihnen alle 
ungewiß. Die jenigen/fo die Avaber zu 
den erften Uhrheber/der Reime machen! 
bringen dennoch ihrer Meinung keinen 


fo grändlichen Beweiß. Denn ich ſchwer⸗ 
lich glaͤube / daß man / von der Zeit rin | 


100 
un 





| 


‚1 A a 








np DE REM nn 31 0 537. 





1 nige Carınina werde herbey bringen koͤn⸗ 


nen. Iſaacus Voſſius ſetzet den Ur ſprung 
dieſer Reime auſf die Zeiten / wie die Go⸗ 
then erſtlich in Italien gekommen / wel⸗ 
che die Lateiniſchen Verſe nach den Rei⸗ 
men ihrer. Landsart eingerichtet. Aber 


er bringet doch nichts hauptfächliches 


zum Beweiß . Denn wenn man die Poe- 
fin der alten Gothen anſiehet / fo findet 
man / ſo viel man Nachricht haben kan / 
keine Reime an dem Ende der Verſe / in 
den Liedern / welche nach Karol ZEN 
geichrieben / wie folchesaus des W ormii 
Poefi Runica zu fehen. So follte ich aud) 
meinen / daß es ſchwer zu erweiſen / ob 
bey den uhralten Gothiſchen Verſen 
auch die Reime ſich befunden. Daß ſie a⸗ 
ber ihre Berſe und Poeten gehabt / iſt 
auſſer Zweiffel / und wurden ihre Lateini⸗ 
ſirenden Poeten Jociſtæ genannt / wie 


aus des ori Gloflario zu fehen. Von 


diefen fagt audy-Barthius, Adverſ. lib. 3. c. 
4.Apud Reges Gothicos, Romanis dila- 
ceratis;rhythmi, vice carminum, in pre- 
tio erant ,; & aded pertinax fuit Rhyth- 
micorum iftorum Jociftarum natio , ut 
hodie — non magnatum ar? 

| Sa FE 











; 
— — 
* 


s38_ Das IX. Cap. Von dein urſprunge 





lis reperiantur, qui verficulis rhythmicis, 
linguä vernacula pronunciandis, ad mi- 
raculum usque expediti fünt. lfidorus 
fagt / Jocifta eft, gei verbum,jocatur.Bar- 
thius fetget vor verbum , verfum, und an ei⸗ 
einem andern Orte / lib. 12. c. 29. lieſet er 
verum. Det du Frefne aber ändert es aus 
den GloflisMStis Regis, Jocifta , qui ver- 
bis jocatur. Sie tverden auch Joculatores, 
Joculares genannt  worvon Dad Teut⸗ 
fche Wort Goͤchel / Goͤcheler / noch 


herkoͤmpt. Hiervon muß auch das Spiel / 


od man auff den Calendis Januariis ge⸗ 

raucht / genannt worden ſeyn / welches 
in den concilũs verboten / Jocticos facere. 
Das Strauchius in feinen Calendis Janu- 
ariisc.5.vondem Wort Juchten / ber 
führe. Denn er meiner/ es ſey geweſen 
corium pilis abraſis præparatum. 
halte aber dieſe Meinung vor irrig. Denn 
06 zwar / das zu der Zeit übliche Spiel/ 
Yecula,vel Gerbolo, facere, einige meinen mit 
abgezogenen Häuten gefcheben zu ſeyn / 
ſo ift von dein Worte Jodticos doch ſol⸗ 


‚ches nicht zuerweiſen. Ja auch das Wort 


Cervolo, facere, Wird por conviciari , Ge⸗ 


ckerey treiben / gebraucht / davon Be 


ODE. : 


dene} 


En en ME nn 


N — | 











— | 


vet geinnee⸗ 


Tb. 4. Advert. c. 15. zu leſen. Won 


den Keimen finde ich Hier nichts. Denn/ 


"obzwar bißtveilen auch Rhythmici ver- 
ſus genannt werden’ fo meinet man nicht 
die jenigen./ die am Ende gleichlauten/ 


fondern die/mit Hindanfegung der red). 
ten Rateinifchen quansität / nur bloß den 


thythmum nach der Zahl der Fuͤſſe und 


dem accent, in acht nehmen. Welches 
_ klärlich aus des Bed& feinem Buche de 


merris zufeben / der dieſe Verſe zum Erz 


empel bringet / 4 
Aßpparebit Be ei magnaDomini, 
deſſen metrur 


troachicum iſt / ob gleich 
die quantitas Syllabarum nicht in acht ger 
nommen. Soldyer Art Verſe / Die ben den 
Griechen politicigenannt worden / find 


auch ſchon vor alters bey den Roͤ⸗ 


| 





mern gemwefen und nicht vonden Gothen 
auffgebracht. Penn das gemeine Volck 
hat ſolche Geſaͤnge bißiveilenerdacht und 
gebraucht / welche zwar den rhychmurh 
des Carminis hatten / aber nicht die ges 
bührende / und von den ver ſtaͤndigern eins 
geführte /quantitatern pedum. Würden 
alfo / ad diſtinctionem metricorum Car- 
nam ‚rhythmica genannt / weil fie 





oe 


oo 


$40 Das x. Cap, Won dem urſprunge 


nichts / als nur die bloffen tempora, be⸗ 
hielten. Solcher Art war auch dieſes Der 
Soldaten auff den Cæſarem. Urbani ſex- 
— uxores,,.ma@chum calyum adduci- 


mus. Die,metra bey den. Comicis koͤn⸗ 
nen auch deflen cin Erempelgeben, Dies 
‚fegift eben DAS metrum welches Saturni- 
um genanntivurde/ von welchem Servi- 
„us in feinen? ‚ommentario.uber.diefeBel? 
fe des Virgilü ‚Georg.l.2.V.385- 1,114, 
Nec non Aufonü Troja gens miffa coloni 
Srerfibus incomptis ludunt, rifuque foluto. 


mit mehrem bamdelt / denn er ertlaͤret 


dieſe Verfus incomptos AljO- Verfibus in- 
‚comptisi.& carminibus Saturnio metro 
‚compofitis, quos ad. rhythmum; folum 
vulgares componere confueverunt, O0 
cher Art find auch Die /; bey den Ro 
‚mern alte gebräuchliche Fefcennini , und 
die / vom Ariftotele fo genannte / AUNX%E- 
ddrnara; geweſen. In den uhralten 


Schauſpielen bat mañ auch ſolche Art 


Derfe gehabt / von welchen Livius ‚ib. 
‚,c.:. Czterum , parva hæc quoque, (ut 


’ 


. ‚ferme principiaomnia ) & ea ipfa peregri- 


naresfuit , fine carmine ullo, fine imni- 
‚zandorum carminum,, actu, ludiones ex 
4 I BR KM y 

* | ; Hetru- 

q 


5 
‚+ BB / 





= 


— — 


| — — GT; > 2 i 
| | Hetruria aceiti; actibicitis modos faltan+ 


ges, /haud ifidecoros möfüs; more Thu- 
- (do,dabant.Imitari'deindeeös juventus fi» 
mul inconditis inter ſe jocularia fundentes 


erũhus ccepere: necabfoniä voce mo: 
uus erant. Aẽcepta res, ſæpiusque ufur-) 
pando exeitätavernaculis artificibus quia 
—* Tuſceo verbo ludio vocabatur, no«: 
men hiftrionibus inditum· qui non ſieut 
ante Feſcennino verfüiimilem, compo- 
ſitumtemere ac rudem alternis jaciebant? 
. fedimpletasmodisfätiras, defcripto.jam: 
4  adtibicinem cantu,motugzcongruentipe- 
ragebant·Dergleichen Art waren die Ver⸗ 
ro ſe ſo die Kinder / und das gemeine Volck 
m auff den Aurelianum geſungen / und nach 
ihrem rhythmo getantzet / welche beym 
iv FlavioVopifeo.in ſeiner Lebensbeſchrei⸗ 
m Sungauwlilen/ns niunhundie am „ons, 
Mile mile, mille, mille;mille;mille;amille; 
Dun anaA sidecollavimus |. oma! 

it, SrRBE ARE HR SCCR — 
Miele vivar, gelte hille oc 
ſut 'Tanktım Yini habet nemo, 'quantuin füdie 
X Bi —* * ——————— lout bonn 
.  Bierüber ſind die geiehrten Anmerckun⸗ 
EEn des delmann guĩeſen / welcher von ner 
RI ; glei⸗ 





1 

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J. wa 
J ‘ 


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sn ee 


s42 DAsıX. Cap. Von dem Lirfprunge 
gieichen Ars Verſe / und ihrem rhythmo 
vielgelehrte Dinge zuſammen getragen. 
Es erhellet doch hieraus / daß unter 


- Griechen und Roͤmern jederzeit bey dem 


gemeinen Manne fo eine Are Verſe gewe⸗ 
ſen / wiebernach, auffgekommen / und/ 
durch die öffentliche Einführungder Rei⸗ 
me / eine gröffere Annehmligkeit bekom⸗ 
men Dergleichen Verſe wurden / we—⸗ 
gen des gemeinen Gebrauches / bey den 
Griechen politiei verlus genannt / oder / 
wie andere meinen / weil ſie der ungebun⸗ 
denen Rede naͤher war / denn die Proſa iſt 
bey den Griechen AdyO- rrıma%s genant/ 
daben Nacus Voffius meinet / daß fie in 
den Gebrauch gekommen: wiedie Grie⸗ 
chiſche Sprache durch die barbaros ver⸗ 
dorben / und die alte Mufic , pronunti« 
atio , und Abmefjung der Wörter vers 
töhren gegangen. Wenn jemand des 


Homeri Carmina nad) dem Accent auß⸗ 


ſpricht / fo find dergleihen Art Verſe 
viel Darinne zu finden. Wie. auch Die hexa- 
merrinicht gleich und bald. 12. ‚bald 7. 
auch tolı7. Syiben haben / fo find Die 


Jerius bontici auch ungleich Die dreyzehn 


| 
& 


DE» 


MM 


Sylben haben / kommen mit dem Alerane 
* drini⸗ 


— 





Be der Keimen“ 543 
driniſchen Genere bey den Srangofen un 
- Zeutihenüberein. Insgemein aber ge 
ben fienicht über 15. Sylben. Leo Alla- 
tiushat /in feinem Buche / deSimeonum 
feriptis, von ihnen außführlic) gefihries 
en, Solcher politicorü verfuum,die nod) 
jur Zeit nicht hervorgegeben / find viele 
vorhanden in der Rönigl. Frantzoͤſiſchen 
Bibliothec, wie bey dem Labbeo in feiner 
Nova‘ Bibliotheca MStor: p. 1332. 133. 134. 
mdns.jufehen. Man hat auch einige 
zriechiſche Reim⸗Verſe / worinnen die 
ftoria Apollonii Tyrii verfaſſet / die zu 
Wenedig bervorgegeben / unddes Deme- 
trii Zeni Baregxouvowaxier, davon 'Cru- 
fusin feiner Turco-Grzcia. Sonft find 
dee Tzez& , und Conftantini Manaflis 
| verfuspolitici allen befannt.Und hät Tze- 
zes in der Vorrede feiner Verſe / die Ur⸗ 
—A— warumb er die politicos 
derſus lieber brauchen wollen / welche Jo- 
xchimus Camer Epift. 19.lib. 5. in gute 
Lateiniſche Jambos uͤber ſetzet. Er ſpricht / 
EEEt cur enim aliquis artifici ſeribat mado 
| © Legesubig;temporum & ſervans pedumꝰ 
Xtcunda poliens ut decet ſubtilitex 
Artificioſacum pari atquebarbara _ 
Be 


- Im — — — — 


— — — — — 
— — 


U N ul I ah 





A TE ——— A WE 57 





ER Majo- 
4 


A ti. > 


N 


544 Has IX. Cap: Won den Urſprunge 
© Majore fint adeoinquehonore barbara - 
5 ‘Etaneruditi plaufum uti docti terant. en 
Aus diefen/ was wir weitlaͤufftig ange⸗ 
führer / iſt zu ſehen / daß dennoch der na⸗ 
gürliche Trieb allgemaͤhlich zu ſolchem me⸗ 
‚ro. iponret / und die Reime endlich vo 
ſich ſelbſt darauff gefolget. Es fan aber 
keine &emißbeit.dargerban werden / tel, 
cher den erften Anfang dieſer Reime ge⸗ 
macht. Meinem Beduͤncken nach / ſoi 
die Ratur die Lehrmeiſter in geweſen UND 
iſt nach und nach dieſe Reimerey auffge⸗ 
kommen / und kan vielleicht bey den Teut⸗ 
ſchen fo: wohi / als ben jemand anders am 
erften:gervefen ſeyn. Wir würden ſoſche⸗ 
defto'getvifler fagen koͤnnen / wenn die Ur⸗ 
‚alten. Carmina noch vorhanden waͤren 
Daß wir in Teutſchland ſie eher/ als die 
Srangöfiichen Poeten / gehabt / iſt au 
10 
in 






‚Streit / und dr oben augefuͤhret. DR | 
Der Rateinifchen Sprache zeitig den An⸗ 


| 
genannten Verſus Leo nini haben ſo 
fang genommen / und erweiſet Naudzus 
J 
| 


e 


Addition,al;Hiftoire de Louys&l.p:149. 

daß fchon"Anno’Chr. 480: man Dergleiz 

en Are Berſe gehabt. Nachgehends 

Find piefeiben alfoiinden Gebrauch geton 
Hu 9 

iur if 








| 
|. 





der Reimc· A 
men / daß man keine andere/ als dieſe / 
beliebet / infonderbeit in dem zwoͤlfften 
ſecalo. Worunter de&:Bernhardı Morla⸗ 
nenſis, die er de contemptu mundi⸗ ge⸗ 
ſchrieben / die allerartigſten ind. Ja man 





JJ—— 
c 


ulorum mit dergleichen. Soriptoribus ans. 
gfuͤlet/ deren Nabmen und Hiſtorien 
allhier zu erschien viel zu weitlaͤufftig iſt 
Man bat die bekannte Scholam Salernis, 
tanam in ſolchen Verſen / etwa umb Dası 
Jaht.u00.pongincn Joanne.de Medıola- 
n0, gejchrieben / tworüber der gelebtte, 
Moreau Aruner dungen außgegeben / und 
in den prolegomenis viel gelehrte Dinge: 
hiervon zuſammen getragen. Man fin⸗ 
tbßzweilen einige gute Einfaͤlle / und 
enrentias proverbiales in dieſen Schriff⸗ 
ten / deren eine ziemliche Anzahl Michael. 
Neander feiner Ethics Veterum Latino- 


r im. binzugelegt- Die Form der Verſe 







—J ROY und Tui Moreau auges 


mergt /(o können fiegerbeilet werden, un 
üficiofos und Vulgares, die Artıficiofi 
derumb in Adfonantes , oder Conſo- 
‚Nantes, & Concördantes. eng beſtehen 
bloß in dem Reime diefe haben entweder 
2 m m Woͤr⸗ 


| | * 








RR 


46 Das LRX. Cap Von dem urſprunge 
Woͤrter oder Reime / die zweien odel 
miehr Verſen gemein find. Der Adfonan- 
tium find zweyerley Arten/ eine / worin? 
nen das Mitrel dem Ende gleich autet. 
Dieſe hat wieder 3. Gattungen unter ſich / 
1. went der Reim in einem Verſe iſt 
wie in dieſem. Hicjacẽet Aenricus ſewper 
pietatis amieus. ı. Denn Anfong / 
Mittel und Ende zuſammen reis 
men / als m diefem Verſe / Vos eſtis, 
Deus eſt ſis, teterrima peſtus. 3. Wenn 
der Anfang mit dem Mittel reimet / 
und das sende des erſten Verſes 
mit dem Ende des andern. Zum 
Exempel / — ar 
" Jana mortis, paſſio fortis, crimen eorum 
Attulit orbi, femina morbi, totq; malorume 
Die andere Ark iſt / wen das Ende des 
erften Verſes mit dem Ende Der andern 
DMerfereimet- Dieſe find eigentlich Die 
jenigen / die Leonini genannt twerden/ 
o-Canonico, welcher 4 


von dem Leoni 


Merfe gefchrieben/ die einen Rein ha⸗ 
ben. Solches gefchieher 1. in. zweien 
Derfen/ deſſen ein Exempel ift in dieſen 


Ur 


Ver ſen / eines / Raymundi, 





* 
Sr 


Curvum quod eft,hoc flectimus, | 


Ut meuns ſe videat pofita caligine fs, 
Quis vetat appoſito lumen de lum ne 

Quod fi perfectè nequeo res edere cun- 
Vt defint vires tamen eſt laudanda »o- 

luntas. 

Morinnen keine ſchlechte Zierligkeit iſt / 
daß allezeit nach dem dritten Verſe der 
vierdte aus einem bekannten Poeten ge⸗ 





nom̃en. Dergleichen Art iſt der Jambus, 


welcher ben dem Academiſchen Depofitio- 
nisrituan etlichen Orten gebraucht wırd. 
Nos dum iocamur craflıus, | 
» Bonis fudemus moribus, 
—5 fricamus horridum , 
Craflumdolamusrufticum. 


Craſſum quod eft deponimus, &c. 


- Zum andern geſchiehet folches in wielen/ 
wie in diefen Verſen des Floreti, 
., Qui peccat nimiü prefumensde pierate 


 Velquidefperatdedivinä bomeate, 
Aut induratus non ceffat ab impierare, 
t qui fratris odit virtutes dmprobizare. 


‚und wie fie ferner nach einander lauten. 


Die dritte Ark ift aus beeden vorigen 
gemiſchet / welche viel ſchwerer / ale die 
| | m2 an⸗ 





nn ——— — 
_ 


a ee —— 


348 Das IX. Cap Von dem Urſprunge 





andern/ift: - Deflen Erempelfind unter⸗ 
ſchiedliche / als / wenn 1. Mittel und En⸗ 
de in unterſchiedlichen Verſen ver 


meist, de 8. 


Stat forisante foresMichael,dicens, quod 
|  honores 


-Immutent mores rard tamen in meliores, 


Der gleichen Carmen de bello Trojano, 
welches warlich nicht fo gar ungeſchickt iſt / 
wird von Barthio lib. 3ı.Adverl.c.5. her⸗ 
aufgegeben / fo ihm von Cafp. Gevartio 
geſchencket / und in jedem diſticho gleiche 
Reime hat / deſſen Anfang alſo lautet. 

Pergama flere volo, fato Danais data /olo, 
Soloraptadol, capta redacta vᷣcc 

2. Wenn Anfang Mittel und En⸗ 
de auch Das Ende verſchiedener 
Verſe zugleich / ſich reimen z.e. 
Aheus hic soluber ‚cruce luguber, ipſe 

(uber, 

Atq; cruore raber, vit& faber , omnibus 
Omne fugans tuber & culpa vexile/uber. 
- Hunc puser ‚hunc puber, nunc fugat ca 
....mus&uber. — 
Concordantes find / wenn der Anfang el⸗ 
nes Verſes in allen iſt / und Das End ar 
A er 





= . — — — 





der Keime: 440 
ler ai einen Reim außgehet/ der 
dern Mittel gleichet / z. e. | 

‚nihileft aliud nifi poe | 
In re terrena \ labor eminet atq; cate na. 
nec lex nec juris babe 
Dielen ſind entgegen geſetzet / da der An⸗ 


fang unterſchieden / das Mittel aber und 


Ende in vielen Verſen einerley Worter o⸗ 


der Reime hat. Das allerſchwerſte in 


dieſer Art iſt / wenn alle Sylben und 
Reime beeder Verſe gemeinfind.z. e. 
„ Qos anguis dirus un mulcedine 


ip 
Mi 'Hos fanguismirus rifti elecedine lavit, 


Die inartificiales find folche / ale wir im 
rigen Kapitel beygebracht haben wel⸗ 
E ohne merrofind und nur * die Rei⸗ 
ine haben. Cs haben aber auch ein ige die 
g ificiales unter die inartificiales gemi⸗ 
men in demficnach 4. reimenden unges 

Kann allezeit einen Vers aus 
Icher A 










efannten Poeten hinanhengen- 
her Art find Die Verfe / die ein Car- 
‚GualterusDiffe, — 
Nn2 fang alfo lautet. _ 

m m 3 Heli- 





J 


—— 


so Das IX. Cap, Don, dem un orunge 


„Heliconisrivulo modice conjperfws | 
Vereor ne pöndere fim verborum merfis, _ 
Sedquiajam labitur mundus uniberfiu 
‚ IncıpeMenalios mecũ mea tibia verfus 
ae dülafeivio , verfusdü propi»o, 
R.odetforfän aliquis dente me canino, 

| Ai necafflatus ſum ſpiritu divina, 

Nec labra tonte prolui caballino &c. 

Es iſt kein Zweiffel / daß der gleichen Arten 
vielmehr koͤnnen erfunden werden / und 
fuer weiß / was indem MSto Cantabri- 
gienfi, welches de metris refonantibus 
gefchrieben fenn fol / Davon Moreau ge⸗ 
dencket / noch vor. verholene Künfte ſte⸗ 
den? Die Epitaphia dieſer Art find uns 
zehlig/deren etliche Labbeus, in feinen 
Thefauro Epitaphiorum, zufammen gele: 
fen. An. dieſer Reimfucht haben damabl 
aft alle kranck gelegen. Denn man bat 
ver auch nicht auff Den angeln und 
Tarhedern entbehrenfönnen. Die'Drts 
diger baben ihre ‘Predigten Nette 
ditponiret / welches bey emigen noch zur 
Zeit gebräuchlich. Wenn man hat difpu- 
tiven wollen/ fo bat man Die thefes und - 
uzftiones in Reime gefafler / wie A. 
ood, in feiner Hiftoria Academ Gran 


vv ib. 


WW 





— EU NEE 
E 


der Reime. — 


ib, 1.p.2}. —* folgend * eins giebr. 
utura contingencia en 
IR Kt ad —2 — 4 
Pruùdentia Cardinalis 

Praxin regat intellectus, 

„. Cui concors eft efedtus — 
"Appetitus rationalis® 4° 
er andere queftion, Die er ſetzet / m diefe / 

Vxrum potentiarum imperatrix, 
ner Celſa morum — ——— 
Vis libera rationalis 
Sit laureata dignitatee 
EFEecionis Zopietæ BEE HHÄTNSGER, 

‘. „ Ut.domina priheipalis? 

Die Air und Weip / hierüber zu difpn- 
BE wird an vangeregiem Orte weit⸗ 
laͤufftiger beſchrieben. Wir laſſen diefe 
Reweren fahren / welche wir deſto umb⸗ 

—5 — allhier vortragen wollen/ 
ir man jonft bey andern davon 
enen/die mir dieſe —— 


I —— antworte ich mit dieſem un⸗ 


gefaͤhr einfallenden Epigrammare: .. 
Spernis difficiles, Amice,nugas?i 
” ‚ Ars, utfin faciles, — canoras. 


— T 14— * 


ur ’ | mm4 ——— Das 


a Sn ö 49 
De 
r 
—6——— 








pr Der Sapı Von Beſchaffenbeit 
MOas xX.Cap. 


= einigen Vdaßffenher | 


ten der Reime. * 


Innhalt. | 

Ort Srännlichen und Weihlichen Reime 
ID Amachen ih Teutſcher Sprache „eine ange; 
nehme Abmechfelung. de a und 
Spaniſche hat me rentheils Merbtiche oͤrter 
und Keime. Meßhalben ihre Poeſie einige Be⸗ 
ſchwerlichkeit hat. Ihre Heroica werden in 
wiſſe Stancesdeßhalben: getheilet. Die Frantzo sem 


| Se ihreStances und Sonnete gern mit 
fichen Reimen. Rapinı Oden vn u Dis 


n Reimen; RN a Tay 

AA ei R apa ahnt — — nii. 
“Ten ınagels \'Brangnis.'Yeiede andifche'Car- 
‚m'na; oomdütet or nd Ziveyfilbigen —* 
m. — — —— 

der Reime ob ſi —5334* a 





nicht Aus Die 


‚albe J nung —— 

oſche billi Sfrali — — 
chen. Re me . N are ‚proprüi 
vermBen AMörrern: Lücherfiche‘Hift — 
tonio Maraffa. Die — VV—— — 
den Keime. Die vielfältigen Reime im Dadtyli- 
co generc werden getaden Das — Be 


Be y 





u> DRS » ji! 


er 


EB ı 


2 
38 
3 


. 


er 


3 


Er” 





er Reime. 8 
nusiftau ernſthafften Dingen nicht geſchickt All⸗ 

| ses — dem 
| Fondel. PRITE TEEN 433538 ara 
© D Ir wollen zu den Reimen der 
IPIERT eurfchen Bere uns wiederum 
renden Bon twelchemdiegenigen/ 

| \forXeutfeher Profödien »geichrieben. / viel 
Lehrſaͤtze habẽ / die hier unnothig zuwider⸗ 
holen. Die Teutſche Sprache hat vor der 
| Staftäntfchen und Spaniſchen den Vor⸗ 
| gain: eine Abwechfeiung’unfer den 
Remen hat. Da hingegen dieſe mehren⸗ 
llheils Werbliche Reime gebrauchen muͤſ⸗ 
I fen? welches ein deema ſchwach und 
frafftloß machet / weil die Worte alle ab⸗ 
fallen / uñ dadurch den Poetiſchen Srieb 
hemmen / der durch die Maͤnnlichen Rei⸗ 
me immerfort unterhalten und: angefri⸗ 
ſhyhetwird Die Itallaͤner werden deß⸗ 
halhem genoͤthiget/ ahre Poeßinlin gewiſſe 
VNanee einzutheilen / weßhalben ſie / Die 
Einfaͤlle mitten in ihrem Lauffe / zu un⸗ 
eerbrechen/ gezwungen wer den / welches 
vxel Werhinderung machet. Die Frantzo⸗ 
nz inſonder heit aber Malherbe⸗ endi⸗ 
Jen ihre granoes und Sonnette viel lieber 
mit Maͤnnlichen / als Weiblichen Rei 
RIM SIERT. 0 






a ker 257er a ae 
v4 Das X. Cap Von Beſchaffenheit 


men / weil fie befier ſchlieſſen vols die 
Weiblichen / infonderbeitin Sachen / da 
eine Haͤrtigkeit und Hefftigkeit auß zudruͤ⸗ 
fen. Hingegen in traurigen. Dingen 
fchlieffen die Weiblichewbefler. Die Ver⸗ 
miſchung der beeden iſt am allerlieblidy 
ſten Deñ / wie die Weiblicheu zu ſchwach / 
fo ſind die Männtichen»zu hefftig. Die 
nororovia iſt allezeit verdrießlich Deß⸗ 
halben iſt es nicht ſo gar angenehm / wenn 
die Ver ſe auff lauter Maͤnnliche Reime 
außgehen / wie dergleichen unterſchiedliche 
Frantzoͤſiche Oden die Rapinus gemacht / 
1.Guillotzin einem Brieffe an lof. Scali- 
geriim welcher der 'gıte unter den 
Frantzoͤſichen Brieffen ift/dieRevius.her; 
außgegeben) fehr ruͤhmet / ſo aber andern 
nicht gefällen. Viel weniger ift es ange‘ 
nehin / wenn ein Reim durch das gantze 
Carmen'bebalten wird / welches dennoch 
einige / mehr ad oftentationemingent ge 
thañ / als daß ſie ſolche Art zum Exempel 
vorſtellen wollen. Wir finden ein Fran⸗ 
tzoͤſches Tauzdeugmon unter des Möhconi- 
{ii Garminibus;, die feiner —* ange⸗ 
hängen. Von dergleichen Ital miſchem 
Gärmine;fdeiner / Angelus Raparius, 
rot ı ih ma 


N 


— — der Feime. 5% 

macht/fchreibet Erychraus Pınac.Il.imag. 
28. Longum rhythmicum! Carmen , ex 
minutulis ftrophis confedtum-, in illius 
laudem edulii compofuit; quod vulgora- 
violos’appellant: ac fingulis Strophis in- 


| tercalaris verfuserat inferrus,& quoniam 





f 
| 


carminis ealexerat , ut ultima Strophe 


‚Uniuscujusque ſyllaba, eodem, quo.eX« 


on 
‚ genta 
| do 


ema intercalaris, modo ‚defineret „ tre« 
—* verbazfimiliter , eodemque mo⸗ 

locadentia, repererat. Der gleichen Car- _ 
mina find in lächerlichen kurtzweiligen 
Dingen wohl / aber nicht in ernſthafften 
Sachen / zu gebrauchen. Conſtantinus 


Hugenius;, welcher alle ſolche ingenii lu- 


 fus im Niederländifchen nachgemacht / 


batauch dergleichen in feinenPoematibus, 
wie auch. ein Exempel eines Carminis , ſo 
bon lauter Ein und Zweyſylbigen Reim⸗ 
woͤrtern durch und durch beſtehet / deſſen 
Anfang alſo lautet / Mora 
UNyRUHrNG, "Diet: rhHGHt: 

up Inn - Niet + Mn 

* Naden | 
 Yaası. Muaden un inıemn 
KLAR}, Iaty Sang⸗ t 


| u | . Leder: 
\ 











ss6 Das X.Cap. Don Beſchaffenheit 
a Leſer TE RRDEN | 
x Deſer 
EHE: Ir liiiSgeht#> eig urn | 
RR 2: KRlüche:i 730% ? 13dian 
- Dergleichen wird man auch in Tengna 
- gels Amfterdamfchen Lindenbladen fin 
deny und beym H.Bruno'in’ feinem Men⸗ 
gelmoes, p. i65. 106. Jr übrigen find 
noch viel nuͤtzliche Anmerckungen von 
den Reimen / die wir nicht koͤnen vorbey 
gehen. Sm Teutſchen wird fein Rhyth- 
muslIdenticus zugelaffen / ob gleich die 
Wörter / der Bedeutung nach / unters 
fehieden. Welches dennoch die Frantzo⸗ 
—36 Niederlaͤnder nicht achten. Die 
Italiaͤner find auch ſehr behutſammb/ in 
Wiederholung eines Reimes. Denn ſie 
halten es vor einen Fehler / wenn in eier 
Ode ein Reim unterſchiedliche mahl wie 
der holet wird / obgleich in unter ſchiedenẽ 
Woͤrtern. Menage fuͤhret deßhalben un 
terſchiedliche Oerter aus Italiãniſchen 
Autoribus an. Es iſt aber zu genau ge⸗ 
ſuchet. Malherbe Urtheil iſt dieſes gewe⸗ 
ſen / man muͤſſe nur daſſelbe Wort nicht 
zum Reime wieder gebrauchen / den Reim 
—* aber koͤnne man in einer Ode wohl wieder 
{BR 12: | ans 
ee 
N 60 
VOL 





ski Reimer, sn 157 
‚anbringen. Menage aber fagt / daß man 
diefes in. der Frantzoͤſiſchen Sprache. fo 
gar genau nicht in. acht nehmen dürffe/ 
infonderheit / wen das Wort fd weit von 
demerfien Orte / da es geſetzet / entfernet/ 
dab man es ſich nicht mehr. erinnere. 
Worben man es in Teutſcher Sprache 
auch wohl beivenden laffenfan. Dennin 
den Dden /die ihre gewiſſe Strophen ha⸗ 
ben / macht faſt eine jegliche Strophe / 
ein abſonderlich Carmen.. Es iſt auch die⸗ 
ſes zumercken / welches viele nicht in acht 
neben / daß ein jeglicher Reim gleiche. 
) fambeine paufam haben muß / und es fehr 
N harte klinget wenn zum wenigſten mit 
| den Reime Feine halbe Meinung fchliefe 
I ft / oder wenn der Reimauff ein ephite- 
}; ton; Oder prapofition außgehet /und dag 
' Subftantivum im andern Verſe nachfol 
get / welches die Italiaͤner ſehr haͤuffig 
’ tun) ja gar vor eine Zierligkeit halten, 
J Die Stansofen nennen e8 eniambemens, 
" Bebrauchen fie aber gar wenig / auffer 
' an Dertern/ da mans wicht überboben 
! feyn fan/ wie es Des Marefts aufffolchen 
N, Hall zugiebt. Ronfard tadelt fie nicht 
| Menage aber verwirfft fir gang und gar ⸗ 


» 


9 








— — — => 


= — 





BE [777 


3 DasxX. Cap Von gserhaffenbeit 


in feinen Anmercdungen über den Mal- 
herbe p. 536. In Teutſcher Sprade 
haben » gar Feine Ark / wiewohl ich ei⸗ 
nen ſonſt berühmten Poeten kenne / der 
fie in dem Alepandrinigchen genere ſehr 
hauffig gebraucht. Menage tadelt auch 
in demfelben Buche prꝛog daß man Nowi- 
na propria oder fonft andere neue ſonder⸗ 
liche Wörter zu den Keimen gebrauchet. 
Wilches Malberbe ſehr offte thut / woruͤ⸗ 
her Theophile mit denen / die ihm hierin 
ne nachaffen wollen’ Spott treibet. Det’ 
gleichen Sonderligteit bat ſich auch) einer / 
Antonius Maraffa gebrauchet / VON wel⸗ 
chem Erythreus , Pinacöth. lim 45. dieſe 
tächerliche Hiſtor ie er zehlet. Erat inuſita· 
torum monftroforumque verborum in- 
ventor,qua&partimafeinventa & excogi- 
tata aflerebat , partim ab lſtris, Gallis, 
Hifpanis,Illyriis» Teutohicis , Sarmatis 
atque etiam fi Diis placet, Indis paulülum 
mutata mutuitabat, iisque tum pr& ertim 
utebatur , cum verfus rhychmo eflet ter» 
‚minandus. Quamobrem multorum 4 
illum concurfus fiebant, fimulantium,! 
ryhytkmorum inopia laborare , ac rogan⸗ 
tibus, ut verbis Gmiliter'cadentibus» vor 
us 


u. .% 
nis 








bus egerent, fibi fübveniret ; quibus ille 
ea ſuppeditabat, quæ deinde riderent. Es 
wird auch für einen Fehler gehalten / weñ 
die Cælur in demſelben oder folgenden 
Verſe ſich mit der Rede gleich reimet. A⸗ 
ber es muß ein Unter ſcheid gemachet wer, 
den / weñ ein Reim die Strophe ſchlieſſet / 
und die Cæſur in dem erſten Berſe der 
folgenden: Strophe ſich mit dem Ende 
des erſten reimet / iſt ſolches von keiner 
Erhebligfeit/ welches Menage, an vorer⸗ 
wähnten Orte p. 511. P.538. auch ange⸗ 
mercket. Es iſt audy ein ſehr groſſer Ubel⸗ 
| Rand / wenn man in dem Dadtylılchen 
genere die. Reime fo fehr vervielfälltiger. 
Denn es halten einige für die gröffefte 
ı Bierligfeit / deren ſich andere aud) in den 
‚ übrigen generibus gebraudyen / daß fie 
 Foft alle Wörter des MVerfesunter einan- 
der reimen. So ſchreiben etliche/ 
af Lenken /daglängen die blümigen Auen 
ie Auen/diebauen die Perlenen Thauen 
„Die Nympfen in Suͤmpfen ihr Anclit befehaue. 
Es klinget diefes aber gar kindiſch / und 
, einem Unangenchimen Klapperiercke 
‚ Anlicher /als einer Harmonſchen Lieb⸗ 
u mn wur Barhe kia ES IE, lig⸗ 


9— 
I 09 
\ 


« 


1.38 


a Te 


(60: Das X, Cap. Von Beſchaffenhat _ 
tigkeit. Zu geſchweigen daß das dactyli⸗ 
che genus an ſich ſelbſt etwas gemeines 
und:liederliches mit ſichfuͤhret. Wie man 
denn / auch ben DEN Rareınernı ſolche ge⸗ 
hwinde büpffende.Neime/ in ernſthaff⸗ 
tigen Dingen / nichn gebilliget. Denn es 
klinget richt maͤnnlich / ſondern weibiſch 
uñ gaucelpafftig. Der beruͤhmbte Roſcius 
hat pflegen zu ſagen ðe, quò plus ſibi æ⸗ 





tatisaccederet ‚eo tardiorestibicinis mo⸗ 

dos; & cantus; remifhiores effe facturum. 

Somuß man aud) dieſes in den: generi-, 

bus Carmınumin acht nehmen / und er⸗ 

fordert’ ſolches Die Sache an ihr.ielbil- 

Die algemeine Eigenichafften des Rei⸗ 

= mies werden von dem Vondel/ in ſeiner 

| Aenleiding: ter Nedderduitfche: Dichte 

| kunft,gar artig beſchrieben. Het Rıim- 

vvort ſchient niet gevonden om het rijm 

te vinden„maerzy zo geſtellt of het geen 
jimterm vvaer. „Het vars ſchine 00 

geen rymelooze rede, waer trecke den 

aert van een vaers an, enftayvackerop 

zijne voeten. Heeft het geene,zenuvveib 

zoohangrhetilap en vadzich: ishet te ge- 

drongen., 200 * het ſut geljeck en 

antsisnecht inzija harnas. Was weite 

| yon 








* OR * E 





Bunde, Genenibus Car. 
| N Re ie hin 
J * * ich Inhalte; yh let BL, 







Be | Genen arminum werden allhier gae 
7° —9 —— — oe ra 
Je. wg ſo aus des Horati ü 
berſetzet. Die allgemeine. Eintheilung der 
’ ——J— —2 e 
j mit e Er he und Amar 
N 94 ie ! —2 er Den, A * 
y den alten Teutſchen geweſen. actyli 
9 e Dactyliſche Verſe klingen —— 
mit andern pedibus und metris unter brochen. 
* compoſiti, wie bey den Lateinern ¶ ſo bey 
M den Teutſchen. Es koͤnnen bey den Teutſch viel 
— gen den Lateiniſchen „gemacht werden, 
thyphall- und bhalæciſche Ode bey 
Se (fcherning. Alcaicum, Elegiacum) A: 
cu deum ;' ' Anacreonticum Carmen hey 
den Teurfehen. Andere Arten der Sateiner Fans 
nen füglich nachgemacht werden. 


J— V ae genera Carininum, die bey den 
m Sen thens 
| n 












aus 








von den Keimen macht * ne a | 





EEREREEREEBRRR 


gs: Das RX. Cap Don dem Generibus 
dus der Natur der Foͤſe / und dent sr 
bände fielen / tbeils aus ‚frembden 
Spyrachen abgefeben erden / find von 1 
wielen Autoribüs ſo außgefuͤhret / daß we⸗ 
nig hinzu zuſetzen. Daß wir aber dieſes 
Siucknicht umbhin gehen / ſo woen ww 
Hieweitläufftigen Lehrfäge und Erempel 
andern überlafen / und nur auhier/wad 
wa fonderliches vorfällee / erwaͤhnen· 
aß es auch nicht AM Exempeln fehle /ſ¶ 
Wen / zu Ende die Wercks / ry. aus des 
oratiis. Buche Ü erſetzte / und noch nie. | 
beraußgegebene Dden/ deren jegliche ein 
fonderlich genus Horfteller / hinangehaͤw 
get werden. Dieſe hat der feel, D- Ka h 
Ficus Sch@vius, ein Mann VOM groflem || 
eiſte und vielen Wiſſenſchafften / vor⸗ 
mahliger Profellor des Sietiniſchen GY- || 
mnatıi ‚und mein Stehemeiftet gen⸗ 
der ihm ſ ſt das beſte Denckmahl ſeines 
Ruhins hätte mr fönnen / wenn Ib | 
nicht der Tod zu uͤhzeitig hinweg geriſ⸗ 
fen. Die genera Carminum erden | 
nach den Tüfen/s.nac den Strophen | 
Reimſchlüſſen / 3. nach der Materie sei | 
getheilet, Die ietzte Art beruhet nicht auff 
Die, Profodie, ſondern auf ber ErNBUnG) | 

A 


een 


| oi19n97) NUM. «> , 
VNach den Fuͤſſen ſind erſtlich die Jambi- 
ſche. Diemetra,die bon ihnen. emacht 
werden / koͤnnen biß auff 16. Syhen auß⸗ 
gedehnet werden· Hieruͤber kan malt 
nicht wohl ſchreiten / wie man auch unter 
vier Sylben nicht gehen kan. di 
 Beohfelung der Mänhlichen und WBerbib 
‚ en kan auff vielerlen Arten, Hefcheben/ 
md bat Here. Weife zwoͤlffe derſelben 
| borgefelkt Eines / aus allen ‚Battuns 
gender Jamborum gemiſchtes / wird man 
ſnden n der Uberſezung / Od..1. lib. r- 
| Horat;Ebendiefe Beivandniß hat es mit 
—* Ey a genere, Bell ‚ein gen 
' RD, .kempe aus Der. 2. e vorge⸗ 
h felletwird. Man macht in Trochaici 
" ingemilfen regionibus, Cafüras oder“ 
* fhnitte/welchedie fonft matteTrochäifche 
Verſe etwas lebhafft machen deren Er⸗ 
empel wird aus der. Ode gegehen Der⸗ 
Bleiben, Gelurze tonnen auch in andern 
I mettisnachgemadyt- werden, „entweder 
I Anit oder ohne Neiine/darnon Harsdörfs 
* feinem Poetifchen Trichfer,/in. Der 
nfünftten Stunde / handeit. Bleewohl die 
ıgereimbten Cafurzhieber nicht eigenrlich 
ven / denn fie machen eine andere Arc 
" nn: vem 










| 


— ——__. 













das xI. Cap. Von den Generibus__ 


vom, metro, DAB Yon Strophen einge 
theilet wird Die Dadtyrfaen. und Ana- 
peiifhen Carminz geben nicht uber diers 
chen und. funfföchen Sylben / deren Er 
empelaus der 4 uns. Ode des des Horatũ 
Men zu ſehen. Hieſelbigen fol Herr 
Buchner IM Zuatſchen erfunden haben 
weiches ihm viele aufibürden / und hat 


Sobgedichte deghalben zugeſchrieben / da 
er doch jelbft der Ehre gerne entbehren 
it... Denn man findet ſchon unfer den 
Alten zeutihen Cartninibus, DIE Golda- 
Aus hrraußgegeben PR: 399; dergleichen 
Serſe Er tübret aus dem Ulrich von 
Tichtenſtein einige an / die alſo lauten’ 
Swer folget dem ſchilde / der ſoll es enblanden 
Dem liebe / dem ate / dem Hertze / Den Handen 
Das ſonet vil hohe mit hohem gewinne 
Divil werduminne ·ꝛc. ori 
an konnte auch woll der Dactyliſcher 
Reime ſich gebrauchen / wie die Hollaͤn⸗ 
der thun Aber bigber hat es bey Den 
Teutſchen niemand gethan / nur daß 
der Herr von Birchen/ in feiner. Anwei⸗ 
Aungzur Teutſchen Poeſie / <ap- 5 D- H 





— 868 
eruche ſolche Carmina zur Probe geſetzet / 


| wiewiefpe,Au id 6 
Wird mich der Himmel noch im̃er begnaͤdigen⸗ 
Sol mie kein Eifere / 


| Arm Neidiſcher Geiferer —* 
Meine are A nen beſchaͤdigen. 
‚Sonft lauret es faſt befler / went De Das 
I Ay fchen/ entiveder mit Trochæis unter⸗ 
tı ‚brochen/ mie. Harsdoͤrffer davon einige 
n Exempel beybringet / als dieſe, / 
eblicher Jeſu / herhliche Wonn 
ul er Sean gühere 0 un a 
DOder wenn Dadtylirhe und Trochaſche 
® Anapeitifche und. Jambıjche wechſelswei⸗ 
N! fe.gefeger werden, ; Denn Die hüpffende 
N Nrt diefeg metrı hat etwas kindiſches an 
fl  fich/ weiches ſehr dadurch gemehret wirds 
wenn manıfo: viel allırerationes und pa- 
M  ronomafias mit hinein bringet / das etli⸗ 
che für eine Ziernigkeit: hatten / ja wohl 
ar unter die Lehrſaͤtze dieſes generis 
bringen ‚denen ich durchaus feinen Bey⸗ 
ii Fall ehen kan. Wie man nun im Lateini⸗ 
hen hedes cowpoſitos hat / fo kan man 
N fie.aud im Teutſchen haben / und kan 
— — geſetz⸗ 
ce metra nach Der; Lateiniſchen Art ex⸗ 


| 2. 


En ae ee 








9 A 4: Ka, 





y06__DA8. xI. Cap Vonden Generibus_ 


Finnen ZBie nicht ſo uͤbel einge / wenn wenn 
nur die/ im Seutiben uͤbliche / quantitas 
in acht genommen fol ird. Ja ich halte da⸗ 
—* ß man auch allerhand genera er⸗ 
den koͤnne weh Man die pedes und 
a us h. gewiſſe Art. in ihren Strophis 
* chfelt / Die auch, bey den Lateinern 
8648 Gebrauche find. Solcher Er 
En un 





— on zu 

be gegebe Glycon-ithyphall - 6 
Phalzcift no De err Tſcherningen / 
| ‚feinem, — — des Sommers an 
Heermannen / giebt eine fo lieb⸗ 
Aiſchung / daß es das Ohr und 
| lat ergoͤtzet deren lautet 


Wie € isn — 
aß Erato von mir 


to 
Re meine handen u 
Gerichte zu fingen / 
Se ich meinte zu bringen? 










Bo fich Hi 





—“ 


Er 


mmel und Kettet Mh mir lei . 


mein eifriger Gel * iſirte 
ar 1 irte/ toie Herr Mattheus 
inetied au erft vergleichen Art geſchrie⸗ 
‘den: Dem ‚Alcaico, welches Herr Tſcher⸗ 
u Srählinge p394 hat / 


— — — — 


* — Oo m Mr — — —— 








* un an 167 
— Boblaur. —J 
** Gedichten wird Beh, on ch eines. 

gleichen rt / finden, nie bat 
— id 















ah ie * m in auffe einene 
Weiber und Wein die Kain Leib und graͤffie 
Weiber und der — Helen die Süffe auff 
dee wen aber ide — —* weil 


En. "Die — —— 


‚hierzu / und will 
ich mich * ten een de meiſten 
davon im Teut —— will / 
daß ſte nicht —2— ſeyn as 
9 iadeum mit dem Glye ee vera 

ach art c. Änacreontis 


a fig. Bon demSap * 
* ya ein mebres., | 
te man nicht den Jonicum & I * 


jore & Minore, Dactylicum, Ale emani⸗ 
cum’, Archilochium Dicolon, Hipponas 
&ium und die anderen / unter fid) ver⸗ 





nn4 miſchten / 








Ari 7 Me Tara „achmachen Fönnen? 

r dr verß n will / und die 
ne en feinem Willen 
hat / dem Be DR nicht fehlen/ und 
wunders ‚mich fehr/ Daß da man fo viele 
Neuerungen rmas auch hierauffnicht 
Schr heilen geweſen iſt. Aber wir 


i 
te ‚ante ben den Teutſchen nach den 


Strophen eingethenet. 








‚Das XI, San. 

8 denn unterfehiedenet n Ar 
| au 00H mon Reimfehtuf 2 Hits 
un Jnnhalt. * eh : - 


“ 
. - 


TV —26 Alexandriniſche genus den 
99 WMaͤhmen habe vermuthlich von 
Dden Sransofen her. Ob es iu Heroifchen, 
urn ‚bequeme, Joaunes Bolcanus, und, 
Garcilatto Fe la Vega , habet A ch kurtzes 
enus in Der Spani de eſie erwehlen a 
Be Teuft Fi iöhl. Vers cömmmüns, Son-' 
nette. eift bey den Provincial⸗Poe⸗ 
nd ee, Es iſt un mine fie von den: 





— er MR nel 


— 7 


en zu dem üblichen Arten der Ge⸗ 


— — 


ee u ET Fe men ar u u De De Fe u a 





| 
’ 
\ 





Reer Reimſchluſſe 
Fauchet und Menag 5 7 fi 
5 Sprache zu erſt au hs X: 

tifta hat die zierlichften Sonnette in I⸗ 
Klinke Sptache.gefih Kolben. ‚Slemming im 
en. % Feine geringe Kunft. Der Stanz 













kin Sernheiten in den Sonnetten Quadrainis 


Hexains , Huidtains &c, "Das ee e= 
nus ‚Echo-Ningel- Keimen: Rondeaus.! Wie⸗ 
berholung der Reime bey den Meiſterſaͤngern. 
Barrıt einegeroife Artder Reime aus Hr. Schot⸗ 
en. Wiederkehr. Gegentritte. Ketten Reime. 
indatifche Oden / find einem Syllogifmo Ora- - 
torio eich. Sechftinnen. Deren erfter Erfinder: 
Zeutfche Centones. Bilder- Reime. Griechiſche / 
die unter des Theocriti 'Carminibus gefunden 
werden. Joachimi Camerarii Urtheil von ihnen. 
bani Mauri Carmina »cruciformias; Madri- 
Sale, Woher fie Eummen. ‚Covarruyiz , Co- 
tus Meinung, „Mandrial, Ob die Srankofen 
En er zu erſt fie gebraucht. Cotin beſchrei⸗ 
ber Ein Mad al nicht recht / durch ein Epi ram⸗ 
Bee alt die  Magdrigale fuͤr die 
eſte Art Die Sue eniEpigrammata koͤn⸗ 
* * Hin anderm metro bißweilen beſſer / als 
in Madrigalen verfaſſet Were. Madrigalefind 






aut Mu; ichbeg u adrigal onen, Madriga et- 
„Sta ces1 * es. eæ wine. Die Teutſchen 
Hi [0 Ei id tt 1, beſte Art, n Che 
unter den ‚gemeinen pra⸗ 

— t Sc ; Win | 


Ron n Ns Un 








sro __ Das XII. Cap Von den Arten 
ir denen / nach den Strophen 





= 
—— 


eingetbeilten / Carminibus iſt das 
RW Alexandrinifche das bekannteſte. 
Woher dieſes den Rahmen habe / kan 
man nicht eigentlich wiſſen. Claude Fau- 
chet handelt biervon in feinem Buche / 
dela Poefie Francoife liv.2. ps85s meinet/ 
daß es entweder von den Büchern um Ro* 
tmainen alfo genannt/ dar innen Die Thar 
tendes Königs Alexandri in dergleichen 
Derfen befchrieben / worvon er ein! een 
eınpel.in gemeldete Buche, benbringek 
oder auch von einem Srangöfichen ‘Pot 
ten Alexandro. Andere meinen / es wer⸗ 
de von einee Stadt / Alexandria iM 
Weiſch and /woſelbſt es erft erfunden 
ſeyn ſolle / alfo genannt. Bei wollte es 
gerne aus Teutſchland herfuͤhren / deße 
hawen er in feiner „69. Epiſtel an jemand 
ſchreibet / und von ihm zu wiſſen begehret / 
6b Ian nicht unter den ubralten Car 
mınibus eine foldye Arcfinden ſolte IH 
halte aber / Daß man ſich Deßhalben ver’ | 
geblich bemühen werde / umd Bermeinek 
man müffe deflen. Erfindung, den Fran⸗ 
ofen laſſen. Welches wie herrlich es et⸗ 
lͤchen auch vorkoͤmmet / jo urtheilet den⸗ 
I 1% noch 


ii] IN 


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zn. — un Allen u en ir eu 0 in nr — — 
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— un 7 A ———— 


ei F 
* ala 
nn. _ N 





hoc) der ſcharffſinnige Cenfor, Rapinus, 
in feinen Reflexionibus part.2. n, 10, da⸗ 
von / daß es eine monotoniam habe / und 
de Unterſcheid des numeri nicht vorſtellen 
koͤnnen / ja gar in einem langen poemate 
endlich verdrießlich falle Joannes Bofca- 
nus und Garcilaſſo de la Vega haben es 
lieber in Spaniſcher Sprache wollen 
fahren laſſen / und an ſtatt deſſen / die, bey 
den Italiaͤnern gebräuchliche/ eilffſylbi⸗ 
gen Verſe angenommien/ wie Nicolaus 
Antonius; in ſeiner Bibliotheca Hifpani- 
ca, bezeuget / in quibus wie er fagt/ma- 


jeſtatem explicarentftyli, atque uberio- 


res ven laticesabundantius eflunderent. 


Man follte inder Teutſchen Sprache die 


Heldenart gleichfalls bierinne faſt befler 
außdruͤcken koͤnnen. Worinne die Eigen⸗ 
—*8* dieſer Verſe beftehe / ift allen. bes 
Tanne: Drunten wird ein Exempel aus 
der 6.Ddedeg Horariiporgeftellet, Man 
bat auch ‚einige Art Berſe / die man, 


nach Art der Rateinifchen  Elegiasnen- 


net / bloß deßhalben / weit Weibliche und 
Männliche unter einander vermechfelt 
werden. Dergleichen hat man nicht als 


lein im Alskandrinifchen genere nen | 
Ritt au Pen * 


TE a U 


2Das XCap. Von den Atten 

_ auch in andern· Man vermiſchet auch 
wohl zweyerley Arten / alſo daß ein 
Verß Lilexandr miſch / der andere Anapz- 
frijch iſt / welches eine ſehr gute harmo- 
nie macht. Diſſen ein’ Exempel unten 
aus der 7. Ode des Horatiı gegeben wird, 
Im Alexandriniſchen Genere hat Herr 
Siegler ein Buch / ſolcher Elegien. ge⸗ 
ſchrieben / von der Geburt / Leiden und 
Auffer ſtehung Chriſti. Eine andere Art 
Elegien hat Herr Weiſe in ſeinen Gedich⸗ 
ten Ne und z8· Man hat ferner eine 
Ast / die man gemeine Verſen vers 
-<ömmuns, nennet / aus sehen und eilff⸗ 
ſylbigen Jambis beſtehend. Dieſe fuͤgen 
ich ſehr wohl, und koͤnnen zu vielen Din? 
"gen gebraucht werden. Wir wollen deren 
in Exempel / aus der 8!Dde des Horasıı, 
bbringen Die Sonmette/ wie und auff 
wie vielerley Art fie zu machen / fan man 
ben andern überflümig finden. Es iſt 
zweiffelhafftig / weiche Nation ſie erfun⸗ 
ven. Die Zraliäner und Srangofen firels 
tem bierumb. Gemwig ift es / daß ben Den 
FErangofen Der Nahme / Sonnete / ſchon 
in der Romiänide la Rok,dieumbs Jahr 
geſchrieben / ſich findet / und ano 

17 fi 


I 


ur 








un Ber Remſchlüſſhe 
andern Autoribus die zur ſelben Zeit ge⸗ 
lebet. Aber wie Menage, in ſeinen obſer- 
vatioubus ubher den Malherbe p. 570. ae 


5 ſo kan man noch nicht hieraus 
w 


eiſen / ob dieſelben eben dieſe Man 
von Berſen und derg eichen Reimen 
gehabt / wie die heutigen Verdien tadelt 
auch die jenigen / in ſeiner Cenſione auto» 
zum, welche den betrarcham vor den er⸗ 
ſten Erfinder halten / ſich auff den Faus 
chet beruffend / der ein Soñet / aus ein⸗ 


nem alten Frantzzoͤſiſchen Autore hervor? 


gebracht. Welches ich aber ben ihm nicht 
finden koͤnnen / und ſollte mich Wunder 
nehmẽ / daß Menage dieſes vorbey gegan⸗ 
gen waͤre / welcher außdruͤcklich bekennet / 
daß es den Frantzoſen an glaubwuͤrdi⸗ 
gem Beweißthuͤmern noch zur Zeit man⸗ 
gele / wiewohl es nicht ſo gar unglaͤublich 
iſt / daß / wie die Jtaliäner vonden bro⸗ 
vincial·Poeten ihre Poeterey / ſo auch 


die Sonnette / uͤberkommen haben / in⸗ 


der heit da der Nahme bey ihnen vor⸗ 
handen» Denn es koͤnnen ſolche kleine 
Carwina wohl verlohren worden ſeyn. 


Wer es unter den Frantzoſen zu unſerer 
Seit am erſten auffgebracht / das une 


nn 5 0 EN nn 





74 Das XIE Cap Bon den Arten 

fücht Menagemeitläufftig am vorgedady 
ten Drte/ daran uns aber wicht ſonder⸗ 
tip gelegen. In Spaniſcher Sprache hat 
Joan boſcan es zum erſten geſchrieben / 
pie Ncolaus Antonius, in ſeiner biblio⸗ 


— AWeyh den J⸗ 
taliänernift Petrarcha von den erſten / def 


fen Sonnette / wie alle feine andern Car- 
ing gar wohl gemacht. Es ſchreibet m 
ber Lorenz Craſſo, in ſeinen Elog: d huo 
mini littarat. part. i. pP 336. vH dem 
Jofepho Baptifta daß er dieſe Art Carmis 
num zur hoͤchſten Vollkommenheit ge⸗ 
hracht / denn er ſaget /egli,e ſtati il primo 
iniquefto fecold, che in un-Sonnetto ha 
faputo unire'rutte le bellezze imaginabi« 
ti, ;Eruditioni fipofti, ma feliciſſamente 
applicate: formẽ de dire magnifiche, ma 
honifcompaghäte della chiarezza: Uon- 
cetti nobilifiimi ‚ma 'genitorinel medefis 
No punta della'maraviglia e del diletto. 
Was dieſer von dem —* Baptiſta 
ſaget / das koͤnnen wir billig von Flem⸗ 
mingen ſagen / denn es hat niemand in 
Teutſcher Sprache ein ſo ſchoͤnes Sonnet 
Iſſchrieben / gis er / welches trawn Feine 
geringe Kunſt iſt. Denn es iſt von die⸗ 
db, | m 
BED Ben, 


636 



















et Reimſchlüſſe 375 
ſem wahr / was Martialis:pon den Epi. 
' grammatibus ſagt / librum ſeribere di 
dile eſt. Balzac ſaget in feinen Entretiens 
Entr.32.d08 er zwar vielElegias geſehen / 
die ihm ſehr wohl gefallen / aber gar we⸗ 
ng Sonnette / die ihn recht vergnuͤget 





hätten. Die Frantzoſen brauchen ſon 
Diel Freyheiten / die dem Sonnetie ſeine 


klingende Art benehmen. Als / wenn Mal- 
herhe, die andre quatrain der erſten an 
den Reimen nicht gleich machet / weiches 
doch etwas nothwendiges bey einem 
Sonnette iſt. Diefes iſt nicht nachzuma⸗ 
chen. "Seine eigenen Landsleute iadein 

deßhalben. Es verwerffen auch ein⸗ 








ge unter ihnen die Reime / und ſetzen ſie 


nicht an gehuͤhrendem Orte / verwechſein 
auch nicht die Maͤnnlichen mit den Weib- 
lichen, wie es ſich gebuͤhret / ſo / daß dren/ 
dder vier Maͤnnliche nach einander ſoi⸗ 
n. Es wirden auch von ihm die ſechs 
—* Reime / drey Maͤnnliche / drey 
liche / wechſelweiſe widerholet/ Es 
nf utſchen Herr Harsdörffer fie: 
ven Männliche / und fieben Weibliche 
wechfelteife wwiederholer / welches fehr 
ſchwer iſt / und keine ſonderliche dir ee 
⸗ 






UN U —— 


RER ot TEREIEUE 


i76 Das XI Cap Von den Arten 

Dergleichen Wechſelreime finden ſich auch 
in dem Jtaliänifchen / bey Girolamo Pre= 
ti»@in Erempel eines Sonnets / wird 
aus der Od.o. Horatiiporgeftellet. Mar 
hat ben den Frantzoſen /quch vier⸗ſechs⸗ 
achtzeilige Verſe/ Quadrains, Hexains 
Huictains,;auff unterſchiedliche Art unter 
ſich verwechſelt und gemiſchet / welchen 
ettiche drey / fünffefieben: neun-zehen-und 
zwoölffzeilige Hinzu thun / deren Erempel 
ben dein Berulioccap. 8. ſeiner Anweiſung / 


au leſen · Hier inne kan ein jedweder feinen 


eigenen Einfaͤllen zum; theil folgen. 
Zrunten wird ein Exempel der ſechszeili⸗ 
gen / welche die vier zeiligen in ſich be⸗ 
greiffen/ aus der io. Ode / und ein anders / 
von den achtzeiligen / aus dern. Ode her⸗ 
bay gebracht werden. Das Sa phicum 
genus iſt hen den Zeutfchen auf unter? 
fchiedliche Art auffgebracht / ſo / daß «6 


numehr bey ihnen faſt das Buͤrgerrecht 


gewonnen / wie Denn verſchieden⸗ Gat⸗ 
fungen von den Autoribus vorgezeiget 


werden. Drunten mir eins / aus der. iꝛ⸗ 


Ode des Horatii, angeführet / welches 
zugleich. ein Echo für bildet / ſo feingenus 


»garminisan fich ſelber iſt / ſondern ur 


mn 
Dan 


oo 
— 





RENT RT 
yalzkc ‚der Reimſchluͤſſe ._ 577. 
\ eine aftedtio deſſelben. Von dieſem has 
ben auch) Andere. außführlich gehandelt? 
infonderheit Hert SchottelundBerulius, 
2. feiner Anmerfung. Ringel: Reis 
ne find. die jenigen/ weldye mit den ſe ben 
Mörtern/, damit fie anheben / auch den 
Schluß machen. Worvon aber zu mer⸗ 
cken / daß der Anfang und Ende / müfle 
ewas ententioſum oder patheticun m 
ſich haben / denn ſonſt dieſe Art ohne 
alle Zierligkeit ſeyn wurde. Dergleichen 
 bat,einer /Ameſius, oder / wie er mit dem 
rechten Nahluen heift/ Zamelins, ein gan⸗ 
tzes Buch geſchrieben / unter Dem Titel / 
Muſe Cyclädes. Drunten wird ein Ex⸗ 
empel aus der Ode des Horätii gege⸗ 
ben. Die Frantzoſen haben ihre Ronde- 
aus, Her Schoitel bat auch eine Ondre 
Art Ringelreime/ in Oden / da. 2. Verſe in 
einer jeden Strophe Den Ders anfangen 
und khlieflen / davon in den Anmerckun⸗ 
pen. über MeumardsTarfeln, p- 249. Zu 
90 viel andere / davon in feiner 
Reimkunft lib. 3..c. 10. ‚gedacht. wird. 
Beym Berulio findet man / imfeiner An: 
weiſung cape 9.deren auch unterſchiedliche 
Gattungen / und unter andern — 
eo "88 08 





nn _ Be 


BE. 


778Das XI. Cap· Von den Arten 
das gewoͤhnliche Tiichgeber /Aller Au⸗ 
gen warten auff dich / ſtuͤckweiſe ei⸗ 
ne jegliche Stropberjedochohne Reim / 
5— Solche Wiederholungen der 
eime find auch bey den alten Meiſter⸗ 
fangern geweſen / die ihre Klapperreime/ 
anbangende Reime Reim⸗Weßtzler / odet 
Reim Schleiſffer / Schlag Reime gehabt / 
davon Schottel in feiner Reimkunſthbez. 
Die oͤfftere Wiederholung eines 
klingenden Männlihen Reunes 7 wie 
beim Schottel in dem Carmine, fo er von 
der Teutſchen Hauptfprache / im Anfan⸗ 
feines fünften Buches. hat / In Den 13. 19» 
20, 21. 22, Zien Reimſchluſſe / nennet er in 
den Anmerckungen 7 Barrit oder 
Bardit / und kan es ſeyn / daß ſie ſolcher 
re ſehn / die Jans Sachſe feine 
THöne oder Bare nennet/ davon wi 
ur 2. Cı 7. erwähnet. Aber er bringet 
erten keinen Bemweig.ben. Die wiederkeh⸗ 
renden Reime beſtehen hier inne / daß in 
dern gantzen Carminenur eine Reim⸗Art 
fen esiwären fo viel Strophen / als fie 


vollen / und A von dem SDrittelthet: 
le des Carminis die, Reine rückgängig 
wieder anfangen’ alfo/ daß der nn er 

| ie, 








| ey 879 
Wiederholung dem letzten des erften 
Theils gieich wer de und alſo biß auff den 
/ letzten m gleicher Zahlund Reımwörrern 
t  Fortgehe/ der dem erſten gantz gleich iſt. 
Dererſte Theil iſt gleichſaimnd der Vor⸗ 
/ſatz / der andere der Nachſatz/ oder Be⸗ 
antwortung und Gegen⸗Rede. Die 
J. Wieder oder Gegentrute haben in Den 
vierverſichten Strophen nur zwey Reim⸗ 
4 woͤrter / die ſo fort wiederkehren / und kan 
die dahl der Strophen nach beleben ge⸗ 
N Fenekwerden: Bender Arsen Exempel 
N" fnddruntenzufinden‘ der erſten / aus 
y Der ia der andern / aus der 15: Ode des 
. Noratu. Man: hat auch eine Art die 
t man Kettenreime nennet / die ſich vor⸗ 
t WEM der mitten und am Ende reie 
men Von diefen und dergleichen Kein, 
gebänden find-bey dem Herrn Schottel, 
tt Infeinen Reimkunſt / ſehr viel abfonder- 
p The Arten zu finden-/ darvon man ben 
hm weiter nachleſen kan. Wir: kommen 
auff die Pindariſchen Oden / weiche 
Art die unſrigen nach Art der Griechi⸗ 
qſyen und Lateiniſchen gemacht haben. 
. "Mit dieſen iſt es faſt / wie mit einem Epi- 
cheremate oder Syllogifmo Orator:c bes 
Bi. 002 2 fhafe 


N E. sc 


rn a a a 


530 _ DasXl. Cap Mon den Aten 
haften / dar innen die Strophe gleichtamb 
eine Propofitio iſt / welche dann mit ihr en 
rationibus amplificiret wird. Antiſtrophe 
iſt dem Minori zu vergleichen welche 
wieder umb amplificiret / und mit aller⸗ 
hand Poetiſchen ſiguris außgezieret wer⸗ 
den fan. Die Epodos macht gleichſamb 
die Concluñonem. Dieſe Ordnung kan 
uch wohl geändert wer den / daß Strophe 
den Minorem, Antiftropheden Majorem 
machet wie folches auch in den Syllogis- 
mis oratoriis gefchiehet. Im Lateiniſchen 
haben Heinfius, Sammarthanus und‘ an⸗ 
dere/ dergleichen Oden gefehrieben. Die 
vielen Gattungen im Teutſchen / werden 
von andern weitläufftiger angeführet- 
Wir fernen deren ein Exempel aus: Der 16. 
Dde des Horatii. Die Sechſtinnen find 
von den Spaniernam erfien erfunden/ 
und wird von den Nicolao Antonio:D. 
Petrus Vanegas de Saavedrader.erfle bes 
nennet ‚der fie gebraucht: Es iſt bekannt / 
worinnen ihre Eigenſchafft beſtehet. 
arsdoͤrffer bat auch / an ſtatt der ſechs 
-Derfe/ drey⸗ und vierzeilige / Nie klingen 
aber untieblich. "Drunten iſt ein Exem⸗ 
pelausder Ode des Hocatii, und 
mei⸗ 





| 





neben .. _s8t 


Parte itccn ER 

Dieſe ſind alfa die vornehmbſten / nach 
den Strophiseingetheilten/ Genera, deren 
viele Berdnderungen bey andern fich Dee 
finden/;und noch. mehr können erdachf 
werden, Betulius hat auch Centones, 
foer Stuͤckelgebaͤnde nennet / deren 
Erempeler eines aus dein Opitio zuſam⸗ 


meinen. Gedichten findet ſich auch eing 


wmen geſetzet. Es bat. aber in Zeutfcher 
Sprache nicht die Art mie im Griechi⸗ 
ſchen oder Lateiniſchen. So bat man Pa- 
rodias, Acrofticha, Chronofticha ‚ welche R 
hieher nicht gehören / und. den Nahmen 
eines rechtſchaffenen Carminis nicht vers 


dienen. An Bilderreimen/ da.die Verſe 
eine gewiſſe Figur darſtellen / belufligen 
ſich ſehr / indem ſie bald. einen 


4 
2 


Potahbaldeinen. Baum und dergleichen 


abbilden. Die Griechen haben folche Din. 
gevor dieſem gemachet/ wie wir einigedes 


Theoeriti Carminibus hinangehänget fin» 
den Von dieſen urtheut Camerarius, 
Epiftohr.lib.s, andenEobanum.Heflum. 
h his Carminibus nihil eft dodorum 
adıniratione dignum. Quid enim elegans 
Atticum, velin argumento vel elocu- 
m A 80; tione; 











gar DasXı Cap Mon den Arten 
tione , 'xel ferienna? An tu verd iltos 





qiuegmunias & zunondu]as probaſt 2Mr 


ninie probafti aut probas; qui anguſtiam 
iftamingenn, &torments compoſitionis 
he 7 in parte bella vderi poſ⸗ 
ein torä poen laudem ſeis. prorfusnon 
habere, “Tribuuntar & alia hujusmodi 
poemata Theocrito, Bipennis’ Ale, Ara 
Qux quidem facile "vitabunt induftriam 
noltram, & nor aded digna res’viderur, 
tibi tu nervos intendas. Eben ſolches 
Uthei kan man auch von den Bilder⸗Rei⸗ 
men faͤllen / wie auch von den verlibus 
quadrans. eubicıs. Die einige nachahmen 
6 Unter allen dieſen Arten ſind des 
Kabani Mauri Lateiniſche Sarmina, dar⸗ 
innen fo vielerlen Arten Kreuße ‚gebildet 
erden) verwunderns würdig. Denn es 
muß diefer Manni’ eine unglaubliche Diüs 
be gehabt haben / deren fo gar unterfühles 
dene Jornen / in fo vieferien Arten Der 
Merfe, zu verfaffen. Wer aber cin recht 


tuͤcht ges Gedichte fehreiben kan / wird ih | 


nie mit dergleichen armſeeligen Erfinduns 
gen behelffen | 
Der Madrigalen hätte ich beynahe 

vergẽeſſen / welches eine ſehr — 





| 


Reimgebaͤnden iſt / die von den Italiaͤnern 





und Frantzoſen etwas ſpaͤte auff die Teut⸗ 


ſchen setommen: Woher foldye Art Wer⸗ 
ſe / und das Wort an ſich ſelbſt den Ur⸗ 
ſprung habe / iſt ungewiß. Covarruvias 
hat / m ſeinem Thefuro Lingux Hiſpa- 
mer, viel mit dieſem Worte zu thun/ 
ingleichen auch gr ‚in einer abſonder⸗ 
lihemDıffertatidhs von den Madrigalen. 
Das Vocabularium della Crufca fuͤhret es 
ber von Mandra , welches eine Schäffee 
ven bedeutet /_ umd Gallo , welches letzte 


Cotin nicht gefaͤllet Einige leitewes von 


dem Spaniſchen Worte/ Madragan, ſum- 
mo mane expergifci, her / wie die Liebha⸗ 
ber zu thun pflegen / wenn ſie ihre Liebes⸗ 
lieder bringen wollen. Das: giaublichſte 
iſt / aß es von Mandra fornme / und vor 
alters ein Schaͤffer lied bedeutet / welches 
auch hierdurch bekraͤfftiget wird / wie 





NMenagius, in feinen Originibus ltalicis, 
angemerckt / daß es bey den alten Itali⸗ 


aͤnern / Mandriagale, genannt wor den. 
Das Wort dyan bedeutet auch ben den 


alten Atticis, eine Heerde / koͤnnte es alſo 


von Kerr und ayern zuſammen geſetzet 
werden. Des Herrn Cotins Meinung: 
004 . 





7 


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— —— — — 
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g84 _ Das XL. CApIWUNden Arten 


iſt dieſe / daß / wirvordiefenbendenSicu- 


dis zu erſt die Hirtenueder aufgekommen / 


ſie vielleicht dieſe Art von Verſen und 


Nahmen gehabt! hätten / ehe noch die 
förmuchenE Iogeabgefaffer worden: Ja 
er. meinet gar / daß ben den Morgenläns 
dern dergleichen Act vor langer Zeit im 
Sebraudı geweſen Weil nun Die Gal⸗ 
ſier mie den Griechen vor dieſem viel Ge⸗ 


meinſchafft gehabt / ſo koͤnte ſold es ent? 
weder von: ihnen auff die Maflilier ges 


bracht / oder auch von Seilien dahin ges 
kommen ſeyn. Die Italiaͤner aber hatten 
dieſes Wort / und die Art der Verſe von 
den Provincıal Poeten empfangen Wor⸗ 
mit auch Speron Speroni, in ſeinen gelehr⸗ 
ten Dialogis, einig iſt Seine Einfälle 
find artig und wohl ausgeführet / aber / 
pie nic) beduͤncket / etwas zu weit ber 
gehoͤlet Es kan endlich gleich viel ſeyn / 
woher das Wort komme. Die Sache an 
ſich ſelbſt iſt bekannt genug.‘ CGotin giebt 
dieſe Beſchreibung. Le Madrigaleftd'or« 
dinaıre une Epigramme galante compo- 
fee de vers inegaux pour: la.mefure, & 
irregntiersponrIarime. Letendre eſt ſon 
tere. Er nennet es ein Fpigram⸗ 
u Gi ma, 


2 
4 


a nn un N 2 sn an ner 


wa wodurch «8 aber nicht recht befchries 


ben wird Denn / ob zwar die Epigram· 


mata hierinne wohl abgefaſſet werden 
koͤñen / ſo ſind doch nicht ſo fort alle Madri-, 
gabpigrammata Der beruhmbte Hr. 
Ziegler hat ſie am erſten in die Teutſche 
Sprache gebracht / und eine gelehrte 
Diſlertation davon geſchrieben / welcher. 
er unterfchiedliche Erempel anhaͤnget. 
Worinnen er. von ihren Eigenfcbafften. 
handelt: Er haͤlt fie vor die ſchwerſte Art 


‚eines Teurfehen Garminis. Sie ſt aber, 


wie Hr. Weife recht urtheilet / ſehr leicht / 
uñ ſehr ſchwer Leicht / weil das Madrigal 


ungebunden iſt Schwer / weil dieſe unge⸗ 


dene Freyheit mit nachdencklichen uñ 
ſcharfſſnnigen Reden erſetzet werden: 
muß: Weßhalben auch Herr Ziegler es 
für das eintzige genus haͤlt / ſo zu den E- 
Pigrammatibus bequem iſt / daun er mei⸗ 
net es ſey ſehr ſchwer / in einer andern Art 
ein Epigramma zu verfaſſen. Worinnen 
gan anderer Meinung bin. «Denn: - 
ob man zwar «in-Epigramma, circum- 
feriptum,, wie ichs nenne / in ein Madri- 
galverfaſſen kan / ſo iſt man doch durch 
die Ungleichheit bißweilen mehr gebun⸗ 
er 805. den/ 








6 Das XI Cap Von den Arten 
deny daß man Umbſchweiffe gebrauchen 
müß / da man vielleicht in einem andern 
genere kuͤrtzer zum Ziele kom̃en koͤñte. Es 
ift ſo gar fchwer und unmoͤglich nicht / wie 
er davor haͤlt / daß man gute Epigramma- 
ca im Teutſchen / auch auſſer halb der Ma» 
drigale ſchreiben Fan. Daß meiſte hier⸗ 
innen kommnt auff den Wohllaut / und 
das Urtheil der Ohren an. Aug dieſem 
muß man ſchlieſſen / ob man kurtze oder 
lange / gereimbte oder ungereimbte Ver⸗ 
ſe ſeten ſoll. Weil auch dieſe Art zur Mus 
ſie erfunden / angeſehen in den Singe⸗ 
ſpielen / die faſt durchgehende Madrigale 
ſind / ſie von den Muticis mit dem ſt lo 
recitativo exprimiret wird / ſo muß in al⸗ 
(en Zeilen zum wenigſten ein halber / o⸗ 
der "auch: gantzer enſus ſeyn / nach⸗ 
dem es die Muſic er nn a en 
eb gar übelklingen. Wie man dieftsauch 
nohtwendig in denen Dden die geſun⸗ 
gen werden in acht nehmen muß / worin⸗ 
rien’ fich viele verſtoſſen. Keinpe und 
Stockmann baben gange Bücher von 
Madrigalen gefchrieben. Dieſe Art des 





Carminisfan / nach belieben / außgedeh⸗ 
net / und in gewiſſe Säge eingerbeilet‘ 
8 wer⸗ 


— 


But Bl 








der Reimſchluͤſſe. 587 


— — — | —⸗ 
werden. Herr Weilſe nennet fie Madrir 


galfche Dden: Mein hochgeehrter Col- 
legay Herr D. Major, nennet fie, Madri. 


| galonenmeildergleichen Endigun in der 


Itallaͤniſchen Sprache eiwas vergröflert/ 
ũ zwar mit gutẽ Sugerweilim&egentbeil 
beyden Jtaliönerüi / in ſignificatione di- 
mnutiva, die fleinen Madrigale, Madri- 
galertı genannt werden. Der Frantzoſen 
ihre Stances-inegales find derfelben Art. 
Bey den Pateinern haben etlihe/ als 
Heinfus-und-Hugenius, faft-dergleihen 
Carmina gefdjrieben / die fie JAurla 
nennen. Aber bierinnen; find allerhand 
metra gemiſchet / die Dichyrambı Fönnen 
auch zum Theilmit ihn vergliechen wer⸗ 
den. Esfind dereneinige Erempel auch in 
meinen Gedichten zufinden. Einige bar. 
ben die beyden Lateinern gebraͤuchlichen 
Inferiptiones Auch: nachahmen wollen / 
welches ſich bißweilen thun laͤſſet und 
hat man deſſen — dein Auto- 
redeg Maufdlei Regum & Ducum Hun- 


” 
_ 


riæ Betulio,,und andern: Aber Die 

eutſche Sprache iſt wegen der. weit? 
laͤufftigen Juſammenfuͤgung nicht wohl 
bequem Hierzu Denn die Periodi TF 





Du 


DI 


3 | | 7 
88 Das Cap Vonden 
ſich vegẽ der Hulffswoͤrter / Artieulorum 
nf Pronomintfo enge nicht einſchrencken 
oder han muß der Rede einige Gewalt 
Anthun,und fie/svieder ihre natürliche Ch 
genfchaftt zwingen /und in Fleine Theis 
tezerftucten. Die Italianiſche Sprache⸗ 
weil fie fo viel unnörhige Woͤrter nicht 
‚at / Jägt fih unter den gemeinen Sprar 
en am beften hierzu gebrauchen / wor⸗ 
von unterfchiedliche Exempel in des Bol- 
doni Epigraphice ſich "befinden. " > 
Von den Erfindungen’ 


mE Dr 
EL den. Erfindungen Fönnen Die Excerpte 
Saäydienen. Excerpta Phrafium, Defcriptio- 
RR num , Comparationum Iconiſmorum. 
Tconologia Cæſaris Ripx. Zu einem Gedichte 
gehoͤret ein volfommener Verſtand. Cardinal 
Perrons Urtheil,, Poeterey hindert, Feine, andre 
Wiſſenſchafft. Der wis. Die, 
Neinligkeitund Deutligkeit dee Rede. Die ſchwuͤl⸗ 
fligen SD er und periphrafes 
werden get 

Neue frembde Woͤrter / ob / und wenn fie zuge⸗ 







brauchen. Unierſchiedliche Exempel Die geiem 
| wer⸗ 


ww 
D; 


Der Woetifche wwIerızenös. Die, 


elt / wie auch die ertichteten Woͤrter. 


=. os ze zZ} 


— 
— 


a u re (TEE er Fe SE 


| 





i —— rn 


Seielle in 


* — — — ——— — — 










ſindungen .__589 


— — neh, — | 
werden. Metaphorz Poeticz, müffen von den 
gemeinen Wörtern unter ſchieden werden. Exem⸗ 


gemeinen Morter. Lexicon Metapho» 
rarum Poeticarum muß gemacht werden. Die 
—— md Lateiniſchen Metaphor& koͤn⸗ 
nen i Zeuffeher Poeſie nachgemachet werden / 
Doch, mit gewiſſem Maaffe: Exempel derſelben. 
Vondels Urtheil. Latiniſmi 9 Joh, Baptifta, 
einem Stalianifchen Poeten / glücklich gebraucht, 
te werd Epitheta finden feine gute 
Zeutfiher Sprache: Die Italiaͤner ge> 

hen den Teutſchen hierinne, vor. Aus was Urſa⸗ 
hen ? Inferiptiones haben in der Frantzoͤſiſchen 
und Teutſchen Sprachedie Art nicht / wie in dem 
taltanıfchen. ' on den Metaphoris ‚des Car- 
dinalPerrons Urtheil Metaphorz Poetick find 
in ein gewiſſes Maaß un san ar Auguftini 
Maitarditietheil. Metaphorz trigid&, ‘Deren 
Erempel. + Metaphorifche —A werden 
verworſſen. Die Kunſtwoͤrter find an ſich ver⸗ 
boten in Carmine, In gewiſſen Faͤllen sugelaffen. 
—— beluftigen fich hierinne; Burles- 

Wird gankl 


Que. ich bderworffen. Vavalloris 


‚duch wiederdiefelben. "Die Befchaffenheit der 


| 
| 


‚Deferiptionum.Der Translator Rapini —5 
det von ber Beſchreibung der Nacht. Sein Urtheil 
wirdunterſuchet und wiederleget. Virgilius wie⸗ 
der ihn. verthaͤdiget. Rugeni Zedeprinten, ‚Ca- 
telfæ Dicerie Poetique.. Difpofitio , Außarbei⸗ 
tung eines groſſen und kleinen Carminis. "Die 
Ordnung der Stüste "eines Fleinen um 
y t 


\ 





90 Has XU1. Cap. Bon den * 
Durch-geiwiffe lLemmata. Spilimber it Com⸗ 
Mentarius in Horatium wird gelobet. Reim⸗ 
Exercitium, 3 he er Fe 
AAchdem wir die Reimgebaͤnde be 
Y.@:varet/follen wir von den Er 
9° ndungen reden/ darvon viel 
mehr / ais von dem obigen / zu handeln fies 
fe/ inſonderheit / da von andern dieſes 
Theil nur obenhin beruͤhret Dieſe Er⸗ 
dun gen koͤñten erſtlich ing gemein / her⸗ 
nach abfonderlich / nach Anleitung, ber 
Materie ‚ unterfüchet werden Weil wir 
aber. dermahleins / ein abſonderlich 
Buch, von den Erfindungen in Latina 
Poefi , hervor: zugeben / geſonnen / ſo 
wollen wir allhier deſto kuͤrtzer verfah⸗ 
ren. Erſtlich / ehe einer erfinden fan/muß 
er zuvor. gelefen und gerambiet haben 
fonften wird er ein leeres Stroh dreſchen. 
Er muß nicht allein die vornehmbſten 
Teutſchen Poeten / ſondern auch die Latel⸗ 
mſchen un Griechiſchen / von welchen doch 
alles her flieſſet / wohl durchkrochen /und 
ihre Künfte hnen abgelernet haben. Wil 
er diefen die Außlander./ als Spanier / 
Frantzoſen / Italiaͤner / binzufegen/mird 








ron 
Sp 





er feinen Schatz deſto „gröffer machen. 


Der dele&tus verborum muß infonders 


heit allhie wohl in acht genninen werden, 


denn / wie derfelbe Origo eloqueniz’ges 
per iſt er im Carmine vor al⸗ 
In andern das vornehmbſte. Zu ſolchem 
Ende kan man in der Teutſchen Dichte⸗ 
AR ſolche Excerpta machen / wie in 
der Lateiniſchen / davon ich / ob Gortwill, 
einem andern Buche mit mehrem hans 
u will. Die excerpta phrafium , defcri» 
prionum, haben beritg einige zuſammen 
getragen. Tſcherning in den Abriffe 
er Poetiſchen Schaptanimer/ Treu 
njeinem Dadalo, Bergman / Yars- 







dörffer indem Anbange feines Poeti⸗ 


ſchen Trichters / woſelbſt er die Außbil- 
dungen mit anfuͤhret / welche von den vor⸗ 
nehmbſten Stuͤcken ver Moeriichen Zier⸗ 
rathen find ‚davon Julius Cælar Ripa ein 
ſonderlich Buch / in Portugiefifcher 
Prache / geſchrieben / welches ietzo ver- 
cutſchet Maſenius hat einen kurtzen Auß⸗ 
‚aus ihm und andern gemachet / in 


feinena fi 











tz. Die Comparatiönes Be auch 
angemercket werden / wie folches in 
SE | Latei 


ſpeculo imaginum veritatis occul· 


— ——44 





ss» __ Das XL, Cap. Don den 


Lateiniſcher Poeli vom’ Trognzho, geſche⸗ 
ben... Jr übrigen in ein größer, Unter, 
fheidrunter der gebundenen un ungebun, 
denen Redengart / und werden die Poe⸗ 
ten. durch einen fonderlichen Geiſt getrie⸗ 
Es meinen etliche / als wenn ein Carmen 
nur.fo von ungefähr. gemacht, werde/ 
beſtuͤnde nur von außſpur igen Einfä 

fen / die keiner ſonderlichen *0 
vonnoͤthen hätten. Dieſe aber / die jo ut» 

theilen / legen ihren groſſen Unver ſtand 
an den Tag / und haben niemahls was 
rechtſchaffenes in Wiſſenſchafften gethan. 
Deñ es iſt gewißlich alſo / wie ),Scaliger 
urtbeilet / es fallen die. Poetiſchen 
neigungen auff ‚keinen ‚gemeinen: "SE, 
ftand. Ein vollfomenes Garmen, wie Die 
EÆneis Vırgilu, Comedien, Lragoedien/ 
undauchandere&edichte/; erfordern ein 
mohlgeläurerres Urtbeil..(omoblin til» 
tigen‘ / aus den.locis Rhetoricıs genom⸗ 
men’ Schlußreden/ als andern Zierlig⸗ 


I 


Beiten/ die ihre gewiſſe Art und proporti- 
on haben müflen. Es ſagt der, Cardinal 
_Perronius in feinen. Excerptis gar artig- 


L' Excellence... de. vers... confiie com- 


me , en un point indiyifible „de, per'S; 
Pins ’ 


* 








| feulmot 


Eindingen 8 


Sion, — e, ques’ils’y peu mettre un 
us propre, ou plus fignificatif, 
oumefme plusagreable al’ oreille, il ne 
peut eftre diet parfair. Es iſt Die hoͤchſte 
Staffel eines Verſtandes / zu der Volle 








a, 
—— 


fommenbeit dieſer Runft zugelangen / wie 


wir an den vortrefflichſten Geiſtern dieſer 
Bet, /aler Hug one Grotio, Heinfio, "A- 
) ro Mor6,ufidielen andern / geſehen / 


die in allen Stuͤcken der Wiſſenſchafften 


| Haufe geweſe nrobfie gleich die beften 
—— Denn was einige halb⸗ 
iervontlügeln/ ob bindere die 







Po teren die andern Wiſſenſchafften/ iſt 


richter Schluß der jenigen / Die 


he —— dem rechten Gebrau⸗ 


ßbrauche einen Unterſcheid zu 


Mel er heiſſet / wie der Griechiſche 


Berg ß ſaget. 
“ — war * * ——— 


nis: 


Wer ein gutes Urtheil Hat/ weiß wohl⸗ 
fie weit er gehen / und wie weit er zuruͤcke 


en fol. Denen Uberklugen aber die 
es vor eine horheit halten / m dieſen Sue 


VASE üben / oil ich mit, dem Ver ſe 





ti antworten / 
pp Oma- 











| Dasxıl. Cap. Mon den 
O majortandem,parcas,infane,minori, 
Wie weit die Erhöhung des Derftandes 
im Carmine gehe / kan man hier aus ſehen / 
daß die Alten hierzu einen fonderlichen ⸗⸗ 
Sscarwer erfordert / der die. Sedanden 
offtmahls auffer Ach führe. Wie von dem 
Marino gefaget wird / daß / daer / ben 
dem Camin⸗Feuer figend / einige Stances 
in feiner Adonis gemachet / in den Gedan⸗ 
cken ſich fo vertieffet / daß ers nicht inne 
geworden / wie ihm dag Feuer den Schen⸗ 
het verbrañt. Diefer »Ianarui mweilet 
fich in allen Stuͤcken eines Bedichres/ 1a 
inden Worten ſelbſt. Daber man von 
den Poeten ſaget / daß fie eine andere 
Sprache haben/und mehr / als Menſch⸗ 
lich/ reden. Harsdoͤr ffer machet unter 
der gemeinen / und Poetiſchen Rede ei⸗ 
nen Unterſcheid / wie unter tantzen 
und geben. Es muͤſſen die. Woͤrter und 
Phrafes in gebundener / wie in ungebun⸗ 
dener Rede / auch ihre Reinligkeit und 
Deutligkeit haben / welche Herr Tſcher⸗ 
ning/in der Borrede feines Fruͤhlings/ 
infonderbeit erfordert / und iſt alles/ was 
diefer zu wieder laufft den Ohren unan⸗ 
- genehm. Dannenhero die viel gemach⸗ 
ven 






nn ET EN 





mar Erfindungen. - 7 f Ts j 35 


ten Dihyrambifchen Compofita, welche 


einige jehr haͤuffen und in ihnen eine 


ſonderliche Sierligkeit fuchen / ſchwuͤiſtige 


Ebpitheta und Periphrafes gänglıch zu meis 


— 


— —— 


m — 


N — an EEE Ho un Zi nt 


a 
— = 


ö— — — — —— — — — ——————ü 


den. Worunter auch die alten Wörter 
gehören ,/ welche einige in der Staliänts 
ſchen Poefie außgefuchet/von denen 1. Nic. 
Erythræus Pinacoth. I. num. 157. zu lefen/ 
ingleichen auch die neuen / inſonder heit die 
rdichteten. Es findetliche / die es vor ei⸗ 
ne ſonderliche Zierligkeit halten / ja wohl 
gar unter die Lehrfaͤtze bringen daß man 
die Stimmen der Thiere mit gleichlautens 
den erdichreten Wörtern außdrücken ſoll / 


welches in allen Carmınibus nicht zu billi- 
gen. Hr Buchners Urtheil / in feinem Bu⸗ 
| Ya ecommedic.ratione. c, 9. ſect.i. ge 


fäner mir ſehr wohl. Ut in Comeedia & 
in ludiero opere talia aliquando deceanty 


in Epieo Carmine, quod totum inprimis 


gravitate cenſetur, & ad ſplendorem ac 
majeſtatẽ eomparatum eſſe debet , locum 


non habet. Er tadelt deßhalben nicht un» 
billig den Gabriel: Lermæum, der des 
Bartas Wercke in Lateiniſche Verſe übers 
ſetzet / wenn er den Lerchen Geſang mit 


4 


dieſen Verſen vorſtellet. 
* pp: An 





596 Das XL. Eap- Bonden 


Ipfa — tireli tirelitireli tire tirlire tractim 
‚ Ingeminans fecat aftra levis,; 0 in. 


Vie ilius, der doch offt der Trompeten 
gedacht / bat niemahls das Ennianifche 

— — gebrauchet. Lautet alſo nicht 

eben fo zierlich / wann. betulius von den 

Bienen ſchreibet. 


Brummet / Immen / um und um. 
fummetrbrunmet feid nicht ftum. 
und an einem andern Drte/ 
Wie offte wird das Summen! 
Hier von dem Nawba —* auß dem Gehoͤge 


rumm | 
‚Das Bienlein — —X ſein Honig ſam⸗ 


ein fü ſſes Surgeſauͤß ich deine Wiege fein, 

Vils hat niemahls / da er doch € n 
san Buch von den Birnen geſchrieben / | 
das Wort bombus, welches von den Die; 
nen fonft gebrauchet wird / fegen tollen. 
Deſſeiben Schlages iſt / was Klajus in ſei⸗ 
nem Friedens Einzuge ſchreibt 

| Bumb bidi bumbbumbhalt 

Der Trompten lauter Bu auff den Pafteien 


Ben denfelben Aucoribus "endet man vie⸗ 
le ſchwuͤlſtige und —— Com- 


pofita, 








| Exrfindungen __ 97 


3 er m er von den: —ñ— — der See / 
die giſchgeſaltzen lauſchen und eilen 
uferwerts/ der. Wellen Sallenıo 
{ „So. auch ferner ) das. Schiff 
Nügte Meer / Das. Slamınge- 
Äpanm. 07. de Sonnenpferde. Die 
bunte Wuͤrmer müh / opus ee 
- latum,und hundert andere. mehr / wel⸗ 
che von einigen / als ſonderliche 66 
ten / geachtet werden/ mir aber nicht lieb⸗ 
liherinden Obren klingen / als die vom 
Plauto erdachten Wörter.Sycolatronidz, 
| ‚Argentiextenebronide „ Fuftitudinzfer- 
ricrepinæ inſulæ, und des Pacuvii, Re. 
ꝑpndroſtrum, incurviceryicum pecus. 
Welche Wörter fein verftändiger/ auffer, 
alb der Comadız / oder einem Schertz⸗ 

| te/ gebrauchen wird. Die fremb⸗ 
kn gern muͤſſen auch gemieden wer⸗ 
Worunter doch nicht zu verſtehen / 
zlaͤngſt in Teutſcher Sprache das 
uͤr gerrecht gewonnen / als. Fen⸗ 
loſter / tc. welche einige Klüglınge 
muftern wollen / die. deßhalben bil» 
lig von Buchnero, de comm. dicend. rat. 
1.C.$.P. 141. außgelachet iv erden. Ras 
| ale und Sransölice Wörter Daten 

* pp 













vo8 Das XI Cap Von den 


iit einem ernfthafften Carwine undin eis 
ner abgemeſſenen Rede feinen Play. In 
Difeourfen/(welhesWort aud durch fein 
Teuffches. recht außgedrücket werden 
fan/)in Brieffen in politifhen Schriff⸗ 
ten / wird man gezwungen / dieſelben zu 
gebrauchen ; denn «8 Fan bißtveilen viel 
nachdenckficher Dadurch gegeben werden. 
Man hatinder Ne eh Spradie/ 
meldjereich itvon Wörtern / die einen 
abftra@tivum und genericum conceptum 
importiren / einige Wörter / als 3. €. Pe" 
dant .( von deffen Bedeutung der Autor 
artis cögitandi in Difl.ı. handelt/) comduit, 
und hundert andere / die MAN im Teut⸗ 

ſchen nicht außdruͤcken kan / wie]. C Sca- 
Iiger, in feine Oration von dem Worte 
jneptus, diefeg und andere Wörter anfuͤh⸗ 
ret / die man nicht im Griechiſchen geben 
kan. Warumb ſollte man nicht derfels 
ben-fich bigmeilen / da es die Mothdurfft 
erfordert/. im Teutſchen auch gebrau⸗ 
chen? Es iſt keine Sprache fo rein/ daß 
nicht frembde Wörter darinme zu fine 
en. Die Srangöfifine hat. febr viel von 
er Ztakiänifchen angenommen/ Denn es 
bat Henricus Stephanı , ſchon ZU * 

eit 


| | 
1 
i 


a N — 





Erſindungen. 8 
Zeit / ein gantzes Buch / dunouveau Lan- 
gage Francois Italianize , ou autrement 
deguife entre les courtifans du temps; 
hervorgegeben. Warumb follte denn die 
Teutſche Sprade bierinne por andern 
einen Borzug haben? Coringius hat die⸗ 
fen Mißbrauch der Teutſchen Poelie, 
in ſemem Brieffe an den Herrn Schote 
tel/ getadelt. Scilicet, fpricht er dum di- 
tiorem & elegantiorem foliro linguam 
reddere conantur , condunt nova voca- 
bula, nuncineptis compofitionibus, nunc 
cothurnatis metaphoris. Er nennef Dies 
fe/ die ſolches thun / grallaroria ingenia.A⸗ 
ber dieſe Reinligkeit und Deutligkeit muß 
nicht dahin geleitet werden / daß man alle 
Metaphoras meiden ſolle / wie einige Fran⸗ 
tzoſen in ſolchem Wahne find / und des 
halben vom Rapino getadelt werden. 
2 diefe muͤſſen in einer Poetiſchen 
Rede ſeyn / fonften krichet fie auft der Er⸗ 
de / und hat nichts / wodurch fie ſich er he⸗ 
benkan. Es müfle auch dieſe feine gemeine 
Metaphor& fenn / den diegemeinen Meta- 
Phorz find weniger zu gebrauchen / als die 
oft gebräuchlichen propriæ voces , tie 
Aenagerechf urtheilet 7 in feinen obfer- 
J pp a4 vationi- 








oo Das XII. Cap. Don den 


rationibus üßer.den Malherbep-522, weil 
je durch den Gebrauch des Poͤbels ver; 
einert wer den / und dadurch unter auß⸗ 
xleſenen Woͤrtern keinen Platz perdies 
ren. Weßhalben man auch die Alltags: 
poͤrter / wie Betulius im 5. Capittel ana 
mercket / ale Semmel /und dergleichen / 
meiden fol. Man hat angemerckt / daß in 
dem gantzen Wercke des Virgilii das 
Wort banis ſich nicht findet / weil es ſo 
gemein iſt / ſondern er giebt es durch peri- 
phrafes, als dona Abôratæ Cereris, und 
andere Woͤrter. Es ſind auch einige Par- 
iculæ Periodicæ in Profa gebraͤuchlich / die 
ſich durchaus in die Verſe nicht. ſchicken/ 
als / unangeſehen / welchermaſſen / 
dannenhero / derentwegen / wie ſol⸗ 
che auch. im Lateiniſchen ſich „befinden. 
Man hat auch gewiſſe Metaphoras Poeti- 
cas, ſoſche muß man mit, groſſem Ver⸗ 
ſtande gar genau unterſcheiden. Dieie 
find in allen. Sprachen / ben Gries 
chen / Lateinern / Staliänern ) Franutzo⸗ 
fen x. mohlin acht zu. nehmen und zufame 
men zu fefen. Welches eines von den vor⸗ 
nehmbſten Mitteln ift zur, Vollkommen⸗ 
beit inder Dicht er kunſt zu geclaugen DE 





a 


Ä 4, Erfindungen» „m 60 
muß man nun von dieſen Metaphoris gan⸗ 
 ‚BeLexica zuſamen tragen / die meht nu⸗ 
hen / als alle Araria Poetica geben wer⸗ 
Den. Wet auch eine jede Sprache hre fon. 
derliche Eigenſchafft in den translatis hat / 
oder auch bißweilen etwas mit andern ge⸗ 
mein / ſo muß man inſonderheit hierauff 
mercken / da man deren etwas per Ana- 
logiam aus einer frembdem Sprache in 
die Teutſche übernehmen kan / welches.as 
ber mit groſſer Beſcheidenheit geſchehen 
muß. Wir koͤnnen dieſes bey den Lateini⸗ 
ſchen Poeten ſehen / welche. dergleichen 
Redensarten den Griechen fo artig ab⸗ 
ſtehlen koͤnnen / daß mans kaum gewahr 
wird / wenn mans nicht recht genaue be⸗ 
trachtet. Hiervon wird an einem andern 
Orte ein mehrers geredet werden. Ich will 
Nur bon. Denen / in. der Lateiniſchen 
Sprache verkommenden / Metaphoris 
und Redensarten diefes erwähnen, daß 
felbige bißiveilen gar zierlich in Teurfcher 
Poefi fönnen angebracht werden. Hora- 
tius nennet undom mendacem, der nicht 
Die. verhoffte Frucht bringet / war; 
unb follte.ich iin Teutſchen ſoſches nicht 
nachmachen / und im Oegenthrilfagen? 
pps Wenn 








608 .__ Das XII. Cap: Vonden 
Denn ibm fein trenes Land auff 
guten Glauben zahlt die —— 
die er hofft / oder. Sein Acker will 
nicht Glaͤuben halten. Claudianus 
ſaget. Tempeſtas pretioſa Tagi: dieſes 
habe ich nachgemachet in dem Carmine 
von der Merſens ⸗/Gans / da ich des Jupi- 
ters goͤldnen Regen nenne / ein koſtbares 
Gold und Riebesgemw.tter. Harsdoͤrffer 
hat ohne Fug / m feinem. Poetiſchen 
Trichter p. 101. geradelt/ mern man nad) 
der Pateinifchen Art/ intonfum caput Li- 
bani , das unbefchorne Haupt des 
Berges Libanus fagen wollte, Denn 
warum ſoute ic) nicht von einem Wald- 
reihen Berge fagen können ? Er bebt 
fein unbeſchornes Haupt empor. 
Ich kan zwar nicht fagen / velcitur aura, 
er frißt die Lufft / fondern gat wohl / 
Weil ee mit friſcher Lufft Die Le 
bens geiſter ſpeiſet. Virgilius ſaget / 
Mane falutantum totis vomit ædibus un- 
dam da laͤſt ſich das Wort / vomere. iM 
Teutſchen nicht nachmachen. Longmus 
bat in feinem Buche =& ünpas ‚einen Grie⸗ 
chiſchen Poeten getadeit / der da ſchrieb / 
305 gegov een, in cœlum — * 





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DAT ” Eu! 
ZIRFTNN er 


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— — 








Erkndungen⸗⸗ 
kungen / Turpis & ſordida eftlocutio ; ge: 





dencket aber nicht des Virgil der von dem 


Serge Bina diefes Wort gehrauchet / ja/ 
daß gar die Thürenin den Theatris Vo- 





- miroria genannt worden: Dieſes macht 


der unter ſchiedliche Gebrauch der Spras 
chen / wiewohl man von dem Feuer ſpeien⸗ 
den Berge Etna im Teutſchen daſſelbe 
fagen fan: Es hat Joſephus Baptiſta, 
deſſen wir droben gedacht / die Latiniſmos 
ſehr glücklich in der Italiaͤniſchen Poeſie 
gebrauchet / wie Nicol. Craſſ· in Elogi d 
uomini litterati part. 1.'p:337. bezeuget. 
Parue, ſagt er/.ad.alcuni che i füoi lati- 
nifmi gli porgeffero quälche nora di 
reprenfione, ' Ma eglidi coteftifiride,que 
nulla conofcono la vaghezza di quellei- 
des,dellequali come opulentiffimamatro- 
na pompofamente allä da lalingualarina, 
e fenzale qualipovera mefchina rimareb- 
bel’ Italica. Ju allen Dingen muß Maſſe 
gehaltenwerden. Man muß allezeit auff 
den Gebrauch / unddie Eigenſchafft der 
Sprache feben. Wo dieſes nicht gefchie: 
bet / fan man mit deinſelben es vers 
derben / damit mans gut zu machen 

* ver⸗ 





ee 


“oa Bas X Cap Bon den 
vermeinet. Die Frantzoſen haben auch in 
ihrer Sprache die tralicifmos bißweilen 
nicht zumbeften angebracht / deßhalben 
Joachim du Bellay , wieder feine Petrar- 
| <hifirende Landsieute / ein abſonder iches 
Bud) geſchrieben. So haben auch Ron- 
fard , Jodell, Bartas viel Græciſmos indie 
Srangöfihe Sprache gebracht / welche 
deßwegen von andern getadelt werden / 
inſonderheit von dem I. F- Grandis/i 
geine Diſcours Encomiaftique ſur la Rhe⸗ 
torique; Francoil. de Monf. de Bary p:25: 
Vondel hat / in feiner Aenleidinge hier⸗ 
von auch nügliche Kehren gegeben- Wy 
moeten defetongen matigen. en mengen; 
en met kenniſſe befnoeien, oock niet alte 
latinachtig, noch te nau gezet en nieu⸗ 
vvelyck Duitfch ſpreken, maer zulcks dat 
de tong haer eigenſchap niet verliczey, 
vvaer vande hervormers onzer fpraecke 
niet geheel vry zijn. Men vermide ge⸗ 
elcſeen peſt, de vxoorden tegens den 
aert onzer talete verſtellen: een evelda 
doorluchktige Italianen Spanjarden ‚en 
Eranfchen.oock van ziek zjn. Was die 
Teutſche Spracheanlanger/fo iſt ſie zwar 
bequeme genug alle Metaphoras außzu⸗ 
NEM | drücken / 








druͤcken / 





&rfim SR 605 
nur in dieſem reichet ſie nicht zu / 
daß fie die Metaphoriſchen kpitheta ſo 
nicht geben kan / wie die Griechen / La— 
keiner und die heutigen Ztalidner: Die 
Teutſchen Adjectiva ſind ſo gar unbany 
dig / daß ſie nicht wohl in den uͤblichen 
Reimgebaͤnden ſtatt finden. Derohalben 
wenn die Italiaͤner ein metaphoriſches e 
pitheton ſetzen fo muß man im Teutſchen 
das Adjectivum in ein Subſtantivum vers - 
wandeln / und ſolches gleichſam in Abftra-; 

Koſttzen / welches denn eine Weitlaͤufftig⸗ 
keit der Rede / und ein frembdes Weſen 
verurſachet / da man bißweilen zwey/oder 
dreymahl einige Zeilen leſen muß / ehe 





wan den Verſtand erreichen fan. Zum 


Exempel / wann man ſagen wollte / dieei: 
ferne Zeit / ſo ſchicket ſich dieſes nicht. in- 
den Verſe / ſondern ich muß davor ſe⸗ 
tzen / daß Eiſen dieſer Zeit: Die Italiaͤ⸗ 
ner aber koͤnnen bey jeglichen fubftantivo 
ein epitheton metaphoricum ſetzen / wo⸗ 
durch ſie eine Rede ſehr ſcharffſinnig ma⸗ 
chen / ſa bißweilen mehr / als noͤthig iſt/ uñ 


Die Gebühr erfordert. Sie haben auch 


Ihre Gerundia, wodurch ſie die fententias 
fo zuſammen ziehen koͤnnen / als kein ans 
—* de - 





cs Has XILEap: Wonden 
derenationthun fan. Was fie in einem 
einigen commate begreifjen/ Davon muß 
ein Teutſcher wohl drene machen. Deflen 
könnten bundere Erempel: angeführet 
werden. Wird alfo beffer ſeyn / man fuche 
in Teutfcher Sprache die Scharfflinnige 
feiten/nicht fo fehr in Metaphoriſchen Bes 
ſchreibungen / als in Nebenund Gegen⸗ 
ſatzen gantzer Rnuntiationum, wie Flem⸗ 
mingundandere thun. Daher koͤmmt 
es auch / das die Italianer viel fuͤglicher Die 
Inferiptiones faffen koͤnnen ale die Teut⸗ 
ſchen und Srangofen / von welchen letz⸗ 
tern man doch einige Exempel / ſo auff den 
jetzigen König geſchrieben / in dem Mer⸗ 
cure Galant del’ Anni01678. findet, Es iſt 
traun ein groſſes an dem rechten Ge⸗ 
brauche der Metaphorarum gelegen/ weh. 
halben auch Ariftoteles in Rhetoricis ſa⸗ 
get / Man Fönne hieran ein volllomme - 
nes Urtbel kennen /wer fierecht zu ge⸗ 
brauchen weiß. Der Cardinal Perron 
hat gar weißlich geurcheilet / wie in den 
Excerptis p. 193. zu ſehen / daß die Spra⸗ 
chen den Urſprung von der Rothwendig⸗ 
keit haben / aber durch die aftectation ver⸗ 
derbet werden / welche mehrentheils in Den 
73% meta; 











| RR 607 


metaphoris beftebet.. Denn / wie der lu- 
uus eim Zeichen iſt / daß das Regiment zu 
Grunde gehet / ſo iſt auch der luxus in den 
Sprachen ein Zeichen ihres Verderbens. 
Er ſagt ferner / es ſey mit den Sprachen 
| beſchaffen wie mit den Srüchtent/weiche/ 
 mwennfie reiff werden / allerhand Wuͤr⸗ 
meben fich zeugen. Welches man zu dies 
fer Zeit von der Zeutfhen Sprache mit 
gutem Grunde der Wahrheit fagen fan. 
In der Poefi werden zwar härtere Me- 
taphoræ, als in Profa nicht allein zu ger 
löflen/ fondern gar erfordert / jedody mit 
gewiſſer Maſſe. Denn meil man von eir 
Rem Poeten vielniehr etwas außgefons 
—— als von einem Oracore, 
ywelchem etwas neues immerzu ver⸗ 
daͤchtigiſt / ſo muͤſſen auch einige höhere 
Metaphoræ zugegeben werden. So fies 
bet man auch / daß die Profa immer ehe 
berderbet wird/ als die gebundene Art zu 
reden. Weil man bierinnen fich mehr 
umb die Wahl der Wörter bekuͤmmern 

muß Es iſt aber auch Dem Poeticis me- 
taphoris ein Ziel geſchrieben / darüber 
nicht gehen müflen. Denn es wird fo 
wohl in exceſſu, als detedtu , DIA 





TR 26 





608 Das Xi. Cap. Von den 


— — 


gefehlet. Ob zwar die Poetica translata 


weiter als Die Oratöria gehen/fo kan man 
doch auch allzuweit gehen. Der gelehr⸗ 
te und finnreiche Auguft.Mäfcard. ſaget 
gar artigy in feiner Profe vulgarip. 1. diſſ. 
y. La merafora efiglivola della neceflita, 


Aapoſcia adottata dal diletto: ritien pero 


fentimento di lei accarezza il diletro: non 
de dimenticarſi la favella commune, 
per contrar l habito nel parlar merafori- 
co. Die Staliäner und Spanier ſetzen 
offt ausder Mittelbahn / wehhalben ſie 


von vielen gefadelt worden. Die alten -. 
ſeibſt Haben hierinne feine Maſſe gehalten. 
Henn man den bindarum anſiehet / wie 
erhebt er ſich durch Woͤrter / was iſt bey 


ihin für eine ungezaͤhmte Phantaſie / die 


ſempreł occhio fifo alla madre, e dicon- 





ge ge — —— — — — en De u un ng 


— — 


nicht aulemahl gleich ſobwuͤrdig iſt abee | 


dennoch im Lyrico genere vor. andern 


kan gedultet werden. Plautus geher auch. 
bierinne weiter / als Terentius, welcher Die - 
Vernunfft und das Urtheil mehr ZU — * 


the gezogen. Die Metaphoræwerden 


denn frigide , von welchen Ariftoteleslib, 


3 Rhetoric, und Longinus we uas weit⸗ 


läufftig Handeln / davon wir in unfernt. 
m Buche 


— —— — — 


|| 


ge 


Buche de arguta di@ione ein mehres bey⸗ 
bringen werden. Ein Erempeidergleichen 
naͤrriſchen / hochtrabenden metaphöra+ 
rum, hat ein Frantzoſe Schergtveife ges 
ſchrieben / und unter dem Titel’ "Lettres 
‚|. Methodiques ‚berauggegeben. Es muß 
auch hieher gebracht werden’ wenn die 
Engellaͤnder die Kunſtwoͤrter als meta⸗ 
pPboras in ihr en Poematibus einbringen / 
bie man ben dem Doune ſiehet / da finder 
man / Atomos, Influentias , Loſtates, 
, und fo viel augfpürige Conceptus daß 
(|; Man darüber einen Eckel bekomen moͤch⸗ 
' eimartiges Urtheil von denen gefaͤllet / die 
— ih Gedichten gebrau⸗ 
chen denn er fpricht 7 weil die Wien 
ſchafften und die Kuͤnſte von dem Volcke 
nicht verſtanden werden / fo ſolle man der⸗ 
gleſchen Woͤr ter nicht gebrauchen. Was 
|, MÜEDE er von dieſen fagen / welche die 
N Metaphyfifchen und Logicalifhen termi- 
;' os Nicht proprie, fondern gar metapho- 
; Hiee nn Es iſt eine verdrießliche 
‚Sache weñ man die Gelehrſambkeit wiu 
; Sehen laſſen an Derrern / da es ſich nicht 
1. Shiket/weilches Rarinus infonberpeit — 
fr an el 


nn _ 


a ri Cr ee — = 4 


6ıo Das XII. Cap Don dei 
dem duBartasund.‚Ronfard tadelt. Es 
bat eine andere Setvandnis/ ment 
einen Jufum ingenu darinne füchet /, wie 
Ehriſtian Hoffmann ein Teutſches Cars 

men die Bergprobe 85 6699 
ſcher Göldner Ejelgenannt/in ? era 
niſcher Redensarfgeichrieben. Es iſt auch 
der. groͤſſeſt Mißbrauch in den Metapho- 
wenn mandiefelben von: gemeinen 
nichtswuͤrdigen und (handlichen Din 
gen bolet / und.auff die hohen und. vor 
freflichen Dinge,bringet. Man hat gar 
eine Schreibarterdacht/ die man Burles- 
que nennet /die von den Italiaͤnern und 
Fransofen if auff gebracht. Es iſt zu ver⸗ 
wundern / daß / in ſo klugen Natione AR 


dergkichen närrifch Ding einen. Beyſa 
bat finden fönnen- Der gelehrte Vavas- 
for hat in feinem a ge didti- 
one, diefe Schreibart billig durchgezo⸗ 
gen/ und: feinen Randgleuten ſolche Der’ 
wieſen. Worinnen er darthut / daß man 
bey keinem alten Autore dergleichen 
Schreibart finde / da dennoch Cuperus, 
m̃ feinen obfervationibus lib. ı. c. 10. das 
Gegentheil zu behaupten / vermeinet / den 
KRhhinton bey, den Griechen zum urbe 
9 


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Exfindungen. Kr 


derſelben vorgebend. Die Dtaliaͤner has 
ben uns dieſe Zierligkeit / die die Heßlig⸗ 
ligkeit zur Mutter hat / zu ihrer ewigen 
Schande erſtlich auff die Bahn gebracht / 
uñ haben hernach einige in Franckreich an 
dieſer Mißgeburth / einen Gefallen gehabt. 
Ein gelehrter Mann nennet dergleichen 
Carmina nicht unbillig exerementa Pega- 
fi. Der Autordela connoiſſance des bons 
livres handelt in ſeinem Trait.3, mie 
mehrem hiervon Wir wollen uns hier 
mit dergleichen unflaͤtigem Weſen nicht 
auffhalten. Erfreue mich darüber / daß 


kein Teutſcher ſolches bißhero nachge⸗ 
macht. Ein Niederländer hat dennoch 


auch ſeinen Geiſt hierinne wollen ſehen 
laſſen welcher in feiner Jhalia, oder Geu- 
—— das erſte Buch des Vir« 
zilũ mit ſo herrlichem Zierrathe bekleidet / 
wie im Frantzoͤſiſchen der Scarron gethan. 
Nechſt den Metaphoris iſt das vor⸗ 
nehmbſie / die. Deſeriptiones ineinem Ge⸗ 
dichte wohl zu ordnen / denn hier innen iſt 
ein gr er Mißbrauch / daß man die Ge⸗ 
——0 die Phantafie weitet lauffen 
1aft/ ale die Gebuͤhr —— Diealterr 
Boss Dorian N elhſt thun — 
W Kr BEN: 30 





| 


612 __ Das XI Cap Bon den 
zu viel. Der einzige. Virgilius weiß die 
Maaſſe zuhalten · Der En fifche Tran 
tor, der Reflexionum ——— 
Vorrede hiervon gehandeit / und weiß an 
allen Nationen etwas in dieſem Stüde 






zutadeln. Nur ben feinen Landesleuten 
hat er eine groͤſſere Bollkomenheit gefun⸗ 


den. Zu weichem Endeer denn eine Be⸗ 
ſchreibung der Nacht / auseinem Engli, 
en Poeten / anführet / Die er den Br, 
ſchreibungen Des Virgilii Apollonii, Tas- 
fi , Marini, Chapellains, leMoyne enge 
gen geſetzet / denn er meiner daß in den vier 
Derien feines Landemans mehr Ber: 
ftand ſtecke / als in den andern Die Verſe 
lautenalfo. 
- "Allthings’arehush’d , as Nature's en. 
Bin dead. (he | 
TheMountains ſeem to nod their drovvſie 
The ‚little Birds in dreams men dong 


RU repeatt 
And sleeping flovvers beneaththe Night- 
N EV MN TEA 


- veat, f t a \ » 8 2, 
Wenn ich alle dieſe Worte zergiiedern 
wollte / ſo könnte ich Teichte darthun / daß 
ſie mehr Phantaſie / als Verſtand haben 


und denen andern/infoniderheit des Vir- 





gi feiner Befcyreibung/ die er 2 | 


E: 
sla- 


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En lt in En ET.  — — 
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einen ee 


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Erfindungen. 613 


hat im ger ingſten nicht zu vergleichen. Vir⸗ 
euius bleibet in den natuͤrlichen Schran⸗ 
den. Jener aber hat ein wildes Weſen 
an ſich: Vargilius ſaget placidum carpe- 
bant fe//a: ſoporem corpora per terras, 
Jener ſaget / die Natur ſey erſtorben. 
Virgiliusbleibt bey den Thieren / die des 
Schlaffes fähig: ſind / Jener eignet den 
Schlaff auch den Bergen und Blumeu 
au. Vırgilius ſaget / daß die Voͤgel ſchwei⸗ 

den / Zener / daß ſie ihren Geſang m 

Traume wiederholen. Welches fo es recht 
gegen einander gehalten wird / ſo leuchten 
deaußſpuͤrigen Einfälle des Engliſchen 
Poelten klaͤruch unter Augen Ich mag 
alhier nicht anführen was er / uͤber den 
Verſen des Virgilii,für eine unzeitige und 
ı nuͤchterne Critic gebraucht: Mur dieſes ei⸗ 

nge fan ich nicht unberuͤhret laſſen vB 

er den Verß des Virgili, der mit ſo groſ⸗ 
‚ fer Vernunfft geſchrieben / tadelt / cum 
ywedio volvuntur ſidera lapſu. Ex ſaget / ex 
1 könne den Verß nicht loben / weil dieſe 
j "Worte vonlauter Bewegung handelten/ 
und waͤre auchder Numerus der Worte 
ſelhſt der allgemeinen Ruhe / die der Poet 
beſchreibet / zu wieder: Er wollte lieber 
it Male! 993 Davor 








D 8 





ra Das KENNER Von den 
davor ſehen / cum mediolibtanturfidera 
curfü, denn wenn die Sterne an Die 
Mittagslinie / bey Mitternacht Fonien/fo 
fhienen fle als wie zuruhen / dadurch wuͤr⸗ 
de das Poetifihe Concept mehr erhoͤhet. 
Man muß ſich billig verwundern über 
Diefe elende Spitzfindigkeit "Denn was 
haben die Sterne init der Ruhe der Men 
ſchen und Thierezu hun? Die Nacht be 
deckt nur die Erde darumb faget 
Virgilius: Carpebant feſſa (oporem Gor- 
pora pertorras, der Sternen Lauff wird 
an meiften des Nachts gemercket / Date 

umb muß der vornehmblich befchrieben 

werden / und: fager Virgilius an eine 
andern Orte gar artig fuadentque'ca 
dentiafiderafomnos. Es haͤtte dieſer mit 
einer fo ſinnreichen Cenſur wohl zu Hau⸗ 
bleiben moͤgen und iſt der Mühe nicht 
werth / ob man gleich noch eins und an? 
ders genauer unter ſuchen koͤnnte Es iſt 
nicht genug /ſinnreiche Beſchreibumgen 
— machen / ſondern man muß nach An⸗ 
itung eines guten Urtheils und der Sa⸗ 
chen ſeibſt / hierinne verfahren. Sonſt 
Man weit genug gehẽ / weñ man der Phan 
taſie uũ den Worten den — —— 
32: en. 





- 
’& 





au Ur 





_ x * — 
’ 


N einge." 615 
aflen. Eiianversift / wenn man abſon⸗ 
erliche Carmina, diefer Art macht / wie 
„onit. Hugenius in feinen Zedeprinten 
dan und Caraffa in einem Buche/ dep 
n Titel / Dicerie Poetiche. Diefe find 
singenii, und fan man darinne nach 
belieben verfahren / aber m einem vollſtaͤn⸗ 
vdigen boemate, muß man allezeit auff das 
gantze dy ſtema ſehen — 
1 Bon der Außarbeitung eines Carwinis, 
e von deſſen Zuſammenfuͤgung / waͤre 







noch wohl etwas zu ſagen. Denn ob zwar 
von der Erfindung noch daß meiſte zu er⸗ 

örtern übrig /fofparen wir diefes in ein / 
1 Davon handelndes / Lateiniſches Buch. 
". EingankesPoema ‚afsdie Sneis Virgilti, 
at eineandere Ordnung, als en Eleines 
j 





"Carmen.Mambrunus hat / in feinem Bu⸗ 

che/de ne ‚und Mafenius , in 
". "feiner Palseftra Eloquentie Ligatz , die 
. Außtbeilung eines groffen Werckes artig 
1. Vorgeſtellet / dahin ich den Leſer verwei⸗ 
Pen will. Die kleinen Carmina koͤnnen am 
beſten durch gewiſſe Lemmata und Orna- 
wenta gefaſſet werden / welche Art mir 
—— beliebet / denn / die Diſpoſitiones 
1 Rhetoricasfogenan hier in zu ſuchen / ſchei⸗ 
—J 994 nee 





626 616 Das ZIE. Gap. Bon det 


t netzu Haarfläub F 
Me ara ie zu Man A 


is, Deferip tionibus» 
Be und Berglech 14 fie 
en beften ſchicket. Diefer Art har 
eich mich Jederzeit bedienes/und hernach 
fehen /. :daß.Bernardinus  Patthenius 
pilimbergius, in feinem ſchoͤnen Com⸗ 


mentario über des Horatiı Odas, dagar- 


tificium Rhetorico-Poeticum eben. auffjols 
che Artvorftellet, Auch habe ch diefele 
be bey Here. Weiſen angetroffen /. der 
‚Kinen nothwendigen Gedancken / die bra· 
‚init Verfertigung ſolcher Gedichte hin⸗ 

angehaͤnget. Es hat auch Caldenbach / 
n ſeiner oetice Germanica, einige Difpo- 
ſitiones ‚vonallerhand Arten der — 
‚num gegeben / wor innen doch feine rich? 
„tige Idea ſich findet / ſondern nut einargu- 
Wentũ uũ vielmehr paraphrafis latina, Det 
ſhon gemachten Teutſchen Carminum. 
Es finden die enthymemata Rethorica e⸗ 
„ben ſo wohl hierinne ihren Platz / inſon⸗ 
der heit wenn die Carmina aus einem ge⸗ 
wiſſen genere.beftehen/ in weitlaͤufftigen 
— als wie die Epiſtolæ 
F n 





die AU —— 
5 dicke ſchmuͤ mia 


mi 








| * Erſindungen. — 47 
fnd / daron laͤſt ſich aber alhier — 
nen. ißiveilen fönnen 
eimeettwäg, die Hand geben/ 
eihem Ende Herr Weife ein Reim⸗ 
| itinmiangiebt: / da er einen Sag 
nin amet / und aus dem Reimregiſter alle 
ime auff den erſten fuͤget / deſſen er un- 
liche feine Erempel vor ſtelet. 


RUHR 


= nn Das XIv. Cap. , — 
Von den Helden: Gedichten. 
—9 Innhalt. 


As —— tei das ſchwerſte / und er⸗ 
Sen den rei ah Verſtand Man muß 
„(bier die gantze —— herauff wenden. 
‚Virgiliusifthierinne der beſte Meiſter Wird deß⸗ 
ns Aare, etadelt/ daß er die Erfindungen 
ihm f ſelbſt fondern von andern. habe. 
ae Talus hat unter. den neuen Den 
Pa Seinem haben * offt einen 
— aber m die Vollkommenheit 
zu nnen, Groſſe Freygebigkeit gegen 
apellaine, Cardinal Perrons Urtheil von 


5 Frantzoͤſiſchen Helden⸗Gedichten. Verlus 












=: 





oici der alten Barden. Diefe waren ebenden 
arafitis un Scurris nicht zu vergleichen / wie Va- 
Jens meine. Eine alte Gewohnheit bey den Ga: 
As ſtereyen 








— — — — — — 


—A 7— ; Ann in) On Fr 
fieienen die Heldenzulöben. Daß bey Den gran 
ne en und Teutſchen serie Hl ehiekt 
ich nicht in einem Heiden Gedichte "Des - Ma- 
reits Urtheil hiervon. !’Romainen.!Moher 


fo genatint/ und erſtlich entſyrungen. Huet fehreibt 


ihre Erfindung: den Morgenlaͤndern zu. Die 

 ‚Seampolen haben ie eher ehabt.als.Die Span 
und S$talianer. Die beſten Franhoͤſiſche 
mainen. Des Herrn Cafencuve 






ea: 
Woraus der Continuator Barclaii gantze Sei⸗ 
ten außgeſchrieben. Teutſche Romainen, Ob 
die kom ainen zu leſen· "Hugo Grotiuss P, For- 
tin bifigenrfoiche, Jacobus Palmerius &Grente- 
mesnil verwirfft ſie ge Me Die Mittelftrafle 
muß gehalten werden. ° Flemming wird in Det 
Damme ſehr gelobt. . Es koͤnnen auch luſtige 
furbweilige Sachen indem Alexandrino Sch 
‚verfaßt werden. 


Se ſchreiten jetzo zu Den vor⸗ 

| nehmbften Arten der Gedichte / 
5 weiche von der materia oder obje- 
Koihren Nahmen empfangen, Unter die 
fen hat das Helden» Gedichte / Epicum 
Carmen, den Vorzug / welches das groͤſte 
Meiſterſtuͤck in der Dichtkunſt iſt. In die⸗ 
ſemn kommen alle Zierligkeiten zuſammen / 





und will: derohalben mit ſonderlichem 


Derftande gemacht fenn/ ift auch nicht ei⸗ 
nes jeden Werd. Denn Die jenigen 
| die 


— — 


Red 
ſienicht frech / wild und windbrecherifch 





Selden Gedichtenn 
Die Hierzu bequem find / muͤſſen von der 


MNalur recht darzu gemacht ſeyn Und ob 


ſchon einige deſſen faͤhig waͤren / ſo wer⸗ 
den fie düurch andere Verhinderungen 


darvon abgehalten / daß ſie kein Werck 


zur Vollkommenheit bringen koͤnnen. 
Denn / wem iſt eben gelegen / feine gantze 
Lebens Zeit an ſolche Bemuͤhung zu vers 
wenden / deſſen Feine Belohnung zu hoffen, 
darvon auch wenige recht urtheilen koͤn⸗ 
nen. Wäre Auguftus fein Liebhaber fol- 
cher Wercke geweſen / es hätte Virgilius 
vielleicht niemahls was gefchrieben/ und 
uns ein fo unvergleichliches Werck hinter» 
Iaften. Es iſt eine Sache von langem 
Nachſinnen / welches man nicht fo vor die 
lange Weile ſchreiben kan fondern da 
muß das gantze Syfttema wohl aufge 
dacht / die Erfindung ſonderlich / die Auß⸗ 
— und verſtaͤndig / die 

gebuͤhrlich er hoͤhet ſeyn / jedoch dag 


werde. Worinnen wenige ſich zumaͤßi⸗ 


| gen woiffen. Es iſt zwischen einem kleinen 


Amine und einem groſſen Helden: Ges 
dichte Aein Unterfeheid / wie zwiſchen eis 


* 


nem Königlichen Pallaſte / und kleinem 


ak. ee u 


gro Das RXIV. Cap. Von den 


——— — — —— — — 
Haufe: Wer in den kleinen bißweilen ein 


eiſter iſt ¶ wird ſich nicht ſo ſort unter⸗ 


nehen / in einem groſſen Werde Die Mei⸗ 


ſter ſchafft zu fuͤhren. Es kan offtmahls ein 
Meiſier ein kleines Bild ber eiten / der eben 


den Coloflum Rhodium nicht auffrich⸗ 
‚tenfan- Der vornehmbſte Meifteruden 
‚wir inalten Zeiten: gehabt / iſt Virgali 


geweſen / ein Mann, von unvergleich 


’ 

‚chem Urtheil und hohem Geiſte. Henn 
‚ob zwar einige ihn deßhalben verfleinern 
wollen / daß er feine Erfindung andern 
abgeſehen / ſo urtheilen dieſelben eben ſo / 
‚als wenn man einen vortreflichen Mahr 
fer deßhalben geringſchaͤtzig und obne Er⸗ 
findumg halten wollte / wenn er bekannte 
Hiſtor len in einem kuͤnſtlichen Gemaͤhlde 

vorgeftellet. Virgil. hat viel beſſer gethan 
daß er ein bekanntes / heldenmaͤßigẽs / und 

zur Roͤmiſchen Herrligkeit zielendes Ge⸗ 

dichte auß zuarbreiten vorgenommen / als 

wenn er etwas frembdes und neues 

die Bahne gebracht / darvõ er noch Die au 
gemeine Beliebung erwarten muͤſſen 
Zudem ſtecket die Erfindung nicht ſo ſehr 

indem Argumento, als in Der Außthei⸗ 
lung / und Außfuͤhrung hin 


I 





— — — — — — — — 


— — 


— — — 


J 


Sben⸗Gedichte42ꝛ — 
vielmehr in Imitatione, dadieſelbe in al · 
Sucuͤcken zuſpuüren / und am allermeiſten 
in die Augẽ leuchtet. Wer wollte deßhalbẽ 
1, een Baumeiſter geringer halten; daß er 
Mein altes umfoͤrmliches Gebäude uͤber ei⸗ 
‚nen Hauffen wirfft / und aus denſelben 
waterialien einen neuen / viel herrlichern 
— gerne koͤñen 
ſich ihres Torguari Taflı ruhmen / der 
1 . gleichfalls eine bekannte Helden-Hiftorie 
| Fu ſeinem Gedichte genommen / und fö 
1 herrlich außgefuͤhret / daß es billig fuͤr ein 
Meiſterſtuͤcke zubalten. Es kan hierüber 
‚| Bfancife. Parrit. della Poẽtica part. 3.1ib.8, 
hachgeleſen werden / wo er die Srage ers 
Brei) ob man aus einer Hiftorie ein 
|  Poemarmadjen könne. Ben den Fran⸗ 
zßgſen / ob zwar viele dergleichen vorge⸗ 
habt / auch deſſen Proben gethan / fo iſt 
Mman doch noch nicht zu einer Vollkom⸗ 
menheit gekommen / da doch vornehme 
Syngroſſe Belohnungen darauff geſetzet / 
Aaͤhrliche Beſoldungen deßwegen gege⸗ 
ben Denn es iſt bekanut / daß Herr Cha- 
pellaine weil er die Hoffnung zu feinem 

Helden Gedichte von der Virgine Aure- 
‚hanenfi gemacht / eine gute Zeit vorber: 
| ro 


A 







Das W Cap. Bon den 


| en tchwerlich bey andern Voͤl⸗ 
Ken zu hoffen. Es will zwar der Cardi⸗ 
nal'berron behaupten / daß die Frantzoͤſi⸗ 
ſche Sprache ſich beſſer zu einem Epieo 
Garminefchirfe / als die Italiaͤniſche / aus 


Urſachen / daß bey den Italiaͤnern lauter 


Weibliche Reime: ſind / aber dieſes ill 
es alleine nicht außmachen Denn es find 
andre Dinge / darinne die Italiaͤner den 


Frantzoſen überlegen ſind / welches er 


ſelber geſtehen muß / denn er ſpricht / Les 
Efprits Italiens font plus propres pour en 
£ire ! oeuvrelamatiere pourfe l imagi⸗ 
ner,l.inventer. Er tadelt auch an feinen 
Landsleuten / daß ſie nicht die Gedult ha⸗ 
den /cin weitlaͤufftiges Werckauß zuarbel⸗ 
den / daß eines Menſchen Leben erfordere. 
Er ſelbſt / ſpricht er / haͤtte in ſeiner Ju⸗ 
gend ihm vorgenonmmen/ ein Poemaepi- 
cum» von der. Kinder Ifrael Außzuge 
aus Aegypten / unterdem Titel / la Mo- 
-fäide ‚zu ſchreiben / Aber ex habe es Der 
gdeitlaͤußfftigkeit halber bleiben laſſen / weil 
r ſeine Lebenszeit hierüber haͤtte zubrin⸗ 
genmüflen: Herr deudery. der einPoema 
Epicum von dem Alarico, unter Darm 
} | ome 


a“ 


79.600. Rihal ahruch genoffen- Welche: 


| 










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J 
J 
ERST RE 


——Oelden⸗Gedichten. 623 


Rome, vaincu geſchrieben / hat / in deſſen 
Vorrede / hiervon auch mit mehrem ge⸗ 
handelt Aingleichen Mambrunus ‚fh ſei⸗ 
nem Buche de Epico Carmine, und Bus- 
ſiers in der. Vorrede feines Poematis; 


vomdem:Scanderbeck , welche alle ihre 


Landsleute Lngläckfeeligkeit in den Hel⸗ 
den⸗Gedichten beklagen. Ben venalten 
Celtis und Teutſchen / hat man auch sjel- 
den⸗Dichter gehabt / die Bardos, aber die⸗ 
gelben) haben nur Lieder auff die alten 
Koͤnige und Fuͤrſten gemachet / die n 
mianus Marcellinus lib. 15. c. 9. heroicos 
verſus nennt. Bardi quidam fortia viro 
zum illuftrium facta heroicis compofita 
yerfibus cum dulcibus lyræ modulis can- 
titarunt. Durch diefe verfus Heroicos 
werden nicht hexametri verftanden / fon- 
dern Mareellinus nennet fie deß halben fo, 
weil fie zum Lobe der Helden gemacher/ 
wie Yalefius in feinen Anmerckungen die⸗ 
fe Worte auch erfläret: Von diefen Bar- 


dis iſt mit mehrem zu lefen ben dem Athe- 


‘ 020, in feinem 4.und s.Buche/Appiano, 


Anftinem Celtico , und Diodoro Siculo; 


ms. Due. Difer letzte fehreibet alfo/ 


Ein TO AUT Kay ante MEAGV, &g Aasdes 0. 
Gi ru ut 1#7> * Wale. 


.. 





624 Das Xiv Cap Von den 
hadsan.! 37 de ul" oeyavar rais Augzısouie |] 
7 121 — Prdrpnusa. Sunt 
apid eos Melici poetæ, quosBardosno- |; 
mirarits hi ad inſtrumenta quædam Iyris || 
ſimilia, horum laudes, illorum vitupera · 
dones decantant Valeſßus vergleichet ft | 
den: Scurris udIParafitis, weiches aber 
etwas zu hatt iſt. Denn / daß dergleichen | 
Poeten ſich bey der alten ihren Convivüis || 
gefunden / und beydenfelben hre Helden · 
geſaͤnge geſpielet und a geſungen / iſt zwa? 
| 

| 

| 

| 

/ 





mahr. NAberdiefes ift den Poeten nicht 
ſchimpfflicher geweſen / als ihnen ſelbſt / 
wenn fie ben den Gaſtereyen ihre wich⸗ 
tigen Anfchläge gemacht. Wir haben 
ſchon droben erwaͤhnet / daß bey den als 
ten Gothen diefer Gebrauch auch gee⸗ 
ſen / daß ſie / ihren alten Helden und Goͤt⸗ 
gern zu Ehren/ gewiſſe Becher getrum⸗ 
een /und darben zu wrem Lobe geſun⸗ 
gen. Daß dieſer Gebrauch ſehr altjen/ 
kan man auch aus dem Vireilio fehen/ wel⸗ 
cher / in der Befchreibung der Gafteren/ 
die von der Didone angeftellet/Lib. 1. Am 
neidos, den Jopam einführet/ als einen 
Moetenund Muficum, ; J 
cithara crini 


— — — 
— — — —— — — 2 


tus Jopas 5 


Perſonat aurata,docuitgu& maximus Altas. 
&c. Von 








Don der alten Teutfchen Heldenliedern 
iſt imvorigen / nehmblich im 6. Cap. deg 


andern Theile mir mehrem gedacht, wor⸗ 


unter auch die Heldenlieder auf der 
Attilam zu feren / deren Aventinus, 
in feinen Annalibus Bojorum lib. z, p, 
230. gedendet. Denn erfpricht. Com- 


plura apud nos extant de virtutibus 
Attile carmina , patrio fermone mo« 


re majorum fcripta. Nam & adhuc 


vulgo cantatur , & ef poptlaribus 


noftrisetiam literarum rudıbus Hotiffie- 
mus. Die Helden:Sedichte müffen ins 


Onderheit mit allerhand Erfindungen/ 


Dichtereyen Außgbildungen/ Beſchrei⸗ 
bungen / Vergleichungen außgezieret / 
die Rede mit metaphoris erhoͤhet wer⸗ 


den / maͤnnlich und heldenmaͤſſig ſeym 
Die / in Teutſcher / wie auch inder Fran⸗ 
tzoͤſſchen Sprache / gebräuchliche / Art 
inplurali anzureden/ muß hler iñen gantz 
vermieden werden. Diefeift erftiic) durch 


Schmeicheley aufffommmen / wie denn Cal - 


ſus Cittadinus ein ſonderlich Büchlein/ 
von dieſes Gebrauchs Urſprunge / ge⸗ 
ſchrieben. DesMarefts , in feinem Advis 


ben feinem Clovis oder France Chreiti- 
2") Fr 


enne, 





I a ara a Te ——— > 


626 Das XIV. Cap: Bon den 
enne,urtheilt hiervon alfo. Le mot de 
vous en parlant.aune feule perfonne na e- 
fte introduit,que par la baffe Hatterie des 
dernier fiecles.EnPoefie Heroique ne peut 
fouflri cette foibleſſe, principalelement 
ſors, qu il faut faire agir les fortes paflions, 
dans lesquelles les mots de vous & de varre 
n’auroient nulle force & nulle grace. Iſt 
alſo eine Thorheit wen einige / aus unzer 
tiger Hoͤffligkeit daß Wort Ihr / oder 
gar in der dritten Perfon Er / gebraucht! 
welches die Rede noch vielmehr verſtellet / 
und in feinem Carmine fich ſchicket. 
Es ift eine andere Art der Gedichte / 
aber in ungebundener Rede / welche den⸗ 
noch mit gutem Fuge Helden⸗Gedichte 
genennt werden fönnen. Henn fie find 
von den andern nicht unterſchieden / als 
nur bloß an dem metro. Es hat abet Arı- 

: Roteles zugegeben / daß auch ein Poema 
ohne Metro ſeyn könne. Solche finddie ſo 
genantenRomainen/vonderen Urfpruns 
ge vielerien Meinungen ſind. Einige 
schreiben fie den Arabern zu / etliche den 
Spaniern/andereden Srangofen. Fue⸗ 
tius bat eine gelehrte Differtation. Von ih⸗ 
vem Urfprungrein Frantzoͤſiſcher Sprache 

zer | geſchrie⸗ 


en 





Helene in ___ 62? 
geſchrieben. Dieſer bringet ihre Erfins 





J dung auff die Morgenlaͤnder / Aegyptier / 


Syrer / Araber / Perſer / von welchen fie 
auff die Griechen und Roͤmer gekom̃en / 


bey denen man unterſchiedliche ſolche Poe⸗ 


tiſche Schrifften hat. Daß / bey den alten 
Nordlaͤndern / dergleichen Gedichte ge⸗ 
weſen / geben die Fabeln an den Tag / die 


man in der Edda noch finder. Ja / wenn 


mandes Hn Rudbecks Meinungen an 
nehmen follte / duͤrffte wohl die gange 
Mythologia der riechen Davon entſtan⸗ 
den ſeyn / daß alſo dieſelben nicht von Ca= 
roli M.Zeiten nur herzu holen / wie Hue- 


tius meinet. Der Nahme der Romainen 


iſt / onder zweiffel / bey den Frantzoſen 
entſtanden / bey welchen dieſe Gedichte/ 
weil fie in ver derbter Roͤmiſcher Spras 
che / die Lomance genannt worden / ges 
ſchrieben / Romancen heiſſen. Von web 
chem Worte Borellus, in ſeinem threſor 
des antiquitees Gauloiſes, weiter zu ſehen. 
5 Meinung des Claudii Verdieri 
alſch / der in ſeiner Cenfione Autorum p» 


43. meinet / es ſey der Nahme Roman per 


metatheſin von dem Worte Norman ent⸗ 
ſtanden / weil ſie in der Sprache erſt ge⸗ 
rr2 ſchrie⸗ 








28 Das XIV.Cap. Don den  _ __ 
chrieben. In Spanienift auchdiealte 


pracheRomancegenannt worden / von 


welcher Bernard. Aldrete ein gantzes 
Buch heraußgegeben. Huetius ſaget. 
Eſpagne & ł Italie receurent de nousun 
art, quieftoit le fruit de noſtre ignoran- 
ce, & de noſtre groflierite , & qui avoit 
efte le fruit de lapolitiffe des Perfes, des 
Ioniens,& des Grecs. Diefe Romancen 
find aber in Werfen mehrentheils/ und 
zwar in grofler Menge/ von denProvin- 
cial-Poeten befchrieben / von welchen 
Claude Faucher ein fonderliches Bud) 
bervorgegeben. Von diefen Provincial- 
Poeten find fie erftauffdie Spanier, ber 
nach auffdie Staliäner kommen / undifl 
Salmafıı Meinung falldy / daß die Araber 


zum erften diefeiben auff Die Spanier ger 


bracht /und von denen auff die andern 
Mölcker in Europa.. Denn die Span? 
ſchen Romainen/ worunter der Amadis 
wohl der vornehmbfte ift/ find unftreitig 
jünger / als die Srangöffchen. Unter die 
fen tobet Huetius vor allen andern des 


Herrn d’Urfe Aftree, welcher erft eine 
Kunſtrichtigkeit in diefe Schreibart ges 


bracht / und dann der Frauen de Scude- 
ıy 


— — — —— — — an zZ 





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—6 — 


Helden ⸗Gedichten 629 


ryRomainen/ fie auch des Herrn de 
Segrais la Zaide. Herr Cafaneuve hat 
auch eine Romiane, Charithea geſchrie⸗ 





ben / von welcher Medonius in feiner Res 


bensberchreibung / diefes ertvähnet. Ca- 
fanov&Charithea arrifit usque adeo Au- 
tori ignoto, alioquin ingeniofo, qui Bar- 
claji Argenidos Hiftoriam continuavit, 
ut eum non puduerit , plurimas ejus pa- 
gellas totidem ferè verbis in fetransmo- 
vere, Es iſt bey ihnen eine groffe Menge 
ſolcher Schrifften/deren Erzehlung wir 
bey dem Sorell , in feiner Bibliotheque. 


 Francoife finden. Diefer hat auch/ in ſei⸗ 


nem Buche / dela connoiffance des bons 
livres , weitläufftig von deren Einrich- 


fung gehandelt / auch von einigen fein 


Urtheilgefäller / womit mir uns nicht 
aufzuhalten Haben. In Teutſchland hat 
man ſich erſtlich nur / mit den Uberfes 


ztzungen der frembden Romainen / vers 


guͤget. Jetzo aber hat man auch einige 
gute finnreiche Wercke / aus eigener Er- 
findung / hervorgebracht / als / den Teut⸗ 
ſchen Hercules,und Herculifeus, die A- 
ramena, die Odtavia, welche den Auß- 
ländern nichts nachgeben/deren Autores, 

| er3 wie 





650 ____BasXIv. Cap. Bon den __ 
piemoht man fie fonften wohl kennet/ 
noch zur Zeit ſich ſelbſt nicht haben nen? 
nen wollen. Man könnte auch allhier die 
Trage erörtern / ob ſolche Bücher einen 
Mugen haben/ und leſens würdig find, 
Worinnen die Urtheile unterſchiedlich 
find. Sch wolte fie fo gar ſehr nicht far 
- deln’ wenn: nur Maſſe darinnen gehals 
‚ten wird. Gleich wie eine Comedie nicht 
allein er hoͤtzet / ſondern auch viel nuͤtzliches 
und lehrreiches in ſich hat / ſo konnen auch 
dieſe Romainen ein gleiches thun. Man 
ſaget / daß Hugo Grotius ein ſonderlicher 
Tbhaber derfeiben geweſen / und deren 
feine ungeleſen gelaſſen. Der Herr dela 
Hoguette P,Fortin hat in feinen Buche 
genannt / Teſtament ou confeilsfidelesd 
un bon pere a fes enfans part. 2. ch.ıo:. die 
Leſung derfelben Bücher nicht widerra⸗ 
then / und viel Urſachen beygebracht / daß 
dieſelben auch in vielen Dingen nuͤtzlich 
ſeyn können. Wie aber nichts mehr dem 
- Mißbrauche unterworffen / als die ergöß- 
lichen. Dinge/ ſo geht e8 auch mit diefen 
Romainen, worinnen einige zu "viel Zeit 
verwenden / die fie fonft nüglicher gebraus 
chen fönnten. So iſt es dem ie 
aco® - 





——6 





en Helden Gedichten. 631 


Jacobo Palmerio à Grentemesnil ergan⸗ 
gen/ vonmelchem/ in feiner Lebensbe⸗ 
ſchreibung / diefes erzehlet wird. Qui⸗ 
dam nobilis Britogallus 'has Palmerio in- 
cautopernicioſas nugas obtrufit, quibus 
urtpotẽ ad nativum hominum ingenium 
artiſiciosẽ compofitis, itacaptus eft , ut 
', per integrum fereannicurriculum fui 
| eompos eflenon valuerit: fed eo tandem 
elapſo, ad ſuam mentem reverfus inge- 
\,  muityacerboquedoloreperculfusanimad- 
| vertit,fepro verishiftoriis, quibusadmi- 
cranda Deiprovidentia agnofcitur,igmen- 
Jtis libidinum incentivis memoriam ſuam 
doneraſſe, & pro heroibus egrepiisg; eo- 
ı rum facinoribus , veritatem hiftoricam 
' Mluftrantibus, ineptos thrafones, & van 
imaginationis otiofuo abutentis ludibria 
coluiſſe: Similis itag; factus ilis, quicon- 
| vivia lauta fomniant.,excitatiautem con- 
| Aiciuntur inedia ‚ indignatus eft & im- 
1 placabile contra illas furaces temporis 
‚  affanias concepitodium. Er hataud)des 
' nis de la Hoguette, .der fein guter 
reund war / und ihm fein Buch zug 
„  fandt/ Meinung /foer vonden Romai- 
‚ hen gebabt/ gar nicht loben wollen und 
4 rr4 ba 


rn 


ED 


era 
> 
I 


632 Das XIV. Cap. Don den 
— — TI —— — 


ihn enduch dahin gebracht / daß er in den 
letzten Editionibus ein Cerollarium ans 
gehaͤnget / worinnen er dieſe Schreibart 
nofßri feculi morbum nennet/ und be⸗ 
reuet / daß er mit dergleichen Eitelkeit be⸗ 
hafftet geweſen. Aber / wie in allen Dim⸗ 
gen eine gewiſſe Maſſe iſt / ſo iſt ſie auch 
hierinnen / und muß man nicht von einem 
extremo auff das anderefallen. Solche 


zum täglichen Gebrauche gewidmet Mo- 
rifottus hat / m ſeinen Brieffen Cent. I. 
Ep. 58. auch wieder diefelben gefchrieben. 
Yon diefen werde anderweit ein mehrers 


zu reden haben. 


Die Heldengedichte / pflegen in dem A- 


lexandrinifchen genere, ben den Teut; 


ſchen und Srangofen verfalt zu werden / 
deren Gebrauch wie wir droben geſehen / 
Herr Kapinus nicht für bequem hält: Ur 
her man muß bier dem gemeinen Triebe 
folgen. Im Teutſchen hatte Herr Flem⸗ 
mingeinPoema Epicum am beſten auß⸗ 
führen konnen. Denn er / bey der hohen 
Redensart auch den Numerum dieſes 
Carminis fonderlich zu miſchen weiß / defs 
fer eine ſchoͤne Probe / in dem gobe, dee 

| Sol 


E 


= 


Mi — 
534— | * 


En ie ie — ee —— — —— — pas 


Sachen find mehr zur Ergögung / ald | 


| | | | 
j fi Helden⸗Gedichten. | 633 


Soldatenzu Roß und Fufle/ ben ihm 

au ſehen iſt. Es kan auch dieſes genus zu 

kurtzweiligen Dingen gebrauchet werden; 

deſſen ein Exempel ben dem Flemming⸗ 
in feiner Schnee⸗Graffſchafft / und bey 

dein Betulio, in feinem. Nieder fächfifchen 

Loorberhain p. 66. woſelbſt er ein Epice- 

dium-hat auff einen Hoffleushund/ und 

ben vielen andern jufinden, 


DE XV. Cap. 


| Bon den Oden, 


Innhalt. 


| h ve Verbindung dee Mufie undder Vers 
e iſt ſehr alt. Wird von der Natur ae 

ret / und ift bey allen Voͤlckern gebrauch: 
‚Bd, Ode iftein Sing-Gedichte. Ronfard hat 
diefes Wort zu erſt in Sransofifcher Sprache 
‚gebrauchet/und will dieſe Art Carminum inder- 
jelben aufgebracht haben. Die alte Art der Mus 
ſie iſt — Arias Barboſa. Ifaacus Vos- 
ſius Franciſcus Patricius. Die Muſic der heu⸗ 
tigen Oden iſt ſehr unterſchieden von der alten O- 
dz des Horatii indie Mufic gefeket. Die Oden 
find nach verfhiedenen Intrumentis Muficis abs 
gelungen Mmorden. Die Eintheilung der Oden in 
yophas, Die Staliäner haben iin Lyrico Car- 
Its mine 











——t 






NR: [% 


634 Has XV. Cap! Donden 


mine fic) fonderlich hervorgethan. Stances, Die 
heutigen Oden find/ nach. Vo ji Meinung nicht 
sur Mufic bequem. Die Oden / , Die gefungen 
Perden / muͤſſen anders eingerichtet werden. Sol⸗ 
ci nd ſchwerer zu machen / als andere. Zieglers 

etheil. Die Rodens Art in den Oden Fompt 
der Heldenart am naͤheſten. Oden werden zu 
allerhand Sachen gebrauchet. Seiftliche Oden. 
. Hymni der Alten. Des Seel. Herrn Luther! 
Geiſtliche Lieder. Werden vor allen andern ge⸗ 
vühmet. Geſaͤnge vor Luther Zeit. Pfalmi 
idıwmlıxor , plebeii. Was dieſelbe geweſen· Sol 
che ſind verboten worden in dem Concilio Lao- 


diceno. Was durch Die ſalmos poeticos ver⸗ 


anden werde Noels. Die alten Kirchengeſan⸗ 
ge ſollen ohne groſſe Urſachen nicht geaͤndert wer⸗ 
den. Campanellæ ymni. Die ollkommen⸗ 
heit der Pſalmen Davbios. Odæ morales, he⸗ 
icæ, amatoriæ. Schertz⸗Oden. Diræ Schelt⸗ 
lieder. Gewiſſe Schlußverſe in Odis. Wieder⸗ 
holung der Woͤrter und Verſe im Carmine. FI- 
gurz Dictionis & affeduum, find abfonderlich 
in Odis in acht zu nehmem. Erempel aus dem 


lemming. Metra, darinne Die Oden zuverfaf 


on. Der Triebder Natur thut das meifte. Det 
:sriarucs muß bey den Erfindungen ſeyn. DIE 


— — — 


— q 


— — 


erſten Einfälle find Die beſten. yempelderer/Die - 


ihreerften Einfälle dureh Verbeſſerung verfehlims 
mert. Es fonnen bißweilen verſchiedene Poeten 
leiche Gedancken / ja dieſelben Verſe / einfallen: 


effenErempelk 
| Es 


[ 11 





Oden. —6 


EIS haf nichts eine groͤſſere Macht 
uͤber den Menfchlichen Geift/ alg 
0 penn ein fchönes / wohlgeſetztes 
Carmen mit der Muſic verbunden mwird/ 
denn die Muſic giebt den Verſen gleich» 
ſomb ein Leben / dadurch die Gemuͤther 
auffgemuntert / und zu allerhand Bewe⸗ 
gungen ger eitzet werden. Daher if ges 
kommen / daß / wenn man etwas auff die 
| Nachkommen fortbringenmwoilen/ man 

| 

| 





\ 
Olches in Geſaͤnge verfaſſet daman noch 
‚' die Schreibefunfte nicht achabt. Wenn 
unter dem Poͤvel etwas felgames fich brs 
giebt / fo pfiegen fie reimende Sprich: 
woͤrter davon zu machen. Denn fie bil- 
den ihm viele eher die Wörter ein, die eine 
harmoniam bey fich führen. Weil nun 
das metrum nicht allein: beluftiger/ 
1 fondern auch die Rede gleichfamb befes 
ı fliget und verewiget / ſo hat man zu dem 
' Gottesdienfte/und der Helden Lob, fol, 
che Gefänge erivehtet. Es ift nicht un. 
glaͤublich / daß / auch vor der Suͤndflut / 
dergleichen geweſen Nach derſelben ſind 
1 Feineälteren/ als Moſis feine, melchen 
hernach die Heydniſchen gefolger / die 
4 ampanella gar artig, degeneres Prophe- 
tas, 


— en 





636____Das XV. Cap. Don Din 

tas, nennet. Solche Carmina find bey 
den Griechen / Oden / bey den Zeufs 
ſchen / Lieder / geneñt worden.Das Wort 
Ode iſt ein Griechiſch Wort / ſo nun 
auch) ben den Teutſchen faft das Bürger 
recht gewonnen. Ronfardhaf es zu erſt 
in Srangöfifher Sprache gebrauchet/ 
will aud) die Lyrica metra in der ſelben zu 
erft erfunden haben / dem aber einige den 
Clement Marott vorwerffen / der die Pſal⸗ 
men Davids ſchon vorhin in gewiſſe Ries 
der gebracht. Hiervon kan mit mehrem ben 
Menagio,in. feinen Anmerckungen über 
Malherbe Poemata p. 563.564. 565. gelefen 
werden. Auffiwas Weiſe die Alten Lyrica 
Carmina gefungen / darvon ift wenig 
Nachrichtüber/ nur daß einige etwas o⸗ 
ben hin davon gefchrieben/ es waͤre denn / 
dag Arias Barbofa, ein Lufitanus ; deflen 
Nicolaus Antonius, in feiner Bibliotheca 
Hifpanicä, gedencket / etwas ſonderliches 
hervorgebracht: Denn er ſaget von ihm. 
Scripferat ille Relectionem magnificam 
dotam uberemque, in qua multa que- 
ftus eft,guodnon modoMufice , tempo- 
rum vitio , indignam pafla eft jaturam 
duorum generum, enarmonici & chro- 
maticl, 


— 
— 


— — 


ri TER 
a en u Ze Tu — ut u Ze 


Ps nn. en — 


— — 17T 


— a u en nn 





matici, cum tempeftate noftra’vix diato- 
nico cantetur;fed etiam quod periere 
 vocum (Yllabarumque tum poeticz, tum 

;, communes pronunciationes.Pieft8 Buch 
gber iſt mir nie zu Geſichte fonmmen Eben 
dieſes hat Iaacus Voſſſus, in feinem ges 
lehrten Buche/de Poematum Cantu & 
| 
j 





| Oden. 26 037 


Vribus Rhythmi, weirläufftig dargethan. 
Aber die Art und Weiſe zufingen/ iſt von 
niemanden recht entdecket / und iſt noch 
wvohl das beſte und vollftändigfie bierins 
| hen / was Francife. Patricius, in feinen 
Buͤchern della Poetica, infonderheitlib.s. 
| &7»part.2.nach Anleitung der alten Mu- 
ı ficorum, geſchrieben / deflen fich einige 
), sehr fleiflig in ihren groffen Büchern ge: 
brauchet / undihn faum zunennen ges 
j Murdiger. Diefes ift gewiß / daß Die 
| Mufic an Die quantitatem pedum, und an 
das metrum gebunden geweſen / und ver⸗ 
weinet Vofl; der p.37, und 38. eine Odam 
‚, Aus dem Horatio , und die Frantzoͤſiſche 
1) Uberfegung des Sorbiers, derfelben ents 
“gegen feget/daß/da ınan im Lateiniſchen 
dur ch alle Strophas richtige numeros hat / 
' Im Frantzoͤſtſchen und aiſo auch im Teurs 
ei ſchen / in jeglichen Strophis eine tteueMe 
\ 1001e 


—— 
— ——— — 


EEE ERREGER. BEE 





u EEE — — 


8 Das XV. Cap Bon den 
iodie haben müfle. Und dieſes fon. auch 
nicht anders ſeyn / wenn Die Muſic auff 
der quantitate pedum gegr uͤndet wird. Je⸗ 
dennoch bezeuget der Autor delacomnois- 
{ance des bons livres trait3.P. 214 daß je 
mand die Odas Horatianas in die Muſit 
geſetzet. Nous avons veude noftre temps, 
Yun fcavant & curieuxX Muficien avoit 
mis en Air les Odes d’ Horace, & lesfai- 
foit chanter dans des Goncertes pou nos 
donner des epreuves dela Mufique anci- 


5 


enne, Sch bilde mir aber gänglich ein / 


es ſey dieſe Mufic nicht anders / als die 
heutiges Tages übliche geweſen. Die als 


ten metra haben ihre Mufie ben ſich ger 


habt und haben darch die Krafft der pe* 
dum, wenn fie auff gewifle Arten gefun 
gen worden / die Gemuͤther bervegen Fön 
den / da die heutigen nicht andere / als 
durch die Krafft Der Woͤrter beivegen: 
Die alten Muficihaben überegliche Syb⸗ 
be der Verſe ihre notas geſetzet/ wodurch 
man wiſſen koͤnnen / was vor einen Thon 
mar darzu fingen oder fpielen muͤſſen / 
von den ſieben tropis oder modis; Dorio, 
Holio, Phrygio &c. 
die gefungenivorden/ find vielerley * 


Derer Carminums 


= = — 


— 


— - - 
eo. 


4 


| — ee —— 


EEE. Sr Oden an 639 
en geweſen. Dan hat auch nicht einer- 
bery Spielwerck dazu gebrauchet von de; 
ven aller richtigen Außtbeilung Fr. Pa- 
tricius, indem andern Theile / feiner Poe- 
| tica, weitlaͤufftig zu Iefen iſt. Man. hat 
auch ſingende Tragœdien und Comadi- 
en gehabt davon im folgenden & ap. ein 
mehres. Ja es find alle Arten der Gedich⸗ 
fe gelungen worden / es ſey bey den G⸗ 
zendienſten / bey Safterenen / bey oͤffent⸗ 
bchen Spielen / oder fonften / geweſen. 
Die Heroici und Elegiaci haben gleich⸗ 
ı fkallseine Art von fingen gehabt. Die 
Den aber find infonderheir zu der Mus 
 Nebequem geweſen/ wegen der Einthei: 
lung in gewiffe:membra oder ftrophas. 
ı Diefe.bat ihre Richtigkeit mehrentheils 
gehabt / aber Pindarus hat gröffere / von 
hielen Verſen beftehende/periodos gema⸗ 
. Het / und ſie in drey Theile gerheilet/Stro- 
| Pham,Antiftropham, und Epodon, Dan 
| Dal audyauff,den Theatris eigene Derter 
1 gehabt / fo Odea genannt worden / dar: 
Auff man diefe Carmina gefungen. Wie 
die Eintheilung der. alten Oden geweſen / 
und was für Thoͤne zu denfelbigen ge: 
braͤuchlich davon finden wir zwar eini: 
\ ge 














IR BR 


840 __ Das XV. Cap. Vonden — 
ge Nachricht ben Den alten Muficis , aber 
mir koͤnnen fie Doch wicht in gewiſſe Res 
geln fegen. Franc. Patricius hardiefes ſehr 
fleiſſig Zuſammen geleien ı della Poetic. 
part. 2. Ib. 6. P+284- &feqg. woſelbſt die 
bepte Nachricht Fan gefunden mwerden/ 
und nach ihm / oder viehnehr aus ihm / 
hat Kircherus, in ſeiner Mufurgia , auch 


davon gehandelt / der aber in vielen 90 


irret / wie Marcus Meibomius, in den Ans 
mer ckungen über die alten Muſicos, er⸗ 
weiſet Die Jtaliäner baben/ wie Taſſon 
davor hält/ die allerbeften Odas geſchrie⸗ 
ben /fo gar / daß fie es auch / wie er mei⸗ 
net, den Alten hierinnen / zuvor thus 
Es iſt dieſes zum Theil wahr / denn fie 
wiſſen die Redensart trefflich zu erhoͤhen / 
wobey doch auch bißweilen viel Miß⸗ 
brauche vorfallen. Wir haben au in 
der Zeutſchen Sprache/ einige von Flem⸗ 
ming / Hoffmannswaldau und andern 
geſchrieben / die wir den Italianern wohl 


entgegen ſetzen koͤnnen. Dieſe der Ita⸗ 


iaͤner / Oden / wie auch Die Teut ſchen 
haben ihre gewiſſe Itances welche deßhal⸗ 


ben ſo genannt werden / daß man am En 
der Strophen etwas verziehen Ni | 
denn 


32:3: 





Br in nA ee 


| | . | 
| —“ — — — Mn su | 
denn/ wie Dantes, tagt’ in eſſe ſta e rin | 
Chiude „tutto | artificio.-de na Caps zöne, 
Darumb werden, auch in den, 
genst teen, — senus p 
‚ eumbefteher / die berden letzt 
56 obee 


Mufie ſo nicht dat zu 
| ae Barmen Mus ag 
ch vis ad, Odas fe, confera at , Qua R | 
Br Veltins, & ‚innumeri —J 
=, elegantillum licet , cantat 
atmen nequeunt, bropiet diverfitätem nu: 
nerorum Eadem e ratio eorum Gar⸗ 
minum quæ ipfi vocant rimas o&tavas, 
na —* nec ipfa uno 39 —— 
mari poflunt Neq; tamen me tugit, & 
J vulgo cantari verum hac cön- . 
Me > quæſibet etiam profa cantant 
t. ‚Diisa ben; gt Volfius ‚ daß 
1 Sen Ba Ban ur die jenigen poe- 
Fr ö „ BSH We 8 












eineftrophen ſich finden. Wir 

den Teutſchen Odis ‚fD ges 

\ Denn,/ mein die erfte Sıro- | 
7 —56 de in die Muſſt gefrket / fo 

Ä ml mai folgenden denfelben Geſang an⸗ 
\ eben. er ſchlcke 2) darzu oder nnd 


J 


— Se % 
a nn 


EEE 


eis. Das XV. Cap. Don den 


# 
| 
\ 


da bißweilen die fenfüs verfuum zerrieffen || 


Werden / die Mufic auff die Worte fih | 
nicht reimet. Man nehme nut eine Dve 


aus dem Flemming / Iſcherning / oder | 
andern/ Und ſetze die erſte Strophe indie || 
Ruſie /felten wird man finden / daß die | 


- Hbrigen recht dazu bequem fenn werden. 


Somuß nun deromegen einer Zder eine | 
Hpe / die gefungen erden foll/ machet/ 
notbivendig die Mufic verftehen / und 


nenn dieerfte Strophein die Mufie 99 


wähntem Orte wohllächerlich vo 


die zu unfer Zeit übliche Wuſte Tegrund | 
‚diefe Nothwenpigkeit auff- Wiedrigen⸗ 

falls würde man gar uͤbelklingende Lieder 

machen. Herr Ziegler urtheilet gar we 
 „biervon. Gewiß / es will unter d 


„neribus Carminum nicht alleine vor fi 
» a auch / und zwar umb fo viel D4 
omebr/ wenn fie in Die Mufit ger 

’ 

„ | 


.» 


2, Er EEE FEIERN 


feet / alle andere darnach rihten/und/ / 
no möglich / mit jeden Verſe den fenfüm, 
zum wenigſten auff die helffte ſchlieſſen. 
Sa er kan gar eine ſchon erfundene Me 
loden nebmen/ und darnach das metrum 
einrichten / weiches ich vielfältig gethan. 
Soiches koͤmpt Iaaco Vollio an vorer⸗ 











6 
werden ſollen / ein jedwedes ſeine ſom 





derliche qualitet und Eigenſchafft haben/;, 


da man deñ dem componiſten die Wor;,, 
te ſo treuge nicht vor legen darff / ſon dern,, 


man muß denſelben einen fenen Nach⸗ 


druck / und nach Gelegenheit der materıe;, 
eine gebührende Staͤrcke oder Schwaͤ⸗n 
che geben / auch die commata zurechter;, 


Zeit ſchneiden / und den Verß / nicht iwie,, 
eine Saue von der Weide/ lauffen laffen, ;, 

Säbekenne e8 / wenn ich eine Dvezur,, 
. Mufitmachen foll, fo wird ſie mir allezeit;, 
doppelt fo fauer / als wenn ich fie vor. 
mich und nach meinen Sefallen machen, 


darf. Ich wollte auch davor haltın/daß.. 
man zwar außerlefene Wörter in den 
Liedern /die gefungen werden / aber Feia 


 negar hohe und Metaphoriſche Redens⸗ 


arten / gebrauchenfolle. Denn / wenn 


die Wörter nicht verfiändlich find / dag 
man zugleich mit dem Thon den vollkom⸗ 


menden Verſtand der Woͤrter haben Fan/ 


-Pohaf folches feine Krafft in. Bewegung 
der Gemuͤhter. Sonftenift eine Ode / ins 


ſonderheit wenn fie nicht. geſungen wird/ 


der hoͤheſten Redensart fähig. )» Sca⸗ 
Uger ſaget / proxime ad Heroici Garmi-⸗ 


6682 NIS 





— ⸗ 


644 ODas XV. Cap. Von den | 
nis majeftatem accedit.Ia fie überfteiget 
ſelbſt die Heldenart / dann es find audaci- 

_ oresMetaphorz und andere Redensar⸗ 
ten zu gelaflen/ die man in Heroico gener 
renicht gebrauchen Fan. Wenn die alte 
Profodia der Muſic auch im Teutſchen 
waͤre / ſo kͤnnte man Thöne und Wörter 

ohne groſſem Nachdencken verfichen. U 
ber igomuß Die Deutligfeit des Carminis; 
der undentlichen Mufic zu Huͤlffe kom⸗ 
men. Es koͤnnen alle Sachen ſich zu den 
Hoden ſchicken / Geiſtliche / Sittliche / Lieb⸗ 
reigende/ Kriegrifche un dergleichen mehr’ 
da denn zum Theil auch die Redensart 

fich nach der materie ſchicken muß: - Was 
die Geiſtlichen anlanget / ſo ſind bey den 
Griechen und Lateinern / des vielfältigen 
Goͤtzendienſtes halber / unterſchiedliche 
Arten der ſelben geweſen welche Franc. 
Patricius, in feinem andern, Theile della 
poetica, nach Der länge erzähle. Dasge⸗ 
meine Wort / darmit fie genennet wor⸗ 
den iſt Hymnusein Lobgeſang Bey den 
alten ward die hoͤheſte Redensart in den⸗ 
ſelben gebrauchet / im Zeurfchen aber wird 
der Mufic/ und des gemeinen Gebrau 6 
halber eine Maaſſe pierinen zuhalten ir 


im u — * 
A TEE A nn — — ro — ——— — — * 
— u ——— ua Sn — - 


—— — — — 





| hal ur Da a ee. 
| Oden. 645 











— 


Es ſind aber die GeiſtlichenLieder nicht ale 
‚le Hymni,fondern haben auchandere ver: 
ſchiedene Arten unter fih. Wir müflen 
bier von den Liedern gedenchen / die der 

Seel Hr. Lutherus gemachet/melche voll 
Geiſtes / und nachdruͤckicher Wörter/ 

., md/ darinnen ein richtiges metrum iſt / 
„denn er hat gar genau auff die Sylben 
geſehen / welchesvon den Sransgofen und. 
Italianern nur am meiften in acht genom: 
men wird. Die quantitas ift zwar nicht als 
ezeit beobachtet. Es müflen aber folche 
Kleine Fehler info wichtigen Dingen / da 
die Woͤrter und der Verſtand vollfoms 
y men / überfehen werden. Denn man 

;„ Murde der Vollkommenheit eine Gewalt 
anthun / wenn man bierinnen etwas aͤn⸗ 
Jdern wollte. Vor ‚Lutheri Zeiten find 

auch verfchiedene Hymni und Geiſtliche 
‚ Lieder / auch im Pabſtthumb / ſchon ges 
f ſchrieben / darinnen etliche nicht fo gar uͤ⸗ 
belgemacht / und des Alters halber im 
„. Ehren zu haften und bat mich einer be» 
r richtet / daß ein abfonderlich Gefang- 
Zuch von denfelben zufammen gelefen/ 
M und jemand beraußgegeben / welches ich 
„ Aber nicht gefehen. Man hat im übrigen 
F ® 96 3 Herr 


N. £ * 


N J 


648 ____BDASXV.Capı Von den 
Berr Riſtens / Herrn von Stoͤcken / und 
vieler anderer / Geiſtliche Lieder / welche 
ihren Fleiß hier iñe ruͤhmblich angewandt / 
und nemand unbekautſind. Herrn Roͤ⸗ 
lings Geiſtliche Oden find voll Tieffſinnug⸗ 
keit / und an Erfindung reich. In der al⸗ 
ten: Kirche bat man keine andere Pſalmen 
zugeben wollen / als die aus den Bis 
chern der Heil. Schrifft genommen 
nehmlich die Dfahnen Davids und an 
Dere Kobgefänge. Die fonften gemacht 
waren f wurden bar keim]ıxoi 5 Pialr i 
Plebeii, genannt / und duͤrfften in öffent 
lichen Verſamblungen nicht geſungen 
werden. Davon ſagt der AX. Canon des | 
Concilit Laodiceni alfo. dr 3 dü ichumude 
darusc Ayadıy cr zitanindia, sde anaydisa 
B.BAte..: Qucd non oportet — Pſal⸗ 
mos in Ecclefia legere,autlibros non Ca- 
nonicos,Balfamon und Zonaras erwaͤh⸗ 
nen allbier / in ihren Anmerckungen / 
daß unter den Pfälmis Plebeiis die Pſalmi | 
Salomonis verftanden werden/ die mal 
damable gehabt / und nicht für auffrich /⸗ 
tig gehalten. Es erhellet aber aus unter⸗ 
ſchiedlichen Oertern der Hiftoriz Eccleli< 
aſticæ des Euſebii, dag viele Pfaimi von, 
priva- 


— * 


ee Je nn —— u 





Oden. 


privatis gemacht / die man in. den Kir⸗ 


(chen geſuͤngen / wie dergleichen einer, bey 


dem Clemente Alexandrino, am Ende 
ſeines dritten Buches / ſich findet auff den 
Herrn Chriſtum / und auch Plinius lib, 
10. Ep. 97. von den Chriſten ſolches cr» 
mwähnet. Won den Therapeutis (davon 
doc) noch zweiffelhafftig / ob fie Chriſten 


geweſen )fchreibt Eufebius -, lib. 2. c. 17. 


mus ir uara ng) Unvas eu: mov Jov ‚Aa zav- 
Tin merewv xay maAar pu9uois oruvalsggis Ka 
edosoles. Cantica & hymnos,omni me- 
trorum genere , rhythmis gravioribus 
confieiunt. Wiederumb lib. 5. c» 28: fagf 
er / daß viel Palmen von den gläubigen 
Brüdern gefchrieben/ die EHriftum als 


einen wahren Gott loben und erkennen / 
"und lib. 7. c. 30. von dem Paulo Samofa- 


teno, daß er die zu Ehrifti Ehren ger 


machten Palmen / unter dieſem Vor⸗ 
wand / abgethan daß fie neulich erftlich/ 


und nicht von den Alten gemacht / wel⸗ 


des denn der Synodus, fo fieder ihn 


außgefchrieben / getadelt/ weil er dadurch 


die Ehre Ebrifti angefochten. Iſt alſo 


gaͤublich / daß ſolcher Pſalmen viel in der 
Kirche gemefen/ welche aber in dem ange 
| 884 führe 








A en TREE Sr | 
648 as XV. Caps Bon den 


führten Canone deßhalhen verboten wor: 
den /weil man zur Ehre GOttes lieber | 
die / von dem Geiſt Gottes ſelbſt gefegtemd 
alsdie von Menfchenerdachten/Hymnas 
gebrauchen wollen: ; Valefius bat dieſes 
angemercket in ſeinem Commentario ue 
ber den Eufeb.lib.7.'c.24. Diſertè prohi« . 
betur ‚ne Pfalmiidionxci , id eſt, a privatis 
hominibus compofiti,in Ecclefäreciten- 
tur. Invaluerat enim h&c confuetudo, ut 
multi Pfalmos in honorem Chrifti com: 
onerent ,„eosque in Eccleſia cantarita 

cerent. Deßholben wurden auch zeruxe 
darrzıinden Kirchen heſtellet / welche ge⸗ 
wiſſe Pſalmen / auff gewiſſe Art und Bel 
fe/ fingen muſten / wie — in den 
Anmerckungen uͤber den XV. Canon. 
Conc. Laodiceni weitlaͤufftiger außfuͤh⸗ 
ret / und — Cardinal Bona, 
in feiner Plalmodia. | S. Agobardus, def 
im Fahr 840. geſtorben / deflen Werde 
Stephanus Baluzius heraußgegeben / han⸗ 
delt hiervon auch in einem abſonderli. 
chen Buche de divina Pfalmodia. Denn 
er ſpricht Reverenda concilia Patrum de⸗ 
cernunt nequaquam plebeios pfalmosin 
Eccleſia decantandos, & nihil'/poetice 
NE $ "ompo* 

A 





De a 
E84 EBJ 
NT TnT | 





ROEDTUND 648 






|. eompofitum in divinis laudibus ufurpan- 


m.Durd) welche legten Berfe Baluzius 
erſteht / leviacarmına & faciles verfus, 


smodi ſunt, quæ moteta hodie dici- 


mius Zu deſſen Beweiß fuͤhret er einen Ort 
gnaus den Gulielmo Durandi,Epitcopo 


Mimatenf , infeinem andern Buche de 
mode generalis concılii celebrandi cap. ıy.Vi- 


 deretur valde honeftum efle, quod cantus 
indevoti & inordinati motetorum &fi- 


milium non fierent in Ecclefia: Diele has 
ben fie aber nur bloß eininahlim Jahr bey 
dem Weynachtfeſte gebrauchet / welche 


Geſaͤnge Noe/s das ift Natalitia Carmina - 


genannt worden: Pafquier des Recher- 


. chesdela Francel.4.ch.1a. befchreibet dieſe 


Nouels, daß ſie geweſen / Chanfons ſpiri 
tuelles, faites en!’ honneur dela Nativite 
de noftre Seigneur. Es iſt aber auch Die 
es Wort gebrauchet worden / wenn dag 
VPolck Koͤnigen und Fuͤrſten ein Freuden 
Geſchrey gemacht / da ſie dafleibe ihnen 
zugeruffen / wie Palquier weitlaͤufftiger an 

wigem Orte anfuͤhret. Dieſes habe ich 

eh dieſer Gelegenheit von den Geiſtli⸗ 


. Gen Geſoaͤngen beybringen wollen / in 
Welchen man / es gerne bey dem alten 


885 bleia 


N & 
a RR 


as XV.Cap. Von den 


bleiben laͤſſet. Der Heilige Agobardus 
iftfehr ſorgfaͤlltig hier inne geweſen / daß 
ernichtes hat zugeben wollen / ale was 
aus den Büchern der Heil, Schrift ge⸗ 
nommen wie aus feinem Buche / decor- 
re&ione Antiphonarii,zufeben. Baluzius 
ſyhut denckwuͤrdig hinzu. Conſtat, res fe- 
mel receptas in Ecclefianon facile mutari 
&autioresque inhis rebus debere efle Pon- 
tifices, ne minifterium eorum vituperer. 
“tur. SicUrbanus VIII. hymnos correxits 
& tamen femper hymni antiquicanuntur 
in Ecclefiä: Deßhalben erinnert auch 
Campanella, Poeticor.c.8.art. 2. dag man 
auff einige Kleine Fehler des metri nicht 
fo gar genau inden Geiſtlichen Gefängen 
fehen folle. Nontam metricuranda eftre- 
eula, quam fonus auribus gratus, & do· 
Aa recondita bene reftrida & de 
ftillata. SiS. Thomas menfuras infpexis 
(et, non ficaltelocutuseflet, mirabililepo« 
redo&trinam profundifliimam exprimen- 
do. Derfelbe Autor, der ein Mann von 
felsamer und mwunderlicher Wiſſenſchafft 
geweſen / hat ſelbſt einige Hymnos ge⸗ 
ſchrieben / wie er art.4. an dem vorigen 
Srtie ſchreibet. Nos triplicem Pfalmodi- 
— am 





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— —— 


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Ge 





Dden. 61 


am feripfimus dererum naturä: inprimä 


cleftia &incolas, in fecunda terreftria, 
in tertia hominem cecinimus& Dei lau- 


des, ex his & gratiarum actiones expres- 


ſimus. Fecimus & poemata metaphyfica, 


'unum de ſumma potentia,unumintribus 


cantilenis de fummä fapient:ä $ unum de 
primo Amore: duo de ſimmo bono, Er 
bat auch an denfelben Orteart. ı.gar.artig 
dargethan / wie in den Pſalmen Davids 
alle Arten der Carminum, ſo viel ihr ſeyn 
moͤgen / enthalten. Darumb man billig 
demſelben / als einem Goͤttlichen Wercke/ 
ſeiner Bollkommenheit halber / den Vor⸗ 
zug geben muß. 
Naͤchſt den Geiſtlichen Dden folgen 
die / welche ein argumentum morale has 
ben/ welches fich zu den: Oden ſehr wohl 
ſchicket. Wir findenderen unterfchiedli« 
erben Flemmingen / undandern. Die 
Chinenſer halten auff die Poemata mora- 


lia am meiſten / wie deñ ihr Confutius vier 


Bücher von alten Carminibus, worzu er 
dos fünfte gemacht / nachgelaffen. In 
Welchen die gantze Sittenlehre / die Art 
und Weifedas Regiment zu führens und 


die Ereinpelder Tugenden begrieffen find- 





Wel⸗ 


aa A EEE 
65Das W. Cap. Don den 
Welche von ihnen in dern groͤſten Werthe 
gehalten werden. Die Lobgedichte / auff 
die Helden und ihre Thaten /fönen auch 
in Oden vorgeſtellet werden. Denn bey 
den alten Teutſchen und Gothen hat man 
dergieichen auff dieſelben gemacht. Es 
muß aber alsdeñ die Redensart ja fo hoch 
ſeyn als in einem rechten Epico poewate, 
und muß mans machen / wie Stefichorus, 
darpon Quintilianus lib, 10, €. 1. urtheilet / 
quod epici carminis onera |yrä füftinue- 
rit, In Riebesfachen ift dieſelbe ungleich / 
nach dem die affectus ſollen außgedrücket 
| werden. Kiagende oder verfangende O⸗ 
| 








a A mn. —————————— — * 


den / können bißweilen abruptos fenfüs, 
tiefflinnige acumma haben / wie die un: 
vergleichliche erfte Ode im fuͤnfften ‘Buche 
des Flemmings. Schertzet man aber / ſo 
maß ein gleicher Aylusfenn/ und find die 
„cumina von foldyen fontibus genommen / 
die mehr ein lachen / als verwundern / ke 
wecken. Wir haben verſchiedene in 
Teutſcher Sprache / die man zum Exem⸗ 
pet vorftellenfan. Dergrünen Jugend 
überflüffige Gedanden / verdienen biete 
innen billig (br Rob. Johann Georg 
Schochs Luft und Blumengarten von 
I EIN | hun⸗ 


un unmnm. 


SOSE 











hundert Schäffer Hirten-Liebes:undTw, 
gendlieder / Fılidors geharniſchte Vienus 
gehören ‚auch bieber- Die, Dreußfifchen 


wvar alſo / daß ſie gleichſamb / wie eine 
Loncluſion in einem Syllogifmo / auff 


| 

| 

Lieder/ infonderheit des Sunon Dachs 
| find ſehr gur sinfonderheit auf. die Mus 
1" fiegerihtet. Man fan Aucy--Diras und 
| — ⏑— 
Redensart haben / wie faſt andere Sary- 
172 Man hat auchiinden Odis morali- 

| bus,und-amatorüs, etliche. Schlußverfey 
welche allezeit zu Ende einer Strophe 
| iederholet werden. Diefe wollen: auch 
\; Ibee fonderliche Zierligteit,haben /, nnd 


die vorhergehenden Verſe folgen. Sie 


g ſchicken fih inſonder heit wohl zur Mu—⸗ 
fe Sonften muß man nicht leichtlich oh⸗ 


ne Urſache gantze Verfe in einem Carmi- 
ne wiederholen. In verſchiedenen Gar- 
winibus fan e8 bißweilen wohl gefcheben/ 
wrie wir beym Homeround Virgiliofeheny 
die offtmahls einerley Verſe an unter 
ſciedlichen Oertern geſetzet haben. Euri- 
pides hat mit einer Sentence fünff Tra- 


| Becıen geſchloſſen. Malherbe’hat dieſes 
in ſeinen Srangöfichen Carminibus auch 


gethan / 


65H Ms XV. Cap. Don den 

gethany deghalben der Cavallier Marin 

vonihm in Scherge geſaget / Malherbe 

waͤre ein Dann voñ vielen Feuchtigkeiten / 

€ derin er war den Fluͤſſen ſehr unters 
worffen) aber ein ſehr truckner Doc 

Alle FigurzDietioris & Affe&tuum uͤber⸗ 

| Haupt zieren die Oden treflich / dar innen 

Sn Flemming ein unvergleichlicher 

eifter iſt Wir könnten hier ein gan 

| Bes Buch allein mit dergleichen Anmers 

kungen füllen / wenn wir alle ſonder⸗ 

tiche Umbftände eines jeden Carwinis UN 


deflen Theilegar genau erwegen wollten. 
Die Repetitiones, Anadiplofes, Epizeu- 
xes, Anaphorz, Antithefes , Contentio- 
nes&c. find im groſſer Menge ben dem 
Flemming / welche infonderbeit in acht 
zu nehmen / und von einem Liebhaber der 
Poeſie unter gewiſſe Titel zuſammen koͤn⸗ 
ſen geleſen werden. Denn ſie haben ein 
zartes Weſen ben ſich / und koͤnnen die 
Gemthobewegungen kraͤfftig vorſtellen 
Dergleichen Miederholungs ⸗ Figur en 
find beym Flemming in der 9- Ode did 5. 


| 6 * 
— O du ſchoͤne Salthene / 


Salibene o du ſchoͤne — 
Glei⸗ 


En SON — 


/ 
. 





3er Oden. ®: 655 


Di 


‚Gleichen Schlages ift diefesin der 26. Ode 
deſſelben Buchh. nn 


Die getreue Baſilen =.“ 

ahlenedie geteeeee 

thut ſtaͤts / was ich mich ſtaͤts freue. 
Eine andere Art von den Wiederholun en 
if Inder 22.Dde / in der andern Ste; 
Pbe/ auch in der erſten Strophe , der 
19. Ode / in demfelben Buche, Macro- 


bius nennet ſolche amıdenäs repetitiones 


Saturn. lib. 5.c. 14. da er vom Virgilio res 
et / und unter andern diefes anfüihret. 


J 


spam Arcadia mecum fi jüdice certet, 


. Rane 


iam Arcadia dicet ſe judice vidum, 


Campanella Poetic. cap. 8.art.$. fagt:von 


\ u 


den Repetitionibus in Hymnis,quod gau- 


dium præſtent. Antitheſes, Contentiones, 
Converfiones find ſehr viele bey ihn /3.e. 


mderzo.Dpdes des5. Buche... 
Die Sonne feheint für mich nicht helle / 
V ori Ü Glut / mich brennt das Eiß / 
W beiß / und weiß nicht / mas ich weiß: 
‚Die Nacht tritt an des Tages Stelle, 

N —— eßt hier De Da 
Ih folg und fliche ſelbſt fie mir. 
In der Ode deſſelben Buchs iſt dieſes 
ſehr zierlich 

er 







Bd 


g 


- Phaleucus , OdaSapphica, Jonicum a Nr 
Ä 4 . "+7 Nor 


656 Bas XV. cap. Donden 


Der freye Windfährtohnegügel) l 
Ein leichter Pfeil eilt auff Gewin 17 
Derſtarcke Blitz a hit; 
Ein ſchneller Fall no Bin 
üt a BD. ON — 
dift 7 feier ZB und Wafferfälle: 
— önnce diefeginiitatlerhand Exenmpelh 
And Gegenbaltungen — 
und Lateiniſchen Poeten klaͤrer he 





5. 
2 
— 


— 


wennes nicht allbier zu weitlaufftig wäre, 


Die Merrafönnen in den Hden vielfältig 


fen / Trochaſche ſchicken ſich am beſten/ 
da man ein Verlangen vorſtellet / ne tb 
lichen und Kiebesfamen/ Jambiſche IM 
Scherg-und Scheit Gedichten Anapz- 
Nſche und Dactylifcye wenn man etwas 
mftiges vorſtellet. Denn es würde ſehr 
übel kungen / wenn man fie in traurigen 
Sachen gebrauchen wollte. Die viele? 
len AÄrten der Reimgebaͤnde find droben 

ſchon berühret. Woſelbſt ih auch von 
denen / nach den Lateiniſchen eingerichtes 
ten / metris&rmähnung gethan / deren 
unterfchtedliche auch m Frantzoͤſiſchen / 
von dem Pafquier des Recherches de la 


Franceliv. 7. ch.ı2. ale / ein -Elegiacum, 


B3 


j j 








‚ hore angeführet werden. Der Trieb dex 
Natur /oder/ wie ihn die Poeten nena 
nen/ Der ivdanar ns; iſt das vornehmb⸗ 
ſte in dieſer Sache. Derfelbige giebt den 
Erfindungen ein Leben /und wird in den 
Oden durch die Muſie erwecket / und ger 
keitzet Es läffet ſich auch eine Ode viel. 
beſſer machen, wenn man: die Melodey 


m vorhero vorftellet / und die Berfe 
nach der ſelben einrichtet. Dieſer 
asus iſt etwas / das von einer ſonderlichen 
Glückfeeligfei der Natur koͤmpt / und 
durch die Kunſt und Nachſinnen bißwei⸗ 
ennur gehindert wird Esift zu mercken / 
daß insgemein Die erſten Einfälle / ais 
Welche aus dieſem Triebe entſtehen / die 
deſten find, welches ich: offt an mit: ſelbſi 
vahrgenommen Denmic pflege in Ber⸗ 
fertigung eines Carminis alleg/ ag ınie 
aber einer Sache einfaͤllet ſo fort zu Pa⸗ 
Pere zubringen / ohne Ordnung/ ohn⸗ 
Lonneion, halbe / ganhe Verſe / damit: 

Nie die erſten Gedancken nicht aus dem 
- Ginnefallen. Unter dfefen find allezeic/ 

die mir ohne fonderlichen Nachdencken 
| beykommen / die beſten / die ich aber ſo fort 
oder nachgehends u weiters Nachſin⸗ 

TERN... f nen 












\ 


ie Te 


“8 ODas xV. Cam Von dn 
nen hinzuſetze / und auseinigen fontibus; 
die Kunft eröffnet, herhole / entfernen 
fich etwas mehr von den Sachen / und ha⸗ 
ben den Nachdruct nicht. Weñ dieſe erſt an⸗ 
gemerckt / die gleichfamb wie ein Chaos 
find deſſen / mas daraus gemacht ſoll 
gverden/fo finder ſich Die Außarbeitung 
feichtlich. Worinnen man endlich nicht zu 
eilen hat / ſondern je mehr man druͤber 
nachſiñet / ie beſer wird die Arbeit ſeyn. Da 
man deñ zum erſten auff des gantzen Car- 





minis, md algdenn der andern Stro⸗ 
phen / Schluß wie auff ein Ziel 7. dar⸗ 
auff alles abdrücter/ ſehen muB." Sollte 
snan diefe Vorarbeit vorben ftreichen laſ⸗ 
fen ‚und nur fofort den Auffſatz beſchleu⸗ 
nigen / ſo würde man den Trieb hemmen / 
und mitten ide Wercke ſtecken bleiben | 
Gilt alſo im Carmine nicht allezeit das 
Sprachwort der Griechen urie⸗: Pen- | 
Se ndamezi, fondernman verderbet / an 
der Erfindung nſonderheit / leicht etwas / 
wenn man zuviel drüber nachſinnet / und 
durch alzugrofe Kunſt /Die Hatuͤrligkeil 
einer Sache verdunckelt / wie jener Mah⸗ 
. Mer. wi manum tollerede rabula nefcie- 
- ebat, ClaudeBinet hat IN dem Leben des 
dis | on: 





— —————— * 
————— — — 


Ronfards, von feinen Poematibus ſolches 
angemerckt. Aucuns, ſpricht er /onttrou- 
E la correction, quil afaite en ſes weu- 
 Yresen quelques endroits moins agreable, 
que ce qu il avdit premierement conceu: 
comme il peut avenir principalement en 
. JaPoefie ee la premiere fureur eft plus 





— — — — — — — — 


naive, & aũe la lime trop des fois miſe/ en 
lieud’echarcir, & polir, ne fait qu’ufer & 
.,cortomprela trempe.Les doctes qui ver- 
- ont fans paflions fes derniers conceptions 
; Aane- ron: Es hat Paſquier in feinen Re- 
| chi tchesliv.ö ch,7. daflelbe von ihn auff 
gefhrieben/ undfich über ihn beklagei / 
daß er dren Jahr vor feinem Tode /da er 
von dem eodagra und andern Schwach- 
- heiten uͤbernommen / die beſten und artig⸗ 
‚dien Garmina aus feinen Wercken hinweg 
gethan 7 und viel Verſe alfo beänderty 
daoß die ſcharffſinnigſten Reden veriobren 
gangen. Er berichtet ferner / daß ein an⸗ 
derer / das ver worffene wieder den Auto- 
‚zen felbft Dehaupren/ und dem andern 
Ar efeiner Wercke hin ben füge wollen. 
‚Mir dem Torguato Taſſo (ft es gleichfalls 
10 er angen dog er / durch vermeinte 


















Derbifferung/ an ſeinen fo herrlichen. 
am * u AUF a N Ita ok x Poema⸗ 








"660 ¶ Das xv. Cap- Von den oden. 


— — — 


Poernate viel verder bet. Durch dieſen 


tichterifhen Trieb koͤmpt es bißwei⸗ 
len / daß verſchiedene Poeten nicht nur 
'einerfen Einfälle ; fondern gar eınerien 
Derie un Wortehaben/da doch keiner des 
‚andern feine. Carmına gefehen oder gele 


fen. Deffen ift ein merefmürdiges Erempel 


bendem Menage, in feinen oblervanoni- 
bus über Malherbe p.255.256.257- von M. 


. 


deRacan, welcher vier gange Verfe ge⸗ 


macht / die hernach / in des de Marthieu 


Tablertes delavie & de la mort, ihm von 
‚einem andern gezeiget worden da er doch 
zum höchften betheurer/ daß er dab Buch 
nicht gefannt noch) gefeben. So bat auch 
Leonard. Salviat. in feinem erſten Buche 
feiner Avertiffemens de la langue Iralien- 


ne, berichtet / daß ein Poete feiner Zeit/ 


der des Gardinal Bernbi Sonnette nie 
mahls geſehen / eines gemacht daß des 
Bembi ſeinem durchaus gleich gewe⸗ 


inan Woͤrter und Verſe im Gedaͤchtniſſe 
bat/ da er vergeflen/ wo / und ob er ſie ge⸗ 
ieſen / welche bey Gelegenheit ſich unter 
ſeinen eigenen Gedancken verſtecken / 


iwor zu die Reime bißngeileit den Weg ban⸗ 
| — nen. 





ſen. Es kan auch offt geſchehen das jo 5 





DaeXVL.Cap. Bon den Schaufpielen $<z 
evr. Menage verbeiflet / in einer 
— ee Differtation, 64 & imi⸗ 


— IRB hiervon zu bandeln. 


ar 


H Bunt den Schaufpicen,, ge 


| „ten ‚und Straf, Gedichten 
— Innhalt. 


chauſpiele find nicht since u ver⸗ 
en. Albericus Gentilis h si 








NL ner. —— Schrifft v —8 


Di: de Richelieu hat in Se ſie von 


den — geſauhert. ——— in Die 


n ihren Nutzen ben. ‚Comenii 
* r. Weiſens Comeedien — — 
nes vorn Bien Frantzoͤſiſchen Hereng/ son 


® situ — einer Beeren Schaufpielfehule. © 





| Schaufpi 


; ne « e n een als. R 
eutige te Singeſpiele. Der Rhyhtmus 
rer =, und ie11oird Durch den. <tommels 
f hlag vorgeftellet.. ar die neuen E — * 
alien. Bee: gefommen- 







e —2 in Profa, Po Men ieley 
Kluchten/ Balletten, Maſ FE em tbees 
de unterfchieden. Morauff ‚fie koͤnnen gemacht 


iverden. Außbild-Bausınd Perfpedtiv-Kunft i — 
H > eh hiergu.Des Heren Cartefüi Ballet, 
. „Jo — — Andere mern 


* * nn EEE a 
⸗ 


zei "Das XI. Cap. Von den 


— Benjamin Jonfons, ‚inch Englifhen 


Poetens Balletten und Mafqueraden. Jo 


tedes Hexen Stirnhelms. Erempel Teutſcher 
Bauletie. David Schirmers ‚Ballet von Der 
Rortreffligkeitdes Weiblichen Gefhlechrs / bern 
353 ito Bering in Lateiniſche Ve fe geſetzet. 


erfehienene andere, Reprxfentauion, | dem 
Carolo V.gefehehen, Mirtengefprähe, DIES 


G 


tatiäner wollen hierinnen auch 
Norzughaben. Wie fie im ZTeutfchen su name, 


Hekeldichte. IBie fie zumachen. Janus 


Saeyrz oder Steaff-@edichte. Vondel nemeifr 








mus Laurenbergius hat in dem yriederfahfl 
fehen fotche gefchrieben. hachimus IC 
‚Hoshteurfehen. Der Frantzoſen — ti 










— 
— 





Ehrifften / Saryrz in Profa bey den eut 
eſene merichiediche Scheifften De 


33H —X 


= 


2 





& Pichundgur find / haben Durch Die 


einigen ihren guten Glauben fo verloh⸗ 


ren daß monfie gar für fündlih und 


ärgerlich gehalten. Dieſe gehen aber ZU 
gueit / und ‚werden ihre daivieder einde? 


brachten Graͤnde / von dem vortrefllichen 
JCto Albeiico Gentili. in feiner Gelehr⸗ 


ten Diflereatione , ‚de Actoribus F abulaz 


> 


an+ 


nis Miltöns Mafquerade, Schtedifche Ballet 


vor den Alten den 


Fe Schaufpiele/die an fi fiblb 
BO eingefänlichenen  Migbräude ben 





- — 
= TE Se — 





” — Schauſpielen: u. 663. 
‚zum non notandis ‚fattfamb. wiederleget. 


Sie find ben den finnreichfien und ver⸗ 


-Rändiaften Völkern durchgehends belie- 
‘bet /und die Thearrafüreine Schule des 
Volckes gehalten worden· Denn / was 
̃ fuͤr ein Unter ſcheid / ob ich: eine Hiſto⸗ 
rie geſchrieben lefe /oder in einem Ge⸗ 
maͤhlde betrachte / oder auch in einer 
Aion mir vor ſtelle. Die Mimi der alten 


find auch nicht zu tadeln / welche die ſinn⸗ 


reicheſten Spruͤche / fo er dacht werben: 


-  önnen/ unter die Actiones eingem iſchet / 


“und dieQufeber entweder erluſtiget / oder 


unterrichtet: Weñ alles in dieſen Schran⸗ 


fen bleibet / und ſonſt feine Unflaͤter eyen / 


daß ſol —— 


md grobe Narrenpoſſen / daran kei⸗ 
ne verſtaͤndige erbare Leute ei B 
‚Gefallen haben / hinzukommen / find Me 
nicht allein zu dulden/ fondern in einer 
Mokkreichen Gemeine ‚bigmeilen anzu⸗ 
"ordnen: Der Cardinal de Richeliew hat 
es feinem: Seiftlihen Stande. nicht un⸗ 
anfländig gehalten) daß er Aber Schau⸗ 
ſpiel halber / gewiſſe Orgnung gemacht/ 


J 





‚und / nach dein er fe von den Hnjau ip 


„Feiten gereiniger 7 1etoft, Ainaß ‚gegeben/ 
sorgeftelet worden. 
4 Wie 





ER ERERES L 70 SCD T —* 
Wie er denn die vortrefflichſten Gei 
ſter feiner Zeit / durch die groͤſte Beloh || 
nung / darzu auffgemuntert Ja ich am⸗ 
me ſo weit / daß ich vermeine / es muͤſen 

Gweſlen gute Schulen angeſtellet wer || 

Der / umb die Jugend auch in der action 

‘zuüben/ wor zu ſie ſonſt fein Gelegenheit 
hatı Gs war kein uͤbler Vorſchlag des do. 

menũ, daß die vor nehmbſten Hiſtorien in 
‚Comadien gefaſſet / und durch die Action 

der Tugend eingebildet würden / wie er 

denn / zur Probe/ eine Comedie von 

dem Diogene Cynico felbft auffgefeget/ | 

| 

| 


worinnen alle Thaten und Sprüche def’ 
gelben angebracht werden. Here Bel 
fe bat auch 'unterichiedliche zu ſolchem 
Dierk zielende Comosdien gefhriebem / 
worunter mir die fo genannte Comple- · 
mentir-Comaedie, ſo er feinem Dolitia 
ſchen Redner beyfuͤget / ſehr wohlgefaͤllet / 
worinnen er alle Actus Conyerfationis 
Cirihsin ein Schaufpiel gebracht. : Der 
Autor des Buchs / dela connoiffance des 
bons Tivres, welcher yon dem Nutzen Der 
Schaufpielgariveirläufftiggebandelt/tte 
waͤhnet p.273. Daß ein vor nehmer F 


e —* 
* 
— — 


| 


| * = 





ir — — aufpielen: __ te EL, 
7 geweſen / der / auff ſeine 

Koſen / einen Profeflorem Poefeos "The- 
atricæ anordnen tollen / welcher oͤffentli⸗ 

‚che Lehrſaͤtze geben ſolle wie Die Schau 


‚ 9 


ſſpiele anzuſtellen und das. ‚ua | 
DL 


 sgelhlagen 4. eine fo genannte Aca Ah 
 anzurichren / worinnen nur vorne tr 
| —— ‚Kinder in ſolchen A- 
 »&ionibus ſich üben jollten / damit hinfüh- 
‚ ‚20 die. Schaufpiele von. den Schand fle⸗ 
| 


. 


‚bührliche darvon zu thun. Er h 


| De 
za 
. 

r 


——**8 
4 


een / die ihnennichtewürdige und gewi; 
ſuͤchtige Leute anhiengen / gefaubert wärs 
‚de. So ſollten auch aus dan Magiftratu 
gewiſſe Cenfores verordnet merden / fo 
die Comadien unterfucheten / ob in ihnen 
etwas / der Kunſt und dem Wohlftande 
uwieder lauffend / anzutreffen / Daß alfo 
Feiner ohne derfelben Bervilligung / ge⸗ 
\balten würde. Es find gewiglich dieſe 
Vorſchlaͤge nicht zu verachten/ und mür- 
de nicht undienlich ſeyn wenn ſo etwas 
ns Werck gerichtet wuͤrde. Abſonder⸗ 
liche Gefellichaftten und dehrmeer hier⸗ 
‚Anne zu beſtellen / würde nur überflüflig 
ſeyn / wenn nur / auffden fonft gewöhnt 
den Saruenyeine sulänglihe Drduung 
4? | 5 | leß⸗ 









6 Das XVNEap- Mon den 
Viepfants gemacher wiirde. Eeftid gane 
Bücher non den Comezdien und Trape- 

‚dien gefibrieben / dar innen die Lehrfäge 





Dleſes Pocgmatis außfuͤhrlich und gruͤnd⸗ 





— wer den womit als Des 
> fa 


nten Dingen / wir ung nicht aufſzu⸗ 


Halten Haben. Diefes ift zu mercken / daß Die 
often Griechen und Römer eg ſo weit 
-Hieritine gebracht haben7dag wir noch bey 
Sihnenin die Schule gehen muͤſſen. Was 
Be /gesban/baben wır alles aus 


Nachahmung. Man bat ben ihnen. 


die Stngeipiele/ Tänge und Thöne vi 


Hollfommener gehabt / ale wir ſetzo ihnen 
Yachrünteln davon niemand vollſtaͤnd⸗ 

"ger ala Er, Patric.della.poeticapartı 294 
"handelt. Die nach ihren pedibus abge 


Meſſen Verſe / die dar auff ſich grundende 


RMiuſie / und mit derſeiben verknupffte 


Täuge/ und Bewegungen der Glieder/ 


fönnendon ung nicht begrieffen werden. 


f 
Man bat. bahn gehabt/ welche 
durch ihre ſtume dehesbewegung auch als 
de Reden haben vorftellen können / welches 
alleine durch den. Rhychmum , den man 
fa der pronunciation der Sylben / und It 
der Muſie gebrauchet hat geſchehen n 


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Scauſpielen 86% 
I nen. Dioben haben wir ein mehres da⸗ 


von gere ————— Tromn 
“und noch ziem⸗ 


hellhlage ein geringes und noch Kent 
weit entlegente / Benfpiel gegeben? 

























dasaber das weſen des Rhychmi , gleidy 
mb als in einem Schatten / vorzeiget / 
weil es nur ein bloſſer Schall ohn einige 
armonia ift, Iaacus Voflius giebt deñoch 
VIFSEURIEITTITR . Er, W519 Lau? am na 

Hgroffes hierauf: Denn er faget B. 132: 
idi qui adeo fcitetympahia traktarent, ut 
abibusvis eriam adftantibts modö bellis 
cos,modo languidos & meticulofos incu⸗ 
erent motus, alias vero verfä vice adfäls 
tanduminfigarent, idque (ol mutatiöne 
Yhythmi & transferendo. pülfum fortios 
'emaäfinein principium cujüsque menfüt 
©, mutando nempejambösin troch#0ß, 


e 





ſtos in dadtyles, & pæonas quartos 
eonasprimös. Si Mufieinoftri id i. 
reltare jubeantur'etiamfi cum o⸗ 
18 füis accurrant inftfumentis , & 
ünttanguam afıni ad Iyramı & nifi ipfos 
 iMitentur tympänotribas, nihil’ormino; 
"fäpiant, audebunt. IHiipfi tamen indi« 
nankur fi muficisaccenfeanturtympanos 
I mibz,inquotantumabeft, ut cum illis 
 Iententiam us potius exiftimem ,' nerai⸗ 
J nem 


— 





PETE DE . 








_ Das XVL.Cap, Mon den 
nem effebonum Muticum ,nufindemguo- 
que bonusAitrympanotriba. Dbnundies 
ufic Amar. verloh iu 





mp4 
ſe alte Art der fi fuhr 
haben dennoch fich einige beinübet/ | 
Schauſpiele wieder mit der Muſic 


na 


verbinden. :Bondem Odtavio ‚Rinucie 






no;einen Elorentinifchen Poeten /, Me 


det J.N.Enythr,Pinacoth. I.n. 34. Daß er 


der erſte geweſen / ber Die alte Art Dei 
fingenden Schaufpiele wieder. auff Die 
Bahn gebracht / wie wohl vor ihm / —* u⸗ 
lius: Cavallerius ſchon eineg Verſuch ge⸗ 


than. Mit ihm haben zugleich ſich hervor 


gegeben / Jacabus Perius, Horatius Vec- 
‚chius, Dominicus Mazochius, und deſſen 
Bruder Virgilius. P.Auguftinus Mannus, 
O&avius Tronfarellus , Andreas Salya- 


dorus, Jacobus Cicogninus.Bonwelden 


- . ’ 3 1 





richt giebt... Diefe haben /_auff groſet 
Herren Zufehub, die treflichften, Theanra 


ebauet/ und diefe Wercke zu fpielen an 
„einher ‚durch der Alten.ibre Exempel 


auffgemuntert. Welchen, ob 5 


nicht gleich gethan / ſo haben ſie es doch 


in der beutigen Art der Mufic auffs hoͤch⸗ 
eph. 


ie gebracht. Der droben gemeldete Jo 


— 


. u - 


— 


— — — — — 


Rn ————— 








| Seen 669 
| feph. Baptifta , hat von diefer Art Muſit 
ein Buch / Ta Poefie Auletiche nachgelaß 
| fen’ wie Craſſ. Elög.d’huom. lite, part. i. 
| P-341: bezeuget / fo aber noch zur Zeig 
|. nicht hervorgekommen. Nunmehr haben 
' 
| 








den Staliänern die Frantzoſen und ande» 
re Nationes nachgefolget / ind koͤnnen wir 

ſe in Teutſchland auch ſehen Die Schau⸗ 
era am green Unterfeheid in 
er Redensart / die Luſiſpiele einen nik | 
n/dieTrauerfpieleeinenböhernky- | 
um. In dieſen find Andreas Gryphius, 


r 
| 










dri 
| —J 


und Daniel Caſpar von Kobenftein vor⸗ 
reſuch /von welchen in Teutfeher Spras 
bedas Muſter zu nehmen. Denn an 
den alten Schaufpielen? die in groffen 
Suchern zufammen getragen’ wiedenn 
derbekannte Jurift , Jacob Ayrer/ ein 
Buch derfeiben verfertiger / ift we⸗ 
zu “ ı ob gleich bißweilen die Eins 











Fälle nicht zu verachten. Welche in Profa 
N gerne d / gehöreneben hierher nicht, 
 weilfiemehr actus Oratorũ als Poetici 
Ab, dergleichen viel von Herr Riftens 
Filidor , und andern gefchrieben. Unter 
die Comaedien Fönnen mit gerechnet 
‚ werden die alfo genannten a 








= | 





"abi Horriplicribrifax ; — 
Higher gehören auch Die Ba 


den nichts zu thun / ale daß er Die. EHE 
dung au: Papier füge / und; ‚etliche Ft 





67 ___ DasxVl.Cap-Bonden __ 
Die bey den Nieverländern Kluchten / 
wegen der finnreichen Erfindung/heiflen. 
Daͤſe beſtehen nicht in groben 

0) 


‚Narrens 
poſſen / wie dergleichen gemeine Comadi- 


Mmleu biel haben / ondern in einer artigen 


und zierlichen Außfchmücfung einer Io 
cherlichen Action. Die meiften Gome- 


Schlages. Dergleichen ba 


‚derlande auch vornehme Leute al8Co 
AancinusHugenius ‚und Andere, geſchre 
ben. Bey den Teutſchen kan man des Da⸗ 
niet Shiwenrers. Dofenfpiel/ Pete 
Squenzz/ a le IR REG. | 


Ietten und 


‚Cie bey den Frantzoſen find. 
t n- 
ie 


Matqueraden,. morinne man. dur Ge⸗ 
bärden agiret / ſo etwas 53 
Rofcii Art ift. Denn eg beſtehet all 
bloß in Außzierung der Perfon? 93— 
kunſtfertiger appli ation des Tantzes auf 
die Perſon Der Dichter hat ſonſt bier 


= 





finnreiche Verſe vor. jede Perlon daben 


a" 


weiche von den Zufeherngelefen werde 


wi domi jieden Innbait des Ballets beſe 





a AUF AEigieTi Sms a ran an 





verftehen, Unter: ven Balletten und Mal- 
queraden ifteingeringer Unter ſcheid Je⸗ 
" nefind weitlaͤufftiger und haben gar viel 
* YAbrheilungen und Eintritte / find.faR 
1) einervollfländigen Comeedie gleich / die 
JR Miiquerade har etliche wenige Aufzüge, 
, Die Derfonen werden vorgeftellet gleich, 
ſamb / als viva emblemara, und fan de⸗ 
ten Innhalt beſtehen aus Hiltoricis, fabu- 
1 lofis, moralibus. Sie fönnen.auch auff 
| gewwilfe Faͤlle / als Hochzeiten / Geburts; 
see Kronungen der Könige / und ders 
gleichen gerichtet werden. Infonderheik 
muß hier die Augbiidekunft wohiverftan- 
| Den werden / weil faft das meiſte dvarinne 
beſiehet / darzu denn die Iconologia des 
Cæſaris Ripæ, Mafenii Speculum imagi- 
gm veritatis occultæ, gute Anleitung g@ 
‚ benfan. Auch find die Veränderungen 
„ bes Theatri , Die aus der Bau⸗ und Per- 
E pedtv-Runf fliehen / nöthig ju tollen. 
Im Staliänifchen hat. man dergleichen 
' garviel Crempen Der berühmte Srangds 
ſiſche Philofophus , Renatus Cartefius, 


bat/ da er in: Schweden war⸗/ eittes amf 
4 Se Chriſtinen Geburts Tag Be 
machn ebenummbie Zeit, tie in zent d 

A an’ 


2 Das XVI. Cap. Bon den 








land der Friede geſchloſſen ward / deſſen 
Uderfchrifft iſt la Naiſſance de la Paix- 


4 


Solches iſt von Joanne Freinshemio im 


de anautfancede Venus welches viel ſchoͤne 


Beraͤnderungen des Theatrihat / und 
vor dem Kann öffrgefpielet worden. Des 


Ange fein Ballet d’ Eloquence; welches 
unter den Pieces curieufes , ſo zu Paris 
1664. gedrucket /fich findet / iſt gleichfalls 
fehr wohl uñ artig erfunde.Benjamin)ohn- 
fon em vornehmer Englifcher Poet / hat 


unter feinen Wercken gar viele / die auff al⸗ 
‚lerband Begebenheiten Fuͤrſtliche Eins 
züge/ Geburtsfeite und dergleichen ge⸗ 
machety und vor dem Könige getantzet / 
worinnen vielfhöne Einfaͤle und Auß⸗ 
sierungen find. In des beruͤhmbten Joans 
nis Miltoni Englifchen Poematibus , wird. 
man auch einigefinden/ die ſehr Wohl ge⸗ 


made. Benden Teutſchen hat man auch 


unterfehiedliche. David Schirmer bat/ 
in feinem Rautengepiche/etliche/Dieauff | 
unit, - 


b) 
ae | 


Teut ſche Verſe überfeget. Die Erfindung 
ift ſehr gut / und iſt dieſes Hallet / des be⸗ 
rühmbren Autoris und Uberſetzers ba 
ben’ würdigrdaßes auftgehoben werde 
Man hat auch eın Franhoſiſches Ballet / 





——— 


— u — 


— ——— 





| 7 Sthaufpielen. — 6 
unterſchiedliche Vorfaͤlle von ihm verfer⸗ 
ttiget Hr. Stiernhelm hat / in Schwediſcher 
Sprache / einige hervorgegeben Das Bal⸗ 
| let von der Eitelfeit welches zu Zelle ges 
/ 
/ 





halten / von verlohrner Zeit und Arbeit / fo 
in Copenhagen geſpielet / von des Weibli⸗ 
chen Geſchlecht es Vortreflichkeit / wel hes 
anddemſelben Orte / bey der Geburt der 
Durchlauchtigſten Friederica Amalta / 
unſerer jegigen gnaͤdigſten Princeß in un 
VLandes⸗Mutter / vorgeſtellet / und von 

dem vortreflichen Poeten / Herrn Vito 
Zeringioʒ in Lateiniſchen Verſen beſchrie⸗ 
ben worden ⸗ und viel andere Fönnten 
biererzehlet werden / wenn es nicht zu 
weitlaͤufftig fiele Man pfleget auch ausden 
naluͤrlichen Dingen Erfindungen zu 
‚, nehmen wiedas Roßballet / ſo ihrer Rays 
erl Maj. pr&fentiref worden. : Es iſt ei⸗ 
nem Ballette nicht unaͤhnlich die artige 
VWVorſtellung / die dem Kanfer Carolo V, 
 gehehen /darvon!Mafenius ‚in feinem 
Speculo Imaginum l 6... $22.gedentketz 
worinnen dem Kanſer alles / was in Res 
Bios Sachen theils von ihm / theils 
von andern vorgenommen und verſehen 
beſlveſen / vorgehalten. Es waͤre nicht 
—J un undien⸗ 














674 __ Das XVI. Cap Don den 


undienlich / wenn folche ſtuͤckweiſe außge⸗ 
arbeiteten Ballette in ein Buch zuſam⸗ 
men getragen wuͤrden. | | 
Zuder Dramatifchen Poeſie gehören 
auch die Hirtengefpräche/ weil felbige auch 


-gleichfamb einen Auflzug haben 7 mie 


wohl fie nur einfälltig/und nicht nach Art 
der Schaufpiele eingerichtet. Die alle 
äner haben hierinnen. einen groflen Sleiß 
angewandt / jagange Comadıen Daraus 
—— und vermeinet Taſſon, daß ſeine 

andsieute den Griechen und Lateinern 
hier inne viel zuvor gethaͤn. Denn er ſa⸗ 
get in ſeinen Penſieri diverfi lib. 10. c. 14 
T noftri hanno inventataunaterzafpezier 
_ necomica,netragica ‚chiama a Paitora- 

le; fi che pofliamoTficuramente dire, che 
oggi ella fi divida intre „cio®, Comica, 
Tragica, eBofcherreccia. Aber / wenn 
man die Sache recht unserfuchen wollte⸗ 
fo find die Italiaͤner hier innen etwas zu 
Wweit gegangen / denn ſie machen ihre Hir⸗ 
tenflüger/ als fie billig ſeyn ſollen / und 


Sssehreiben denſelben fo vielfinnreiheSprür 





zu / daß es gar über die Eigenſchafft des 


= Charadterisgebet. Rapinus,det ein teen 


ches Buch / de Carmine Paftorali gern 


— —— 


— — — — — — — — — 


— — 


en 
Schauſpielen. ⸗5 


ben / und. felbft die beſten Meiſter ſtücke 

deſſelben gegeben / urtb.eiler diefeg von. 
den Italiaͤnern / und. feinen eigenen: 
Landsleuten. In eo peccatum eft ab hum 
minibus noftris, qui patrio fermone eclo-' 
gas leripferunt, fed multö magisabitalis, 
qui, ut.abundant ingenio, in rebusacute 
copioseque excogitandis, nonpoflunt te- 
nere ſe quia quicquid ver.it in mentem’ 
efundant, nihilque habent zgrius, guamı : 
ut fibitemperent, quod perfpicuum et 
Marini.Idyllüss, caterisque ab illä gente 
bene multis, qui hoc carmine ſeripſerunt. 
Wohldes Guarini Paftor Fido , Torauäth 
Tasiiı Amynta, und Bonarelli Phyllide, 
urtheget er zwar / daß fie ehr wohl ger 
ſchrieben Aber er ſetzet hinzu / Peccant 
ineo Italifere omnes, quod quæ afterunt, 
— ———— conjecta belle fing 
& acute, largämgue habeant & felieem 
Copiam fermonisatque rerum: tamenäd 
perfonarum indolem &adid,guodinun® 
quaquere maxime decenseft, iniis præ⸗ 
lertim ‚Qua ad paftores pertinent , honfa- 
is accommodant. Eoacäidit, quod himis 

se & abundanter' dicant , qua dicenda 
fi proponune ‚ quodIealis iermo per fefe 





bene 


————— 


ES. ” 


876 Das xVI. Cap. Bon den 
beneloctiples fit & copiolus , eamqie pro" 
Yerat ex fe verborum vim & abundantiam; 
in quã modum tenere difficile fit. Quodta- 
tamen vitiumeft in poerä , prefertim pa“ 
ftorali,nonmediocre “Den Ronfardio. 
Bet er. zwar / daß er die Einfalt der Hirten 
auch in der Hedensart außgedrückt / aber 
er tadelt an ihm die Weitlaͤufftig Indem, 
feibigen Buche wird von den Eigenſchaff⸗ 

ten eineg Bucolici Carminis ſo herrlich 

‚augführlich gehandelt / daß nichts hinzu 
au fegen/darausimanden Unterricht / auch 
von einem Teutſchen Hirten Gedich⸗ 
te / nehmen kan. Man hat ben ung Tot 
‚nia ıin:diefern genere.gefehrieben. Nut 
daß Herr Neumarck feinem Luſtwalde 
vdon denſelben einige hinangehanget In 
profä bat man dergleichen mebr/ und ge 
‚gehören die ſo genannten Schaͤffereyen 
zum Theil auch hieher. Wir haben aber 
fvenige, die man ſonderlich ruhmen FAR 
Das genusCarmmisfan ſeyn Trochäi- 
cam. welches ſich zur Unterredung am 
beften ſchicket / auch wohl ein Alerandrie 
nifches. Es iſt auch nicht noͤt ig. daß alle 
—— ſangſind / fie ‚können wohl 
wach einer Dunyrambiſchen Art m. 








Scauſpielen. — 


‚werben / dergleichen auch bey dem Neu⸗ 
marck zu finden. Man kan ſie auch n 4 
den vor ſtellen / wie bey den Opitz die fon 
ckannte Ode iſt. Coridon der Kieng 
betruͤbet. Da denn bißwellen der 
logifmus außgelaſſen wird / und bloß der 
Dichter unter einer Erzehlung dieſelbe 
vortraͤget. ie ie 
Die Satyrz ‚welheauch;nordieleni ein 
Anhang der Schauſpiele geweſen / find in 
Zeutiper Sprache noch von wenigen ge⸗ 
ſHrieben Vondel hat einige ‚in: feinen 
ederlaͤndiſchen Gedichten / Any tie 
Heckeldichte, weil man dar inne die Lafter 
durchhechelt Man kan ſie im Teutſchen/⸗ 
Amnpff oder Straff⸗Gedichte / nennen. 
ne Satyreift ein Gedichte / darinnen die 
heimlichen Laſter / die ben ea ung 3 
d 







nenim Schwange ‚geben / geſtraffet und 
bönifch aufgezogen worden, und be t zur 
Endurſache / die Berbeſerung der Site 
ten Iſt derohalben von den Palquillen 
unterſchieden / welche ehrliche Leüte an⸗ 
rochtig machen / und alfo billig nicht ges 
litten werden. Das Alerandr niſche ge- 
nusfchicet ſich am beften hierzu / wiewohl 
auch bißiveilen die Oden hier zu koͤnnen gea 
BUGHR uu3 braͤu⸗ 


nn. 





ck 2 ee ei 


v das UL. Binden... 
vbrauchet werden⸗ heophile Regnier 


an antoere haben in Frantzoͤſiſcher Spra⸗ 
he. das Albxandrmiſche genus ; andere 
au wohnt Ddengebraucher / deren gan⸗ 


>». 


"ge. Düner vollfind/ als \e Gabinet Sa» 
‚fg: ga: undie Parnafle Satyrigue, worin⸗ 
- innen ſolche Satyrica zuſammen gelefen/ 


Die aber zum theil viel Schandpoſſen und 


 Rederligfeiren ben ich führen. Des.de 


Bo:lar find von den jüngfien / und fehr 
finnreich und pieguane, Die zu arıß im 

Jahr 1675. herauß kommen / ne ſt der U⸗ 
Berfegung drd Longmi. Fin der Redens⸗ 
art werden weithergebofete / ver wegene 


Netaphoræ ſinnreiche laͤcher liche Reden 
und Spruchwoͤrter ſeltzame Beſchrer⸗ 
bdungen zůgelaſſen / die in andern Carraı- 


Anibo emes ernſthafften arguwenti nicht 
werden. Die Lehrſaͤtze dieſes 

Sarmminıs werden vom Scaligero, Cafau- 
bonö. Heinfioin abfonderlichen Buͤchern 
vorgetragen: JanusGuihelmus Lauren“ 
berpins'haf vier ſolcher Straffgedichte? 
die er Schertzgedichte nennet in’ Nieder⸗ 
jchfiſher Sprache geſchrieben ⸗ deren 
Arrligkent nicht zubefchreiben iſt Ivſcha⸗ 


gefe "Mas den Chäradterem und die Eis 
* findung 





J—— 





Schauſpielen: 675 
findunganlanger / den alten gleich und 
wird der jenige / der die Eigenſchafft dies 
fer Sprache verſtehet / fie mit groſſer Luſt 
und Ergoͤtzlichkeit leſen. Einige haben ſie 
in Hochteutſche Sprache uͤberſetzen wol⸗ 
len / aber die Zierligkeit derſelben gang 
verderbet. In der Hochteutſchen Spra⸗ 
che hat zum erſten Satyren geſchrie⸗ 


ben Herr "Joachim Rachel / ein gelehr⸗ 
tee Mannundfebr guter Poet / der den 


Chara&terem diefer Schreibart / infone 
derheit wohl im Teutſchen / aus der Nach⸗ 
ahmung des Juvenalis, außgedruͤckt / wel⸗ 
ches an ihm billig zu loben. Denn / wer 


die alten Autoreszur Richtſchnur hat / der 


gehet einen richtigen Weg / uñ thut es an⸗ 
dern zuvor. Unſer Teutſchland iſt ihm 
billig verpflichtet / daß mir auch in dieſem 
Stüdenichtnötbig haben / den Außlaͤn⸗ 
dern den Vorzug zu gonnen. Man fan 
auch in der ungebundenen Rede einige 
Satyras ſchreiben / welche auff vielerlen 
Arten koͤñen eingerichtet werden. Und has 
ben wir in Teutſcher Sprache viel aus dem 
Ilaliaͤniſchen / Spaniſchen/ und Frantzoͤ⸗ 
ſiſchen überfeger/ auch unterſchiedliche 
aus eigener Erſindung Da kommen in⸗ 
REN uu⸗ (ons 





Sie 
so Das XVL Eap. Don dei 

‚ Jonderbeit dieFidtiones,, Traͤume / Ge⸗ 
ſichter /Sabeln wohl zu ſtatten. Es koͤn⸗ 
nen hundert Wege und Arten erſonnen 
werden / wodurch man ſolche vorſtellet / 
und mag ich mich nicht auff halten / in Er⸗ 
zehlung der jenigen Bücher / die hey ung 
von dieſer Art geſchrieben. Man faſſet ſie 
bald in Geſpraͤchen ab / wie Palquallı find/ 
die in etlichen tomis, ſchon im vorigen 
fecuto hervorgegeben / bald in Briefen / 
wie in der Frantzoͤſiſchen Sprache der Se- 
cretaire Critique neulich. eingerichtet / 
bald in einer Romaine, mie Die Argenis 

Barclaji; bald in einer Reſebeſchreibung / 
woiie Greifſenſohns Satyriſcher Pilgram / 
NMundus alter & idem, und viel andere. 
Und wer kan die Arten alle er zehlen? Die⸗ 
fe Schreibart erſtrecket ſich durch alle 
Dinge / politica, moralia, ceconomica, 
fcholaftica ‚von welchen allen ich viele Ex⸗ 
empelbenbringen könnte, / aber. an einem 
andern Orte mit mehr em handeln werde. 
Herr Weiſe hat hieriñen eine fonderliche 
Faͤhigkeit gewieſen / von dem viel artige 
Schrifften dieſes Schlages hervorgekom⸗ 
men Er hat auch ein Buch / von dem 
Politiſchen Naͤſcher geſchrieben / 26 

e) NIE: | ne 





a 
4# +: 


a —— 


ESchauſpielen. 68 
nen ex eine-Anleitung giebt / wie derglei« 
hen Bücher zu fchreiben. Solche Arbeis 
ten ergögen und erbauen zugleich u kön 
nen nicht / als von tiefffinnigen oder weit⸗ 
ſchenden ingeniis, ertonnenwerden. 





(„ 


Be Hr. DASXVH. Cap. 
Bon den Epigrammatibus, 


Innhalt. 

Wurttzeund Scharfflinnigfeitdie Tugenden 

| SD eines Epigrammatis, Wie die Kuͤrtze zu 

EOS — kan mißbrau⸗ 

Gewerbe. Sinder in Geiſtlichen Reden und Pre⸗ 

| yet vor andern jhren Platz. Vortrefliche Geift- 

liche Redner bey unterſchiedlichen Voͤlckern. Si- 

meon Polocenfis ein vortreflicher Seiftlicher 

| Redner und Poete bey den Nuffen. Die Bruns 
quellen / daraus die Erfindungen in Epigramma= 
tibusflieffen. Die Spruͤchwoͤrte dienen in ſonder⸗ 

heit hierzu. Welche Teutſche Sprüchworterge- 
Ihrieben. Selbige find mit Sleiffe zufammen zu les 

"fen, Velfchius und Kuhlmann haben folches vor- 

| ont ig einiger Erfindungen/ fo von den 

Sxroͤchwortern genommen /aug dem Kurandor. | 
J Bi Slemmingens Gryphü, Salomonis yon 
Gola’ Hugenii, Brunanis, A Steyn Epigram- 
mata, Epigrtamma fimplex & circumſcriptum 

| % aus Exem⸗ 







ai: fee »mT 7 u 





Das XVII Cap. Von den 
Erempel aus dem Nie derlaͤndiſchen. Ein gutes 
Lemma serküßert das —— 
A.Schævi Leberreime. Gra ſchrifften des Herrn 

offmanns. Syyertii-Epitaphia: jocoſeria.Ly- 
fi vrolicke uyren des Doods. Dag Metrum 
der Epigrammatum. Der letzte Vers des Epi⸗ 
oramatis. Loͤvers verſio Epigrammatum 
vveni. Fictio in — Kleine Liebes⸗ 
Garmina. Balıa We erbans, I. Dans Kushes. | 
Anagrammata. Des Chek-Bouni Buch hier ⸗ 
yon. Man findet bißweilen wie etwas fatales in 
ihnen. Exempel einiger a ‚und 
anderer Spiel⸗Verſe. Sinn ilder. Wie viel | 
ten derſelben. Ihre Beſchaffenheit, Die Sa 
fiäner haben fieinfonderheit au geuͤbet. Einige 
‚Autores werden gerühmet, Hiero Iyphifihe | 
Buchftaben / die suglei Symbola darftellen. 
Deren Erempel, Rebus de Picardie,Catz,Heinl, 
Andr.Poirtier, Schoonhove,Zevecot, Franc, 
Quarles werden angeführt. Raͤtzel. Barlzus, 
Harsdoͤrffer / Schoch van der Veen, Cotin, 
habenfolche gefchrieben. Schluß des Buches. 
| Je Epigrammata haben in Dei 
Zeutſchen Sprache eben ſo wohlih⸗ 
Sre Zierligkeit / wie in den andern / 

wenn nur die richtigen Lchrfäße darben in 

acht genom̃en werden. Die Kuͤrtze / und Die 
Scharffſinnigkeit / ſind Die vorñnehmbſten 

Tugenden derſelben. Die Kuͤrtze 4 





A 


NE EEE EDERENELESZEBEBEENE ET 


A ——————— ·———— 
— * Eigrammatibus 633 
„bet nicht eben darinnen / daß man noths 
‚wendig. innerhalb zwo oder vier Verſe 
dieſelben einſchlieſſen muͤſſe / ſondern / 
‚wenn man in Wörtern und fentenriis 
‚nicht unnoͤthige Umbſchweiffe mache 
Denn es kan bißweilen in einem Epi- 
‚grammate (welches aus zween Theilen / 
—— & Acumine beſtehet) die Nar- 
Fatio einige nöthige Umbſtaͤnde habem die 
Inder Kürge nicht wohl Fönnen begrief⸗ 
{en werden / wenn nur das acumen fein 
urtz uñ unvermuthet dar auff koͤmt / wie in 
den Epigrammatibus gefchieher / die ich 
eirchmferipta nenne Sonft fan man audy 
swohlin zween / oder vier Zeilen zu weit 
läufftigfenn. Es if eine groffe Kunſt / die 
Rede nicht weiter zu ziehen / als die Sa⸗ 
eerfordert / deßbalben auch Antonius 
bey dem Ciceröne, copiolum oratorem 
Tudenti entgegen fegt/ welches auch in 
MN Carmmibus ftatt finder. Di eScharff⸗ 
Bat wird auch hiefinne mißbrau⸗ 
¶ weñ fie gar zu haͤuffig und zuviel ge⸗ 
net it. Die Jtalianer gehen offtmahls 
weit / und beſetzen faſt alle Zeilen ver 
Ede mit acumınıbus, welchen andere 
unbedachtſamer Weile folgen. In a 
* iche 


en 


634 Das XVII. Cap- ‚Wort beit 


lichen Reden hat das fententiofum:dicene -· 
di genus noch vor. andern Platz Deñ die 
hohe Redensart / die Kong u ner 
 ner/beftenet zum Theil bierinnen / welch 
zu. Sörtlichen Sachen infonderbeit MO l 
gebrauchet wir d. Spanier Italiaͤner / 
Engellaͤnder / und nunmehr auch Diez · 
ſchen / haben deſſen die peralichften Proben 
gezeiget, Zu dieſen koinmen auch JeBO die 
Ruſſen / von denen ich allhier einen kleinen 
Umbfchweiff machen muß.· Es hat mein 
ſehr werther Freund / der Hr. van Horn / 
ben feiner neulichen Zurückunft aus Mu⸗ 
fcom / mir Simeonis Polocenfis, eines 
KRufliichen München Predigten vorge 
3eiget / und erfläret/ die in Warbeit Den | 
finnreicheften Meditationibusder de | 


= 4 
u Miu u WE = 


nerund Engelländer / nicht allein ni 
nachgeben / ſondern faſt zuvor thun. Der⸗ 
ſeibe hat auch die Ruſſiſche Poeſie erſtli 
angefangen / und zur Bolkommenheit 
gebracht / wie er denn die Pſalmen Da⸗ 
vids in allerband.ben uns ublichen Arten 
der Reimgebaͤnde uͤber ſetzet / DELEN Tref⸗ 
lichkeit er nicht genug ruͤhmen fönnen Ich 
tönnte hier deften eine ſchͤne Prohe⸗ 
nemblich cine Poetiſche Rede eines [in 


2.52 Bess 





u Epigrafimatibüs, nun _ 68% 


die Einövefich begebenden / Indianifchen 





Koͤniges / gus dieſes/ meines guten 
Freundes Dolmerfihumg / beybringen/ 
wenn es uns nicht zu weit aus den 
Schrancken ſetzete 
Daß ih auff die Epigrammata wieder 
omme / ſo werden dieſelben / von dem 
Gryphio Beyſchrifften / von andern/ 
Sinngedichte / von den Niederländern 
Snell-dicht „Puntdicht , genannt. Mon 
si] Veſchaffenheit derfelben / wie fie muͤſ⸗ 
ſen gemacht werden / koͤnnte ich viel’ alle 
hier ſchreiben. Weil ich aber daſſelbe zu 
einer abſonderlichen Arbeit / de arceuta i⸗ 
ione, verſpare / ſo will ich oſches allhier 
übergeben. Mercerius,Carolus a $. An- 
tonio, Mafenius und andere/ haben einis 
de ll fontesangemiefen / wor aus die 
ndungen zu ziehen. Die Lateiniſchen 
E.xempla werden hauffig ben ihnen ange, 
hret. Diefe koͤnnen auff felbige Art im 
eutfchen auch Teichrlich getviefentwerden. 
Aus dem fonte alluhonum,, ielcher in al- 
Iufionibus auffdte Wörter und Sprüdh: 
I befteper / iſt zum Erempel/diefes) 
. einen | tbörichten Barbiren, 


Die 





u 1 


BINNEN — 


636 __ DasxVIl.Eap. Von den 


— 
2, 
J 


u 
_ 


Die Scheererey geht gut / wir ſcheeren uns 

J m ‚zuglelt & —A— 64 

Ihr ſcheert an mir den Bart ch ſcheer Den ec 
—— —— 


Gs finden ih andere mueh./ Inden DE 
ten Theile meiner Gedichte / — 19. 29- 


62. Aus dein. fonte,. comparatorum 
Fdenn ungleiche Dinge unter ich vergl 
en / oder gleiche Dinge artlic), vor 


a 
„ 


geftellet werden / ift dieſes / jD.n. 15. DA elb 
| zu finden. Aus dem fonte.alier to u 
wenn man von einem Dinge etwas — 
jahet / daß ihm nicht zufo 
u 


ri 


” 






° 


hin nicht zugiebf / was man billig von 
ihm ſagen fol / find dieſe n. 40.43: ST ° 


dern fonte, Repugnantium & ‚oppo) itO- 
rum, wenn bp Bee DET a Ä 
ge von einem zugleich —V od 
ein: Ding zugleich beſahet oder Ver 

wird /find dieſe n- a1. n- 62. E8 fom 


. 


oder 
einef 
men 


iel. andere Erempel Dafelbft vor/ Die) 


the : + PLATT 
vielen gemiſchten hergefuͤhret / die wir / der 
IBeitläufftigkeithalber / jetzo vorbog 
en. Man hat auch. noch emige andı 
Benbülffe in&rfindung der Epigramn 
num darvon andermeit emn mehr 


eilgauß jedem fonte vor fid/ theilsauß 








* 


a 


EN EN HS 


| 
| 
| 


„3 ‚Epigrammatlbus,;  .. 687 


Die Spruͤchwoͤrter / die wir ben. allen 
. Völdern finden/könnenunsfehr nügen/ 

wetzhalben ich jederzeit zu rahten pflege/ 

daß man die. Adagia und Adagialıa , aus 

aller Art Autoribus und Spracen/ un: 

ter gewiſſe Titel zuſammen leſen folle/wie 

esder Gulio Varini mit den Italiaͤniſchen 

Spruͤchwoͤrtern in feiner Scuola dei Vol 

80, gemacht.Es iſt nicht zu glaͤuben / was 

deſes zu Erfindungen nuͤtze In Teutſcher 
Sprache haben wir des Agricolæ, St 

baftian Franckens Sprüchwörter /auc) 
die Janus Gruterus ‚nebft andern, in ſei⸗ 

nem groſſen opere vorgebracht. Frideric. 

Petri hat/ unter dem Titel der Teuts 

fchen Weißheit / derer vorigen Auro- 

rum Spruchwoͤrter alle zuſammen getra- 

gen. Endlich hat Lehmann / in feinem 
 PlonilegioPolitico, unter gewiſſen Titeln, 
alle Spruͤchwoͤrter und fcharfinnige er 
den zuſammen geſuchet / welches Schu 
Pius fohoch balt / daß ers hach der Bibel 
feet: Ob nun zwar dieſes zuviel geredet 





Ru foift es doch. ficherlich ein nüßlicheg 
Such / und möchte wohl ein Univerfal 
Corpus den bon allen Sprachen 


auff ſolche Art gemacht wer den. Der ges, 
— lehrte 


NE EEE. Seuche 


N 


ed __ Das XVIR Cap. Don den _ 
ſchrte Medicus G. ‘Hieronymus Vel- 
fchius, hat / unter feinen vorhabenden 
Arbeiten / auch eine Ideamoperis Adagi« 
orum Panglotri gehabt: Aber es iſt dichte | 
mit ihm zugleich verftorben: Es hat auch 
Wirinus Kuhlmann/ in ſeinem Prodromo 
Juinquennil mirabilis, artem magnam; 
f. Harmoniam adagiorum omnium popu⸗ 
lorum verheiſſen. Von den Adagiogra⸗ 
Shisitandern Sprachen/ertvähne ib AN 
einem andern Orte ein mehrers. M 
dieſes wiu ich hier in einen und andern 
Ereimpel zeigen / wie nützlich man, DER | 
gleichen Spruͤchwoͤrter gebrauchen koͤn⸗ 
ne Herr Kindermann oder wie er 
ſich ſonſt nennet Kurandor / bat auff 
eine Zittauiſche Hochzeit/ einige Madri⸗ 
gale geſchrieben [deren Schluſſe beſtehen 
mehrentheils aus ſinnreichen Spruͤchen 
und Sprückwörtern / die Leymann |: 
feinem Florilegio ‚ unter dem Ziele | 
beftandes / zuſammen gelefen. Ben ihm 
findet man an dem vorgedachten Orten | 
8. dieſes Jedermann zeucht lieber | 
neue „ofen an / als Die einander | 
verſchlieſſen. Kurandor machen bier | 


#37 
.r 


3147 | Ich 





RER. (Epigrammiaribust ind. ——— 
538 52 Ch frage michrsparnachr . > Kane hr Try 


| g —V — ie will. a 
) ah — und Si ” kt — | 
| ter Stan ol Ahr Durchaug nicht 


| fein ci bon Tug — {a A Rt; Be 
| der beiten Jugen = * Risk 
| 





Sp hab ſchon /wasmich vergnügen. kan. 
Mein Kopff will nichts, / als von Sungke 


1 geil üeber eucht n man heue Hofen 1al, 5 

‚| As die vorlaͤngſt ein ander hat de iffen.. | 

| Bey demſelben Lehmanne / findet man 

‚| n.70.1 ch De ein ale Weib um 
| 8 an nimt / der bes 


wiß / wie. es 
| | — —— Bird er Ar 
| 
| 





ven. Kurandors Madrigat: Yan alſo. 


—I che. "ee 
des Balges wegen: - 


— — nimmer a 


2 oerdencke dirs gar fd 1. 
| n N Dich fo betrügen Id J 
DU ii gewiß genug in Handeny 
Den wird ſo b dir Re 
Biesaber mag üms Geldgen fein —— 
Bor. acc der; —— J 
am / er ren. 
Alma fish mit einer Aften paaren/ 
xx 










er 











«50 _ Das XVIl. Cap. Won den 


Her laffe fich zuvor das Geld auß ʒͤhin __ 
mᷓer Sack wird ihm Se ge doch nicht 


Bey Lehmannen iſt n. 86. Diele. Ein 
ſung Weib iſt dem Alten ein Poſt⸗ 
ppferd zum Grabe. Kurandors Ma 
drigaliftdiefee. TUR. 
Kt: hp man Hd: bat —— * 

IdFe mehr. man ſich auch fuͤr den Tod entſetzet. 
bebt der Greißf / ha * 
Dafernẽerweſjſ 
Das ist der Tod auff Ihn die Sichel wetzet. 
ieronlter doch fo gerne lange leben? 


= 


er muß ihm bald ein glattes Mädgen geben. 
arrecht! Nrudarffer niht! ... 
Zu 97 Grufft / o gar beſchwerlich ſchreiten; 
KEekan insollem Srabe © 0 000000 
Dahin noch eing ſo bald und zeitlichreiten. 
So muß alsdann er) a —— 
Ein iunaes Weib au ihrem alten Man 
- Einpofi pferd fepn zum Grabe. 
Dan wird noch unterfchiedliche dafelbfl 
finden/ die gleichfalls aus des Lehman⸗ 
Florilegio genommen welches ich nicht 
tadele  fondern vielmehr lobe. Denn auf 
diefe Artfönnen viel Erfindungen/ ja biß⸗ 
teilen aus einem Metaphorifchen Bors. 
se / zu einem ganten Carmine an Die 





— 


Epigrammatibus. — 
Hand gegeben werden. Davon aneinem 
andern Drtemweitiäufltiger. John Hey- 
don hat 300. Epigrammara auff 300. Pro. 
verbia in Engliſcher Sprache geſchrieben. 
Derer / die gantze Buͤcher Epigram- 
matum heraußgegeben find mwenig/denn/ 
wie Martialis ſagt / iſt es ſchwer gantze Buͤ⸗ 
cher derſelben zu ſchreiben. Nerr Dpig 
hat derer nicht viel gemacht / und die mei, 
en auß dem Sricchifchen/ Lateiniſchen / 
en Niederlaͤndiſchen über; 
ſetzet. Beym Flemming find auch etliche 
zu finden / der ſonſt in der Scharffſiñigkeit 
den Preiß hat. Ben dem Gryphio und ans 
dern laufen allemabı einige unterändern 
Poematibus. Salomon von Golawy ein 
Schlefier / Hat 3060. Teurfche E igrams 
mata geſchrieben twelchen an barfh . 
ſinnigkeit nichts fehlet / nur iſt Der Nume⸗ 
* bißweilen etwas hart. Bey den Nie⸗ 
derlaͤndern hat Gonſtantin. Huigens eine 
on Menge Epigrammatum Die er 

| Snelldicht nennet / unter feinen Gedich—⸗ 


drcchten / davor er dieſes artige Epigram: 
magefeget BR an sig 
‚,  Yeracht min $nel-dicht- niet, t is Alchimas 
3) ‚itery; 7, .(veelher vyeerdris 
Tis mergkvan langen lin, ’k fegh niet hos 
e | ' E; >» n 


. | 





ET 


Eh Dasxvirgap Von de 


En öPruyt goede ſtolof quae gedifteleert is. | 
Mast foeckt ghy fotofvvijsint korte ‚loleet | 
| | —— 1) & 


Man hat auch einige Niederländische E 

igrammata . IM deg Lenrici Brunonis | 
feinem: Mengelmoes. A Steynhat auch ei⸗ 
nige Punt:dichte heraußgegeben/ ſind a⸗ 
ber nicht fonderlich. Bey den Italiaͤnern 
und Frantzoſen finder man auch seine 
ziembliche Anzabl/ aber nicht viel derer/ 
die ganze Bücher darvon gefchrieben- 
Ein Epigrammaift / wie droben 9% 
dacht / einfach oder Circum (criptum. Je⸗ 
nes iſt / wenn nur ein achmen in einem/ 
oder zween diftichis iſt. Dieſes iſt wie ein 
£inchymemaaußt. Säpen. Der Vorſatz 
wird durchallerhand Figure, Diftributi- 
ones, Enarrationes &c. außgedehnet/daß 
der Leſer begierig wird / zu vernehmen / 
mas endlich fommen werde. Der Schluß 
beftehet nur in einem oder zween Ver⸗ 
ſen / koͤnnte er mit drey Woͤrtern gegeben 
werden / waͤre es noch beſſer. Denn It 
fürger dagacumen darauff faͤllt / je kraͤffti⸗ 
ger und ſpitziger iſt es. Exempel find in 
Dem dritten Theile unſerer Gedichten.17- 
2,24: In den Niederlaͤndiſchen Gedichtn 


— — — 


— — 


| | 


u N Epigrammalibuienn 655 
die in der Zeevifchen Nachtegal verſainb⸗ 
 "Iet/findet man Derfeiben/ die fehr artig 
ſind / wie wohl von freiem metro, des 
ren ich etliche hieher ſetzen will. 
lorden reyſde naer Amſterdam te mart 
et.e af jvebeurs, eneenmoedichhart, 





ey 


Ömalle coftelickheit te.coopen:. » 
Daerging hy alle vvinckels. deur-loopen,. - 
Hy dede ‚langen filvere Lampetten,  : ... 
Vergulde Schroeven,, goude Brafleletten, 
Groote Diamanten van veel caragen, 


——— FE m nn Me = 
— — m 


- 


HylachFluvveleen; Satiinen,Damaften, . 
‚JQurckiche Tapijten, Milaenfche neer-bafen, 
Schoone Porceleynen , Veneetfche glafen, 
Spiegels van Foren Don Brand.yies vvich- 
BRNO: 3 tich, 5,2), 2 
Copere croonen groot.enopfichtich, 
‚Hy taelde naervermaerde Schilderyen, . 
Van de beftemecfters vande oude tyen, 
VanLucas van.Leyen, of van Mabuyfen; - 
Naer lang geloop door velderley huylen, 
Naer dathy’tal.deur-pluyften beknoeythad, 
‚tyyintch vvinckel-knechts vermoyt had, 
Raet vvat hy:cocht,diefinnelike Iorden? - 
Vier houtelepels,en festafelborden. 
«Hl, | RyR: Er Re 7 Say 
Het (ehijnt dat Signoor feer ** moet han⸗ 
eur PAR In — 
Naer dathy noeſt over ftraet gact vvandelen: 
xx3 Hy 





| — — 


— 


—— m —— — 


| 
. —— 





Dikeurde hy nauvv voor duerop de ſtraten, 
‚Hy proefde Ringen, of s’hem ook palten, : . 


SS 










%694 Das XVIL Cap Von den : 
| ——— —r — — — 3 
Hy treetde Kay heele dagen plat 
Nuftaethy en fiet bycen droogh vat 
Dan by een block vviinen ‚en 'tloflen van 
NE a 
Het graen fiet hy ftorten,debalen slepen, 
DeSchippersvraegthy vvatter comt uyf 266 
Ofde Weft-vaerders nochziinopderee. 
Hoe datteritaetmetde vindemi: . W 
Maeckelaer vragthy naer vviflelen premi: 
Op debeurs ** ky uyt ſimen faxk 
Veelbrieven, die ieeſt hy met ghenak· 
Dan gaet hy dringen deuralle hoecken, 
Quanfuysom coop luyofboden te toecken:- 
'EnalsSıgnoor fo een font jaer — 
Weetniemant dat hyoyr party gedaent eft. 
Eenich goet van vveſten of ooſten gecregen, 
Geladen, ofinde vvaegh doen vvegen. IE 
Wel vvar toe dient dan alfijn getrantel? 


5; 


43 


Signoor  draegt: te pronck fijnen mojen 


— ne u ae ———— 

Ghy zijtvvel proper inalu dinghen, 

roper in’t fpreken ‚proper in’t finghey 
Proper vanaenlicht, voeten,enhanden, 
Proper van oogen;neus,entanden. ° 
Proper van cleeren, kouflens, en cragen, 
Propervanriem en ommeslagen, 
Proper vanfchoenen ‚linten ‚encanten, ! 
Proper van mantel, ‚hoet, en vyanten, 
Proper van’hayr, van baert, en knevels, 
Proper van-fporen,en van itevels, 


.s 


Pro- 





pigrammatihus: 6 
Propertepeerd’, en proper op fchaetfe 
Proben wi kolven, — int kactien, 
Proper in. al u doen en. laten, | 
—* int vvandelen over ftraten, 
De handen in fyalseen coper-potjen, 
Voorvvaer, ghy zijten proper fotjen, | 
‚Diefe find nun Epigrammata circum- 
fcripta. Will ich dieſe füger machen / ſo 
mache ich ein weitldufftiger Lemma oder 
Uberſchrifft / fo fan ich die Narrationes 
entweder Fürger machen / oder wohl gar 
bißweilen außlaffen/ weil das Lemma 
dieſelben erſeßzt. 
Man kan in den Epigrammatibus al⸗ 
lerhand materien verfaflen/al8 Gnomi- _ 
ca ‚tbie dergleichen Opitz aus dem Pibraee 
überſetzet hat. Wohn man auch Die/ bey 
den Teutſchen gebräuliche / Keber- Reime 
bringenfan/ von welchen HenricusSches _ 
Vvius ein Büchlein / unter den Nahmen 
der uphroſine von Sittenbach / bere 
außgegeben / deren Autor fonft niemand 
leicht bekannt ifl. Conftantini Huigens 
bat die Apophoreta des Martialis in feiner 
Sprache nachgemacht / und von allen 
zuußgeräbee ‚Epigrammata gefehrieben. 
ie Epithaphia fönnen/ ja ſollen Pr. 


. 
u, 
eu 
|» 2 


| 


a 


KE4 





696 Das XVIL:Eap:- Mon den 


als.Epigrammataabgefaffet werden. Hr 
Hoffmann bat einige Epitaphia " Iudiera 
gefchrieben / die unvergleich find. Fran- 
eilcusSyvertius hat / in ſeinen Epiraphüs 
Iocoferiis , aus allen. Sprachen ſolche zus 
ſam̃en gelefen. Hieher gehöre aud) des Ly- 
dis VroliickeUyren des Doods. Das me- 
trum fan nach belieben gemacht werden) 
von kurtzen Langen und gemiſchten Ber’ 
fen’ dann hierinne muß man einige Freyy⸗ 
heit haben. Man muß fich allezeit na 
dern legten Berferichten / und / nachde 
das acumen ſich darzu bequemet / das 
genus Carminis darnach nehmen. In⸗ 
nderheit muß der letzte Berß deutlich) / 
mohlflingend unfbarfifinnig fenn’fogar 
auch) / daß das leiste Wort das trefflichſte 
fen, Die Uberfegumgen der frembden Epi- 
grammaturn ing Teutfche find fehwer/in- 
 onderbeit /wenn fieibre acumina ex fon- 
te allufionum nehmen. Iſt alfo des Loͤ⸗ 
bers Arbeit / nicht, fonderlicy zu ruͤh⸗ 
men/ da er des Ovveni Epigrammata ZU 
verteutſchen vorgenommen / das es biß⸗ 
weilen gar uͤbelklinget / in dem er alle E⸗ 
a ‚die aus Lateiniſchen allufio- 
bus kommen / ohn unterſcheid verteut⸗ 
ee re; 


nn > — 


ZI 1 IE ZIZIIIE 





| | 
I Epigrammalibuc.. ⸗ 
ſchet. Es kan auch eine fictio in den Epi- 
grammatibus ſtat haben / fie muß aber 
nur furtz und nicht weitlaͤuſſtig ſeyn / wie 
Jwie dergleichen Exempel indes Claudiani 
‚| Epigrammate,in Sphæram Archimedis, 
unñ des Sannazarii, auff die Stadt Venedig, 
zus amatoria :Carmina haben 
aAuch keine Art / wo fie nicht einen guten 
Epigremmatiſchen Schluß haben / oder 
ſonſt mit einer guten Figur ſchlieſſen. Ders 
gleichen find im Latemiſchen des. Johan- 
| nis SecundiBafia ‚ deren etliche Weſter⸗ 
ban ins Miederländifche verſetzet auch 
des Bonefonũ feine. Des Johan van Dans 
RLRuſies ſind gleiches’ Schlages / und im 
"  Niederländifchenfehr artig gefchrieben.- . 
Ach haͤtte faſt der Anagrammatum 
vergeſſen / welche / wenn fie wohl ge⸗ 
macht / unter die Epigrammata, Die ex 
bonte alluſionum flieſſen / mit koͤnnen ge⸗ 
bracht werden Sonſten iſt es eine arm⸗ 
ſeelige Erfindung / und nicht werth / daß 
an mit ſolcher ſich bemuͤhe. Der He⸗ 
braͤer ihre Cabala beſtehet zum Theil in 
Anagrammatiſmo. Jacob Spon ges 
dencket / in feiner Reitebefchreibung lib.z: 
53daß einer Chek-Bouniein Aegyptier / 
No 37 von 


| | J 





I pur ie ie AR Te ei —— 
698 Das XVII. Cap. Morden - 


von der Krafft des Goͤttlichen und 
Menſchlichen Wortes / ein Buch geſchrie⸗ 
benmebſt einer groſſen Anzahl Linien und 
Figuren / in welchen er tauſenderley cu⸗ 
rieufe Sachen durch Anagrammata her⸗ 
außzubringen verfprochen. Erychrzus 
meldet / an einem Drte feiner Pinacothe- 
c2,vonden Aurato , quod vaticinatus 
ſæpe fuerit anagrammatibus. Ich ha ⸗ 
be dergleichen unterfchiedlihe Erems | 
pel angemercket / daß in Anagrammatibus 
etwas vonder Natur / Eigenſchafft ud 
Gluͤcke eines Menſchen / der den Nahmen 
gefuͤhret jo außdruͤcklich vorgebildet / 
daß es ſchier unglaͤublich iſt. Koͤnnte ich 
diefelben hieher ſetzen / ſollte man ſich billig 
vermindern. Ich weiß daß aus dem Nah⸗ 
men eines / der jemand entleibet / durch 
reinen letterwechſel heraußgekommen / 
daß er ein Todſchlaͤger deſſelben ſey. Der⸗ 
gleichen Dinge habe ich zur ale 
offtmahls verjucher/und bin ſehr gluͤcklich 
darinnen geweſen. Es koͤmpt aber dieſes 
vielmehr von ohngefaͤhr / als daß hier⸗ 
innen etwas geheimes ſtecken ſolle. 
Wenn ſie in wenig Worten beſtehen Po | 
- find ſie die beſten / als wie Die ) 
im 








—,—— 
— — — 


— — 


u — u — en a 








i Exigramatibus 699 

), findrdieman in F. David Stenders 

‚,  Anagrammatibus findet.3. E der beili- 
ge Heift: Der fie geheiliget. Gene 
zal : erlange: Wagen: gewan. 
Mahlzeit: 3able mit. ı Rechen: 
kunſt: unfer Anrecht: « Stodkfifch: 
Schifftoſt. Teuticbers Rechtfeft. 
:  Dernunfft s unter fünff fc. Sinnen. 
Bürgermeifter: Er reiſt Bergeum: 
Geilheit heiliger. . Armuth: bat 
uhm Diener : Neider. Friede⸗ 
rich: ich red freyrc. Man pflegt auch 
aus den Nominibᷣs propriis Anagram- 
mata zu machen / daß man unter denſel⸗ 
ben die rechte Nahmen verheele / wovon 
Menage, in.obferv. über Malherbep.454. 
und 548. fan gelefen werden. Es haben 
einigefonderliche Grieffe dar zu erfunden, 
daß fie die Buchſtaben eines Nahmeng 
auft Würftel fchreiben / und Denn / was 
: eva Durch die Wuͤrffe heraußkoͤmpt / 
ı Merdens- Aber es heift auch hiermit / 
Stultum eft,difficiles habere nugas. Finis 
| ge Erempal von foldyen Anagramimati- 
dus, oder / lufibus ingenii, find zu finden/ 
in des Pafquierg feinen Recherches liv. 6. 
13:14. Die Acrofticha, die ſchon ak 


| 
e 








j | 











799 Das XVII Cap. Von den 
lich alt ſind / wie Naudæus in ſeiner Ad 


dit.ad Hiſt. Ludov, XI. p. 73:74. erweiſet / 


und andere luſus ingenii, Carmina, de⸗ 


ren jedes Wort von einem Buchſtaben 


anfaͤnget / welche Sandius , in feinen A- 
nimadv. über den Vofflium de Hift: La- 
tin.’p. 234. vor unmöglich haͤlt / die aber 
dennoch von vielen gemacht + und andere 
Münchgalanterenen /find Sachen / die 
man vor die lange weile bißweilen lieſet / 
dar innen aber eine fchlechte Kunſt ſtecket. 

Die Sinnbilder und Raͤtzel ſind nichts 
anders / als eine Ableitung ode® Species 
vonden Sinngedichten/undiftein Sint- 
bild gleihfamb ein gemahltes Epigram- 
ma. Die Bilder fönnenvonallen Dingen 
genommen werden /nur daß man. in den 
Emblematibus diefelben & re intelligenti 
nimmet.EinSymbolum; Imprefa, beyden 
Italiãnern genannt /ift ein Bildy web 
ches / durch) Gleichheit eines unvernänfß 
tigen Dinges / das Leben und die Sitten 
eines vernünfftigen in einem Conceptu 
vorftellet. Die Erfindungen derſelben 
Fönnen von eben denfelben fontibus der 
Epigrammatum genommen werden / wor⸗ 
von Maſenius, in Speculo Imaginumve- 
wer ritatis 





| 


| 


1 





* Epigrammatibus. 701 
ritatis occultæ, mit mehrem handelt. Die 
ik) Uberſchrifft deſſelben muß wohl gemacht 
ſeyn / dieſe iſt als ein fcharfifiniger Schluß 
him eines pigrammatis, ‚und die Seele des 
nk Bildes / welches gleichſamb den Leib vor⸗ 
31 ſtellet. Hemiſtichia auß dem. Vırgilio, 
dr und andern claflicis Poetis, ſchicken ſich 
nt am allerbeſten darzu. Im Teutſchen 
N pfleget man reimende Verſe zu gebrau⸗ 
it chen / die nicht fo nachdruͤcklich / wie die 
ft Lateiniſchen Wörter/find. Aleiatus, Sam- 
s bucus, Beza, verſtoſſen ſich ſehr hierin⸗ 
is wen / in dem fie / nicht den heimbfis 
m chen Verſtand Des Bildes / fondern dag 
6 Bild ſelber vorftellen. Man: fan-Henr, 
pm  Stephani;infeinem Srangöfichen Buche, 
m Part de faire les deviſes, hieruͤber auch 
ai nachleſen. Die Italiaͤner find hier innen 
m Die ſinnreichſten / deren Symbola in einem 
J. Buche zufammen getragen /unter dem 
m Titel / Tiheatro:d’Imprefe di Giovanni 
ti‘ Ferro. Esfind ſehr gute Indices hierin⸗ 
u nen / welche eingetheilet find nach den In- 
tt  Ktiptionibus, wie auch nach den Bildern / 
daraus man manche (chöne Erfindungen 
" ori fan. Des Picineilı Mundus Sym- 
olicus iſt noch vollftändiger. So * 
[| r 8 


| 


—— 


705... DasXxVvir gap Von de 
Mafenio find etliche artige Exempla Sym- 
bolorum als / da er aus dem Wapendes 
Fabii Chiſu einen Adler nimmet / wor⸗ 
aus er so. Symbola machet / und aus der 
Pamphiliorum Wapen / eine Taube und 
Oelbaum / von welchen er gleichfald sos 
Symbola erfunden. Der Index Mafenii, 
darinnen er alle Ordnungen der Dinge 
durchgehet / und von jedem Fürglich die 
Eigenfchafft ſetzet am Rande aber den 
fenfum moralem nutzt trefflich zu den Er⸗ 
findungen. Die von Gleichniſſen geſchrie⸗ 
ben haben / als  Erafmus, Lycoſthenes, 
können: auch hierzu dienen. Die Emble» 
mata werden zu allen Dingen gebrauchet / 
zu Außzierung der Häufer/ zu Triumpbr 
bogen / und Fuͤrſtlichen Feftivisdten/ des 
ren 'Erempel bey dem Eman. "Thefauro; 
Joanne Bocchio, und andern / zu finden. 
Hieroglyphicafind von den Sinnbildern - 
unterſchieden ‚die nur ein Ding bedeus 
ten fine aliqua morali applicatione, 
die Hieroglyphica der Egnptier geweſen 
Es haben auch) einige Hieroglyphifdje 
- Buchftaben erfunden / welche unters 
ſchiedlicher Gatiung ſind / deñ etliche nicht6 
anders in ſich haben als / daß fir ar 





ER EEE ET 


‚Epigrammatibus, : - 703 


— — 





Figur des Buchſtabens dar ſtellen/ Mche 


aber auſſer dem Symbola find/ undaud) 
ihre lemmata haben können. Bon jenen 


iſt ein Erempel ben dem Harsdörffer / in 


feinem Specimine Philologico, disquiſi- 
tione 6. p. iz. Von dieſen habe ich ein Ex⸗ 
empel aus dem Nahmen J. Hoch⸗Fuͤrfil. 
Durchl meines gnadigſten Sürften und 
Zerrn / CHRISTIANI ALBERTI, er» 
funden, , Denn ob zwar von erlichenans 
dern/ald/Cramero, Herm.Glatero, Sith- 
manno, dergleicyen Dinge gemacht / fo 
haben ſie doch Feine Emblernatifche Rich⸗ 
tigkeit Hieher gehoͤret auch / was die 
Frantzoſen Rebus de Piccardie nennen / 
von welchen Seigneur des Accords piel ge⸗ 
frieben, darvon einige Erempel Harg, 
orffer / in ſeinẽ delic:is Mathematicistam. 
1.P.14.publ. 6. Anführet. Dererdie Emble- 
nara in Zeutfcher Sprache hervorgege: 
sen’ haben wir wenige. In Niederiand 
fi J——— Catzen und Heinſens ihre 
md nicht allemahl richtige Emblemata , ſon⸗ 
— nur bloſſe Bilder / darauf einige Ber 
tachtungen gemachet find. Adrian Poirtier 
hat / in feinem Masker der VVereld, auch der: 
griipen Betrachtungen borgeffellet. Schoon- 
vens Lateiniſche Emblemata Hat — 

| " epal⸗ 







— 


— 
N.) 


nn — 





204 Das XVU.Eap. Won ben Frigratn._ | 
behalten, und andere Miederländuche Dar | 
unter andern Lemmaribus darauf at 
Im Engliſchen hat Erancifcus Quarles Geiſt⸗ 
liche Emblemmata geſchrieben / wie auch Ep | 
——— er divine fancies, nennet.% | 

et. die Emblemata findimedrentpeils, aus bee 
HermanniHugons püis delideräis genom̃en / 
da er doch derſelhe mit keinem Worte gedencet. 
Die Nägelachören auch zu den Sm̃bildern / 
melche gleichfalls ihre fontes inventionum in 
den vorigen locis Haben und beſtehen theils in 
Diwern / theils in Schriften: Von jenen han⸗ 
delt Mafenius weitlaufftig In Speculo ‚Imagi- 
num Oie in Schrifften beſtehen werden durch 
dunckie uñ weitentlegene Meta horas beſchrie⸗ 
Gen. sm Sateinifchen. hat Barlzus, EINIGE (+ 
machtivon dene zgeberning.etliche ing TEut L: 
überfenet. Harsdoͤrffer bat-deren 7 in feinemt 
Nathanufi Jonathan. Juftus Georg Scho ‚m 
feinem Liebes Blume Garten. Im Niederlan⸗ 
diſchen bat Johan van der Veen til gankts 
Buch derfelden y die ‚aber, nicht 
fonderlieh finreich find. Im Franßoͤſiſchen ſind 
des Herrn. Cotin ſeine recht. artig / der AU 
einen Diſcours von denſelben hin en gefüͤget. 
Von 2 übrigcnale/@rab-Beburt-Dohält 
un Ehren⸗Gedichten wu diefeiben zu machen 
uñ was darzu geborig/töfite noch gar viel geſg⸗ 
get werde.Qiber.diefes werdebiß zuf andern Of 
-  Jegenheit verfpatet. Wirwoue Hiermit mwoc 
tes Rahmen dieſe unſere Seirachtungen / von 
he cutſchen Sprache und Poeſie ſchlieſſen. 
E.R DE 
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orgeſtellet ee 
wer 4 Überfegung emtger ir 


'n deo HORATI, 


. Den broben pag. 561. cda be 
a ” 












906 Erempel der Reimgebaͤnde 


ODE 1. Honar. CarMm/ Lib. ⸗ 
Darinnen die 17. Genera * 
Der Jambiſc hen Derfe eingefüh⸗ 


MM des Geflecht von fotchen fich N 
Die — mit Kron und Sce⸗ 


— 7 
Zr» Sau) ., 
| ji Sanzan) ||, ar 
— 5; ı —8* 4 ur 
N gg0 fi „Bene Sen —— 2% 


an BPISAN in 1 —— GR nom 2 
Daß fie bald den! anf Aare zu was an⸗ 
t 


ei» 


17. De freut 1 wenn ein Ritter ſpiel u aufge» 
4 


1: | lokey für andern Sllden nat / den Dehenwohl 
trieben / 


220 gem ein. Stein hm vamüde wart gefehet 


| meint er / daß fein Gott fo fehr / als —— 
2. en ereibt der Much zum Eprenftand’/ 
| {ind herfcher uber Leut undsand. 
10. Wenn Thyr rh⸗ nur hat ſeines Vaters Feld/ 
Das p viel Korn/ alseing / in Syden halsz 
hnd wohl zu Haͤuſe bringet _ 4 
or finget erumd ſpringet · | 
Er ſinget / taß bie Keihen > 
ur andre Leut erweichen - 
2.2 Zu trauen auff ein dunnes Holg / da Diegen Sturm und 


Su ihre Roth und Ungemach als wie d iden fiel 
® Seife For a Zeh 

ET 6. 
| 


i | 


un 


Ectempel Exempel det geimgeban ne 702 


15. * ſchnauben / nauben / chen] toben ſo / als wenn die groͤſte 
Krieges Macht 
ea Geinde/ mit gantz toller Wu el den garang 
> we acht. 
* Da ſchuͤttert 
Ma 1 \ — 
11. Der Keuffmann / fprechend / Mn der * Sama Ivz 
Dem * Meer das — RER bei, 
5, +. Bald fpürt man wich Hate 
mean „Biest die Bier, 
di: —3 wuͤſten Schiff erbaut? 
Und wiederumb nach Vortheil — 
13. Denn laͤſſet fich auch wohl ein feuchter Bruder finden / 
— ‚Alanıh ſich hertzlich will — 


Und ſpricht / 
Mein! licht. * 
Aut  Blehehe davon, glhhein Zap 


So tompt.eih andrer nach 
. Dann legt er ſein bewoͤſcktes Haupt / beſchat von PR 
— — gruͤnen finden/ / 
Und lauſchet / wie die Steingen in dem laren Bach fich 
| artlich winden. 
Der jauchtzet / wenn das Spiel geregt/ und die Trom⸗ 
peten klingen / 
Weint Tethys gleich / fo mi —— Achilles frö⸗ 


— 
⸗ 


| fingen. 
IR, Dem waͤchſt das Hertze lei wenn je ein 
- ey * 


Walogeſchre 
Von Hunden wird arme, [ — er ſich vu 
el) 


| Bu. Was er daheim zu lieben pflegt/ 


Das bleibt auff andre Zeit u 
— 


9 Dite Hindin iſt ſein Weib / ein Junge 


a Das zieher er faſt feinen Kindern 
7 run dies / und das beginnen 
Aacaay dies / bald. das erſinnen 


994 6’ 








EEE 


ei; Etempel der SReimgebanbe 
— daß / was denbeliebt/ | 


ſt daß was den betrübt. 
u 77 ern mir auch nun det 





erlanbt | 
& wuͤnſch ich / bo" gr Ephen- Krank; mir fröne Haar 
PTR ch alsdann / und Haupt / 
| | en — Mann. / 
16. Wenn ich in mein⸗ raute ſo / als ns gemeiner Dichter | 


an / 
= Mag ſpielen / was die. ag fängt mit den zar⸗ 
i 


nn Mh 
3 In Diem 
Und Feldern | 
1. Denn auch Euterpe felbft reicht mir die Pfeiſe⸗ 
Und Clio ——— Pandorens Schweiffe⸗ 
4 / wie fie pflegt / | 
| Ä Dan Sappho o fhlägt 
| na Zeehlſt du mich zum Poeten-Orden 7 
| ER Din ich der Sterne Nachbar worden. 
— 


| Od. IL 
| 22... Trochaico-Mixta. 
| 





STROPHE 


* Bi gleich die Flocken⸗ Trifften? 

| Die ung fo viel Ungluͤck ſtifften / 

So Sollte gleich der — 

| Die betruͤbte Hagels⸗N 

| 12, Solto Blitzens⸗GOtt / das wuͤſte ehe toben 

ner Donnerteile nunmehr ſeyn gehoben /⸗ 
par’ uns deſſn 


| 16. Möchte doch wohl * — mn zu deinem Dienſt 
| x a | —n — Ganimedens Säfen alles alleh wird — 





RB 


Etempelder Keimaebände. 759 


2. Zu 0. 
OR re 
8... Und befürchten / die betruͤbten Zeiten 


Kämen nunmehr wieder zu den deuten / 


9 Da die Pyrrha fo erſchrocken ftandy / 


Als fie nirgendswo fein Land mehr fand / 


17. Helfer Görter 7 fprac fe /belffyach wenn. hat man" 


EC; das wohl fenft geſpuͤret / 
Was iſt das 2 daß Proreus fein Vieh all auff unfre Ber⸗ 
zer | „ge führer? * 
Be... Wer hatiegefhn  . 
| Fiſch auff Zweigen: ſtehn? 


2. Biosigen! dieden Venus-Vögeln fonft betannt / 


Ja den Gemſen felber ſchmeltzt das feıftesand, 
Alles ſchwimmt / | 


is | immt, 

Was ſonſt klimmt. * 

13 Enfee/ ſonſt gelinde | Tyber gehet weſtwerts ein / 
Daggß es mit den ſchoͤnſten Bäumen ſcheinet aus zu 


ER ſeyn. F 
15. Wilſtu Rheeng Rinder wuͤrgen / o du ungetreues Rom / 


Spiel’ ichs mit dir wieder fo / een der treue Weibera 
—F | ſtrom. 
6. Denn / zu Hauſe kriegen / 
Macht die Perſer ſiegen. 


3. Ac zerſcheitre ihre Mauren/nicht dein eigen Haus / 


Sonſten hoͤnen kuͤnfftig dich noch deine Kinder aus. 


ANTISVROPBEA. 
J Weil es nun dahin gerathen / 
| Wegenunfrer frechen Thaten / 
nn 0 Dap tein Gottes mit ung hält? 
| Daß fi) Veſta grauſamb ſtellt / 


m; Ey /ſo wolſtu du Apollo unſrer Zeiten/ / 
Deine Gnaden⸗ Wolcken über ung außbreiten 
— Uns verfuͤhnen 
Dir zu dienen. e 

| vy3- cs .O⸗ 











DEROR SE | | 
518. Erempelder Reimgebaͤnde. 
16. Oder /Eryeina, komm und zeig’ ung lachend deine Wan⸗ 
EEE TRETEN 66 | n 
Wo deg kleinen Lebesbuben Luſt und aller Scherz an⸗ 
aa RER hangen /⸗ 
20 — RE; 
FERN Minden, RT 
10. Oder fuch’ uns Water Mavors wiede — 
Uns / dein Fleiſch und Blu / uns / deine Glieder / 
. aoß dir unſer langes af =. 
| Eudlich doch einmal zu Herzen gehts 
17 Gnug des Balgens / gnug des Epiels / dA (auter T 
—— und Blut zu ſpuͤren iſt / 
Kan bey dir wohl Kurtzweil heiſſen / wenn daß Schwerd 
—— bald den) bald jenen friſt _ 


f. | Penn ein Mohr ergrimmt / 
1. Ober /nimb des leichten Majen ⸗Sohns Geſtallt / 
| Du / an Jahren jung / und großen Thaten alt / 
3. RAhelort. na. a 
| — SAfars Mord. —— 
14. Eile langſam himmelwerts / von dem du biſt entſproſſen / 
| Eile nicht / bevor dein Volck recht vollig dein genoflen: - 
15. daß dir unſer wuͤſtes geben nichtein Sporn und Antrieb 
Kar aan Ra SR NBIRRUNER 2. U 
Daß du / vor den grünen Jahren / ziehft, bey deinen 
N Eteernen ein. 
€. Kaß der Meder Schaaren/ / 
\ Erſt noch vecht erfahren? / nun 
23: Warumb man dic) dandes ⸗ Bater und Auguſtu⸗ nennt / 
| Wie man deine dorbeerreiſer hin und wieder kennt . 








— 


Exemplum Trochaicorum remanentium. 
a. FH owerthes Schiff deucke was du führeft 


Schüne deinen Schag / dag du wucht verliehreſt 
| 230, Dies 





"y:: a — 
Exempel der Feimgebaͤnde i 
10. Dies mein Ander Ich / te Mann) 
| Maro/deresfolwie mein Föbustan. 
2 Schaf ihn ſchadloß aus der — der One Dre 


enfzichet 
‚Bis die fluge Pallasburg hn das fand betvetenfichet, 
12. Venus Ficht wird dir felbft auffgefterker ſtehn  - 
Caſtor und das andre Kind wirſtu gleichfalls. ſehu 
13: Alles beut fich deinem Dienft’/ auch der Winde-Meifter/ 
Auffer dem / der dich bedient / hemmt er alle Geifter. 
14 Deffen Hera muß ſtaͤhlern ſeyn / und von Marimor zus 
gericht / 
Welcher erſt auff ſchlechtes Holtz * fee Zuberſicht 
2. Zwiſchen Nord und ſtoltzen Weſt / 
DSDrauff Nepytun gaͤntzlich ſich verlaͤſt ⸗ 
9. Wenn er jetzt feines Scepters fönnen 
Palinur'n will zu ſehn vergönnen. 
11. Was für Todes — 525— hier doch ſteuren/ 
Der nur lachen will bey den Ungeheuren / 
10. Wenn der Winde Gott ganze Felſen raͤumt / 
Und der Donnerberg von den Wellen ſchaͤumt. 
14. Unratb muß es gleichſamb ſeyn Ms dc allerllugſten 


Fand und Xcker von dem Belt reise ababföndert bat. 
12. Rum wir Menſchen wagens Bea? / ——— 7— 
ielt 

Seht nur / was der Feuerdieb Japhets Sohn 
13. er Sterbens⸗Noth | ung mit 


More lompt noch eins fo fchmel’/ale —— 
14: Dxdalus der "runfe wohl daß der rel fein Fittig⸗ 


Thier 
Gleichwohl fliegen fee er —* Re für 
2. Plutons Reich muſt Alcides fehn. 

Und nichts fan unfrer Brunſt — b; (8 
9 Unfer Zwang will eg ja nicht gonnen / Aa 


Da die Bliz jemahls feirenk 
ß ee: —— ro ai ol 

















3 





Errnpel de Reimgebaͤnde 


aa. p 504 


Dadtyl. gen, 
vege ihr —* behaareten Selber) 
aͤumet mir Sloren die üherhand ein / 


a. Entſceptert behaͤnde den Xol / ihr Wälder/ — 


Zephyr erbeut ſich Negentezu feyn? ⸗/⸗ 


Kanman dach wieder den flieffenden Steöm * 
* ſſenden — 


Laufft doch das Vichy 


* Hurtig die weiß grau — Felder zu ſchauent 


Jenſeit un 
1 * Tape ET länger im Haufe zu ſeyn. 
Seht wie gelinde 


Buhlen die Winde” 
3 Treiben mic faufen und braufen dag Reiffwetter en 
Deus tritt ſelbſt jetzt mit auff / 
bocket die Rymphen zuhauff. * 


2 


Le &he noch, Cynthia blicker ya 


| Gehen fie tantzend verſtricket. ö 
31. Yanıs maglieber mit Charis ſpatzieren / — 


a0. ‚$ieber als ihren beräucherten DROME, Au... 2° . 


* Hören —— den Hammertackt fuͤhren. 
Was geyet Venus fein Schnuedewerck an? 


| 2. Rinverchen| Pine ab. meine fehöneften m 


* ten/ 


| Ta Kommen — Same Gefeden/ihr Heten / 


Lamm oder chrvein: 
* Dendet / wie ſchleunig / wie —— euch Eat — 


.NNercchts wird verſchone/ 


Ob man gleich wohnet 


24. Da /twonsan lauter Kubinenun Purpur alte in 
aus / | 


— a 
f 
Der 
VUVkbel auff Lycide mare —— 








a 
v 


wel der Meimgebände, 





* OF 
2 0... Gen. Anapeft, 


Ma a /jünger Geſelle du zartes Gemühte 7 
BEE DuRofengemählde / du waͤchſernes Bild / 
12. Erlerne doch / wie man vor Porcba ich hüre/ N 
#1. Bedencke / wie theuer das Sieben dirgilt. 

35. O meide den [hädlichen Balfam / die koftbaren Salben, 
5. | a 2 0 


Die Sabg uns ſchickt. u 
25, Wem Pyrtha ſich einfältig zieret und ſchmuͤcket deßhal⸗ 
2 We ya! | en, N RE 
Se 00. Daß du feyfk beſtrickt⸗ | 
34: Gosranenicht folcher vergiffteten trüglichen Bier, 
6 > Dumirfteg befchmergen Fer 
6 Verfluchen die‘ Kerzen}. KR (Bir) 
34 Da Yyrrha die Gluten und Flammen mitſchaffet in 
8 Rechtzwieesdem Schiffenden geht; re 
8, Dermitten im Ungemach ſteht⸗ 
9. Dem etwa der Himmel vor diefen | 
Ei gönftig und freundlich erwieſen. | 
32er haft du den Schälden / dort haft du auch einen, 
32205 Derdeiner ſo liſtigen Zriegligfeit traut / | 
32 Denn / nichts als nur Einfalt dein Wefen fan meinen? _ 


— 


5 


31, Dertrauet dir / die er doch felber nicht fehaut Z 

15: Demm ſpielet mit Gploekivas landet und fcheinet? / 
I ae Ma lebe Pd | € * | 
N AR Shrenen Geſang. (Mer, 

15: Der alles / was lieblich nur ſdallet auch nuͤtzlich vermei⸗ 
Ouͤbel betrogen / und tauſendmahl übler verführg 7 
Sengn du mit den Pfelen⸗ 

6 Ranſt tuͤckiſch ereilen. 


14: Sch ſelber din weyland von folchem Geſchoſſe geruͤhrt / 
% 0 Numborgiichesfeinemmichemehrz * 
aen Goͤttern fey Opfer und Ehr 

>  Daßmichdiefes Ungelckẽ Wellen 

9% Richt sun Denen engen gefelem & 





714 &xempelder Keimgehände. 
mm — — — —— — nee 
* Od. VI. — * 5/ 1. | 
Exempel der Heldenart, 
dgrippa / der fein Schwerd nechniemahls hat. gezhdet/ 
> Daß nicht der Seinde Volck bey Hauffen zugeſchicket 
Dem / derzu Pluto führt / laß Varius den Mann - ' 
Der / wie Homerls felbft / fotrefflich ſchreiben kan / 
saß Varium / der/gleichwie Pegaſus /kanfliegen/ / 
Den uͤbermachten Ruhm / das Land⸗ und Worler-fiegen/ / 
Und was ſonſt deine Fauſt / und ſtarcker Arm zerbrach / 
Erheben bis zum Mond / und an der Sternen Dach. 
Mir iſt ein ſolches Werck ja viel zu hoch gelege / 
Kein fo beregter Geiſt / kein ſo belebter Negen/ 
Fuͤhrt meinen Grieffel an / drumb wag ichs nicht zuweit / 
Zu ſchreiben / wie der Held Achilles kam in Streit / 
Einſt mit Atreens Sohn / da er wie Rtna brannte / 
Und in des Zornes Glut ſich gleichſamb ſelbſt nicht kannte / 
Zu ſchreiben / wie Nyß / dem Hertz und Zunge utcht 
Die gleiche Wage hält / die Waſſerwogen brich 
Mir einem leichten Kahn / wie Pelops Haußgenoſſen 
Den Mord und Wuͤrgegifft auff ihr Geſchlecht gegoſſen. 
Ich bin mir wohl bewuſt / was meine Leyer kaun. 
ZDrumb ſtimm' ich nicht zu hoch auff ihren Seiten an / 
Das ſie auff Cafars Lob / und dich / Agrippa / kommen / 
So hat die Schreibefucht mich noch nicht eingeno mmen. 
ch nehm’ es mir nicht vor / zu ſehen / wie en Held / 
Auff den die gantze Macht der Pfeilemiederfält 7 
Eich ſchuͤtzet in den Stahl der jeten eins verſetzet - 
Den nie fein Diamant / wie hart er auch / verleget. 
- $aß leben mer da kan / wie Merionfih hielt 7 
\ Als jeder auff ihn zu bey Troja tapfer ſpielt / 
Und redlich umb fich ſchlug / und wie Tydtdes Waffen / 
So Pallas ſelbſt geſchniht / dem Feind ein ſchlechtes fchlaffen 
Und wenig Raſt gegönnt, Hat aber jemand uſt / 
2 leſen / was man ſchreibt von einer ſchoͤnen Draft) * 


* 
a‘ 
7 * 5 2 

2 a — 


Pe‘ Pe ——————— — 





>. 
o ⸗ 





Erempel der Keimacbänden 715 
Und was zur Tafel dient undwaseimSpieleraöket/ 
Und wie das Nympffen Bold erzuͤrnt die Raͤgel * 
Imfall es triegens gilt etwan umb einen Kuß / 
nd wie es ſich als denn ſo ungern mehren muß / 
| Das lehrt mich meine Ruh' / und meine ſtillen Tage / 
AUnd meine liebe duſt / daß iſt / davon ich fage/ / er 
Worvon ich fingenmuß. Iſt lieben mir gemein / 
Darff doch nicht alles noch von mir gefreper feyn. 


RB SF —F 529; 


Exempl. Elegiæ. | 


| Si Inandreemil Rhodis und Mitpleneloben? 

| 7 Der ziehet Corinthus und Ephefus vor. | 
Maght Bacchus Theben groß / ſind Delphi hoch erhoben/ / 
Theſſalien fuͤhret die Tempe empor. bt, 

Iſt jemand drauff bedächt / die feufchen Pallass Hütten - 
Zu leiten big über der Sterne Gezel - 0... 
Nimmt einen Oelbaum⸗ Krangan Blättern wohl beſchnit⸗ 

* ten / | 


Iſt jemand /der Juno zu Dienſten ſich ſtellt / 
Und nenne ihr Argos reich / das lauter Pferde zeuget / 
Und ſchaͤtzet Diycenen das Beſte zu ſeyn / wu 
So nimmt nur Sparta nicht /daswohl den Bogen beuget / 
So mimmt mir kariſſa die Sinnen nicht ein © 
Als wie Albunens Wald der allerſchoͤnſten Nymphen / 
Da Anio fleußt bey der Zhbur hinab) / — 
Da fan des Obftes Frucht die Tempe feldft beſchimpfen / 
Da rauſchen die Bäche mit ſittigem Trabh. * 
Der Suͤdwind / der ſonſt netzt / heiſt hier die Wolcken weichen/ 
Da lachet des Himmels erfreulicher Blick. 
Da muß ein Regen⸗ Guß nicht ſtets das Sand durchſtreichen. 
Ad) Plancus / das zielet auff menſchliches Glüd. , .. ” 
Die Klugheit / die ben dir das Steuer · Ruder lencket / A 
Die ladet dich felber zur Luſtigleit ir u. 
* wie: Wenn 


— 





ER RE 4 ’ 


ic __Erkmperner Keimachände ___ 
Wenn man beym Traubenfafit uf — Freude dene 
— ER et J — 122777 


Und laͤſſet die Bögelbemüher nur [nm 
Du muſt denn gleich darauff zum vollen Treffen schen . 
Es ſey denn / das Tıburis E chatten vichhält.e 
So macht es Teucer auch / der ruͤcklings mufte fehen 
Sein Päterlich Erbtheil und Salamins Feld. \ 
‚Er nanı den Pappeltrant / in Regen⸗Thau genetzet / ER 
| Sprach / werthe Gefellen / was trauren wir viel „ 
Hat ums dasleichte Gluͤck aus unſerm Raum verſetzet / 
So gehet auch wieder das guͤnſtige Spiel. 
Wir tracen ihm nur nach /mohines immer leitet / 
Gedincket / wie freudig geht Teucer voran. 
ins hat ein Salamin ſchon wieder zubereitet 
Apollo / derlügen und trie gen nicht kan. — 
So ſeyd nur / was ihr ſeyd / ſeyd Maͤnner indem Hertzen / 
Uns hat wohl vor dieſem ein haͤrters gedruͤckt. 
Daß ſuͤſſe Kelterblut das ſteuert allem Schmertzen. 
Auff Morgen ſend wieder zu ſchiffen geſchictkt. r 


7 


— 





— —— 


Exemplum der gemeinen Art - 


$ydia / der Jugend Fall und Strick /⸗/ 

LEI ch bitte dich / fag’ an / was finds für 24 11:7 
Was ift fur Gifft / das Sybarisfoliebt © E 
Und ſich umb dich der eitlen Eu ergiebt ? 

Wie tömmt eg doch / daß erden Platz ſo metdet / 
Der manchem fonf den forbeerfrang befcheidet 2 
- Erflichet / wo die Sonne Staub erweckt / j 
Wie fömmt es / daß er fich davor verſteckt ? — 
Was hält ihn ab / daß er ſich nicht begiebeet , 
In Maoorsspflicht / den unfre Jugend liebet ) 
Sieht Franckreich ſonſt im reiten Unterricht /⸗ 


Das fehlägterhin / das fümmert hu gantz nicht. 
Der fanfften Flut / die unfre Tiburführet ///· 
“Dergöldten Sand den hat er nie beruͤhret / & 
5 > * 


— 








Er meidet ihn als Phlegetonts Geftad’, / 
leo der Tod allein zu laden ha— | 
Wenn and’re fich mit glatter Dele ſchmieren/ 2530 
Im Ringen ſich gefchickten auff zu führen. —  — 
So meidet enes / als ein ſolches Giefft/ 
Das Hydra ſelbſt aus ihren Adern triefft. 
Man hört ihn Auch nicht/ wieand’re / Hagen 
/ Daß er ſich wundt am Kuͤriß hat getrage / * 
o hlelbet etzt die viel beruhmbte Krafff / 
Die ihmden Steg zum oͤfftern hat ver ſchafft? 
aſtedter num verändert und verlohren /⸗/ gr 
Se / wie der Held/ von Tethys felbftgebohten?) / 
Der manches Blue vor Trojü eingefende7_ 
Der bleibet nun von Damen emngefchrände 
Ein Weaberkleinbedeittefeine Thaten? 
Er moͤchte ſonſt in ingläc fein gerathen ⸗ 
Der Phrygier befand ſich wohl darben/ RE 
Und blieb zugleich vom Tod’ und wuͤrgen Frey. 


’Exemplum enge Somets 
— e x Od IX Pe. i 
— du jent das Feld / 0 Thaliarche, ſeheſt / 
CR Mit weiſſem ———— 7 dag der Wald ſich 
2 A u ‚ten 7 | RER 

Erd wie der dicke Froſt die ſtar ken Fiuten ſchtaͤnckt / 

So hoͤre meinen Rath / dag du dich nur bemͤheſt /· 
Wie du das Holg zur Glut und lichten Stamme zieheſt/ 

Zapf Am ein altes Sag /die Sorg auff Gott geſencit. 

Das taub wird janicht ſtets vom Rolo gekraͤnckt 

laß heute heute fehn⸗ bamt da kluͤglich fuicheſt / 

Was morgen fchaden fan. Nimm deiner det Gew; 

Und ſchicke tranrig feyn zum trummen Alter hiny 
Treib deine Ritterfpiel’umd dein verliebtes fingen? ⸗/⸗⸗ 

Dein fihergeminit der. Schaor die gerne fich verſtedt / 

„ Hund mit dem lachen bald ſich wiebettn entdech t 
MB darumb widerſtrebt / daß man es ſoll einge 





RK, 


* 


PA 
a2 * 
SRETE SR RS 








m m 


zig. Exenmpel det Reimgebande. 


Exemplum ex Od. X. yo: 


Der Sehsverfichten d darinnen 
BIRANRMIR e Quadrains oder Bere 


f werte begnieffen. RE 


1: 


ercur / du ME di rich se 
St Disumbeiehte Welt nr ni ofen —— — 
Auff einen beffern € ia? * auff ein beſſer 
Nachdem du ihr Di Kunft: beredt zu fenn / BEN 
Gerachen/ und gemandt/ € als wäre fie gefielt 
Auffeinen Tummelplan und wo man alegt —* 
2 


Dich / Donner Vaters: Kto /nehh ich te vor zu Age? 

Sich fehle Götter-Poft/ durch deffen ſchlaue Hand / 
Die deyer und was klingt ben Dichtern iſt bef brlannt / 

Und wie man artig fofl von feiner — teflebringen? /·/·/ 

Was and re hingelegt Zdaß F Auftn allzugut / 
Du weiſt es mieiſterlich * man es treiben thut⸗ 

Apollo jachte felbft/ wie du Vieh geſtoblen —* — 
Verſieet in ein Kind / als er dich fo erſchreckt. ’ 
Durch dich blieb Priamus fuͤr Feindes⸗ gift ve 

Su anſt durch deitten Stab die fronmmen Selen poleny. 
Ans ſchwarhe Minos eReich / du dieneft. beeder Macht? 
Drumb nimmt Det Himmel dich und. Pinto ref in * Ra 





— ex od. IE n. es 
Der Achtzeiligen, 


Be entſtehe dochzufragen/ / En IH 
€ Der Himmel felbft entfenet fich dal) * —— 


Wie Cleche dir die Heimfart anzuſageee 
ir tlopfenvsied.an deine ae SIT a | 





sorry 











13 der. E.Sieimaebände 


Du: meinft / die, Koch fen leichter zu ertragen / 

Die man gewuſt. Ach nein Ach lebe dry 9 
Weil no wi Zeit das Leben dir will goͤnnen. | 
Sr werd up ſeaucht eh wr als merden können 





* " Exemplum, Echus: x. 
EN MX 4 5 - ; | 
Deh / da Sedle der * Gesten? a re 
Das fol mein Spiel für einen Held axwehlen / 
in auch erfchallen 0 
Wem —— —* en 
Soft ichs * Pindus oder Hemas lehren ? 
ey — Saum in den DEN, J— 
O iebten Rinden 

ae kr Pag zu verbinden, Eos 
3 Orpheu ſpielte / daß die Ströme ftunden/ | 
Die Winde fchlieffen? en — KR 
Den — die zum Himmel reichen/ 

— Muſten A E. Eichen 
olich dich v Mer aller Götter. ſage/ 
— der Oö ige — 
hi Vater / tanſt ja auch die — ——— 

a if Der Gtoſte / wirft es auch ee 3 RR 
an deinen Willen einer bintertreiben? RE 
ei jemand aa * iſt / wie ich vermeine / 

ER Dallas deine, Ci 
Ru höre, ne von ‚EC charmügeln fage RW; 
iana freut en wenn fienur ——— | 
hoͤbi fein Dog mag auch nicht verweilen. 

— Eeht ihn mit Pfeiten, 2m, 
* Fa Alciden / und bet $eden Kinder / 

wreitet Pollux auch nicht minder 


u 








720 Exempel der Keimacbände: 
$äft feinen Feinden / von den tapffetn Keule ⸗·⸗⸗⸗ 
Sy Schreckliche Beulen /E. Haren: 
Wenn ſie / die Sterne | durch das Blaue blincken ⸗/ 
Den Schiffern freundlich von dem Himmel wincken /⸗/ 
Slarren die Winde / und der Stun prangenn 
| Bleibet gefangen / E. hange 


= 


Romulus / ſoll ich auch von dir was ſchreiben 
Tarquin und Numa zu den Sternen treiben "ar 
Arpodurch wi Entofichdem Pluto weifen? 7 
Regulus / Staurus / ihr berühmbeen Selen? u 
Kan jemand billig euren Ruhm verheln? . .. ch 
Paulus rd Faber / wie man euch ſoilloben 
Zu reg pi Stehererhoben? Er dbeh 
&urind tan gwar nicht bon Reichthumb ſagen / —— 
he ar Bee J———— —* 
FƷedoch zu fe en waren fie gerathenn. 
Y —— Brave Soldaten. E. Aten ire · noxii 
| | "hoflibus ab Are Dea Noxek ‚ 
2 rn 1 RN 2° RT a 
Mat cellus grunet gleich den Dahme weigen 
Ihn tan br —— — re 
Teſaris Funcke / wie der terne Dale] Are 
| ragen gan 
Vatet ver Götter / varı Saturn gebohren / ee 
Di biſt vom Htmmiel ja dar zu ertohren u 
Daß du dein Säfar fen Gebiete mehreſt | 
a Do ſeo bertehre/ Brthtihh, 
dat et bie Parther nicht alfo bezwungen . Ag 
Wieder dre Serer iſts ihm auch gelung 
den wo bleibts mit dem oͤberwinden 


NIE 





[2 = 
. 
_ 


\ 


. 2 
% +35 


200 foß mans inbentE. HUN 
LE) * 4 : Zupiter / 


— 








⸗ 


u Erempel der Reimgebande 
Supiter / goͤnn ihm / neben dir zu figen/ 


Er fan 7 wie du / auch ans den Woiden bligen, 
Er weiß den Suͤndern ehre zuſt zu brechen/ 


ch), 








dann 


| gi x 
Doia / mein Sicht 7 ich weiß mich kaum zu halten / 
8 Ale ſtoͤßt mir auff / die Zierde will veralten / 


rme / die mir ſonſt faft niemals nicht gebricht / 


Die weichet ganz von mir / o bydia / men licht. 


2» , 
Sch binniche mehr bey mir 7 fich / wie die Thrämen fließen 
Die/ wieder meineh Sinn ſich durch die Wangen gieſſen / 
Memsebensfeuerift gar nirgendo/ als bey bi 
or liebe brenne ich und bin nicht mehr bey mir. 


EL se 3; 
/ dieſes druͤcket mich / daß Zelephus muß heiſſen 


De allerfch, 8 Kind, Dich muß er zu fich reiffen? 
Gen een v- Kia ua — 


„Die Arme wie der Schnee. Ach diefes drücter mich, 


Mt J 
hrwahr es laͤnfft wohl aus / es wird nicht immer gelten / 


Wem er / vom Wen erhitzt / dich hebet an zu ſchelten. 


So mancher tieffer Kuß / fo mancher Liebeo⸗ Sirauß — 
Und was ſonſt mehr darbey / firwahr es laufft wohl aus. 


nal 
Ich lolꝰ und liebe das / was auff Beſtand gegruͤndet / 
enn ſich ein liebes Paar recht herhlich ſo verbindet ⸗/ 
Daß nie fein Mißverfiand doß nie fein Abſchieds⸗Riß 
Im Buben fie erirenn/ ich Lob’ und hiebedies’ | 


vw 


bb . - ‚Exempel 





Straffen die Srechen/Exrächen, 


 Exempelder Dierzeiligen Ringes 
eime aus der XII, ©d. + IEER' 


| 





522 @xempel der geimgehaͤnde 
Exempelder Wiederkehr aus der 
XIV.Od. 6 2 He 


mr 7 v 
| &s Du fonft kluges Schiff/ wie laͤſt du Dich jetzt dringen / 
| nd durch der Fluten Macht fo weit oom Ufer bringen] / 
Sc fieb auff deine Schang’ 7 ob nicht vor allen Dingen? / 
Sm Hafen einzugehn / dir mögenoch gelmgen. 
2+ \ i 
Die Ruder koͤnnen ja dich nunmehr nicht be zwinge/ ⸗ 
Indem bald Nord/ bald Oſt umb deinen Maſtbhaum fingen/ 
a alle Plancken ſtracks von ihren Stuͤrmen klingen? / 
dda die Seegei faft intanfend Stuͤcken ſpringen. 
3.» | 
Ach ja / es iſt alfo / dir Armen beyzufpringen/ —* 
Ja faſt tein GOtt daheim / es will ja gar nicht klingen / 
Daß du von deiner Macht willſt pralen / rühmen/ ſingen / 
pie du o Dannenbaum die Wellen koͤnneſt zwingen. 


4. 

O Sehiff / du merekſt es wohl / es koͤnne nicht gelingen / 
Imfali du fechten ſollſt mit außgemahlten Dingen. 
Esmuß hier Nannſchafft ſeyn / drumb laß dich ja nicht brin⸗ 


en 
Auffs hohe Meer / noch auff de elen Klippen dringen. 





Exempel der Wiedertritte aus der 
| xV.Od. — 


| ee N 
= Maffer:GHttfah’ einftdenpariseiln/ 
Durch feine Flut / ſich mit der Braut zu heilen» Ep rl 








| 


Da wird es denn recht an ein Wuͤrgen gehen / 


. __ Erempeldee geimachanne23 
Sprach bey fich felbft/ der meiner ſich zu Heilen/ / 
Er ſchlaͤgt fich wund mir feinem Raub’ und eilen. 

2 


Halt ein du Nord / damit er deutlich hoͤre⸗ 





. Wiefehr er ſich mit diefer Fahre bethöre. 


Was mügt es denn/ dag man fich fo bechöre/ / 
Und feinen GOtt / und feinen Menfchen höre? 
. 3. “ 

Duführeft zwar dte Braut mit dir zu Haufe / 
Doch huͤte dich / daß nicht mit groftem Braufe 
ger Mertelans / daß nicht mt grofiem Braufe 

es Griechen Macht fie wiederbringt nach Haufe: 

| — 


Die — dir die Hochzei ſo berſtoͤren / 


Daß man nachdem wird Troja krachen hören. | 
Wie wird es gehn | wenn man den Feind wird hoͤren / 
Den Seind / der dich zu Grunde wird verftören/ 


zZ 


Wenn Pallas läft den Schlangen-Schild nur ſehen. 3 


Wenn ſie den Puſch läft auff dem Helme fehen/ 


Und ſchon die Haͤngſt in vollem Trabe gehen. 
$ 6 


1 Dis wirſt wohl auff die Venus dic) verlaffen/ 
"Dich üben nur/die Zöpfe recht zu faffen. 


Ach laſſe nur die Nymphen folche faſſen. 


Dein Seitenſpiel bleibt den auch wohl verlaſſen 


7: . 
Das Venuswerck / bey frembden Weibern ſchlaffen - 


Kandir alsdenn fein ſicher Weſen ſchaffen. 
| | ER TE Was 











z.4 ___Erempelsder'Keimgebäne. 


as Ajar führt wirddir ein anders ſchaffen / 
Er wird gewiß zudeiner Noth nicht ſchlaffen / 


TE 


Daß fraufe Haar wird er bir fo beſtrauben / 
Ulyfſens Blitzen kanſtu nimmer glauben. 

Doch / wirſt und muſt es dann wohlglauben. 

Wenn Neſtor wird mut feinem Hängfte frauben 

| 9 

Wenn Stenalus nicht wird zu Haufe bleiben⸗—⸗ 
Der artig weiß den Wagen fort zu treiben. ist, 
Der Rereon wird dich auff Hoffrecht treiben? 
Tydides laͤſt dich auch nicht ruhig bleiben. 


20. 


So wirſtu dann / fo wie die (heuer Hinden / 
- Bar teineg Orts dich männlich laſſen finden, * 
Denn benn der. Woiff ſich blickend laͤ ſſet finden / 
Ro bleiben denn die faſt⸗ erſtarten Hinden. 


u 
I 
/ 


2. 


1 1. 


Achilles zwar wird was zuruͤcke bleiben / 

Da kaunſt du denn die Luſt ein Weilgen treiben. 

Doch wird die Zeig den Kitzel Dir vertreiben? J 
Wenn Troja raucht / das wird nicht auſſen bleiben. 





Exempel einer Pindariſchen Ode 
| ausder XVL.Od. a2 


San oder Strophe. | 
| SR die von ſchoͤner Are} 
N Schöner / als ſon alle Schoͤnen > 
Die fo hoch gehalten ward/ ER 
Daß fie Fan die Mutter bönen/ 





— * N i 
J — * 





Exemwel der Keimgebände. 427 
0 Die dochfo wohl gefialy  — — — 
Daß der ganze —— rt 


Mehr aufffie/ als. die / geſehen / 
Die en jagengeben. 
Ibbin ſchwart bey dir geſchrieben 
Weil ich vormahls Schimpf getrieben / 
Dich in Verſen auffgezogen⸗ 8 
Und dich fozum Zorn bewogen. 
DO ffe ſie nur ab / — 
> Bafifie zu Pulver brennen, 3 | * br Bi, 
Senck ſie in Grab| Fa 
Daß wir Kellefpontuns nennen, 
Mich hat der blinde Zorn ſolchem Thun verleitet / 
Dev machet / daß der Win au⸗ feinen Schrancken ſchreitet. 
Bein GOtt hat nie ſo entz undet/ 
Auch die Dindymene nicht, ı 
Gb man fich zwar blind befiider / 
Denn uns Phoͤbus felbft zufpricht/ 
‚Ob ung Bachus ſchon berbörer/ 
Ob men‘/ wenn man trummen hoͤret / 
J Von der Corybanten Sand / äh 
| Wird von allem wiß entwand/ / 
Ben Doch Zorn ein mebres fsifften / 
Und ung durch und durch vergifften, 
| Gegenſatz / Antiſtrophe. 
1% Jorn Der ſchadet mannichmabl; 
|. Meannichmapl hat Zorn veefenet, 
Rein mit Fleiß geſchliffner Staplj 
aͤtt ihn Mars auchfelbfi geweget / a 
richt uns fo viel eb ae 
” Stuͤrtzet in das Grab) | 
Als ein Funcken unſrer Sinnen 
4 Unfeem Thun kan abgewinnen] 
Nicht die wiederbolten Welleny 


Bu iR 333 Re 


S 











/ “ 
126 Erempel der Keimgebandt. 
Die um Seylla grauſamb bellen! ker‘ 
Ylicht die fchwefelblauen Slammen 
Die Yulcanus ſcharrt zuſammen. 
Auch der Donner⸗Gott 
wird mit feinen Riefen-Keulen. 
Gleichfamb nur zu ſpott 
SoenFan ung viel eh ereilen. nal 


metheus / wie ee uns aus Thone hat geſchaffen / 
at faſt von jeder Ari / von WELFFen] Hunden) Affen. 


Ja auch von dem Leuen·Magen 
Anſerm etwas zugeſehtt. Kata 
- Dürfen alſo gar nicht fragen | 

Tas uns Menfchen fo verbeßte 
Auch Thyeſtes ward verblendet / 
Indem er den Sruder ſchoͤndet / 

Ad) / wie manche Stadt und Land 

fi durch Rachgier umbgewandt / 

Wo die hohen Mauren ſunden 

Zat man Pflug und miß gefun 

Rachſatz Epodos. 

Drumby Schönfte/ Mille jeät} 

Weil die Jagend mich 

“Jugend die nicht weißt 

das der Tugend pri 

Zab ich wag zu viel ſchrieben / 


Kind Das Spiel zu hoch getrieben 


Ey / ſo bin ich jetzt bereit meine boͤſe Sitten 
Su verfluchen / und [meint Sicht) auch dire aWbzubitten / 
ey Du nur nicht wieder Den / DEP die Sind erkenn 
Seekig bin ich/ wenn mein Schas ihren dreund mich nei: 


‚Exem- 


% 
k - 











I, 


RR Aunus läffer feinen Waly / 
Km vergiffer ſeiner Hirten/ 
Die ihm doch ſo manchen Taa 
Liebes⸗ Lieder vorgebracht/ Hehe 
Dſt ſich meines Höfgens Zi  _ 
Mehr alsjeneskoftbar ſeyn 


| 2. 


Ich will ſelbſt der Züter feyn 
Memer Ziegen) wenn der Wald 
Srennet / und die andren Hirten 
Wuͤnſchen einen kuͤhlen Tag/ 
Keines hat er mir verbracht / 
daunus / meiner Heerde Dich, 





3e 


Er giebt felbft den Blumen Zier 


Und mein Dich Ean ficher feyn/ 
DIE und alles geht im waid 
Ohne Auffſicht ſohne Zirten 
Beine Schlange hat bey Tag’) 
Auch Fein Wolff was umbgebreche. 


a 
Daß hat mir die Kunſt gebracht / 
En Of 
o denn ni ifrey ſeyn 
Goͤtter ſchuͤtzen meinen Walz, 





38  Exempelder Reimgebaͤnde 

rt ey p’= f | 

re 'ommet | meinelieben Hitten gs 
Spiele bey mie Den ganzen Tag. 


ö 5, 


Komm’ auch] meiner Seele Tal, 
Tyndaris / Die fey gebeaht 
 =jepe der fehönften Trauben Bier. 

mb uns ſoll kein fireiten ſeyn 
Fredemn Cyrus gleich den well 
Und ſonſt alle Suftder Hirten. 





6. - 

2% Vimm die Keohnel Licht dee Hirten? 

— Sey nur froͤlich Diefen Tg. 
Trauren fey gang abgebracht. 


Eyrusfoll der Aränge Zier | 
Zeute traun nicht Maſter ſeyn / 
oft v gleich den halben walo / 









utſch ae 
"Erfier Theil iR 









J Borinmen ü 
is Schi we: 
ass: age re! | | 0 


ochwuͤrdigſten / Durchlau 
— ———— ie ren | 
Bern VDhriſtian F% lbrecht / 
—I Coadjutorn des Stiffts Luͤ⸗ 
N zu Rorwe egen / Hergdgen oh 
Selten Holſtein / der. Stormarn — 
* —* marfenı Grafen zu Sendung 
Asp Au ‚und Del Imenhorjt 7 


‚Se m. Ga $ Siem 
ll * Wi⸗ 


J 
777— 
* 


Siiee le 


ethan / 
iger — 
u Die Mira —* —— * wird entrichten ir 





DR > — 


Teutſcher Gedichte 
2 IE 


——— Sürftin / und Frau/ 
van Friederica Amalia / 


Erbprinceflin von Dennemard und Nor⸗ 
wegen / vermaͤhlte Herzogin zu Schleßwig / 
Holſtein / der Stormarn und Dithmarſen / gu 
zu Oldenhurg und Delmenhorſt/ 
Sean Gnaͤdigſte r 
und Frau. 





Bey gluͤcklichemenfange des rss ↄten ahres 
gehet — ein altes ahr zu 


Das nie) O groſſes pam / Eu feine 
uloner funde, 
Die nr die borget ung von al Guͤtern zwar/ 
iht und ſ all⸗ And jedes jahr, 
Wer durch Die Tugend fich nicht aus derSchuld 
fan 


eben / 
Der ſetzet ihr In and’ein gro es Theil homoeben / 
Sie fordert ihre Schuld mit a allen Renten ad 






/ 
Und bringet vor der Zeit den Eduldner in das 


Gr ab / 
Den, Kaͤrcker / welchem mie fin fein Shulbnesiftene, 


8308 ihr uͤber Euch das — henom̃en / 
Se hr / was ſie Euch ga ven ugendanl 
be a lub abt mie Tugend guf 9 










— — 


— 


! 





een ar 17, 
—— die Yn nang auf mehr / as ae an 


ME ann 
bt ſie endl 
— 
Die e tſi uch q en r 2 
Sp machet Euch nun ſelbſt / nach —2 — 
















cin — un halte 
J € 


Bößeratun Sreuentigen | @ 


ER Aa in undFrauen / 


auen/ riedericag malig/ 


b⸗Princeſſin vor Dennemard und 
Dior egen; vermaͤhiten Dergogin zu Schleß⸗ 
— —— —— und der Dithmarſen / 
auchGraͤfin zu Oldenburg und Delmenhorſt / 
es anÄdipfien Fuͤrſtin 


und 
Wie derſelbe den I —— vbntfeberubnt 
vard 


egan 
Enid haben alle ‚gingen / 
Groffe Sürftin) : 

er geledrte Mufen-Flugr 

er dem Goncen Dean. 3 
us den Klauen war gefloffe 

dat ſich in dein Lob segofe * 


















DIERIINKELIIN 


TERITTHITT 





= | 


* 
1 sa Ip 


Mas bier —— Eu 

Er Dir — Lieder ſchallen· si 
Ales wo PA no Da 8 
es gab ſi ir zuei 

und mr sBAnk — gan — — 
verknuͤpft durch 

Sum vertnüpfe Dun DENE. 





ie Zier der Er? | 
Ließ durch 30 ung — u 


er.in Dir mit danet RR 

A .. — — NE 

chen onigliche i *— ER, 
26 in Dich geſencket Haben- Dun j 0 £ 


vr Ach wie war D Be bergt 
Ser durch Deinen B 5* A 
hriſtian der Fuͤrſten reis! MATT, au 
er.in deiner Arme Kreyß 
eeder — Den — 
* — u ie 
als Deine IE 
Ourch gemeines Bepfpielt 8 et 1 


un die ——— med ii: . 


| ind Dicielbe zu Hedeugen | V— 


fi jatein Dichter — J ei — 


- 
* 
" . 
— — — — ꝰ;? —— Yy 8* 


—— Lied mit kein dir J 


— Erſter Theil. — 
Da babihden Den Sera 
Derunsfoiches Heil gewieſnnn 
Da dein Stüdftadt demPraͤneſt / 
Unſer Cimbrien ſo feſt 
In der Liebe hat verbunden? 
Und die zwietracht überwunden. 


Hier war lauter Myrtemgruͤnen / 
und — Herbſtes Tage ſchienren 
Echẽner / als der Lentz zu ſeyn / — 

Wenn er anfangs bricht herein/ 

Und laͤſt die gemahlten Wangen Ba 

Mit vieltaufend Farben prangen. PEN 


| O was waren das fuͤr — 
| Da aufjuns don allen ‚Seiten — 
Lauter Gluͤck und fließt * 
Jaein Tag / denjeder ich/. . 
4 Megen Ewigkeit des Bandes m 
| Den —— unſers Landes. klin 
Alles ward Hier nen gebopte 
Und erfepe Baer 1 abi 
Seit fich Friederica h * ud ah: 
Dem Sim ei genap't. 
Deffen Finſtern ——— 
Kal fie nun Mutte nennek. 
Reg tompt der item 
| Etteffet anft der Erd ieb 
ae neue BEN EA . 
Fr befrä — — — x 
aͤſt Dir a voLicht der Heinen / Ver 
a GeburtesLirht wieder fheinen. X N 
U; Sie⸗ 


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« Eecutſcher Gedichte 
—iebe! wiefich alles freuet / 

Wie fich Die Natur verneuet / 
Geren milder S cbooggebiert/ 
Tas Dir den Geburtstag ziert / | | 
Gleich als wollte ſie darneben | 
Dir ein klares Benfpielgeben. 

Wir / wie billig muß geſchehen / 
Wolien dieſes Feſt begehen / 
Wir erzeigen unſre Pflicht / Be 
HRir beehren dieſes Licht / — 
Das Dich Fuͤrſtin / hat gebohren / 
Has Dich uns zu gut erkohren. 

Unſer Wunſch ſoll auch nicht fehlen/ 
Denn / wer kan ihn doch verheelen? 


ãlle ſtimmen mir mit bed! 0.000: 


Das nochein Seburtstagieh/ - 
Ein Geburtstag.müß’erweilen/ 
Da der Heroſt ſey mehr su preifen. 
| Dieter wird Dich Dir gebaͤren/ 
Und uns —— unſch gewaͤhren / 
| Willigt nur der Himmel cin / | 
So werd ich dor —V 
In das zarte. Winſeln fingen. | | 
* —T dein Dichter ſchreiben / 
Wird ihm Nuth und Leben beiben / 2 
Ser zwar jetzt nur Dichten Fan / 
Kömpt dieliebe Zeitheran! ?ꝛ 
Weñ hier ſelbſt —— 
Hat er warlich nicht gedichteee. 
dB 


re 2 





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nn 


_ Ertet Spell. __ _ 


—— 
RKein Wunſch / 


a m. 
Leu⸗ Jabrs Wunſche / 
Dem ann, —— — 
— Fuͤrſten und Deren: 113713 
Heren Fuguſ Friederich - 
Erwehltem BifchoffedesStifttes Luͤbeck / 
Erben zuMorwegen Hertz ogen zuſSchießwig / 
Holſtein Stormarn und der Diehmmarfen / 
Scrafen zu Oldenburg und Delmenhorft / 
Seinem gnaͤdigſten Sürften 


nn. Und Serrn / —** 
Ben glücklich angehendem 106ſten Jahte. 
BR Of abermahldasnite ae yergatigen? 
Siſt nun abermahldas alte Jahr vergangen 
RD s nun ———— —— gee⸗ 

—— | biert / 
Und Dich / o groſſer Fuͤrſt / mit ſeiner Sonne ziert / 
Di Se m je —* hat 
a“ rei pe re ra: vie j gen 
Viel herrlicher geſchmuͤckt Dichy $ gr en 

en pjangen. 

Derüber alle Zeit den höchflenReiche-Sstab führt, 
Sdenckt RER das fich Dur Feine eit 
a u UPS ARHERR 2 OPTEREM 
Das Land rufft Die Glück zu ein jeder hat Ver⸗ 
aan LH — 
Don feiner Lebens⸗ Zeit ein Opfer Dir zu thun. 
| We FöntergoffetaflalhierdeinDiene ruhn? 
| 4 er 








a | 


rn 


8 Teutſcher Gedichte 
Der Dir ſchſelber fchenekr/ fein natlesrund fein 8 


Und wuͤnſchet ſo Se an und Herk 
Das nicht in dieſem Jahr ein u) vennöthen 


Wie tönt er beſſern sun und aröp re Ga⸗ 


ana 
3 IV. 108 Be f; 


Durdlauctigfe Fürfin und ge 


Frau Maris Sliſabeth/ 


lu 
u erkogin zu Sachſen / Juͤlich / Cleve 
Der. Si Prineeffin in Ober⸗und Nieder⸗ 


Laußnitz / verwittibe Hertzogin zuSchleßig / | 


Holſtein / Stormarn uñ der Dithmarſen / 
Graͤfn zu Oldenburg un Delmenhorſt / 


Seine gnädigfte Fuͤrſtin 


Frau / 


Wie dero Hoch⸗ Durchl. den 22: No⸗ 


vebt Ihren hoͤchſterfreulichſten 


eburts ⸗ ENT: 
Beh feperlichft nn — 
nis any du ſchoͤner Tag / —7— wollen Dich be⸗ 


Dich / Pen wird der ah 
In — inge 


I —V wi 





— —— — 


Te — EP 


- — —— 


Erſter Theil 9 
Wit aßen et Gold mit T iamantenein, , = 
Brich an dur‘ teuden-Tag/du jeittung ewig feyn/ 
Der du ein ewig Sicht den Cimbern haft gezeuget / 
Derdu die Mutter ſelbſt deꝛ Cimbern haſt geſaͤuget / 
De Mutter/die uns gab sum“ Baterihren Sohn, 
Sen Sohn de Cimbtien baut einen neuen Thron, 
Durch den wir alfe ftehn. Mein ganker Geift 
OB gebe auf duch bes 
1 genet auffer-fich Durch des Parnaffus Wege / 
Ich fire eine Glut / Die mir im Blute fpielty.. 
Und —— roſſe Fuͤrſtin / zielt 
Aufdein fo hohesgo Selhſt deine Kindes ⸗ Kinder / 
Die Mufen/fpielen Dir viel Kalle und gelinder, 
Der gantze Helicon erfreuet ? Fran —* 
Der gange Caſtalis ergeufst ich in Dein dob/ 
RR die. gelehtte Blut nunetvig wird benetzen / 
ENDE UfERMagd/diegamayda WIRD ſetzẽ / 
Wo erſtlich die Yratur aus — — — 
Und da der Sterne Dit Schrancken 
DB — 4 eht. 
SH Fürftin/derich bin ein Diener deiner Muſen / 
Ich ſchuͤtt' auch ver Dir aus bein Lob aus reinem 
en | Buſen / 
Ich den der Vorwitz trieb zu jrigen feine fick : 
Und wag o Sürftin/ thucdieFühne Demut nicht! 
Dee / bſie gleich mur Priecht und klebet an deꝛ Erden⸗ 
| Dutch eignen Vorwitz PDS um Schau 
nenn ge, fpieliwerdeny. | 
| AR Ihren Vorſatz auch bracht’ endlich indie That / 
War hier nur ſo viel — ſie viel Herhens 
—— dhe.. 


Gr ER Doch 





J 





\ 


ao ____XeitfiherWeniäte | 

Dochrachimer giebet wohl den@ulenAdiersAugen/ "| 

Die nur bey finfiver Nacht / und nicht bey Lichte 
Bine | 


taugen? 
Welch ſterblich Auge faßt Das SoñengleicheLicht? 
och ſiehet man die Sonn auch ohne oñe nicht | 
Fl leich ihr heller Stans Durch alle Lufft erhöhe! 
| nfichr@ie boch / was hier in tieffe Thalern ſtehet. 
on mahle war allhier Ihr Bildnis auſſ Papier⸗ 
b ſchwartze Kohlen find Die beſten Farben hie | 
Sie kan ja lauter Ceht / ich lauteꝛ Schatten / geben. 
Die Sonne mahlet nur fich felber nach dem Sehen 
Die alle Farben zeugt/und allen giebt ven Schein | 
Sie prägerihren Diane inunf’re Seelenein. | 
ESey tauſendmah gegeügt/ön — 
ber⸗ | 


ber: San 
Du wahres Tugend⸗Bild / — 


Du Koͤnigliches ind! des HimmelheherSta 
Auch von den — den und 
Aftraa gab dir felbft den Anfang zu dem Leben 
Die Froͤmmigkeit hat Dir die er e Milchgegeben. | 

- Die Mufen hauchten dir ihr milbes QBelen ein | 
Die Stiene leuchtete von hellen Tugend⸗Schein. 
Die Siirne /die / gleich wie berHime ſeinGeſtirn⸗ 
Die Schönheit/porgegeigt und Weißheit im OR 

| REN. 2 irne. 
Das Antlitz iſt / da ſich der Seeie Schauplatz zeigt! 
ie Augẽ FRA ch die Tugend A eräugel (gl 
enFilgen Wan⸗ 


VE N ⏑ — 
. 


jemahle den Purpur ab / auff Die 


In welchergar efonft die groſſen Fuͤrſten pra 


\. 








iſt / 








— spe 3: 





' Die Sarbe seiat jerechtungefi 

3a an racht / und fche färben BG 
—6 in 

Dein u. wurde hier na nach Fahren nicht gesa 


eaımit Yoheitgang ale 
et / 


der ewig iſt und nach dem Himmel 


meckt / 
je war zum er at Fein meingig Biel gef, 
$ eil him Ai, — Seiten. 
emeiner Sin la urch Diefe Schritte leiten 
Di ige ftellten — Weſen dar 


ie hi ſte Ju 
—— 


De Be Kindheit ef aſt ohne Kindheit war. 


Ba die fi ae heit: Probey 
re tete/ Der mufteDich auch [oben 


8 quallaus — — reicher Nektar⸗See / 
und Mund hielt nichts von bite rerdfoe, 
ie 


tmuth war in Weste un in Weꝛckẽ / 


Vey welcher man allein kan wahre — 


Das Antlig mahlte die den Fruͤhlinga 


Die Bruſt 


ie war ein Paradieß der herlerd ſchen Luſt. 


Die morgent 


DieBienent ko 
er ſah'i 


othe der Zucht — aus dieſen 


nnten aus A fangen. 
in Diedie Tugend wundernd an / 


ieihren —3 — u. bequemer haben Fan. ' 


ie mancher 


re am hier / © uͤrſtin der 
innen / 


— den heſtẽ Schatz —— gewiñen / 


an er fafon füche” an dir das goͤldne Fließ / 
5 ii 
n jede 


eit ve Su hier weh aret ließ? 


*8 Te 
Der” 


we 








u ee — 


eutſchet Gedichte 
Der Fuͤrſten Preiß en tik fen eben 
Das fehöne Cimbrien fo ficher — er 
Bft ie durch feinegiem/beruachf DIE feine Hut 
Der führte dich Davor in die. Eipfen-geher!, ⸗ 
neigen fich für Die der&iuber Hure 
Sie Dumit Deinem Licht’, oNymphe aſt erfüllt." 
Der Neſſel Siebes Brand har Raute hi 
GpPaar / den! 


—————— Geiſter — 
So die Vollkommenheit auch febft nicht konnte 


| —s— ER 
Daan die Mißgunſt ſelbſt auch keinen Tadel fand. 
Des dandes Seel undbLicht / — wahres 
in PART OR N. | 

Seit dem das fefte Band der Höchfte hat getrene⸗ 
} And ung daseinegicht den liebe Schein me tgoͤñet/ 
| ar Eimbrien war wohl in geoffes Leid Fer 










och ein Troft iſt noch da / der unfre Seel et90 
| Aus feinem&arge entftehn Die ewig geruͤne Reiſer 
| Teil Titan lauffe wird Durch) Die zwölf Himmel, 


a 
So wird auch Cimbrien durch hen acherhu 
| | RR f 


Es wird fein ewig Lob zu Feiner Zeit vergeht. 
Des VatersGeiſt iſt ung im So ne neu geboh% 
Pleibt uns nur Chriftian / ift Sriedrich nid) 


—Aã— dem daß Er dem Vater ahnlich 


‚Such Ihn hatCimbrien den höchften Grad er⸗ 
— ſtiegen / 





| id har Rauteh ee t 
Seteen gleich'geich unvergleichtan. 


flellet Er uns nun zroiefache Klarheit dar ⸗ 


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— durch die fe —3 nit Ihre Sie 
Was hi | —— —* —— 


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*28* * — * * Eh In ns | 
“ "Dita, Fauͤrſtin/ muſi —— 
Diſeldd an gehehrn die Stunr un — — ve 


den 
dein Geburtotag miß uns Ei eig, 


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roße Tag / duch ber en wi⸗ Fate RR 
Der sales fe Re are jemahlg om —— 


Durch 





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30 lalle / Fan ich nicht mit vollem Munde m 


| SG: 


a ee EEE 


14 Teutſcher Gedichte 


Durch dieſen ſte erf feft das allgemeine T 
Und alles lebt / das hat an ihm ſein heil, 
ch / der ich neu ichnochf 3 in die. Zahl der Dein 
ind / dem der Cimer gi Se eh Re ae | 


Ich miſch auch meinen Sonund armen und 


rein. 
Will allgemeiner Freud’ ein Fleiner Anhang ſeyn 
Wie /wenn ein groſſes Schiff auff ae Seen 





gehet/ 
Wo bald ein guter Mind mi fo Saufen | 
we 


Bald / wenn Neptun erzuͤrnt / weit SEE Mer 

Ein ſtarcker Nordwind ſurm / und mit den See⸗ 
ne] U Ma, 

Folgt ihm ein Heiner Kahn 1, un wibe 


So werd’ auch ich geruͤhrt ina de | 


ao ? ein fchle — gebe was ich kan / 
Ass tter nehmen auch der Armen Opfer ia” 
Sfija fein Weyhrauch hie / ſol — 


nd Vutter / Sohn / undLand in ſteter B 


ap Himmel/viefes Feſt ung tau Ale 
Der Sriede wohn’ uns bey. 


ri rauhe —— ni tn * 
1 en "pe 


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‘ Ober —— — Ertz und 


| ſeyn / 
| Der Sim fiber ſpricht in fr Ja darein 






Durch — Sürfin und rau)" 


Fr. Kriederica Fimalidy. 


Erb⸗Pri ceſſin von Dennemarck / und NRor : 
wegen / vermaͤhlte Herßogin zu Schleßwig g / Hk: 
ſtein / —* Stormarn und der — 
— Graͤfin zu —— und. 
elmenhorſt / 
Sun ehem en 
ie Dero Fu 

on dem höchften nach Sngereenem, 
| 1670ten Jahr / * nn jungen —— 

eeliget worden. J 


Buff, und- eliton:.,. 
Rau, fe Deren —— 
Ergieſſet euch in ne eue 


9 ebet — aus euren, —— 
übe —* meinen Geiſt / 
in ſich ſelbſt von Luft een 
— mbrien/befränge Dicht 
Det au ein Himmel dich anlachet / 







er auch im Winter r dich / und | 

—— —— mad | 
urch feine Gunſt gezie 

— utter uns gebiet, 





Tereutſcher Gedichte 


Willkommen großes Sürften Kind! ⸗· 
Zillfommen, Cintriens Derlangen! . . 
winner 


Has; einen neuen Schein ge 


4 


ðieweil es dich nun fan umbfangen 7 


Eimieder fället dir zu Fuß’ | 
Und opffert dir den erſten Gruß. 


—— hier ben deinem wiegen 





Und dauchen dir die Sanfftmuth ein. 
Aſtraͤa ſelbſt hat Dich ans Licht 


Sie bildet Dir dein Angeſicht © 
Und Dir ſich ſelber eingepraͤgt. 


Die /ſo der Cimber Fürften-Bluf 
Zu keiner Zeiten Zeit verlopren 
Die fich/ als wwelcbebiet au Hanf!" 
In Kindes Kindern breitetaus. —_ 
Mich duͤnckt / ich ſeh an deiner Stirn 
Ein groſſes ungemeines Weſen 
Und trüget mich nicht mein Gebirn ⸗/ 
Kan ich den groſſen Vater leſen / 
Der fich Hier als im Spiegel — ans 
und in den Augen ſich traͤugttt 
—— 


5 NL ULLI 


apbaGus mi Be MRS | 
zii tanfend Wünfch’ und Lieder fliegen · | 
Die Sratiendie tanzen preind, ul 


Aus deiner Mutter Schoof gezogen] / 


Du haſ ihr Nektar ſchon geſogen / a 
Sie hat die Glut in Oir erreg // 


ugend ais dein erbiih Stk |" U) 
ft Dit zugleich 





ee 


__ NER eyhen . 12 
Seh febe ſchon der Inter Ga 


Yuffdiefen zarten Wangenipielen zit: 5 212 
Die Dich ihr erfics Bildnis peipenn ousi so 
Und laͤſt die Augen auffdichigielenzu-- Alte 


Sie enden Dir die Straplemeinir 19:5 5 IUBE 
Die Koͤniglich AMSöLtlihfenn. ic ın. 130 
Sie dBrädet Dich an ihre Bruſt u 
| Tor ren’ hiemt gir einzudeüdeny INTaETR 
Sie nennt ich ihre lebe ruftt 
ı BDufpeifeh emitFreuden⸗Slicke u 00 nr 
ie mit gefttettenQicmen mistuz ®.645 
as Lieb/ doch unermeßlich i fßfßfe 
In dir geht dein Geburts⸗ Stern auff / a 
win dimmel WirdinDirerpöhetn ı: Ant: 
Was gert uns der Planeten Lauf? NER 
Dein Gluͤckſtern / der in dir beftevetr NER 
Entfte aus zweer Richter Schein / SIE 
Kein Drachen Schwantz der ſchadet hier / 
Weil der den Drachen⸗Kopf zertreten/ * 
Faſt gleich gebo ren wird mie Sir 0 
Kein herber Magatifpier gebeten Pi ui GE 
Beil Sriederich Dich beftranıty union: 1 108 
und Dich mitgeiedens-Farben mapıg css 
Es dat Saturni Sichel nicht ER 
Die Lehens Pforle Dr cr 
Was ſchadet Dit fein fcheel Geficht? - 
Laß ihn nur ſemne. er freſen 
Und ſhielt gieich fein gepierter Swein / 
So wird doch mvte DELETED ch Die 









N 


Teutſcher Geſchichte 


Die Tugend⸗Bilder / die in Dir / 


Is Sierne / ſch geſeket haben 
——— FORT: 
Die Fürft-und Königluben, Gabens |. 


⸗ J 
„3 





on fo viel AUpnen her gezehlt / 
Die Ieben bier in Dir vermaͤhlt. ul 
_Quwals ein himmliſches Geſchlecht 
Buſt ſelbſt zum 


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* 


J 
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Y@ 
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n Stern’ erkohren 10° 


euen Stern’ ; 
Der Sterne Rathiebluß. patfein Fecht / 


dem, washimmlichift/verlohren. 
Ei dienen Dir / daß machfiu wabt/ 
Weil Duuns machſt ein neues Jah 


O iebe / großes Säle Kid yo 


großes Sürfien Zuund 
ndlaß in Dindie Elternleben/ / 
wir wollen Beinen Kubmuek (Denn 


Sept fpielt dir. nur der Muſen Eho 


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BIETEN, 
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 Bemeine Wiegen-Lieder don ia mi 7 


Du h o groſſe Sörflin Dun 
ir ſehen einen Wunſch darzu /⸗ 
Der / ** a * 

ernerm Slüdereiherfen 1. 
U) auff Reu⸗J— allzeit nen! 


SOHNET/: 


IAls die 










Ihn INES IHN IRRE 
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’ 4 a 


Durchlauchtigſte dᷣrinceſſin und Frau⸗ 


Frau Fiſederica Amalia, 


* 


13 
* 
— 
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nn. 


Erfter Theil 


Gebohrne aus dem — Hauſe * 
— ROHR verma Ie —— zu 









| a Seemann 
Dem Hoc fürn ken zen Gpuorfcinen 
SP! bat auff Cimbrien ——— 


Das, non ein&tern! ———— neue ehat ver⸗ 


Dieweil der immelSyH — — 
Da doet ein oͤnigs⸗Ki en m ger 


So — nbedand nbonn 
inw — — — 
Berne unſte Luſt/ der unſre Wuͤnſche ge IK? 
ö a n/undau n 
uſſer Landes jetzt / und auffer.mir-geftellt; 

alles Gluͤck age: ale e We 


& ab mie Sam Be msn | 
a efenun Beinen Sn. | 
Ba n 









168 io pier ſol | 
ch.ge kai feeut Ak ee iR 


Es ward eben vamahis der Rente Dem 
ctiſche Prink a ger bohren, AT 





EEE 
J 


38 reife Gedichte 
| } Ä URS m Wi VM. ins $ — IT 
TEEN ZEN > a ; Andie SR HIETIN 
a Durchlauchtigſte Furſtin / und Fran⸗ 
Frau Magdalena Sibylla / 
Gebohrne aus dem Hoch⸗ fuͤrſthHauſes | 
wig-Holftein , vermaͤhlte Kan urn 
fenburg Fuͤrſtin zu Wender Schwerin/ u 
Ratzeburg "auch Graͤfin zu Schierin / der 


— 


- Sande Roſtock und Stargard Srau/ ' 


reine gnaͤdigſte Fürſtin 
sat na amd ara nun ed, 
Als fie in Roſthck / nebſt dero Gemahle / und an⸗ 
dern Hoch⸗ Furſti. Verwandten / angekomen. 
SEHE deinen Graͤnzen. 
Roftockrdeinen Mond auch glaͤntzen / 
je dein groſſes Sonnen⸗Licht · 
nun/ was dir gebrichtt·· eng 





Dich beſucht der Götter Srden. 
Und du biſt zum Himmel worden | J— 
Alch was ſchoͤpffen wir für Wonne / 
Fuͤrſtin /aller Frauen Sonne * 
ie In deinem⸗ ertzen od 
—— 
Sein’ auch gnadig deinem dichter. 
Künftig, düncft mir / werd ich ſehen 
Eine Sonn’ aus Dir entſtehen 
Sch ih nicht die Morgenroͤͤh 12 * 
Und mas macht dann dein Poet? daen 


u — ——— 
— — — — 
„u 


* 
J 


| 


Dan wird ſeine Fauft befchreißen/ . - 
Was auch fo der Nacbweltbleißen. 
Unterdeffen laß dem deineny | 

Jran/dein@naden-Qintkg cheinen / J 
Zwar / ich fig’ intieffer Gruft, BR: 
Du ſteh ſt überalte Luft, | 
Doc Cs fan der Dichter fingen Just 
Auch den Mond vom Himmel beingen 


— —— — 





⏑ —— 





in eines Freundes Nahmen. 
Crrſt nicht mein Thun zu ſheſtten? 
Iſt dein Knecht nichtalizu kuͤhn /⸗ 
— Ts 
Auf Dich Die Feder ziehne os. 
dler arbten keine Müden, ' 
ulen kommen nicht ans Licht / 
Ikars Fliael gehn.in Stuͤcken ⸗ 
Wenn auff fie die Sonne ſucht. 
Das Geſtirne deiner Stirney 
Deine Koͤttligkeit und pradtr 
Sehet dicht in mein * 
Deiner Augen Klarben maht/ | 
Daß ich des Gefichte ver fehle/ 
Zut meinichlechtes Haber giohr ⸗/ 
Und die heiſchre n Kepie —2 
Dicht nicht (rein Fürfien-Hpe. } 
AN® ä ul. J BUG IE: 





Hoff⸗ 










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Die ei 38 4° 
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—— — J 
Du Du ermüinfebtes Gouterpfand." 3 bad 
Kinder wenn ————— alle 
” ern ihre Luſt⸗ 
Faß dir ur om — 





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Das aus deinen Augen ſchein u m © 
SIE auch meinen @eift genefen, —J 
Denn Du biſt der Demuth ——* Ri mn 
So De a cum u deine 2 — 
Dei Yih- ee inter as HRS 
dler die dur al FinkcigeN 

aben einen gr bein. 9: 
Wie Bi — 
In ein ſchwarkes Tu —2 
Und die Trauer uͤnbge 
Dawirdm —— 
—— 

So hat alles, afft Ban and al 

ER Da finder Sanfmuh 

er. Die ein Fuͤrſt den Seinen weiſt. A 


EERNIIEE Br . 


in 
1 





— 
* 
We 


RErſter EBEN)? 25 
Dieſe Tugend iſt dein eigen 
1 Darimbmanpdich Goͤttli fihänt/ 

Das tan alle Welt bezeugen)... 0 
Dit dich ihr um Benfpielfent/ | 00 
Und wer wilder Haben Menges: 

Die in Dir — 3 ; 
Vecht erzehlen nach der Lange? 
- Hierzu binich nurein Kind. 

Auch Die Buͤrde deiner Güte 

Drüct mich dir zun Füffen Hin / 

Herr] die bindet mein Gemuͤthe / 

Das ich dein Gefangner bin / 

Wohůhat iſ det Seelegeffel/ 

Die auch mich bin zu dir zieht 

Mich verient ein Brand der Reſſel / 

Wenn mit deine Roſe blüht. 1. 

Nimmermehr wil ich ver geſſe// 

Masheinarofet Darm EAN 

Deinem Knechte / ugemeſſe nic 

Bas geh’ ich funDand dafür? © 1:33 u 

Sb mug flets ein Schuldner bleiben: / 

Denn die GuttHatift zugrokr 10. 090°: 

Laß auch mich. bey dir betleiben 

Held / und ſchleuß mich in den Schoof. 
Qu biſt ia geheimer Daten IV 

Und zugleich der meine mi ms 
Dur des Baterlande Beraterin ic 
zu die nehm’ichmeinen Zritt/ . u 0 >> 
De —— Inn? 

edem Schiffe zeigt die ah | =: 00% 
wi nn 4 Meles 





11 





Seutſher Gedichte — 
ö— — —— —— ————————————— 
Welches Sturm und Wind umbzaͤu net / 

So ſcheinſt Qu / Fuͤrſt Ehriſtian 


Wolte Phoͤbus mich erhitzen 
Und mir / für den Gaͤnſe⸗Kiel/ er 
Eine Ecbwannsgenerranigen | Ken 
Könnte sa mein ſple⸗ tes Spikl " — 
Moch hinfuͤro etwastangenn — u 2 
Toll? ich deiner TMgend Zier — 


ESchwer ich bey der Ruſen augen /· 
Immer preifenfätund für. nd Din nu 
Helffet doch: ie Diehrer-Qärtee > 
Doch was hilft hier ein Gedi 2 Bi — 
5 EEE ER tt ir J 
Faſſen deine Hoheit icht NR. 
Du wirft durch die ch ſelber daur en / ar" = 
ei na will den fit ni 
Schon mit bei e mild, 
— erbte * ai @ 
Die ſe Deut dem Srabetruß fi): an J 
Heiden / Lehrer / und Poctem >31) u oh 
schen feets durcdißten&Sehugr \ı us 
Caͤſarn —— J 4 
Niemahls in den Tod g —— ann 1 05 
Diatomirne ango shares. in Oh 
aro kieat in feiner acht. id Ma! 
Mun ſo wirrh dir denn ſeben gen / 
Serr / mein Hertze / meinen Danck 
Kan ich ſelbſt nicht einm venden 


| Sch merd/i &.chelangt x 
SAWEOUmImA CIE ©, 


3E 3E 


J —x 
ee 
Par * 





Erſter Theil, 25 


Nicht auffein a SUITE EN 

Sind von meinen beſten Sch —V —— — 

Dieſe haͤg ich Dit zu gut 

Unterdeſſen ſey der Himmel 

Deinem Haufe hold und treu/ 

Er verhuͤte Kriegs⸗Getuͤmmel / 

Schaffe / daß ein ieder ſey er 

‚Segen dir in Lieb’ engündet.. 

Es erfreuet ſich das Land/ — 

Weil dein herrſchen iſt gegruͤndete 

Auff den Stand und auff Berſtand. 
—— ne — 


Pe" 
Gas % 


ann ran2e2 BÄNDER 2 X ai bare, 
Durchlauchtigſte Fuͤrſtin und Fran / 
8 Ragdalena Cibplia / 
Gebohr dem Hochfuͤrſtlichen Hauf 
SeigColl rm Drkam 
| su Meckeinburg / c. * 
Meine gnaͤdigſte Fůr ſtin und Scan, 


Wie dieſelbe der Hoͤchſte GOtt mit einem 


jungen und hoͤchſterwuͤuſchten Printze 
beſeeligctt. 
DIR berfür du / neue Sonne / 
Und beſtrahle deinen Kreise 
Soohn des Himmeit / unſre Wonne / 
Und des Landes Zier and Preiß / * 
5 


26 —— 
— — TOTER 
Laß bein een oldes —* ker — 


Wierf dem —— einen E 
Wir find deiner Sonne Mond. J 


Siehe / wie ſich ii 
Und zu Deinen ‚Dienft N 


ie fich meint — get/ “N RA 
ind MD emutg nieder te 4 
— ja 2 ns 
und mai DONE EI hirt — 
Schon ein Aa! Ktı ns mar 


Tanter Ma⸗ fett dir 
Du aebiereft taufe —* 


* — 
e 









Jetzt an einer Fuͤrſt? 


nue wpieDpinfehreN? / Kr) 
Duhm Ken an Dieies über N er 
DTebe/ gro tt Car | 
Carol! rufft der zei 


u Auszug dei 

8 und ber Eltern: pe 
Ser eiwiedenLintertbanen. 
Fentdie Freud im Hera En quite‘ A 
Aue ——— lauen / BR 
Diiesı was ſich freuemtanı /: 
Ternet deinen Rahmen Wauen / 
Giebt / ſich zu dienen am · 


Ü 2 


am 


Yr | 
| vi Erſter Theil. * * 
Alle Waͤlder / alle Wieſen 1... | 
Ruffen deinen enaus/ / MER 
Carol/ Carol / ſey gepricſen 
Lecbe / Carol/ und deinẽ — s) Be m 
Alle wuͤnſchen Gluͤck und S DI 








Daß du / biſtu gleich noch Klein An 
Mögeft bald die er 
Undeingroffer Carolfepn. f v Hr Bi: | 
Mun iſt alles Leid begrabe / 


Weilmwitnun/oPrinz/andit: — * 

on neuen Pdonirhaben RR 
Der nach Jenem ——“— AN 

Diefen laͤſt du in dir leben / Kl 

Undin dit lebt SCEFTNIAANE 

Du kanſt deinem, ater gebafi 

Daß er nun nichtfterben tan. 


ie fe’ ich die Mutter bangen! 
Indie iehe Zuftund ARTEN. 
In den zarten Armen angen) er 
2 BAER et fie den Gaſt / — — 
Wie weiß ſie — Loge 
Tauſend Küffe ae 


..» ” 
> w.. ) t 





Dir auffdeine W — TE ——— 
Owie liebe Ai uud Dip! — en 
Künfftig bein rohe Dater BETT 
Leuchten me Ir 
a. aterl de Berat Hy | 
r / des Himmels Luffu um Bley | 
der Atlas unfler * 46 
Re Kleiner Carol ſtehſt / le 





2 za ee ee ET N. m 


28 Teutſcher Gedichte 
TEE EEE ERTL WER I AUCH 
Als ein Herctules zun Seiten / —F 
Wenn er wirdderZafterlöfl. tu 


Waͤchſt der Früßlina deiner Jahre / J 
So waͤchſt uch die Luſt mit di Ba, tl 
Bas ich iegt an Liedern ſpare / tan” 
Wird dann wieder neninmit/- — 
Dann wirſtu auch koͤnnen leſen. 
Was hier ſi nr dein Por 1. Ka 
wie ſein Geſſt ſo froh geweſe  _ 
Der faſt auffer ſich sent gebt. 

Was für Feuer wir ſtu fühlen, 4*5 
Wie wird dann die Mutter @dN- . : 6 
Ihren iungen Hektor ſpielen / NT 
Und ihr indie Arme gehn! N 
Hier find Degen / Pferde Wagen / l + 90% 
Und du lerneft alſgemach — 
Die Papieren Reuter ſchlagen / sn 
Ahmeſt ſo den groffen nach. " a 


Seht der Srihlingdenn zur Neige / i 
And dein Sommer koͤmpt BER ur 
So ermeiterffu diegweigel - x? 
Und dein Stamm währt Duelan 
Spreite dann die fehönen Felſer / 


Streue deine ſchoͤne Frucht / F 
Uber Leute Land und Haͤuſer / — 
Denn fie findjadeine Zucht. mi 
Dann beſchirmſtu ihre Halmen / er 
Fuͤr der ea Zotanned / EEE | 
ar fg 












Unter benen Dopen Palmen / 


omme tie eben, Hat fine 


Und fein ointertrüpedig! | 
Das mußnoch dein ra * 
ndich 


— das Bold — 
3 are u 

ften ur vuenF IN dusſpo 

Fun imn die ml x ne 

Site Dave pi —* Biene Dez 

une mi nor HD Me GH N 

Und ie een FE bismndeı * 




















Vater andtz Erbe‘ une 


Same mat — e/ lebt / 
EE alle / keiner ſterbhe na 
Rec LEER 
olff / Iebe 
Dt a ar andern 3 


Sue — — Gnade gebe/ 

| Ir mein Lebelang. ? 97 \un? nQ@2 

Rom ich jent terein) - *82 
AD a 2 —* Bere 

Yin — * np 110 Ä —* @ 
Diene Bm Hr —* a 
je Dpf er an. 





& Auf 


un, 


⸗ 











— 


Auff eine Hoch Sr Par 


JM * 


Geburtstag / 
uni andern Rapımenı" | 


BEINEN ner BO dla * sg" 


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Dir / deſſen heller —— 
Dem ind dehe in — em je 
G 


Erfcheine fehone 
ae ie Da a m Sm 


Die ung dein Licht gebracht. Der En b 


Wird nun Pe — 


Es wird mit dir / oFuͤrſt di N were 
ie freuen fich / die dir den ee 


Sie nennen dich ihr dicht / I oh 
Der Tagı der dich gebiert |: sehn inf 


Davon ſie Dir — —* r * 
Daß deine Lebens-Zeit ga Balearen, 






— 
















Und werde w iederumb Dur: 
Vergoͤnne dann auch / Hert⸗ 


Durch ſeine Lieb / und ieh us ge 








—XX 





EEE 
ze 


Erſter Theil, 
— NEU 38 
Dir auc) an frembdem Ort erzeige feine Pflicht, 
38: Tr Kr Sn 


„daß Being, Gunſt 
— ASt 





Gleichwie dem are nicht 










xe He — Serie 
infehe — ich * 






Aufn Sec-gürfl der. 


its Tag r 
ai — —1* — 


3109 

















ae Teutſther Gedichte 
bill art ah SE un day ne: 


Kot Pocgeibtet Lug} Sb Vinamgire 
Sc Ei er un ather heu 


A —— — 5—— 
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17} 
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Dod windoſte (BGN TE: 


| a Chriſtian 1 breit 











a — oe "u. 
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\ rſtet Theil. > 
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— EEE 272 


— — 
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Poſtulirter Coacutot des Stift Fübe) 
Erbe zu yonehtn WERDE — 
/ 













Holſtein ver Stormärn ind — en 
a ir 0, Oldenburg und Delnenfoufty; =, 
Unfer gnaͤdigſter Fuͤrſt und Herr⸗ 
Sampt Ihrer Hopeit, verodurchlauggs 
igſten Seahlin/ 7 07 


| Grauen DS EICDETICO RE AlIn/ 
te und 





Erb⸗Princeſin von Dennemard un 
ca tokipegen/ eilt... 0... 
Unſrer gnaͤdigſten Fuͤrſtin 


und Frauen / TE 
Nach glücklich gerhloflenen Tra&targn/ 
in dero Erb-Unterihänige Fuͤrſtenthuͤme und 
Lande wiederkehrend/ in Kiel erfreufichtt * 
MUNG 1377 angelanget; | amitzit, 
Im Nahwen der ſaͤmptlichen in Riet 
| EDERISEHDIFENdEN, 2 J ix az, 
ERſcheine denn / du fehönes Fichte," 
Durch tauſend Seuffter uns ergwungen/ 
Mit tauſend Liedern nun deſungen * 
Erhebe / Kiel dein angefichtr > 2:0 205 g 
Weil deine Sonne ven Verlangen// 
In deinen Granßen aufgeganzen.. 
Tritt auff / du froher Muſen⸗Ehor/ 
Tritt deinem Phoͤboe min entgegen. 
Er dringt dir Wohlfart / Heu und Seegen / 


Er bietet dit Hand Herß/und Opt, 
| | C J Er 


— 





36 Teutiepengbepiche | 
Ertilget nun Di — nn 
unddir gehtaufei heuer MOLAEN« „. 


ESð wie das Licht die erſten Strahlen.) 
Her ſinſtern Welt ſleag an zumahlen / 
iedie Ratur | 





SH geht dir nun die Nacht verlopte 


.“% 


Lan du wirfßwiede neu gebODEN. .». + 

"Ed iaucinenuni set jmichnenfant 

Es muß ein meer von Freu en flieffen / 

tnd aue Geiſter ſich rgieffen? 

grumb greiffet Spiclund Seiten an / 
Frußfft / daß der ganke Belt erbebe / 

Fuͤrſt / Vater Thriſtian⸗Albrecht / lebe! 


O / wer beſchreihet unſte Luſt! —DJ— 
gie nicht ſich ſelbſt / nicht wit begreiffen / 
ir konnen Schall und Woͤrter Hauflen / 
je Wurtzel ſieht in dieſer Bruſ//· 
ieredet mehr / ob wir gleich ſchweigen / 
Und ſoilvon unſrer Liebe zugen. 


So laſt uns nun das alte Leidn hr 
In Lethens tieſes Grab verfenden/ ⸗ 
as ſoll uns es die Sinnen kraͤnden / 3 
gen der.aemeinengrüligteitt: 
| Tpennzitanfteige mit einem Wagen / 
So muß der Rebel ſich zerſchlagen. 
Daß nun die Freude groͤſſet ſey ⸗ 
So koͤmmſt au HDu mit Holden Gucen 4 
A—— enn I: 74309 | 


u 7 


, 





— 


EAEAfter Pr 
Uns / Landes⸗Mi 





Jutter / zu erquicken/ 
 2Bikopffern Sörfinyunftexvehdy..,.. € 
Ofriede / binde beyde Haͤuſee 
Es wahren Stamm und aue Reiſer Rama) 
Komm! Fried in unſer Derk’und Land / 
Komm Himmels⸗Tochter / komm o Schoͤne / 
Komm / daß uns deine Hand bekröne * 
| Samım /feD auf eiwig unfer Pfand! , =) 
2ch/lap une deine Ströme fieffen?  — 
Ach / laß ung deiner Frucht genieſſen. 
Auff dich beruht des Landes Hut,/ 
Auff dich muß fich die Wolfahrt gruͤnden/ 
Dein % iebesseuet uns entzuRden/..-- 
ndirifkunfergröftes then, / Na 
In dir iſt alles / was wir haben 
Das koͤmmet uns vondeinen Gaben. 


Sreit uͤber uns die Flůgel au/; 
Zaßz uns / befreyt von Sturm und Blitzen / 
In deinem Schooße fich: 1 
Te 

as ſich durch Dich in fiherhöher. 
und in den Erben ey iaftepe! 2 N 


J xRun 


eg * ac 
Durchlauchtigſte Princefin und Frau / 


ran rider male, 
10) LP u Eier #4 


4 


— 2 


(4% 





ee u Zr  - 
Secerutſchet Gedichte 
Gebohrne Koͤn Dee 
ennematik/: Ben * 
othen / vermaͤhlte Hertzogin ei ‚ns 
ſtein/ Stormarn m uͤnd Di 


ann Gräfin zu Dldenburg und 7 
XR N an IM % 


: — 
Matien. m eat abeth hen⸗ 9 






a Kalt 
© mt der 3 


























— hl, 110 DE 
Sn) KIEL Ih Th aıgela — 
Im Giohmeh — tlıch DA u 
enden. * A 
BRM$H: Särfintaeb pet N — 
— Se. — * 
Leih' ein anad ig Ohr au höre, ni el nd 
Was Dit une Lieder fingeW/ . ...4 00 #9 N 
Die dies — een | ngen. nr nd 
eine — 
von Konigs⸗Blun rg | 
at — zum Thron / 


Sie der Tugend⸗Kre i66 efchloffen 
Die durch ſich viel hoͤ ——— | 
We n ſie ſich zur Zie neiget 
——— u 


Seht 


| an die tieffften Thaͤler fallen / 











Gebet ee gleich Hoch herein’ En —— — 
De ea IR; 
Laß uns deine Bude führen. — 


Ihr au ı® Durchlaucbtes —* | 
Diefes gro " en —A % 
—J nt Baal... 
Ihr / cin Auszug ceder H — en 
Rehmet mit geneigten Händen 5 
das wir eurer Gunft berpfi me ii r 

Eute Muſen / die Euch hie gan 
So v viel Lorbeer⸗ Reiſer ſeen / 

„dielee Könner | * 
chaͤtzen / 


Gebe 
Die te eitbermipter. 
Angenedme BeiftesFütchte, 








Euer Ruhm folt ewig fehn / 
Fi * pi Seo Ye eiten/ 
F gend Beyſpiel ſe 
dien md Beil wird ıch begleiten / 
Unglück von Euch fliegen / 
Euer Haus wird ewig blühen. 
a tie groſſes Fürflen-Hausr = ,% 
———— inder / blͤhet 
t Stamm und Heiſer aus/ 
eil man dieſes Licht. noch febet/ 
A alle Nachwelt kenne : 
\ Um ie. groffen Abueu nenn. { — | 
UND: lt: Ach/ 





* 


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38 Teutſcher Gedichtt 


heran / 


Ach / wenn kommt die Zei 
a un 


Ach / wenn wird es doch 
Daß noch unſer Pindusfan rc. ©. 
eben Euch den Vater ſehen un 
So wird alles fich ergielen/’  _.. 
Und ein@trom HonFrenven flieſſen. 
So wo wirbaltewasfibreat/ ... 
pn mit voller Bruſt umbfangen / 
ver ein treues Derpe trägt! u.“ 
Wird entzündet mit Berlangen! ah 
Kompt nur ihr geroünfebten Stunden q 
ns zu beilemanfee Wunden! "7. 
Komme Himmels Tochter / ae —— 
EHIEDE/ Binde Herz und Sinnen! 
Laſſe ung nun allgemach 
Einen neuen Schein gewinnen 
So for, unſre Pflicht zu zeigen 


Unſte Zunge niemahls fehweigen 


I 
XV. 










⸗ 


* S 


— 





er — a 

Glüctwänfchender Zuruff/ 
Dem Durclauptiaften Fürften und Herrn / 

Herrn Friedrichen / 
Erben zu Norwegen / Fürften zu Schleß⸗ 
* Hölftein / der Stormarn und Der 
ith marfen / auch Grafen zu Oldenburg 

und Delmenherſt ⸗/· 

Ben dero giücklichen Ankunfft in Kiel. 
Imiahmen der ſaͤmptlich daſelbſt 
Studirenden. Will⸗ 








J y\ E — —* — 














39 
OR nen! groſſes Fuͤrſten Blury 
‚Bol Himmel’ Geiſt und Helden Muth / 
Der Eltern Bild / Preiß deiner Ahnen /. 7 Erlen 
Die Die den Weg zur Tugend bahnen 4... /⸗ 
Laß deine Mufen her am Deu! Sg) 
Den Ruhm der Dir durch alle Welt 
a und ferner fich wird weiſen / 
Auff deinen eignen Huͤgeln preiſen. 

Sieh’ hier /wie alles ſich erhebt / 
Und durch die — 3 t Ant 
‚Dier ſchallen lauter Wuͤnſch und Lieder / 
Und alle Waͤlder wuffen wieder, 
Wilkommen / Sriedrich/und mit Die 
Bluͤh ewig unfer Sriede hier! N, 
Lab / theuver Print / des Landes Leben / 

Uns Dir zum erfien Opffer geben. * 
Dein Morgenſtern / der ung anbricht / 
Vergroͤſſert deines Barers &icht/ 0 - 

Der fich durch deinen Glank verneuet / 

Der ſich ob deinen Gaben freuet / so 
Er fieht in Dir / du groſſer Sehr... - 1... 
Der Weißheit Licht/der Tugend Thron ⸗ 
Der Anblick felbft zeigt uns von: weiten / 
Die fhöne Ho nung göldner Zeiten. 

Wir nehmen des ein grofles Their / 

Auch Du biſt unſrer Mufen Heil ——— 
it find zum Theil auff Dich gegruͤndet/ 
Weil deine Guͤt uͤns Dir verbindet / 

Was Fridrich erfklich hat bedacht/ / 

| dein Here Vater u | 
‚Davon wird Die dein Nuhmauch bieiben / 
Und alle Welt wird unterfchteiben, Wie 


* 





RR BR | | | 





m 4 Mi a —* —— — 
— gute N = — 8 * 





Die hied der Eu ge 
So ferne kucen Sum — a 
Spricht“ ran / dies iſt d Weiß bir. 


Dany vonder Daten auf —— oh 
Der theure Sohn ſoh A zieret. ans 
Dein Pindus ner Dievie&hier 2) 
Und Aons Quellen fielen hiew bu 4duft 
Die ſchoͤnen Lorbeer Meifer genen? Ede 
Der Thor der Mufen will Dit dienen! aut h Gm 
Sie eben ſich zum Eigenehum’f —J— 
nd fingen deinen groſſen Ruhm / * 
Sie weeden dir ein Deuckmahl fand dr, 
Don Ihven 9 ——— Schaͤt TREE — 
Henn Die die Tugend nf feat. EN 
Und einen gröffern S Shauplatteigt] — 
Was wird die Welt von Dir ——— —* 
Wem wird dein Weſen nicht — 1 
— zeugt auchfelbft ver blaſſe Neid 
n deiner Gaben Treffligkeit / | Nr 3 
Dann werden deine Muſen — * 
Was auch mie Dir wird ewig bleiben. * 
Wir heben Hertz und Hand empert j 
Der Sünelliht ein günftig Ohr / ne hai 
Und laͤſſet ſich Hr ung erbirten / HR 
Er tolle veichlichsäberfhtitten I * | 
Den Vater! Sohn / das —— 
Er I ihr Schild/ und Arm und Mate 
öite Sie auff ſeinen Wegen ⸗ 
„dm fülle Sie mit reichen Segen! " 9 











SR Nena Er Die — voll sic 


en —— mi u uf 


‚auge / Kur! * 






Bin 


Hmm Gratien 
ER — 
sr | my Ber o/mi — 
Die Krone des mͤchtgen Kariszuffdnen,, * 
E⸗ la D I fine Die Sorneld 
Se N u vn or vn nf 


Do ten.ng Bi en 
Die Norden und —* haben perbunbäit | 


So Ober Shi —— Ehren / 


x ak NR an af — — 
ji du Kein He dHeld 
den Si engen win el * 


—— em et cbe 
* re sat fi he a 









252 85% 


Sa daß auch Die Beinde mie — —*— 3 
* Sm, Licht feige jet hervor / Die 











42 Teutſcher PR 
—— DEREN TEEN TRETEN 
Die Morgenroͤth Bu —* laͤngſt auffgegan⸗ 


ie t wartet # Bio 


Es. muß fine Deihe * Purpur beruͤhren & 

Der unvergaͤn 

Es müffen viel Be — beſteren / 
Die Pallas ſelb 


Die Schultern A ſeulen ten 
Darunter auch: — ne erlage iu m 
Wir wollen die Derhäh und Seelen m 
Wir mollen ung die Jahr’ 
Entziehen / Damit zu verlängern Dein Leben / 
Wir bauen ein Altar / 
Da witd deinem Rahmen u ewigen Zeiten! / 
— Nachwelt in Demuth ein Opffer iind 


| 7) \ 4 
&x 
v 





DH E/ 
Woth — Rede 


Hoch Fü iefelihe — 5 
Beylager abgefungen worden. 
2 brich / o ſchoͤnes Licht / botbet / 

Und hebe deinen Glantz empor 
Steh’ au du: ſchoͤner Sternaus Drorden/ 
Es gruͤſſet dich der ——en 6 6 


. . - 





— EREET 245 
; Gib Cimprien er Scheim 
Und ſtrahle lauter Sheherein! N. 
DODich Friederica / ſingen wir / 
Der Eimbern außerwehlte Zier / | 

Komm / Sonne / komm inunfte Graͤntzen / 

| u. —* — ra —— 
mm ſchoͤnſtes Beyſpiel unſrer Zeit / 

wir preifen deine — ; 


\n,,romm2Beprter geh’ in unſer Land/ 
] Det / des Himmels, fand, | 
Komm laffe dich zu unsbernierer/ 

"Seyunfer Haupt /wirfind die Slieder / 
Die wie durch deinen Bund allein 

In Liebe feſt verknuͤpffet fepn. 
Wer iſt / der dich jetzt nicht anlacht/ 

Wer ſchmůct ſich nicht zu Deiner Pracht? 
Das gange Land ſtehi nun in Freuden / 
Und wil an dir die Augen weidenz / 
Der Dindus öffnet dir dieXpür, 

Und unfre Mufen dienen hier. 
„Dit wollen diefesfehöne gicht / 

Das uns aus Mitternacht andricht / 
‚Die in ein göldnes Dendbuch ſchreiben / 
| Beil Welt und Rachiyelt wird verbleiben, 

So bleibet ung fein lieber Scheiny | 
DER Nahme foll uns heilig-fepn. | 
D leder liebe werthes Paar / 

Mit ſtellen unſre Demuthdarı u 

Mir fingen fpielensiaucbuengeäffenn / 
ı Und legen hier zu euern Füffen Die 











4 Teuifengenihte 
Die Pfli 83 chen folkte nid 9 ® 
D ic nis wohl. * Ar ar | 









Bir; Ri 5 tr. 8 

Te RUE Hi Bo — | 
\ 2, 7 € Ami —F ET, 
J 


J 8. gie fi} 27 a 
Ben in ————— 





Denen "Eriftiar Albren 
— en ft En A tuhrten si 
torn des if uͤbeck Herk 
leßwig / aan: rose 
der — /Grafenzu O BRUT 
burg / ‚und Dei lmenhorſt · 


Seines Gnädigften Sören 









andern. 
grüctlichfte WoIedestunf, —— 


52 Ne + komme zrähnen ar 
Dembarten Himmel obaefirat! _ 
Lind — Verlangen! —— 







Hurch folcben fbönen Zohnder 
Wir ſehen / was es Sal 
Mur der Gedancen 


Komm Heid/ den unſre Seufger hat 
Auff ihren Fiugeln hergeführt ⸗ * 
| voirwarenlebendigbegraben 

27 Eeivung deinQuge dat beruhrt / 
: OR RE gi 


— 








u... 
Erfter —— — .; 


Dein Dpenifdeinke Landes 
So gehen WIE Aug unſrer 


Dein Geifimadst u Zu ge ick 
a EL] (lie geben bor), 






Sie ap Br die alten Be: 
ie öffnen 9 iR run 
Furcht / Hoffnung Fre ne Ehme; | 


Eni bp Bird) Behr ieh, 


Dein Cimbrien koͤmmt ageterchen / 
Die Dich und ſich kaum ſelber kein// 
Ihr Muth durch Wehmuth —— 
Beat t Namen * * nennt / 


achen / ® Pein 
Bun f a Eh ne ; 


Sie wird durch deinen Si ereige, 
a fie Diemandıen n reden 
branen eingebeiget ip 
dur de nes er — 

J er na a it 
Di DR frischen Wenden. beach. 
Das Land/ das v nn Dir * 
Das nun im weiſſe An Schmuck⸗ 
en wieinunfbulds- Kleidern pran ur 

Errufe noch ob dem harten Deu) : 

Die Feider er / kahl Apdtait/ KONG 
Stehn Me voriger Geſtau. mac 


ey nun willkommen demer En 
u = ee und bloß ! J | 






ERLERNEN GER HER 





. rue mit ſch ſelbſt tangi bat werden... 
Wo nicht aus. ihrer: Km a en]. 
Der Winter derno nie A il 3 
Dir grüne: Garten= Kinder zeugt. 3 


Beherſche / venosoge gu und 


Zu unſerm Rußz und beine gu in Ah * 
Faß une nicht. Frembden fe Beutt / 
| Du Saft in deinem Eigentpumb/ * 
Zeziehe deiner Vaͤter Nauß 
und ſtreu' uns deine Stra aus EIG 
Sieh' / unſre Sonner wie Bir erne 
Das Fahr vergeht auff dein uf‘ iß / 
pie deines Haufes Mond und Sieine 
Dich führen ſelbſt in deinen Freyb/ J 
Hier maͤche / nun und immerdar 
He Land und uns ein neues ahr a 


Wer will nicht auſſer Free 
Auff dag er Dir entgegen eilt! nu 
6 nd nicht zu deinem — * ER 

ineder giebt ſich Dir zu Theil / na 
Dep alten iſt der ſchoͤne ‚Streit, 
Des Willens und der Möglig! keit, « — 

An Dir will ja die Augen weiden J | 
Was ſich / — Säle ere 9 11 x 
Da wie ein Rauſch der fü 
gen! —* —— GSlieder ſchlag 

Der fi Herzen bebt an 
un wit den Blute auills I nd 4 


Ji u 







2 

















= same I ! — 
&5 — 


rter feh! Mb and nn * en / 
a Bee dr euden nicht — 


tzen wie in ſich verſchlun cu 
—— r der —59 — — | 
D möcht ich’ Miederbalkaktein. -. .. J 
Von ſo viel kann Zungen fepn!. —5 
vr? men-auch froden u am 
Die ho Sn —— seope A em 
Sie fan Hertz und Suſen/ 

Sie wer — dein Licht. “tnedH 





= dit, zu dienen ſtets bereit 
Mit wa rer Treu und hen 


ei ie ihr Phoͤbus num erlen, * 
era — — 6 
ann e in —— sat, 
Hr id brro@ner Brunn erſezt/ 
hfk zu deinem, boden preig. 
Sir —— ſchoͤnes Lorbeer⸗ Reif”. 
Sieg hier / wie ſie die Zepter neigen / 
Als die ein Friedens Bid geziert / 
Das bey den leeren Palmen⸗Zweigen 
Ein Horn des Uherflüſſes führten. 
Das, feinem rahmen nicht mehr gleich Bl: 
an Nikpfeftine an Mangel / reich Wo 








eutſchet Gedichte 


— — —— 
meltzen Fruchte Dt malßz / und Korn / 
Der Muſen Boxxrath wird zertreten 
Doch laͤſſet me fein Seegens Horn 
Der.änte fromme piteeee 
Dem MNars zu Tron ſchoͤpfft und ler 


Komm Him̃els⸗Tochter / kom / oSchne / 





Komm Friede’ tleige zwietracht aus / 
Nimm deine wohn ghier und röne 
Das holber lauch te Cimber Haus IE 
Merfiegle Herge/ mund und Hand’ Dub, 
{ind fen auff ewig unfer pfandı u 
9.06 ſich auff Dich die Lander grůnden 
Daß / wie ſie die —J aM. ” 
Sic ihre beeden Haupter binden? 
yınd wie die Freundſchafft Sie etwehlt / 
Stamm gRiahmne Ihnen iſt gemen⸗ 
Sie auch von Hertzen einig ey 
RU aber HERNZIG UNfeR ARBN 
Was foll ich denn mem willte/ DIE 
gung jed-mdREWFAHTE-OPTEr gebenr 
u fchendeft Did’ dem Land und mir / 
Sch geh’ cin Hertze/ daß Dich ſe 
Ind felber SO I der alles gie 


tt 


sent" 
| Dt EN EEE —F 
Von dero gu Schlebwig Holſtein 
8 Regierenden ni an 
voggurſti durchlauchtigteit · 







EL :; >. Se 49 


| — erlangten fieben Se BR 
=... gnäbı ſt verordnete | 


Dane s- Seſt. 


ENDE das trube — 2 
EErhebt / ihr Voͤlcker — und Stimmen, 
- Eröffneteurer Augen Licht / 
Die noch in Anfieen: Thränen (brmimmen/ / 
Ihr fehet nun in euren Graͤntzen 
Den Morgenſtern des g — * Alängen.. 
| t uns’ du Freuden⸗Schein/ 
Bus wir dein Licht in ung Befchauen / 
—— Spiegel ewig ſeyn! 
mFriede / laß dein Reich erbauen/ 
jede / ſey ein Gaſt der Erden/ 
Ku Komm pri Dich zum Dimmel — 
Es hat der trüben Zeiten Lauff 
In voller Flut das Ziel gefunden/ 
Wir fleh’n, zum neuen Seben auf 
+ Seh 8 f£ Durch taufend Munde 
Weicht ERSER — ——— * Son 








Es mug euer Grab bedecken. 
. Du * m Reich’ und 
Ban Tg 


— en, 
? er erlie 
Zift u u —— al beſſegen 











EEE ..- er ——— —— 


sö Teutſchet Gedichte 


——— —— — mm ae 
Nimm unſer Qertz sum Spferanl 
Ein Dand-und Denamahl deiner @üte/ 
Sieb dag die Frucht bald wachen kan 
Aus der noch zarten Friedens⸗Bluͤte 
Er PWHERK unfers Mangels Fült/ 
DerSchwachbeit Macht / des Willens Wille. 
Sfr unfern Hertzog und fein Haus / 
2.06 Kofen bluͤhn aus unfern Hecken / | 
Ind räute alles Unkraut au· ⸗ 
<ilg unfre Rarben / unfre Flecen /⸗ 
Zaf reinen Friede ung erwiedet ⸗ 
Daß Ruß und Dolch ſich nicht verbruͤdern. 
Kott’ aus der Waffen Kaferevı 
Die Friedenſtoͤrer ¶ Menſchenwurgetr / 
Sieb yo daß nun auffewigfen 
Dies Land dein Reich’wir deine Buͤrger. 
ir tauſchen nicht mit tauſend Kronen / 
Wenn du ben uns/ wit ben dit / wohnen. 


| II. a. 
Jehet ab / ihr frechen Streit! 
Sturm und Wind Hat ſich gelegt / 
Luſſt und Himmel werden heiter / 


2 der Friedens-Beift ſich reat/ 


. a 
p 


Onamet / 0 ertünfahte Freuden? 
”- —* ya Leiden. * ae — 

reift umEpier / und räprtdie Saͤten 
Ubertaͤubt den Klagethon ** ss 
2.afft ung mit Trompeten ſtreien 
Seibſt den ſtolnen Mars zum Hohn / Laßſt 





nn 


| Erfter Theil. | 2 
Laſſet Pauden und Canının 7 
Nun dem Friede wieder fronen, & 


i ö | Ki Es a, 
Cho ſelbſt Hört unſre Liede / 
iger als vormahls / an / 
Jauchzen wir / fie jauchzet Wieder, 
Wie fie es am beſten kan / 
Echo / die faft Etimm’und Hhren 
Dutch der Waffen Klang veriopren, | 
Kommt ihr Nymphen / kom̃t ihr irten / 
Die ihr eue frowmes Vieh cur 
Nun ganz ſicher koͤnnt bewirthen⸗ | 
gritde ſtegnet eure Muh M 
ües wird nun beſſer grunen / — 
Und mit Laub und Früchten dienen. en 
Hondet an die Sriedens-Kttgm I 
Weil die Krieges⸗Slut verraucht / un 
Und derbindet Stel’ und Herkeny AN 
Weil ein them in eucb bauchty / 
Eintracht iftder Schwachbeit Etäreer. 
Sie giebt Rath und That dem Werae. 
Wer win unſte Luft zerſtoren/ 
Die Uns Seel und Beift erfüllt? c 
Mas wirfehenifprechen Hören / 
Mahlet uns ein Freudenbitr / 
Ttoßtz den Waffen! troß den Kriegern 
GSoOtt und Recht macht ung zu Sießern. 
„oebennrBinyipe Himmelſtuͤrmer / 
ein Blit und Keit De —— 


Na % 6“ 47 
J ⸗ MR 4 Ki 





Gott 





U — | 


— Teutſcher Gedichte 


EDit ſt ſelber der Beſchirmer / 
Ser uns auff den Hauden trägt! / 
EriftHauptifindwir nur Glieder / 












Er iftDater ı ſind wir Brüder. — 
DE + 


he — 
den höchſterfr Geburts⸗Tag 
Dero zu Schleßwig Holſtein regierenden 
Hoch· Farſu Durcht. 
Welcher einfielden Februart. 
des 1680. Jahres. 
Sd ift das ſchoͤne zit ung —— eds 
- | ienen/ $ 
Das wir mit tieffſter Picht/ und Sreudigteit 
Ai | bedienen / VERY N" 
Reicht o ip alten Sorgen! / 
Rach überbrachter Nacht/ 
Beil num ein neuer Morgen RucB HE 
Zur befiern Zeit erwacht· | 
Es hatt / v grofier Fürfk/ dein Lan ich fe 
3 | Tre De 
Nun wirdes wiederumb und Du ſelbſt/ neu 
 gebopren /⸗/ 
Du kommſt als ein Errette ⸗ — 
Als Bater / Dert und Freund ) 
Als wenn nach Sturm und Peutet ; 
Die Sonne wieder ſcheint m... 





Erſter Theil. 5 
Den wender Tag / der Dit den Odemern * ge 


gehe 
Begeiſtert unſern Geiſt ft Durch Dich 
en / 

In deiner Kindheit Ziegen 

Hat unſer Heil gerubtr | 

Auff deiner Fahre Stiegen 

Stieg unfer Glüd J 

Die Tugend Pielte dir auf beine Jugend 


angen 
nd deiner Augen Schein font alle Hertzen 
an 


Dein Helden.Geift ward te er 
Da Blut entzuͤndte ſich / 
‚Und ſuchte hope Wege ı 
Man ehrt' und liebte Dich. 
9 wuchſeſt mit —— — unter deinen 


Die wir von deinet Srugektohun unfre Seücpte 


en 
9 foreite Blätter, Fir | 
In tanfend Arme aus - .. 
— SPruen, behat 
irdeingankes 
IRIEDAICA 1 N di Er in imDerg und 
Die ſich auff ewigdit / und der — geſchen⸗ 


Die Birne diefer Erden / 

ft Deines Tages-Schein 
Ihr zum Geburts. Tag werden / 
Und Ihre Sonne ſeyn. 





J 
U 











$4 Teutſcher Gedichte 
‚Ihr Földer fomuıt, bet kepiBe! WHHHMEl anzo⸗ 
Daß Beyde dieſes Feſt mo Bundertmahl bee 
ir wollen Opffer en * 
uns mit er Mund und. Hand 
Ihr Si iſt unſer Leben! 


Beyden ſteht das Land. 
2.ehtatle/wwunpen wir 99 —J. und ge⸗ 


Kun 
Lebt / Herkog und 5 un alie Fuͤr ſten⸗ 


Die reiche Seegens F le. 
Ergieſſe ſich auff euch⸗ 
O daß des Himmels Wille/ 
Sen unfern Wuſchen gleich 
Das groſſe N ** ewisuſch bo 


Dem beym aesunts. een —5 — ein. Gluͤck⸗ 


Krieg nüffen — 
DEN koͤmmt herbey / 
so —9 giebt fich zum Zeichen / 
Daß Er — fen! 






ienen / 





9 


N 
gyugufl a 


Nahmens Tag / 
Unter einem andern dahmen. AR 


= 
E — 
| - 


” 


| Erſter Theil: ss 
Keiffer Spielund-Seiten an / 
a Herzen / Mund und Ohren / 
' Deut wird ein Tag gebohren / | 
er uns all erfreuen kan ⸗ 
Denn / er iſt auch unſer Freund / 
Welcher unſerm Fuͤrſten ſcheint. 
Erd’ und Himmel ſtimmen bey / 
Die Natur emdeckt ihr Weſen / 
Der wir an der Stirne ſeſen/ 
Daß fie die zu Dienſte ſey / 
' Und die angenchme et 
a ſelbſt zur Froͤligkeit. 
Alle ruffen / leb· Auguſt⸗ 
Ebe Hertzog / unſer Leben / 
Dem wir uns zu eigen geben / 
Unſer Schuß 1 der Menſchen Luſt / 
Breite Deine Reiſer aus / 
Und verewige dein Hauß. 
Bluͤheſtu / ſo bluͤhen wir / 
As / die deine Sonn erleuchtet / 
Die Dein Gnaden⸗Strom befeuchtet / 
Und ſo ſtehet unſer Zier 
Deiner Wohlfart eingeſchrenckt 
Und nach Deiner Gunſt gelenekt. 
Deines Nahmens Herrlichkeit: 
Muß durch alle Zeit beftehen / 
Den die Nachwelt wird erhöhen! 
Unſre Herken find bereit, // 
Die ein Denckmahl felhſt zu ſeyn / 
Hierein ſchlieſſen wir Dich ein | 
7 34 XXI 








EEE EEE 


eutſcher Gedichte 
en 


. Bang Zoemt A i Ye 


\ Anden 

Durcläuciafen Fuͤrſten und Samy | 

Herrn Guſtaff Adolff / 
ertzogen zu Mecklenburg / Fuͤrſten zu Wer 
* Schwerin und —2 — | 

Grafen zu Schmerin/ver Sande ! 
| und Stargard Herrn / Kr 
Wegen der / auff der Kofi ui 

mie beygelegten Profeßion Der — e 

Roffer Held / vor deſſen guͤſſen 

Ge Sem ner * 
Laß Dich meine Lieder gruͤſſen 


— 









Sind fie gleich zu ſchlecht beſtellt / br 
| Soc, e vor fich nicht fangen / *— 
So wirff doch die GByaden ER | 
Und en a re ht”. a 
Auff ein ſterbliches Gedichtt 
rer Io bherapı een An 

Und mein armes Saitenſpie //// 
Das ſich ſelber mt vesel AR na 

Uberſchreitet —T 

Nicht Virgil/ der a Hr * 
een ber ſey nein ichter!) Fr —* 
Homer / KT OR ſie ARE rau if 

Sa en deiner 3 oheit Sch Br ar 
Icarus de e — —— 

— —— nom 





Erſter xp 7 


mder Flut zum — — 
ch / der ıf STE bin/ / —* Ra — 
Werde billich guch zu nichte DB 4 
Dom dern heiffen. Seen ihn) | | 
Das an deiner Stirne fteh fl int de * 
Weil —3 — * —* * — en ‚wuG 
Doch / gleichtwie dag Licht der Erden, LEO 
Auch die Lebens⸗Geiſter fehenck Head 
Und laͤſt alles munter werden RR 
Was esmitden Strahlen traͤnckt / 2 0 
| Alſo kan mein kranckes Weſen fr RT 
Au deinen Blick geneſen / 
31 reundligkeit ft groß) / 
Die Net en nicht bloß. 4b 
Her weiß nicht von. dir uufageny Ta 
Unfre Zier/ des Landes Luft / 
Und der Sterblichen Bet —— 
Aler Welt iſt ja ewuſt / 
Was für Gaben in Dir ſtecken / 
Die nach lauter Himmel ſchmecken / 
Daß ein jedery. der Dich kenn 9 0... 5° 
Dich der Tugend Beyſpiel nennt: % 
Unfer Helicon ſioitziret / 
Daß er / weil Du deſſen Sch u 
hret / 





in Haupt biß zun Sternen 
ey vor Der Neider Trukı 

Sof * hat end bleibt: wohl oben / * 

Denn du haft the ſtets erhoben? > 05 | 
AS ein Atlas unſrer Ben Ti 
ER OR der Ewigteit Wie har ’ 


DE; Du 





nn 








s8 Teutſcher Gedichte 


——— — — — — ——— — 
Du ſchwingſt deine Hohen Geiſter / 
ae 
efteht der beſte e/- 
Dat dein Himmels⸗voller Sinn 
Durch die tieffſte Weißheit dringe / 
Mas ung ſchwer / iſt Dir geringe? 
Weil deinfeuriges Gemuͤth | { 
In die tunckle Warheit fieht: N 
Phoͤhus felber muß (ich freuen 
Daß Du feine Laute hedft —— 
Und dich ſchenckeſt feinen Treue n 
Denen Du ihr Weſen giebſt / Ahr 
Hatte nicht an deiner Guͤte / e | 
Tſcherning / welcher von Gemuͤthe a | 
Unſrer Deusfchen Welt bewuſ t 
as Birgil an dem Auguſt. Se, Me 
Mas am Öpigivarverlohrn? 





Pracht er reichlich wieder ein 
Nicht das Gold det brauner Mohren 
Könnte folder Würdefyn? 
Als mas feine Hand Ar 
Welches ung iftüberblieben/ u: 
Seine Hand damit der Mat — 
Seinen Tod fetbft toͤdten Fan- | 05 
Sch wi nun von ferne gehen?‘ 
Und a 2. —— 
Denn / ich muß es ja geſtehen / 


R—— —— 
Und die Krafft iſt mir benommen? 
Doch will ich mas naher kommen / Pe 








Erſter Theil. 5⸗ 
TE Dar: Zur — — — —— — 
Denn dag urthei Herr ide, | 
Daß ich ſo ‚Ein Solger Em N 
ng MID nie mein Wunſch gelin * 
Dahl ale Seife fan: * 3 
An ten Warnaus Strande fingeny - 
ad m ee 5 —* 
Wlechten Feldſchalmeyen / 

6 werden ſchreyen / 
Daphnis / Daphnis / Ichbednw °— 
Und ſchleuß deine Gunſt nicht Fr Fey 

An den glatten Bircken⸗Rinden / 
Und wo nur die Baͤume ſtehn/ 
OU man deinen Rahmen finden 
DA durch Die Felder gehn / 
ah will in dem Wald / und Wieſen / 
D 





ffen / Daphnis fey geprieſen / 
agphnis / Daphnis / lebe du/ 
Und ſchleuß deine hg ge u. 
Sollt ih Dir nichtdanekbar werden, 
jacke man mic) nur 
eine Mißgeburt der Erden? / 
nd ein Stiefffind der Natur! 
an ich Deine Huld erwerben / 
Und in deiner Gnade a 
Dand’ichbillig ja dafür 
Erſtlich GOTT hernachmahls 









TO 






AXlIi, 7 7 
Auff eine Hoch-Gräffliche 
| Kinds Taufe 


unter eines andern Nahmen. So 





* | „u „JbsE 37 





60 © Teutfiber Gedichte 





HD ifidenn ni nun der Wunſt efüler! Mn 
8% ftehet nun d Da ae Das * 
Nicht mehr mit. —— umbhfert — 
Sp treibt man naus! 
Diemweil ein $riedrich iſt er — rag: 
Der nun erfeget/ / was verlohren. 
Hier hat des Höchften Hand get! 
Der Himmel hat der SterneBlick 
IN hren Bildern abgeitalltet/ 
r gieber Wohlfart / Seegen / Kan: 
Und laͤſt dich kleinen Friedrich — 
Nachdem die Tochter war entnommen. 


So ward der ſchoͤne Tauſch getroffen! 
Man giebt dem Himmel nichts umbfunft/ | 


Dr ijt nur flets Gewinn zu — 
r doppelt auch allhie die Gun 


Nimmt er der Tochter gleich — 
So hat ers —— use bei: m * 


Wird nun ein Friderich J 


So lebt der Vater auch durch ihn 


Und wird durch Feinen Tod verheen 
So wird der Stamm nun ewig blüß' 07. 
So leben auch in ihm Die Ahnen / 


- Die ihm den Weg zur Tugendhahnen. Ä h 


Wie war man doc) in vollen Freuden / 
Da wir erblickten dieſen Gaſt! 
Die Mutter muß die Augen weiden 
diene * lieben Laſt / 


Der 








Erfier Tpeil. 6 


Der Bater , der jetzt benge/ 
Der ward faft auffer fich gezücket. 


„. Hierimuft? es auch an mir nicht fekten ‚ 
habe —* an dieſer Luſt / . 
) will ned, Friedric ea 
ih an meine Bruſt 
Ich bin bereit Dich zu — 
u ur ein Wiegenlied zufingen. 


Wann nun —* je fich ermehren/ ei 
& wicht auch die Luft mit Dir/ NUDE 
So wird’ man Dich dann lallen hoͤren / 
Dann liebſtu Bücher und Rapier/ SUR 
So wirſtu leſen und befiebeny / 
Was meine Fauſt dir hie geſchrieben. 


O lebe /kleiner Friedrich / lebe: nr | 
Dani dein Vater und fein Haug, / 
Durch deinen ——— erhebes. 

‚Und breite fich in Erben aus/ - 
Und wenn fie num durch Dich entftehen / _ 


Sp wird’ es nimmer untergehen. sr 2 
O lebe / Fleiner Friedrich / eher a? 
Eitern und der Ahnen Zier / — 3 
end auff in Dir. bekleb /e·/ 


Sen e leuchtet felbft an Dir / — 
— der nt ſchencket / * 
ich nr nach Ni Ne end. * * 





Ga Zeutflhekisehichke 
| XXUh 030° 
DD € 
Dem Hehwon dan und Zelte 


ra/ 
an. Zopann Adolff Kıclmal 
von Kielmanns⸗Eck /⸗ 
Herm in Sarupholm und Obvorff / 2 
Thum » Capituls zu —— prob 
——— —BA—— 
— Bogee Durchl. gehei ee 
Rathe / rn Præſidenten / 
antzlern / 


Als Dero —— angehendem — * 
Fahr gläctlichft in Kiel anlangete / 
Bey einer Abend⸗Muſick abg 3 
Im Nahmen dee Hoch⸗ Fuͤrſilec 
Wr Licht dee er 
Ind deines Fürften Herg und Hand Yu 
Du Preiß des Hohen a 3 fan 6 
Dis GSluͤckes Sohn / des | 
——— deiner M a ei f ae 
ie ſich za deinem Dienft- ergeben. 
Dein Ziel —* ruffe — 
n Riel / das ſe | 
n Deinem Rahm | 
—* nun neuen San von on all" gie 
| 


—— 







Er folgt dir, feinem Phoͤbb nach! 


Dieweil du wiederumb den deinen | 
Dein holdes Antlitz Läffeft fheinen, 


Man trug das alte Jahr zu Grabe, 
Du bringft cin Neues jegt mit dir, 
Du ſelbſt biſt unſre Neu Jahrs⸗Gabe/ 
und Deine Neu Jahrs Saben / 
Du giebſt ung deiner Güte Süter, 
Wir aber / danckbart Gemuͤther. 


Sloͤc Leben Wohlfart / eil / und er R 
Die folgen deinem Sluͤcke nach / ter 
Die leiten Dich auff deinen Wegen 
Und find zu deinem Dienfte wach ı 
2 peif’ uns auch mit deinen Blicken/ 
Und laß die Ankunft ung heglüden. 

Dein Pindus/ deine Pierinnen / 

Die hier vondeiner Gegenwart 
Vun einen gröffern Sein gewinnen! / 
Die ſtehen Hier vor dir epaart/ — 

Sie kommen hier —* Ihren Soͤhnen 

Mit Lor beer⸗ Rieiſern dich zu kronch ji 
. Sie opfern dir von ihren Fluͤſſen / 

Und der geleprte Mufen Bad 

BIN fich in deinen Rhum ergieffen / 


m unfer Orden fich ergiebet , | 
und / als gemeinen Dater y Hiehet. 
— lebe! bi 
7 DAB dein Ziel noch Hundert ma 
Dir feine Pflicht zum Meu-Fapr gebe rt 
Daß deinektapfireuzpaten Zabl Noch 





[4 
. 
it w 
N 00 


64 Teutſcher Gedichte 


roch immer mehr und mehr entſtehe / 

ind deines Nahmens preißerhöße- 

Dein Herzog! dem du a Seiten / 

er preifet deinen hohen Geiſt © 

Ind wird.ein Dendmapl Dir-bereiten/ | 

Has Neid und Zeit nieht niederreißt / 
Zadurch dein Rhum wird ewig leben / 

Ind ſich durch alle Zeit erheben. AR; 
Es fehret nun der Mufen-Drden! ⸗ 
Ser ſich auff deinen Schuß vrriaͤtt 
Ind der durch dich erpöhek worden / 'R 
An feinem Helicon wein Fehl! .. Rn 

nd mwils mit Wunſchen / Reden’ Liedern . 

‚ Die Wolthat / wie er Fan ermiedern: 

Bergönne denn auch unfern SAlten 
Ein günftig Herg und willig od / 9 | 
Die line zu Deiner Huld anletten. F | 




















eu 
K 
2, 


Wir heben unſte Etimm’ empor. 
Dir wunſchen Dir läd Heil und Leben | 
Mir wollen Dir Uns felber geben 

open ın 


Welche | \ = Co 
Auffiden andern Geburts ⸗ Tag 
‚Der hochlöblichen Kieliſchen ae, 9 





gbhrifian⸗Alberts / Untwerſu/ 






j Ä ” — 
tesa ep 

Dem dritten PRO-RECTORAT', | 

We), , van 
| Dem Hoch Edien Befund. 
A EN a. | 
errn Caſpar Marchen/ 

| —— Doctor: und Ber Prima, · 
ioʒ dutch einbellige Wahl aufgetragen 
—— ner neu nt nz 
‚ ‚mglabmen einiger STVDIOSORYM. © 


 Hetanı was jaudkentan! ° 
eran/ ibr Mruren hre EL 
 Ginat Lieder, macht Getpöne Bee Nr 

° Öreifit Spiel und Sditenanr E 

Euch — neues Fahr gebohren / 

Euch iſt ein neues Licht erkohren. 

WBrich ſchoͤner Herbft herein / 

Mir wollen Dich befränken/ 

VDiel heſſer als den Lenße - uni. 7 
Erhebe deinen Schtiin BER 


r 


| 





Mir glängen nun in deinem Bichte/ 
Dir Bläp’n augleicp und fragen Frhrhte 
Qu groſſer Cimber⸗ Hei / 
RER 
Le 

R preiſet ale Welt / ER 
0 * € Bir 





— ” 
5 x 
> * 
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Rn 


Der wird Dich wieder. neu gebäbten- 


Vs 
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na 
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5. Teutfiherenichte 


— — — — nn eng 
Diu wird/donfo viel tauſend Zungen ⸗ 
Ein fteieri Lobſpruch nachgeſungen 
| Ww fenren nun dein Feſt | 
Auff deines Pindns Spike, _ 
Ha deine Maieniinen 
Sa du fie wohnenläfl/ | 
Hier fügen fic/ O Muſen⸗Faͤſer 
MD pflangen deine Lorbeer⸗Reiſer. Sn. 
Wir wolendiientaa * 
Hitt in ein Denckbuch ſchreiben /⸗ 


Ha er ſoll ewig bleiben, 


Gepriefen tauſenfah Rn 
Der Tag © Sinitz wird ewig waͤhren / 


D lebe / goſſer Fuͤrſt/ 
Durch den wir alle leben / 
Wir bleiben dir ergeben / 
Dieweil du leben wſt 
Hoc was? was fan an Dit erperben? 
Die Muſen laffen a“ 8 ſterben. 


883 ns 1331 
ufens sohn are — | 
Die dir dein Phoͤbüs ſthencket / sol 
Mori a 

och Leid / noch | —— 
Noch truͤber Unfall kraͤncct. 

Steig auff den Thron / Au 


Der Zuge LM 


Pe > 


er, 





nn MER Bi: 
Auff den fie dich TE | ) 
Site Aus die Handı a 5 es 


em das Pfand / 
Das fie Dit reicht don. ei 


Tritt in dein PR Fe er 
Den Fürften Hy RT 
2.8 Ber Burput prangen. | 
Mit welch | 
Der en Fer); ar 
Iſt neulich Horgegangen. EDER 

Der Cimber Hel > 
Sie Bier der Weiitttt 
Megiert in dir die Seinen 
Er laͤſt fein Licht 

Auff deine Hflicht / 
und deine enter (seen. 

06 Muth 
In deſſen Hut / 

Zi 306 — acc! 1. 

Des Himmels 9 


Sr zu th fr 

[ Wiul, Sam zeben 

—A 00 
ertber Man — 

a ne deine eigen ——— 
He ugend - Blum’/ > a 
1 mo — stage. 

! 9 mer bluhe. | | | 

t a RW. 


N J 
Mi # w . *— 








En 


es Teutſcher Gedichte 
— a ——— 38 m 


n den > 
Hoch⸗ ————— und of 


. Hn. — — Kielman 


on Kicimanns ⸗Eck ei 
Auf — Cronehagen und Ma / 
| tendorff Erbherrn / 
Derguusgeeg Holſtein Regieren⸗ 
den His Me Hurdl. Hoch beur auien 
Land⸗Rath und = tmanne zum oe 
—2 olm / ett. 





ER J 
Die Woigann Jungfer 
Doroidea Revenslotwin/ 


glücklich vermaͤhlet * 


— 
Auff den Na men. “ 
Der Wolgebobenen Ifr. Braut. 
GoS B iſt / der ——— = t/ — 


Der rieß/ berr Sielmann, En | 
Der Schönheit wahres Bild / De Bine! dieſt 
a | Die Tugend felber war in Ar Som We 








ee” fr 
Man fand alhier / was GHtt und Menfchen 
— Wwohlgefaͤllt. 
Wie bald war es geſchehn — ſah' Ihr Grab 
a N u BORN 
‚Man fahe auff Ahr Hars die inglicke,2Binde 
af ſtreiten! 
Nun hat das Gluͤck nice mehr er Antlitz Ihm 
Fa NHL ORDER 7 NS 
Run geht ein neuer Stern an feinem Him̃el auff/ | 
Nachdem der erſte fchon volfendet feinen auff © .. 
Naun lebt Er wiederumb / und fleiget ausdem 
| * Grrabe/ 
Ihr wart ſonſt voller rn Luſt⸗ und Freu⸗ 
ER en-zpol. —— 
Wer fagt hier nicht mit mie, wie reichlich und wie 
Wird ein Verluft erfent/durc eine Bbtre 
— 
SGluͤckwunſh 
Auff das Hochzeit⸗ Feſt St 
Des Hoch Edlen und Veſten Herren / 
‚Harn Marquard Guden/ 
Dero zu Schleßwig / Holſtein / Regierenden 
Hoch⸗Fuͤrſtl. Hurchl hochbetrauten Hoff- 
uund Cantzeley⸗Raths / (cctt. 
a Und 














— 


2 


begabten Jungfer / 


Jungfer Maria Eliſabeth 


MRS fang ich eho an! Auf Phoͤbus! Auff he 
OA fang ichjeto an! Auf Phebus! Auf ie 


Es regerfich mein Geiſt / und toallet mit im Buſen / 
Ich ʒweiffle ſelber faſt / ob ich mein eigen bin / 
treibt / ich weiß nicht was / zum ſchreiben / meinen 


Sims: Ss. 
Auff! Ziehrdie Saͤiten en Lorbeer⸗ 
ER: eife 


h. —— 
Die nur alleine ſind vor uns und vor den Kaͤyſer 
Schenckt euer kluges Naß mit vollen Bechern ein/ 
Es muß jetzt dieſes Licht von uns geprieſen ſeyn / 
Das ung fo helle ſcheint Die ſchoͤne Luft zu buͤſſen / 
Stellt meine Muſa auch / halb-taumlend auff den 


AR üffen/ / — 
Mit ihrer Pflicht ſich ein. Di Freude macht fie 
| WEN AMDBL.. 5 a 


Und daß fie ungesiert auff dieſem Feſt erſchien ⸗/ 
Die fonft gern’ an ſich Halt und bey ihr ſelber woh⸗ 


net Br 
(XBie eng e fie gleich wohnt) ihrfelber herrſcht und 
i ronet/ / sa 


TE N 
Und in fich felber geh’r. Ba | eg ihr / 


Du dieſer Zeiten Pracht / du unſers Landes Diet! 


— ARE ira ea) MA 
Hoch/⸗Edlen / Hoch Ehr⸗ und Tugenv 


a 


% \ — ccc2c2P2c2Pc9ùqcͥc 
1 ee: or 


B ef fiedein Ang nach Wuͤrde ichve 
Wird ja Dein groſſer Ruhm von ihr.gleich nicht 
NS FERN RR 171. 1,22 RACHEN 
So fiche die Begier/ nicht das Bermögenyany. 
Dan fordre nicht von ihytwas niemand leiften kan. 
Traun / eingemeiner Vers Flingt nicht in folchen 
J AA ale Ohren. a 
Ras mie ein Pfifferlingin einer Yacht ebohren/ 
Nicht nach der as — ſich ſelbſt 
NN RRDERBRELT SRG 
Gehoͤret nicht vordich, WBashiermein Geiſt ge⸗ 
J tert, | | 
Das Ei faſt den Tod in erſten Kindes⸗Noͤthen. 
Die Schrifft / wie ——— die muß vor dir 
— erroͤthen / | 
Weil ſie deinUrtheil ſcheut nnd ihren Mangel weiß 
Wen deine Gunft fie nicht beſchonet / und der Fleiß. 
O ſaͤnge Flemming hier. / der Phönir teutſcher 


RER k ichter / / 
Dem nie Fein Landsmann gleich ( ich ruffe Did) 
— N sum Dichter) 
DieSaͤiten hat gerͤhrt. Was fchriche die ſer nicht 
Dasſs ewig iſt und macht? Er würd’ ein heiter Licht 
Auffſtecken diefem Licht 7 und deineni he 


Bari Kergen. ae 
| — was ich Fan/un diefesgeht von Ser, 
Sechwimmt nicht im Munde nur. Ich preile no 


N 


BE den Tag/ F 
Da deiner. Freundſchafft Licht mir venäh/gryf‘ 
| N a 2 anbrach, h 


ae) EIN 
* In ar i - - re 








ns TEE — JF — 


cutſcher ee 
— — een — — | 
Was ſah und hört'ich — | 


arhageic deine min Buͤchern offt gele en 
grarhant bennoch Ma Zeuge fig " 


"Doch war es Schatenmerd und nicht anhele 


Der ausdir ſelbſt eitſtund. 55 runde mie 


Dienupein Eleines Theil son —— haben 


if Gott! Was ein Geraͤuſch erregen dieſe nicht? _ 
Ds fan nichts heimblich ſeyn / muß es andas 


Was ofta ehorget iſt⸗ erbetlen und ge hlem / 
Und ver ha Gchäbe ſucht / der findet d te Rohle 
Mit welchen 5 die Preſſe hat beſchmitt/ 
Damit dem Schaben nur u — wird ge⸗ 
Bas ihnẽ halb bewu uf alle Ibelt auch wien. 
Was habe andre mi ir gefchöpft auß deine: N 
Won dir formt nichte Irene. ale * man dir ent⸗ 


Und was du andern reiht weit et var 
ei 

Gleich mie ein Attalus / dem ſo gie! Heerdeng 

Der volle Kaſten hat / und fehwang’re Fel 

Sein alles ſeibſt nicht fenn’ — —— 


Ein Armer zehlet nur die He er un ba Zieh, 
Was hatdein hoher Serftfür Tieffen nicht durch 


rochen 
J ſeltner Biffenfhaff En hat er nihte® ; 





i FE Alle N —— RR ig — 
—— Ale ter) Eheil. N | 

——— 
—— —— — * 





Des das verſchloſſen war? Rom und Athen 


a wie im Schau⸗Platz nochd Fee ans 
} Was die der effenheitin riet acht veraräber 
Dask fan Dusch beine-bandDas$eben wieder habey 
Dem du es ihm nur goͤnnſt ——— vor 


cheifften hiel 
| DieDuunsan echt nicht ohne groſſe Müh ? 
Was Fönnteft — für — 


Ä | Sehrihe hier und da (du —5— die Wunden heie 
IM Die Zeit und unverſtand der Schrifft geſchlagen 
Wer holt hierien ———— Urtheit Kath? 
Koͤmmt je was tuͤchtig s rl ji ID bon dir was 
Was dir zum Ruhme Diet. Auchbie lee 
"2 Die Grandfeeih, Wiederland Rs Flige Welſch⸗ 


Diee ven Beinen Wigrbeingrahm Mi nen werth / 
J Sie — ſelbſt yon dir a auch Den 


= Man gönnt was lobens er, rl die Aller Zungen a 
| en/ 
Doech ward ihr Ruhm kung 


h erngtoß, 

| Bea Preiß gebührt dem Lande / deſſe Sschoo 

— Dicherſt getragen hr dich Vak ar 

h Demes dũ gute EN EEE 
E4 Was 





ai 





| 74 Tefienwiäte 


vr 
| 
A 
Et bie Sefahrenf it für Klugheitdie gezeigt. Klugheit dir —— | | 
| BR oſſe Cimber⸗ Fuͤrſt ift deinen Thun genei 

r wir Fein gnädigAlug’ auffdeine ſchoͤnen Gabẽ / 
Du wirſt ein guͤnſtig Ohr * re du ihm rahef 


Man liebt und lobet dich. 8 w fiber erfe Ba 
| Sieh ier / wie Cimbrien dich nun a: 
£ zur eins ar — a Jas hilffi Me 


| Seacihikes fich zu fehn’ gu ————— 


Weñ nicht ein ſiebes Kind a ander u i 
Das mit uns in dem Glücf auff ‚gleichen 


Auch Eimbrienweiß Rath eh ihre Sohn zu findet 
Das Gluͤcke / daß fie giebt / das weiß fie zunerbinde/ 
Dort wo der Ocean das edle sand beſpritzt / 
Altvorde».Sachfen-Ztveigidiegandes- Mutteꝛ 
Die wie die Venus / dir aus ihrem Meer A h 
Der fich der. Him̃el felbft gar reichlich eingegoffen/ 
Ein unvergleichlich Bild/ das — — 


n der Du Dir nur gleichſt und findeſt deine Zier. 
ajıter 2 hat ihr Wiß unKeufchheit na | 
Die Pitho nah Mund in Nektar eingetauchet / 
Aſtraͤa hati EUR die Se eingefäugt/ - / 
Die Juno har ſich auch ſeht günftig Ihr erzei 
Cythere bildet Ihr die m. un önen 


Pi * eh i die Söbe aufge Be 








* 











J— ie et Fe © u 

| Dir Charitinnen Schanr ha * Wohnplak 

Das war dein rechtes Pfand er man als eigen / 

| Angers und Arme giebt. Au himm hin / 
ne / 


S 
Den hochb egabten Marder heine Tugend kroͤn/ 
oͤnheit ſich auff ewig eigen geb 
5 — deinem Herkenleb’. 
N hörerdüunekt mir / ſchon das holde Ja —— 
| en füffer A dem du erfigefallen‘ 
Das ſuͤſſe Jardasaud) den Widerhall erfreut / 
Das Venũs kleiner hi Brüdern 


3 Das wie der Mundes Bra. emandersuß 
| tege 


Das a das Hand / — und Hertz / und 
Bruſt verriegelt / 
al unſre Muſen ſelbſt / die hier fo froͤlich ſeyn / 
Der Him mel ſelber ſpricht ein ewig Ja darein. 
Auff Worte folgt De —— — Se ſteht 

eruͤſte / 
| Darauf man legen ſoll das Opffer keuſcher Luͤſte 
De ‚gehet fchon in ihrem vollen dauff/ 
Und Hymen ruffer Euch, auf Auff! hr Lieben / 


Er trägt den Marſchall⸗ Er — nebſt ſei⸗ 
Kertzen / 
Zun Seiten ſiehet man die i — — ſchertzẽ 


— — —— EEE _ _ — 


Die als Teabante hier mii feil und Köcher gehn / 
* ya das Braut⸗Bett her / als —— 
ſtehn. ritt 


N * 


eutſher edicht· 
Zritt / rin Dräwegam! au ffven en Thron/da — 
wird BO 


Da man bey ſtiller Nacht —— — 

Nimm hier das enge Reich nach ſo viel ein/ | 
ier foll — 59* dir untert au feyn 

at deiner Kleinen Welt. ieb den gelahrten 


Nun einmahl gu pas beygemeine Kehl 
| Vergiß das jet Rech — — Auch hier g 
Meinind Dei! 
Das Beeden eigen ift/ und dennoch aut 5 
Die Cantzeley / da man die finſtern Briefe liſt / 
Da Venůus Cantzlerin / und an Schreiber iſt/ 
Zi Dir nun auffgethan * 1b ich geem⸗ 
alten! 
Es gilt der Jungferſchafft / die ollallhier erkallen 
Durch firengen Todes STE: s llhier thut 
man fie ab/ 
Und fenckerihren Stoltz in dieſes Feder⸗Grab / 
Recht unter Schmertz und Schenk bey lachen und. 
bey meinen. 
Selbſtamor greifft mit zu einen — 


Der Der eine ſin tein Lied aus pen 1 Sarulluswor! / 
Ein’ ander fagt der Braut ein SEO oreine 


Ein andrer lauſchet hier IR une horche 21 
änden / 
Ein andꝛeꝛ klatſcht dazu mitFluͤgeln RU * 


J Der ſtreuet den Geruch der ſchoͤn en Sa 
= Ein ander Arpffeli * u —— a 








Erfter&heit, + | 
| Sogeht das Vorſpiel an / und / unter A | 


en / 
iꝛ ſo mancher Spruch / den duv in geleſẽ / 
— — anne bey / He Volck harden 


Da es / vr andern, viel von —J weiß. 
1 Duabersfgönfes Bid, baldeine Bien der 


0 it uf Be sun 


| Weba ?tvie fo verzagt? —— e in 
Daß at ⸗Heldinnen uf So ger 


Diß aher dar unicht / da fin v eier — 
ep ii nicht hier m es Niederland / 
| * beſte Tapfferkeit iſt hier gewonnen geben /⸗ 
Du ſiegſt / wenn D Dueriiegfi Du toi leichrübers 


| Den dodder eriten —— ‚Ste du zur Ge⸗ 


Ich tarhe/laß, es ſeyn / eefäit Ürgenviß i ſchwer. 
3 a, et deinen Grimma Diefe Verſe Ba 
En 


eide ſtich / und breft’/ ich laſſe es gefcheher 
hr Gedaͤchtniß au / Beach a 


R Je 29 von deiner. Hand in bee —— 
9 die Rache denn durch nuͤgẽ / 
weiß u wirſt dann mu Bir — 


e 
eo (8 harten Sinn. u 
* * bit was or * I 
ehn. 


⸗ 


ee — 








Tr ————.. - 2 no — 









4 1 


| Ze — Teutſher Gedichte 


vdaſt tauſend 


— —— hi 


| * er Be hr DaB 
| Senf thrin ae beſchließt a e 


BT Fi rue A 





Du dann / Ihr Lieben] cur wos feinet- 
mahi ales wie man fol Bl hierſch 


Ergeb Euch dem Ioch der. eben Spranepl : 


Eu 
Die — ſelber liebt bie fü eXaferen. | .- 
d Küffe gehn Die ſelbſt die Seele Iochen 


Bih auff der Affben * — 8 häufig wie die 


Bein ‚reiben Winter ah al Retail) | 
So hefftigrals.ein‘Pfe vom ſo ea JE 
Wie Gewalt erpreßt / und Hinterliſt et | 









ie fiedie@infalt offt aus lauterim Hertze — 
Sie ſind gleich angenehm. ei — lammen / 
uf t/ | 


De eiſſe Sirius bat euren vor efbiet, J 
uch / Ihr Lieben i durch das hat 
Herterennet/ / 


ner wie Phoͤnir 7 and in — Zlammen 
Er der gelehrten Wet, ] Si, Den See 


te 









BSH 


N | — 
0 ne eede edt. ——— an 7 
9: hr Ei * ade, Y 





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1“ en⸗ ae” 9 
— leicht/alg Dune 
- Einf lleiner Gude 63 die LT 


| Siku engine Rp : 


45,9 213 


—3 — * * ei ein Bm mit: 








| ——— —— 
"9 BER TE —— ii | 
dag Hoch zeitliche Feſt 
Pe chEdlen / Veſt / und De 
gelah biten/ / 4 


na Erich Maurigen / 
Beiberämsten ICti, und — 


ae 


wm 


Be ORpE. Doch Chrzun! Bulk. 
reichen Sungfer \. 


Magdalena Eehönbachig. = B- 


v anne Caſtalis mir fleiſſen 

ch in meinen RN ergieffen 

Dürde bier > 1 112 2 ee 

| eer saeine Int von Feimen . RR 

Aus dieer fpleibien Feder fhaumeny JF Ar 
4 ther Maurnʒ / unfre ai 


y —* 
* 























Nun dien — dieſen — 
Bas wollten meine Tropffen machen 
— Du eurer Schönften fchö ner Bach ?\ ' 
® er Bach / die —5 Nektar — 
| amit ihn Venus llet / —— 
Der folgen alle Bfte nad 


etr Bach /iin der fich Shatiat 
und ſelbſt ihr Weſen — 5 
In welcher ſich a net! 
Dem auch Pacto 
Er ihm ht tan Dae Safer Eee 
D5 man ihn noch ſo goldreich ſch aͤßt. 
Hier tonnt ht werther en. 
Das euren matten Leih kan laben/ 
Hier wohnet —— un raft / 
Hier loſchet ihr DIE giebt 16% 
ie® wopnet Glut und nt —— 
In gang verborgner Eigenſchafft. 
Dann wenn ihr erdet DR’ empfinden/ 
Köntt ihr ein kaltes Bad hier — 
Wenn aber ſich lte nah /“t 
So treibet Amor feine Fiammen —5 
n dieſe ſchoͤne Bach zuſammen / 
d habet ihr ein warmes Bad - 
H fchöpffet darin mit bouem Munde — 
Stei 22 in das Bad zur guten ‚Stande: —* 
uch die Benus ſelbſt beſtiumt 
Re wei ER nicht gern aan en? er) 


u 14T 


an # 
— tie‘ 7 
X — 


—— 


— — 
— — 











7 Dod werdet Pr noch entla 

Weil ihr gar — — | 

| Kein Eis muß diefe Bach be 

Sie muß fi in ein Meer —* —* 

= gt und Wald und Feid ernehrt! 

ESchafft TUE Die Do ein — berrunnen nen! 

| bie Hofinung fall’ unnen 

En — nicht zu —8 —* r 
XXIX. a, ° | 





& ODE 
| Auf das erfreuliche a Se 
I De: er ek 


Hn JohañEaſparp fenings / 
| Med. D.und vornehmen Pradtici 
Mirder Ä 


1 —— Zum 
| Dorothea Amalia Jügers 
| Wi ift es denn gewaget / 
bat es Eüch behaget / 
Be — ae ig / 
‚zum — zu lie 
uch nach vielem —— 
| & neues — erſchein. 


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kase. i ae} 
Gi ft | Wier 
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d nicht die Wellen meldet / 
ee; ‚feiner En lm ht ir x 
Wer zweym mahl funden 
©» hart und Gere — war 
Weagt keine neue Schlacht. — 
—* Dennoch iſt zu eben | Ei 
Mutp € uch aͤberblieben / Bar: 
br folgt der alten Spur Be 
Serährt von Amors Pfeilen / 
Hit Wunden Wunden Heilen 
Iſt eine neue Cur. N 


Her Kleine / der beherkzte / 
Ser u euch Hohn ihr Nerafe? 
Als welchen Kunft gehrich / ag 
Hr Fllbmmet altentgalben # 
Don Kraͤutern Wa nalben 
und deifft euch felber nicht. 


Seyd it eihtee die 

Hapon die Bücher meld em m 
gie ihr den Todt befit A re A 
Mit fo viel tauſend Kr tern J 
dindy gleich den iahmen Reutet / 









So bald zu Boden liegttt * 
Ihr koͤnnt mit tauſend pinent Hr ;E itx 
Viel hundert Dürbfen füllen‘ 4 
Und trefft doch offt k ein Ziel / u A 4 
Ein Pfeil von unſerm Bogen / 
Da leife nur gezogen / ER 
Macht euch ein ander Spiel. Vald 








| Im He ander le 2 a fir, 
Da wit ins Fau gen lachen 
— Und gehn euch au Die Dauı 


j re Bir, 
rer J ei ri 

RAR 

Korte 5 
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Ach / was iffda fi ‚Bein vn 

20 alt wir Fleinen 8 kat — — 

Die Wunden Mi verbi — 
hr —W — 





it Ihe verlo euſeyn x \ Ä 
wa — r — ibe dader 4*7 I 


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Da Habt ihr enn je A Pe, M * * — 
Ein Plafter eurer, — Sana ge 
Das eure Schmergen a —5* 


Herr Een ——— 


| Es th u it en alles 
—8 5 wieder h 


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Hiedurch koͤnnt * 

Sie ** u“ — * fm 
urch ihr kuͤſſen eins 

Sie fan mit — Vncen / 













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H9’ die Cut the 
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= tut — — 
Und Mittel vor d Biepein. Ra 
Da Pareo ebof — 
—— Hand zur 

Kraut „pr ee Dänfer 

aut? 

d was ſonſt leſcht den Brand: | 
| A REN nie 
De Zeiten t-g1 Fichten! — 


— an bieten Gele? > oh 13 
ua —— re: 
s fl Laſt empor. | —J | 























Ein Jahr müstih 
Dr Sie / fuͤr das 


Eu einen Pienning gie ui, aueh u | 





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® —— ie — 


[def alıten Secretarii, 7 
; N 


Woh ** — — * 


Doro — — 
An die Verliebten. A: 
Wo * und — * * Worten 


eſſen / 
So waͤre dieſerRaum fuͤr zu klein / 
So wird ein groſſes Abe auch noch zu wenig 


Ans überbliebe mir ? Doch bliß ich unterdeſſen 
Der Pflicht / die mich an Cuch verbunden / unver 


Wie Eure Liebe ſtehti in Pi BENNO, * 
Nichti in der Woͤrter Drag Iuehaein, biefler 


Sp ift mic Pfticht und Dun m im Munde nicht 
Su hilft der er ZB ii Rinne nicht das 


7 » 





eh 
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88 | eutlber Gedichte 
Ich Sch wünftbe da [da bey euch kein Wunſch von⸗ 


enſey. 
— ß dee 
Das woͤnſchet Hk und on N 9 


t tieffer wurtzelt er bt er ſi 
—— —— — Di 


| da | 
Wiethrmehe runs far wi Inge 


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an, Heinrich Kiedemanns/ 


"woßlotgvienten Rahtsherrn ver”) 
Stadt Koftod/ m. 
Und dei ae 
" oBiel-Ehramd Tugendreiche 
Zungfer Wangardaducen 
ochzeit. 
Koma her⸗ — wei Dort ie Sn 


Begeiftert meine Kauft’ it Kiminget mai 


Sinchewen holden Hauch / das fon gerne 
— AN — — 


nr = f | u 


2 








Erfer Theil, - z⸗ 
Und / iſt mir recht / — J das ich ſehe / 





| En egaſus bereit vor mii e gefattelt ſtehe 


u Z 


"Bargißden Köcher nicht, Tann — nicht 


Mufen/ nicht fo Bun Beh der Haie | 


% Agufe will Who fliegen —* ich nicht / 


Und was doch follte hier. a gro er Lufftſyprung 
Wir ſchreiben hier ja nur —** Liebes San 
Komm nur⸗ Dione/her/und on) ihr liebes Kindy 





"Man hat was ehrlichs vor. Kor gehe und gut 
eiten 


Sea fehe ihn auffei einem Schwa ne teite. 


ie trabet er einher / wie hurtig und wie kuͤhn. 
Pt geln laß mich eine Feder iehn / 
Komm / Buͤ chen ſchneide ſie mit deiner Hand gm 


gechte / 
| Wir laſſen dir den Pfeil. Der Dice ihr Ge⸗ 
Semi dach ieebeenforas beinsfeil nie erhanı 


ie muͤſſen auch herzu / haſt du was anzufah'n. 
rGralien laßt mich in en Nektar tuncken? 





| \ vat it mein ſchiechtet gie wenn er ihn hat ge⸗ 


auf euer Feft / mein wehrter Riedemann / 
eTfherning hier / der Sohn der Ewigkeitẽ / 

entriffen hat dem Zahne aller Zeiten/ 
er ſo manche ers BEN euern Ruhm gen 


J vorn 
Sa auter Liebligkeit und Süffen Vleben fan. 
ef 





EEE ER SEE - 


7 Teutſhet Gedichte 


Was hätt er je: und nicht auff eure Feſt erdae 
Der ſonſt nichts ſchrieb / als hardy nur Br 
uͤhle 


Mein ſchlechtes Saberorehe da 5* ſo/ wie ernich 
Das thoͤnt ihm gleichwohl nad. kn zu hei⸗ 


luͤck zu ihr liebes Ein! oh ei — iſt dar 
Seht/eure Nacht iſt hier / und f viel ſchoͤne 


den 
Gluͤckſeeli. werdet ihr nun — sehe 
Herr Dr utigamb. Seht nur / Das iſt der Zeiten 







Lauff / 
Die Liebe fiel / hier ſteht fie wieder auff. 
Kam hr —— neben 


che: en 
Die alem mgeichts fein a mis Aline Seynge⸗ 
Mas iſt dein ſuſſer Zwang "nen dein Wo 
kun 
Wie mancher thut dein Wann weh nichtdef 
Hein Anfang iſt in dir / du A * Ge see | 
8 — Natur mit ihrem een ut 
u bift ein Feuer⸗Ball / der nimer wir 


ufter. 
Und der ſich /durch ſich her uns / durch 4 


Von dir / aus dir / in bie/durd —* — es rege. 
Du fpreieft dein Weſen aus durch unbele 


ege / * 
Und praͤgſt das groſſe Wort in alte geiber ein 
f ‚Die Deinen Regungen nie unge ae Er 








— — 


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| Erfter a 
Du biſt des Himmels Sa / — erſten 


Und werden auſſer dir in einem Huy zu nichte / 
Mit Nacht und Tod’ umbhuͤllt. u biſt das Stoffe 
/ 


an ® 
An welchen alles haͤngt. — — dich san. 


8 die Ke eh die es an ae 
ich die Fleine Welt — * — ——* 


Das man fonft lebloß halt * Das Tebet auch = 
—* Dich zieht der Bo. ein todtes Stahlan 


Und muß dunch deinẽ Trieb dagen Morde 
Man e Fan dein groffes Werck auch an Gerät 


ſehen / 
Den len unten fich / jedo hai ver —* 
icht ein er ib 2 6 br: fich ge 


& ſieht das eine da / und — bie Siecige nieder / 
in Lebens⸗Safft vergeht. Gieb ihm ſein 
gargen wieder / 


J theilt die gruͤne zu 16 he, den gangen | 


| mm/ 
Und: 8 befeelet fie fafteine Sieben. lamm'/ 
innerliches Marck fcheint fr zu empfins 


den 
—J aus und ie von ben Rin⸗ 


e 
eine flechtet ſich des andern Armen ein / 
d neiget ſich hinzu / + folteng 2 —— 









* 


RE | 





sarah see — 
0 Teutſcher Gedichte 
Daher won ohu dienet hier fi vieler Weißheit 


flege 
r beede ae ——— wenn. 
hr macht nun feften — pe eufcher Siebe 


gie Weißheit iſ geil Ri Seil iſt Wiſſen⸗ 


Die das Gewmuͤthe har/allein zum Vagenmercken 
Dre ander She 4 greiff ea if enfchafftz 
et cke. 
& iſt es mit der Kunſt des beibeg auchbewand. . 
Saft andern nut ben Traum, he nehme. Dad 
Werck zur hadd. 
Und worze dient es denn viel Worte zu verleten 
of ‚Sieben faffer fich im Wercke beffer fpürem. 
er ganke Schluß ift der / folgt GOtt undder 


ur / 
So geht der Zeiger recht an eur liche! uber 
& iebr Here Wiedemann / und ea 
der Schönen / 


Die fo viel Tugend. fömüct, ur undfo viel gaben 


roͤne 

In ihr iſt ein Begrieff son alter Zierfigkeit/ N, 
&n Ebenbild der Zucht / =: fpiel her 
Sie liebet keinen Zanck / mise mia! oder 


ffres Angefichtift eine — 38 
—V—— u und für ihr fpri 
Sie —* ehret euch a = weiß — 
I / | 
oO © ı i 





— 





Erſter Theil. Ki ME 
Pie Sieb’ und Leid. vermiſcht/ wie Sich und Sof zu 


2 
u 






DE? Snap uns runs a RR 
ie fefter ſtehet Dann Diegaft auff beeden Seulen / 
F— —— vor die 
— N and ⸗ a 5 ——— 
So rathet fie Pe N 
Doch / gnug hiervon gefagt / gedi ter und 


a) 03 25: efchlebannd., u 
Das gatıke Merck iſt RE ** leben und wohl 
Erbe . * * | leben. pr” ar £ 
Ein Lied iſt zwar allhier ſo noͤthi nicht geacht / 
Doch hats den Teutfchen of den Much zum 
hi, otreitgemacht,  - 
Schtmicrdie Sonne hat fich laͤngſt ing Meer ver⸗ 
BR alone a3 moin RO ken ac 
Der fehöne Hefperus ift laͤngſt herpor gebrochen, 
Orion führer fchon die Schannder Wächter auf 
| geh dem Betr’ auch zu.Cumpido ſitzt ſchon auff / 
er ſich ſo mauſig macht auff euer Auſſenbleiben / 
Die Zeit wird ihm fo lang’/ alleine zu vertreiben, 
St fliegt bald hier und da/ufi wiafft den Köcher hiny 
hatte gerne mitein Haͤndichen darinn * 
St unterdeffen weiß die Küffen auffzuflopffen/ / 
Und iſt ſo ſehr bemüht, Diefelben auszuſtopffen / 
Mit Federmdie er ihm auß ſeinen Flügeln ſeht. 
Das Vorſpiel daß ermacht/dasiffein Liebes Lied. 
Sefpielen/ lat fie gehn / und laßt es ihr erge — 
Do wie ein’ jede will daß ihr foll felbft gefche ein. 
die das nicht thut / die wird nicht Braut aufbieſes 
. IE" Aue 


* 


3 2 SAH, 
FR enus ſchwun es felbfü/ben nn 
AR 





22 — 


ER 4 

— | 
er Teutſcher Gedichte FE 
Undfogeht fie dañ ar in ihres giebftenKamer 


a nihrem Hertzen poch pocht ein ungewohnter Ham̃er / 
en Furcht und Liebe fuͤhrt / Ihr Jugend⸗ Haupr 
anier 


er / e 
Die Wangen ſtehen bald in ihtercothen zier 
Bald wiederumb erblaßt. & Be dies bie 


Cupido will das Haupt mit * Zude been 
Das ihm die Mutter felbft an feine Stirne band 
Herr Braut gamb leitet ſi e/ und bietet iheb N 


Hier fteher der Altar der Eeufeh en Rich und Treuel 
Das Opffer iftdie Braut / Se 5 tragt 
| eue/ 
Und prägt auf ihren Dun manchen ſchoͤnen 
uß/ 
—— bracht! als auff des Pabſtes abftes Su | 
er ſolchen eich humb kr als he bei 
icht wenig /_ 
Er iſt fein Here und Knecht ein Unterthan ut 
Koͤni 
Ihr fend in euch vergnuͤgt / * Freu andiſen 
Ihr liebet erſtlich SHrt/danıt Margaris / 


eu 
So gebt der Liebſten nun das was ihr muͤſſet g 
Man darff in dieſer Sau * Reanen ent 


Doch wird die Rechnung — mas gilt rien 
ahnt 
¶ De Shine it geih fehle auchb 














£ 
\ 


€ 


Scherg:&edichte / 12 
Auf das Hochzeituche Freuden, Feſt 


Des TEN ZEN, und Wanne 


Herrn Peter Eberpard 
"Brliggemann/ 
Dero Koͤnigl. Mai. zu Dennemarck / 
Norwegen / Wohlbeſtauten Capi. 
taım-Lieutenant, - 

Mit der 


Edlen / Hoch⸗Ehr und Tugendbegablen / 


Maria Eliſabeih Liethen/ 

Unter einem andern Rahmen 
Aes Paar / verliebte Herzen / 
kennen eure Hochzeit⸗Kertzen 


en in dem inter dann ? * 
önnen dann ſo deiffe Flammen _ 
F on der todten Kalte ffammen! / 


uͤndet dann der Froſt anıban? 


U nicht alles öde werden? 


Steht der Schoog der groffen Erden 


NIE gang Matternastund blog? 


See chnee und Keiff | 
pt mi ve und Reiff behangen 
an 
J Ale 


4 


ſchoͤnen Stider Wangen 
es Lebensloß? 











N 


3 Teutſchet sedichte ⸗ 
Alles hat den Glantz verlohren 

Alles iſt ganz kahl — 75 — — 

ſich ſchon / un N 

| Noah sa af 

och fan Benus Flammen fangen ⸗/ 

ad — — 

en 


die Ratur verktich 


— 


gpeil ine Feuer! en 


— 


uch dem Winter fe 


uͤnd der Tag die R 


enn fie für der Kalte 





_ re, at 


J 
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—J 46 
— Far, 
= te! 


and re moͤgen nut den 
ehien zu dem ͤeben Freyen ⸗ 
Ich ſtimm eurem Schluſſe bey/ 
Die die Kältenurergökell. 
Ind die Zeit zum Lieben fepetl / 
Daß der Winter beſſer ed: 
Andre mögen nur verſparen / 
In dem Sommer ſich zu paaren u) 
Wenn die Hitze tompt herbey / 
Mann die beeden Hunde beuen ⸗ 
md ſich zu der Sonne ſteuen /⸗ 
Daß dir Flamme doppeltin 
Andern mag der Der 
Die ſes ſuͤſſe Werck zu üben’ 
Wann nun Tellus ſchwanger 
Wann Pomona auff den zwe 
Acat die reiche Frucht zu zeigen 
chtſchnur geht. 
chwills mit dem Winter 
Liebes Giut kan nicht erfalten 
Die ſich in den Froſt verhuͤlht / 
ie ſich in ſich ſelber er — 
Da fie Glut und Adern fuͤllt. 


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Bie/wenn Letna ſich verfiekit,, 
Und das Haupt mit Schnee bedecket / 
Deber Durch die @ufft empor/ Bi 

legt viel größ’re Glut zu glimmen / 

iedurch die verdeckten ——— 
Bricht aus Schnee und Eis berpor. 

Und wie kan der Froſt doch kraͤncken / 

Die nur ſtets auf Liebendenden?- J 
Venus Manny und kleiner Eoon / — 
Warmen das erfrone wieder, - , 
Der die Herten ı ‚der die Slieder / 
Quaͤlet uns die Kaͤſte ſhon ee. 





. 4 


Atan felber / der erfroren / BT — 
Bleibet länger ben Uurbten/ Sa 
Und genieſt der füffen Luſt / MT 
Und werwolltemit vergnuuge ee 
Nicht in warmen Zirmen liegen?..n. 0. 
Da man waͤrmet Bruffan Hruff? 
LVenus tteibetipre Flammen - 
Rum meinen Kreiß zufammeny 
Und iftfiedennfelber nicht . 
Aus den falten Meer entſproſſen ; 
Darein fie die Glut verfchläffen ı 
Die durch alle Leiber briht? 

Sent iſt feine Nachtzu enger 
Deuninihrefinftre@änge ° 
DU’ fich d oel Wouuft ein, 
mn toie te fihverbefferny / 
Menn die Mächte fich vergröſſer / 
Umdnunimmerlängerfepn, ER 
Liebet 





\ 


6. __Tentfeber Gedichte 
— AIſchel o Iht Lieben liebet * 
Wenn —— Hitze giebet / 
‚Und mit nenet Frucht begabt/ 
‚© wird mandann fernet uw N 
Was im Winter ven geſchehen / zahl 
Das Ihr nicht gefroren habt . 
Hier iſt Feuer’ das ſtets wehret / 
cuer / daß ſich! nicht ver ze | 
ar ich werte tuhn und —2* EN 
aß nun unter dieſen Da / 
Ha viel tauſend Luͤſte ſteclken 3 RER 
Rank nik und Sommer [ed 
Epigramma, 
Etzt wird Hert Brüggemann un / gu Venn— 
| Tr veffen ehe 
Ich weiffle nicht 7 Er wer or —— 


— 
Der Liebſten Haupt und Daunfan ja ein 


Haupt⸗ 

anfeyn, (uanein 

Sie iſt ——— jer zieh Hu 
riſt der Jebſten Haupt / und ſie je des Mal Dee | 
Soiſt er Capitain und m om | 


| eh 
Auf dir ae it Wenet 


ge 
Des Eblen⸗ * nr \ 
gelahrten / 


Hırın Johannes B 
Beeder Rechten Doklorn ollorn / 
























' 
— * 










— 





Erſter Teil, 97 


Und der 
Viel⸗ Ehr⸗ und Tugendrei⸗ 
hen Jungftauen / | 


Euphroſyna Siebrandts 


W entſtehet Doch der Brand | 
| Herr Bueken jetzt entzndet / 9 
Und ſich in den@tiedern finder: 
elchemArtzt' iſt dies bekannt? 
a es iſt ein täglich Fieber Ne: 
Das fühlt weder Rhein nach Tiber. 
Dieſe Hitze kuͤhlt an fi 
Und die wobibeliebten Flammen 
Swlagen in ſich jelöft zufammem. 
Ey ı iffdas nicht Wunderlich 2 
Und jemehr man ige fuͤhlet / 
mehr wird ſie gekuͤhlet. 
Rehmt dies Feuer ja in acht⸗ 
Das kein Feuer Dleb entſtebe 
Der Euch in die &pe gehe, 
Wir Ptometheue dies gemacht / 
an ) als er gen Himmel Eommenz 
ovis Feuer weggenommen, 
Diele Slut verzehret nicht, 
jeſes Feuer Fan ernehren 
Ey / ſo laß es ewig m dren } 
Du es nimmermehr gebricht / 
je dor dem der Veſten Monnen? 
Aber eines acht geiponnen, 
| 9 Nun 











En ann a u en 


98 Teutſcher Gedichte 


Nun wir gieſſen Del binzu/ 
Mun wie blafen in Die Flammen? 
Fraget Stroh und Ho zuſammen / 
an ine fonntin guter Ruh / 
Ind ben fo geftatten Sachen / | 
Einen Chymſchen Auszug machen. 


u. 


—— 
Des — und oc 
PIBEN gelahrten —32 
Herrn Johann Maaſſen / 


SS. Theol. Licent. 


Amdider. "3 3 me 
NPochEdlen / NochrEhr: und Tugend⸗ 
reichen Juugfer / 
Wendula Schlüterin / 
O Wollten mich die Geiſter treiben / 
FJq wollte jegt was quies fchreiben 
Auff euer liebes Hochzeit» Felt’ | 
Sch wollt’ Herr Maaß euch nieht vergeffen! 
Ind lauter Gluͤck und Heil Jumeffen J 


nd alles ag ſich wuͤnſchen laͤßt · ſa 
Ihr Habt nunmehr das Ziel getto en 
Das Ziel / darauf wir alle beit 


I 
Was 





Exrlker 
Was vom Verhaͤngniß iſt gefaͤut 
Daß iſt euch reichlich zugemeſſen 
Wir aber leben unterdeſſen — 
Noch auſſer Maag und Zlel geſtellt. 
So meſſet denn mit vollen Haͤnden/ 
So meffet denn an alien Enden - | 
Der Kichfken taufend Lüftezu, 
Ummeffet Sie mit euren Armen? | 
Sit fhlich Euch daß Ihr könnt erwarmen. 
So lebt Ihr Hier in ichrer Huh | 
Seht Eure Schlöterin indeſſen / 
Verſchlieſſet was ſhr zugemeſſen / 
Und legt es zum verwahren bins: 
Bann aber nun ein Jahr berfloffen / 
So giebt fie wieder / was verſchloſſen > 
Und Ihr habt doppelten Gewinn. 

BER XXXIV, 7 


' — * 
Herrn Caſpar Voigtens / 
ROHR, ah U. C. 
| Nur: AR NER 

Frauen Elifabet Zinckin / 

EL De 
X Ctsmafe ma en, Herr Voige 
en) van ne Mi Dochseit machen 
Wer has die Poftgebrächt ?&eir&chreiben feis 
N | E ” Hand * 








00 — 


00 Teutfberebichte 


—{ 7 je — — — 
Die hat ung dies fein Thun/ guttoilliglic befant) 
Das ihm ſo frembde war. Ey Ey/ wie muß ich 


n! 

Wie koͤñt er doch ſo fein bemänteln diefe Sachen! 
Er wollte nichts SA warihm nur einZand/ 
an man vonLie chrieb / uñ von — 
Hier iſt nun dies ein port! —* ſo viel Fleiß und 
In ſeiner Liebſten Son, Sit fchläfft er fr 


— kan nun ſeine Luſt Een 
oſaͤumet denn nun mi dies Ampi fo zu verwal⸗ 


Mit ſolcher Kachfamteit / eh bald das andte 
a 

Wann dreymahl drey iſt hin / euch ſchencken kan 
ein Paar. 

So habt Ihr Euch alsdenn ie nis ein Vogt ver⸗ 


XXXV. 


Auff die Hochzeit. Mi 
Des — — und Wohl⸗ 
gelahrt 


Fa. Heinrich Klauenberges / 


*Rreufkiffigen Paftorn der Gemeine 


zu Zarp in Holſtein / 





— 


— 


—- 


u 


| Bis ipr wicder Prlanaca gebet / 


Sleich veryundet / aleic) geheilef 


! Die entziehet Euch ihre Lebens 


— ae un 


Erſter Theiu 108 
— — — — — —— — htt)e — — — 
Und 


Der Dieb Ehrsund Tugendreichen 
Pr ae 
Chriſtina Kortkoltin/ 


Wie zu eben derselben zeit der Jungfer Braut 


utter mit Tode abgangen/und ver Ar. Bru⸗ 
der (Tit.) Herr D. Kortholt zu Roſtock ſeine 
Hochzeit gehalten. 
SHE geht der Lauff der Erden, 
Diefe ſterben / dick werden / 
Golden Wechſei Hält die zeit l 
Inter Luft und Traurigkeit / 
So dermifcht fie Leid mit Freude / 
Und die Freude mit dem Leipe. 
 Sehet / o Ihr Sieben. / ſehet / 
Wie der Welt idr Umbtreiß gehet / 
Diet iſt Luft und dort die Moth., 
Nier iſt Hochzeit] dort der Todt / 
Und die Mutter mufte ſcheiden 
Don der Kinder höchffen Freuden. 
Sluͤck und Ungluͤck iſt getheilet / 


Denn in beeden Kindern bluͤh't / 
Mas der Mutter Tod entzieht / 


nd Ihr koͤnnt es Dielen geben. 
Lebet / o ihr Lieben / lebet / 





3 | Stirkt 


yo2 Teutſcher Gedichtt 


Stirbt denn gleich der alte Stamm / 
Wird von Braut und Braͤutigamb 

och ein neuer Stamm ebohren / 
Ind fo gehet nichts Verlobten. 


XXXVL 


— uf 
Herrn Mantauens 
an *— u 
n Königsberg gebalten. 
Was ſoll ich denn und sum Saochjeittounfüh | 
enden? 

Zu Haufe giebt mans Dir / mein Sreund/ mit vol⸗ 
—— — len Haͤnden. 
Sprich meinen Roͤling an & und: fein gelehrtes 

— OPT, | 
Dem dies mein Rohr nicht gleicht / * pheff es 
| noch fo viel. 
Er giebt dir leicht fein Licht zu Diefem fieben Tage! 
Mein Roͤling / den ich ſtets in meiner Seele trage 
Mein / Dein undaller Zreund und euer andeet 


! | Da N 
Duhaftdaheim ein Meer / und sch dem Brun⸗ 
| nennadh. — 


‘XXX VIE | 
| Auffdas Hochzeirlicbeset % 
3 Des Edlen / Veſten und Hochgelahrten 

Herrn Lorenz Schnittlers 
der Arknen Doktorn / m 





1 
J J 
- 
- 


*4 
8 vo 


6 96 > 





Erſtet Theil. 103 


N Under 
Viel⸗Ehr⸗und Tugendbegabten Jungfer / 


Roſinen Lüdekens. 


De Ihr unſre Feder zwingen / 
Jetzt von Froͤligkeit zu fingen / 
Ihr verliebtes Iiebes Paar⸗ 
Da ung fo viel Plagen preſſen / 
Und der Krieg dag Land will freſſen? 
Ach / uns ſchauert Haut und Haar! 


Zwar / wir haben unterweilen / 
Unſer ungeſchicktes heulen / | 
Einer ſuͤſſen Feld⸗Schalmeyh / 
Auff begehren / eingemiſchet 
Und ein Schaͤfer⸗Lied gezifchet/ 
Dep der Echwanen Sängeren. 

Aber wie will fich das fehiden / 
Solches Lied ung aufzudrüden? 
Wo find Hirten / wo iſt Dich? 
Wald und Feld iſt auffgerieben / 
Ale Nymphen ſind vertrieben / 
Auch Gott Dan iſt ſelbſt nicht hie. 


‚Fat Pyragmon nicht zu ſchaffen 
Mit den mgeheuren Waffen? 
Brontes Arm wil nicht mehr fort / 
Mulciher will jetko binden/ / 
Und laͤſt beede Faͤuſte finden, 
Es gebricht die Eiſen⸗Piort. 
| G4 Krie⸗ 





nn j 








——9 


a0Treutſchet Gedichte 


Krieget num der Kreiß der Erden] 
Muͤſſet ihr auch Krieger werden / 
Seht euch bey der Venus an ⸗ 
Denn ihr Krieg der giebt das Lebens 
Mavors weiß cs aufzuheben / 

Diefen Krieg liebt jedermanit. 

Srabet Minen’ pflanget Stüdel 
Brauchet theils Gewalt / theils Tude / 
Segen euern Wiederpart ⸗ 

Doc er laͤſt ſich ſchon beſiegen / 
Er will lieder unterliegen / 
Und verhält ſich nicht fo hart. 

Nun es wird euch bald gelingen⸗ 
Daß ihr koͤnnt die Fahne ſchwingen / 
Übers Jahr genieſſt den Zol 
Sammiet nur die Fruͤcht der Wiegeil/ 
Die euch folget nach dem Kriegen 
Liebet feft und lebet wohl. 


— 





XXXIX. 
Auf die | 

Sochzeitliche Heyer / | 

Des Ehrwuͤrdigen / Andachtigen / und 
Wohlgelahrten 


Herrn Tacob Kobows/ 


Zu Jeſendorff treufleiſſigen Se 
len⸗Hirtens /⸗ ont 





nn 
Erſter Theil. 105 


| Mir der F 
Viel Ehr⸗und Tugendreichen Jungfer / 


Katharina Randomwin. 


Er mit der Tugend redlich gebuhlet hat / 
Und fie geliebet hertzlich und mit der That / 
Den wird fie ben den Sternen ſtellen / 
Ob gleich Die Neider darwieder bellen. 
war mancher bettelt fich inein Ampt hinein / 
Und gründet nur auff bloſſen und lecren Schein \ 
Hingegen bleibet der befiken / 
en man erheben foll? an die Spiken. 
Man giebt ja mehretheils nur auff bIoffen Wahn 
Sieht nicht Gefchickligfeit oder Alter am’ 
Nur den / der fhneiden Fan und prahlen/ 
Und eine Dunftvordie Augenmahlen, 
Es wird ja offtmahls einer zuvor gefeßt/ | 
Den man fonft einer Bohnen nicht werth geſchaͤtzt / 
Und lehret / eh? er har gelernet / | 
Dentck' doch / wie der wohl die Schrifft ausfers 


| ner! 
daſt ſein Herr Robow / lafferdietolle Welt 
Mit ihren Schuͤlern machen was ihr gefaͤllt / 
Laſt fliegen / was noch — / 
‚88 nicht geguckt in Parnaſſus Hügel. 
Ein alter Krieger bfeiber der befte mohl 
Dor dem / der Bley und Pulver erſi ſchmecken ſol. 
ah habtauch redlich außgefochten ı 
rumb wird ein Kraus euch umbs Haupt ges 
— flochten. 
m —— Was 


— 








106 Feuticher Gedichte 
Was langſam koͤmmt / das koͤmmet Doc) auch zur 
* el’ Cl 
Obs gleich fo bald nicht koͤmmet / und eilt ſo ſ ell/ 
Ihr habt ja eher wohl geleſen / 12T | 
as bald entftehet/muß bald verweſen. 
Drumd was das Gluck bißhero verſaͤumet hat / 
Erlegt es jetzo gedoppelt / und nicht zu ſpat / a 
Indem euch GOtt ein Ampt verleihet / 
Und auch zugleich eine Drautzuftepe: | 
Esiftwohlrecht ein fparfan und ſeltzam Kraul! / 
Ein gutes Ampt / und Dann eine gute Braut. 
Lebt wohl und predigt indie Wette 
Dort auff der Kanzel’ und bier im Bette. 


XXXIX. 
| Sechſtinnen / 
Auff die Hochzeitliche Feyer 
Des Wohl⸗Ehrwuͤrdigen / und Wohl⸗ 
gelahrten Herrn / i | 
Heren Tobann Frommend/ 
Predigers der Gemeine Au Grambow 
| im Ampte Rehn / | 
N. Und. der 
Viel Ehr⸗ und Tugendreihen 
| Frauen / 


Tr. Eliſabeth Meyerin. 
Raun / wer wollt in ſtetem Schweiß' / 
> Undintrübem Naͤchte⸗ſitzen ur 








nn. 


. 


Erſter Theil. 107 


Nur die ſchwartzen Waͤnd' anſehn / 
Nimmer ſeinem matten Sinn / 
Gleich als war’er harter Stahl / 
Goͤnnen einen Stilleſtand? 


| Venus bat auch ihren Stand | 
Ha man nicht / mit mindern Schweiß’ 
Ihrem Liebchen mag beyſitzen / 
Und die Schuͤtzen fliegen ſehn / 
Welche der Verliebten Sinn 
Streiffen mit gewetztem Stahl. 


. Stahl gehorchet dieſem Stahl / 
Koͤnnte man den Pindus Stand 
Durch die Sorgen / durch den Schweis 
Bey den Muſen ſelbſt beſitzen 
Und die Klippen umb ſich ſehn / 

Hilfft doch nicht der kluge Sinn. 
Venus zwang Eu bald den Sinn, 
Und Eupido ſchoß den Stahl / 
Daß er Euch im Herzen ſtand / 
Sebti das iſt por eurern Schweiß / 
Daß Ihr koͤnnet die beſitzen / 
Die Euch Venus ſelbſt erſehn. 


Ja der Hoͤchſte hats erſehn / 
Und der lencket Euch den Sinn / 
Wie Sie Euch das Hertze ſtahl / 
Und der Pfeil der in Euch ſtand 
Machtel daß der rothe Schweiß 
Blieb inEurem Dergen figen. 











Weil 


—* 





Weil vies Zieht wird oben fipen. 
Muß man Euch verknuͤpffet fehn | 
Mit dem Herzen mit dem Sinn’! 

Und das Band muß ſeyn wie Stahl! 
Yun Gluͤck zu zum neuen Stand’ / 
Und verdienet neuen Schweis. 
XL. 
Auffeben 
Diefelbe Hochzeit / 
in eines andern Nahmen / 


AR andre freyen 
x Dhn eingig ſcheuen / 
Ep lag nur gaffen 
Die tollen Arten 
Mach liebes Sachen / 
Hu kanſt ihr lachen / 
Wer kluͤglich liehet 
Wird nicht betruͤbet. 
Mein werth er Bruder / 
Greiff nun zum Ruder / 
Laß deinem Kahne / 
Mit weiſſer Sahne / 
Den beſſern 2Binden? 
en Hafen finden! 
o wird dein Lichen 
ODich nicht betruͤben / 
— 
er üben! 
Man 








Erſter Theil: - 109 


May giebt vor Schmaͤtze 
Nicht rufe Schaper 
Man Fan fie kauffen 
Den groffen Hauffen / 
Man füprt die Buhien 
Ja nicht zur Schulen. 
Taß ja verſchloſſen 
Die Narren⸗Poſſen/ 
Die unſre Dichter⸗ 
Die blinden Richter / 
Erfunden haben! 
Laß ja begraben, 
Was fiegelogen 
Dom Ziches Boxen. 
Wer ernſtlich hebe 
Und ſich ergiebet | 
Den feufchen Flammen / 
Da ſich zufammen 
Die Tugend findet⸗ 
Und ſich verbindets 
Dem geht von Kerken 
Sein vedlich fehergen. 
| Wer wollte gläubeh 
Daß das beweiben 
Vom Blinden Kinde 
Den Urprung finde? 
Des Hiumels Wille / 
Der dich erfüne) | 
Zaft deinen Sinnen - ...: 
Dies Werck beginnen, ui 
\ 











nn 





es EEE “ 


110 Teutſcher Gedichte 

Laß nur die Leyen 
Ins wilde freyen / 
und ohne Bete 
Ins Bette treten! > 
Du wirft dich binden / 
Und recht anzuͤnden / 

Mit frommen Hertzen 

Die Hochzeit Kerken. 

Gott wol euch Beyden 
Vollauff beſcheiden / 
And euch Belegen 
Mit reichem Seegen 
Und fein Gedeyen 
Euch ſtets verleihen). 
Auch Euer lieben > 
Gar nicht betrüben!« 

‚XL 0 ©“ 
Schertz⸗Gedichte / 
Auff das Hoch zeitliche Freuden Feſt/ 
Des Edlen / Veſten und Hody 
gelahrten | 


Hn. Conrad Schuckmaũ 
Beeder Rechten Doktorn / 


it der 
Groß⸗Ehr⸗und Tugendreichen 
| Sunafer/ | 


Alnna Catharina Werfen 
br * Venu⸗ 








* un nn — 
"Tre Erſter Theil. 111 


VEnus / die du dich auff Sen, 

Oder auff der Inſul Kuden 
Zu den Waͤldern haft gewandt, 

Laſſe deine ſchnellen Knaben 

Eine friſche Wunde graben, 

Da die alte Narbe ſtand/ * 

Die nur erſt vor einem Jahr' | 

Euch / mein Freund: geöffnet war, 
Sollen denn die alten Wunden 

Durch die neuen ſeyn verbunden 

If wohl eine neue fur? 

Die auch Foͤbus ſelbſt nicht kannte / 

As er Nach der Dafiſe brannte 

Die an Peneus Ufer fulr 

Die auch nicht / durch Paͤons Fleiß / 

Chiroen und fein Schuͤler weiß. 

Ihr erfuhret es mit Schmertzen / 
Wie der Tod Euch indem Hergen 
Seinen neid'ſchen Pfeil zerbrach / 

Da Er euch jetzt alle beyde 
Stoͤrte in der neuen Freude / 
Und verließ ein ſchnoͤdes Ach / 
Aber dieſe / die Euch quilft 
Dat die alte doch geftint. 
Diefe ſchicket Euch zu Heilen / 
Unterdeſſen Tafft verweilen 
Was des Kaͤyſers Rechts⸗Buch draͤut/ 
Cypris wird gelinder fahren Ä | 
Wann ſie Euch wird felber paaren / 
Und in dieſen Stand einweibt/ 
Kommet ihr vor dies Gericht 
>0 verliehrt ihr aimmer uicht. 2.uma 





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nn — — 


112 Teutſcher Gedichte 


Anna Ratharina Neeſen 
Wird Euch andre Rechte leſen / 
Als Ihr Habt vorhin ſtudirt 
Diefe wird Euch unterrichten / 


Has Recht der Natur zu fehlichten? 3 


Ob Euch gleich die Themis fuͤhrt / 
Und ihr witiigt dieſes ein / 
Gern’ ihr Schüler bier zu ſeyn / 


Die Handeaten und Mopelten Y 


Bird Sie Euch viel andere ſtellen / 
Sie Pandor der Höffligkeitr 
Ye Titelund Rubricken 


Sind der rotheniippin Miden / 1 


Die Sie Euch hat zubereit 


So ſcho Vormund Eurer Braut’ 
ann fich Mund und Mund Hertrand, 
Hder wolit ihr Rechts verfahren! 


So der Streit ſich nicht verjahren/ 
Eine Nachtdiehebtesaun? 
Eupplitiren und formiten 
Fepliciren / Dupliciren 
Doch will die Beklagt allein 
Teber überwunden RAN. 

Aber uͤber dem Gefechte 


SEE anch Hier ea Recles⸗Cauff / 4 


ger? denfechfien xpeitper Hechter = | 


end den erften neunten Gakı 
Da wird Venus Euchertennen? / 


HE ihr Braͤutigamb zu nennen ⸗ J 


md Sie Euer eigen Scha / 
AN. Legt Sie aber m Arreſt / 
Bir Lucina Sie erlaͤſt. 


ae ER NE 


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Aue eine Hochpeit im Si 


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ar Untereinte —F MNahmen. 


| SEsund koͤmmt der Herbſt ega J * 
Bi Es vergeht ver Mieten Dramt, hi 
* Natur — —* 
phir ſaget gute Nacht | 
ann der Winter nunwird tmmeny 
an uns alle Luft benommen. 


Hier find lauter kalte Naͤchte/⸗ 
Hier. lauter Sturm und ABındy! 
| Boreas und fein Sefiblechte/ 
\ | 


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ee uͤberall jegtfindı - 
a und Zweige niede 
ir! Froſt und LUnluft Wieder. 
br Der Dtäntigame, rirebet 
Se kt bey Euch den Ritter A h 
Re ibrie und —— 


w * — beben/ 
© Beben, 
erbſt dene ft 
A Bruı bene Al 6 Andeh { 
——— Euch ver ne! 


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414 Teutſcher Gedichte 


Andre brechen Trauben Nuͤſſe / 
und was ſonſt Die Zeit gebiehrt / 
pr plüct angenehme Küfle! 
Za laffer nichts unberühtt / 

Yılles muss ben diefem Leben / 

Sich zu eurem Nutzen geben. 
run fo liebt / ihr ieben / liebet. 

Nehmn / Herr Braͤutigamb / mein Dein! / 

Das Euch Wunſch und Seegen giebet / 
Renet Beede ſonder Schmerz —— 
Wann der Sommer hat gebohren / 

ich ſehn / ob ihr geftoren. 

—J————— 

Auff die Hochzeit 

Herrn Wulbrand⸗ dolph 

Robbig von Hallerſpring / 

J. u. Dodorandj. 


Jungft. Sophie Catharin⸗ 
Schumacherin. J 
Un ſam̃let man — ſparet da® ge 
















LA gNan blöffer die dedern un füllet DieS cheuren 

Nun will man den Seegen 

we, Zum Vorrgh hinlegen! A 5 
* Robbig har auch ſein Verlangen Hill 
ndem er. mit Freuden Die Schensengeil PN 





Fu x 
u | 


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u... N Eifer Wen REDE 15 


F Ackersmañ bringet den Weise und Rocken, 
Die Gerſte / den Haber und n⸗ trocken? I 
| Auff daß er die Gaben 
Im Winter Fan haben / 
| & choff auch Herr Robbig den Vorrath zur 


* & ihm ſelber ſein Kebichen Yan 5 


n pflückt man die Aepffel die Biꝛnem die Vi 
⸗ ne bb if 


Ss hingegen DR pfluͤckt —* te 
Ron feiner Sopbien ı | 
J— Nicht ohne bemͤhen 
zraden Er Puffe? Sie reicht Sie Gmgeen 
Er oͤffnet die Schalen/ Sie giebt ihm den Kern. 
Die Kuͤrtze der Tage verlaͤngert die Nächte / 


ng ihrdi 


Was Ihabt eh geht — 


MN ey ac OR = — u 
rickt inder Liebften Atmen un ruft / 
Ran SAlRAU Tue Die Luſt. 


Vun kommen allmählig die grimmigen Seither 

‚Die F Ka und Alan" | 
So liegt ihr in Bette, An 

vet chla tindie et “ 
MitCurr son ien da Euch feine Käle " 

Und wiedriger Himmel diegfammen aufhält, 

Bald werden die Bauern das Winter Korn ſaen / 

Ma 

Yo en Dun Me — 

pfinget ihn m 2 

u Hi J 








r 


x Teutſcher Godichte 


Sowiderẽch tragen / nad) drey Vierte ae 
Sasendier ehrt Wir wuůnſchen ein act. 


Sam * DE . 
BA 
ar ir — a 


Hn dot banl.se oſeph Beckhe 
—* c.Ränjerl peigefrönten‘ Joet 
"inbsdereami a ten \ 


WMargaretha Dieckhoͤfſ 
63 ſol und muß ich Reime Mean 











— 7 






Hey dieſer un. gereimten gel eit/ 
a. Pauken! Trommlen uns — 
np Marsder Mufen Spiel serfet ( J 
ur gerne eurem Willen | 
ihn gleich nicht recht erfullen. | 
iefan der Saiten Klang aefallen? 
Dan andie Lüfte trägt — —2 
der Karthaunen —— 
—* Köpfe, Raf und Ohren ab / N 
Da das Geheule ſampt pen ul 
Ein tranzıges Gereime fbafien. 7 
Obch / dieſem allen un cote / 
So ſchaffet pr mit Reue ra ma — 
Und weiliht folchren icht detrachtet/ 5 — 
Es müffen dennoch Reime, ſehn⸗ — 


Eottr mio gleich darumb KERNE | 
‚Hapiemien she diggeibeiſſe ft 
Ai N 
wer 














I Erf Spin _ . 


J——— or Dabt, ja reich ie it 
Be iiep N — hofft/ BR 
in under Taufend. 5 
— ter Hand und Feder oft, 
Kaum —— — viel Fliegen / 
Pa Euch im Kop een. pi 
folit’ esiaan.diefen fehle a 
Mas iſt dannf a 
Split. es —3 die Lie 
Das Ihr kein Recht geſhehen ich? ; 
Es 0 bier viel andre Sachen / 
wollen —— 
en Kindern — 
affen ſie nicht leichtlich ii 
Mi Meufeı “auch nicht gelingen. Tl 
erck mug erſt beſungen ſeyn / 
837 an IE! Micht ec 



















8 = 5: & F. 


uf ab 


A 


* PIE 








Not Re e fin bierzu vonnöfpen 
n wird Ei neue Reime Kücens 
| —— eiſter ſehn / 
Er fin: — — De: aa 2 
* — ti born ich ef "een. 
en ungeü bügen. | Is 9 


BACH —— De di die Bl mein, 
ichterfun | 
tab mü Icht ve 
en — 5 bei; . each, 
— N A IE 
neinander find au körenden. 





Hier 












F pie lexnt ihr die san 
Bi fi nawaikerı m neuer Kr 

Hutdem Geband e filrd zu zaume en). 

Die Sud Sseibtichr Qepaatt) 3 
‚cunefatien ‚wie fie ſteigen u 
Die Sie fich lencten rollen beugen. * x 


Dir hindenden‘ und Reöpels Reime. 
Stehn dieſer Dichterey nichta / ar 1 
&« bleibe ı wer'fie Nebt /dabeimer 
Die lange Reim · Art ziert den annı n 
Sonſt foltt ihn leicht * verwegen / J 
Sen Pegaſus zu Boden legen. 

Hinweg mit andernleeren Traͤu ah 
Ihr gebt mit enret Braut dahin — 
Juchts wird ſich konnen beſſer aimen / EN 
Als ihr und enre Di bonn / 

Ynd der Keim wird Eu yootgefatten! 
ve ya nid Ja zuſamnien ſchaleen. 


Wohlan Herr eu 


— das Braut ⸗·Bett ſtehtt Rn 
ang aufig eraͤumet und bereſmet 
in — Kranß iſt eure Kon 
iteierden/neben taufend Luͤſten / 
Biel fehöne unge Keime mi ften- si 
— im ji rei — 
ti st/. wird allezeit / def 
cin Keim Seriirpantleife ei — 
Ihr findet hiet —5 al 





Dr) 
a | 





Erſter Theil. ar⸗ 


Zald dieſen und Bald jenen Dingen 

‚Ein ſchoͤnes Reimgen bey zůbringen. 
WBie fein wird es ſich reimen laſſen 

- Miekömme fo mancher Vers hervor! 

Da wird ſich alles artlich paffen 
Viel beſſer als die Se ansOhr. 
Mund / Hand und SruftundBecder Flamen/ 
Diereimen ſich gar wohl anfammen, Be 
Sebt ihr die fehönen Augen blicken/ 

Sp teimet ihr gar balddarein/ ——— 

ald Fan Euch Mund und Bruſt entzucken / 
Sad oͤffnet fiheinnener Schein? 7 
Bald iſt ein Seuffgen / bald ein Lachen / 
Das euren Geiſt kan rege machen. 
| Wann ihr Euch nun ſo wohl geuͤbet - 
So konnt ihr endiich Schut-Kecht thun / 
Und Habt nicht ungerermmt geliebet/ / 
Den beften Keim wirdiwennermun 
Wird auß der Biegen ſchrehen / iachen ⸗/ 
Ein kleiner Meifter-Sänger machen. 


— æ— — — 





De 


XLV, 
———— J 
Des Wohl⸗Edlen / Velten und Hoch⸗ 
| gelahrten 
Herrn Jacob Kornmeſſers/ 
Med. D. ———— 





an 


























| * —— 
ii Angie, 0,6 MORE 
Wohl Eoten/ Srop- eum ont 


Zungf. — Marc chin/ 


Hochzeit, | 
N) wir es denn gewagt / LE 
SH R— Sand ode —3* 
—5 eit — end —— 
her ſelbſt te zercke ſchre ten / 
So legt man ihm die Braut jun — Na 
Das war die rechte Zeit sm TR 
m Fremen und im Lieben / 
Fetzt wird DIE — el 
Sn ngetalie u zu Bunten/ — J 
eß 
Und uͤht ſich in den Liebes⸗ Rh: — 
— alles / mas man ſieht / vB 
u in ufler geben! 
am vi hreiof emüht / Ki 
di ftärden Kraft. ie peien: 
nd läffet ſich ganz wiuig Anden? / 
Die Liebes Flammen anzuzunden. ER i 


ee 1 
ollen Heil und See J 
uf viel ficbe 3 Jahr — ® 
Ri cuer Vette EN, 2 


ES 
sa x 
” 
es 


. up , 
















Ernter Tbeil⸗ — 


ün — —— 
Br a ihr —X* 


—3— 
So nehmt Euch denn in aß 0:9 
Korn wohl abzumeſſe / * 
Acht alles / wie ihr macht/ / 
wird ſi ſich nicht verge ſen / 
nd ir Man dann ‘venn das otöchen 
Die Erndte in dem Binteriehen, SE 


„Botau dies Raͤtel dann? N 
ei urtz und gut gu macbent.. .......- 
Sr nehmt Herr Bräut'gamanı * 
WBas dient zu dieſen Sachen una 
aim: idr endlich in der Siegen -  ,‘ 
en ki einen Jacob ſehet — * 










7 RV 
ounet/.. —* 
ER: Dodge 
"Demon. ‚Chrmürdigen und we 
gelahr | 


Hn. M. Reno Reichens/ 


Treufleifigen Predigergder Gemeine 


; zu S. "gg 
Kt Groß Ebe und 
nof. Cornelia Verporten. 
SEht hier wie Gottes rm eure Gaben 


—* 






= 
_ 
” 
z 
— 
# 





ar: eutſcher Gedichte | | 
%) chmuͤcket eine Braut ha en w 
hr fi fe hau we 


Er giebt Euch euer num vereini een Zu Ä 
Der geoffe Braͤutigam Dann —— | 


meh 

De alle Welt detnarabans some | 

Und zeigt ſein die hes⸗Werck in unſrer er Liebes⸗duſt. 
Ein neues Prie —— Cantzel und Alt 
Giebt man Euch hier. pe DER DI fe Kirch 


Sic) woll verſteht. Baut Sean — 


J A 
So baut Cornelia die Hau Savel? hinzu: | 
S baut auff diefen Grund / Ah ihr den Ort Kim | 


Wo ewig Hochzeit iſt⸗ — wir 
ut. 


au 
e ihr den Himmeli in der Kirche —* baut / 
Sn nt Ihr dem Himmel nz h Euren Fe | 


























in — a 
Die nt 
Pechlin - Yangelottd 
natsı ım clo Io LXXIXften le 
gehaltene 1 / 


SchersOdel | 
In Saat den Vi. des W 
b | 0 t⸗ 7 
“ 9 aha Geyer! | ern 





nn, 
Etſter Thel.. 123 


DAhere ſaß in ihrem Garten / Brei 
EWo Lentz und Sommer nie vergehn ⸗/ 
Wo Baume / Pflantzen aller Arten, 
Und fo dielfchöne Blumen ſtehn 
Ihr kleiner Sopn flog neben ihrer 
Und brachte taufend Hoffen für, 
Bald wollt er mit den Bienen kriegen,/ 
‚Die ihm Die Blumen abgetüptı . 3 
Der Miutter Vögel überfliegeny‘ \ 
und feinen Pfeil der traͤger iff, J— 
Zald bander den / Bald jenen Strauß; 
Bald nam er Vogelneſter au 
Da kam die Fluͤgelpoſt zur Stelſe / 
Die emer von den Bruͤdern fuͤhrt 
Die Tauben folgten ihm ſo ſchell e·/ 
As wie der Zephhr ſich verlehrtt 
Die Tauben und der Liebs⸗Spion / 
Mehr ſchwax hafft / alsdie von Dodon. 


Sie melden / wie dort bey Bu olepen 
‚ DaMats nunmehriein Haußverläfl/ 
Su dalle Birteniötpmppen fteuenr 
u dem verlangten Hochzeit⸗Feſt / 
Als Venus in die Rede fiel | 
Hier ift füruns ein neues Spiel, | — 
Kommt / Soͤhne / Schůtzen / Schwanen⸗ 
RN; Keuter / — 
Det Mann / den ich ſo oñt genennt / ! 
Der eure Blumen’ Pflaͤngen / Kräuter 
Sp fertig als fein Poöbus.tennt/ Be 
3 Ds 2 | ni 





ee 


' * 


124 Teutſcher Gedichte —* 
* 


—— — - * Pe. 
And ſich zu unſrer Schule Lehr NR 
Gen iegt durch euren Zug beehrt. 1 
Ihn machte Phoͤbus ſelbſt zum Meiſter 
D er Fuůnſie / Die ihm eigen Inn? J 
Er ferne ibirneben groſſe Geiſte u u. 
Und fünrt hn in der Muien arn / 
wWo er bey feltnet Wiſſenſchafgt 
Set läst er alle Garten⸗Schaͤtzt / 
Weil ihm cin neuer angelezgt / 
Da er. mit Flora fich ergüne I m ma Wn. 
Dr dieſen Garten beflei pflege, 
(8 Mmmer feiner xbarten konnt —* — 
Ein Gott non Hdiß / aus Helleſpont. 
Was gilta? erfindet hier zu lernen / 
und Ihr / Ihr findet Werck fürſhn— TC 
FHr müßt ion d beffet-anzufpürnell 
u eurer Garten⸗ Schule zehn /⸗/ 
ter zeiget hme zum Berſuch 
Ein lebendiges Kräuter Bu. 2 VA a 
Hier mahle ihnad, ige meine SU 
Hen grünen Hiumensteichen Mey | 77 
Wie feine Florar feine Schoͤne ⸗ A 
Fam Garten /_ Buch undaues dl. 
ieiatter Kofen’ Litien-Zit 
Auft ihren Wangen brech bekfühe.n 
Wie ſie der Haphne ſelbſt nicht weiw Be 
ODie vormahls Ppabus ihm erlieſ / — 
Ciıs PA MN 









* 


3 








Erſter Theil. 12; 

‚ Und ihrer Gruͤne Ruhm erreiche, 
Nur /daß fie hin nicht hölgernifty , 
Und wie fie fen von Daimen-urt/t 1%: 
Die laſthar find / und gern gepaart,  ° 
Woꝛt ihr: der Stumen Kraft endeten) 
Wie hieund da der Bienen Eibaat 
Den füffen Thau des Himmels lecken / 
Und ſteüen ſelbſt ihr Bepfpiel darı 
Eo Ichret Diefes ihn darbepr 
Wie er nur einer Bienefep 

. Bolt Ihr ihm eure Kräuter brechen; 
Erinnert ihn und zeigt ihmanı — 
Wie fie. gut Pythagorſſch ſprechen/ 
Nur daß man es nicht Hören kaı 
Bringt ihr fienurandiefen Ort, — 
Ihr Rahme führt für fie das Wort, 
Er lege dies’ Sie jenegüber. 
Für Ion ifi Mannstreu Volgemneh / 
1 Eie / jelänger/ deſto lieber; 

dwas ſonſt mehr zur Sache thut ; 
Und / daß Er Ihten Titel wͤs6 
Sprecht — und) Ehren 

| 


Kein Keuchbaum Klofter Pfeffer, 
Das if nur Lmeraut für die Braut / 
— was für heyde gruͤnet | 
)i je aben Taſchen Hfenning⸗ Kraut / 


A 2 





/ Daß Er leſte feine Pflicht / Ä 
© fprüpt für Giey vergißmenn nicht, 4 
7 ® 


SEE RESEUELUERENRR RS ARE ET | 


226 eukiiher Gedichte 
uker kieſ 

































Laſt Sie zur Koſt auch Kraͤuter kieſen 
Henn da man Kraut und Ruͤbena  . \ 
‚Da wurden Zeut’ und wuchſen Rieſen / 
Der Lebens-Safit der gruͤnte ha,ß / 

Hils’ da man jerund unbedaht 


Henn Leib zur Schindergrube macht. 


* 


Ior koͤnnet ihm Sinnbilder mahlen / 
eigt wie die Sonnenwendefih 
Hinteprt nach den verliebten Strahlen / 
Lind wiedes Epheus krummer Schuͤch / 
Alo welcher lauter Arm und Han d/ 
Sie knuͤpffen lehrt ein feſtes Band, 
Die Bilder würden in den Sinnen) 
Ind greiffen Sie zum Werdedann! 7 
Wird man ein beffer Bild beginnen! / 
Hs fonft fein Pinſel maplen kan / F 
Ais Fein Apelles vormahls tha t 
Das Kopff / und Haͤnd / und Fuͤſſe hat. 
Die Wuͤnſchel⸗Ruth aus cnen Oi 
Sen zum Gefrbend’ ihm mitgebrapt/ 
Die durch geheime Reigungs⸗geichen / 
2. eg! * 5 2 
ie hier von lieber Hand gereg 5//// 
Rach mehr als guͤldnen Adern ſchlaͤgt. 
okranf ſo ftog mit vouem Bügel! R 
u 
9 


Die ganze Schaat zum Brautbett a 
Das niemand öffnen will nom TAN! zu 


pas Hier getyanı bededi ein Siegel! 
m 
& —— 





Ertſter Theil. 127 


Es ſchriebꝰ ung denn / nach Stunden ahl / 
Der Braͤut'gamb ein Pie6srFounal> 9 4 

HDier wird der Außgang nicht verſchwei. 
ie in der Schule ihr beſteht / Hape 
Es ſollen ale Heilge zeugen /v 
za nun das Fahr zu@nde aehty / 
Bir gelernt und außgericht/ BRCH ISA E TOR, 
Sonſt chule nicht. 


chwatzt man aus der S 





m A RD N; 0 
Johann Keylens / der Atade⸗ 
mie zu Roſtoc Vuchdruckers / 


nd 
Katharina Muͤllerin / 
| BSochzeit. 
ei u ER | 

DIe Lieb gleich iſt Keilen / die Lufft und Woh 
* cken ſchneiden 
Die Schwefel / Rauch und Dampf/ und ſchnelle 
Wie find fie doch gleich! &r ler hr f 

ie ſind ſie Doch fo gleich! Er eiler ſchneile fort / 
Entfichet unverfehns/er —— bort. 
| | 4 | 
Ema die Muͤllerin / derꝛMuͤller ſchla den Keyl / 
Soge tdie Mühle recht und giebt ihr: eel in Eyl / 
Carheina Muͤllerin die mahler weiß undrein. 


Sie 


* 


irfft die Klehen an = laͤſtes Semmeln 
1 ſe . A . A 
DIEB 


2 





/ 


SEEN SEE EN 


U 


ia Teuer 


Herr Braͤut gam faumet / —— 
— BAR eit tete / f 

ph. habt hiet gnug zu Han —25 — Jung 

| er SUWEHERDFE — 

So uͤbet euch nun wohl hierbenumd ſehet nur? 

Die kleine angfer⸗Schrifft wird endlich zu 
RT dur. 
—— nd 

So ift Cupido auch ein Drucker jetzt geworden 
nd giebt ſich milliglieh und fren in euren 
de 






Man fälltin euer Ampt and dies ohn’.eute 
Ynddenen wir ſonſt nichts Al ſo drucken w 
J iS anck. * * € 


oz RR — 
Auf eine im grüblinge 
Gehaltene Hochzeit . 
Kälter, Hagel / Eiß / und Froſt '.2 © 
Der betruͤbten Zeiten Koſt J 
Die die Felder auß geſogen v4 
Sind nun ſchon Koran geflogen / 
Rereus hat fich ſchon erregt / 2 
And den Hatniſch abgelegt⸗ er 
Boreas hat aufgetobek / | 
Und den Stillſtand angelobe un 
Krauter / Blumen / Laubund Sr 
FE 
t en / 
J | 4) 










— 








Tpppie will sur Peer — — 
Und nicht mehr zu Lande ſeyn. 
Mars will nicht mehr Dinters Daun 
In dem Ainter-Lager lauten; 
Wetzet ſchon fein Spieß ee eo 
E Auf ein frembdes Land und Herd’ RE 
Es will Zephyr in dem Mahen / 
Sich mit. Veften ſeibſt befrenen 7° 
an Felder Stiel und. Si 
Decket jent ein Jaͤger⸗ Rock 
MPhoͤbus jaget durch den Himmel 
Seine neugepußten Schimmel, 
Lung hat noch eins ſo weiß 
Sep beſilbert ihren Kreiß/ 
Mas nur Fundns Reich Labret / 
Was der Ocean auffführek: 
Was in Kluͤfften eingehoͤlt 
SE be eiftent/ und beftelt: 
Vögel ecken in den Reſtern / - 
ahren fich auf grünen Xſtern / 
nd dort ſpringt eın junges Lamm. 
Sath wird Titpt Bräutigam’ 
Wenn ihm Phyllis Krange glebet / 
Und nun in die Wette llebet. 
Liebt doch auch Dee ——— F 
Und das Aroffe wuͤſte Neer RE 
Auch der Leden ihre Kinder - —— 
Lieben halfen ſich nicht minder) “ 
Auch det Widder und.der: Ein ; 
Ins den om ia | w ag 
en / ohn ei — ver 
82 Ole 







“a 
En 
Mai P 
z ‘ J 
4 








o.. . xeuktäher Bebichte _ 
Ünregeiten fo wertreiben. 


ind wirdenn oon@rgundeftih. | 


a⸗ wir unbeweglich ÜDNE u 
Herner Braut gamby konnet zeugen/ 


Sa wir uns wopt laſſen beugen! 


Diucy ein bloffer. Liebes DE 


Senn ihr,babt vor vielen Jahren / 
Eure Liebe muͤſſen paten Re 

, Mird von neuem mieder ME»... 
Liebet in dem Fruͤhling / liebet/ 
cBenn der Herbſt nun Trauben 


Rachet alte Felder Mad 


_ 






Mor: Jahres Eiche nicht Herjahre. 





a» T 
‚T» it. 
aan, eu 


Herrn Jacob Harcke 
beraͤhmbten —— zu Zoͤnnt 
N 
Maria Elitaberh GARN, 

+ HH. 1 | 












Sagt uns in den Llebes Strick Ak 2 ; 
ehe num im Dem 


giebet / 
Ind der Winter allgenach 9 


* en a 
Könnt ihr Euc ver Frucht erfreuen / J 
ie ihr Habt gepfint im Meyen 
Hann fo zeige Schnee und EIB = 

Eures Früplinge Müh,andslahl 
Dabß / ben diesem lieben Panre/ vl WE 


Han: 
“z sinINIER ! 


TR 
ri ‚PAR, 


* r V 
J 
4 ⸗ 4 


GL 12: 
en Sonnet. — 
& fan auch Amors Liſt ie Dun pr | 
Ihr ſeyd der Echulen Haupt treuer Mu⸗ 


und lernt / Herr A doch in Amors 








er Schu P/, 
Ob ihr aleich Meifter wal aan — 5 ſle⸗ 


be 
Man fuͤllet ihm das Haupt mit — 


Roͤmſchen Dünftens 
Man traͤuſelt Ihm den einen We: 


ber 
k Man Det gleich im Traum’ ihm Zepter) 


Reich / und Stul, 
Mat peifet finch Seit mit flüchtigen®ewpin. 


ſten. 
Bor ſo viel Ra und ẽe Schweis giebt Venus 
| Euch den Lohm 
I Sie ben der Muſen Ri an einen neuen 
‚Um ihr ſpd eurer Schur m 2 Stand’s 
A 
8 es vor die Drachtpeit und um Sinder ſich 
ü 
Ett eine frembde aan ‚au Landes Nutzen 


9 


ime fe zu Dinner maß. Mi au Vaͤter 


— 


— * = 


Ä 3 | 3 | | L]; 








a Teutſcher Gedihte 
u. | 















n. Ehrifto vi sroncnail] 
Aush 1 a SE " 


| Zungen Engel rung 
Hohe / 
SOUNET... 


Aus | 
dem Nahmender Verliebten / 
An den Herrn Braͤuti igamb. 


| DR alte Jahr iſt hin basneuef A— 
Sein Engel machet Ihm nun ſelbſt ein neutn 


l 
r giebet ſich an Sie zum neuen Jahred 
— Ä Sonne gie in — Ken J 


gen’ 
Sein Engel öffnet ihm Ku Himmc/ en ein 
Drgeiftert ſ fi ch durch Sie/ un mr le N 





Nimmt Er die Engelsutg | dis Da wat m 
ird Sie nicht (hläffeich fen — en zu 
Wird Sie nicht ſchlaͤffti — gi 


Ra u Zee 


1 J 
>63 CH 389- 
J i N ’ ' 


Senne an an, 

a 

So geht aues wohl / fo — Eie Männin — 
ey 

| And nicht ein Engelnur / ja Bein bon feinem 


ein. 
Sie legen beede dañ nun ihre flicht zu Tage / 
Denn beedes / Kirch’ und Behr) ifEnungemein 


uͤr Sie. 
| Sie thellen ihre Laſt / Sie, lieben ᷣ/ daß / wie 
| peckinen Eoriftum Bed — Ehrie 







er 


e ar Jacobe * der Met 
B h tering / 
Paſtorn der —* Sarauy 
Fungf Ana Stormngin) 
\ GSOHNET. 
Wer Euch / owerthe Zraut zum zum nic 
* der den raue nun mit Rum 


en fie‘ au eigen ihm / als Uberwinder , gab I 
en ſchoͤner bait als wenn er wid 
ve erlohren. 





Hiet 





RE. _—— J — 


— * 


Jungfer Margaretha Oel⸗ 


a 


iR Teitfeper@ieichte il 
Hier wird Ihm feſte Treu auff ewig au gee | 
0, fbmworem ⸗· (ſtab / 
Er kroͤnet ihm ſein ——— ſeinen Hirten⸗ 
ind ihr bereitet ihm ein angenehmes Grab⸗ 


Da manche Luſt erflicht/ und manche wird Hy 
— | bohren. übt / 


| e - (ben übt) 
So feht nun daß Ihr Euch recht in dem Lite 


ie euer Hepland ſelbſt Hat feine Braut ge⸗ 
Die Braut / die er geſchmuͤckt 355 Gei⸗ 

REN 8 Gaben. R 

So ſey fein Bepfpielnun auch euer Liebe Zier. 


Sieht ſo / wie er geliebt. Ihr koñt im Bette Diet 
Kirch’ / Opffer und Altarı ja garden Himmel 
er babe 
| AIRES 


BR Aufl: nl ee 
Seren Caſpar Marchene/ 
Med, 


Doct Ihrer Eburfürftl. Durchl. 
zu Brandenburg Faths und Leib ⸗ 


edit, 


gard Fuchſinn = 
Gliuͤckliche Verinehlung. 


Eit dem Herr March / Euch unſre Mufen 
* Mit Lorber⸗Reiſern hier beehr / / / 





J — 





Erſter ih an 


Die Euch genehrt in ihrem Buſen /⸗ 
Und Eures, Nahmens 1 vermehrt? 
Hat ſich Zuthere laflen finden 
Den Myrtenkrantz Darbenzu binden. 
Sie forach will Bhobus Lehrermachey | 
Undgroff Meifter ver Natur? Ken 
Gehor’ich mit zu dieſen Sahen? * 
— auff rechte Spur. 
er ohne mich den Titel fuͤhret / Kr 
Hat die Natur nicht recht ſudirre. > 
Ich weiß / wie glles iſt entſproſſe // 
Der Dinge Krafft und Eigenſchafft / 
Auß welchem Brunnen fie gefloffen / 
ſchoͤpffte ihren Lebens Safft / 
Wie ich bin aus dem Meer’ entſtanden/ 
Ich binde fie mit meinen Banden. 
Darauff ſie ihre Fluͤgel⸗Kinder 
hr Schul⸗ Recht verbitten / rieff 
Daeiner/ den Befehl geſchwinde / 
Als and re zu verrichtem kefftft 
Er ſchoß den Pfeil / da ward der Lehrer 
Ein neuer Schuͤher runden Hörer 
Da mußnun Mar garis den Meike 
Au eine nette Schule führn? nnn 
je ſo viel muntre LebenssBeifler 
Und fo viel ſchoͤne Gaben ziern / 
Es ſey im Wiſſen oder Werden, / 
Er hat was neues hier zu merckken. 
Was iſt Natnr? ein ſtetes liehe / 
Dadurch ſich Leib u Geiſt vermaͤhlt ⸗/ 
aa — — — 


u 19:0, 
ie 








U J 


EN RB Teutſcher Gedichte —— 


Die ſtets im Krayſe wird getriebhe / 
Nachdem ſie ihren Gatten waͤhlt 
Daß die Natur ſich koͤnn erneuen 
So freyt ſie ſtets / und laͤſt fih freyen. 
Die Elemente ſelbſt ſind trage, e 
Die nicht an ſich verehlicht ſr7uu 
Daß ſich ein todter Stauberrege/ ,˖, 
| So giebt das Feuer His’ und Schein / 
Und ſolt ſich was zuſammen ſehen 
Muß es die Feuchtigkeit beneken. a 
Wir ſehn wie Titan feine Strahlen, 
Mit ſeiner Schweſter Schatten miſch t 
Sie kan mit feiner Zierde prahlhen 
Er wird durch ihren Thau erfriſch t“t 
Soll hier die Unterwelt beftehen/ 1... 
Muß Erd’ und Himmel ſich begehen. 
hr habt Here Braut gam / dies fur Augen 
hr lernt und lehrerdieIarırı 00.000. 
Da wird die Meifterfchafft.recht taugen? 
———— deſſen Spur! u. 0. 
a0 mi nach hrer Sakung lebe /⸗/····· 
| Er ercke.tiederftrebem 
Ihr ſeyd für Euch nur unvolllommen / 





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Und waͤret Ihr der groſſe Pa 00} 
Eh ihr ein Weib genommen m 
ei machet vecht den Mann. 

hn Ihr iſt alles wuͤſt und ddee 
Verdrießlich / traurig / eitel / * SEITEN 


Sie wird Euch Eure Kunſt vernichten / 
In der Zergliederkunſt alenn 
—8 





u \ . - x 
= . 
Ar - 
. 


RS u. 


Wird Sie Cuch beffer unterrichten 
as Fleiſch von F eiſch! / und Bein von Bein’ 
Und wenn ihr alle Glieder 6 AN, 
Wie Euch noch“ eine Ribbe fehler. , 
Sie og: Euch neue Liebes⸗ Wunden / 
Und Ihr / denn diß erfreuer uch 
Habt einen Artzt an ihr gefunden / 
Der Wunden ſchlaͤgt und heilt zugleich / 
Was wollet ihr viel Bücher fefen? 
Ihr koͤnnet bloͤß durch Sie geneſen. 
Was nuͤtzt/ die groffe Welt zu kennen / 
Was fie jn hrem Buſen haͤgft? 
Bas nüßt es / alle Kraͤuter nennen / 
ze ne und. Da Die Erde trage? — 
Sofbarfftman erſtuch recht die Sinne | 
— bie kleine Welt von innen. 

Was hilfft das lernen? wenn man immer 
Sein ſelbſt in feiner Haut vergißt / 
Und nicht den Leib/ das —* Zimmer / 

ach Lange Breit’ und Tieffe mie? 

Die Liebe nacht zu allem tüchtig/ —— 
Macht Maß und Gegenmaß recht richtig. 

Es gehe noch fo bund und Eraufe/ N 
Man muß/ bey jedem Glückes Schein’, Ah 
Auch in der Fleinen Melt zu. Haufe | 

En Bürger / und Fein Sremiboling fepn, 

Die Fönnt ihr ben uch felber toohnen/ 

Euch felber herrfi en / und Euch frohnen. | 

eh Euch! den Friedeichliebt der Grofey 


er va 


SheFönne nun wenn ihr / tuohlpergnägt 
1.9 — ES Dem 





— 


1 \ 3 


A £ Tentſchet Seite 


Dein ti Dem tapffron Helden ſitzt im Shoftl 

Die Lieb? in eurem Schooſſe lieg =... 
Die groffe Felt zu Hofe ſhauen 0 0° 
Die kleine Welt im 1 Bette bauen. RN 


St Balkan Pen 


Qungft. Karia Berporten / 
| Hochzeit⸗Feſt / Re‘ 


elchesden 3 -Novembr. als enge | 
Zinß⸗Groſchen ‚Eurg nach dem Feſt aller 
Heiligen/ gehalten ward. 


SOAN SET. 
MI gern’ ich ſchreihen wue M diegeit 
rtheuer | 


Und laͤſt mein LE s Mt nic af —3 Hiſf 
Und was ſoll hier mein Ders ? BE Ihm gilt 





J 


Sein Nahme fi elbſt ſtellt in ie his Kapfen | | 


Wenn er / gleich wie ein PR von ungen 
| m Feuer/ 


und / wie ein anni Pr feinen pie 2 
* * er 








Etrſtet Thein. 139 

So toͤmpt der Muſerc hor und Peoalus / 
u ſpa 

Und Hertuls Keuf iſt * ei 9 Phoͤbi Kiel 


Wie er in Büchern iſt / ſo ern er He im Bette/ 
| Er nehme / für die Staut und Ihn / als un⸗ 


Was Ihm die Kirche * am Bi Gro⸗ 
Er ſtreite nun Het Se Sie, ‚„Petein in 
Sie reich Ihm / und Er Ob en Birne N 
Da alle Heiligen dies zeigen ib über Jahr. 
an 








Rirhgofh, eh Buſch⸗ 
manniſche 
Zochzeit + Feyer / 
——— 
80 laſt Ihr endlich noch Eu einen Braͤut⸗ 
Nachdem die Hoffnung fat be ur ER 
gs girchhoff euer Lentz hr nn ins volle 


| up Amor loͤſt die Flamen in Doppel a 
9 














. 


Bu 


1406 zeitfier Gedichte 


ee 
Saft andre Satyros in alle Slammen rennen 

r eilet Each im Daun liebt nicht mit Geſahr / 

r Feuer geht im — Euer Rauch wird 

lar / 


Man kan ja feinen Schein hi oller Glut erkeñen. 
Gluͤck zu / du edles Paar / N nicht zur Unzeit 


gebt ewiglich beglückt ! (et nimermehtbettäbe! | 
Genieſſet nun der Frucht Amors klugen | 


| Diegat zu feühe Saat pflegt felten tehliuare ; 


Ein Anftoß iſt ihr Tod. FR — der Zeit kan 
Die gen folgt gewiß a auff Feine färe Er 
N ur F 

Hn. Johann Venedi Sa 

| rathens / — 


—— Elſche Maria von 
Deging/ — 


gluͤckliche 
Ver bindug. 


Anno 1834. d. 13. oda 


‚8 — * zen, ei 2 
| 2. { 





die — 








_ Erfter Theil. 14 
Indem Sie jegt t jetzt den Kauff mit einem Kaufe 
8 Herrn wagt / 


* 
Hier finder Amor auch / was ihme wohl behagt / 
Denn Sieb’ und Handel wird gegründet qu bie 


treue | 
Die Treue die fich ſtets — ſtets verneuel 
Die Treue, welche —— Shutherrofft ver⸗ 


gt / 

Der nicht nach Erbarket/ Von und Gewiſſen * 
aAgt. 

Wohl dem / der ſo gekauft } dab A des Kauffs 


Der Nahme wird das eb für den 
gam ſprechen / 
Seht / wie die wobn ki in feinen en | 


:.. (dehnt. 
Der jebt ein treues Gar ni leicher Su 
Er läugnet feine S — Wie Fan Glauben 


brechen/ 
Sein Wortiſt/ Ja } fen Se, fein in Siege 
$ an Se 
En teuer Mann / wieer / 3 Wort — 
an 


* 


art, 


eine Hochzeit ones Rechtsgelehrten 


_ BURGEKN 
a ſou ich en ers. 
| Auff euer werthes ee „a RT — 





| SSLL IE 





EL. en - A 


142 Teutſcher Gedichte 
DE kn — — — — 
por zu mich Lieb und Freundſchafft treiben! 
Ob gleich mein Phoͤhus mich verlaͤſt⸗ a 
Doch mag Die Kraft von melnem Willen 
He Wer ces Vuͤrfftigkeit erfuͤllen. 
Es ſehen unfre Pindus Spien 
Ser Themis ſchonen Purpur⸗Schein / | 
An dei geiehr en Scheitel Blinent 
Sie ſalbet euch zum Prieſter ein 
Kan Themis euch it Titeln ehren / | 

ESo weiß ſie Venus zu vermehren. 

SGiebt jene nun den Preiß der Rechte 
Legt ſie den Liebes⸗-Kraͤntz darhey 2 
Der macpet Euch zum Binus goecht 2 
‚Made Thentis Hutlein euch ſchon frey 
Den Tage mag das Huͤtgen ſchalten / 
Bey Rachte Denis Haudgen walten ⸗ 

er Himmel ſelbſt iſt euch gewogen! 
Echt wieder Frübimg euch anlacht / 
Worzu wird denn DIE guft verzogen? 

Eh macht / was alle Weit jent macht / 
Dier ſtehet ſchon die werthe / Schoͤnt / 
Ha ſie die treue Liebe krͤne. 

O lebt mit GOtt und euch vergnuͤgtt / 

Der ——ã— euch / Edles Paaf / 

Dlſs deſſen Gunſt J—— 


Der Glüctfieen gehe nimmerumter/, 
Sen indem ett und Raihe mi et 
— ee | * is: N 


f 


FE 








| 
| 


BE x 
Erfiee Thel. 143 
BRD 


= — — 


— — — 
Eines Predigers Hochzeit/ 

Im Fruͤhlinge gehalten, 

2 tverden endlich sure Fiammen N 
XDur Ben BR Trieb erweckt / 

So geht ihr Lieben nun zuſammen Az 
Von gleichem Seuer angefteckt/ 2 
Da Erde wird und Himmel rege 

Und öffnen die verborgnen Wege. 

Laſt die Natur zum Beyſpiel dienen / 
Die nun ihr Weſen gank erneut / 

Ihr ſehet alle Wälder grünen’. . 

Wie Storaihren Schmuck außſtreut / 

Wie hier md dort Die Sehens Kraͤffte 
ich mehren Durch Die zarten. Säfte. 
Was folldie Fleine Welt nicht macheny 

Die groſſe zeigt ihr ja die Hahıny 
Sie greiffet auch zu Siebes-Sachen, 

Und menderfich zur Nenus ahn' / | 

a0. gebe/ Bert Sräurgam /ein Exempel 
r 3 tdienet jeht in ihrem Tempel. | 
VielGluͤcks / zu dieſem neuen Stande 
irn ihr jestfeydgefeßt/..-  .... 

Die Priefterichaffi bringe Fein Schandey / 
Die m die erſte nicht verletzt / ir 
Wenn ihr inbenden dient a treulich / 
So ſind die heeden euch gleich.heilig. * 
Oo wott ihe.beedesdennvestwalten. / 
Nun girch und Der’ euch wird vertraut, die 





— 


* 
⸗ 
J = — . = 
| - 






























144 Trrutſcher Gedichte 


Die Liebe hat vielmehr Geſtalten / 
Andihr habt eine dopple Braut ⸗ 
Die geiſtlich und Die eifchlich lieben 
Hiefönnen gleiche Tugend üben. 
Der Eh ſtand if ein Bild der Siebe. / 
Die 5 Htt zufeiner Kirche trag t /d/d/e 
Ee iſt allein/pondeflen Triebe 7 — 
Die Giut in beeden wird geregtl © 2° 
Fiebt ihn und eure Braut ingleiche / 
&pfönntiher wasihewollt/erreihen. —— 
V liebet wohl / lebt wohlihr Beeden 
Des Himmels Seegens⸗Strom mach euch 
An himmliſchen / an irrd ſchen Freuden / 
In Leib’ undander Seele reic / 
Saft Sure diebehier auff Erden 07 
Der Himmels Liebe Zunder werde 
| ULIX. — den; 
Eine Hochzeit / 
ſo in Riga gehaltenn 
unter eines Abweſenden Nahmen 
K8 mm ſchoͤner Tag / komt ſchonte tunden / 
Die ihr das Jahr mit Fruͤchten kr nt / 
und uns den Myrten⸗Krautß enden 
Di ihr den Da ſcͤbſt verhoͤhn / 
aftenren Schen ſich helier mahlen 
und dort mein Vaterland beſtraͤhlen. 
Mein Geift/ don euch ſo weit entlegen / 
Wird durch gehtimen Trieb geruͤhrt / au 









. 
1 


4 


. \ 7 > + . — 
ni j | 
i 


— Erſter Theil um 
u folgen den entfernten Wcgeny / | 
orauff ihn Amorielderfühttr . 
Er eiht den Sinnen seine Flgel / | 
Zu ſetzen uͤber See und Hügel: ——— 
DSier ſeh ich / gleich in einem Bilder -— 
Wie meine werthe Mupme var | 
Die feböne keuſche lebe / milde / 
‚Dem Liebſten ſpricht ihr holdes Ja / 
Wie alles ſich für Freudente get / 
Wie Hymen ihr Die Fackeltraͤget. 
Wie weit ich gleich von euch geſtellet 
EoifivasHerke dohfnad). 
Als ihr euch unter euch geſeue 2 
So bin ich auch abweſend da / 
Ich als ein Gaſt von hundert Meilen / 
| 5 euch — ll | 
Zoch ſehe / wie der Herbſt euch Senden 
Eo manches ſchones Behſpiel gieblb . :- 
Weihr/ hey lauter Luſt und Freuden / 
EnhnunmQamorsShntenbt; ©: 0 
Wir fehen hier bed Herbſtes Tagen . 
Die Liebe Bluͤht und Frächtetragen. ' 


Der Himmel ſelbſt/ der den Gerechten 
er rHim ſt echte 





allemahl ſehr gutig zeig * = 
Beguůnſtigt euch mit langern Naͤchten 
‚Und hletbet eurem Thun geneigt 
"Ceiftfein Band dapzud werbindet/ 
‚Ad feine. Giut / die euch entzuͤndet. 
Dieser wohl / ihr meine ieben 
Die ihr durch eure — lebt / 6 
23 1 17 17 Du: ee | | 





RR... 


346 Teutſcher Gedichte 





x ‚€ muß fein Unfall euch beträbenn. 


Rei mein n Gedächtnis bey euch kömeßts 


© glaͤubt / da ß ich euch auch von weiten 


Hit Wuͤnſchen werde ſtets begleiten. 
— 





Saano Ode / 
Auff eine Hochzeit — 


Unter frembdem Nahmen. 
— Laſſet Betruͤbnis und Kümmernis 


Laßt Lauten / und Geigen / und Lieder arſchall 
ie ? ſitzt wman zum Scheine / 
Seym Bier und beym Meine? | 

Erfüllet die Släfer und trindet eins N 


- Erfchöpffetdie Becher und mach et fie lett· 


Herr Braͤut' gamb auff er SEHIABREN ſolls 
Dt Liebſt en Sefundpeit Su aa dir | 
Mit Sagen nn ‚naloen, 
Die Säfte. zu falb 
Singt / pfeift ortrände aut auge ir 


Und Taffet fie alte voll Grötigfeit kon. 
ns dienet das trauren ı was ſoll man 


Sin 1ufig auf beute — tzumt 
BT inf 





2 u HN: J 
— Erſter Theil; > 447° 
Erfäuffetverfendet/y_ / 
Das / was Euch jett kraͤncket / 

Die ſauren Geſichter die jaget hinaus / 
Sie ſtoren ſonſt alle den luſtigen Schmaußf, 
Mac dieſem fo gehet fein hurtig zum Tanker 
Verſuchet mit gütliche Morten die Schanker 


47" 


.. Dafanmanfihiiidn 

Mui freundlichen Blidenn 2" 
Da. firieht man den Fuchsſchwantz / da 
Bu ſchmiert man das Naul. 


HerrsSpielmañ / gebt Polniſche Taͤntze zu hoͤrẽ / 
Und laſſet nach dieſen die Fuͤſſe verkehren 
Da ſpringet Kofette Ki 
= Mitden in die Weller 2... 
Da ftreichet die Phyms mit Coryhdon hin/ 
Der bältfaft Dorinden für feinen Sewinn. | 
Ihr aber / Herr — / ſaumet nicht 
h AT TR IT ange 


Die Liehſte die hat euch nume hro im Zwange / 
Ach gebet/undeitet/: 
ESehht wie ihr veriweilet/ EI 
Geht / fordert die Braut zu der Kamer hinauff / 
Der Monden Hält ſchon feinen Naͤchtlichen 


F auff. 
Ver doppelt die Kuͤſſe / vermiſchet die Flam̃en / 
WVerbindet die Seelen in Liebe zufammen / 





Und fuͤget im Schergen; | 

Die Hertzen an Herkem _ 
nn offen. die lebliche Bahn / 
Thut alles / ihr deben was andre getban 

| ü 7 2 xt, 


di — 











248 Ba zeitgßer Seite —— 
ER “108 
Seinen tiebften und hertheſten Seeumde 


M. Johann Roͤlingen / 


wWie er nach Königebergsog DIE rofeen 
| der Poeſie anzutreten. 


Jer ſteh ich auſſer mit ih tal me Hör 

Iina/fühlen/ / 

Ein Feuer / welches will N meinen ade 
en / 


as dieſe ederreitt Die ſoneß 
Sheet —* Parse daß ie ur | 


und ſtaͤrdet mir den mut, «€ Sonft bieib ich 


eh der er Erden / 

Mag der gelebrten Belt nicht gern’ en - 
Schaufpielimerdei. 

Wie fonft wohl mager. Seen ich 


Apollo ſchencket mir der Aoinnen.Safft! 
| und will das truckne min dee ang Bechet 


Wie er / mein Roͤung / Dir ie felbſt pflegt 
ir zu ſetze 
Wenn du den milden aa it durch: die 
gie 
Die Lieder / weiche bald in Cedern werden 
ehn/ 
Und laſen Reid und Zub weit weit: Dinder iprem 





Erſter Theil. 149 


Ich und mein — kan ſich zwar 
| f bien, er 
Doch theilſt du willig ki it SR ab ein Theil 


Was deinem pollurx tete eeient mein Caſtor 
Bir wechlein alles ab. ‚Dein Seiffmacpt mid 
R und fuhret mich mit dir Pe Parnaſſus 
Wie rauh und ſchmal fe mb ri uns 
wWir tauſchen Fleiß und Luft. ne bäft ein 


alei 
Wie / wen der Srtenfkinnes Eifene lute- 
wandter/ 


Eng Bild aiviefadper au ds des Weſen un⸗ 
annt 


Je meht fein Werd — * Stahl hin 
zu ſich reißt / (Geiſt / 
Das ihm ſo gerne forum ſchwaͤngert be 
Durch feinen Holden mic 17 —1 ich dir 
Wenn mich dein Behrpiel Gear Hu machſt 
in Waffer reicher/ 
Wenn ſich dein Eftomergeuft/det alles uͤber⸗ 


ſchwemmt / 
und den. kein Mbiederffan be Muth ver 
. Wellen hemmt. 
Du ehe, biſt mein rondund meine Ras 
| ffal-Quclte 


—* 4 T 
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— Teutſcher Gedichte 
Hat Ebb und Flut von dir. ehe du Dep mit 
. 
So fügt ich Rärdre a und werd inch 
Ya 


N 
Es ſolltein Wetter⸗Sturn Don BER au 
grunde ziehn⸗ 
Seht gleich des ——— des Plu⸗ 
one Pfützen 
pi die ergrimmte Ba Sterne feisft be⸗ 
rü 


Beil 
ESo daß Kaſtillo aus das Baer (höhe fat 
) Das Tethys dr verbot! — ſicht uns dom 
ni 


| Wir Halten aleiche Bad), un trage at 
Wir find ſelbſt unſer Stern, air — 
Geht mir mein Caſtor vor. —I— ach ! was 


un? 


Wohin / wohin mein —2— often dascih 
reumd zuth Hun? 


Sei denn dein Poipalee Don ‚iom entfer rnet 
ehe 

Freund / Bruder / und mein un Zai ja / * 
aefcheh 


Wir ſchlagen nur den Wind Es 
Schlu u - 


Kein bleiben iſt bey dir’ nur lauter gute teRacht! 
ZDu geheſt jekund hin wobn m man dich def 
m 


ommen / 
Und haſt mirt —— zugleich die Augen mit ar | 
ww nommen, F Hat 


I 
H 
| 





je in Guild 








Erſter Theil. | "fr 
"Daten ich Dich vergab. Kim ı mas: dein 
Das gegen dir von Gunft / * mit voll Miß⸗ 
Sch’ bin / wohin dich Gott und nd Sehr rufft 
Der Schußzherr an ; Du liegſt in ſei⸗ 
‚und miſcheſt ihm zur 2 ya ſchoͤnes Sai⸗ 
‚Du wetzeſt auf fein, 206 ſo mandpen Sum 
‚Der nimmer ſterblich iſt. Di fer ich dir sur 
ng, 
So wir zu Lande gehn / was iſt das uns ges 
% ‚Apolio leiht uns gar den m Bay von dem 
Aa giebtung wohl daran — — 


Den ſchnellen Pegaſum / ſo er nur nim̃t porlieh: 
Mit unfrer irrd ſchen Koſt / die uns noch ñ⸗ 


berblieb. 
Die Wadt Tan unſer fehn / „tor reiten ode» 
Zwo Schwane können ſich Anfte Deich⸗ 


elpa elpaar 
Br nur Eythere win Es tan der Elephant’ 
84 Ang 


— 


; 








a2 — Gedichte 
Ans wie ‚er Evam frUg/ A er mu6aden an an die 
Beliebet uns zur See — — wird nicht 
Sein eignen Weſer pr. Ban ide u 
5 Wenner die Wut und ae ftoinen Ü 


„Und diefes blaue Fed mit einemBartef 
"Her Widder ſoll fü, ung die goͤldnen —2 


E J it Deippinune ac u feineh Süden 
| * eig 
"Dis fühen wie nie tbun „oberen 
‚Ma — 
Wi berrſchen überall crmü Fr Tag nd 
Baid can ein. Adler uns u ee 
Baid konnen wir ‚aan der falſhen 
| —A 
‚Wie Divatısaikvan. "tor vun 
Ati, ‚machen Tobi Klon, taft einen ea 
1-1 


‚Bir machen lebendigund einen wieder tödt 
Mi iſt das wunderns werth warumb find 


Poeten 
Se kome min wat uich n d — 
* nur ein Dr: — ib vel 


— Mu 








Erßter Theil: 153 

moin Ai aan ihren Rectar 

| Dh; aberiur erömedt, Iofoiae Jenes 

Deemirumaır zugleich. —— ge⸗ 

Doch Bliebicinten Na hipat ͤwar wol 

BEE sen 
Als vormahls orrben a: Wie lieb ich 


Die ferne Pregel ſelbſt /die ae dir hör / 
um iſt en seht — Thon: ven 


ſchwaͤtzen / 
un Dachens fanlfter. Seit Een ſich ob dir 
Den du nicht ſterben af, ie ungemeine 
Kunft 
Den fhönes Zbunerwire dir auch der Goͤt⸗ 
u 
Sũ didte warlich nicht; bin ich geich ſe icht ein 
Die bloſſe Webrhen Rt 9) meiner Feder 
/ 
Das denhen iſt bey mic umd meinen Weſen | 
Der iſt ein falfihet Freund, Ye nur zu Liebe 
Br biſt sin rap fel6it /ein Pina deiner 
Ehren 
Rh R Ein 





EU \ Er 


EN SEEN Teutſcher Gedichte 
EinDinter deinee gms. pas darffman |. 
Wenn man dich ſelber ſieht Yo epreift dich 
Du bildeſt deinen pre (men Blaͤt⸗ 
Die ſtaͤrcker ſind als erapt ir wirſt du e⸗ 
Nicht marmot oder Ertzt —2* ſo jeden. 206 a⸗ 
Es tritt nun alten Ned "en unbergagtet 
So daß die Natter⸗Art vor Die ertiegenmuß. 
Du traueſt Gott umd dir. Gleich wie den 
heil gen Staͤben / 
Den Dap hnene Bräutigam das erw geGrůn 
Kein Donner ſchaden fan 11 ihadet dit auch 
| Wenn ein verboßtes Be ein: ‚übel urthel 


Ich freue mich in mir / um kan aat gerne leiden / 
Wenn ein vergallter Sinn beb bet mp 


jeiden/ 
Ich parte’ ihm noch daran. Das, it det fe 
} \ 4 Er fi 
So ſetzen wir den Fuf recht — zugunt | 
Was winnt man m tan ei ein 
u: iR en 9 


„en gpirter Amir in Gapıer er Solen- 
* Hencler / Du 


. 





& Etrſter Theii5 
Der nur eiy Alphabet et auf Bei marhen 
Der ſticht mich nicht allein/ er abeifft auch 
Mit underfehimten man —7 Aungewaſch⸗ 
Wer wort aupihe EHE Di un Pa 
rwverſchwenden / 
Die ein ſo bloͤdes Sim und aibrer Kuͤr his⸗ 
So elend angebracht Mat du armer | 
Wo dir die Larve ſizt· 3 it ſedi wol 
Man tennet dich gar wor toner du Dich fel- 
Mich ſicht fein Neidhatt an ner wetze feinen 
Wie er nur wit / auff bleib’ auff mei⸗ 
Die Gott und Tugendacit. " Meptanig wi 
Dich / Neidpatd / und Sit zu meinen 
Trotz dir und Beine gun! wide mich 
De Pfeil der auff mich et, —— gehet uͤber 
Und fährt ſelbſt in dein —1 Meid kan zu 





nichte machen / 
Weiſt du/ mein Roͤlng / was? ein uͤberlau⸗ 
tes La achen. O / hetzt 


Er 
- 2 Er 


156 zeutfeher Gedichte 

Di hetzt dich nur der Neid/ moin Gluc | 
e / 

und diefer eig bein Bobaie ſeltſt im Spiegel 


| So ziehe denn nun. hin / beſteige deine Stiegen 
Wir ſoigen vinten nach / und unfte Se her 


iegen 
Um deinen ya ber. / mit zordnen unter⸗ 


art 


Sieh unfern Helicon/wie er. die Augen wiſht 
Mer dich ſo ungern laͤſt Ich — EIKE 
Dich € 


So lange man Dieb Mi! ben usa nee 
Imfall die Sreundaba a eu ; Sie | 
WGoo iſt ein beſſer Stud 2? Bir gieigenn uns 
Solch’ das ShuppengDeid a auff fand 
Ein leichter Hirſch folle A na Luͤfften 
Als mir dein Nahm enefäiny un führten 
Wo man den Sangesteindtund ſeinen golde | 
Her siwenmablDurfettegt, Soll mich ein 
Schther Wagen 

Das ungewiſſe Hauf/ fucaniag He eldet 
So bleib ich ae Sum inaas un 





Das IÖ Dir gem END Hafldu meine Hand / | 
Die Treue nebſt der Hand Die gibt dit ihr | 


Geleite / 
Zieh” ich gleich ſelbſt von Rah ach serien | 
Indeſſen laß die S Schrifft ein edenenedt | 


» 
Mein Roling Bleibe ‚mein / dein BIER 
bleibetdein. 











RER — nn 
(eihrohnfhender Zuger | 
| Auff das Pro Rectorat — 


Des Hoch⸗Edlen / Veſten / und Sochse ⸗ 
gelahrten Herrn / 


NICOLAI: MARTINI, 


Vornehmen ICti, und —— 
ten Profefloris Novellarum & 
Politices, J 
Unter ftemöben Napmen. 
Ekraͤntzet Euch / ihr Pierimen /⸗/ 
neu * — RT 
Aabeiegelehrten Quellen rinnen / 
alles Leder hören. (11:10 Be 
Dergange Helicon wird re el 
Rai oͤffnet die bekamten 











158 Teutſcher Gedichte 
Euſebie /diefrommer fhonen, 
Diẽ uns mit Himmels⸗Guͤtern ziert / 
Dee ihre treuen Muſen⸗Soͤhne 

Riſanfftem Muth’und Geiſte fuͤhrt / 

Will hier der Themis gerne weichen / 

nd ihr die Zepter überreichen. 
Nimm denn / du Zierde der Aſtraͤen 

Die ſchoͤne Herrſchafft willig an 

ir wollen Dir zu Dienſte ehen/ 

Ein jeder wünfcher / was er Fan’ = | 

ie ruffen Gluͤck Heibund Gedyen 

Der ganke Pindus wird fich freuen . 
Das frohe Fahr farbt feine Wangen / 

Und will / bey demem Purpurſchein / 
feiner neuen Zierde prangen!. 2” Beh 
nd deiner Pracht Sefahriefenn/ 

Äpolis ſelbſt der Mufen Kayſe 1, 

Der bricht die nene Sorbeer-Reifer. ) I 
Beſteige denn den Thron der Ehren /⸗/ 

Den dir dies ſchoͤne Licht erbaauut 

Kein Zwietracht wird die Ruhe ſtoͤren / 

Denn Friede wird Dir ſelbſt vertraut / 

Der fich für deinem Zepter neige / 

And feines Seegens Horn Dir jeigeh — 

—— a 

Dem Wohl: Ehrmürdigen / und Wob 

gelahrten /⸗/ 


Herrn Leonhard Pegmann 





— 
* 


— 
“ \ Zr 





ee 


Herhdg Erofi Güntbers offDte 
SE det cn 


Wie Er dur meine Hand die höchfte Ehen — 
Stelle in der Philoſophie empfieng. —* 
B8 ſieige dann den od den DIE die zw 


zeiget / 
Den Thron / für welchem I — blöde Dobet 
| Den Thron / der dir / mein Freund / den Fuͤr⸗ 
ſten gleich gebuͤhrt/ 
Den du mit Kunſt undaBiR) a Did mit Eh⸗ 
Hier ſiehſtu umb dich her Sher der Mus 


‚fen 
Auff diefer Büpne muſt du lkes überfepens | 
Welt / Eitelkeit / und Band, De ‚Dir sun 


Dieweil du als Mena a daft ‚Her fie 

Ein weiſer herrſchet recht / —*3*— Welt iſt ihm zu 

Er mißt den Himmel febft/er Jäpıt der Ster⸗ 

Das Erdaebaͤu iſt ihm in Han Heince 

3a Alexander ſelbſt der put es ihm nicht 

Kt 
| en troͤnen ESo 





ey diefen wareſtu ein angenehmer Salt, RN 
Mon ſchleſt «es wieder zu: Hie Stu minen 





— — Teutſcher Gedichte 

So 107 denn auch ein. gar! id nennen wid 
Sich wie der Purpur dir A deiner Seid 
Der wie et Sürfenzlert/ am / nah einen Muth 





| edeutet / 
Dit nie zur SKnechefcbaftt aa Du 


a geleiteh-. m 
Wer eine Stappeifanutnc en zporm 7 


Her fein Stiabe ſeloſt/ ty at guechte | 
| ne | 
Mans ffnet dir ein Sch Sit u det Et 


| Glezopten miffenunsaum —A 
Bon dieſen haft auch Du oie1 28 und Kunſt 


sm 


uͤſſen ſchweigen/ er 
Die gsürbertönnen Era un | 


zeige 
Es muß ja der Verfiand auße einmahi 2 / 


DIE Weiſen Her ift * Bneiwaptedie 
‚Die Bücher fe — J—— 


Sie můſſen nie in ane / wi ht men“ 
BET. N) iſt abi daß act wia 











Erſter Wen Be 


— Diefee außgelernt fan Tea Bücher 
u 


| und eine eleine Weit t mit ru recht genennet 


Des Sinne Rötvanger —78 Sinne und 
dit Auff⸗und — mit den Gedancken 
Und nirgends in der a ing un 
Nim ferner bin den King —5— nwird 
Die Wepbe di Di dat. 1 zum 2 Braͤutigamb 


erw 
Die Ste) weiche * —9 
Die ungefärbten Sinn ui teiche Seelen liebt / 
Diediefem Sole ‚glei die roten Fönnen 


Undeneneing trägt die — uk Altẽ. 

Sie beut dir au dabey Pig des Frie⸗ 
a 

Der Hernen unter ſich gar ei verbinden kan / 

Die Zwietracht dienet (lat ne nach 

rate / 

Wer nicht auf Einigkeit, und milde Saufft⸗ 


muth achtet / 
Der findet auſſer ſich uñ in fichrkeinen Grund, 
Dat — en Kris da N öfer grund 


an Mun 
der Suurnnn Weſt/ 
Ben — 

















— ⸗ 2: 


PA Fer & 
aa IT, 


* 
\ i ö 


we Teutſcher Gedichte 


Da woiten jene fich mit gederfielen  morden/ 
Da ichlägt der Donner denn von allen‘ 


ein 
So wird die Wiſſenſchant gelernt 3 zur — 
Du aber / werther Freund abieſtedich nicht 
| kaͤſt nur durch tollen ginn andern ſich ver⸗ 
Dich fuͤhrt dein fanfiter Muth —* viel ge⸗ 
* wiſſrer Bahn! 
So aünden wir Die nun ne —— 
an . 
Die Dir der zu gend Licht be a klar für Un 
So die Gemüter macht / den Si Flainen gti! 
Sie iſt des Himmels Glu /die ihrer Suahin 
Sche 
In unfe Seelen ſenckt / dadutch ſedinmiſth 
nd durch den reinen Glani Die gyſterne m 
Kein NRebel tiiget ſie — Rauch ver Eitel⸗ 
eite 
Steigt Flammen tie —— sent 


Re —— 1 eißt 
ohlan / ſo laſſet DAN, ren⸗Faden 
—R 


Man mug di —* ur kim re 
m fkennen / » 









0 


| Erſter Theil. 26, 
Der du im Hergen fiets den Bunde Daft ge⸗ 


In dem fich jeder zeit ihr Feuer dat geregt / 
Das nungang heute Aammt {ich ee uͤr⸗ 


Der feiner Büte Strabi ab Deiner Facker 
Die tragſt u / wie wir Dir jent /Ihm ſel⸗ 


So hebet dein ti tin beeder Licht’e 
Das lap han —* —* — 


euchten. 
Des Voͤchſten — — deingict 
Biß endiſch dich und Sie vu überstagter 
Kr 2 alle s Bits au mug on 


2 — — 
Some fiche Veaiganc/ 


wie fie ihren 
Nahmens Tag 


begieng. 
* ſoll —V— — — — Rind? 
Sache dein Rapıncnwei en Erde wie⸗ 
La 











— —— 


ZA 


264 _ entfäre Soichte RT 
Ich m; TB endlich wohl Ben ar Draͤuchen 


Und mach es gerne fol‘ 0 er se ee meint 
Doch daucht mir / daß es Talk sum Mberflußge- 


Weil deinen Snapmen-zagih ori jent ie 

Dein Nahme foll — * * Kalendet 
marine ganne Zuge on roth gerri: 
encägti winich vir zu Age 1 ienfe w 10 
Und margarie po hie aus Meine Sim 
Was nůnt es einen Tag zu — Dienſte 
Ich gebe Tag und Jaht F rt — * 

‚Doch kan man a * Re fi 
Wie es der alte ‚Ska eefornert aM BAHR 









Die Kernen gehen vor/ die Aörter folge 
ihnen ı 
Yndwird der innte Sim ur. iotestraft he 


An Wanſchen ſou gem! wie u am air 
n/fehien/ 


Das weiß fe mis alem / 9 tan fie rpm | 
a 





N 


Erſter Th a 
Se nimmnun 1diefe Schrifft zum Dends 
mahl meiner Lieb -. 
Andeinen s Napmens-Feft * vi gichfteg Se 
Gedende daß dein Licht / mente 
Sieltwie der omelent Ba ern’ en 
Dein liebes Napmens- hr —— nun 


an ſpielet hier und * on Bee St zu⸗ 

So gehe dann dein ——— mit auf durd 
| und Du ſouſt täglich dann von ia gebunden: 
07 daß es Dir und mim an Fa Welt / be⸗ 
Der dimmel ſelber wri ein traͤftig Ja 
& binden andre ſich mit "Neenen 1 Bändern? 
3 Binde Dich mit mir. en Bundert täufen 
Kein Knote bindet fo! eher Stapk 
Als / wann die Seelen taremk Nor verbun⸗ 
ng Sineniß tan een RA une 


vo 34 


ei 








N 


0 3  Zeukfeper Gedichte h 
Die Liebe ſchleuſt die Welt in ihre geffe ein’ 

Die auch den Himmel ſelbſt fan BIREDR mit det 
Durch dero feſtes ‚Don muß, as Dit lebet / 


Dies Band tnüpft “un * bie Her⸗ 
n mit den Derten / 


Es knuͤpfet Mund an Wunne enipiet dand 

Es enüpfet Bruſt an Bruge —— aller 
Schmertzen 

Sonimm nun Margaris (nimm / Schön 

mich dein Pfand | 

36 nehme Dich vor — 9 — ſind die 


j mein ind an Deich / Die Ri 
Die Die — Su gm 


Mimm wönt Tugend⸗Bild⸗ nimm / 
Mardaris / mein Leben! 
Dies feſte Band von m — gutem Hertzen 
Was konnt' ich liebers do 16 ats diefes Opfer 
e 
Es iſt mein beſter Schak ae mein altes: wasih 
Weil auch die eff se dirte binden: 


Und nur da bloſt zer nf Bine Noth kan 


EEE 


— [) 





Erieexpeil. U O9 





Er Wii i A 
Anbinde DDE/ 
_ Im Nahmen 

Dear Liebſten / 

an ihren abweſenden 

Hertz ⸗Geliebten. 
Wos ſoll ich / Liebſter / nun begimen 
DU FA MRahmeng Set: . 


Sen 1 
I EIFEF 3 


Es hebet fich mein Beift won. hingen 
Weil euer Antlig mir gebrihtir Zac. 
Den ich nicht fehen fan und hoͤen 
Von dem muß ich den Nahmen ehren, a0 09 
Der — enge Pi | 
‚Mehr wird mir nicht von euch ver goͤnnt / 
Der bleibt mir ewig unverſchwiegen / 
Sp lang ihn mein Gedächtnis kennt / 
Doc iſt/ hoͤr ich ihn nennen / leſen 
Er nur ein Schall und Blick geweſen. 
So lang’ in mir mein Blut wird wallen / 
Soll mir der treuen Liebe fand 
n eurem Nahmen nicht entfallen / 
Fein Unfall trennet dieſes Ban © =  . 
Mich kan ich von mir ra IR SR Es 
Und meinen Nahmen felbft verlernen. 
Es gehet mir Fein Tagzu grunde / 
—* mir nicht in — 6 


— . 





Der 


Br 


ER — 


188 | | Teutſcher Gedichte _ rn 


Der Nahme / fo mir ſtets in Mundd ⸗··· 
Befänfftet mir die Einſamblei /!/e/e/ee 
Daß ich / wo ich nur fiß’ und fiche 
Siels euern Nahmens⸗Tag begehe. 

etzt fen” ich ihm nach alter Weiſe / 
* brauch” an Euch das Binde⸗Recht/ 
Weil ich mich hier mit Hoffnung fpeifer 
Die doch die Furcht hinwieder ſchwaͤcht / 
Wo aber iſt das Band ſydenn 
Das in die ferne koͤnnte binden! n 
ar’ Orpheus Wunder⸗Leyer mene / 
Der vormahls / durch der Saͤitenklan 
‚Selbft Thiere / Berge / Baͤume / Steel /⸗ 
Ihm willig nach zu folgen zwan / 
Wie wolit ich Euch mis ihnen binden / 
Umb seinen Weg nach mir zu finden. 
Es lieh’ Euch Amor ſelbſt Die Fluͤgel / 
Qich waͤr es ſo des mn Sit), 
u ſetzen über alle Dügll © —— 
ach eurer Liebften Armen hin! 
Daß ——— utem Gluͤckz ⸗··/ 
Ein noch viel feſter Band beſtricke. 
deſſen ſoll diß Reim⸗ Gebaͤnde 

Ecch binden) bis daß kuͤnfftig wi 
Das —— binden als die Haͤnd /⸗· 
rn unaußloͤßlicher Begiet mi 
Und Seel und Leib verbunden leben / 

Wie Sie an ſich zuſammen kleben. 


Bi | 
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VErAerTRA.n. 19 
RR An den . ———— 
Vehi ⸗ Edlen/ Stop. — 

und Hochweiſen Herrn; 


Harn Heinrich von — 


Koͤniglichen MR Fa&tor 
ißm 


Wie der ſelbe durch einhellige Wahl zum 
- Bürgermeifter daͤſelbſt erkohren — 
nter eines andern Nahmen. | 
0 feige man Himmel je AL Ku, man die 


| Und lt zum Büffen ſtehn die aoffe 3 Tag: ie 
| Man dringt IP geid und Neid "dung a allen 
Bis das man nl en flo be⸗ 
Giechwie ein kuͤhnes Schiff durch Wind und 
ellen ſteiget/ 
und feinen frechen Maſt dem Bind’ entgegen 
Kein, Donner / Hagel Blit Ban: Wirbel feine 
I/ das dem ſchwachen Hoh⸗ den kleinſten Scha⸗ 
& ag na‘ Termat —— cha — 











1 — Teutſcher Gedichtt 
Es will Es willdie je gettigeeit! der eine in fich ſchlucken / 
Fig daft es wieder heim zu feinem Herten —— 
Und ihm Hab und Gut mit * 
So dringt Ihr auch kununu un Sup 
ndt/ 
Dusch alle Wolcken hin * * erſter 
nd / 
Kein Unfall hemmet Euch 8 Himmel war Cu 


| —— bracht ben wechtenChren SH 
echt! Zuge ab vatdie Art ſie bleibet unvet ⸗ 


Sie wird nicht angefarbt va De De ⸗ 
pr Stan erpeitt feige — | 
mit gotbgefärsfem Sant in 'n Dun © ent 
| Kein greseteitget fer una nie 


Umb eine kurtze Friſt fo wird jedoch et | 
Sit iſt mit ſich be ee 


Kein Ungluͤck raubet ihr ie uoßioerbient 
Auch achtet fie fein Sutı cp um groſt 
Das zum Geprange dient / uf ann und rei 
Mut auff — ————— des vohet | 





\ 


Etrſter Theil. 


Die fbäget fie für nichts / als eine HlaueDunft, 
Dennoch wird fi ie geſucht. en Dem aff 
ni : 


I 4 


{ 
| Bleibt nimmer unbelopnt u tedliches Ge- | 
| te 


Schnaubt nicht beym Stante het. Ihr habt 
* s wahr gemacht / 
Herr Deilen / und Euch fs us Dep ſelbſt 

r 


9: 
Dennunläng waret Ihr; in eines Naihıg Orde 
Weil kluger Sinn und Witz — iſt verpfaͤndet 


word 
Und nun wird —— wohlverdient⸗ 
Durch einen gröffeen Keane nee Sean 


| belau 
En ruffen Stück darzu uf bringen diefe Worte 
um Außtrag unſrer —— oͤffnen uns die 


Der Gunſt⸗Gewogenheit —— Hertze liebt 
Bag was ein Teutſches De au treuem 
len giebt — J 


LXVm. F 
Sonne U 


Sem Saar Marchen 5 
Die er-/nach gehaltener Difputation, a 


Mon der Schlafffuht/ 
Ba Dottor der Arkney erneimet wirde — 
Das, — 












‚7 Zeutfiheröe Gedichte 

gas home der vechte Meg Hab Spiken zu er⸗ 

So gehet / Ihr / Herr March / Kae ie 

Wer lobt nicht euer Much / ie neh iſt dos "2 
hr koͤnnt des Vaters Paar fie mil 
Die groß und kleine Welt iſt — euer eigen) 
Was die Natur uns zeigt / uñ der gelehrte Wahn. 
Drumb ſchreibt Apollo. ſelbſt euch unter ſeine 
Und ſchencket euch den Be Fa fein Lorbeet⸗ | 
Das iſt der ſchoͤne ohn / worlubnen för 
Das iſt fie einen Geiſt / den — Zaulfeit Düne 


pfet. | 
Man ein et euern Jeiß der — iſt bereit 
Und waͤchſt Euch durch ſich — — m. Frembden 


Was hr hie ſchreibt ar Man > feine, ken 


ee 


&s richt. die Schlaffſucht ei ir Eure 
Wachſamb — 





X. El 


 SOHUETI * 


Wohl⸗Edien Vien 1, Hochgelohren / 
Herrn Laſpar Maschen N 





F 
Pr Erſter Thel. 273 


der Argenen weitberuͤhmbten Doktor / 
und detofelben bey der Roſtoeſchen Meen 
taͤt wohlverdientem rofeffor wie derfelbe 
Et SE I um ri 
0 Dbers Haupte 
erwehlet — 
Dẽr ſo mit Eubſigkein hc * Natur durch⸗ 
Der dieſes Welt⸗Gebaͤw und deſſen Heimligs 
| — wei 


Indem ir lt / und über dies gebeut TR 

Der Diefes fefte Schloß fo tapfer durchgebrochey/ 

Der diefe Fleme Welt / von Haut bis auff die 
u 


RKunochen 
Auff feinen Fingern weiß / und allen Unterſcheid 
Des —— das Pandor auß Ihrer Buͤchſe ſtreut/ 
Der zur Geſundheit weiß Die Kraͤurer außzu⸗ 
en 


Machaons werther Sohm reibt erſt Gefete fürs 
Wie man recht leben foll. Some Kranckheit dor 

| tn VER hür'/ 
Er weiß bald guten Rath das böfe gut zu machen. 
Sehr Er — Ampt auch dieſen Ne hereiny 
So kan Herr Marche auch Acht und egente 


4 x * eyn / Br 
Den Laſtern / und dem Tod’ / ung: reiffenaug den 





"LXIE 








BO} EB T0rE 


ↄ to eo tojg 4 





R 
Vz Teutſcher Gedichte | 
249 LXIX" H — an 
| © QnbmerDan. Banızgil 
Eine 1 vormepme Dog 
| terin. 
Unter eines andern —— | 


O ſey mir —— RAR 

Duschöner 200 ewun nt. 5 | 

Des durd) ch die tunckl acht anbricht —* 
* erwieſen 


Dir ſey nun meine 
Oſeyd geg gruͤſſt ihr lieben Stunden / 


Die ihreuch wieder eingefunden. . 
Spwirddehnunder Tag — | 
O wohlgebohrne Frau / ie 
teuren Jrahmen außer — 
Den Nahmen der auch mich zugleich 
Euch attauſendfach verbunden‘ 
Hy feyp gegruͤſt ihr lieben’ Stunden! 
und follt? ich nicht den Nahmen preiſen 
Serfeben /die / als Mutter / ſi 
Stets gegen it pie zu erwei ed. 
Die mic) geliebet in nun ch / Ir Era: 
So würde man mit. recht m mich — * 
Die Nißgeburht da Erde gennen. 
will nun andre lagen binde //// 
Sod viel ein jeder binden kan / | 
= ch bleibe desmahl gerne hinden / 4 
eilich gebunden umbund and / De 


Erſter Theu. 175 


Die Wohlthat / die von Euch genoffen, — * 

Haͤlt 9 in Feſſeln Engeln el ® 
hr bindet mich ja alle Tage 1... 

Mer Guͤte fündlih an 0... 

Das find DieKetten/dieihtrager, - // 

Und die ich nimmer löfen kan/ ER 

Bis muß unter Banden ſterben / 

Und Feine Freyheit will erwerben. 
Kan ich die Schuld denn nicht emtrichten / 4— 
So will ich ſteter Schuldner u NETTER RR are 
Doc will ich Euch mich gang verpflichten / 2 

Mein alles bleibet Ench alleiny - . - . 
will mein Herge felber geben 
as ſoll euch ewig danckbar leben. 

a2 1 3 OBERE 
® Ani e . 
Einen. guten Gönner/ 
im Nahmen eines Studenten, Bi 
an deſſen NabmenssZage.. .- ; 
Strahlt herein, ihr fihonen Stunden / 

Do mein groſſer Sönnerhat 

Den holven Rahmen erſ gefunden; | 

Mein Sönner/der mit Nathumd has 

Stets meiner Sachen bengetreteny 

Und wir der Eiyrn Cunftgrherege 


rl} 





FE A N 1% 


RR Teutſchet Ge Brite 2b 
"Sch m muß janoch di autor char peeifen un 


Die ich vor ea galt gefpurt — 

Mein Wunſch war / in die Welt zu reiſen / 

Durchi ihn iftdiefer Wunſch vollfuͤhrt / * 
ferner ſehen / ee | 


Hierauff foll man F 
ich nach dem Ehren⸗diele gehen. 


Dasgilien — 

Sein ſo erhoͤhtes — A 

Soll mir ein groſſer Schaup latz werben 

Za ſehen ie man faͤllt un DEN hen 

| ie man diegeoffe Welt foll lennen / 
li die 7 fo wir die Heine nennen. — 


Solls ſi eyn / daß mit durch fine, 
Herr Ohm /ein folches Gluͤcke blůht / 
Sp übergeb’ im mein Gemüthel / 
Das fich noch mehrer —— verſieht / 
Da nichts fo ſchmertzliches kan leiden? . 
Als / von ſo werthem rtzen ſcheiden. J 
Ich ſcheide nun / und BREI Be | 
Yondem ich endlich feheiben Buß); Se | 
Mein Here hleibet doch ie r 
Trifft mich gleich jetzt der A — 
Vind ich doch / dem ich bin ver bunden / * 
Kommt hundertmahl ihr ſchoͤnen Sunden * 


in Wr 


Okommet mmer ſchoͤner wieder / 
Und ſchmuͤcket dieſes Nahmenstiht/ / AR 
6 hrlich unfee Lieder. — — | 








eigen ihre Schuld und — un 
irdums der Himmel wieder fügen/ | | 
finder ficp auch mein Vergnügen, XX. 


DO 


@ 
— 





Erſter Theil > 177. 
En re LXXI. 
Abſchleds und Anbinde-Dpdey 
Re eines Sohnes 
an feinen Bater. a 
62 m u tauſendmahl wintommeny. = 


füffes Licht von welchem der 
Den erſten Lebens ⸗ Siſck genommen / 
Von deme ſtammt auch meines her⸗ at: 
D/lap bey deinem Wiederkehren 
Mich frölich dein Gedächtnisehren. : - 
Ich gehe nun/ mit eurem Qpilien/ - 
Herr Vater / indie Melt Hineiny  - ———— 
Iso kan nun meinen Wunſch erfüklenz ⸗ 
Davor ich noch muß danckbar ſey =: - 
Doch aber geh ich gleich Don hinnen / 
Verbleib ich hier mit Hertz und Sinnen. 
Ich will dem milden Himmel flehen / 
Daß er auff euer Gluͤc und Heyl 
NIE Gnaden Augen woüe ſehen ⸗ | 
an welchem mir auch bieibt mein Theil / 
Daß offtmahls dieſer Tag von neucn 
Uns gegenwaͤrtig Ban erfteuen. "=. 
Indeſſen wiu ich fchuldig bleiben. 
Was ſich von mir nicht zahlen laͤſ > 
Und euch die Seele ſelbſt verſchreiben ⸗/ 
as Lieb und Dandbarkeit erpreſt / 
Das haben wir zu ſieten zeugen NE 
Das bleibt im geben unſer eigen. 








| | ß ö 


> re — 


- Endet Euch ſtets auf feinen Wigen — 


> oe: j 


* Teutſcher Gedichte BR: 





| ALL. So 
| Neu⸗Jahrs⸗Wunſch. 
‚unter einem frembden Nahmen / 
| — N u 
2 Matten 
So iſt das alte Jahr vergangen ⸗ 
und bricht das neue nun hervor / 
ie Sonne ſchmuͤcket ihre Wangen 


——— heut’ empor / 


Maevormablstraurigwarimd traͤg / 
SWird nun durch ihre Geiſter rege 
Hier theilt man Den dabe Wunſh iD 


# 


or a DR G — 
Mit vollein Mund und Haͤnden aus⸗ Di 
Sein Recht will dieſer Tagau Haben! / 
So bleibe ich auch nicht zu Hauſ / 
Und laß/ o Mutter / euch zu Ehren 
Ziuch meine Reu⸗Jahrs⸗Wimſche hoͤltn. 
An Gaben kan ich garnichts bringe. _ 
Als Wörter rundeindandbar Dh I 
Esiftiaunteralien Dingen 7 
Mielmepralsattes Goid und Ert / 
Kan ich Euch dası Frau Mütter geben 
Hoff ih dies Zapr veranägt zu leben. 
- Der Himmel giefje feinen Seegen Eu 
Hit gañtzen Strömenanffend bin 





Exueure Leben / Geiſt und Sinn’ / 
Er gebe Wohifart / und Gedeyen 
So wird er Euch und mich er frruen. 
— Ende v6 Erfen Theits. Kr 4 J 


Le ee 





9 nn. 







ame zum? 2. 


Sanıek 220 een 
Rue ® eoilher 
‚Anderer Sheil / * 


worinnen die / auff 


| ne facingmn 


IM AREA 





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’ —X 


5* — E—— eu hie 

| 7 Den aldi r 
"Hochgebohtmen Gräfmund —— 

St. Margaretha Dorothea / 


b Afinzu Ra 
a iD 


Des Hoch Wohlgeborhnen Herrn / 
.. — Aleſd⸗ 


Dero 








N 


20 Teuntſder Seiateße 


reißd s.Cin 
2 gusesibtenardungt ai apriß® e 


Devon Dennemard ON ormwegen/Kö 
\ ae be a | 
Iten⸗ und-gand nd7 Kath) ——— | 
Fe uf Sera AN Grauen⸗ — 


EEE BUN HG 8 
Weylandhe 











ochſt· und —R ® 
Gemahlin / 

als dero entſeelter Corper den 17. des gemers 

1666. — Gebraͤuchen 


Du unvergleichlich Licht eshahn reift 
Bis Hieher waren wir * deines anblids 
Bis daß dein ſehoͤner ei um Oternt ward 


Bis hieher fahen wir in dir die Tugend leben 
Bit fahen ihren! Sans ie ine Augen 


ö ’ f { 
— — mi WW 


Dein Mund der prach fe —— ot 


Sie war dein Weſen san, fie war die Exte 
Sie keimte ſchon seit. in Hang Kindes 


Wien! ach vie bey bir af nicht * 





Beier” BR. 
* son mit feine Zeit gel 4 Ver Kifinie Zapre Sabre 
Weil erfetöftewigit/und —32— Mu 4 


‚und waͤchſt allein Pe u. 
Megen- 1.7 
"Sleichwie der Sure auf —9 Tepet der 
It entgegen/ 
Sp geht der Sxeie zrich ig an ich eibes 
Ihr Stern gewinnet au ion — Geburt⸗ 


Dein * war in Dir. Ds Bor ‚heißer 


Der konnte Dieden — 


Doch wareſtudir ir Der BefteReitffeengi 
| Re ———— ſteht Dit —— iſt an 


<onm pfegebe ter Geift in Kindern 2 


Hung: a . 


en / 
Und wo fie Sonnen Anden E mülfen Strab⸗ 


| * ſchoner das Seftiene * deſenSchem 


Der Ahnen Schwerd mug — der Tugend 
Hier zog ch Muth und einen Punckt 
Es brandten ſchon vorhn m INDIE Die Die: lichten 
Doch ſuchteſtu auch dit — noch 
— auf 








/ 





282 Teutſcher Sehiehte 

> Aue. deiner Apnen ar’ sfe BY — man nicht⸗ 

‚Din Hauß das fonnte —— eften Duft 
letneteſt allhier auch vn den Todten lebe 





u 
ge der Todten er * Leben blieb 
Sa tieffe Grab/ das mar bie Hope Spule 
Allein ein apın) iſt — 2** alle Welt dich 


n 
Wer iſt / der das Geſchlecht der Rantzowen 
nieht nenne? 


| Das Welt und Dracpwctrüß ruͤhmt / das beedes 


Schwerd 


Ourch alle Zeiten führt Darauf * 


er 
Dee wapren Adels ruht. Ein — 


egen 
| Der einen folgen Feind / weiß in den Sub j 
HIEe 


zulegent © Ü 
Dee if an Pinkis flatt / — ein en. 


| Sein Bildniß mit dem —* ins ae 


Das andre ft das Bud Da: A iſt und 
mache 
Das zu der Ruhe dient / und bor den Friede 


— man ohne En Tapfferteit 


Wer 








Anderer Shei: . 28% 





Wer wuͤſte vom Achil⸗ en pn Domer Richt 
Dein Eimöriendas weiß fein ip dies | 
Das feinen adelſtand Dusch er, Dreiß br 
Es weiß wopl was vermag — Zapfen 
ünd tapfire Wiſſenſchaft ins grieden und im 
Hier dient infonderpeit Bas Benfpin deiner 
Denn jhre Tapferteit dat =: viel Edrenſad⸗ 
und die Seſchieligtet — preis vers. 

{ Dat auch der Nacrupm A eh, atte Bin 
Die Alten laß’ ch ſepn. — beim Stoß 
Der ſich ihm ſelbſt gebahr skin Kine Stande 


Und propfite feinen Stam alle eifer ein) 
Den auch der Adler ihm lich ſemen Phoͤnir 


ſeyn 
Es kennet Norden noch ie ti von deſſen 
Deg 
Der hartes Eiſen tönt’ dis fbia Glaß⸗/ 
egen 
Auch deſſen Dater war ur gantzen Welt be⸗ 
a 
Ma | Durch 











U —— en; 
\ 


184 Trutſcher Gedichte 
Durch ſeinen klugen SM und ritterliche 
em Eltervater war die erde gar zu enge/ 
Er giengdem Himmel zu un in bie Quäk, | 
Soviel der groſſe Kreiß m one ei 
Erhielt zu erſt mit @tsdenn mitden © St | 
So iſt auch nun fein Kupm ben Sternen in 
| | Sein Nahme wird zugleich Dt ibuen um 
Und du / oſchoͤner Geiſt * u tan u nun bey 
Und auch zugleich mit ihm des Di ie 
Eteh’ ewig / ae Hauß! wird gleich cin 


gentrieffen | 
Steht doch der Stamm ame. ( So wir die ; | 


| So koͤmmt im Sohne Bon * er ae wi | 
Der Himmel hemmet dem Tode feinen 
Sein hochgebohrner Seiftd der ot fich hoͤher | 
Er kan nicht bey der Gruft * — Erde 
Die Zweige wachſen nun forthin durch ihn 
| z ee” a 








RE Sonderer rben ER. 
3 en bftopft den edlen Dudhse foäten Raſ 
Wir abet müffen nur eu Dersih Eon | 
Son hättehhwirein Her Bohne Kieſel⸗ = 
Die Adern wären ea die Augen Si 
Die dich verſcharret fe on M Biden blaſſen 
un bleiben oöne gar. So Bei bier nichte 


Huf dein Pay ete — Feder mir betleibe, | 
So jung / fo, —J ——— ſo bald 


Es thut ja die Natur jcgt wieder. die Gebuͤhr. 
Kaum war hs HR * Antlitz auffge- 


& raubt des Ton: Statt den Purpur dei⸗ 
Das ſelbſt det bleiche De op Bafle erröthen 
Hier fiepet dein Semapı. aibt dir den lekten 
Der ta kaum mehr eben taipeier in Dir nicht 
Ob deine Seele gleich, iom ng im Hertzen 
Doch laſt das trauern im uk geben iſt 


* F 


v3 Sam S Das 








186 Teutſcher Gedichte 
Das es die Serie fiets fete mit Zorn | 
Genug für Gott und ug aeg, genugge⸗ 
Wie / daß man alfo dem Dei | wiedet / 
So lange noch daß Stutin ı unfern Adern 
© lang’ im Hertzen noch der gehensparhe | 
So lange treiben uns * Sudan Sof 
Und wir find unterthan — J55 —* 
Die ſchnoͤde Luſt der Melt A pt Die: Ne 
Iſt Regenbogen gleich | ER batd au Waſtt 
Der Leib verdirbet zwar / iſt der Def 
| Was gehts die boͤtter anıwvenn man ini 4 
1 as ie gezeuget iſt hat ine Sen ef "a: 


Ser Leib wird Aſch und She den 
Mind verfpielt. | 
Her Geiſt / der himm liſch ift 7 wort Geiſte 
ſelbſt genommen. — 
Der muß / ſo wie er iſt zu feinem Urſprung 


ommen. 
Wasifts daß — aa 


A nn u 





Anderer Theil. » a 
Ein er. Geil meor als tanend vadee 
Der Ewigteit nur liebt. N muß ver⸗ 
Weil alles ſtirbt / fomuf a x aueh ſelber 
Mei das / was urforug bat vanf feinem &n- 
ee Ende dann * ‚a ſelbſt ein 
"Sonuxt. 


Auff den Umbſtand der Zeit gerichtet, 
ty.) Alts bringts Neue Sat wir flerben, 
aben / 
6 alte Zeit / und ach der Zeit / 
ſes aliesumd Dies nichts / DR fein alfeg 
Weit/ Sande, Tod und Ri — was wir 
In allte alt uf todt. die — Ne Jahts⸗ 
| a * 
Sind aufſer Zeit unbe un und — Sterb⸗ 
igke 8 


| Weñ uns vie Ewigkeit / der —50 — befreyt / 
So (ind wir nicht mehr todt. Die Motten und 


ie Schaben 
Die ſreſſen zwar den geibr un picien ſchnoͤden 
itte 
Dot f nu der Seife: um (bon ent groſſen 
* Geht 


Eng 





— — 


a Sin EN „2 = 


re — — 
| 188 Teutſchet Gedichte \ 
| Dura den Das todte 9 und alles neu ſemn 


Geht unſre Heldin (bon an wor aus unſerm : 


Leben / gönnt es ihr Sie hetauſſer Pot | 
za Todes Todt reiſſt ſie er Tode durch an 


n% Al. J Drei II Ei : 
Hochverdienter Nachruhm 
Der Weyland 
Hochgebohrnen Graͤfin und Frauen / 


Fr. Catharina — 


Ghaͤfin zu Rankon und Lo 
Bin auff Breitenburg re. 
Wie dero enifeelie, ER eingefendet, * 


Wo ſoll ich wre mo Pitch" | 


da Geiftun Kr 
Bey dieſer Trauer Nacht Ye 


Zu ſchrieben was das 800 Pan: ——— 
Das bey der Nachwelt fr ie ipre zug 
Daß Ihr ſo gleichen mag / wie ſie war u 


oe ſich cube nnd ſo ri 





. 
nn ee As il En. OST 


5 
. | 
e . * 
€ 


a — 
Anderet Theli. 199.0 
© laͤſt mein Zuſtand mi A ‚försiben | 


was 
Die matte Doefi ie/ die ann zu Soden ie fr; 
| und bey der Erde kreu Hl zwar von ferne 


ſch 
| Micht aber über Lufft J—— | 
Zu folgenı wie ihr — ke ale Zeiten 


ngt / 
Und ſich mit vollem Flug’ gan au Ben Sternen 


Wir klagen deinen Todt du des Sra- 
fen: Standes. | 
Du warfi/weildu aan Bepfpiel unfers | 


Darin die Frömmigkeit fich lebendig gemahlt / | 
| Darin der Tugend Slang mit vollem Lichte 


| ſtrahlt / 
Und alles / was man bie fonfto groß und herrlich 
Ähe 
In die Boutommenpeit und ‚Döchfte | Biel 
Die groß iſt denn das L * deinen Eb⸗ 
Ma 
Mit was fuͤr Dersens-bein ic er di Grabe. 
Det Sopny der werthe San] 1/0 bohen 
Wie kimgt ihm dieſt Poſi et 4 fie rauh uñ 


erbe! 
' €: gehet feinem reb Hin feine zudem nad 





— 





156 Teutſcher Gedichte 
/ RT nn 
Was Was Kom / was en je von ſeltner 
mag / 
| Von Wiſſenſchaft n und Kunſt * vor edele Ge · 
Dasvienet ihm zum. Sag ı und find die 
ſchoͤnen Guͤte / 
Die er / wie Jaſon /ihm die göldnt Haut er⸗ 
Als ihn zu Hauſe hat der — Stern 
lag 
Die Fraͤnlein / welche Du in Deine Schu 
erzogen 
Die von Dir Gottesfurct und Lagen einge⸗ 
Die negen deinen Sarck Imiten einem Thraͤnen⸗ 
a 
Und föiden deinem Seifte ud € Sauffiet 





| 
| 
| 
| 


#10) Une indeſſen! lebt — Ange 
{ 


bar Dies kanſin nun der eilt zum fleten er 
theil ſchencken 


Das ganke Sand das eng! hon Deiner äh 
und meine Muſen ſtehn zu reinen Kup Be 
Sollt' ich den bohen —— und deſſen ir | 
Was müfß id für em a —— ie * 
ur. Wo 








"Anderer Theil. > 1 
Wo tenuet nicht die Weit dasghangane Gr 
| Da Bik und Tapfertetfetshaben Bürgers | 
Das Könige geehrt / Das * Rednet⸗ 
Das boher Dichter — ſo — hat 
© dat dein Eb ⸗ Herr dich sun Ehgemapı er⸗ 
Und ſein beruͤbmbtes Haus rg deiner gier ver⸗ | 
So wahr dies werthe Dan zu gider Sept Ei 
uUnd wachen. mit der pe bieraus fo feböne — 
Die beeder Eitern Ge 2. * Stirne 
Und kuͤnfftig ihren Stan neuen Reiſern 
Doch hat man auch gefehn — Unglüder 
Die zͤweymahl dieſem Ra —— 
Reiß enthoben. 
Was nun noch übrig if —3 mit der 
Und legt zun Süffen din: Der. und Dirgänge 
ann da man bon dito neuen 








PETE ⁊ — u de Se TE 
’ x 
& \ 


7 
| 
| 
| 





- —2 


eutſcher Gedichte 


So muß ſi e ſich mit ihm ing Grab Darnieder 
en 
Und weiſet uns Hierdurch wie ihre eich’ und 


Auch in dem Tode ſelbſt noch ungzertrefilich w 
Wie hat man ſie geſehn Re Tod’ entgegen 
ehe 


Sie ſahe ſchon zuvor / wie aͤlles würde abe 
Sie gieng recht wohlgemut — des 
(4 


| Der auch an Kittern — zum Kitter wer· 


en ka 
Ihr halff nicht Attenen mis gel⸗ 
330 gleichin 


Sie ſelber Ihr defchäpfit [ ve: die in 
Sie andern offt gereicht a pit feine | 


t 
Hat Soft ein ziel Beieht ı Dr l bilfft feine of 


Kin hertzer quickend A aus Sr 
Brunnen. 


Die Gen gefunder Zeit au or nicht er 


Die Hat am beſten hin n en orte 
Wenn man für. Bitterten 6 Add uchet 


AN 


ESonſi Sat Sienben vn nu, 008 
—* St 










„‚ Anderer Theil. Lt} 
auches ſchoͤnes v 
Ed manche ſcho in on. Zẽeißbeit 


Wann and're ihren Siñ auf RR 
OR 1hre Luff ac iR it efentn 
Was Griechenland und Kom mt at von klu⸗ 


Was in der S Eittentunfioen: bon den Aoiten 
eifter: 
Je auffgezeichnet war / dag tar ht Anh, be⸗ 


Sbo weit e bericht dei an eluae and. 
Was Seneca gelehrt / das 5 2 der. 


eyden 
Was er von Wohlthat (reiben von Tapffer⸗ | 
| keit im Leiden - 
Wie auch ein weiſer eu — — glůck⸗ 


Dies lafe ſie / ñ nahm des Geiſtes Licht darbey. 
56 fü Hate diefen zu die Schreiber derGefchichte 
riechenland m nn s ihre Dich⸗ 


Wie Sie die Welsben ft in "8 a ⸗ Sci IR 


Da bey dem Nutzen Sie@rastidfeii erweckt. 
Was Flemming / Rn Dar bo Poeſie 
geſchrie 
Das ein belebter Geiſt vor andern muß beliebẽ / 
Das alles ſagte Sie faſt auff den Fingern herz 
und Ber J zeusfepland ſey auch nicht von 
-. Männern IM 


N na ar De 











Bo. rauther Saite” 
Die ihre Mutter noch — re 
Daß hier auch Adler kon micamersnond 


i 
Das war ben Ruhezeſt ihr ſeibſt —— 
Was aber Diana) war / wir ſtaͤrcte Neth, 


Die Gottesfurcht war bier, di Wurtzel aur 


Die hat allein in ſich Was rei abe. 
Der folgte hl keit und J 


ed hr: ſſtmuth 
Mit kleinen gieng ſie ——— Sofiatt ud. | 
Ließ offt den Dürftti en. die die opel 
Pflag and'rer Noth und Een mi roſt i 
Bey allem war das Hert nicht nut er Wit⸗ 
| . ter Schein/ 
Die der verruchten Weit —— | 
& ach’ 0 Serge) bin a an ur PAR: 
Hier wirſtu ewiglich eh Lebens ROTH 
weiden / 
Und deiner Tugend Fiſn der folgt dir 12 
Du faͤugeſt hier nun an Nadia geben 


Laß uns. nur in der pe ne Wir helwindt R 
treiben? / Do 









mir 
u 
As 


ZuZ Ei 








* — el — 
NIT Da bon ben — Per füher“ 
Hier iſt nur Moth und Top /ein ungeflümes 
Wer nach der Welt hier ah oen Tod⸗ = 
Und näpret ſeinen Tod⸗ ein * der IR. 
Der nicht weig &ihtund Hear edeffeni fein 


ſſen. 
QWobldem / welchet fo gelebet hat / wie Dur 
Be Tode — — F 


Pinbeiie Tao 


— 


J Pen we Ri 
Boch Wobhechetn RE 


Frauen Sophiae Harz / 
ariohrnen ar bon der Natt / 


NG opieobopenen Herrn / 


von Hans Rakonm/ N 
| N | nd — M 











26 __Teutieher Get Teutſcher Gedichte 


3 


Hoch⸗Fuͤrſtl. Hoch⸗ Furſti Nieder ſachſſchen fifchen gebeimb 
Den Raths / und Stadthalters im ri 
deln — auf HZuarnbeck Matu⸗ 

| tendorff Slockshagen / 


Eheliebſten / 


Bergen in St. Nicolai Rirche 2 
geſungen worden. 


“ Dindarifche Trauer Ode 
Der erſte Satz. 


grEesiien auff dieſem ge 
Die Ihr ſo hohe Sinnen fuͤhrt / 

gun en in Euch ſelbſt verliehtt, 
as hiifft Euch au’ Ergögligkeit un — 
Tas hilft Euch Reichthum Eu — 
Schaͤtze 


Da doch die Welt und Ihr ver — 
Sein Gluͤck wie hoch es iſt / beſte | 
Und webt Euch ſtuͤndlich lade —2 


Der erſte Gegenſatz. 


Wir ſehen bier für Augen ia 
Sie durch ihr Hohes Beyſpiel lehrt / 

ie allesfich ſo bald ver rkehrt / 

gwdie mechts ſo groß wie nichts ſo boch or. 
Dasnicht vom Gipffelfichverende: 
Hier liegt die Zier des Hohen Stands / 
Hier liegt ein Licht des Cimberland’s: 






Dis bielot Ihr⸗ daß man SIEB J 9 





3 
EM 
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r- a 4” 
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ANDERE KB 15 
Ddeer erſte Nachſatg 

Bas wollen wir uns deñ hier groſe Rechnu 
— ⏑— 


ESs bleibet wohl darbey / 
| Das alles ſter blich fen. WER 
Bas hilfit es ı das wir hier viei rennen / ſchwi⸗ 
Wa⸗e lt un St en 
Was hilfft uns Stand uñPracht wasSchön- 
BERN heit /Gunſt und Muth 
Was wir ſehen / 
Mus vergehen / r | 
- Und wär’ esnochfo herrlich ı ſchoͤn und gm} 
Der andere Nachſatz. 
Wer koͤnnte dieſes ſonder Thraͤnen ſchauen ⸗/ 
Da Mutter / Tochter Tochteriind / | 
Einfrübes TodessHpferfimd?_ 
Wer woute nun auf Fahr un Kräfte baut. 
Ach fehtı wie ſchwartz iſt dies Gerüfte! 
Kommt Vaͤter / Mütter Kinderhiere / 
‚Und ſtellt euch diefes Schauſpiel fuͤr / 
Vergeßt der Melt / und ihrer Füße. 
Deer andere Gegenſatz. 
Ber fan das Leid / die angſt / den Jammer 
— 5 DEREN A sehen?! - | 
Der ſich von allen Seiten keatı / 
Und, wie mit Donnerkeilen/ felägt. 
Wem ſoll es hier an Tapferkeit nicht fehlen? 
Det ſelbſt den Fürften Kath fan geben/ 
Dem fehlt es hieran we und Rath / 
3 


“ 
% 





Nicht 


 —————— 0.000 4 


ı — Teutſcher Gedichte | { 


| richt Mur nicht Klugheit Hat bie at 
Ben Pe Stürme 1 erben. — | 


Her andere Nachfag- 
Wer ran hier wieder Sort u bas as 


Stürm’tallee I An loß / 
Wir ſind in SHttes Schoob / er) 
Es wird uns ſeine Daun im Tode feldft be⸗ 


Die Wunden! bie Sie ii) serien | uns 
it find zriche | 


‚Seiner Liebe/ 
Einieder Hat ier fein —— heile 
Der dritte Satz. 
Wir füllen dieſe Weit mit Floge⸗dedern / F 
Kömpt unsein Unglüdor die Thuͤt / 
Ey / ſo versagen wiria ſchie /· 
FWir klagen unſer Leid den andern Srudern / | 
Damitiwir une Schmergen minder, | 
So fließet / O ihr Zahren / Rieß't/ / 
Bar ihr dieses Leid verfüßt/ / 
aß nur die Truͤbniß ſelbſt kan lindern. 


Der dritte Gegenſatz. A: 
So Wollen wir nun diefes Grab she 
Aus deſſen Finſterniß uns Licht ⸗ 
auch mitten in dem Schatten bricht. - 
Sophlaſeloſt wird neue eißpeitlapre 2 % 


— 


* r 
ar - 








Andere Then. 199 
Sie / die aus Grafen Stamm’ entſproſfen 

0 hopem Haufe war ver mahlt —* Menu 

ie nun dag Beffe Theil erwehit / 
und deren Leib allhier ver ſchloſſen. 
Der dritte Nachſatz. 
Wir hoͤrẽ Sie zu uns aus ihrem Grabe ſprecht/ 

Derlaffet dieſe Melt ii u 

ET Die taufend Negeiftetit/ 
Die voll von Laſtern ift von Itrthumb und - 


un: Gebtechen, 
Wohl dem! der Ihr ein Grab Teen Her⸗ 


Re 
Da ſie ſterbe Bi | 
Und verderbe / — 
Der ihrem Schein’und Falſchheit nicht 
——— mehrt traut — 
Der vierte Satz. 


TR > 
Saprt Hin Cprict @ie)ipe nbnöben arg 
RR: DR RA uß | a 
Jamit die Welt die Ihren —5 — — 
undaue ſhwache Seele krandt/ 
Fahr' hin / o Welt / zeig andern deine Spitzem 
Darauff fein Gluͤck den Fur kan gruͤnden / 
Zeig andern nur dein falſches Acht / 
Dein Irrwiſch der betreugt mich nichts 
Ich laſſe Dich nunmehr dah nden 
Dder vierte Gegenſatz. 
Dott leuchtet uns Yerufalem/ die Srhäner x 
Die ſtellt uns Hene Ca auf / | 
— ————7770 





— 


f ı 





200 Teutſcher Gedichte Ben ; 


Rur dahin richtet euren Lauf - 2 
Dar ad des Oit ſun en) nik ra 


Die niemahls keine EHE Fan tafen RAR 
Hier iſt der Frommen Seelen Ziel/ // 
Was irrt uns Welt und Erdebieki. 0) 
Die wirin kurtzem muͤſſen laffen: 

Der vierte Nachſatz 


So gehe denn dahin / mopin Dich Sci. 


men/ ar 
"@Derfelde rufft Sr in 
Seh’ ein zu deiner, Ruh⸗ 
Geh' in die ——— Auß ep 2 


omm 
Wol dem! det diefe Welt ans fi feine Hetten 


| Senn iſt —— — * — 
ieift 
"Det Simmel li a ai! be ei 


m 


Auff die Pe : E | 
Des Wohlgebohrnen Herrn . 


Herrn Elaus von Dual 
Dero zu Schleßwig Holftein Fa % 
den HochFuͤr ſtl. Durchl. FandssKatbs / UND“ 
Amptmaãanns zu Neufter / Sigmar und Pl 
ig Snburg/ Erbherrn in Sigäth, Be | 


Am ae al. 















lan) DEM STIER Bi | 
Anderer Tpeil: zn 


ogeh F von uns hin beleden beine Sterne, 
SH deinem ‚Himmel u/ undficheftung: von - 


ern 
uns / die wir auff dem Piper der Heinen Erden 
n / 
Uns die wir Schatten find. He hier im Staube | 
gehn. 
| Vor ung. it nur der Top, —5 — Fan j ja nich 
e 


erben 
Und kan ſonſt nichts an Dir! ‚alsur dein Pics! 
verderbe "0... 
Dein alles bleibt dir nadh/’dein meifteg her nn 
Wir nehren durch den Ted inunferm Buſem hiey 
Es flieht uns täglich wasyin uns find lauter Leichẽ / 
Was Welt und weltlich iſt muß / wie es kommt / 
erbleichen. 
Es iſt der Tod, an uns / und wir an ihm —— 
Er ae bey ung ein/ er ſtecket in der Haut) , 
Wir effen lauterTodyer wird ung. eingeträndfätr | 
Üü jeden Biffen iſt des Todes Koftgefencket. 
in jeder Stundenſchlag fit, ung ein Grablied 


Lite mein/ / Er lebe vie iM alt ich / ein Thor⸗ 
Denn iſt kein Tod * mehr Kim wir die Erde 


la 
Wenn wir den geib auch, —* die Hochs 
affen/ 
Da fein Leib folgefan, — / bleibt hie / 
Bi) ber Mutter Theil / und dieſeb fordert Siey 
äterliche Theily das uns der Him̃el geben / 
Dasteier feinen ur ſelbſt in ſich das gie | 








FE 


x \ 
; | Hiro wur 


— Teutſcher Gedichte 


Und gehet ——— ter Leben iſt / 
Da Du / o werther Held/ — 
Hier leb'ſtu ſonder 4 8 will man denn 


nen? 
Das gantze Land liebt vichen liche nich Biedend 
Die Erde faffer nicht » Held/deiner Tugend Zier/ 
Sp rg Hertzen find / ſo viel find Graͤber hier / 
Dawirſt du beygeſetzt / in dieſen ſollt du leben / 
Dein —* oilbey — alle Zeiten ſchwe⸗ 


Dauleheſt dort bey GOtt/ du Ibefüben * 
Was und denn’ — ii eil an 


— 











xob und Troft Schrift 
Uber das Abfterben KEN 
Der Bobigebornen Frauen / 


Fr Metten / — en m 


ano ud Nohlgebofenen Her 
Goſche von eg, R. 


Heron in Ölpiß. 


Ders Königl. Maj. an. Dennemarek/; Nor 
gen ic. and. Sather und der Adel. Kloͤſter / 
Uterſen und ne —— 


Als ik. in —— mai 


ö 
z . 
LE 22 


Anderer 2 1 203 

Koum iſt der liebe Day um And Iage: cheache ge ge 

‚Der fonft viel Luft gebieher sh Augen‘ und. den 
re 


Saum hat der milde Nord mit * außgetobt / 
Und Zephyr wiederumb mir HT, ich verlobt, 
Kaum iffdie Jungeguct der Blumẽ auff⸗ ffgegangẽ/ 
Kaum hat der Voͤ gel Chor zu ſingen angefangen, | 
And ung ift alle Luft in lauter Leid verſetzt u. 
Die auch der ſuͤſſe Bick des Lentzens michtergägt, 
Der Himmel gelbft hat: un ben, ſchoͤnen Sarg | 
‚verfteller/ | 

Die Kräut:cluft fung: mit Mermutk angendllet/ 
Der Felder grünes RI ui ‚bunte Bartels 

t 


ach 
Verbleicht / der lange Tag der Fi ung faft zur 
acht 


Die Angen / denen fich der Lenk mit Farben | 
ſchmuͤcket / 
Die werden in der See der Iranen chier er⸗ 


die Ohren / welche ſenſt der ie € Säng gerep 
ae it jeßt nur lauter Klaggef rey/ 
Osier und Preiß des gantzen Cim⸗ 


erlande 
N TRETEN Sicht des Men Melftandeg , / 
Edl De Süchwaldin / ſo — gehſt von hier⸗/ 
innſtmun alle Freud und a⸗ Luſt mit Dies 
Und haſt in deiter Klufft * Die viel tauſend 


en/ 
3a fa bie Tugend AM in —— begr 











zn 
_ 


204 — Teutſcher Serie 


- Und deinem andern Ich die Sede 7 ẽ 
Weil Du / o liebes Hertz / — 


Das Haupt / daß dich / it du Aa deiner Bier r 
oͤnet ; 
Von welchem Du den am wie es von dit ent⸗ 
Das nun berfoheen hat an dugen Licht md 
n/ 


— — Augen ſchleuſt /di nun broche ſo/ 
ie nun mit lauter Nacht ya —— 


Da oänklich nun perlöfcht ” ne ie St ver | 
Darauff die Tugend ſelbſt den 1 Woßımia he | 
erfe 


n/ 
uni me Morgen Blank ließ’ aus dem Sirelgehn } 
ergönne / Seel‘ ge Frau es — meie | 
eimen 


Die mehr son Thränen — vom, Sofa 


Vergoͤñe mir den Kuhım/zufi ingen Deren I oh 
os 1 wei ich dich / der Tugend —— umd 
urden nicht beehr?. Ach laß mic den 


nem Leben 
Den letten Seuffher Zoll Sins bet Bin ' 
Die Fauſt iſt viel zu ſchlecht un reiben deine it | 


Die Unpermögenheit ser fchli et mie die Thuͤt · 
Doch⸗ was ich nicht —* an mit dem 















— 
ur, 


Dec! me 
ME 





‚Anderer Theil." 205 

Mag ausden Augen mir und is dem Herten 
re 

Wer hier den ef nennt. ’ der hat ſchier 


ug geſagt / 
Das iſt das e = dem ein: jeder fragt / 





er hie den Stammre En, der Fennet a on 
| Ein Wofsofmespunnadnt zoe vin | 
Und bloß nur das Geſchlecht fleckt de Geburts⸗ 
—— —— 
eLchter 





ad bilden — den Geiſt der ſchoͤnen A eſichter. 
er kennet nicht allhier den Alefelde Ay | 
Davon die werthe 2 denerfte ehe nam? 
Ben iſt das edle Hauß vor andern nicht bekañt 
oraus ſo mancher Held de Vaterland’ en tſtand / 
Worauff ſich Eimbrienhat mani mahlg get 
Daofftmahls Kon en/ und Fürfie en hat genuͤtzet 
Miteiner tapffern Kauft mit ren Flugen Se 
Wodurch der Adel fi ich recht Adelich erweii 
Aus dieſem Meer’ at fi be Do Strom er⸗ 


Aus dieſem Stamm ift ung er ice Iweis ente | 
Der die enedlen Wald — 7 gezieret hat. 
Man fen bey ihr die erſte Br 


Miterfter Murtermilch/dem Hertzen einge Hoffen. ; 
Hier Da ‚Die Natur — and —— 


ſchl 





— * 








Er — eit Faftben > um rn 4 
Der Tagen. re betagt [ he I: —* % 


Hier ward in dieſer Sur, a Gottecfutcht | 
Die Vriſtwehr aufgebaut t di Welt u übere hi 
winden. | 


gi ier fchlue Sie manchen&turm denGitefeitdabt, | 
ß daß Sie endlich trug * Si darvon ins 


In dem Sie uͤber Tod / Beit 86 und geſch 4 
gefieget/- 

uñ mitten in derGrufft auch het us oden iu: | 

Sie war⸗ weil Tugend Sie recht au die P 


ſtellt 

Indie fer Eiſen⸗ Zeit ein Bild der hnen Od ’ 
Re höher Sie gefest/ je fanffter war iht ZB Weſen/ 
Man koͤñte —— gkeit aus ihren Augen leſen / 
Die Hoͤffligkeit die blickt’ auß ihrer Stirn herwen 
Die Äemen hanten hier ein unverſtopftes 
Und ungeſchloßne Hand, Sie ga von ihrem © De 


en, 
So wuſte Sie ihr Gold auff ucherhing Me u } 
Viel him̃liſcher geſinwt / ais wie manje und irrt/ 
an ſchier ber Ehrifienglanb‘ ER ni | 


Da leider alle Wel nach CoD und Silber — 
Und feinen andern Gott / alsihren Ban 
Es war ihr frommes Herg auffdiefen 


ſtellt / 


Sie geſammlethati in einer ai al Welt. 
ae & 






H# 





9 


. Anderer heil * ER 


| Si Benmeman rote wohl ———— 


Fan ale etreue K dienen/ 
SEN a Sea zu —— VEN Ru; 





s Brod / dae uihm richſt / wird Die zum 
immelbrodt/ 
Der Want / den Du ihm zn } iO Sea) 
erden. © & 


Wae war für Anmur het ni unGeberd 

Was er Bari bien ter; je 
as / wohl ——————— ele felbftgebehr,; 
u Eifer ohne Gifft / Gleichwe ein leiſer Regen 

Das lächgend Erdreich Iabt keinen von D alte 


Öleichtoie ein fanffter Dad, 3, Burbraufhe das 
ra 
ind theilt den Wieſen mit — angenehmes Nah. 
So * Sie i Immer zu in Zucht und helden 
itten TG 
sing auf der Tugend Mad mit tngemeinen 
i 


Aber Sie viel Seelen ihr gewann, 
ihrer T ugend Strahl sie! Hertzen fſam t&an.“ * 
eig euer iſt / das in den Adern ſpiele/ 
nd uͤberirrd ſche Krafft —— man im er hen 
uͤhlet / 


ie Wennſ— je an der Stirn’ ung Horgebilbetfte 

e unfer AugenzLiecht tieffin das Hertze wi 

— Geiſter kan ui unter fich verbinden, 
We —— Me 


a? 





z 
J 
emn * — 
6 J 
“7 
e 


. - 
* 





3 


- * v ci y en s — .. 


zo8 zentiße Seife _ s | 


a nam Dezten BI 
or dieſer mar ihm nur in ſeine J 
Uñ Beeder Tugend wsard in’Bernen ſo Kai 

Daß, auch nichteine hier an ihrer: | 
Sau’ daß fich je ein Paar / alſo 
Wie er des Landes war / mie 


Mit welcher er ſein Herh und. ale Sorgen it | 
Die ihm Durch lauter Troſt die ee 


Auff dieſer lieben Broſt katteine Bruftgesih u 
— er er —— die keuſche Liebes ‚Sur 
i,nun Dusch Ihren Tod Yin gangtich iR en 


Zeil fie in einer Gr T mit hr in eingehäl hält, k 














ie jet in — 


1) 
* 





Wie hat Sie Ihn ge rt / die Kurden Zeit 
añ von —* hem Geiſt uñ aller Tre 
Wie hat Sie i nigeliebt / nn. Fuͤrſt und US 
Und dein das gantze Land den ech er Set 
Hier war ein Sinn ein zit — won, 
Die wahre Siebeleicht in einen of 


hr mar. gar Furke zeit u heben geben! 
Sa bloß das vierdte Theil von ihr u ende ler 






Hier wardas zehnde Jahr zum iefe auffgelten® 
Fach viermahl schen zog Si muß | 8 der wigen 


n jenem Canaan ein Hochzeit⸗e Feß han), 
das air Lamm den B id 
verwalten. a 





Andeter Then. 109 
— pi * ihm ne —* Den Tagl : 


fi ebes-fiechtanbracyy / 
| Daran har fi er gu ” ut; Merck J——— 


Sie hat die Eitelkeit un Diefee vernichtet / 
—— —— — Enid ein 
aub 


| Käufe rafe ſchwitzet / rennt / ja gar zu Felde 
r 





Da alle Herrligkeit nichts als ein Raub der Zeite. . 
Darumb wir ſelbſt mit uns und uuetan ahne 


Laß Alerandern nur die Rd {uen eſeyn / — 
Ein Grab / zwey Ellen mg / Ken nen Hoch⸗ 


Kannur Diogenes im Zaffe ficher wohnen, / 
Erläftden König feyn mit — 
Und was macht nicht ea * an dem Himel | 


Das nach der Shi keit fi fehner und verlangt ? 
Es lacht der —— die wie ein Blitz ent- 


| Der zwar ſehr bee iind er koͤmpi/ 


verge 
Was iſt das Leben denn / das man Fenbſ ſucht? 
Das durch der Sterne Lauff / u ung det * 


| 33 YugenblicPung — —* ſtirbet / 
008 ung in lauter Pein elendigůch Be, 
Was iſt der Menfh? ein Seas Ohen ſch oͤpf⸗ 


| Mob diefen holet er dur See an iR i 








En 


210 Teutſcher Gedichte 


— — —— ———— 
Das von Beſchwerligkeit des matt? Lebens nu tl 
Er ißt ſein Brod mit Sch Schweiß und Im. 
eingeteiget / ie RR 
Er (äuffer über dand / er Sat über Mer‘ 
Kreutzt das Gehirne durch offt in die ang am 


Verſharrt in feinen Shan di Bl u 
Und trägt fh 7 da er Air uf ee Todten⸗ 
e 


Woerd nſetzt / da mißer ihm — 
Be Saas Di Du | 


| rungg | 
Er ſchwimet allezeit auff Bellen —B— 
Macht Schiffbruch nöfferofft * —5 R 


Er / als die kleine Welt ar miitbet or ei 
Doch einen ſolchen tg / — ung! leich iſt und 


Es iſt ihm ſein Geſi or ein Sp —— aller zit 

Es ſtuͤrmt und — bey In an alleri Seite. 

Bald ſcheint ein fanffter 9 bald wieder an 
r 


pri * 
Dee / wenn die Sonne lacht Da feinen 
nen will u 12 — 

Was fieiget ihm nicht auf AMerrer imGGeh | 
Bald brennt der Hundeſtern an * en 
| tirne en 
Bald fieigt ein‘ ereiipihmundenC zedancke alt 
Dann —— ug und en 2 












> Ynderet Theil ar | 
Des Mundes / der niit * —* EI? weiß 


eben, 
Dies hier unſer Were) Sie Midas ſchoͤne Lebẽ/ 
Das iſt die Freud’ und Luft die hier zu hoffen iſt. 
D lafle nur die Welt / der Du ein Pilgrim biffr 
Drumb ließ die Seelige die Welt aus ihre Siñen / 
Die keine Schoͤnheit hat von auſſen und von inen 
— hoch war jung / un Feine Runtzeln zog / 
Den falſchen Huren gleich / die Buhler o tbetrog. 
Aber m te iſt verlebt/ und Todten zu ver rgleichen / 
er wollte doch wohl nicht — —— 


Drumb gieng Sie auch von % er * einigen. 


Be 
Rar/ das Sie ihren Mañ / den — laſſen muß. 
ae tar. das eine nur / daß ihrer Seele fihmerktey 
a Se! den Verluſt erdultet / die Beheroaͤte ⸗ 
Wa ſie nach kurtzer Zeit Ihn würde wieder fehn, 
Sie ließ. manch fü es Pe au ihren Lippen 


| b 
Switch 


T 

ie A die Augen zu und hieß die Seele 'gehn 
hn in jener IBeltiwagfein Aug’ hat geſehn. 
a ehet * nach / Er ſtehet hier und weinet/ 
— —5 — nicht bep he ee fheinerg 
Weil feine Sonne nun mit Ya cht iſt a * n. 
Deriob Er mehilfft/ mfelbftnicht helffen kan 
Wir * au Ihr rab Br k Worte grae 


aus \ 82. ben⸗ * Die 





nn . 


U A 

















a Teutſcher Gedichte 
Die Die Wopigebopene Frau von hohem Geiſt 
und Gaben / 


Die Edle Buchwaldin A unter Dielen 


2 un en 
3 Die ja ſo wohi gelebt / als Sie wahr 


Hat nun nachdem Sie —2 DZ 
| Und auf die Ss en war be⸗ 
Der Wehietorinen Dur ... dieſcs —2 
nn 





"VL 
wohio erdiente a 
Des Weiland Wohlgebohenen Herrn 


ern) / 
Herrn Caſpar von B wald 
Ritters / 


Koͤnig — des IV. er 
Qinacdendens / und dero anete a ante 
mard, Norwegen Regierenden LK nit: Din u 
jeftat zuoplverdienten Land + Ratye / UN 
Uimptmanns at egeberg / aufi P Pe | 
‚Helmenftori Erb ⸗Herr /// 

Als deſſen entfeelter Coͤrper ee 
Anno16659, mit HZshAdelich en De 
— in Ziel eingeſencket worden. 2106 


















Anderer Theil. 
Aus dem Leich en Terte / 


', Philipp. 3. Verf, 13. 

Ch vergeffe/ ag dabinden iſt / * 

recke mich zu dem / was daroben 
fly und jage nach dem fuͤrgeſteckten 
—* nach dem y: node / weiches für: 
haͤlt die ae eruffung GOttes 
—— Held) den gebens-gauff vell 
uͤhret / 

Und nimmſt das Kleinod hin, den Kal der Die 

gebuͤ 

Den die der Him̃el giebt und Du Dir er jagt / 
Vach dem Du Dich der Zeit und Eitelkeit entfagt. 
Dies alles haſtu nun/ wi⸗ einenTraum/vergeffen, 
hr Die Herrligkeitder Welt / und RR, hier. bes 
‚Die Herrligkeit / die offt ui — Knechte 
Die aber ihre Di jur di heit / ur racht / 
Und Boßheit hat gedient. Dies legſtu Bet. 
Giebſt ver Vergaͤngligkeit er —— der Zeiten 
Und gehft auff gleicher. Ban! e oimmels oe 
Veriauſchen Leid mit Luft y die Smierrace mit 


der. Ru 
Und aim Ewiglei —— ae bfeibtdahinde, 


213 






W 





RX 


Dafornen if dein <eoft * Ss 


Teutſcher Gedichte 

Was Wal und: Weltlich oh * feinen w 
ni 

Das Leben bleibt bey Dir. | Bis formen 2 


Nachdem haſtu heſteebt, | 8 — dein eige fen 
TRIER ift. Das Licht / der Auftgang‘ A 


Der au mit voller rad Dir Die. leuchtet a 
Naͤhe/ 
Was Dir bahinden bleibt ua mt 














Dafernäit die Stadt! Ks ve ’ pichftem net 

Alnd.dafen Buͤr —— —— helohnet / 

Dohinden aber iſt das "Babel DI ie. 

—— —53 — TU 

Ar 5 — te ne H De 52 9 
mo Das Gottes⸗Lam ſich; 

Dahinden ſt nur Staub heben vorn 


— iſt dein ADS / —— iſt dein ) 
ch jenem haſtu ſtets im geben hie getra 
Dis ardein hoher Geiſt und chen a 
achte 
Sein hoher Geiſt / der Dir gieng 9 ne 
Der fich durch heil ge Blut getrieben / hube 
Mar konne Dich mit recht Rt Kanohi; 


D hi g iſten —9— 
en man wo nennen was er 
Fe 






u. Denn 
— J 


—* 
ir 





EEE | 
Undeter zei.” 315 


Denndiefer hatte fon’ umd hinten einGsefichey 
—— er 5 Angeficht/ 
Das jung und wohlgeftaͤllt nach * was kuͤnff⸗ 
RE Be tig / ſa I: Jr N 
Das and’re fahenur von hinten was gefchaher / 
Das alt und ungeſtalt vbebgangne Zeit bereun 
Und jederzeit betruͤbt / wie jenes ſtets erfreu't. 
So konte man an Die das zwiefach Antfig keñem⸗ 
Das fordre wolle wir den neuen Menfehen neñen / 
Der ſtets durch ſich verjungt das / was daforuen 
——— 1% ech Zeit unwan⸗ 
——— ——ba,, 
Durch wahre Srömigfeitrihm pflegte ee 
n Wiederwertigkeit / in truͤben Unglucks Faͤue/ 
nd legte hinter ſich Den alten Menſchen ab/ 

Den nun der eh an Diefes finftre 


a Bi Sraby 
As deineneignen Tod. Dev iſt Dir nun geſtorbe / 
Von dem das Leben Du gur Beute haft erworben. 
Borvon Dir jetzo nicht dag Angedencken bieibt / 
Der dich nie hat entſeelt / Zu aber nn entleiht. 
Was hier dahindenift/ das bleibt Dir wehl ver⸗ 


F 


a fen 
Beil über alle Welt beinhoher Geiſt geſeſſen / 
Dahin die Schmeicheley der Siñen nim̃er reicht⸗ 
——— t in die Gedancke ſchleicht⸗ 
Die fi 


= 


mit falſeher Dunft A * leeren Bildern 
SA Senf Pin. > 10 ® 
Kieinen Vorwurff nur der faiſchen Guͤte weile? 





aß von dem Lethen⸗ð 
Dort fi ehftu un Did her /die — 


— Die Klagen die wir hier bey deiner Lei 
Die Seuffter koͤnnen nicht | je — 


— Woſelbſt das immeis— „Heer een rem D0 


——— Da lauter Friede wohnt. De * 
Der Tugend Ruhm BEN M ı feiner Zeit ver 
eſſen 


9 
Der Koͤnig liebte Diehreslobte Dich das. gandı 
: Beil allen deine Treu’ und —* eit bekam, — 


E 


2* 7 


i Dem wird es  umbaenandtmachalferZeiten | 


Ele ic Geiſt in ſich ni Kim 
Die Hinderniſſe Sein ih nun allefampt bahiı | 


“ mpff 0 
Nun gänklich ab than, durch Die ae 
Die uns der Eitel unſer ſelbſt befrey. 


Aus deinem Sinne Dir die ierd’fchen 2 a 


a , Teutfeper Ge Gedichte | 
Dem Dembläh e der. tolle der wie Kopf — Boffariz⸗Wrhe 





Der taft ihm den Bet ass einen A bii | 
nden/ / 


: Beil et die Augen: nr ei * Quael an | 


wend 
Der zůnde Hertz und Blut das Eifer-Beueran 


Die vor dem eelen⸗Licht / ats 


7 t. 1 


ßdie — Dichter | 


Spring 
Die Dir dein gethe if/die/wenn fi of e bene 


Da alles.angerham mit Lu —* ee 
er 5 DIR 





a: * 


Andere Xheikin — 217 
Die auch nun ferner ir ne in —— Nahmen | 
Die Fuge Redligkei kan Br vollenzie e 
Bi De allein den Preis / die machet elle 4 


Die ſchlichtet alles bald Diemweil fie felber ſchl 
Die wohnte Dir auch Der die Dir — ge⸗ 


nuͤtzet / 
Als denen / welchen fi fieverfchmi te gift befchmiker, 
Auf gleicher * hat man Dich jederzeit gefeh’n/ 
Ber andern vorgehn fol muß niemand hinter⸗ 


| geh'n. 
Du tiefe Dich niemahls dur falfpen Schein 
verleite 
Man ſahe noch an Die ein Bild har alten Zeiten, 
Da Klugheit Klugheit war/ ae man jetzund 


$ Die unter einer oſt den Fer. Angel weiſt / 
Die/ ob ſie ee fcheint/dennoch nur pflegt zu 


Shmmeunie 

achet fi — op dem ſchwar⸗ 
% Die Schmeichter. hohen "die —— Roſen 
Und doch nur in der Tharı mit een Stacheln 
ie Dir warein ort ein Der in acht das nicht 


| Dur falſcher Wore 339 "Mer ind 
| Kir ‚Zungen droͤſcht / 








er 





Eh 


2 
- s = 
= 
? i 
a z 
TE u. / 








28 Teutſcher Se Set | 
Waleeren Rauch —— er sei dem Peer 
| Krumm/ chetchetd fhlhpe iger pipe 
Als wie den Teuffel ſebſt — "und Ar 
Derhieß ein redlich Hert Sonſt will faſt nie⸗ 
Seſchanheffi iſt die a Nenn 


t leiden. 
Ein jeder i hemuͤht —* fi: 
Da finder fich /der ihr wirfft e teinen Suche (90 an / 
Fer ſiehet / wie erfiemit Larven decken fan) / 
‚Der fü tihr das ———— u ver⸗ 
—5 | 
Der fekergar daben die Kappe mit den Schellen/ 
Einand'rer ſchwaͤrtzet fie mit feiner Dinte abl, 
Dergiebt den Kirtelihr famt einem Bertelftab‘ 
Offt muß fe ſich zum — ——— in Pe 
llen / 
Wind ale zur aue ſich bequemen allerwillen / 
Fin and rer Kai erden langen Mantel pr 


Dem heine fie glei und recht / dem hi 
und krumb. 


Du / wie du immer ragt eg, Suucpid 
Zetümmenteft Dichnicht/ — and're moͤchten 
Die Watheit bie Bee im — Herten 
Die 





j 








A Linderet Theil. £ ars 67 2 


| AI TIER ern 
Die fetter dich oHeld / recht als ein Beyſpiel dar. 
— — in / laͤſt falſchen S ein dahindẽ / 
Die wah re aheheit dort in jenet Welt zu finde/ 
Die * und rein jn weiſſen Kleidern eher 
Und mit — dir nun entgegen geht. 
Das Kleinod giebt Bee Su Der Sau voll. 


‚Den unverwelckten Kran len, Dir als Kits 
| +, ter / z3 sie eret. 
Well hier @ Schild 1 Fahnen, — Sie⸗ 
ſchen / ftch’n / 
‚Son deines Si — arm bp Be auch nicht 





re: "vH. F 
— Mt, 
2 den toͤdlichen Hintritt 
em Wohlgebohrnen Frauen / 


| Sraucn Metta —* 
gehobenen Schftettin/ 


enland wohlwuͤrd 
Du ——— Herrn / Da. 
Heer Daniel Rantzowens/ 


Verbittern des Hoch Adelichen Kloſters Ite⸗ 
hoe / Erbherren auff Treyburg. —— 


Dinterbliebener Fraw Wittiben / 





15% 
— aD 9138 


rn 


* 
— 


J 
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du“ 
ee. 


FE 


un 
mn 
D 
J 
[ 
wi 


220 Teutſcher Gedichte 


_ Als deren entfeelter Cörper den 6. Juli 
im Jahre 1670. mit Hoch-Adelichen Gebtau⸗ 
x. ent allhier in Kiel eingefendet worden! / 


— Hauſes eiöhtlDabon jenen? 


Wo Tugend fteyben Fan. Sie / 1 


.. Der warẽ Gottesfurcht / Die man an ihr ge vet | 
Die Ihr das Herhe fters mit reinerbʒl 


— 


Aus dem Leichen ⸗ Texte / 


* Pſolm 73» v. 28. 


Aber das iſt meine Freude / daß chwich 
Nu Gott halte/und meine Zuverſcht 


ſetze auff den HErrn HEren / dahich 
verkuͤndige allein dein Thun. 
Gicht mir Cypreſſen her / ihr matten ieriñen / 
N /vor den Kaſtal⸗Fluß / —— | 
n 


Rennen 
Steckt / vor den LorbepsKcangımir Trauer Dr 


| ten auff. | 
an fingefauter Leid / da nun Den Lebens⸗La 
ie werthe Ranzowin / der Frauen Nuyn 
| | vollendet? one 
Der Preiß des Adel-Stand’s den nie fein Tank 
| {cha det / 





Die Zierbe des Geſchlechts / davon ſie mad 
Wir trage — Tugem elbft zu 






——— Sur / das fie beſeſſen 
rdicht / mwr Sohn / ihr Kurt war glei 
— — aat ar 


uf / 
Dasihren zarten Geift / der ohne lecken a | 


? 





— . ae... 
Hi Anderer Theil. ke, 221 
Ohn’ allen Kaud und Wind, rein / lduteryhelß : 
ar — u ar / 
Dem Him̃el zugefuͤhrt. Sie hat an Gott gehalten) 
Den A San allein in ihrer! ele walten," , 
Sie raͤumte nie der Welt dies ſchoͤne Wohnkauß 
17 
Sort felbftimicht die Yaturmuf ihre Regel ſeyn. 
nf das Wort Mann wirſtu Unaͤrt 
Br | er sc Äd 
Man muß /weil ſie verkehrt / fie endlich uͤberwindẽ 
Durch Kae fie Geiſt der nicht dem irrd ſchen 


| | a Din ? 

und eignem Willen folgt/nid * der Welt geht 
Wie die getrieben wird nach dem gemeinen 
Nicht ange amblinden Glück” /und ander Par- ⸗ 


c 
Erfolge nur dem allein/der alle treibt und regt / 
Der — eb Be will it. 





die er wil/ bewegt | 
Gleichwie der edle Stein ber nach bein Porden 


fr —— et) ER \ 
Der mitdem harten Stahl in naher Sipſchafft 


| | | 7 
Daſſelbe zu fich reißt und gleichfam lieblich kuͤſt / 
Sk: ———— es u” 
/alsein Orpheus Fan ein SelfennDert bewegẽ / 
Er legt ſich allen bey ıdiefichnicht wiebdetlegen 
‚Er zieht / wir folgen i n gyañ nur nicht unfre daſt 
Uns ati t. — 
„Und in Gedancken hegt / ein Anhang feiner Ben 





EEE u - 5 
\ 7 > 2 * ze. 27 


MU renutſcher Gedichte 
Wird Birvauf d dem Erdenwurm 6 "anne noch Fein Abt r 


Ein and rer haͤnget nur dem — Klumpen a 
Der wie er felbft ſchwer iſt / zur Höllen zieh Fan! 
Daraus er erſt entſtand / * ———— 


lang 
Ein and rer wiederumb * ſich ſebſtbe : 


ERTT ip? * fer 3 


Sein Sender und (indie ® * * ib hu fe 
Und ſtrafft ſich mit fi ch ibn manner At i 


Und gehet nur nach Suft ‚neh nich u ii 
Dieer/ wie Cacias Die Wolcken / an ſi if ch —2 
Der fan nicht / wie er teihfder will nicht / wie ak | 
So flebat ihm das Pech der Se an. 


Die Seuche friſſet hn /die klebend iſt und machet / 
Dierveil fein eigner Trieb zu 1 fänen Son 


dich Dir ſelb m anf i 
Salat ö Spaß * — u | 
a MN a eg 

Willen / 


Halt an — 2 | 
Halteinmiit alle dem / ws dich m 
akt an/und folge nur dem — 
Dem der dich rufft un dt. Boa ihn in * | 
_ Mehh be — | 


— * * * F 
Br. 












| Anderer Theil. 223 


EEE — 
Er theilet feine Krafft den ſchwachen Seelen miry 
Er leitet unfern Buß / daß ihn Fein falfeher Teite 
 Entfeße — im Kreiſe/ 
Beſtreichen dieſe Weit durch man e weite Reiſe / 
Wir meſſen fiegarofftmitden Gedancken abh 
Der Miitel⸗punct darvon 5 ein ſchwartzes 
u: cas co a ——— 


T RL Er I 
Daunfre Leiber zuh'n. Die Seele wird geführern 
Wo feine Qual und Pein erd ſche uß ſich 
Inne xruuhret / BAR 
Da fie vereinigt wird dem Cini en/derfie ., 
Sur ſteten Einigfeit/ aus dieſer wietracht hie / 
Zu ſich gezogen hat. Hier ſt dein geflecker : 
Öiwerthe Rantzowin. Dein Geift / der fichgen 


[IN | 0 EHRE NER 43 
Nachdem / was deeben war der hat ihn auch era 
2 yigg 
Der fchöne Geiſt / der nun auch keinẽ Engel weicht⸗ 
ri be noch fich ftetsan Gott gehalten; 
Der von der Melt fich nie in Theile laffen ſp ten. 
Das gange Herh war hier dern Him̃el eingefencktr 
Mach dem eg jederzeit mie veudenfichgelendft. 
a nun er ‚dein Alles da zu Andeny 
Und laffeft diefe elt/ und deinen Leib ı inden: 
Sr ung iſt nur dein Tod/ dein Leben bleibet dir; 
Nur unfer iſt das deyd die Thraͤnen / welche wir 
Bey deiner Todten- Bar’ ‚und deinem Grabe 
a —gieſſen. — 
ich deucht ich ſehe hier der Kinder Zaͤhre flieſſen / 
Die /faft den —— gleich / bey deiner —— 
Ih hoͤt Beh und Ach ich hörs Oruffkergehny 4 


J 
\ 








nn 


234 Zeifäherebiä he 
Wir alle traliven mie. Wo finddie fan nit) 
— 








Die feine Welt gehegt das Ziel nie 

Die Guͤtigkeit die wird in dieſe Gru a J 
Zas milde / fromme. ertz das lieget hier are | 
Der Armen offnes T ZThor [die fiefo offt ve 
Die Demuth ſelber wird zu Beden hier g 
Die zwar die Hoheit hat / bes — —— eh) nicht 


So / daß die Hoheit ſich durch ſi — 
Die Augen liegen et In —— Ko 


Die Augen dien heö ga — 

Die Augen w ) da fie verſchl of 
Was * Aug’je g gefehn / in vollein Glantze ſt 
Der eMund / der nie mit Be geure, 
Der Lieb⸗ und Friedreich — der 

erſperret / 
Der ſo viel Seufftzer hatbem: mmei zugefehiit/ 
Der lieger leider hier in diefen Staub gedluln 
Die Hande 7 derer offt die Yemen hier / 
Die fiegen nun althier gebunden und 
8 —* re er je tn Ei | 
ie Seele geht: ee ne | 
Nicht — * | noch Tod beruͤ id OR 


Ihr Herb / mit dem fe ig om 7. 


Das von der Seite Ihr ſo a — nat, 
Darauff Sie ie ð oͤng 


OSeelge gehe hin. 2 en unte 
Sans eh feinen 


kunwe. 









mE * 


0 


Mu 





— 
— 
.. 
An 
“ 


IH 
4 






Dein Ruhm wird ewig fein * Hollſtein ſo er⸗ 


Daß er nie ſterben wird der. dich ſelbſt uͤberlebt/ 
Und deine Tugend blüht allhier In deinen Kindern / 
Dies kan das ſchwere Leid etwas noch vermin⸗ 
—— | ern. 

diefen Ehen wir dein Ebenbild alhier _ 
‚Die Eluge Srömmigkeit/ und aller Zierde Zierz. 
Zucht / Schönheit und was fonft an Menſchen 
3 | | wird gepriefen? 





Diesalles wird uns als m Spiegelno gewieſe 


Dein werther Tochtermann * nieder Much 
| — gebrach / — 
Schickt deiner Leiche noch viel Trauer⸗ Thränen 
MY — na Y/ — * — 
Und ſeuchtet dieſen Staud den dieſer Marmor 


ee / EN 
Er twird faftfelbft mie die in diefe@rufft verſtecket. 
Kommt / Eharitinnen kommt / und bauethier ein 
— — Haus / | R Dan kr 
Komm Flora / ſtreue hier von Deinen Guͤtern aus / 
deinen Zephyr hie mit deinen Kindern ſchertzẽ/ 
Es bluͤhe umb dies Grab der ewig gruͤne Merßẽ. 
Ab Nymphen ſtreuet aus was ung hat zugeſandt 
e Inden reiches Volck umd der Moltıcken 


Loft allen Balſam hier mit , anden Strömen 
N en © 2% ; 
daſt tauſend Blumen hier dies werrhe Pfand be⸗ 
Bere | Kein 


—* 


RR . I 2E 


. ! 
ö — 
= 








26 _  Teukidher Oh Bett. 
Kein Balfam fa viche fo Rhänrale ihres Nrahınenda | 

uhm 
Und aller lm, gier 8 * Pal J 


* —— 





u es . — 


och ‚pdliche be 
Der Wohlgebohrnen Frauen / 


Frauen Ida Rumoren / 


Gebohrnen Brockdorffil, 
Frauen in Roͤſt und Hobenlikd- 
Ei: AndieSedlig-Derfiorbent. 
no ift dein ſchoͤner Schein finſtern Well 


O Wohlgebohrne gra d Prem Eh 


d 
Se ea 


In welchem — abieraune — 
um ihn mit feiner Krafft u 


Bis daß er ihn entriß aus Din u 
Aus einem Fleinen Nun hin in eine * —J— 
ẽs iſt vergang ne veit / in welcher En 
Die ſich ihr felber pflegt zu ſtetem Rau 
DIDI, | 
a EIECHEN 


NEN} 


an Va on 





Anderer Teil, 2 





Vas gegenmoärrigift/iftnnn ein Augenblick, 

den DIE In Jedem Se auch legen ſelbſt zutüch. 
Diver Vergängligfeit in der wir ſtets wergehe) 
Weil dies unddas gefchieht 7 d iſts mit uns ge⸗ 


‚Diekurke Zeit wird und Yon Glied zu Glied zer⸗ 


| N SCAN NE 
And hängt ung Wunden an * keine Zeit nicht 
| eilt; 


Cin jedesdas nun iftyiftRhonim Naon geweſen 
Daraus wir allejeit ein Bid deg Todes lefen/ 


Und daß jedtvede 


So Daß das Wefen nur elbſt durch verwefen; I: 
Set immer felber Ri, | 
ein 


Wer hier ein Weſen ſuch / der wud den 
Be 2... ‚befammen/ | 
Nur einen Schein, derbioß vom Schatten iſt 
ie 
Der wie ein Zufall bloß die Selbſtheit ſelbſt vet⸗ 
Und wie zufaͤlig er / ſoauch hinfällig — 
ns Hagen * denn viel ohne ſoll das herbe 


*R uren vr 
Mas dauert ung der Tod der Dinge) die nicht 


RR dauren a2 
Was ſchreyet man fobielhinindieraube Lufft? 


Mas hiernicht leben kan / gehoͤret indie Grufft. 
Wir ſcharren deinen Leib war hier in diefe Hoie / 


D Wohlgebobrne Frau/ allein die roertheßeeler, 


In der dein GOTT geherufchts gehoser in fein 


u 


Woſelbſt ſe ewigiſt/ don Fl Engel 8 








nn 


228 Teutſchel Gedichte 

LEEREN. — — — 

Doch wird bein Ruhm ben Ein bepung BR nimmer un⸗ 

tergehen | 

Du wirſt bey uns gehört je a, dich geich 

Doch fiehet man dich auch in deiner Rinder Sahlı 

der Du kn febft/ und nieder altemahl 

indes. Kindern wirſt von neue ombgebohren / 

dl daß durch deinen Todi Dir nichts wird ver⸗ 
en. 

Du haft / der Sonne glei Hana Jehrecluig 


Den die ET — | 
Du geheit ‚nun dahin zu den zwoͤ 
Hie woͤchſt dein groſſer em in am if chi⸗ 
Ei. nen Reife | 
Wecil der gezwoͤlffte Kreis des — 

ehn I 


n 
Wird dein gan Kreis hier nu 





5 x. 
LCob⸗ Sr 


Den Weyland‘ gpobigebobenen Herrn, 


Harn Klaus vor Alefeld 


Auff Selting/ Frieſenhagen und Prie 
| * ERBEN. a 






4 5% 
Ws 





* 


—* Anderer Th. 25 
Dero zu Schleßwig ⸗ Holſtein Regler en⸗ 
‚Den Hohgürftl. Durchl Herkog Friedrichs 
Olorwuͤrdigen Andendens vormabi⸗ eweſe⸗ 
nen Hauptmanns / nachgehends J. Könial, 
Mai. Friederich des IH: Slorwuͤrdigſten An⸗ 
denckens / geweſenen DOberfi£eufenante 
| u Roß/ — 
Als deſſen entſeelter Coͤrper den 14. Majir 
; Anno 1674. mit HochAdelichen Gebräus 
chen in Riel beygefezzet ward, 
Sehe bier zu Grabe tragen Ka 
Emmen Held von Kunftund Muth’ 
Qlletommet/aubellagen ' 
Dieſes hohe Ritter Butı wer co: 
Wer kan nun den Tod befiegn/ > 
Wann die Sieger ſelbſt erliegen? 
Alefeld / du Zier der Helden / 
Die dies hohe Haus erzeugt / ! 9 
Deſſen Ruhm auch Frembde melden / 
Und die Nachwelt nicht verſchweig/ 
Das bey uns / durch alle Zeiten, RE) 
. Dat aeblüh'tvon tapffern Leuten: 
Deiner Bäter groffe Xhateny : 
Fuͤrſten Königen bekanntı / 
Zheils im Fechten: theils im Rathen / 
Wafßneten Dir Muth und Handy /· 
Dieſe haſtu können fühlen : NA FIRE 
Dit in Blut'und Adern ſpielen. 
Dieſer ſchoͤne Tugend ⸗/Saame 
Wuchs beyzeiten auf in Dies 
J Wie 


J 
Fe, ; 
4 J 








Wie &r von den Eiterntahnier 
is er Kine ganke Zier 
| Dr meinem eandes Beftent 
tete in Früchtund Wſten. 
| Geutiäfeünintnämpfen, 
Sweinund Flamme. bricht hervor / 
unge Loͤwen wollen kaͤmpffen/ 
as nicht irrdiſch ſteigt empor / 
Go hat man. ben dir geſchen 
Seipftder Tugend Dicht E aufgeht; 


Bücher iS ptahen! — —J in 


> — 
—— 


Waxen — — 
Eib beftbttmen eind” — — 
ar ſchon damah ie Demut“ N "2 


a * u ſteige/ / 
Weiches Soor und —— ja 


Hoͤflig feitund mne Einnenk = —— 
Ein bepenntet. tapfter MUFD Ei 9 
AiBasconamfen Wasnan nn —— 
Zins pallfommenmasht und autg Re N 
—— ae Hu Beliehet/ EL J 
iefee: daſtu ſicts geuͤbet F 


ñ— 0 
Kaffe feiner anne Scheint Fat 
Keine Mıegekt keine: Be Fa J * 
Halten feine — FR 1 


Wunſchet/ koͤnnt es nur J— | 
near ats Qaeltau het, — — 








—— Andere Theil. a⸗ 
Teutſchland war dir viel zu euge 
Bu — EN Led 
iner groſſen Gaben Meng A 
Will die Melt zum Eiaenipumbr k 


Umb zu ſehen / und au hörent - 
: Was uns and’re Bölder lehren. 


Doch baft Duben deinen Kein 
Niemahls Dich entfernt don Dirr - 
Auch dein Hertz umb - —— 
tin Dir / bep frembder Zien.. " 
tembden Hekren Zungen’ Dbrent 
Nie rin Buͤrger⸗Recht releßten. a 


„ERIhHrRFEDugudEn Ben 


— san zu eh 

(IE Bun Aigen es gebuͤ be) 
Daterland und Recht zu ſchůtzen / 
en flets zu nüren. 

So wuchs dir dein ud ur Sander 
Und zu Hauſfe Glůck und Heyl 
Da Dir zum gewiſſen Dane | 
Ward dein ander ae zu theilr 
| 2m Quumb den Stamm gefeben 
o viel ſchoͤne Sproſſen fliehen. 

Huld / und Eanfitmuth/ ſwone Sitten / 
Und was ſonſt von aller Zier 
Manvom Himmelkan — 
Has * eich ala erblich hier / 
jeſez wir fih nicht vermindern? 
auch In vierkis Re RER, 

















a Tuingergie _ 


Hier kahm Gluͤck von Söpnen Tochtern⸗ 
Sie haft Du an die vermaͤhl nd 
Reiche Fürsten ſelbſt / zu Wächter / Uhr 
E gemeines Heyl / erwehlt 

enes Stern war auch aſchienen / 
| Und Du ſah ſt ein Glied ihm — 


Aber ach / es iſt geſchehen / er I 
Hier ieat nun. der werthe Dam! eu | 
Wenn wir meinen / wohl au Mn 
Streifit der Tod uns Fiflig. an: =: 
und fo hat erdielen Keommen 7 
Mittenaus dem — J Re m. 
Trauret nicht / betrübte Sehe ” 
Eteltt Euch Gottes Willen gleihl 
Bringet Zuchlein Abichied Son a Bi 
Hendt, Er laffe ſich in &EubV:: —— 
Faſſe Gluͤck und Heil dabinden / iR 
Werd Ber reioil 0 Sger inc _ — 










en der —— einge ni 
Des Weyland — ren 


Bart ren —7— | 
Dero zu Schiebnig HE Regiereh 
den Hochfuͤrſtl. Qurchl weyland HOW» 





trauten kunde rund. ampii | id 
gif ßmar / | gb 








"Anderer ee Thenl 23 
IAMm̃n⸗ auff —— Bande und. 


Auf dem Zewen / Terte / 


Rede des Seligverflorbn: de 


| Kant her / ihr Suteen “ bösen 
28Zu ſehen / was ich war und bi | 
Ich will Euch neue Weißheit ehren. 
"Der Todift Leben und Gewinns 
Släubtnicht / ihr Lieben: daß ich aa 
Ich bin ſelbſt meinsLebens Erbe. 


Mein Sterbenift mir ohne fterben / 5 
Sch tödte felber meinen Todt/ | | 
Vichts kan ad Is mein. —5 — et 

Sept fieg’ichüber Dein und R 
Es — — in dieſem iR 
Mein eigner Kaäuber mir zum — ar 


Ihr ſehet mich im Örabe legen / J 
Ach nein tesiffder Mutter. Schoobhß 
Ich liege hier in meiner Wiegen / % * 

Und werde hier von neuem groß / 
Ich wachſe hier zum neuen Beben 
Dasmit mein Feind hat ſelbſt — 


Ich laſſe mich nach mir veee 

Und mein Berluffift mein Gewinn, 

Ich kan mich im verlichtenfinden / ar 
Bin mehr/ als ich geweſen bin/ Eis 
Was ich nicht war / bin ich —S 
RR in der —— Hrden. * 





U 
| 


274. Teitfeher Gedichte | 
Gb war aus edlem Blut entſprogen⸗ 
an Stande ı Stamm. und Gütern keich / 
eiluunmic veilen Blut beaofien! 
r Uns SbMmalle machet gleich / 
oiſt mein adel mir zu Menlg). 
Yun bin ſch Vrieſter ind ein Kong · 
Ich laſſe Staͤdte / Haͤuſet / Schloſcr/ 
Br Himmekfelbft giebt mir ei Aa 3 
Bo ift wohtieein Wohnplatz g Met 
SGeht Menſchen von cuch ſelbet andk 
Derlaptdis euer Hausund Ha 
Ihr lieget ben Euch ſelbſt im Grabt 
Ihdr gehet ſter blich in dies Leben? ⸗ 
Nm ſerbi Euch nduch fetberabe 
Der Tod hat Euch n Euch / umbgeben 
Zormeet wo ihe ſteht das a 
She mercket ſelbſt / Bei jenem Handel 
pie Euch ner Lebens⸗ Geiſt verrauht. 
Ich hate mich: mit: weiten >) iſen 
Offt in die Welt hinein gerag 77 
mb mich als: einen Held zu weiſen 
iun bab ich Sie. Semich verag — 
Was frag nach dem Spunck het Erden 
Wenn mir der Himmel nur kan werdet 
ch habe manchen Feind erltget 
sr ——— N 
Auch die/ die ich in mir gehegt 
Fiuntab ich keinen Wiederſtand | 
Riun ieb ich keebftoon nur ensfegiedeit 
Zu waprer Kup / und false grieden „.. 


ö 
’ 
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2. 4 
* — 





— 
J 


UBER 





— — 


ARE Anderer Theil. 235 
Ih Habe Wiſſenſchafft und Kuͤnſte 
Mir laſſen angelegen ſehn / —— 
Was ſind fie num? verſtobue Dnfte / 
Ihr helles Licht war nur ein Schein/ 
Vun tan ich ben den Morgen⸗Sternen / 
Den / welcher alles weiß / erlerneun. 
Sinweg / ihr Schaͤtze dieſer Erden / 
Umb die ein Menſch ſein Hencker iſ/· 
hr ſout an mir nicht Meiſter werden. 
mnweg nit eurer Luſt und —* 
eht immer hin / ihr Kaſten⸗Hͤter / 
Bier iſt cin Brunauell alter Suter. 
Eingroßſes Erbifkmirgefaltens 
Wein geichthumb und mein Alles iſt 
SEHR ende. n allen! 4 
Was Hab’ ich denn nun eingebüß 
Ich wollte / taufendinahlmein Leben 
Umb dieſen Schat und Keichthums geben! 
„Sagt mir; waghab’ih denn verlohren 
Mas franert ihr um6 in Derluft: ne 
Mein Lehen Wird mir neu gebohrens 
in Schade iſt mir ja bewuſ/ 
als diefer / welchen ihr fo nenne/ 
beil meinen Vortheil ihr nicht kennet. 


ES mein DernrRabindeng 
Ir 


ABS 
— 
—— 








SHE Meine Seele / Troſt / und Lich 

DOLL werdet Ihr mich wieder finden} 

And Ich verliehr @uch nimmer Richt 

Ihr Kinder weintnücht ohne waffen ı 

Ich will auch ſterbend euch nicht laffen. 
h | | 0 


2360 Tecutſcher Gedicht 
ẽo fahre Hin mitdeinen Schaͤken/ 
O Weit! Es iſt doch nichts n di 
dDãaa Runen ſchafft das kan erghtzen / 
Schlebenunmepr GOtt und my 
Der ich / weil ich dir Binentronne! — 
‚SH / Himmel / und mich ſelbſt gewonnen· 


XI. 









& fr 
= — 


Den Todtlichen Hintritt 
Der Wohigebohrnen Frauen / 

Tr. Margareta von Buͤlowen / 
Gebohrner Rantzowin / vom alt 
ER Siggen .. = 
Des weyland A we 


’ ur 
2 ds 

. 

tar u" 

. we 

WIR, 





Hoch⸗ Wohlwuͤr digen / und Wo 


— 


" Goprnen Deren 


Hn. Chriſtoph Hans von Bulew⸗ 
Geweſenen Propſtes zum Alten KON 
im a Bremen JHobß 
 Herkoa Friedrich. zu SchleBwige nein 
Störwürdiften andenckens / geheinen Ac 
und General- Kriegs’ Commipa rum 
Aimptmanne zu zrembsbüttelund 
5. Sfeinborftr "nz 
4Hinterbliebenen Ir. Wind 











KK 


| | var ö 


Anderer Theil, 4 23 7. 
Als dero entfeelter Coͤrper den 3. Juli des 
‚167 3ften —5 in Kiel mit Hoch-Adelichen 
Gecebraͤuchen beygeſetzet ward. 
Aus dem Leichen:Terse/ 
£ Eſalaͤ. 6 1. v. 10. 


Ich freue mich im HErrn / und meine 
Seele ift frölicy in meinem GOtte. 
- Denn / er bat mich angezogen mit 
Kleidern des Heyls / und mit dem 
Rocke der Gerechtigkeit bekleidet / wie 
ein Braͤutigamb mit prieſterlichem 
Schmucke gezieret / und wie eine 
Braut in ihrem Geſchmeide geberdet 
Mas nüßet denn allhier das achten und das 
27 . neden | | 

Wir Flagen unfer Leid / wir laſſen Seufftzer gehe) 
Wir ſchuͤtten Thraͤnen aus / da Du / o Seciige / 
OWohlgebohrne Frau / entfernt von Ach und 


—*2* e J | * 
Def diefes Reich der ſchnoͤden Eitelkeiten / 
Darinne wir mit uns / als wilden Thieren flreite, 
sieheft aus den Rock / der uns hier druͤckẽ kan / 
Du ſieh ſt dein Freuden ge wir Trauer Klei⸗ 
Wie? wollen wir nicht. auch ung wit Der Seel'gen 
Be ER ARE 
An ftatt Cypreſſen laſt uns dorbeer⸗Reiſer ſtreut / 
Anſtatt des Grabe⸗Lieds dies ihr Braut⸗Lied 
J————— Ieyn. 


> Wir 


ro 








— Teutſcher Si | 
Wir ie winſhen ihe Glůck sung mein * 


Sie iſt nun anget — ol > 


Dies ift ihr Ho zeit » Schmmuck/ mi hn im 
Trauerfläde?,  , 


Nein das iſt angereimt. Bey — weint in 


Fi: Loſt mit lee fi Sicht 

Ach hätten wir zugleich die Alten umpen 

Mir Ihr jetz abgelegt / was —S 
n/ 


Und Erden Korhe feet und! dem anhängen 


Was Eltern angeerbt 7 more 
Die Oel und Vachoce ha u du 


Da fichder Himmel J der * 


Vns Armen aber doch die —* si X 
Und was des — 
ieh > | 


Was nuͤtzet / ob ich hier in diefet Haut m och Dt). 
Dem wunderbaven?. DOC je richem Gene 
So übel find wir nie, yalscmn ums fl t / gedect 
Cs iſt das Gate SRleib Die Hau in der ut 
Das Fleiſch zin dem — wir denn) 
Aa klei anf hmerstf — an seh! 




















nd 
— nu — .-.- —⸗ 
———————— ————— ee ne z u Br . En 
- r - — »r 


noekhe and nich! als gut 
Br der Manga die unfee Toni 


—— — 


* * 3 


DE 
— 


3 2 








\ Anderer pe. a 2390 
Dasy wasund kleiden rue som Haupte auf die 
Dad wird ung hergehol en Tuͤrcken/ 
rſen 


& in Land hat genug zu decken einen delb/ 
Ein ee lat war in * Adam und fin 


„Anden 

red eh it Di feidun 
e Br 
fg | 

= — nen 


“ wie er ſich mehr biͤht hl un Oi Gonern gleich 
Dem Viehe gleicher wird / der Erde, 


Doch bleibt es nicht darbey. ir ſteigen in das 
en indie Lufft/ die faſſen/ 


ze N Bon uns auch Die ln € lalfı MW 
I uns —— waͤren noch zu bloß) 
en wir dazu der Heoffen ter 


ie Fleide ung in Gold /d dne Zeit uweiſen. — 
Bett die Senf da — 2 — Sk tahl * 


u en/ 
Phden ein eiſern Ders zu lauter Schaden mad 


—* fen holen wir der edien Steine Pra 


a Br wir fie ung Conan Dei J 
d wir hoch nicht Fe — zu einem 


u. 


* | 


* Teutſcher Gedichte 


So benein wir darzu der Wuͤrmer Eingeweide / 
ufleiden unfer Kleid /dengeibiver Wuͤrme Raub⸗ 

er. lebendig umd todt / ein Korb Fein And und 

| — taub. N 


RN} ub. KEINEN 

Dies ift das Gauekelfpiel Der ſtoltzen Men⸗ 

— chen-Kinder/ / 5 
Dies iſt der eitle Tand. * find wir noch viel 
ET BR N RL Vor 
Indem / was unſern Geiſt / den neuen Menſchen / 
RES 13 — 

—  Dnefe Seildas haufen eine 


| * 
Hit Tugend / Froͤmigkeit. Hie warſt Du / als ent» 
Schet. (a 


DeinHimmel war in Dit. Hie war dein ſchonſtes | 
Zucht / Sanfftmuth / euer Sn / ei | 
| BR | einigkeit. 
Kein Burn BEE dich / ais der von deſſen Blute / 
Her es vergoſſen hat der gantzen Belt u ul | 
Derhat Dich angethan / ur Er war ſelbſt dein 
Der nun auff ewig Dich zu kroͤnen {| bereife 
Diß Kleid das macht den Mant. Sins aufl 1) 
Wie koͤſtlich es auch iſt / darbey man ſich veꝛliehret / 
FIſi nur ein leerer Schein / es ſchwindet ja wie 
—— D 
Es geb’ esdie Natur / es komme von der Kunſt. 
Die Wei eigi ihren Schmud in mancherley Ge⸗ 
— —— ſtalten / al 


= 
u 














Anderer Zeil, 242, 
Dieneht den Nahmen In von. on ihrem, ESchmuck 
„ie Röuetdie Dofhei cum ſrommen 
Hin kaneim eitgen Su de; 
‚Ein groſſes — N Han hehe 


vr stand Fan offt in einem Kitte Ifteefeny, 
ie Eh au lien eichan von innen macht) B 


t gleichdie. Stirnejung/ fo iſt der Buſen alt. 





So 


endiich kan Dis AIcD Der Ace elinger“ 


A ein Stil unve — 
Und doch erbauen wir vor ſie ein ewig 

—— g / der in ſich ihr Weſen tilgerauß!. = _ >, 
Dfeelig / weicher fie misaler Macht bef ARE af: 
Du haſt zudieſem Kampff⸗ 1d go ge⸗ dich ben, 


on eiffer ugend uf. Su eitteft als ein Ran 
en —— H gpantzert umb und 


Der Glaube mar. dein. S chi Vieh, 


we n mit diefen nicht ſo eine Pallas haffen? 
— Be * he ir 


be ii dein Sign suhans Sau nd gülöner 


0 koͤnnt ich na u au fein Neid 
fan meiden. | 


'44) Ar, art ; 
2 (>) DI RIMIE G j get vw. Mit 
wi ® 

n J = i 


J 









ey} 


ur 


; Calle Decet 








a4: Teutſther Bee 
Mit meiner Wörter Schmuck! wie ei din), 
bekleiden 


Mas waͤre micht zuthon fuͤr meine ſeh⸗ 
eht lob ich — — ich deine Be! 
obere zugleich die keuſchen gie uno Da 


Und. das gelobte Band⸗ daß Dich un 
| mmen 
Werdanden toelchet war Dein un) ht 
rtz / — 
Mit dern du Tebeteft oh alle Pein ohn € 
Ruͤr das man nicht die Frucht / der Sie — 
DI mußder Mutter —J— 2 rbed Di 
ntftehen N 


Was bie Natur verfagtdas gabftdufell — 
DADU nichreigne haft, find — Kunde 
er 


Sie haft Du jederzeit — ng/ 
Du aufft der Tugend Dahn benft elben vorgegan 


Haft Sie ent wohl weft) a an feben md 













ee Yildigkeit.\ was wuͤrd uͤbery 

hier das — — ei? 

W s bin ich denn ln jeigen De Deinen reihe 
o komm, O Seel ge / nun vor Go 


getrette 
Sch hin im heilgen Shine * Aue 
Nachdem dein farblich sub Mier nun u 








ae oinderer 2peit. a 
Sie Hier fieptdieheitge Schaar / haar ie om dag Lamm 
Mit Kronen ufßgeömüch, im und JO weiſſer 
Kein Unfall abe Sie fein. Klaganı Schmeig 
Wie bel hat hr lei das Quo eb: Lamms ge⸗ 
; Ein Shlireig, sent die ‚Hand. Du mehrſt nun | 
Laͤſt umb des Lammes ae! höreny? 
Und ftimft. dein, Heiliganden Heiligen zu Ehre / 
Des Lammes liebſte raue BER Die ihr ſterb⸗ 


* TobrenKirtel dns ie Vhened 











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Klag ⸗Ode/ 

Aufieben diefelbe — 
Krage nun / wer klagen ka / 
Weil uns lauter Leid beſeſſe 1/ 

Gieſſet Thraͤnen / brecht C ppteflen / 

— SEO ANERIN an / — 
Kommet alle her / zu ſchauen 
Hier liegt nun die Zier der Frauen. 
Dier liegt nun des Adels Zier / 
Du — Herrligkeit / a: 

ft ung gleich die Welt zu enge / 
— ZEN | hier / 


— 








= Teutſchet St ſedecht⸗ 
Groſſen/ ‚Komme i0E —— A, 


ommtihr 
Sp Habt beede hier zu weinen. 
Hur liegt nun ——— | 
ası wie es vorhin get ſtrahlet 
hich beym Aunteraange .. DIEBE NA 
mp aus finſterun Due brich 
Fommt ihr Frommen / laſt EEE ngngepen, NR 
Ihremẽ Schatten nach zu ſehen. 


9 Jarıyı 

Hier wird elbſt die Floͤnmgtt Re 1 
die tieffe Gruft, verſtedet F —— 

BR——— 

Hier a | 

Kommet / bier DEN. ab zu ei 

Her amenoch fan Weißheit Iepten. Bar: 
Hier liegt Einfallt bey dem Bi — — 

Grit) den faniften milpen Sinnen) 

So von auſſen JO.H0N innen... 

ru iſt dieſer ihr 

Rontint und edt denn — u: 

Können nie den Tod erbitten. J 


Hier liegt alles / was * pre —J 

ae unsüuberalies ſeet⸗ 1% 60 
Sag von alten hoch — ih 
Trasein ieder | Hei J 
Kommt und ſehet / wie AEile si il 
des Todes Rachen falle: —J — 


Nun ſo lieg Ron ir A J 





he ew tia u 


gen — et 





E — 


’ | Anderer Theil. | 245 


uns und Dich zu Grabe tragen 
Und wer bat nicht die Begizee 
Und in uns ein Leich⸗Vauß bauen. 
Ruhe wohl / du wertpergeis, N. 
Schoͤnes Wohnhaus ſhoͤnſter Seelen / 








Dier in dieferftilenHölen! nn 
Das dein Staub auch ewig bleib = > 

Hatre bier) bisdeim Gebeine: un 

Sieb mit deinem Geiſt vereme 
MRehmt denn hier die Ruhſtatt ei - .;, 

O Ihr abgelebten Gliedeeeee —— 

Weil hier ſchallen unſre Lieder / 

Die voll Leid und Sonn End 

SoOttes Hand wird Fu bewahren 

Mit der heil gen Geier Sonate na 
BSute Nacht / du keuſches Aerrꝛzz 
Gute Nacht ihr Augen Richten Fi, 

Ihr / der Sinnenitinge Richter? il 
ent fo ſtart ale Stahl und Etk /⸗ 
Künfftigwerdet ipr von nenen 7 S © 33T 
Sonnen ⸗gleiche Strahlenfireum. Mt me 

Gute Racht verſchloßner Mund 

as die Falſchheit nie gebtoen, -.... ” 

KFecht und Marder war dein Srundy "" 
Nun kannſtu dort hey den Sternen 2 
Was uns unauſßſprechlich letnen . 
RC. Q3 Gute 


—— 


“ 
+ 
x 








220Trutſchet Gedichte 
— — — 


Gute Nacht! du milde Hand rer, 
Die den Armen mie verſchloͤſſe / 
Was von dir iſt auggeleſden. 
Sleibet Dir/ und iſt dein Pfan =" 
Imdden Geberatier Gaben. nn 

Kanftununalseigen haben. —— u 

run wir wünfchen gute Naßt! 

Gert und Leib ſey Dir. Im Frieden. 
Sie daroben Er daniede / — 9 
Zis die Macht vorbey geb acht / 
Sey ſo iange bier verborgen RT 
vis dir Gſtt rufft /Guten Morgen! BAY 


iu 
Den Weyland Woblgebobrrien HELEN 
Herrn Bertram Pogwiſh 
Auf Waſſſenhauſen Erb-dum/ 











Dero zu Schlegwig.HolMein Regtertv 
den HocbFürfti, DQurcht. bochbetrantzaent? 
fenengand-sKath und Amtpman zu 
—— under! N 
Wie deſſen entſeelter Coͤrper den T4 Auguſt mit 
mit Hoch’Adelichen Gebraͤuchen in Kiel bey⸗ 
wa. un Sale 
As pilfe eörin der Qgele ich aus dem SM ' 

ER RT u be heben⸗/ 


> 





Ber sr. 


Mnderer derer Thein 
Dem Möbel fich eı fich —— —— Ehrı und und Weiß | 


Ras ni nüßet Tugend / Wie und alle —— 
Wenn ein Grab / eine Nacht / Aus allen Untere 


| cheid 
So leicht dẽ Faulẽ tafftsals den Die Tugend zieret. 
Dies iſt das alte Lied. Die nal wird —3 
m tman einen Man von Wuͤrde ſcharret ein’ 
Wie * — ex. Es duͤnckt ung unrecht ſeyn / 
)as ſolcher —* ich ſey. a —— mit dem 


Wir ſchelten die Natur / als vg ser ſuͤmer 

Und die he je — cd 
Es iſt zuviel geredr. Sertbiehe‘ eiſter denn 
Der alles weißlich mache! = — du ſelber 


Du der du dich Au ſehr Feyt —— —— verwirreſt. 
Vß deinen muntern Geiſt auff etwas hoͤher gehn / 
Du wirſt dem Tode dann in die Augen ſehn. 
Der wird dir ſeyn deinZiel/die Urſach allesLebẽs / 
Und den man immer hofft. Das ͤrchten iſts ver⸗ 


ebens / 

Ein Feiger der ihn —— rbet / ch’ er ſürbt / 
Und iſt des Todesmerth.Ein Weiſer der erwirbt 
Die Weißheit erſt durch ihn / Ku De höchftes © | Dun 


| Le 
Umb dieſes ſi eht man ihn rap Bao ie der Qugenb 
x ebe 
So wird die Stier Sch ihm. vi auffge⸗ 


Ne EUR 24 ie 








wo eurer St _ 


— — — 
ier Tuchet er die die Spur / er por ſer folget (ner feiner v 
wm Goit und Die Naturiniheen Wercken reiget / 
Eſieht / wie alles ſich zum Untergang⸗ neiget / 
dur — wird erhöht! wie alles fteigt umd 


t/ 
Wie das Verweſen ſelbſt das Wiſenhihen ww 


J de ven der lehte Tag / uñ — ihn von hien/ 
Soſieht man feinen Muth! fo wird man erſt ve! 
| in 


nen/ 

Wie tapfer er get nachdem et tapferfirht: j 
O ſeelig/ welcher fi ſo den höchften‘; reis erwirbt! 
‚Ei tödter feinen Tod/ und laßt zum 9 
Sein Beyſpieli in der We lt. Fi indert / un 


I ‚Sein Nahme wird zuge — ihm nit einge 


Und geht er gleich von hier / iftfeine Gegenwart) 
In den Gemuͤthern och. m. nnen ht 


; ent“ 
amb beinen Sinn Band den“ wit A 


N tra 7 Br 
Rergeihtmie die he hie am pn die u 
en gieß ßt! 


| — Wohigebobrne Grau. eh Euer u 
per. 


ißt Rn —J 


* 
Hat fein Tod fe bey fi 6) Er wird gi 


4348 


Wieewen das goͤldne Sad det SGoñen unterg 
And ſchoͤner hört aid vo —J 


Mr | 
u ——— x 


he 
— 





m. 





anderer m * 


— — —— 











ELITE: Dal 
De Babes in Das Me. Dis * der Dice A 
Traͤum 
Sie gehet ihren Kreiß und leget nie die Säume 
Den muͤden Pferden ab. Ach hatt? ich je geſchmeckt 
Den ſuͤſſen — Bruñn /in dem das Feuer ſteckt / 
Das * Geiſter reitzt / ich lieſſe mir die Zügel / 
Ich huͤbe mich empor mit außgeſpanntem Flůgel / 
Und gienge m dein Lob / ich fiene: freudig an 
Won erſter Wiegen auf Di 1b auf: den. wollen 


Man 
Beſaͤng ich deine ben die gehaffter 
Der Saame guter Zuchtiwiereichlich er geſafftet 
Don erfter Jugend an / guch da Da Vãterloß 
Schon von Die felber nd Ba Leute machet | 


er toahren eOrund Kun TBAhe gute 
"\fisz her itten / | 

Die von den Wapen nur und Ahnen ihn erbitten / 
Denſelben giebt den So Dh bloß ein fremb⸗ 


an“ 


Der aber Doppelt hen tg nicht gebucht. en 


‚Bier wenn ein See der reines Glas 
durchgangeny. / 
Ihm fett zum Zunder wi, ſo / daß er Glut em⸗ 
| pfangen / 
| Und aushenkünden kan / ſo feuret mehr den Geifty 
| ) Rennen ein edles Blut die Tugend — | 


am m uk fih. arten ferner ra 


any, 








| 


250 Teutſcher Gedichte 

* — — em gen — TEEN * 

Wie embſig du geſucht die Spur der alten Heldd! 

Wie dich / Edler Herr / der Muſen Sig nam 
RR PS, EEE J 
Bey dem gelarthen Elm. Die mar dein erſer 

— aut. a 

Auff Zielund Zweck geſetzt das alle nicht erlangt! 
Davon dermeifte Theil in Wolluſt bleibet hi gi. 
Und an der faulen Banck gutroilligangep BI | 
Der fanffte Sitten Kunft/ he enge Voͤlchet 

REN. Be 

And was uns Rom geſetzt / was Roͤmer Griechen 
ee u 
Uñ was die Nachtwelt thar/bie olate deſe fen) 
Was da der. tapffreManın/deralle Belt jented: 
Vvon Heimligkeit des Reichs / uñ gller Herrſchat 
ae SORT CH —— 

Wie man die Sinnen Fin din chonr Woͤrtet 

zn re 0 (ten) 
Wie man mir Federn kan / meht als mit Degen 










N 1/1 7 WEB 
(Do ‚Eder DegenfampffurGnüge Diebe) 
Die mar es / Das Dich diern das none hie Dt 


= 


Hierinnen biſt Du ja ein Bürger ſtets geteft 
Geſchweige/ — und geleſen 
Bon guter Wiſſenſchafft 5 north 

mn tsna eo alle, 7 







Ein Frembdling abet nie. Wie du gereiſttha 
RKicht nur / umb Berg und Thalr unnb Kalckund 
DEREN TAN,  Steinzufehel 

| Umb etwan außzuſehn / wo frembde V 





. 5 ——9 
J 
2 
w 


1. Anderer <peit, 277 


m unfte aM ung ſtinckt. an mancher Irr⸗ 
enn’e/ / 
Der mehr nicht vonder 23 / "ale fonftein Bote / 


Dies kan ich nicht allhier in a eilen faſſen 
Du haſt die Weit gekannt) J Thuͤmern / 


Ga 
Gebäuden Marmor / Sb, in Wa fie ie fonften 


Wa⸗ nuͤtet dieſer Tand⸗ Du haft ihena Sep 
as fleim Bufen hegt / wie Die und jene 
"Die Hoffnung unddie Sucht na allen Seiten 


Worauff ſie feſt ge etzt. Au lend haſt Du 
Sp manche Kunft IR esin ſtoltzer Kuh 
 Mnvollem Seiede ſtund / der iſt / der Mufen nehret / 


Jetzt / da der Wuͤrger Märs * Ye; auffs Hertz 
Wo bleibet num ihe Glantz? Franckreich that 
ir 


nd 
Der Höffli feiten Schuld 9 9 erlicher Zier / 
Mit aller auf. "Dich ii Spanien” 


chwe 
Mi Fluger Sangfamkeit Bu übel — 
Bey einem feſten Sinn’, a Welſchland kahm 


Wi 
8 ————— her, Die bar Merikeen Sikr 
Und o ul fan vor.langer Zeit gehalten. 





Sohaftu dieſe Welt erlernet nebſt der Alten/ / 
OR —2— Ab, A du gnug uinbges 


Komm⸗ 


vun ge 


tände 





— Siege hat 


— Si / ale Safon [ —— — 
aut / 


An Bit und Saite: mit Sp auh 
5 Kaum wird das dicbe San mit einen m Sn 12 


So ziehſtu wieder fort/ un le gi Die of u 
Sr zeigen/ was die Fauſt im a 
ß eñdlich DIE DAS Land und ulm | 
„Hier wurden dir gelegt, die. erſtẽ G f 
Da Bürft Auguſt dich erft } um Stheer| 





ehr) 
ind onafe Keiftern giengft dem Land eoleborf 
Der deinen treuen Dienſt mit ride ‚Sul Eh 


Da Er Dich feinen Kath und — Mar efön 
nannte 
© ward der Sog gebahnt — 


Dich hatder X Tunder Volck im Ampte vo ho 
Dem Lande ſelbſt sum Rath), ‚aus wer onen 


ger nicheden! elr Me Fer ah 1 
Der deiner Halfte braucht. en — Hi 3 
Die That war bey de Kath) ke derſelbẽ vot 
Mit milder Freundligteit Das ar Pc 

je re 
Es ſoll mein flcher Denen en Huf BR 
Dei & nach Wurden a on near 


= 



















Die ftummen Ziktn — * om ia werthen | 


Aus allen Augen hehn / beSann Medahege / 
Umb dieſes Grabmahlher. Ne page die hier 


Die als mir. Sn 566 ba dir enſtehi / 
Entſtehet ſelbſt aus dir. Du ſel ee bift ein Poet / 
Ein Redner deines gen n — eo 
| TE ren / 
Ein Abriß deiner Bier Was darff bei ah 
De eine Die eſehen hat 
Die ſchoͤne Buͤcherey / der groſſe ſumme Karhr 
Den du verfchrieben haft aus jedem Theil auf 
EST DRG Erin Na 
gißr alle Blätter Die su fauter Zurigen: werden 
Und mehret De Ruhm. | a — der 
dich ein 

Ein todies * hie du. warſt ein lebend / Büchers 


— Sritlöheesobeh Sri waren n ges 

Mei End hintveg gm S St 

Stoied. Euch Hank geraubt. Ißir fe en; / 
bu ſcheint ba hei ao 
rtzetn ‚ven Schmertz On Eben 

gegeben Ein ein nur ılöm 

Fi: reiche Wieder⸗Lohn den er viel ſchoͤner zierr. 

Der rt Himmel theilt / gewinũt / wenn er 


— — — — Ay per erlie ehrt, 
40 xiv, 





en 


* er zu Sit _ 
| * RE XIV. HN a ® 


z : 


Pine Tem O | 


Eben der ſelben Beet. } 
dat er erſte Sag. 
gas Grennen denn allhier — — 


Was hoͤret man vor Ianne rigen 
Wie ſehen wir bie SBruͤſte ſchlagen? | 
Was kraͤncken uns deñ —— 


n | 
Iſt alles nicht mit — er⸗Flor * 
Wir ſehen hier zu Grab er 
Hpir ſehen hier die Leicht ſte * 
Iſt altes doch mit Thraͤnen aefüet 


Her erſte Gegenfaß., N ® 
Ach ja! der dormahls war dei er iſt ge 
Der vormapls war die Zier des Lindes / — 

Ein Preis von boden ——— BEER 
Hierliegt Er / Herr —— ma 


EB hr Ci eh ei vn 
en Rahmen / den der SI al 
Si — na in erbina —— 

und fein Qerpdnanie Hotel 


er erſte Nachſatz Marz Pr 


& gebt das Spride Melt, Der eine 
DD m andern / pi ir 


w | 





















= ; Anderer THALE . a55 


‚Hier hilfft kein edel Ziut / 
Wü 8 friſcher Muth / 
Hi laufft man in die aa Menge mug 
SR; n 
Sagnem das Bielgeftedt," E — dies ix. | 


Eine Stunde/ HEY 
Treibt zu Grun de. | 
N Augensii hat alles ausgemadt. 


Der andere Satz. | 


Wo bleiben nun di Fiehuen Sasen 
Die die Natur in I nn jr 
Wird altesdiesmit Stau Ki * 
Das ihn vor audern bat. ſo hoch oa | 
Wo iff der. Geiſt / dem wenig war verborgen? 
War dieſes Grab der Meißheit rund: | 
Dergebt das Licht. dag erſt entflund? „= -; . 
Wie? faͤllet denn der Abend ein im Morgen. 


Der.andere Gegenfag; 
Die Tugend lebt ianoch infeinem Napmmeny 
Qurch dieſe geht Er nicht verlopren,. .; 
ied Durch das Ster nen. Hebohren / 
4 — ang DIE | 
er Geiſt der wird ben imeeinbelebc 
Hts iſt zut Ewigkeit 3 u fruͤh / — 
as nur vergaͤnglich — 2 hie / ———— 
Da⸗ ſelbſt d 2 But Bush Yan am zEried zer⸗ 


—* — Der 











6 Teuhfehenggehiehte 





x 


e Nachſatzʒ. 


— De — — 

Ach laſſet vier Weit / iht Gaͤſte — 

an Neue ein / 
enn wreeuſt iſt Pein | 


— / BR 
Die Herugten muß Staub! ibE alles gar 
| hit nichts werden) / 


Freund / Ehte / Dtut/ Ssacgeı Sunfk Sul 
Grxoſe Soyate / 


Wele Plaͤge/ 


Nichte iſt von ae unferm@igentpumbe 
ARE UN 2 — J — 
Der drute Ss8z 


J 


Wir ſpeiſen une mit Zahren guterdeſen/ | 


Und tpeilenunter uns: bie © 2 
Wem geht nicht Dieret Fall zu herhen⸗ 
Ein augemeines Leid wire nicht dergefkinn"" 
Wwir fahenfelöft DIE Syaufen ihn deweinen / 
Wir Sreren ihr Klagce Wort /⸗ Hrn 

Arbrift denn unfte Sterefort?" los 

Das Licht / daß wir ſo helle ſah ſcheinen? — 


Der dritte Segenfahe, 7 57". 
Wir ſtimmen billig alle Trauer⸗ Saͤiten / 
Zir Haben Kebtund ug zu flagen! 0" 
Das. Sand wird ſelbſt durch Ihn geſchch 
De Unglück wil mit Hauffen un⸗ heſttt 
Der Cimber Held / dem Er pflagRath zugt 

vd ſelbſt durch diefen Fall bewegt ac 

Za dieſe Seute wird erleat/ ⸗ ao 

‚Am meitgte ſaut ſomuſſen aue beben. — 
















’ 


r Erden! 
\ \ ur 


| 
| 





Be, | Anderer Theil. | 29 
en" Dritte Nadja —. 
So kom̃et alle Her / die lekte Pflicht zu 
Bekraͤntzet — Drau geden/ 
Segeiſtert dieſe Lufft / * 
Laſt nen füffen Dampffumb ſeine Grabftatt 


| — n 
Miſcht einen fanfften — das Grab 
J 7 | i n * 
Kuhe / liege / 
MNMach dem Siege / 
Dein Sieges⸗Thron AL: unter dieſem 
. Stein), 


Drer vierdte Sap. 
Es ſoll uns dein Gedächtnis immer gruͤnen / 
ein Nahme nimmer untergehen / 
o lange Altes wird beſtehen 
Die Mufen werden deiner Tugend dienenr 
Und ipr ein ewig wehtend Dendmapıftiffteny 
Das nie kein Unfall niederfärt | 
Das / als der Rachwelt vorgeſtelut / 
Gedey't zum ſchoͤnenGeyſpiel ihrer Schriffte. 
Der vier dte Gegenſatz. 
Du aber / Edler Geiſt geh’ Hin im Frieden / 
Ans wir allhier von dir berfcharreny 
s wird gedultig deiner harten, 
aß uns nur unter unſter Saft ermuͤden / 
Du haſt ſie abgelegt / dir ſelbſt entriſſen / 
Dem Himmel nunmehr einverleibt. 
n —— Dir 








258 Teutſchet Gedichte 
Hirt F ſtu / was du Haft. aegläubt 
Dein Sorten ift verkehret in ein Wiſſen 
Der vierdte Nachſatz 
Woddem der feinen Lauff een 
ern hinmgie Simmel: ta? en 
ale Erötpeil und als Lohn ı ©. Ne —3 


Wohi dem / dereitfich ch (ib um rt rechten 


Der wehlet ihm ja Min Ben, ei, au 


Er wi —— 
Pac dem Kriegen, 
So Sin 


Ei2 


Den he — 2 Ned. 
Der Weyland — ? 
St Hclhgarden Cathaumna 


—83 
Gebohrner von Range 3 — 
Des — Herrn / 


ie Buf ® om, 












ee 





ET — Bag 
a e ene 
Ehe⸗ Liebnen/⸗ 
Wechſel unſt r irrd ſchen 
| O8 OSchatt hg Traum x 
Wie bald folgt weinen’ BT eae Vapenı:) ER 
Wie ſind doch Ind, engen Kal | 
Die gange Luft und Leid gefenetf ©: 
Wie nichts iſt das man Pop fehigety / 
—— ee 
Ep Die zertheilten Wellen gept 
Wem woute nicht die Sara vr Khmiman | 
De an 
och tan offt / ir 
Ein Wirbel Windes’ —— | 
"Bir ſchöpffen Trübfe aus den 
Und —— r Lu Te Bra 
Mir mäffenin den Kr en — J 
Wir gehen in dem "aby I * 
Die Sehens Wer au geh 1 
uch Noth und —*— —— | m‘ ind E 
elbſt / die durd itrerfeit. verſu 
| ae —— ee en * Mn 
gi ſe Mutter der betueßen et —V hr 
erlöfchet oft durch ihren u 46 
Und fanı indem wir fie geuieffen. De —* 
In ihre Thraͤnen⸗See zer — 
Dier ſeh n wir / wie der ee fl et⸗ 
ce wir — — — iten ſeyn / 











U 


360 Teutſcher Gedichtẽ 


Wer iſt / der herbes Leiden fuͤhlet / 
Is Jyr / Herr Bluhm / in dieſer Pein / 
ayem ſo die Schmerken ſich sent haͤuffen / 
aß fie ſich ſelber nieht begreifien- 
Her Himmel ſchien Euch anzulachen 
Wie man Hexr Bluhm Euch zugefuͤhrt / 
Die euch erſt fruchtbar ſolte marben/ 
Hi Hauß und Tisch und Bette ziert / 
Es fchien Euch Gluck und Heil zu bluͤhen 
und euern Wohnplan au beziehen. 
Sie warein Abriß wahrer In end / 
ucht, Fiugheit / Saufftmuth roͤmigkeit 
Vermaͤhlten ſich mit ihrer Jugend / 
Hier war was Aug und Hern erfreut / 
Sie war der keuſchen Flammen Zunder / 
Des Meiblicden Geſchlechtes Hunde · 
Wie Mund und Hertz Euch hat verbunden / 
Sd warctipr am Willen gleich ⸗ | 
Ihr habt. Euch in ihr ſelb gefunden / 
ind Sie mẽuch ihr Koͤnigreich 
Wohlſ dem / der ſo gepaart mag wer 
Er hat den Himmei auf der Erden. 
Sp giengen Stunden / Tage / Naͤchtt / 
Sn lauter Glucund Luſt vorbe· di 
So wuchs die dehhng zum Seſchlechtt / 
nd ſtndlich ward die Liebe neu 
| Die endlich/ das fich laͤngſt eraͤuget / 
5 Hat ihre füffe Frucht geseuge 
Hier warnunlauter Heyl und Seegen 
Wer war hier nicht ben Euch bemuht gi 








ui 


— 





Anderer Theil. 267 
Die Freud’ in Wuͤnſchen abzulegen/ 
Die seder —— — wu ei | 
Kaum habt Ihr diefe Luſt geſehen / 
Da war es / Ach! mit Ihr geſchehen. 

Da ſtuͤrmten nun von allen Eden 

Die Ungluͤcks⸗⸗Wellen auff Euch eins 
Die Freude warin Furcht und Schreden 


- Die Luft verkehrt in lanter Dein 


Das Leben war Euch ohne Leben / 
Mit lauter Nacht und Tod umbgeben. 
„Hier klaget Ihr den ſchwartzen Waͤnden / 
Diet ruffet Iyr dem Schatten nah >. 
Ihr greiffet hn mit leeren Händen — 
Und was Ihr fprech’tı iſt lauter Ach/ 


Ach ja / Ihr Habt des Todes Wunden / 
Sie aber hat ſie nicht empfunden. 


Sie lebt / die Edle / werthe / Schoͤne / 
pr fferbet Euch durch Trauerab / 
Sie hoͤrt das himmliſche Gethoͤne / 

Ihr klagt und winſelt ECuch ins Grab ⸗/⸗ 
Ach / waͤre doch von eurem lieben 


Rur ein Troſt Euch hier Überblichen! / 


Ein Ungluͤck will Geſellſchafft haben / 
Nur ein Tod war nicht gnug vor Euch/ 


Die eure Seele könnte laͤben / 


Die Frucht der Liebe / ward zugleih 
(Ach denckt / wie es den Vater kraͤncet) 
Mit ſeiner Mutter eingeſencke. — 
Wir wollen ihren Ruhm erheben /⸗ 
Das letzte Recht der Leiche thu n 
RE N Euch 





ER — 
! 


262 Teutſcher Gedichtt 


Euch wůnſchen wir ein Be | 
Diewen Ihr zweimahl müffet — 
Su enrer ebſien und dem Erben 
—— — Bat! kit N * | j 


v ’ D 
Pal TR 


3 Fr NG 
BEE ale 


Den ———— — 
Der Be 





















Des Wohlgebohrnen Bam 
Heren Khriftian Ra tzowen / 
Auf Raſtorff und Salzaw Erb⸗ ‚Her 

Ehe Ciebſten / 

—3 








Wie erfiefigfeserftorbenen Frauen er fr 
Ehrift,-Adelichen Gebräuchen den 2; 
en „1078. in Kiel beygeſetzet ward 


Bede des Herrn —— 


QStsdem hit Dir und. Mir dt ſchehen/ 
Du meine uſt / nım meine de —* 
—J 


Soll ſch denn kunſſtig Dich a 

Du meiner Seelen Licht und & n 
Soll Finfternisund Todes» Schr en © | 
ir Ben der Pan — deden? 9 


— 





we 


Ben ar | y 4 


Ich bin nun ſelber nichtatn nicht mein ejgen / 
Weil Du mit Dieb und mich geraubt / 
Kaum / daß fich kan mein S * zeigen / 
Kaum / daß ein Wort dem Mund’ erlaubt / 
Geiſt/ Sinnen / Woͤrter und Gedancken 
Die gehn mit Dir nun auſſer Schrancken. 

Der Augen Brunnquell ou niet —* 
Der Seuffger Meiige hemmt di tut ı 
Daß fie ſich nicht in Ström’ erg * — 
each mir he EEE: —— 
Das ſo viel Pfeile nun durchſchne | | 
Will ſelbſt * feiner Wohnung ſchelden 

Ein Gluͤckſtern war mir auffaegangens 
ie du zum erſten dieſe Bruſt 
Dit dein Schönbeit Haft arfangen? R 
Wer wolite nicht fo feurcbe Luſt DER 
Darinnen wit une’ felbft vergraben] ,. 
Did lieber’ als viel Leben’ haben? 

Sie ſelber / ach / gab mir das geren.. 
Ein fo gepaarter Seiftift: ein 
Ru Geiſt war Mir’ Mein Ei aegebeny 5 

ie koͤnnte gröffte Eintra ORT 
Wer wollte nicht den Riß em 


Wenn Mund / Hand / Hertz 9 as 
MDu wareſt mein ich dein Vergnuͤgen / 
Dein Eigentgumb war mir mein Reich / 
Anbırh ich herrſchen fonnt’ und ſiegen / 
dir war ich mir ſelber gleich. 
In dir hatt ıch mein Gut erlefen 
Gluůck Wohlfart / ug ein eigen Beh 





264 Teutſcher Gedichte 
Der Himmel / der Dich ſelbſt erzogen 
Und feine Stralen eingeſencct /˖/ 
Schien erſtlich unſerm Thun gewogen / 
Dis ſich des Gluͤckes Mad gelenck t// 
Seh meint' in feiner Schooß zu ſizen / 
Und ward gerührt von feinen Bligen. = 
Was nuͤtzt mir nun / gehabt zu haben _ 

Bey welchem ich ſo gluͤghch war.. 2 
Wo find nun die geprieſnen Gaben / 
Wer ſtellet mir fiewieder dat? 
Sie ſind dahin / mit dieſer Frommen / 
Woher ſie erſt geftammet/tommen. 

Seburtund Gluͤck hat Dich ſo milde) 
Mit vielen Gütern außgeſchmuͤcktt // 
In Dir sals deiner Eltern Bilder u 
War weſentlich ſchon außgedrück 7 
Was ſo viel and’re nur ponfernen! 7 
Durch einen frembden Vorwurff lernen. 

Sp ward / bep ſchoͤnen Sitten / Tugend 
Und Frömmigkeit in dir gegaart. 
Sie vᷣluͤh'te Dir in voller Jugen // 
In der fie offtmahls leicht verjahrt / 
Sie hat bey dir / von erſten Tage / 
Ihr ſtetes Wohnhaus aufgeſchlagen. 

Nun haſtu mich / mein Hertz / verlaſſen / 
Und du / naͤchſt GOtt / mein höchſtes Gut 
Mufkin der Erde hier verbiaſſe. 
Mir ſchwinden Kräffte/ Geift und Muth / 
Ach möcht’ ich ſelber Dir meinLeben 
Ben diefer Gruft zum Opfer geben! ons 


— 


BEE 


Anderer Theil.· 267 


_ Das Zeugnis unſter feufchenfiche, 
ies kleine Paar! ne FOR ANGE Miley Zei 
. Bas Leid fepı und was fiebetrune/ 7, 3°) 
' Das folgt doch der Natur Geheigi' 
Und deine Zierde wird in ihnen - 
Mir ftets-alewieein Dendmapt dienen. 
Ich ruffe Dir noch zu von ferrn 4.4.00 
ch Hera ! Ach 'pörffu oder nicht. Aa 
Führt meine Seufftzer hin / ihr Sterne, 
34 Sie mit eucb theilt, ihr. Licht. / 
ud angenehme Liebes» Blide . .- 
Die ſendet mir von Ihr surüte. le. 
Ben mit hat zwar dasfläte Klagen 







Den Tag in lauter Yracht-verkenrtr +. , 
ch find’ in Trauren mein Behagen / Q 
nd meine. Pein wird ſtets vermehrt . - 
Umb dein Gedächtnüs zu erneuen / 
Soll auch das Leid mich ſelbſt erfreucm. 
Nimm hin / mein Hertz / die Abſchieds⸗ 
Be AG EN IE DD. 


Und diefe letzte qute Nach 
Geh’ immer au un dehene: forte * 
Da hat der Tod ja keine Mach 
Muß Ich dich gleich dem Himmel gebe / 
Sp ſollſtu doch in mir Hoc leben. 
RKlag⸗Ode / 


| VE Über: J 66 DR " 
Den frůhzeitigen / dennoch ſeeligen / Hintritt 
1183 Rs Der 





* 











— Teutſcher Britt 


ER Aue BIT a 

Grauen Melt ta Kielm 

inet i 
Geborhner vonder Doien 


Wie deren engel Shupertüba ii | 
EN iu, Schleß mit Hoch Adelic en | 
brauc Mi Depgefeet, 9 ward, ven 
ggatdir die —— ie 
Fie gnuggepkieiine Yun? 
Die Keufche Liebund A ‚fe x 
er Singend« Bild I merd mp" 
Lind tragen wit dA aus" 
Der ſchoͤnſten Seele J m & a | 
Ab jaSie iſt Stell 









Be | 
ag 












Wig atr’te Hiek Ken 


| vefe Hoſt gehört/ael HER IR 

PR Ki au — — mer ie 
Sie war ja —* re ſchoͤnſte Zir / 
—9— blaſſer Schatten bleibet hiet · J ni 


| sec Brorsen hi find ve — Mr 
Die Ic Otatdem Hergen ei M — 
is Sie erfohr n ‚sum jebes⸗ 
ũmd Hm ihr Bildnis — 7 
HDarinn es ſich auf ewig reg | 
.... Die Augen / ale die hellen —J P 
* ze Zeiger Zeugen —— Lu Qt 
G 








a nn 


AAnderer Theil 367 


Der Mundy derkeufcben Liebe Siegel 
Die mu an ef Stirn In u: 
Her Chari 5 liebſtes Kg 

Was iſt es nun voll lauter täus. . 


Woſſind nun ihre holde Sitten: 
Der Seele Schmuck / das ſchoͤnſte Sul N 
Das man vom Himmelkan erbitten / 
Ber ohe Seife dertapfre Muth? . 
Es iſt dahin Ihr Liebſter / Ach 
Schickt ihr viel tauſend Thraͤnen a 








War dies / ſprach Er / ein gopn — 
Her mir nach o bie ſcwoner Luft R 
Nach ſo piel Freuden eebliche? ; iR 


Reiß dieſes Her’ — ‚Dr uf. 
‚Bleibt nicht dein Hertz dein — 5 — 
Rimm / Liebſte / dieſesa it Dir.. 
cs denn / Ich Todter / leben -- 
fReilei he Be 
Sag mich ben deinem Scha AO NER iR 
Weil ran Ihe, utogcotlt, 
Eineam ſch unſ ie 5 nd FE 
Daß wir du {odt net ri Haar 
mund Aand und. 5 verbunden? 

Keim Tod yet rennet Diefes Band -.... 
Di Liebe heilt auch Todes⸗Wunden / 

Sie erſt auf hoherm Eh, entttand, ;.. 
Die / wie ſie ſich durch fi * heb/t 
Durch ſteten Seelen⸗Wechſel lebt. 


CHR Da 2 fo laß mieh bey Dir leben / 
Etlroſt Du ſo ſey mein Hertz dein Sra Re 





268 Teutſcher Gedichte | 
Peilmirein warmer Geiſt witd Beben! / 
So flirbft Du mir hie nimmer ab  . ; 
Fans fenn fo laffe vein Geben, ., 
Durch meinen Geift bereelet ſeyn. ' 
olaß ung den unſterblich ſterben / 
o Tiberleben wir den Toddd - 
nd laffen ung uns ſeilbſt zu Erbe _ 
Wird aleich. der Leib zu Staub und Koth / 
Du gehſt zu Dem / der Dich mir gab 
Ich auffer Dir bin ſeloſt mein Grad. 
Dies ſprach Er / bis ihm von demSchmittkt 
Wort / Geift AundLeben ward entführt / 
Hierliegt Sie nun / fein ander. Deckel / 
Die Kinder ftehnals wie gerührt / Bj: 
Kaumift / der recht ſein Leid erwegt / 
Da ein Fau alles nieneripläge 
Wer kan auff Gluͤck und Hoffnung trauen? 
Ha, wie die Seel ge war bemuͤht / 
it Erben ihr das Haus zu baue 
Wodurch das gantze Land jetzt bluͤht/ 
© hat (wer iſt der hier nicht age?) 
SHrcigner Saft fie aufgeiadt: 
ESelb ſt Venus mit dem blinden Kleinen / 
Die Wi fo manche Sufkertegt!? —t/ 
Die ſtehen bey den Sarck und weinen! 
Da Pfeil und Bogen hingelegt \.., 
Der vier die Fadeltrug aubpen 2 5, un 
Geist Hymen / hat es nun verſchwor n. 
Auch unſre Deufen laſſen hoͤre / 
Bey dieſer Grufft / ihr lag⸗ Gethoͤn⸗/ zu, 


“se — 


—F 





ee: 





Anderer Theil. 269 


indem fie dieſes Haus beehren / ns 
Und ſtets zu feinem Dienfte ſtehn / | 
Da ſtets für ihre Wohlfahrt wacht / 
Dadurch ſie ſtets den Neid verlacht. 

Ihr aber / Ka eute Zähren, 
Shr/groffer Rielmann / unſer Schup/ 
Ir muͤſt zwar einen Schag entbehren / 
Der ihr ſelbſt unſer Schag und Nupı / 
Denckt aber dieſes Doch darbey/ 

Was man ihm felber fchuldig fey. | 

Was Hilfft / das Hertz mit Sorgen freſſen / 
Da Sie der Sorgen ſelber lacht ? 

Der muß fein eignes Leid vergeſſen / 
Der fürdes Landes Wohlfart wacht / 
Mer ihm ſelbſt rathet / wie er foll;. 
Der rathet auch dem Lande wohl. 


XVII. 
| Auf 77 
+ Die och⸗Adeliche Leichbe ⸗ 
ſtiattung. 


Der Wohlgebohrnen Frauen/ 


grauen MAGARETA 


GSebohrnen Blumin / 
Des Wohlgebohrnen Herrn / 
Hn. Sob. Adolphs von Buchwald/ 

Erbberrn in Giriſchsbete und Siegen 
F Kbe-Liebfien, j & & 

v 








Un 





Si 7 r num PERF * ee 
Sy unſern m hier / ara Nom N ei 


Nun ſelbſt dieTugend an? Die wert | 
Die —J——— — Di lißl 
Das mancher Ritter ſucht/ RT: Safon nur —V 
Womit der eo Herr u Smaß ie 
Die‘ Blume des See Bl N) von Br 
Die wird hie. eingefartt Si t hen Dit | 
Saft hier umb dieſen Sure) Bien en see 
flie iegen 


Die Muſen weinen mit, „Die hai 
Selbftumb die Grabſtatt IE un ai? 


Die ferbft ine Wefen war. Das Y ift allgemein) 


Weil ungemeine Roth von ertenge —* 
Doch fuͤhlet hiemand mehr, Den Sr 
* 


Ab / den er naͤher trifft. Hierft ht det net 
Up ſchauet ihren —— 
nander e 












Funde iſt zu groß / Die von fl 
So feſtes Hertzen nd/ie fein 
Und feine dolter Fan or umDigraufgm 





=) 9 
Dh — — 


ah 
un * Tugend hat angjpefei SE: 








ur Anderer, Theil. 270; 


Ein unvergleichlich Sur, EsIebte diefes Paar - - 
An ſich durch ſich vergnuͤgt. N die keuſche 
| TUT ALM 7 haar | u 
Der Geifter unter fich in reiner Liebe brennet / 
Die fi. durch fich ermehet 1.Die Feine Faiſchheit 
| ON, ı. 


Nicht Liſt uß Heucheley. Die Tugend ſelbſt die Ihr 
Anh eine bike nahm ihren Sie ah 
Naͤchſt bey der Gottesfurcht der Fürjtin. unten) 


alen / 
Dadurch wir erſtlich GOtt / und dann der Welt / 


——— ea ee. 
So weit fie Tugend liebt. Eaftimmer/allesein. 
Sie muftedeffen felbft unwiffend Zeuge feuny .. 
Die Neid mit Wohlthat lohnt" und Unzecht.nie 
Die offt ein gutes Wort etrübten zugeſprochẽ. 
Ihr Mund war nie ohn Hand, 7 De 
> ne Mundı Dr 
Und was die ſelbe gab/ ward nicht Durch jene kund, 
Sie liebt all’ auſſer fich/ von allen ſelb gelixhet / 
Als gegen welche Sie ſtets Froͤmmigkeit geuͤbet. 
Hier war Fein Ubermuth / die ihrem Adelhoney.,.. 
Als welcher wird erhoͤht / wenn ihn Die Demuth 

kroͤnt. — 


Die Sanfftmuth zierte Sie un ſo viel holde Sittẽ/ 
Die nie die Mittelbahn und Richtſchnur übers. . 
0. fhritteny * 
Darzu ein tapffrer Muth / den Sie entgegen ſetzt 
Der Citelkeit / und was ein — herrlich. 


E. Der 





rag 


am _ Zeutfäper © Gedichte 


Der — de dieſer efer Zeit, der it der. Herrli Jerrtigkeit der wo 
Das Kuft und Lift an ihm mic koͤnnte Meier 
werden 


Der die Bewegungen mit Macht arnieder fehl. \ 
Und bloß nur auf en Shuf, th Hoͤchſten fh 


Der war Ihr Schutz und ae ei Sa : 
Ein Schutz in Dodes ⸗ Noth dab u fein Tod | 
Daß ſie nicht ſterbẽ kan / auch da deee ſirht/ 
Und neues * ihr durch ihren Tod erwirbt. 
Er war Ihr hoͤchſter Schatz/ der men men) 
Der alles geben fan. Nun ft ihr Loß 

- UN oe" or Sing ei 

elbft Geber / und felbft Schat Vichts if hit 


Beil Sie ihr Alles hat. Fur ee habt ver⸗ 
Herr Buchwald’ einen Sa den eure Sel 
Der euer Alles war / Vergnügen! "geben. uf J 


Han teiffer felbft das Hertz aus Diefet edlẽ Bruſt⸗ 
Ach / —* dem — air fein Tel 










Ver hat ſo ſtarcke Ma efolch. "de N" iberindd? 
Air eifhet fehlt * nicht / Es gehen 


Der euren Adel and vor —— 
eigne‘ kr 


Richt leichtlich Fan ein Artzt —9*— 


— 











‚Hier hilfft die ——— un Fein Bü. 


leſen/ 


Wo Seel und, Geiſt site? Bergieht feiner felbft 


ergie 
u mitten inder An ff der Uinglüche Net 
El wenn’ des Sr do ei — 
eſtuͤrmet 
Wenn 0) beB Meeres; a 1, hehe“ Qälen 
12 
DT Roder bricht beit man bien 


Der Schiffer fiebt Bere, en jeher ſieht den. 

Und firbet eh er ſurb te hin ot 8 auch hier. zu. 
| 
| 








8 hilffet dern ber Kat PRoemalkeiftge ehen/ 
De! alles ſtuͤtzt und — Mr 


St befke Troſtif Vena Muri anders ſeyn. 
Bott weiß wohl je Er durch ihn muß es 3 


ehem: 
Um ohne feiner ‚Hand kan uihrer —* if bftehen. 
Oſeelig iſt / der nur denn Cr. macht alles gun): 
Wurwas —2 will und will: was — 





RK. 
U RlagrOde — 
Uber 27: xl — 
Din ri Bi feign / Se 5 


36 
| | \ 





| n 
“ 2747 Trutſcher Gedichte 
Der Wohlgebohrnen Frauen / 
Frauen Sophia Auguſta 
ehenree 
Kielmannin von Kielmans ⸗Eck 


Des Woblgebobrnen Herrn / 


Hn Wolff von Buchwald/ 
Erb ⸗Oerrn auff Buͤlck und Echo = 
Eertz⸗ Eheliebẽ en. 
Wie derſelben entſcelter Coͤrper den 6 
Odobr. in Hamburg / mit Doch ⸗Adelichen 
EGebraͤuchen / beygeſetʒzet ward. 
NInm nun /o Ele / Wertbe / Fromme / 
Die iente Schrifft zum Zeugniß an / 
Has ja dein Tode noch entko mn /·/ 
Was Dir die Tugendfekenfan/! — 
Sie Tugend / die dich nicht laͤſt ſterben / 
Und im verweſen nicht ververben. 
Woas hat die erfle Lebens Flamme 
Diẽ nicht für Geifter eingehaubt? 
Die ſich erhub aus edlem Stammer 
Die durch den Nebel nicht verraucht 
Die aus dem Schatten / und den Bein) 
Linsnoch ein Helles Licht laͤſt fcheinen. 
Die ae Die dir haben 
. Soperrinh Weſen eingepregt / De 


*18 


ß 








N Te a a. 
Anderer Teil; ** 


Fr hat noch Nacht ——e 
hr Geiſt hat ſich in Dir gereg - 
Von Ihnen wird dein Ruhm bekleiben / 
Umd Dir ein wuͤrdig Deuckmahl bleiben, 
Es giengen dir die erſten Zeiten 
In einem ſteten Borfpie pi 
Man ſahe ſchon ben dir von weiten 
Des reiffern Alters klugen Sinn/ 
Man ſahe Dich die Weißheit üben’ 
Diemitdem Nahmen eingeſchrieben. 
Die Froͤmmigkeit hat Dir fuͤr allen 
Den unverrüdten Grund gelegt / 
Die Schloͤſſer koͤnnen nicht zxtlallen / 
Die ein fo feſter Eckſtein traͤg / 
Auf dieſen Felß / haſtu gebauẽt. ll He 
Wohldem der auf den Simmei frauet! % 
Wie wuchſen bier fo ſchoͤne Spraffen! 
In wie viel Tugend Ströme hat 
Sich fo einreiches Meer ergoffen! / 
Zucht / Keuſchheit Treue’ Wort und Tdat⸗ 
Mit keinen Netzen je beſtricket/ 
Mit keinen Farben se geſchmücket. 
So ſah' ein jeder auf SAPHIEN: 
AUGUSTA war. der Herzen Luſt / 
Wen follteder Magnet nicht ziehen? 
rs err Buchwald gab ihr Hand und Bft 
er durfft'es hier / wie Jaſon wagen == 
Die goͤldne aa ini zutragen 
Geliebte Dergeni die Fhr bende - 
— —— Sochiten Handy pie 


‘N 13 





en. 172.0 
216 Teutſcher Ger Gedichte 


Die DieIhr in Freuden on und i im geide 
run fo viel Jahr euch treu’ rau 
as Habt ihr nun für Schmeitk empfunden 
Sefchlagen mit fo harten unden?'i, 
Wenn fich fo werthe — 55 

— iſi es Doch für, eine ein? | 

Die fi nun gank im rm ginn 

Und in fich ſelbſt verwandelt ſeyn 

pie ſoll man dieſe Wunden Hei ſſen / 

Wenn ſich die Hergen ſelbſt LH 
Es —— waldi et boten 


Ihn | 

So Ar: Er feige fich Iecide 9 J— 

Er fieht nan hier die kerengpände 
und —— feines —5 En 

ihtsan er al — JV 

ran muß faſt / als bey Eu vum 

——— anen S rs 

Br 


Dur 

“ F— in’fich die 

——— Da Be Di, in | 
und ihrer Tu en nſtes Bild 7, 


"fenn die erblagt ten todten Slied 


— — 








it fehtvariger Finſterniß umbpN 
Dieemwirdin feinem Hettzen 
Und feinem Kurmer. Di 
Wir ehren nochwas von der 
und ſcucin es der Erden ein / 






sw 





Anderer Theil. re 


Ur 5 zum Sinne 

ne nicht fan unverganglich. ſeyn / 
Der Saame / der hier wird erfipleimen 
‚Der wird zum heſſern Leben keimen. 


Die Augen / die allhier verſchloſſe u 
‚Sen /wastein Auge hat gefehn/. 
Die oft von — leſen 
Die bleiben unbeweglich ſte 
Dort aber werden ſich die — 5353 Br | 
In einenheitern Glantz verkläten. 
| 
| 
| 





Der Holde Munds der oft geſptochen - 
Was den Betruͤbten Troft gebracht / 
Die Haͤnde / die das Brod gebrochen / 
Und arme Leute offt bedacht 
Die wird des Hoͤchſten Hand bedecken/ 
Den werden fie nun fuͤhlen / ſchmecken. 


Genieſſe denn der Himmels⸗g tuBEI 
Weil hier dein Liebſter troſte loß legt / 
Und auch Fin reinen? gröften Leide, — 
An deinem Nahmen ſich vergnuͤgt/ 
Ihn wird auch ſelbſt der Tod nicht Können 
. Bondeiner Ra Liebe Bea a 


RESET? 
"Klage oder 
über. : 


Danone, do ge / inet. Br 
1.53" "De : 





NOR 








— 


3 Teutfeher'Gedihte 
Des Wohlgebohrnen Herrn / 


Heirn Joachim Chriſtoph 
von Buchwald /⸗ 
Weyland aͤuf Knop/Pronſtorfund 
Neddergart Erbherrn / 


Ben Ihr. Hoch J. Durch dem Hn-Mb 
ſchoff von Ohnabruͤck vormahligen 


Rittmeiſter/ 


chen Gebraͤuchen beygeſetzet ward. 


Ommt her / ihr Gaͤſte dieſer Erden" 
Zu feh'nein Bild der Ster bligkeit / 
Wie bald wirhingerieffen werden "7 


Auchin der beften Sabre zet “7° 
Wenn wir aupieram Gipffelfteheny 


Somüffen wir zn Grabe achen,. 9° 


alt) 
Mi 
— 


Da wird die Hoffnung groffer Oinge 
Auf einmahl in den Staub geleg / 


Die hoch man gleich Die Flügel (chwWingel- , 


u'?r 


Baldtömpt ein Sturm der niederſchlagt / 


‚ Der allesdas ı was uns ergoͤze // 
Mitunstmeine Grufft verfenet. 


Was iſt das eitle Weltgepraͤnge / 
Als nur ein groſſes Kinderfpielt 3 
Wird jenem gleich die Welt zu euge/ 
Gext feiner Luffnicht Map noch Ziel 


Bald mid den’ der fich: nicht Ban megfen fi 





Ein Wurm ineinem Sarge freſſen. Wir 


I 





Anderer EN - 2 
ir find am Muthe groffe Rieſen / 
Wir bauen Schlöfferin der Lufti u * 
„Kann haben’ wir uns bier gewieſe 7 
So muͤſſen wir fort in die Grufſ u. 
Hfft feheinen ung viel ichwang're Berge / 
Und zeugen nichts als MAuf und Zwerge.) 
Sey immer Hoch:und Wohlgebohren⸗ 
Dom Stande groß /an Gütern reich 7 
Wie bald geht alles das verlohten/ > 
So biſtu auch den aͤrmſten gleich 
HSer Wohlgeſtorb'nen Preiß erlangen / 
Darauff beſteht der Frommen prangen. 
Herr Buchwald / den wir jekt beklagen 
Der ſtellet uns ein Beyſpiel da 2 
Wie Er in ſeinen beſten Tagen — 
Mus druͤcken dieſe Todten Baat'r 
Als / der vor kurtzer Zt gebluͤhet / 
Jetzt aber uns ſein Licht entziehet. 
Sein hoher Adel rfeine Gahen _ 
pit welchen ihn Natur und Kunſt 
Für andern außgezieret haben / 
Verkehren ſich in iauter Dunflı © 
Rur / daß fein werthes Angedencken / 
Der uͤberblieb nen Geiſt muß tranden. 
Hierliegter nun erſtarrt erbleichet 
Der kaum / wer haͤtte dies gdabf} 
das halbe Lebens⸗Ziel erreichet / 
Run decket ihn die ſcwarze Nacht // 
Die Racht / die feinen Lauff hieß ſtehen/ 
Sein Licht am Mittag unter gehen. 
— I G & Die 


# 
N} 












a Teukfiher Gedichte 


.. Die £iebe fieng erſt an zu gruͤne > 
Dim Herzen dem er ſich vermaͤhlt ⸗/ 
ar kaum Die Morgenroͤth erſchienen / 
Sie die ihn / ren Schatz exwaͤhlt 
Zaͤhlt nur von ſeinen Jahren ſieben ⸗/ 
Die Jhr von ‚Sb ſind uͤberblieben. Be, 
‚Damüffen ſich die Dergen theen / 
Di ER NUT verbunden ſeynd 480 
Sie wird gerührt von diefen Pfeilen / 
Weil ein Band heede Hat pereimthı: = 
Kan Schmertz iſt dieſem gleich zunennen/ 
Wenn ſich ſo liebe Hertzen trennen. 
Die Phantzen dieſer keuſchen Liebee 
So viel von tunen übrig fenn: son nd | 
Segreiſten nicht was Sie betruͤbb 3 7 
Doch ſtimmen ſie mit Thraͤnen ind u. 
Wit welchen ſie den Vater ehren 
Den ſie ſo hertzlich gerne hͤren 
Begreiffet Euch ibr edlen Hertzen /⸗ 


— 


And gebet nicht Ben: Muth verlohrn 
Ihr leidet zwar jetzt groſſe Schmertzen 
Die Euch die Seele ſelbſt durchhahrn — 
Doch muß man ſich / in ſolchen Faͤllen 
Dem Himmel nicht entgegen ſtellee.. 
Seht / wie es ſtuͤrmt von allen Seiten / 
Wer wuͤnſchet nicht den ſuſen To / 
Fur dieſe Bitterkeit der Zeiten 1. m 
Die uns giebt lauter Thraͤnen Brod ı 
Seht indie Naͤh und m die gerne 
Uns draͤuen lauter Ungluͤckz Sterne / 
ig nr 


Me 


J 
e 
* 
—* 








Anderer Thel. pi 


‚Sept unſre Laͤnder / Felder, Haͤuſer 
ano Bleibt nun ihre fehöne Zier? | 


Verdorren bir nicht Stamm und ‚Keifet 2 Ei 


Vergehn wir nicht für Trauern ſchier? 
Wie das ein Meiner Schatten ſchmertzet / 
Wenn eine Trauer Nacht ung —— 

Wenn die erzuͤrnte Flut der Wellen 

Das Schiff / von allen Seiten her / Br 

Er augemach zu Boden fäleh/ = 

raiffet man Leidund Beſchwer / 

Da wird man lieber allefeben ' 
Gemeiner Moth entgegen gehen. 


Wohl Som Herr I» der dem 
hen / in 


Mit dieſes alten Jahres Schein / 

Hat licher gute Yacht aeacben! 

Er gehet nun zum Dimmel ein / 

Da ihn fein Ir und Unheil ende 
Dem Er ſich zum a ah wen 











V 1937 — * XXL ' 
© Bi Eu 
Dr | 
ar a term — 


He Wohlgebohrnen Herrn⸗ 


Harn Dettleff Kesention/ 


Erbherrnauf Wittenberg und Treftorft: . 
et deffen —— $r. Witrwei - 


..©$: / eh | 





282 Teutſcher Sicht | 
— re 


| SER £ dent, we werte $ Frau’ Ihr Licht, 
on in dem Mittag’ ihrer —— 
Muß Sie / o bittre Liebes-pflicht! 
Schon dem ein fruͤhes Grab bereiten, 
Der Sie fo trenlich hat geliebet/ | 
Und nie /als dur den Tod / hetrubet. 
Ach ja! Er iſt dahin gegangen / 3. a 
Der Ihrer Seelen Labſal war / 
Und-liegt mit ſchwartzer Macht ungenau 
Entiernet von der Menfchen Schaat/ 
Und Sie ift / leider in den Orden a | 
Der Wittwen nun geſetzet worden. 
Mir duͤnckt / ich Hör’ein rl | 
Ha ruffen Mutter / Kinder / Ach 
Des Höchften Hand hat uns Rd J 
Sie ſchrehen Mann / und Vater nach / 
Es ſchallet Hierin aller Ohren = 
Wir haben unfer Haupt verlohten 1% 
Mer wolte nicht alldier Befemmen? 
Es fen nie eine größte Dein / 
Als wennfich folche Hertzen trennen / 
Die ſo sur feft verknuͤpffet ſeyn / 
Es iſt ein Schlund / der ſie Derfchlinaet/ / 
Ein Schwerd / das durch die Seele RG 
Sch ſehe noch das Hertze wallen / 
D Wohlgebohrne Frau / m Ihr⸗ — 
5) 





Menn Sie bedendt / wie Et al 
Sie wehlt’alsfeines Haufeszier/ 
Wie Er Sie ſtets geliebt. ı geehretn — 
Bi 52 die Liebe Mes —— 








N 
Anderer Theil. 283 


Sie war fein Alles: Seel und Leben / 

1 Wie hat Er offt mit Luft geſehn/ 2 

Wenn Sie Ihm brachte ſolche Reben / 

Die mit der Zeit zur Stüthe gehn, mis 

In denen ſchon bey zarterörime/ 9° 
Der Mutter Zier und Tugend ſchiene. 

Sie war ihmfeines Hauſes Sonne / 
deren Slang ex ſich erfreut /// 
Sie war ihm ſeines Herrens Wonne / 
Durch deren Slick er ſich erneu'f 
Sie war ihm uͤber alle Star // 
Sie war ihm ſein / Er ihr Geſetze. | 











Sp Hiengen Jahre / Tage/ Stunden/ 
In hoͤchſter Friedſambkeit dahm / 
Wie ſie die Liebe hat verbunden / 
Soblieben Sie in einem Einn’ 

Und lebeten ſo in fleter Freude / —— 
Sie bau'ten hier den Himmel beyde. 
Kahm gleich ein Rebel angeſtiege n 


— — 


Und fiel ein truͤbes Wetter eins 
So blieben Sie doch ihr vergnügen! / 

Und folgt ein eboner Sonnenſchei / 
| Ein Baum der ſich recht hatgefenetı 7 
Der wird durch keinen Sturm verlenef. 
Nun wird er Ihr / Sie Ihm entrieſſen / 


Da liegt Er nun der werthe Mann, 
Der ſtets auf Redligkeit beflieſſen 
Drumb Ihn ein jeder lieb gewann / 
Er hat gein Leben ſo gefuhree 
Daß ihm auf ewig Lob gebuͤhret. 





er 


J 





284 Teutſcher Gedichte 
Er war non fanfftem holden Weſen / 
Die Tugend war allzeit ſein Ziel / 
Die mn nur. in: Büchern defem 
und brauchen fie. zum Schertz und Spiel! 
Außwendig gleich getunchten Graͤbern / 

Don innen vol von Wuſt und Traͤbern. 
Kein Hochmuth war bey ihm zu finden! / 
Kein Hader Neid kein Zanc und Streit / 
ZJn koͤnnte nie kein Zorn enzͤnden 
Er liebte Demuth Freundli —5— 
Zi find — 9 e Guͤter / 
jes ziere liche Semütber: ©. 2,7, > 
ein frecher Muth wird bald — 3* * 
Ein Donnerkeil legt in den Staub ⸗ 
Die Fleſen / die dem Himmelpoche / 
Hie werdeneines@&tärdern Rauh 
Den Frommen wird der Himmel lohnen / 
Er bat für Sie viel tauſend Kouen 
So gehe nun ins Reich Det Shren / 
Der du geliebet GOtt und Reiki 
Hier kanſtu nun DIE Stimme hoͤren 
Konm’ per du mein getreuer echt / 
Komm' ber Du ſouſt me sa eich ecretbent 
Dies heift recht Kittermapig ſterben. 
Sie aber fen mit GOtt zufruder 
und WWicke ſich in deſſen Schlus Ch 
Durch den Er.ift von Ihr gem 
Es bleibt darhey / man ſoll un A| —v 
Das Urtheil iſt ſchon laͤngſt gefaͤllet / se 
Mer ift/ der fic. ;partvichen Kelkbtı = 
3) Se Stlaſſen 


———— 








nm. 


n 
« 




















Be 0 252 2,2 Se 


/ 


Anderer Theil. © 285 
Gelaſſen ſeyn / gedultig / ſtille 
Etleichtert uns des Creutzes Pein / 

Dies war des Allerhoͤchſten Wille / 
So muß es auch der Ihre ſeyn / 
Wer ſo wie Er gelebt / geſtorbhenn 
Der hat fein Hehl im Tod’ erworben. 


J 8 . * 
— ⸗ 
J 
J 





Auff 


— Den wohiger hrnen Seren, 3 
Herrn Ernft Chriſtoph 
von Bauditzen / 

—— 5 

deſſen entleelter Coͤrper zur Erden 


beftattet worden. 
m Nahmen des An. Bruders. 


I ift dielekte Pflicht’ mein Bruder / die ich 
Ein Denckmahl meiner Lieb und wahrer Treue) 
| a u). 

as Fan ich andersrhivalsydaß ich dein gedencke? 
Hier fol dein Denckmahl ſeyn / hier ruheftu in mir. 
Mir duͤnckt ich ſtelle mie noch deinen Schattẽ fuͤr / 
Was iſt es / daß ich mich ul Bee —2— 
N RN ONE: SHE IRRE In 1LE 


Dein 








286 _ | Teutlher O0 Gedichte 
Dein Dein Benfpiel enfpiel lehret et mich / & — * daß ih mie) Goa 


Wo du gefunden haſt die — Sehens» Ah 
Hier iſt ein Africa/ voll Drachen / oͤd und duͤrre / 
Was hilfft es daß wir hier ſo — Streit 


Daß man von Jugend anfi Fin biß ing‘ Alterplage? 


Dort ift Das Vaterland / hier gehn wir in der irre / 
Wie koͤſtlich es auch iſt ſo iſt es nur Ve rdruß / 
— AN Die ee — 









XXIII. 
eh 


gun oft. Mlia eiſheh 
Veiederfättin? 


Hn. Andreas uickens / 


Hoch Fuͤrſtl. Holſteiniſcher — md 
RanzelcnRatds/ 5 
verlobten heriliebflen ur 
Braͤut / * 
——— ſeeligen an. — | 
O herber 


a. Dit Su denn / ſchon nftes Sid in deiner 
—* Bluͤthe — & 


* | 
/ 
J 


Anderer Theil. 2285 


— — 0 
Es muß faſt die Natur hieruͤber ſich entfaͤrben. 

O wie ein harter Donnerknall! | | 
Der Eltern=Hergen ea zu Boden fihlagen Fan. 
So jung / ſo friſch ſo choͤn / uñ doch fo bald getham/ 
Wie bald vergieng in Dir ber edle Himmels, 





| ‚Hauch! | 
Der Srühling/ der fiegiebt 7 der nimmt die Ro⸗ 
* sad DS DRRMIMDL 
Da doch / wenn dieſe nun vergehn, En 
‚Der faule Löttig noch Fan Schnee uñ Eis beſtehẽ. 
Die Welt | | | 
Dein Daterlaıy 0.0 
Un was Du liebes haſt / wird alles Dir entwandt / 
Die Welt / die von der Zier ven Nahmen zwar 
N — 
Der Menſch / die kleine Mely 
Der ſich durch fie verftellt/ a 
Der giebt ihr Blank und. Licht. Seit Du bift an⸗ 
SR 
So war ſt Du beeder ir. | 
Ietzt / ach wie bald !verftoffen/ 
So nimſt Dunun mit Die 
Den Schmuck der Fleineuund der Stoffen. 
Des Lebens Morgenrorh gieng auf in. dei⸗ 
0 a 
Und mahle im Antlitz ab den ungeferbten Geiſt / 
‚Richt angeſchmitz von Schmincken dieſer elt / 
Die keine Farbe halt, — — 
Der nun / da ſich de Todes Bleiche weiſt / 
Und deine Tugend-Mörhe ſchon zue Seelen einge⸗ 
a an 7 


Nicht 





88: Zeuffeher Gedichte 





| Nicht mehr/ wie vor ob ſeinem Koh” —— an) 

So himm denn nun von uns diß lette Zeugnis an. 
oe ungefarbtet deine Zier/ 
&omenrger Zarbe Dieder Zod aͤt nich } 

eungefarbter iſt — 3 | 

au deinen Ehren ſchreib en. 


Wie wird der ( Eltern Hertz / 
Der Eltern / die in See von Baht 
Der Eirern ‚bie voll gl ft und S merk J— 
Mit Zentner⸗ ſchwerer Laſt An bs 
Wie wird es ihnen nun ner, 
Die / da Sie: ich verliehen N? von fi h 


So ſchwerlich ſcheidet a 9 a von fin. : 
Gliedern/ 


Als jetzund ge: ii Di fich abgetrennet bh n. 
Du geh frag ; N Hauſes Wone 2. 
ergeblich klagt man: dir hier — Dinn 


Du war ſt der deinen Sonne. 
Wie gab dein Morgen ung fo einen su Kelle Ehen 
Der in dem Mittag auch nicht koͤnte heller dem 
Rimaber Ijhroie (ON chwarke Nach hrdenfl 
Daduden Saͤrck zu Rhne eiegeft) ne 
abeiner Eltern Hertz —5 ee 
finſt rer / als lg das Grat —— 


O 3B fd 
au oh der —D —* 








BR 00 





_ Anderer Theil, ee 177 


Dennis von der Mutter Seite war 
Der Geiſt des — Olear/ | 
Der alle Welt mit ſeinem Ruhm’ erfüllt. 
Des Vaters Wie der ſchien in Dir fich zu erhoͤhẽ. 
Der Antrieb der Natur / die Fe — 53 der Siñen / 
Gieng deinen Jahren vor. een und Be⸗ 


Gieng hier mit ‚gleichem Son In Dir war 
elbſt dein Licht. 

Det alles faß't wie Du / den faßt ſein Umbkreis 

Wie hatte die Natur (nicht, 

An deiner Stirne ſelbſt dẽ wackern Geift gebildet, 

Als durch verborg'ne Spur! 

‚Hier war uns auttaehe ein Elaver Hertzens⸗ 


Br — def Kiel Sehen eingepraͤgt / 
Seele ſchoͤnſt — 
Die Sanfftmuth hat —* in deinen Mund ge⸗ 


leg 
Bi nie durch einen Shrindergäei war ver⸗ 





® gen Ba, N füfen Dof 
erauſchet durch der Wolluſt ſuͤſſen —* 
So war die Wiſſenſchafft nur deiner Seele Koſt / 
ie koͤnnt allein in Dir den Hunger ilen 
Die ſchaͤrffte deinen Geift/bemeifterteden Willẽ / 
Das dein Verſtand auch ſelbſt vor Meiſtern Mei⸗ 


jelte 
Am, in &chr: gahren zur — ie 
F So 


— 





ae. FOIRBER Srite. 
So war dein Anfang deinem: Ende nah! WR 


= nd nun laͤſt Du die Welt dahinten/ 
| DaDih nachdem Du von uns — 








Des Himmels Manna ſpeiſt/ 
Wir ſpeiſen Rn mit binern obnuinnm 
Se ſelbſt der BEN 


en ea vaſer SM und Spa! | 

uch wohl bey Saltz und Brod/ 

| Si ft fuͤlle wir den a Dectn mit 

En er gemeinen Wag 

Si Schaaftreit‘ tooter Burn — sch 
zum Reichen daß man J lea Do 


Wie machen manchem ie m in fe nat 






Wir teagenfeibf bey unseren } t d au) 
Die Rungeln: Suchen find * Son | a Ag 


un Ua ſtͤckweiſ hinten nat hi 


ER Der nn auf uns vom Köpfe bis un zn 
Ei (ebendig Spital bis alles Teen 


Okurtze Friſt! Bine 
Ein Vater und ein Sohndie heile eu U 
Mor rgen / 


- Was wiſ en dieſen iſt | 

2 LAT yon eernund von am 
eit Demdie geoffen Baͤter aller Zeiten 

Der Erde gute cht geſag // * 





h j a en 
2 ; Anderer Theil, “ S⸗ 


So folgen wir vet wir von weiten 

Noch vor Dem Alterrhunb betagty 

Und / ach / was bilden wir. uns i  ....... 

Die wir nur gegen ſie wie Mittags Schaut ent | 
Wie nahe wardein EN | 

Ri DAB Du vier Tehny n Fahr’ 

& Fleiner Blick in dieſe lt!) 








m 


Als deines Altersand're Sue Abenereny 
n en Ar In seit was juͤnger 


Da fönte j ja mit Reichen un mit Suͤdten 
Faſt ——— * Br Opa 3 
in’ da fie altı Fan fie kau abrege M 
Mon Din n find nur zwehmahl ven s 
una hehe . — | 8 
in Hirſch un, Rabe hat vor uns vie ing: ve it 
Mirfterbengegen fiein — ——— | 


Die Welt iſt abgelebt 
&Sieifimehr rodt/alsdie / Ri in ihrfind — 
Die kaum auß ihrem Staube ſich erhebt, _ 
Wir / die wir hier die a ara haben 
Bir halten ih en Lauffy 

rn allgemach ung dem Verweſe Hauf 

Wir —“ geſtuͤrtzet indie Welt/ 
ndſtehen als zum Ball. ie net Grufft und 


Ras ifft es lange Ho Dong eg 
De t der Tod in eine — beſchnellt. 
Wir En was ung faſt jede Stunde drauen— 


re ver Baar — 
n 


” 











2955  . Teuticher Gedichte 

Und / ach / wermolltemmohl 
Der Erde ſo viel Zeit von ſeinem Leben goͤnnen? 
Der mo ſte fie nicht kennen ⸗/⸗ 
Daalles Tugendzleerida/ alles Suͤnden⸗voll / 
Da Thorheit Schule haͤlt / un Heucheleyregierets' 
Fein dies / o Seelige/ war nicht fuͤr deinen Geiſt/ 
Der ihr beyzeiten ward entfuͤhre // 
Der woillig ſich der Zeiten Strom entreißt. 
Die Erde reichte nicht den — ebẽ / 
© konnte feine Welt Dir hier ein 


. 0. Dubift war nam re Re 
O Werthe / zu den meiften hingegangen _ 
Doch bleibt dein Bildnis wo nun Seele 
ii hangee 
Wir wollen Die Die lehte Pflicht zwar thun / 
‚Die doch nicht ſtirbt nit Dir 
Andaung im Trauren noch ergöke 
Rochdies dein Angedenekenchrentolel 
And bleibft Du ſtets in unferm Kerken beygeſehet. 
| ee — — 
Allwo Di deine Spieligeſellen —— 
Die Engel zuden Sternen ſtellen ER 
Das Glocenfpieldasunszu deiner Leiche rieff 
Rufft Dich zur Kirche hin die droben triuinphiren 
Bir Flagen den Beluſt Du findeft den if, 
DeinGrab verſenckt Dich un waͤr es noch 
zer) REN Te 
ee Ruhm gefuͤhret // 
Der fich kan ͤber alles ſchwingen .. TRIER 
Ko deine Zunge nun / Du himmuſche Orz h 


% 


‘a +? rk 
4 
1 





_..beree erer Theil, 293 


| Seth tihres Schoͤ pres Schöpffers2ob befi age n / 

Als kaum ein Engel Fan dein eigen Lob be eſingen. 
Dein Liebſter ſteht von ferne / | 

. Der deiner war / wie Du rear feiner / Tugend 


Und deiner Schoͤnheit / wie Du — Gabẽ / Lohn⸗ 
Er ruffet Himmel / Erde / Sterne. 
Der noch die Fruͤchte hat von deiner Blut sr 
‚ Kan. auch dererften Blütenicht genieflen. 
Wie fpieltdoch dag Verhängnis oft! 
Wie müffen alle Strom’ entgegen flieffen ! 
Der Hoͤchſte will hier felbft der Schiedsman ſeyn 
Vor ung war nur die De vor ihn Die Frucht 
allein. | 
An Dir iſts nichts verlohren / 
Dir 10 Maria / bleibt das allerbeſte heil 
Dein Weſen war zum Himmel nur geboren | 
Der war dir nicht alte Schäße feil. 
Du hatteft auff der —— I Schatz ge⸗ 


| Die Liebe hatte ——— gebunden / 
Von welchem ob du zwar > Mae ich ſchei⸗ 


| So findeſt Dir dort auch (va Deinebiche naͤhret / 
| Und heiligt deinen Trieb, 7 iſt dein Hochzeite 


Mit dem / der ewig iſt und lbſt ewig waͤhret. 
Hie iſt ein a a — und den Du 


Der ſein * Dir/ Su 
hm 





294° Tentſcher Gedichte 
| am deinesiunddarben bes Liebften Hertze giebſt. 
am Koft der. angeflainniten Sinnen / 


e 


Die Siebe veflen/ was verganglich ift/ 


Echoͤhet fich in dem / verihr gab das Beginnen) » 


* Der alte Wei geliebt und unfet nie vergiſt 
Saft dein —— Sicht zu einem Zunder werdẽ 
Derviebe / die did iebt / macht Himel aus der Erdẽ. 
Wie liebſt und lebeſt Du in fo dergnuͤgter Ruh! 
OBraut / o Schoͤn 2... ur 
Viel ſchoͤner / als / was Weſt und a zeigt / 
[4 ar u 


Algjeder Stern / ber. an dem Himmel x 
. Hier fichen umb Di re en Toͤchter / 
ohne i 


Und ſtimmen Direin frohes Braut⸗vied an’ 
. Darunter. auch der Engel Stiramen ſchallen / 
Das alle Himmel wieder en. 
Bir ehren hier dein Grab /wie man am beſten kan / 
Die deiner Tugend noch verpflichtet! - 
Dort wird dein Braut⸗Bett aufgerichtet. 
Den Lab legſiu hier nedee6 
Vey uns / der Seel RI DR Vergang⸗ 

— igteit 
Dort iſt Sort ſelbſt (Dei diefen find ſt Duwieder 
Dein Vater ı Bräntigamb den Shake 





— 


u SONWEU 
Auff den Todt BEER 
DR 


a ne 


Anderer Theil. Ass 
Der HadEdtn, De Ehr⸗ und Tu⸗ 


Fr. Mario Elifaberß Nieder 
ſtettin / Gebohrner O learin 


Roc konnte man den da all dee Tochter- nicht | 
| verſchmertzen / 
Die Thraͤnen fioffen noch. auf,allen Banger nab / 
Und jetzo traͤget man die Mutter ſelbſt ing Grab / 
Man IR zum andern mahl ein ander Theil vom 

Hertzen. 
| Nure ein Schwert war nicht gnug / Ihr habt noch 

einmahl Schmertzen / 
Gleichwie der Him̃el euch die beeden Schaͤtze gab / 
Frau Tochter / eures wur und. asufee Kron’ 
/ 

Hier fein Here Nicderfinfüe Sreuden-Traus 

er⸗Kertzen. 


9 könar ich ihren Preiß AN ihren Würden 
en⸗ 
So ſollte ſelbſt das Gold für ihr nicht gölden fern 


‚Hier waͤr ein Tugend- Licht da andern nur ein 
| | Shen. — 


Der Tochter ehe ich war ein Lob zu Ehren ſetzen / 
Die Mutter zu beehr n/ ee mir Ned’ und 
I ai u f erhoͤh /daß es mich ſchweigen heiß’. 

T4 — 

















296 Teutſcher Gedichte 
Auf den Tod. 


Des Hoch⸗ Edien / Geſtrengen / 
| und Merten! 


Hn Heinrich von der Deilen / 

J Königl. Maj. zu Schweden Connner⸗ 

ien⸗Raths rund hochverdienten Buͤrger⸗ 

metſters Der Siadt Wibmar. 

Woe muß mein Wißmar / ich dich fo zerſchla⸗ 
REN gen feben? 

Wiei dir / werthe Stadt wie 1 dir doch gefcheht? 

Sie ftüeme der Noꝛdwind DIL — 
| KEN) EL £ 

Weil du den * Ander nun Des Schiff's verloh⸗ 


ven haſt / 
Das durch der Fluͤgel Macht it h immelwerts er⸗ 
Rn 


Und achtet nun nicht meh Der Welen Zorn und 
| | Kobent. N 
Das in den feften Grund der gelfen eingefench! 

Dasnunmehr Feine (ut yonfeiner Stellelendt- 
Es fällt (ofpwerer Sal!) dein Edler Hert von 


/ 
Und weil die eine fälle / ſo beben alle Seufen! 
Dein Arlag/der dich trug den trägeftu ind be 
Hier liegt der bey Dir ſtund / dein Stecken un dein 


© Es wird auff das Wapen / einen geflügeleen Ansferigegielet 
| | | Se 





& 
| 















Deꝛ beſte Racſchlag ift/dadınd ein Stand — 


undeter Then. 
M 


So laͤſtu billig nunder Augen Ströme fieffeny E 


297. , 


 Diereil ein Auge dir mein Wißmar / iſt entrieſſe. 
Das Leid iſt algemein / das alle gehet an) 
Das feine Thranen-fluth in ſich erſaͤuffen kan. 
- DerSchmerk ift allzu groß / es iſt zuviel verlohrens 


Es mar durch ihn der Stadt ein neuer Slankger 


BR bohren! / | 

Den jetzt die Nacht bedeckt. Ein jeder ſah auff ihn / 

Aus deſſen Stirm und —— EN e⸗ 
—— — 


PAR —* fi en. | | 
Die Triegerey / die ſich mit Warheit⸗ Farben 
EN Ne OMHCEEN ! 
Hat nie die Redligkeit aus feiner Bruſt geruͤcket. 


Aus ſchwartz wird memalhs weiß / aus Schatten 


a | wird kein Licht / | 

Die wahre Tugend darff der Nebelkappe nicht. 

Wenñ man mit reiner Seel uñ Gott zu rathe gehet. 
Mer durch die Laſter will erlernen ſolche Kunſt / 

Der ſucht bey Dornen Frucht / und bey den Dra⸗ 

| ‚al 26; 


unſt. 
Kein Schmeichler hat ſein Der / Eein Schnare 
RES Sn cher je gewonnen / 
Diebduͤgẽ ſtund bey ihm / wie Pebel an der Soen. 
gm hauchte nimmer an des Pöbels linder Weſt / 
Den mancher ihm fo wohl die Ohren reiben laͤſt. 
Es iſt ein bittret Ba bey füllen Honig-£ippen/ 
Und 2, Ah eröfftan diefe fcharfte Klippen. 
| 


Man fliehe neicheley und eine falfche Gunſt / 
I Her nach dem Winde fihnappt / erflickt von 
SR EGSliaub und Dunft. 

Es | Kein 





N ü 
% a : Al 
äh“, tif  — 
Kein deind der ſchadet fo. Sein et Medufene 

opffe 
Laß zieſchen uimb ung het die A Schlangen: y | 
öpfe 


Wann nur Vorſt Htigkeit den iegelihnägeigt/ / 
So wird des Gifftes Strahl: auf ihren Halsge 
ugt. ” 


Bey ihm war ſcharffer —— nicht 
Er ſchlug nichts in den — Kö hut, 


Der falfchen Gitelfeit. Serge einer Eyur / 
gef ı Tugend / Recht * ſelbſt dieſe 


Aſtraͤen Wage war ihm ja ich und eben / 
Der nie vom Goldgewicht ent —* wat ge⸗ 


Es taug nicht / wenn das Sb u er Rehht die: 
|| Benn vor ein eifern Ke das Ihdne gu 
Ihm wuchs Verſtand ſein Ruh 
Sein Seiftr der feurig wat, — Nu feine 


Und feine Klugheit ward anchiRtänigen befatnt/ } 
So, daß der Norden⸗ Held ihn ſeinen Ka ger, f 


nannt. 
Hier war ſein kluger Sinni in allen zu —— 
Man * ihn ſeinen Sen Ha nach dem 
/ 


Er 





ee 


Qnderer- Theli. 299 
& jierre feinen Ständwat feines Königs Preis / 


- Manliebte feine Tueu'r und lobte feinen Fleis / 
So / daß er auch hadurch * * erkran tz ver⸗ 


Der ihm nun immerfort * der Rachel 


| Der Königfegte ihn in hohen Ritteiftands / 
Durch ſol fe oh won 5 Verdienſt 





Man muß den edle Murh vor — ii keñen / 
Bo eine Flamẽe ſteckt / Die muß gen Him̃el breñen. 
| Was in dem Staube kreucht bey des Poͤ⸗ 

ahn/ SR 

Das ſiehet niemand nicht mirsolen Augen an. 

Steh’ / edler Sr jo feſt Anm wie ein Aucker 


Dem die erjürnte Sl utan alle Seiten gehet. 
Steh’ iodu edler m Au Ar n die Sproß 


Die ſchon ſo naheft find a ihres Könige Thron. 
Sohn 1 Tochter] Tochtermann der nun des Koͤ⸗ 


eite/ 
Welvie auf inbetuhe wenn in Die Rh und 
Weite 


Zu ſehen er Aug? und feines Könige eichtr 
 Eriftfen? zund und Hand / Dadurch er halt und 


pri 
Ste) / odu edler Siam den auch “ Neid wird 
rei 
1a wid den groffen Ruhe bie fpäte Nachwelt 
| RN —— 





300 zeutfet Gedichte 


Sch ſchweige / denn ich bin vergebens nur bemüht/ 
Daß man ein hohes Lob in ſchlechten Reime ht. 
Mein Wißmar wird zu erſt ing Den 


Herr Deilen wird ihm & im nem und Hertze 
bleiben / 


Nicht Feder Pinſel Ertz / nicht Marmor / nicht 
apier | 

Das bildet ihn ſo ab! wie hiefes“ enctbuch — 

Es iſt ein groͤſſer vob / das ihm in Nord en bluͤhet / 

Das durch Magneten — groß it / an 

ie 
Beil Kunſt und Tapfferkit au nach Nor⸗ 
So ſtehet auch ſein Ruhe wie ber Nord⸗ 
poh 


Umbihn ſteht alles woͤhl / die Meinen aber klagẽ / 
Vnd zwar nicht ohne Fug D Die Au iſt ſchwer zu 


Die der Verluſt gemacht. Man Kointet Throͤ⸗ 
nen aus / | 


Die gange Stadt die wird sekhlagen durch diß 


Daorch dieſe Leiche wird fie fel — sur deichen / F 
Was hie nur trauen kan /d BON Trauer? 
ei ) 


Man fpielt das alte Lied. Der Sobri wird gerveint 
Wer das nicht thut / Der iſt faftn wie ein Men | 


| ind. 
Man ſi j eht nicht / was! man ſi ſi ehtman will auch gar 
nicht ſehen om 
Wie 





J | | 





A. ee AT — Ws Du —— 


Anderer zei. 301 


Wie alles / was hier lebt / muß feinen Weltkreiß 
J IJ Bee | 
Ein Blinder leitet hier den andern in das Grab / 


Unfieht. nicht / wie er formt den Berg hinauff un ab. 


Wir muͤſſen jadie Zeit dein lebenloſen Leben - 
nd unf rer Jahre Rang zur ſteten Beute geben / 


Mir ſierben aliegeit / wir ſind ſelbſt unfer Grab / 
Die Tage ſierben ung / und wir den Tagen / ab / 


ie ftecken/ wie wir ſind / dem Tode ſchon Im 


J 


Was will man ihm allhier fo groſſe Rechnung 
| machen? >i«“ 


Sen alle Zahlen hin / der Toveber heilt fie babe 


Und biftu Dir gleich jung/ fo biſtu ihm doch alt. 
Penn nun der Haare Reiff die Scheitel hat ge- 


u 
a8 


2 faͤrbet / 
Wenn ſich die glatte re rei ⸗Furchen 
F welche mit der Zeit der Tod die Sichel druͤckt / 


So mwird das Zieidenoch off weit hinaus geruͤckt / 


Da doch das Alter nur dies ſtuͤndlich hat zu hoffẽ / 


‚Sein Grabmahl ſtehet ihm / wo er nur ehet / offen / 
Dem ſchon der Tod mit Macht durch alle Glieder 


3 nem er 
VUnd dem der- Huften fehon ein heifcher Grablied 

— — — ingt - 

& en er fliebt/verfticht/un wird in ſich begrabe? 


Man folge ver Patur/die Mutter will es haben/ 


Wer fich befennen milffür ihren rechten Sehn / 
Der ge et dieſen Weg * den Sarg zu 
Fake ER U 


SH 








| so. Teuiſcher Gedichte 
— ——— 
Sey Son Ritter /Edelmanıy T du muſt die SR doch 


hler 
Und reiteſt endlich doch noch Auf des — 
Ser Koͤnig/ trage ee er Eye unddie Krom’/ 
Ein niedrig Grabdru — einen hohen 


von 
Dein ahergannd der * — darbe 


Dem alles anterihan / wird Be Erdehe 
Sy, Vauer / welte nur den Gheren Si pie 


Su rein? / 

Die Erde ‚fodu rügfini ſcharrt Di) wieder an! 

‚Sie gabdie Brod/ — das —9 die deiſh 
un 


So muſt du / fuͤr ihr vrdne — ihr wieder 


ag yon der Erde — * ſiebet nur dlein 
| Was ung zu Menſchen mac) k iR muß unverg ng 
| Se 
ie vas man denn. fo fehr Hert are Delle ice 
‚berrauert? 
Er lebi bey Gott aan de Nahe enigb0 pauctt, 
‚Sirleberhier un dort in ſteter greub und Bonn? - 
Es Ka fich To wenn — ben bein 





— 
Veh der dachbegaͤnonn·· 


“ 








| 


Wie bald mit 
Wie man fallen kan im ſtehen / 
* OR ſteht mitten auff der Gahn / 








Anderer Thel. 39, 


—— Dis Ho ae und Hohe 


Herrn Peter Muſaͤen/ 


ABeitberübmbten Theol D, und vor; 
nehmſten Profefloris, wie auch Procancels 
larii auff der Kielifchen Uniperfität. 
eg Welt / o ſchnoͤdes Beben] ⸗/ 
Spiegel ſtaͤter Sterbligkei // 
——— daran wir ter 


' Qxopien-Hansı n Grab der gt J — 
Darkaen wir kein Weſen fühle 


ũnd mur mit Dunſt und Spaten elek | 
Hier saufen wir inengen Schrangen / F 


Nachdem das Ziel uns wird geſteut / — 
Wik meſſen opt mit den Gedancken 


Die fleine nach der grogen ecc. 
Und meinen Be mit ihr zuſtehen 3: 
Die wir doͤch taͤglich ſehn vergehen. 


Die geit nimmt uns im Zuſatz aber e·e· 


Sie opfert ſich und ung ihr auf / 
Wir tragen fie’ fieuns zu Grabe / 


Sie fliegt / wir folgen ihrem Eaufy 


Wodhi dem der uͤher Alle Hügel - 
Sice uͤbereilt mit ſchneulem Flügel. 


er koͤnneti enmiel ſeben / 
Te ba 5 are a 


Und 


r 
* 
= — 
x 
nn 


— — — — 





DRM d; 


28 


364. zautfeher Gebiete — 
Im pre, Kunft/@oldiholde Sitten N 


Sie Tonnen nicht den Tod erbitten. 


Der gib, dae ſchwache Haus der Seelt / 


Liegt auffder Baare außgeſtrect 


Den bald in einer ſchwartzen Hoͤle / 


Die truͤbe Finſternis bededt. 


Ser Seiſt / der Hmmelan gegangen A 


War gieich im Kercker Diet gefangen. 


Doch hat ſein lang fo flat gefbienen? 
Daß auch fein Schatten ung noch ſcheint / 
Eswird bier fein Gedaͤchtnis grunen /⸗/ 


iger dem Leibe ih vereint! 


Under wird wefentlich empfinden’ / 


as er hier ſuchte zu ergründen. 


Wir konnen zwar mit linden ZBENEN | 
Sen dohen Muth und tapfern Geil! 7 


nd fo viel ſchoͤne Gaben preiſen⸗ J 


Er aber ſeloſt i der dich preiftt / 


Erfan fich feinem Top entpeben! © 


i 


unddurc gelehrte Schriften leben. 


— 
= 
— —— 


— 


Solepedenn/du Zier der Weiſe n 


Leb ewig dort und lafte Did 
Sen Mund der Wahrheit ſelber ſpeiſen 


Denn diefer Schem verliehret ſich/ a 


Wenn wir in vouem Lichte ſtehen 


So mus das Schaitenwerck vetgehen | 
Ein Stüdwere ift hie unſer Wiſſen / 
Wie oft fent uns ein kalſcher Wahn / | 
; Der 


—* 














‚Anderer Theil. 305 


Der nur beruht auff eiteln Schluͤſſen / 

Außs der ſo engen ABeippeit Bahn 
Dies Stuͤckwerck aber wird zerfallen... 

FndemderAllesiftinAten.  — nie... 
Die hohe Schurift hey den Sternen / 

‚Ste maͤchet auch Die Thorenfug/ 0 
Nicht Bücher / ſchreihen / leſen lerneny /⸗/ 
- Ein Wort / ein Buchſtab iſt genug /· 7 
Sie find recht Meifter erſt zunenne u; 
Die den / der AundO iſt / kenunen. 


ee 
ODE 
Auff den Töptlichen,Dintritt 
Des Weyland Wohl⸗Edlen / Veſten . 
| Hocherfahrnen ⸗ 


Herrn Maͤtthias Clauſſens / 
Der Argenen weirberühnbten Doetoriss 
und HocFürfti. hochbetraufen - 
——“ Leib⸗Medici. * —A 
SHfirbet nunder werthe Mann / 
Und greiſt der Tod den ſelher an . =: 
Den er ſo offt beſſege _ RENT 
Iſt vor Hygeens liebe EOM/.: 3:02) 
Dies —5— noch der gantze Lohn / —* 
7 Das Erzu Boden liegetttteee 


1% Oiitgatder Sontden Piel atca/ NR. 


“. 
t 
er.“ 





_ 
= 


And Er hat ihm en SED Were Are 


38 * 
Di) 


nn 


30% Teutſcher Gedichte 


—— nn — 
au fich nun ſelbſt nicht ſchůtzet / 
8 bauet auch ein Rſtul 
Fom felber offt ſein aagen Grab / 
Wann er den-Ktandennühel | 
Den biaſſen Tod den habenwie 
um alter nachften Nachbar bier / 
r ſtedt in Haut und KNOben!, 
Ergeptmitiederh Biſſen ein) 
nd ift eb wirs vemuthend ſeyn © 
Zum Hertzen eingektrochen. 
Ser Menſch iſt ſeiber ein Spital / 
Ha Seuchen wohnen ohne Zah 
Her Menſch das groſſe Wunder / 
Don auſſen ein gepuntes * Me 
Bon innen fauit er /und nımmeab! 
And nehrt des Todes Zunder. | 
Die Weltiſt techtein Krancken⸗ Haus _ 
Daſtirdet man/daman trägt ausı / 
Siefeloft folgt iprem Shwindel/ 
Her fieundunsimKreietreibt/, 
Bis danmanendlich iegenbleißll / 
Mac) apaelanfpner Spindeb  —  . 
Wir find alıpie ganz taub und blind / 
Wit fep'n nicht / was wir Renſchen indl, - 
Was uns fuͤt Wolgen degen Re 
Bir hören nicht des Herren Bort/ 
Das Seele) Seikund nern vurchbohrt / 
And Todte kan eriweden: RE RE 
Wir raſen indie Wette hier / ERDE 
Es siehst uns indie Begier / Gleih 


Gleich 





LEN a [ — 





j 
| 


} da; et Die 


ee ——— — 
> =, = Be —— — mr — — — — —9 
= j 


3 


| Aunderet Spell. 307 
Blei den ergrimmten Thieren / 





Ein jeder laͤſt/ nach feiner Art / 


ẽe ſeh geiabrt und ungelahrt / 
Sich ——— fuͤhren. 
Wir ſchelten offt die Zeit und et 
al⸗ die uns Strick und Netze ſtellt / 


Sie finds / die ** verleiten / 


Da doch durch u — en Gifft 
Sie und auch un eh > 
Wir find Die Peſt der Zeiten. Der 
Wir haſſen unſre Arkeney / 
ir bringen fo viel — bey 
ae m Gew Fa 
Schmeichel⸗Sal endeten 
2 dene ſelber 9— io 

en Schl Biffe 18 un; 7 


e ht Seelen ge hinaus 
ot ir — | 


ih⸗u 
N —A— fies 
—— genießt ’ 
I Kraßfft des Geiſte b ſtaͤrcker. 
So haſt Du Seelger / auch gethan / 
39 bepzeiten —* Br 
J El Den Dirk gefunden 
NHelffer / der zu vs eilt. 


Der uns au in dem Schlagen va ir 


Zul —* Wun En 
ME: 4 Tu207 9 | Du 


ae 


See 





U. 


708 Tentſchet Gedichte 


Pr me 


Du wareft unfers Sandes IT a 4 
Mun haſtu deines Heyles Theil //// 
Bey diefein Atzt erwexbenn. 
Dier traffeſtu das rechte Ziel / Haas Aal 
Masttagetı Abt! —— ‚eg 
Erfen Euch abgeſtorben? a 
Was nuͤtzt / daß Iht Eu felber vun 
Sch Höre / wie ein jeder ſagt up “ur 
Herr Claxflonift geweſen Be 
Ach Nein! Es ift bier — 
Er war nicht kranck /Er iſt nit im 
Herr Clauſſen iſt geneſen. n 


XXIX. 
Te 2 


Herr dehan — 
Kiefer / 
Derozu Shlhwig; ori 












der Hoch Fürfil. Hurkl: Beer ai 
Hoff:sprediger! . 26 
‚Saite seneliebfle/ e 
Welche den 30. Junii / nemblich am Lutine 
ge nebft der Feucht ſeelig —— den 
Julii mit iteteu Gebraͤuch | 
wig eerdigen ließ. 







= 


BE, muß ich denn / ——— rm 
Wie 


Dar Springroffes Leid geſent! 








Anderer Theil. | 3 


Wie bald kan altesfich verkehren’! / 
Daß uns die Luſt auch ſelbſt verlezt 
Die daß bey Euch Lucinens⸗Licht / 
Gang mvervofft den Glauben bricht 
Das Ungluͤck will Euch gang beſtreiten/ 
Es druͤcket alte Pfelleabı 
&s reißt die Liebſte vonder Seitens 
i Um gruen ihres Kindes td 
Was bleibet denn für Troſt und Rath? 
Der meine koͤmpt allhier zu fpat. 
Was ſollte meine Kunſt verwuͤgen / 
Bey Euch / der ſolche Reden fuͤhrt / 
Die auch ein Furſten Ohr vergnügen? 
Mitreichen Lehren außgeziert? 
Zagi nun daß fie nicht fen umbſunſt / 
Ein Meifierftün? in Redner⸗ Kunſt. 


Traun / der iſt aler Redner Meiſter / 
Der ſich in Noth bereden ka 
Ermuntert denn die ſchwachen Geiſter / 
Unmnd greifft Euch ſelbſt mit Gründen an ⸗ 
Denn: meiner ſchlechten Meiſterſchafft 
Sehricht es hier an Geiſt' und Krafft. 
Mas Adel/ Reichthunn Gluͤc von Kits 
rn a ern | 


Verſchafft / vermehret und erhält/ / 
Was deſſen Gegenſtand kan hindern / 
Was uns vergnuͤgt in dieſer Welt / 

In dem beſteht der Menſchen Zier / 

So lehrt der Reonet von Stagir. —— 

3 - — 3 











= z = 5 
| pr 
| 
ine 5 
. i 


FEN UOTE NEN 


— Teutſcher Berichte. 
— — ———— — — 
Fr gvhr ſowinget er 5 Ann 
Weit über Eu un hnempor⸗ 
Dom Helieon auff Elle Hügel? / 
Hier bringt man andre Lehren vor’ 
Was ung gutdündet auff ur Ehen 
Kan böfe boͤſes nüplich ſeyn 5 
Der Tod muß ſelber unfet Beben! he — | 
gie Armuth unfer el eichthumd ſeyn si. 
Sir jammeln Sioäne’ Wenn wir 
Hpirerndten Freud aus Motd u und an 
ung fivadet feines Feindes Tuͤch 
kehrt ſich elbſt in. Sl ie. 
pl Eu Herr Kiefer) baltes I 
Es ſey das noch ſo groß 0 
So leltet Euch dis Aimmel 18. Sie 
Hr figet doch in ſeiner Shooft: HE 
Stuͤrmt aͤlles gieich auf euet — Er I * 
So ihlägt. ea Euch zum heſten au 
Ihe weichen vt ang rund und park je 
Ein fchöner Quell des Geiſtes er... 
Semeiſtert ſelber eure Samen et \ N E; 
Ihr habt / wus ai Leid Be. 
Wer andern’ ſchoͤne LTehren 
Dem fehlt es —— Troſte nich 
cn ficht das groſſe Zeughaus en u 
Das Euch des Seiftes n u en 
Sie Sclke ıdie Euch jetzt sen 
Bertreibet Ihr mit dieſen eicht N 
Ein Heidenmuth, bis an das Gra a 
— dem Tode wei ab. 





— 














QAnderer Thenn. ⸗1x 
XXI: 5 — ——— 
OO E 
Welche / 

Bey der Beerdigung u. 

Dis voh und — “ 


Herrn / George — He» R 
| berges⸗ = 


Der Heil. Schrifft Dodoris, — EN : 

ek "Philofoph. Moralis: — 

Profefforis, | 

abgefi mgen worden! 

In der Melodey a: bekandten Kirchen⸗ 
anges 


® Hertzlich but mich verlangen/äce 
mas pranget Ihr aufi Grdeni 

Ihr Buͤrger dieſer Welt 
Dentkt was bank er Werden 
ie alles Dies zerfällt! a 
Dies alles was Ssbr han? Eihee az 
nur ein falſcher Schein) 
Den Grund / darauff m manbanet - 
Bedect ein Grabeftein, * 





Was ſind die eiteln Luͤſte? » 
Richts / als ein Dampf und Frag 
| Was ——— a * hruͤſte / rec 


| 


- 312 Teutſcher Gedichte 


md fuͤlle feinen Schlauch / 
Uns ift von erſter Wiegen 
Ein kurtzes Fe geſteckt / 
Den Geiſt kan nichts vergnuͤgen / 
NAls / was nach Himmel ſchmectt. ——— 
Was helffen uns die Schätzer · 
Die Glut und Flut verzeyrt/ / | 
° Sie findofft Suͤnden Netzeee 
Der Seelen Mörder -Shwed/ / 
Wohn dem / der in der Stille AN 
Dasböchfte Gut erfreut, 
Dem GhHttmitfeiner Fuͤlle / 
Denleeren Geifternent. 


Was Hilfft cs rennen / ſchwitzen / 
Hapunseinzitelsiet/ 
Ein Glantz von tauben Blitze /) 

Ein Irrwiſch / der uns fͤhr / 


4 
J 


| a batfichrecht erhoben 


Der nach dem Himmel ſtrebt⸗ | * — — | | 


Und lafjet allhier toben’. Sa 

Masander Erden lebe. 
Kunftı Weißheit hohe Gaben)? 

Wie herrlich fiegleih ſeh /// 

So werden fie begraben! u? 

Wie finfter wird ihr Schein! 

Rur der hat nicht gefeblet/ 

Ihn decket keine Macht / 

Wer dieſes nur erwehlet / 

Was ewig iſt und macht. 


NER 


me 
Dr 





ırlrraarlrrarre . 


| far unfer Preis und Licht. 


- Erpatein Gut erſtritten 
Das keine Zeit verſehrt. 
Ihn kroͤhnen ſeine —— 
Die Er allhier gelehrt. 


Die Tugend war Zum 
mg — 
Sie fa on Ihm zeugen! 
Wir Eon nocihte Spur/ 
Und fie wird ihn eEEDEN., | 
Bißan des Hoͤchſten SOON 

jer wird er ewigleben 

er Himmel iſt ſein Fohn. 


„ Geniefiepenn Der green 
Hu edle Seele/ du 
Sieg’ über alles Leiden, 
Geh cin in deine Ruh' / 
Hier wirſtu dieſes Anden » 
Was dein Berlangen ins 
Die Welt bleibt dir papımden! 
Sie ift.ein todtes Bild. 


Mir renden Deine Sieber 
Alihier in diefe Gruft’ 
Bis fie die Seele wieder 
em ihrem Bunde rufft. 

e AM in der Erden / 


h 





— Anderer Theil. 
Dee ie denwit Aufaetragen ©" 


Dir fraugen zwar undflagen,‘ / 
Da Jhm dom nichte gebricht. - 








"#2 Sl 
a. 

* 

J J 

„ig 

. _ .r 


va‘ 


Der 






Iergeiftin GO SH... 
ger Leib muß IEDEEWERDEN/. 00000 
Ein todter ErdenzR1008. —— | 

Wenn nun die Zeit wird kommen "© 


gap dieſe Wat verget 
In Gottes gRieich erhodht. a: 
Zuch / daß uns balderiibeine „1. — 

Die ſo gewuͤnſchte Zeiit — 
Wir ſterben Hier a eine/ | 
Deiniſt die Ewigkeit, · 


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Herrn Hieronymi Kochens / 
B. R˖ Doctors /bintertafienen Üben \ 


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Toͤchterieins Begräbnis = 
EIeöftes Kind / der Eltern greude / 
nd der deinen — — 
Muſiu ſchon zu@tabegebn/ "7 Ban. 
und haſt kaum die Welt geſehn⸗ ——— 
Hich / was macheſi du für Sorgen =" 
Ras für Zanımerı wasfür£edt.  « ” 


r 


Deine Zier und Siebliglet. - ::00° 0, 

Etiebtamerften Lebens⸗Mor 1 RE EIS 
Rieder Thau die Ro e ſpeiſtt / 

Die die rothen Lefftzen weitet!" und 

















—* Anderer TI 24 


und do zteitbino noch zur Ares 
Umb ſich TFT ihr. a Br 


Bald ſchlagt Kolene a 


Ihr die zarte Scheitel ab / 
Alfonabetunfer Grab/ 
Unſer Leben gleicht dem ande. 


Lesen iſt ein Weg zum Grabe. I * 


Greiffet nut zum Pugrim⸗ — 


Seht ihr Frommenaug der‘ a 
ont euch ẽuer Zweck geſtellt/ 
fi 


ieber geht 6 furke Meile 
Undift chen guch gleich BLU / 
Manerreiche nur ſein Ziel. 


| Wer will auff der Reiſe n⸗ 


Unſer Anfang Bängt an End / 


| Diefe bieten ſich die Hander > er 
1 — J * e H H 


Sterben ift in gute Sach/ 
Und den will ich feelig preifen m 
Welcher weil er lebt nd warst! 


Ihm den Tod zum Freu Mena. ns 


Dieſer trotzet alle deiſen. 


* 

= .* - 5 , ng 

z 9 BT J J 8* Ira, 3 * J 
yet u re ” 4 — FI ? 


ung 


Wer woͤhl lebt / der kan —— 


Es kan nichts an ung verderben: 


Funggeſtorben was denn mehr? ns 
„I Bleihwohlichmergetes (0 ehr! . 
Bold und Sthäne bet Merfebwender 


Halten feinen Tod nicht auf / 
eine Zeit. Hat: ihren Lauff 


And ihn bindert fein ende. | 


“ 


Laß 








a ran TEE 
316 


eutſcher Gedichte 


gap dich nicht den Tod gereue n 
Denn foledeftu ppnneuenk 3 20.0" 
Er nimmt dir ja nur ein KADE 1 7 
ũnd zugleich die Sterbligkeit., 4... 
Seine Laft/diedich beladen! 4. 
So viel Zentner Angſt und KRotb / 
Et benimpt uns nut den odt /.. 
Was kan uns der Tedt denn ſchaden? 
Kieine Tochter laß die Deinem 
umb dich war wie biuich weinen: 
Doch ſo ſey au raaß DIE 5355 
Unfergeid ift manberied! 
Du bift frey von Roth und Maͤngeln ⸗ 
Küffefinundassihöonegamb/ ;; 
Heiner Seelen Br utigamb) 
Schergefimtitdenfcpönen Enät SR 
Rluf) ihr Seelen! iaff t ans fliehen / 
Laffet ung vpn binnen ziehen 7 
Sndas wahre Daterland/ ° ; * . 
Weiches uns hat außgeſandt nn 
Hoeriaſſet dies Getümmel / TS. nn . 
Und erwehlt an ſtatt der opel an. > 
Die uns bier arfangen haltı 
Rur den tieinen Kinder » Dimmel. 


— — — —— — 
3 F 


— — 
Des Weniand, Zoch Etlen / Veſten 
| und. Hochaeladrten. 


Hnu. Michal Sriedeborns / 














domnderer pin 
nn 


Der Königl. Mai. in Schweden / ben de; 
ro hohem Tribunal in Wißmar / getreuen 
| und ee Be —— 


aM 





oe Styr und hen on fe aus der Hoͤlen 


Un faſt die gantze Welt mit Krieges Welle fulet/ 

Weil jederman nun gern intrübe Waſſern ſcht / 

Und alle Liebes⸗Glut fo gar bey ung verliſcht / 

So gehet Ihr von uns/ ge — —— im 
ieden / 


Und laſſet allen Krieg, Streit Neid und Zanek 
J hiernieden/ 
Denn weil die K rieges⸗F lut nun tiber allem ſteht / 
— Wunder iſt /vaß nun der Fr 
ee vergeht. 


DeEr wahre Tugend fs) u fan Schein 
| gel 
| de rimmife mit Dahn un una 


geuͤ 
Dem die Gerechtigkeit ftetsvein — iſt⸗/ 
Und ohne Heucheleh /die Klugheit ohne Liſt/ 
Herr Friedeborns liegt der mn a f Surf fer 


| Ach nein! der Himmel dahm die rob | 
nen Gaben). . (nach: 
Die Erde nur den. geibyfein Ruhm der bleibt hmm 
Was hat deñ nun — r fich Abi mag? 
XXX; l. 











_ Zenipin anihte_ 
—— men 
uf den Tor 9 


"gi Michael Wes/ 


DEN Sarift Gefliefjenen.- 

| Kämme Leſer / bier zu tefeny 
ee Forſier iſt gerefen HR, 
era das junge ® Siut/ — ji 


* 





eſen Geiſt und — 
Dt en hochgepriet'ne Gaben 
Fiegen/leider/. Diet begraben, 
undindieren Staub verlenuft] 
—A—— —3208 FR 
je ihn hat zur Welt N SRG 
aß fie ihren E art 3 
Ben eingig.lieden C em, 
Fyrer greifen Hagre ron 
ind iht alles / ja ihr. geben. —— 
‚.giegt-mit lauter Nat —— 
Der ihr eingig und allein A 
. Soilte Stab und Steden fepm | 
Iſt zerfchlagen und zerfallen? “m 
Sollte —2 er ea ge 
von dem Donner diefet DM nl 
-indempfinden Todes Sof? 

Sind der win ihre Junge! u. 2% 
Durch den Jaͤger ——— 
Wenn fie etwa durch die. IA — — 
ba gegangen auf die Jacht / “Ay 


* — 
ir uw; 
u a’ — I — 














Anderer Theil. — PA 
Und aefonnen aufden Morgen | 
Sie mit Speiß zuver ſorgen / 

Findet ſie ein ledig Meſt 

Findet ſie gar keinen Reſ/ / 
Steht ſie mit betruͤbten Einen / 
Ihre Mutter ⸗Augen vinnen/ 
Schaum laͤufft aus dem B bee ‚ 

Haar und Maͤhne flei 
| rag est fuchen / laͤuffe — 15 
Win 34 kraͤtzet / bruͤllet / heulet / 

Das der ganße Wald na 
Und Getulien erh —— 
Alſo gehen ihr zu 

Dieſe Muͤtterlichen Cmergeny / 
Ales hoffen iſt umbſunſt 
Kehret ſich in — Dunft, 

- Mufte fie ausipren Dänden 
Ihren Sohn deswegen fenden 

In ein frembdes Fand hinein? 
Nuſte hier das Grabmahl ſeyn? 
Muſte Roſtock feine Jugend 
Und die unverfaͤlſchte Zu, end / 

Oau Er noch ſo friſch und ſtarck / 

an in den ſchwartzen ir 
ochte nicht in Mutter⸗Armen 

Seine tödte Bruſt erwarmen / 

Kan ſie ihn nicht a! 

I 2affe mirsein Lendenfenn! 

Balftdennoch die Sor enflitieny / 

Und gehorchet Gottes Willen/ 

— ER Kath’ und Handy. — 











| Die "ent Yiefes zugefand 
Wwar / Erreiff’t Euüch wi der Seiten 
Euern Sohn und dieſen en: | 


N. 07T BE Free 


Aber ihr ſeyd doch noch rei 








Denn zwo Töchter van Ercuch hi 7% 

XXX Ja * = 
SOHHE U 

Auf a. 

Den feeligen aAbſchied Bi a 


Des Hoch ⸗Edlen und —— 
Herrn Chriſtoph Bock⸗ 
haͤuſer 
Erb⸗Herrn auff — | 


Der löblihen Stadt — 
dienten Suͤrgermeiſters· 


Woe As ſchlaͤgt der Hoͤchſte J KR auifmen 
Bald Flopfft des Geindes ‚Kant dot, penen Aber 
Bald nimmet uns der Tod — manchen anf 3 


Was haſtu jetzo nicht für Srreid, 1 an } 
Ich dencke noch der Zeit — der bet ihn 


a auchjetzo ne: wi anug Due {en 


| x F — 


ner 











a euderet. Shell: er 3 
—— — — —— — — — —— 
nn Zer⸗Herr Dorf leunig dir enge - 


m / 
em Bühoh eg biſt nei Gruft erben | 
— erſettt / ir jet ſ ſich nunein 


#7 üßet tiederuh tb, ein — und eger/ | 
—— 5 5 dein ce ER Rain | 


u AR om & 








— der — Er * nach dem er 


DREH et / 
Wer der Gemeine ne um nicht ihm been 
Weil — * ſtirbt ſeines Todes nich 


ni J ara ‚rt * —— 
Y "Auf 
Ah 


Ham Mich 1 —— 2 


a verwand dit⸗· 
ben gu un dvocati; ten die 


aM —— Ehe Liebſie / — ———— 


| (2 Er Anna Pauli. E 


Gebohrne 


|———n ——⸗ 


—— * 

















EEE 


322 „_ zeubfipet — 
"som — * * 
Wo gehſt Du / ** = * zur DIN 


Sie kurtze Zeit haft Du dein heit hiergebaet 
Dein Liebſter / welcher auch Kon deinem Shhauen 


Wie winſelt er Dit nach / wie od iii soon 
Wie bald zerfällt ein Baunmvon Sau 0 und auf 


Kaum daß ein Abend hier d a Mugen 
7 


Da offt ein Ungluͤck hier! "daB andre fonft wo 









ca! 
Kein Palaſt iſt ſo —— * mit ihm 
Du teuchfeft Seele, ei un ben/ 
Wie Divdas Waſſerba Anna gab / 
Nun traͤgt dein Fahnen Dh Bhieche All 





ns Grab» * 


Dort wird das len die ſelber nun gegeben / 


Jiiwo dein Auge felbftden Jrapmen I 
Dort feyerſt wor recht Erle —* 











— — 





mderer Then. * 
Des: Wohlgebohrnen Herrn / 
Hn. Detlev von Alefeld / 


| Wyland Amptmanns zu Tundern / IE 
ME | ‚abgefungen worden. 
Ein Simbrien/ bu tran uer Haus’ 

Il Ach, ſchtte Bitt’re Thränenaus! 

Ein ſchoͤnes Licht DI, Fan 
Es flirbet deines Fuͤrſten 

 Stegtt auff ihr Miu en 1 Somiten 
Vor ————— ı Trauer Mytten! 
- Hier liegt der wobiberebte die Mund j 








‘I Ser fo viel Gaben machte fu 





Sn Sahrenj nun ae Me tab. 
en jung an Weißheit altı 
Hier liegt der Theure E Ecba verfendet? 
h S Fr re Eds und Einnen kraͤndet. 
X nme u — Rn 
iegetun Kuh | 
Bit Bart eine — 


aeut 
| — rar gtoſſ Gaben 2 

| ‚Sm biefer Keinen Gtufft begraben ar 
Eo hflieſſet denn ihr — nah 

x ro an | - —9* ER 

1 drin en 

Und — etesQch! 
Wber hier nur trauern fan und klagen / 
3 — ede agen. 






* 


| — Teut cher Gedichte 


Zor Muſen Rufen kroͤnet dieſes etdieres Grab/ J Be 
- Hier liegt / der ih euch ak, aa, | 
Sierliegt der aller Hof 


SE * — 


Das er mit kluger H führe ken ac 

9 Spele dert * Fr sub) J * 
Die nun —— 9 — 
rin BEE ana. DER 


Das un 
und Mrs vie ns m nass um 
Was deine Tugend Dit 9 gegeben 
—— 
Auf den —— 
Des Hoch⸗ Ebrwürdigen unn ode 
$ Joh. — — 
n. 
Theoſ. Brof. —5— Pe 


O geh'ſtu ee Da pa 


Du unſers Landes Preiſ und — 
Zie ſiehen wir fo blos/ wie trennt man un 
Glieder ; pr 


Nimmt fie Kinfenbber Or ıpoßhlägt ber 


Kaum — er kaum fh J 
— 














* * 





/ | 








Anderer Theil. ze .- ‚5% 
— — — u — 
Sogeht ſein Glantz dahin. Een iur Die Wenrdich | 
Dies idfche war vor dich und bein Seit u 
weni }, 
Run Fan bu ewig fen lg Beier nd em | 
bi a j — —— Ban: 
Be 


| "And 
u! erh | 


Herrn / Caſpar Marchen / 

Der ArgenentweitberäbmbtenDoctorn 

| amd Profeſſorn / 

As ‚Uber den ao ichen GRTES .. : ) 
Se jebften. Bi 
m aufeuer Hausnen alles Ungluͤck rege? 

er — Gen Bin 1 amt auff | 


Weo iſtnun Troſt und Rap? Sie hie gammpst der 

* Hertz iſt ohne, Bar Die Sie werden 
vage / 

| ui / wie vor d ahneWege 

n — nicht — * vos Sa 


empfand? 
&3 M a n 








nn 
ʒre __ Teutiehenebichte 
Da euch der Tod er ochter fi ae | 
Sau da die a “en ] * je 2 
Und wird die Kebſie ff / Die Re aus 2 


„gerückt. 
er Gochſi klüger Euch Ahr eh or ihn ge 


ch / kuͤſſet dieſe Hand iem bricht / 
ee Fee te 


Doch richtet fie auch auf. Se nimmeund bringet 


wieder ⸗ 


Und fhläger fie gteich td} fordotet(i edoch nicht 


RR IN uN um: 
Des — Ehyr rdigen und Hoche 
gelahrten / RR 


Het Chriſtian Kort often/ 


ae Sau. BA 


— ie s Söpnteit- 
2) muſtu liebes Kind Fund 0 a * 












Und haſt kaum dieſe open 
Su ehrftu ben ung ein/ 2 ” es eat 
er Eltern liebe Luft —— 
nd giebſt ſchon gute N Te z 
5 








en 


w⸗ — und —— 








ER —sꝰ—— 


Hn. M. Sriederich Jeſſens / 


—— in Klel⸗ 
Ehe⸗Liebſten 
Toͤdtlichen Hintritt / 
Aus dem Spruche Hiobs Cap. 5.9.26. 
Du Fa After zußrabe 2* / wie 
Garben —— ——— Zeit. 
SOnnueEc. 


| Gens der Welt — Fahre ſind verfloſ⸗ 


De Eget iſt auhgekecht — ausgereiffi/ 
| Dem Regen / Hit und Fro Mer cheitel offt ges 


Der fich zur Erde neige/baros er eentfproffen] | 
Und Salft und Leben nahm, X Je 2 daer auffge⸗ 


Da nun ſein gruͤner Rock gedoͤrret MAR efteifft/ 


Wird er mit andern — auff ge au a 


MN 
} 









| | im 
— den] 

Und fichsur * 
zu int 


RR — Zeit zu 
x H + —J ch el 


3 * 









> An / arg 
. Tödtlichen Hintritt / 
unter des ——— 


Ch Hertz ! ach meiner I” 
{ —— —6 an fi * 
Ich weiß kaum —— ich bin/ iR 


\ itd ir geh ich zur Gr | 4 nd 
Ei Mein Her‘ iſtd ee mE. Sn 
— alles —9 — 5 


Ihr Augen / koͤnnt kaum Thraͤnen 
Der Sunset — hemmt die 






J 





Se F A 
la} ‚A — 2 Tran 
Des Edlem und Bun 





Mein 


\ 





Qnbererzhei:r ___329 

Mein Hert dag mir fo ban Feen | 
Will in fich —— wie er 
Sch werde nun zum Sthätten ſch iet/ 
Denn du / mein Leben / gehſt von mir. 

moi mein Schaͤffgen bingeri en? 
Wer iſt En dich — * ſe 
Dein Schaͤffer geht du Br a m und gehn 
Errufitven ER 
Er ſucht ı er. ſchreyet en 
Die Antwortift cin leerer Halt. 

Ich ſuche dich in Diefen Gründen 

—IT— Weid' und bey dem Klee. 
Esift fein Waſſer Fluß und Ser 
| Dar mandich hat können finden, / 
Doch / ach! ich bin auff falſcher Eput. dig 





Mich du / dein Schäffer irre nur: : I; 
Hu weideſt nun auff andern Aue el 

Ein ern De findet ſich / 

Ein ander Schäfferkitet dich / 

Sein Lebens⸗Strohm wird\dich bethauen. 

Nur ben den Pfuützen weiden wi 

und Wermuth iſt das Futter hier. 


um troͤſtet dich der Stab des Hirten / 

Dis Hirten / der zugleibeinfamb 
nd deiner Seelen Braͤutigamb / 9 

Der m wird dich, Agnes / wohl bewirthen / 
as Lamb und Agnes pagren ſich / 

Die AREA % 

12. Sol ich dich denn verlohren haben? 

um nein! du lebeſt pi in mir / 





336. zeiten webilhte _ 
Lind. meine Seele lebt in dir / 
Zus Herne hab ich dich gegraben 
Du icbſt in mir und denn ben GOW 
Wer zweymadhi lebt der iſt nicht todt. 
ES 
Aufden db "u. 
Az Frida IE HF 
Herrn Daſſels / 


guͤbeckſchen Patricii, und Rechtebe⸗ 
| flieſſehen. 














u fruͤh / zu frͤh geſierben 7 uuure 
En fagt ein jeder hier /Herr ler 





uͤnd liege auf der Bahre 
3. erfter Blut der Jahrhe 
Ach nein! Er hat ertoorben "N. 2 fire 
Bag unperganglich iſt. Wenn die egeit verſtrie 
Sofängt manamzuleben. 1. 27. (chen 
Hier iſt nur lauter Tod/ —5 — nur lauter geicht 
er wollte nicht den Stau umb jenes Leben ge 
Entfernt von, allen Seuchen? a 
FRasiit Herr Daffeldenn veriohten um Ren 
Nichts noch zu bald geſtorbhen. 





| x111 L — | 

Auf dieſelbe Leichenbeſtattung · 
Unter eines andern Nahmen. 
q 








j 





IA 






BER... derer Theil, 7 3 
STEH wieaeden wie gehen doch ‚doch die geitenn 


ennwir wollen weiter (breiten 
md nun hHabenden Gewimms n: 
Und die Frucht der Sp e, leſen / 


Siehe / fo find wir.gewefen! 





Aieein foneller Sligdahint 7, 


ich mein Daffel Ach mein lieber 


Ach ı wie gebt auch eure Zeit / 


nd ihr mit der Zeit / voruͤher / 


Ach / wie macht ihr Hertzeleid/ 


| Alle / die Euch hin ſehn ——— 


Muͤſſen euern Tod beklage 
Muß dein Vaterland Ih fen, F 
Nimmet dich jent Roſtock hin 
Muſtu hieineingreund verblaſſen / 
Nur imerften Anbeginn / 
und auhier dein liehes — | 
des Todes Rachen ge 3* 
och des Hoͤchſten 6 muß getan. 
Br * alles wohl ge 


macht’ 
rer — ee! | 


es. iffjalauter Leben’... » 
Keime Gottes Hand kan geben. 
Aues / was wir umb ung ſehen / 
Iſt nur lauter Eitelkeit / 
Alles muß / wie Dunſt /vergehen / 
Und wir folgen mit der Zeit / 
Unfte Geiſter gehen gen Himmel 
Uber aller Welt Getuͤmmel. 


E dieſen Ton — 


ghr/⸗ 





U 
332 Teutſcher Gedichte 

Jor / Herr Daſſel / habt geſtegrh /˖/“· 
ber Tod und alles kei RT y 
Ach wielebetiht vergnuͤget / * 
ayn der frohen Ewigkeit! 
Wor zu dient daß man hier ſaͤume? 
Dort find wir erſt recht daheime. 


DE: une 

Auf den ſeeligen Abfhib 

Der Wohl⸗Edlen/ Groß Ehr und 
Tugendreihen 


Traun SALDONYU 


Des Wohl + Edlen und Wellen / 
Hu. FJohann Adolff Becker 
Hero Hodrg.Durhl. in dero Hertzog 
ern EFF wigund. Holftein /%- weh⸗ 
fand oberdienten General Kireit om? 


miffarii / und Surgermeifters der Stadt 


(1 d 
” 












Hinterlaſſenen Se. Wittwe _ 
ge" wieder eine friſche Wunde / * 

Ha tkaum die alten find acht! 
Kauın gieng das alte Jahr zu grunde / 
und / weil tein uͤngiuck ich verweilt / S 












Anderer Theil 


Somuft Euch deſſen Aufgangeben U 
Ein Trauer- Fahr zum NewJabr geben. 
Hier lieget nun die Werthe / Fromme / 
9 ſo geliebte / zaione⸗⸗)⸗ 
Daß ja dem Tode nichts entkomme / 
Die Froͤmmgkeit ſelbſt nicht entgeh/ / 
Undichfeh” Euch in Leid geſezt eee 
Mit Thraͤnen durch und durch beneßzet. 
Die Fromme hat die Welt verlaſſen / 
Iſ dies / das Euch ſo wehethu⸗· 
| Die Welt /die alle Frommen haſſen/ 
Die Rordgrufft / dieſe See von Blut / 
| Die Weit /den Tummelplatz der Laſter / 
Die uns je laͤnger je verhaſthe · 
Sie hat den Zeiten ſich entriſſe 
ie ung entgeh n / und ſelbſt vergehn / 
ohl Ihr dund allen / welche wiſſen 
Beyʒeiten ihnen abauflehn: 7: 
Woͤhl Ihr / die ihnen abgefiorben 
Und ihr ein ſtetes Heyl erworben! I 
Sie ward an Mutter ſtatt gelſebet / 
Sie war des Hauſes Rath und Handı / 
Dies iſt / das Euch ſo ſehr betruͤbe / 
| Nun Sie ſich Hat von Euch gewandt; 


"| Berwiuywertan um darfipnfheitent. 
, gu ſie lieb und dennoch lieber / 





vr Fe Fr 


er alle / die ihn lieben / liebt / 
iet lehet SIR Euch allen ͤbet / 


| t 
EB: . ) 
A le Pe N a 


Un 
| | 


334 Teutſcher Gedichte 


TE ee a a on A 
er fich des Hörften Schluß ergiebti > } 
Sieh nicht von ihm und ide will trennen! >" 
Der mus on spe und Sie Ihm gonnen 
Der ausgesehrte Leib/ vie Glieder / 
Die ſchiaſſe Haut / und das As wit 
Mir fencten zu der Erde nieder /⸗ 
Der Zeiten Raub erſtirbet bier 
Dies /wag die Würmer fonik verheeren / 
Derdienet nicht fo heiſſe gaͤhren · 
Hebt eure Haͤupter von der Erden / 
Die giebt und nimmt ung aunpre Laflı / 
Satz mit frötichern Geberdem 
Her Beift des Leibes ſchoner Gaſt / 
Hat feinen Himmei eingeno m 
Und nöthigtunsy au ihm zu kommen . 
O lebe wohl in ſtolkem Friebe! 
gpirnehrenfelder.unf te pen. 
Wir werden nievon fireiten müde > 
Und worenunfre Dendeeiinm 
Die Welt iſt doch durchaus: verboten! saß 
Drumb beffet nicpts-ale wohlaeiiorben” 


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Der Biel» Ehr ind Tugendbegab 


ranen Satbarinen Bolten 






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; Anderer Theil 335 
| Be Fr Himmels 5 a euch ſo zu⸗ 

Wie kracht er ſo herein! Jam mein / ihr habt zu 
| Ihn meim / e⸗ wird der pfeil genug auff euch gez 
Derindi die. Hertzen dringt, ber Seel‘ und Mrack 
Sr muͤſte (glaubet mie) jene tenfehen felbft ver; 
ofen‘ ich nicht mit. euch fir Mr Die Werte 


eftörerbillignun durch —— eure Ruh'/ 
an —9— ich auch mit recht Fi utes Theil darzu. 
Ger ret mich auch mir das Übel ſo Euch rühr 
indem ihr allerfeits ein liebes Ders — 
ann der Uc: har in vollen Flammen ſteht / 
weiß ſein Nachbar MN esihn Auch an⸗ 


Und ſollt euch nicht der ‚Salıde dee herbe Fall / be⸗ 


Der / die ie Lebenslang / pflagt iniglich zu lieben, 
Was lieb iſt / geh — ven get 1. | 
Mutter leitet. jet F Tochter i indas a 
F RM — —* er Mann og Ki 






i “ — 
‚eigen feifges 


Dem bgervandt hp 
Mi Den ee * ſo at die ie Surf ein * 








— Zune "Seite. —— 
Und fiht der werthe r werce Mat a 5 018 Biebioflen 


run er in geid ge geftit. Re weht chſelt alles bl 
Ein Jahr hat ihr gel en Bi: RR und das | 


Se fbiene/baf ebay ——— Spieli ini Behr 
cv erſte Mann war 

Nun muß ſi ——— — ale waedes 
Was dies fuͤr Marter mag in fe Herten m. 
Wie mar man doch. ſo Ban —7— / von 1 


Entledigtumd erfreut da ib 1 nußöeftn * | 
Davor Aretens Kind viel lieber ra si | 


Wo Pfeile / Spieſſe — ) 











Als je ansicht ebracht pas Henke jener erh 
— von ihrer — | vr * 


och hat fie nicht erlebt hl Er ir mie * 
—— — acht. 





Sonſt haͤlt ja die N 9 

Daß ſie die Thiere 
dem ſie 9 no * 
is das ein jei es ſelb 

Pur Menfchen nat 


* —— 
Und miſſenvffi er en A ih L —* 
— RENT 9 Ba in 4 

* 


Hu * 





J Dies garzu feuh gar 


— 


Be. 


Anderer Theil. 37 







rter Lebe Blut. ie. geben von nenn 
— noc Bund a ur Sipgehens icht' erfannt. 


5 geh-ttu auch darvon / nach Deme du entbundenz 
ing iebetucht m Wiegen haft gefunden, 


Die dich auch ſelbſt entband und biefs den edlem 


einen Köbkär.ge n / allwo en ein 
ee gefeſſelt ar dam mi — —A 
— 


Dein auffgernechten Sin A dein — — 


Bein Engelsveines Herrn HEN —— 


Was haben die verdient Bi, 
Die Schulden, der Kae ik: ie Alten, mögen 


Sonder) enelope ru — J 
Mer weiß/ ob 3 ein Tand und da Indy 


nur ein Tocken ſpiel der eit 
—* 
©. nahm auch Rone i ice — (one 


fi fden bill aus RR jer ſo Übel richtei⸗ Y. 
Bi # Wiber Bin zu I Aal 
er fie obn’ Ui 


bar 9— woh Sn einẽ Sin zu 
u 
an findet Taub a / N —9 die 


teti Hilden 7 
sinern Zeiche wird ee ueftnge 

















338 Teutſcher Get Gedichte 

Der Schierling ſhiſ zuge zugleich bey guter Seuche 
Man hat bey einem Baum auc ein gerbuechliche 

Geht nur den Himmel durch da ar ihr gleich 

Den guten Jupiter und Wars / —— Veenne 


Die holde Venus und Saturn den —“ 
Afträenfchonen Slank und der Medufen 

Du aber die gezielt auff Feufche Zucht und Sittdi 
Biſt niemahls aus det —— 1% Day rkeit 


Dein Weſen ſahe nur au Sub fir und 
Der. Eharitinen Volck / das Bergen in .n 
Wie biſt du aber nn Hal fchleumi 

.DieSad che lag an dir / lern 


Bir gehn hier in Die Schul! l 


Wer zeitig wird ai rt / ger Ivy 
tn) —— bgeho De ef eg 


Die junge Schuͤleri " a 5 ve ehr 
Sie hat die Sterbesfunft vor andern wo 
3 er billig ſeyn / Ihr / die value he 


nſt / von tand ind 


: Das euch fo ſuͤſſe pfeifft / und in — 5— 
abe zur iM 
* —* Bi SE gi nur —2* —— 
da leitete fie ſelber in da 
Die Froͤmmigkeit hatıhe die eh — 





——— 


Anderer Theil, 339 


Sie dachte / wie man ſtets die Seele bauen ſoll / 
Richt nur den bloſſen Leib. eh — 
‚UNTEN. | nicht wohl. — 
en recht das wahre Ziel getroffen. 
ſiund ihr / ducch den Tod /die Lebens Thüre 


Mas fürchtet manden Tod / den fo gewiſſen Gaſt⸗ 
ae wohl ſo toll daß er fein Glͤcke haſſt? 
lein / dieſe tapffre Frau / Die hate’ ihr Heyl viel 


ieber / * 

Als es wohl mancherhat. Sie fuͤrchtete kein Fieber / 
Nicht Todes Pfeilund DaB. Sie * vohl / 
ER daßnur 
Der Tod gewoͤhnlich ſey und komme von Natur / 
Sie haſſte dieſes Thur / uñ diefes Welt⸗Getuͤmꝛel/ 
Dieierdfche Pilgrimſchafft. Sie ſprach / ich will 


den Himmel / 

in reines Hertz ſtell ds für Gotte felber dar / 
GOtt und feinem au feiner Engels 
Schaar 


* 


Sof rach die liebe —5 og mit tauſend Kuͤſſe 
rlleines Kind an ſich / von dem fie ward geriſſen/ 
Gab ihrem Mann / und Denn den Freunden gute 


SER | ma}: 1 OR LEn 
Und har den Lebenslauffin Ruhigkeit vollbracht 
Spgehedennnunhinyduunbefleckte Seele / 
Dein Theil / der Goͤttlich iſt ra nicht in.Diefe 
e 





I. 

Des Grabes eingeſenekt / engehtgumDimmelein. 
Daſelbſt wird dann Auch en Die umb 

'\0EL 7 dich ſeyn / 

J9 92 Da 

























San‘ urtus per dir — 


Zvie ſt dir doch 
Und meiden 1 Donog 15 ce Das wi 
Meer 


Bir, leben in der —— 
Fr — —VV 
Wir ſuhien Gottde eSutinemmäcenune 


ebe / 4 
Dendunnnlunm Ren Geiſ euer mas | 
BEER ea Hol 


ech denn u —J m Schaden 
a * * 


m Fa 
Avbſch 


11 
Mi 


[2 
x 


— ur — Kr in zu ha ben 
nd geh ſt ſo ſchleunig hin. Shen Tugend vole 
Densiite hon di die) un ich älter Jeut 
"Als beine Sugendwor xvoaren fer! 


GL “ Fe 









| — — Daß bach jekamd 
| Romans gelitten wid ehe —A— 
| Und martete auf Hl Wir ſag — 

Bann der od zurer Ra und ige ein Dein 


Bein St abin n Mi se, vergebens 
Baer, Bin munte 


Dech kroͤn out der Him̃el dich und Deine Besigfeii 
Dailtzu deinem Haar’ ein ewig Laub bereit! 


Eu leibt dir a es LEE Ben ſencket jetzt zur 


Vicht Dich, nur deinen geib/dex alfo muſte werden / 
Wennd Jahn mie das kleinſte Theil 


Benah —— — een 
a iſt nicht an — "Ste 


u 4 Zeit un 
Hana es ihm garnichts 
Er zeitig feinen Anne vor ord 
‚Piegpindert Jugend nicht / um 
D 


—— — 
— ie | Beömmigkeit Restt nic J 


die A feilchen 
* un | 
| T (gend hat/ift —— — en ein / 
Usern der Tod von ihm noch ſolte ferne ſeyn. 
Der Teufel kan Bien ar 6 n — — der Fern⸗ 


⸗ 


U ine doch gar gi m“ ung au * Sal 
M n 













— 


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— = — — — 
— | — = 27 Em: 3 
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Dan he Per 3 er 
Dot — ein junger ni Ko sa hehicfö 


Grab zſchriſft ont — 
Ch war / weil ich gel J guten ſenffin 
Vomj jedermann. behebt/ ;porrallen dr e 


ehe fee ich jeßund nicht /Dasand're.Lat) * 
Die hart it mir mein eigen$0 206 nichtät 




























gelab! * 
| Vornehmen Cr und, P rofeſſors Auf 
‚x er Roſtociſchen Academie / — 
ſchleunigen BR gr 
Unter * Zchaenoſſen Va | 
past ſo eliger / zu deine 
WE wurd eh om % — ing Bett/t 


Ach / in gar kurtze er riſt. — 
— ohne ss jent lauter 











\ Zug er Anna. Elſabe 
— — — 











— ——— —— * | 
de SOAIRNR iz —* * En eu A 





| Dedem 2 Minh 
| — entledigtdeiner Pein. 
en, dies in ans an es Sei 








Amo — ein msn ıB gebun ae 
| BR KR e eo — rg 


gr 2 XLIIX, 











— / 

| —5 
Err Schmibt/ hehe er ein unbe | 
—— aupsun und auff ef | 

J ehlohne Nih und © uch Pi] ruf r 
| Or, wordet Hiripermeht, in ‚amt | 
Srsimat der Zugend na, De ahten Se 





— n fen 

Nun koͤmmt der bio Tod R: und 3— 

oa zei 
Und dieſe Krohne weg / die — chon lag 

Doch nein / es iſt Euch num ei beſſer T 

—* gi 

Bla andre —— ſchmieden 

mieden Gold — Geld den ent 


Seh and’re fehmieden nur das Eins —— 
Wie euer Werck hier war / ee kam i 
Schr koͤnt im Himelnun / dem ode felbft am 







Der euers Gluckes — die Wohnung 
Euchb 
XLIX. 


zu \ iX reiten. 











\ Qufiöran, Sofeänhin,, 
Gloxinmn/⸗ * 
Abſterben . — 
| au if vlßrahe Di ii u 





NEha | das höch MEILE | 
| T a 

& mancher 06! ber zei Au, he Rah er⸗ 
Vnd ſein Godachinis iſt der eiteln Welt oergeſſen. 


Was will man hier das Ser mit lauter Sorgen | 


| erfor ie fi etgel be/demi bei al chied leicht 
Sein — —— mit ih chritt” ers 


lei F 
Der lebt ſund iſt dem Io im de bh enefeffen: 
bohl / uñ aber wo hliver hochbeglůckten Grauen! 


it Gut und Se — RR Hausgesiert/ 
N | of Sreund und ae Gluͤck A Sipffel 






en/ 
dat mit dem Himmels: Recht anjetzo ſie t / 


fie zeitlich war / nun ewig wird gekroͤhnt. 


| 9 L 


| Der Höchfte] der fie ließ am cn Alter 


N 


446 Leutfeßetitiebichte 





Ls 
Herrn Peter Arch / 
Vornehmen Icti 
Eheliebſten Abſterben. 


eeen 
O Du aller Zucht / — 
Wo iſt der Glan von deiner Treffl eit? 
and ſae nun dein Licht auch indenbeſten Tage? 
Wie ſiehen wir befturgt.! Mann Kinder / Freun⸗ 


Voraus der werthe Mannfeiniftdasgei 
Die Seele eb hm felbft —5 fe Riß 


Wer fo geſchiagen iſt / wie (he ftber gehlagen! 
Was ift denm hierfür Rah? — Gedult 
Man ſeh auff den / der ſie gegeben und gerrn — 
Der mache was er wil / es kommt und de 

3 | frommen / er 
Es wildes Herren Hand dennoc) geprieſen ſeyn. 
Sein Arm / der niederftöß't/ der Fan ung wieder 


; 32, Debeihl un, 07 rına 
Und / tödtet er uns gleich giebt er doch dasete 












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cher lajtverbient —— 
| des € Gr rab 0 * ierals Leiche 
i fiege \ Si ER Ionen | 







4 Schmertzen / A 

J ER: 9— Ye: m"; | 58* 

1 e oo wit ger ſeyn / 

| * on vun Dabe/ Sand und 
rie 





J Du hetteſt BA den Bi oft Lebens⸗ 
| Su ſhopfte / noch zur 3 us ‚einer reinen 
hi Di ven den Laſtern noch caihetendetvth. 


1 








Er} PR a 
Du hf die Welt die in LITT hs Tagen war ger | 


are email 23 


u r 


Sonne i 
Des Wohl: ‚Eherodt bigen uno‘ Wohl⸗ 
cdlahrten / 


HM Mi Sabriel Se, 

derkopfs/ = 
gebe Paftoris. der Ruhe m 
$. Nicolai in Kiel | 

. Fang gſtes Soͤhn lein. | 

Als aſbe nach des Höchften nich 

N dieſer Welt —— Wat. 

2 ukleiner —— Ellern Hertz 


de / —V md 

Muſtu bey erſter Luſtein Kind Fe dehnenen 

Dein Außgang iſt ſchon 9 Mi ft kaum bey 
n 

Du biſt nicht mehr / tie von» er Eltern Augen 


Der Giteen-Herke zeugt lau a dem ER 
„ Begärtet Kundenftich / Jeharter ſit die Mi 












— Fe 2 SS 








Anderer Theil.” 249 


Saum wiermahl.hat der Monhgmpeuent feinen 


Und fieht man / wie der Tod. Ba Lbens- Soden 


Du fheftbiee LBelyumd J Bald 
Zihte Larven⸗ Schein iR | 





Be eileftu' von hier zu Deines Yalece Sünde, 


er in der Welt begreißt I undgtoffe Sprünge 


| Der wird durch Po gar offt zu Sale 
Mopl um. = m. auf Be vor dem 





dent 


Aufe a ae u 
unter eines Sohnes Nahmen. 


Qu ac jaesift Hefcheh’n! 
Hier ſeh ich au Grade tragen! / 


Dier fehich zur Leiche gehn, 


Und wir ſeuftzen nurund Magen 

Meiluns ein foliches Pfand 

Durch den Tod jent wird entwandt. 
Hier war Zucht und — * 

Gottesfurcht / und milde Sitten / 

— ſonder Lift und Reid / 
Doch kan nichts den Todt erbitten / 

Henn Heller dieſe 


I Be ung — fen. 


ar 


N — 


uöindher Gedict 


Was iſt doch das Schatten⸗Werc / | 
| Was iſt dieſes ſhnode chen? ö 

Meigpeit / Tugend acht und Start! 

| Haben fi vom Spluf] ergeben 
Dag dem’ was den Anfang nimmt / 
Auch das ende Ten beftimmt 


“\4 


Doch faut alles gleich DA Inh. 
Bleibet uns dochein Theil ül win 
Keine Moth rührt unſern Sinn⸗ —* 
Keine Peſt kein Schlag undgiebetl », / 
Noch der Seuchen bia Sa 
Beat ung auf die Todten · Baat 17. 
Dies allein iſt / das uns an 
I dem Leide noch aeen — 
Eod geht uns der Todt nicht an | 
nenn er fömmt mit beſſern Schaͤten 
Wenn er ung:fein Grablied ſingt 
Sondern lauter Leben bringg. 
Werthe Mutter / det wir nu n 

Dieſe lente ſcht erweiſe u. RR 
Taſſet eure Glieder ru —VV 
Wei wir euch ſchon feelig preiſen / 
&o vergeſſen wir Das Lei un IR 





Lind euch; trönt. Die Ewigkeit, u. 0 
—— 

Auf ale 

⸗ N. x 

Bea du) art 








RE 


Woee iſt da⸗ Leben dieſer Welt / 

Wie bald mug man von hinnen ſcheiden. 
Seh't / wie uns alles Negeftent: m 
Die Freuden ſelbſt ſind ohne Freuden / 
Ein Freuden⸗Jahr war kaum vollbracht/ 






So gab die Seel'ge gute Naht. 
Oier liegt ſie nun vor uns geſtreckt / 
Die noch vor kurget Zeit gebluͤhet / 
Nun hat fiediefer Sarg bedeckt / 
Bas hilft c8/dap man fich bemuͤhet? 
Bi Zeit Da eilends hin / 
Der Todt iſt endlich der Gewinn. 
Bed irrd'ſcher Luſt iſt nur Verluſt / 
Im Tode kan man recht gewinnen. | 
Mas herrſchet nicht in unfrer Bruſt ? 
Was führen wir fürhohe Sinnen? 
Und endlidy bleibt es doch darbed / 
Das diefesalles nichtig ſey. 
Dies haſtu / Seelige / verlacht / 
Und dir ein Höher Guf erworben / 
Das dich zur Himmels Erbin macht / 
Wie reich iſt / welcher wohl geſtorben! 
Richts nuͤtzet aller Erden⸗Schatz / 
Als nur zu fuͤllen feinen Platz | 
ort findeftu dag befte Theil / Br 
enn ale Welt hier geht verlohren / 
‘| Dort iſt dein chen und dein Hey / 
Da wirſtu wieder nen gebohren / 
Was trauern wir umb deinen Todt / 
Der dich eutfernt von aller Moth 





auf 








lger geht ___ i 


= 


n ihr Seelen / die ihr hier 
5*— —— fuͤhret 1 J —J 
| acht A 
3* Seat eboc Baus. T 

(get dieſe 
Senn — u mn man nur. | —* 8 
———— | 
9 
J 
N 
N 


A 


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hi ne Rank : 50 .- M 
Pindariſche ode / * 
auff den Toͤdlichen Dinnun * 


u — 
* in — 


Gertrud‘ von Sun 


gi ae 7% Sap- Di &:ı a 


wer WW 


—* 
r ſich mit Gedancken weſ⸗ 
wen ee. “ | 

nicht verſichert I1Er msn n 

m nufboffebidet erweiſe / | 
Das er: Goͤttern Art ehr —* Bu 
nd mit ihnen kriegen Will na nn, 

per ferade einen Schluß wi 
und bedencket nicht die J —9 od , 
rechnet ihm Diel Igrofies an} —— * 
Auch / deriſt ja ſehrb J oe a dns 









—1 






il 
| — a r ‚rau ne 






















ei Anderer Theil. F ss 


dr Gegenfag. . din er 


Saget / werthen Freunde | (gets > re ; ni 
Die ihr jekund die Matron’/:: hit BEL 
u rn 
e en 

\ O6 iprs auch nicht. fo gemacht / 


wor. t% + 


Und wohlmeiter mn hu ac 
I Ob gleich ihre gr at — | 
| gangft geneiget zu der — 
ia ie / voller und | 


ef Ziel und ohne Maſſen / 
| * bt euch ſo heraus — NETTE 
Ey / es iſt —— zu —————— 


Doch iſt eenihi gemeine man 
„Steinen 

| ai ein ungepaly se namen 

Mit zöränmmiht beaebm den az. * 

Sdhqlieſt eu Aug / w 





DR en DIE 


| Des uutd das rt Er Grade —8 
Ay) at 


| Denn / w intra n/ 
J ß hr} ‚den Sünden Pfad? 
Klar — en Nam 





ee 


fg zeiliper Sehe _ 


In und auffer unfern Mauren / 

n den Städten! auff dem Landtr \ I9nn“ 
KHöret man nur üben Stand una NG 
Qullesi ift mit Ach umbhüllet/ wmin 1338 
und mit Thraͤnen angefuͤllet . —J— 

at ſie doch —A— ih DU R 
Eöpnel TocteriKindes — gi 
„und vondiefen audi nicht minberiüi u" 30 

Ihre Pflantzenum um ſich — * * 
2. Gegenie 





NM 
} bi 11 * 





DarumbTanfieiamit Freuden © RL. 

Aus der Erden Richtigkeit, st FF 2 

‚und dem trüben aweinenStreit/ 
dergnuͤget von uns ſc Klare, 


Bei iedie ans Richt gebrat & 
Darinn ipre Tu Tugend wacht⸗ His 
‚alle hat zu gute — ER 
—* —* — mph lora —F 
‚ib Rymphen / 
nn dieſes Grab zu nr. 
mit Blumen zu bebauen!. 
Sise 2* * m 






* * 
nden· eh " 








Hier heat ——— au EN —* 


J Grab v 1 if £ 


| nen ara 


9 






geitenmnananı dies alles 


u 


Anderer, Theil... 
Der ungebetne Saft ty, (ou vor die 


Eh wire JAN 4 Fo ann. 
Muß u 
ein unverpofiter Dec sei von wa; * 


+ 


‚LVI. 
Pindarifche var 3 * 
Im Nahmen eines Bruders / — * 
ſeiner Schweſter OT —* 


1. Gab < — a 
| gun Oömeten/nugeh ori. WnEHG. 
I Drumb ftarret mein Kr — 
| Esfhwindet Geiſt und Sinn: 
I Denny wär ich Ko von ei. 
Ein Loͤw und ee 
So muß ich dennoch dir 
—R—— erweifen. ni‘ 
ies eine fan ich.nur 7 
nd lehrt mich die Matut. m 
eh leider! zu geſchwinde / ii us 
Indem ich ſel meta, WERKE; 
—* dir den — * 
an De a 
Die sen auffge ul 
Hier weint dein a —— 
m nicht miſſen kan / 
d deiner as at 





Ooxen⸗ 







N 
| 4 


Teuiſchet She 
9 geid!nie Eltern wei enanchy uam Hd J 
Gang wieder verNatit Gebrauch 

ies Ceben iſt gem ednenund 
in Rauch / der oaih verrauchtrt // N 










as unfer a aushauchet / 
ie bald berſchwindet Dies“ | 
zungen un die QUEEN nam, m u! 
vedecket eine Srufft * 
pie ſie peiſt eine Zul 6* 
ie nn und Die Falten / 
er Jaht und Zeiten Spur nn a WFT 3 
ind nicht Die Furchen nur⸗ er} 
Worein der Todfl Dräget/ / 
und feine Sichel ſchlͤgt — 


ww. 


Das Grab ſteht ofen küuh 
Selbſt in der Mutter Bauch”. · wre 
Ein Menich fan kaum beſchen 
inth der Welt / zen 

ns ef En * — 
uſch dumuſi fütder gehen man Cal 

iind endlich koͤmmt der Schluß heraus / 
Die Welt iſt nur ein vnce me / Haus 
Hachſa. 






Mun wir zünden auch mit Scmerben / 
Schwerter / dir Die Kerken A) —— 
und 2 n diefe Trauer Bahn a 


Sn? 
ir’, 

. IHR 
* 
» 


Mit trübnisspollem Her (2 | 7 ie 
__ DinieBan wobl ei Dan * 


1 
DE : Di 


a # | 








Emderer Tyeil 355 
un in immer mer gröffer fenn. 
rtdie Liebſte hier Die € wefeer 

Was verfnüpfet doch wonlfefter —* 
Mennsdenngehefan den Rießf / 
Ach / ſo fuͤhlt man / daß das —— 

ertz und Stele fan durchſchneiden / 

teinern waͤre / der’s verbieh ? 


Es iſt doch — 
8 iſt Doch wohlg | 
Und iſt des Himmels Wille 
Drumb ſchweige man nur flille/ 
Sie iſt doch nur voran 
n Sternen Hin geſchicket. 
fie ein junges —— 
Wohlan es iſt auch Bla | 
Soft fie nicht beftridet | 
Undfompt nicht * in Su / | 
® rumb habet nur Gebult: | 
ie Hat nie was berbrochen/ 
| Noch fich allhier verkrochen 
Denn feomm ſeyn war. Ihr Ben: 
Doch / koͤmpt ſie mit ins Spiel / 
Und Du in der Ude 
Es läuffet Jung und Greif - 
Durch Land / durch herr — 
Nur etwas au erhaſchen / | 
Der ſtreicht wohlgar zum Teuffel zu.“ 2 
Sp fpielt der Weit⸗ Mann Blinde: Su: 


| [er Hertz iſt mean | 


’ 





* 





und 


\ 


ER I | 









und opne NEITT en 
Das Tugend hat er 

rund — 
Das Babel dieſer B 
So nn —— = 


Hier ift nut Dun und N schein. er 
Fir ſeynkaum wenn wur “on SM} 





RR %“ 


ran laß Gdit nur waltend / | 


Dt lange Hauß —— —— 
an kſſe ſeine Hand⸗ et 
ehm an —— ——— 
r weiß 6 mas [EN Kon 1 ı DEE na 
San autund dienftl jun an nal 
Seit’ er fielaffen N Wh 







Er wird ihr Slüd D—— 

Wohlan ſteigt — —WVJJ 

Dies ift die rechte Lebens⸗Wa ie =) 
2. Nachſatz I * 


Nun wir wollen, under De MITTEN 

Weildas debens Feu zummt 

Undder See Auh) * 

Deines Mahmens N 

Es ſoll deiner Tu: : RT 

Houdeiner Zeiten: nun hr 

a blauen Himmels Spit * —1 
mehr einverleibet ſigen 

Und wit fernen das sparen! A 


| Bm Nihf 
a — 


Ber. N N RAN De 





DemE pe Pr — zu —5 
und das Re Michi ap air at 


LVIE 
Auf den Hintritt 


Herrn Joel Sangelott/ 
Meitberühmmbten Medicine Dodtoris, 


Und dere A Schleswig Holſtein regierenden 
HochFuͤrſtl pe —— hochbetrau⸗ 


” 


SUR ß ich O abs er 1 Orabtiedfreiben? 
ein Bonner und mein wertber Freumd/ 
a tan ich Deine Hintritt as 6% 
Derans ſo unverm muthuch ſcheint / Ni - jr 
Da ein Tag Freude Bir gebieret / 
Der andre aus dem Kben fuhret. 
Hier war die Morgenroͤth in 
Und port bededet did die Racht 
Man ſah Hier neue e Keifer grünen’ 
Hort fällt der ame und hauen eat 
Hier ward des Glͤckes port er weitere © 
Und dort wird Schiff und Maft zerſcheitert. 
Wir ſchweben /wie auf Woſſerwogen / 
Seht an den‘ an Dieter Belt 
5 eht an die Stern am Himmels Bogen Ä 
ereine feige der andre ſaut Bi 7 
J id, E 34 — Seht 








1111 


En 


se 3 . Teitiiiher Gedichte 


chtan / was iſt / und was fan werden] | 
8 wechfelt alles ab auf Etden. 
as fon ich / reden Oder ſchweigen · 
Dies folıte mir bequemer ſeyn⸗ | 
Auch folit ich meine Pflicht bezeigen/ 
Und bedes ſchafft mir gleiche Dein’ 
Mit diefem fan man niemand ehren / 
Und jenes wird das Leid vermehren 
Bey uns wird Deines Nahmens Wuͤrdt / 
In den Semthern engepragt 
Zch / dem Du haft die ſuſſe Bürde , ni 
So vieler Freundſchafft auffgeleg// 
Sch will / womit ich kan / Dich preifen] 
Ind Dir.denlenten-Dienfi erweiſen. 
Wir dencken noch der erſten Zeiten / 
Da du die Muſen / unſte eutfht 
And ihren Ruhm pflegtſt außzubreiten / 
Huliehteftfie mit reiner Brutt 
Zaſt offtmahls Hand und Mund geliehen‘. / 
uͤnd freuſteſt dich ob ihrem Bluͤhen. 
Drumb ehren Sie dein Angedencken / 
Wie dir das ihre liebund wert / 
Hort wird man deinen eib verſencke 
Hier wird dein ſchoͤner Ruhm verklaͤtt / 
Ser ſich wird über allen heben 
Ind vemen Tod ſelbſt uͤberleben. 
iM &s wuchs darauſſen und daheime / 
Wa⸗s dich der Weil zu kennen gaß 


rm * 


> ec 


N [eis KRunfe und Wir / Mi Ira Zee 
Siee brechen dieſe Reſer a  — gie 





u 





Amderer Thei 56x 


Die dieigeleprte gelehrte Scheitel fehmürten 77°» “2 
Und uns mit —* —* Gunſt —— 
Der groſſe Friedrich / den wir haben n 

Her Fürsten Benfpiel und der Welt / 

Wie liebte er nicht deine Gaben sa: 
Sein groſſer Sohn / der theure geban" 
Don dem. wir alle-faft geneſen / ‘ '® 
Der hat auch dich zum Artzt erleſen 


Wenn Er —7 deiner Kunſt vera, 
So ſtund auff dir des Landes Heil / | 
Was dieferAtlas:unterbauter / — TE: z 
An diefem hatteſt Du auch <peiby., T 
Du fuͤhrteſt Denı Der alles reget / er * 
HDufkügteft Den / der alles traͤgete. 
Wir muͤſſen faſt ein Ubeiſcheuen / 
Da nun die Seuchen neugebohr'n / 

a von der Kunſt dei Artzeneyen 

—An a leich verlohr'n / 
Himmels reckt uns von weiten / 
Bein dei Transen Zeiten? , 
ar denn kein Kath auch vor den Meifterr 

Kein Mittel dor den Arkt bereit? 
| Nicht Kräuter, und er öhte@eifter! 
| Und was uns lehrt Erfahrenheit / 
| iA te-Fonntefeinen Tod beſiegen / 
| Und feine Kunſt muſt unterliegen. 
Otrauret nicht / betruͤbte Hertzen / 
DNe Ihr umb feinen Abſchied weint / 
t Was haͤufft Ihr ſelber eure Schmertzen⸗ 

| 

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4 PETR Foren 





Er oird, machnen) verfloßnen Sapremf - @ | 
Mait ihm nach feiner Kunſt verfahren · — 
Er / als ein a det rt F 
Di He der der Ratu NG 
nn f 

End rt Die ia ea 1x 
Diefonft den Wuͤrmen w a Kan 
Erläutertipmvon feinen taub BHRAUTG 


Dies Angebohrne muß ver — 
Er wird ein Artzt des Artztes ſe | 
Er wirdfein Bild in ihm — nr J Fe 
Weit über aller Steine Schein 
Ermactausipm/ de ar: ı Inn 


Einmehr als rnftes im —— 













RA CH EL —*9 
LL.& Hum Literar. Studiofis 
di da 
Woe iſt ung gelbft ie eafle u), Ile" 


Die Erdeidie ung neher/sergifftet Kef PR 
Die Elemente felbftdie find / und machen — 
Es — der * uns — * 


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under hello 
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Den eigne Glut verdarb 










J — tr Ich / Hz * 
Dein Auff dang war kaum da / hier iſt der Unter⸗ 


—— 
3 en dich darnieder / 
Es hat ſich Glut — Tod ver⸗ 

— ——— 
Was dich erhalten eg h gehſt du verlohn. 
Laß imerhin den Leib zu Aſch und Waſſer werde/ 
DerStrom des Lebens dort ernehret deinenGeifl/ 
Wen alles gleich allhier ——— — en : 
Es ift doch ja kein Heyl / fein Himmel auff der 


In fein 





EIKE T. 


⸗3 —— 
den ſeeligen Abſchieid 
Hn. Johann von Lengerlen/ 
ae 
stadt Kieli und Land Gerichts ide, 

YihE e Hocakenk. . IE LIFE 

SE * * au had —— | 

err Lengerken fan nunmehr, fiegens 

un ‚er das Tente Ziel etreiht 

Asnberfiebenwig Hefiegens: un 5. 
Ein Ziel/ das schon die aite Welt 
| zum böchften Alter Hat geftent. 





BT a — 


Genug 


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a Se Rs SAAL ch 


fein. Waſſer felbft.ee - 






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u A a — ED De —— 
a ——— 


Wer der GeredhtigPeit vennegen 





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” Genugdann / gug det Welt gelebt" 
nn man mit grauen Haaren ſcheidet 








- Dernoc an fie was fefter klebt/ nv 


Dennoch die junge Haut bekleidet, _ 
Det ftreifit fie ipmfo ungern ab7_ 
Ein Alter wirft ſie ſelbſt ins Grab. 


Wer wolte nicht. des Todes Wut / 
mit lauter Freudigkeit begegnen! 
Wer wollte niche/pater nur Muth / 
Hi Welt und ihre Luſt geſeggen 
Ipenn er nur ſeiner Seelen⸗ Rf / 
SEn Tugend Bildnis, hinterlaſt. 
Dies iſt / das endlich uns erhebt / 
ses bauet une den Ehren ⸗ Tempe) / 


Sies / das den Tod ſelb uͤberlebt / 


Her hat für die Berweſung Rat 
Der ſich ſo eingebalſamt bat. 4 
Wir ſahen euer Alterthum ⸗ ar 
Herr Fengerken bon. Zugend runen / 
&s wuchs bier euer ſchoͤner Rubm/. ⸗ 
Ein helles Licht Dat uns gerbienen ⸗ 
Run nimmt es einen andern Lauf // 
und geht am neuen Himmel aufſ/ 
Ihrt gabet Rath /und ſprachet Kecht, 
— more ware nu Gem 
In beeden if man GOF 4 


ger Nachwelt Spiegel und Exempel / 


M 





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wo un 





Anderer Theil 365 


und hat die Redligkeit als Zie - ....... 
Derfichtiobgleihder. Himmel ſer. 
Euch iſt nicht dieſes Grab gemacht / 
Und Euer Tod iſt frey vom Sterben / 
Fhr Habt nun euren Don verlacht / 
Shr könnt euch im verllehren erben 
Euch kommt zu flatten Dies, Giff -— -.,. 
Her Ruhm iſt eure Grabe⸗Schrifft. 
Wir lernen lehren loͤſen hiee 
ie Rägel Menſchlicher Geſetz © 2 Si. 
ie machen uns viel eitle Mühun m’ 7. 
Und weben uns viel loſe Pen 9. 0 
Rur hin / wo uns der groſſe Rrtt 
Sn alle Wahrheit leiten wir d 
Wie tautſcht Herr Lengerten ſo wohli 
Hier Sterbligkeit / dort ewig leben 
Hier Thraͤnen / und dort Freuden voll ss.” 
Sier wird genommen / dort gegeben / 
er Buͤrgermeiſter Sehenajaht, SE ringen 
Dort Bürger fletsin. BOKes Oft 
En 2 Era FEN Ir 


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Den mmvermurblichen Pitch 
Herrn Caſpar Dogeens / 
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13 


—— Seutſcher S Gedichte 
Hornehm men’ men JChi' und ti und Hochverdienten 


Bürge er. der Stadt Wißmar/ 
Ron u Bose ** Unterer 
ð gedacht worden 


OD 
IE wir! —* bald entriffen? | * 
— —— —2b Dir —** > 
ahm / mein Freund 
nd Du gehſt nun die ol BR San 
Sch fan taumzl mir, felber komm en / 
Dein Abſchied hat mich dit genommen. 
ein liebes TOO NEBEN 
Den Andlid die v Bet eg 
rſtirbet ſchier ob. deinem SOWEIT: hai 
Lind hat fein frandes Hau 2 
Wie waͤr es nicht von Wolcken ſfrub 
— nicht uͤber bliebe· 
ßmar Den fo barte P gen 
De raus ſchier vorhin ae Ari 
Dem ſo v — n ſind — —— 
Da es / nach langer Linalü sera 
Die Morgenröbte kaum geſehen / 
Ha muſt auch Du / fein dicht / vergehen 


I: ee Kim Ka pit ran @. 


ch als zuei 
Eu J und ——— 










ER 









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LE: T 
8 © 
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Anderer Theil. 3.7 


Da andere den Schein nut weiſen /⸗ 
Und ſich mit Wind und Schatten ſpeiſen. 


Ich kanne deines Geiſtes Weſen / 
Basdugefehn / gehört gelerzen 
J 
| } 2 e. LE J Kl arg 
N —— when ken. a 
Dein Welſchland / deren tundle Quelle” 
Bon bir ale neuem Grund’erregti * a 
Re auder erften Schwellen "AR 
ie Du zum Bau’ —A— 
Es wird in deiner Grufft beſchloſſen / 
Und bleibt mit Lethen uͤberfloſſen. 
Dies alles blieb bey Dir daheime / 
Senn wenig kam von dir ans Licht / 
Wenn andern offtmahls leere Traͤume 
| Ein groſſes Lufft⸗Schloß auffgericht / 
Ward ces von Freunden nur geprieſen / 
Das Rathbauß hat den Mann gewviefen/ 
Dein Muth / die Klugheit in dem rathen 
War mit Gerechtigkeit erfüllt/ 
Und bey den Worten waren Thaͤten / 
Will man dein ſchoͤnes Tugend⸗ Bild 
Mit ſeinen rechten Farben zirren / 
Mus Redligkeit den Pinſel fuͤhren. 
| etzb da mandich zu Grabetraͤget / 
N | a klagt man dich: 9 werther Mann! 
9 Oenn 





7 u 
im; 


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368 







\ — wird 
Du ai miten IDEE; RN 
pas wird" ipgir, mein In euns an } 
heeiben Jon) 
Hielt Hier paseibden Kiel michteing.: a | 
Has laͤſt mir. B | 
Ddoch ſpricht für a allein) 
ũnd ſollt iom gleich DEN verſchweigen / 
Wird von chm doch Der" me zeugen. 
Ende des andeint 
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Vian qs * * — aaalh Ast W 
Geh Ra ar nor Fr Rum sin 
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—* aut Storsofeng 
Deutſcher Bedichte 
itter Sheil / 


WWorinnen 
Auerhand Arten derſelben / Geiſtliche / 
Weltliche / Oden / Bey⸗Schrifften / it. 
_ 
1, 


Andacht/ 
Auff den J. Sontag der Zukunfft des 
HERAN 
gr Stücks zum Neuen⸗Jahr !es gehtdie 
| Sonne wieder . 
Im Kirchen⸗ Himmel auff / es Fon au euchrihe 


F ruͤ r / 
| Der ſelbſt der Sonnen Herr / de⸗ Himmels Mei⸗ 


Ar 
Qussihıhake alle Welt erleuchtet Jeſus Chriſt. 
8 vormahls Auguſt war in eine Stadt gekomen / 
Hat fie von iefrehe An neues Jahr genoihen.(a) 
Qeucion in Aug, c. 59« | 


; Ya | Bir 


SE EN 
. J 


N 
— 


370 Teutſchet 6 Gedichte 


Wir fange guchd uch Dasgah ahemitdeffen Ankunft 
; nge auch das rmit deſſen Ankun tan 
Be rg 
e iede⸗ su aͤyſer aller Kayſtr. 

— Aus Sutenet⸗Walde Bert a die ger 
Ri 


Reiſer / 
Gab fi sum Neuen Jahr Sir after x 
men ab / 
Die ihm das as Iud ſ Holetrals eine Si ab. A 
Laſt unsihm Laub Ka des — | 
Das fol nnddeun Jahe ſeyn Bir nd des Wein⸗ | 
ſtocks Reben. 
er weiß nicht / wie bemuͤh tgen und ine Ranfer Er 
Er giengins Capitol, und Seas: abe. * — 
Sahrr unfer König ii und Hohepriefter eilet 
Selbftfeinem Tempe sa aaWaͤnſch 
Man rieff dem Kayſer zu Stück Lohen del und 
eg! N 
Hier ruffte alles Dolk/edt ar kein Sind / de 
ie 


eg . 
Man hoͤrte aͤberal das Hſianna ſchallen— a 
| a Ibft. der Widerhall fich freu’ gerrach zu fallen. | 
Glück zudem / Der da da koͤmpt! Mach ale Pforuen | 


weit / 
Der Ehren. König kompt. Bir alle fein bereite | 
Kon / groſſer Gaſt / ach bit fom/ ben Tempel 
* 


REN inums ba a dr i 


In 


— 








Dr Dritter Teil 371 
» Die deine Knete find, Komm reſſere Saft der 
I Der:iBeltiie felöft dein BE m Binhehaug 





mn Held 

® Komm / der du immer biſt bereit geweſt zu kommen / 
Der du ſo willig haſt den Weg zu ung genommen. 
Du kamſt vom Himmels u it = Sung- | 


| u Scho 
Und hiervon kameſt Du au Seden nackt uf bloß: 
Du kamſt zum — hin / als deines 8 
tuhle 
Und faffeft / noch ein ind f ſchon auff der Lehrer 
Vom Tempel ins Gericht ud a und dann 


| Undenich u DuzurQhle ae binb, 
Owie ein groſſer Weg — Himmel zu der 


n! 
Wie kan ſich immer doch died heit tiefe een. | 
Glůck zudem Kom̃enden / in Königlicher P Dear | 
Die durch Die lei N ch * viel gr fer 


Gluͤck udem Koͤnige des Aithele und der Erden’ 
‚| Dem eines Königs Pracht Die mag vergliechen 
wer en / 

| die f viel kleiner iſt / als fie will gröfler fenn/ 
Uri Kane macht / durch äufferlicheSscheih; 
i Seht an / Die, hier ein Reich in An Walt ver⸗ 


walten 
Eu ſudi & Ära San u Sure uf 
Yar 





U 
| | L 


BEER... Teutſchet Gedichte 


Kin kauffen F—— durch ſteten Lohn und Sold- 
an ehret ſie ie auß Zwang / rl man ihnen. | 


Bo Spiele! Schwerdter il fo viel tau⸗ 
Wer wollte nicht vor Sie fromung Staa? 
techatdieX Liebe nur allein das Volck 


ndunferm Könige die Seelen zuge | 
Wenn andern eichelen are 
mücke 


Viel tauſend Wuoͤnſche ſchreyt und in die Ce a 
ſchicket/ 


So ſtammen ſie allhier aus lauterm Herß hen her! 
Sr Woͤrter / Die Das Vol ierruffet/bildet Er / 
Das eingepfeifipte Wort /d * Tem. Mund 


Dicht ANte der in uns die —— — 
Das A und D/ den wash hierredet schallet —9 — 
Durch deffen Ephata auch ſelbſt ft ein Si tue 
Des Volcks war Gottes Barrials En - 
Das felber GOtt warı frac ER ſebſ 
Des Mundes aufgeführt. Dr Datet | 
Woͤrter hier wein tt. Dort une 
m ift das Weſen ſ N DR nun i Zeuger 
De ſonſt die Wahrheit gnug ben nit wird ven 


a: der BR ihr / echt f (men an / 





Mm m 


— — — — —— 


un ee 


Laß andre ihren Thron mit — Titeln ſtͤtzen 





SDritter hei 378 
Hier ift Dastehen a ſelbſtvaß ſonſt nicht ſterben kan / 





‚As wenn es toill vor uns / das ſelbſi den Tod ver⸗ 


N 


| fun 
Durch feineneignen Tod / dem nun der Streich: 


mißlungen! - . - 
ah er uns zugedacht. Der Todt der toͤdtet nicht / 
ir leben jetzt durch Ben ir — ſeinen an 






Ob fie gleich nach fo hoch; ſtehn an des lie 


Kompt ihr eDurchlänhigen ds Sicht ein *— 
Dom Yateralles Lichts / kan recht Durchlauthrig 


Unuͤberwuͤndliche / hier iſt der Menſchent inder 


| Arm / Schutz / Trutz Schwer. und Schild /der 


auch den Nberwinder 
Der Uberwinder ſelbſt / den Tod / zu Bogen legt/ 


Der Held / der durch ein Wort die Feinde nieder⸗ 


Kompt ihr&jroßmächtige/hieti —— 


— Die uber ale Macht der gantzen Welt er Ro 


F Doch führt die Demuth hier des en RU | 





ra 
| Die bey den Cheiften les “ wahr Grobmuh 


& Sanffunluig/ cmienheufh —— | 

ede ft tin be ieh | 
— über deiber / heteſch wie jene von de Bit. 
—— ef — 9 * 





374 Teutſchet Gedichte N 
Tolh Weiber! Kinder Ir * mächtiger uw 


| di ie umb den König er * An Seiten cafien. 
ie Waffen die fie uͤhrn/ die find ein Palmen⸗ 
weig / 


g 
Zu deuten /daß er fen ein Herr vom riede⸗Reich 
Sie sch’ ndie Kleider aus / als un * Hoffarts· 


Zeichen 
Uñ ſtreuen fi fi eihm hin Wir —2 — 
Den Leib 7 der Seele Kleid /den — gr 


ches / 
Sein ber nackte Geiſt/ nicht dieſe Nebeidap] 
Ein Zunder aller Luft / den wir ihm Finn 
Der Geiſt / der eh ihm auff a 


Sonſt macht ein Sei den Mann! En ar Ent t 

Ein Chriſte muß ſich aus / und ken zott ana n/ 

Der iſt N Der i iu ihm herrſcht —* ein dſein 
ni | 


\ Dem alles unterthan ‚dem alle A f ung, 
Sonft meint ein Koͤnig wohl ei ‚fein 
nei 


Undimasman hat} gehoͤr ans —J—— ah, 
ein / unſer Heer will kaum FE Velaub ſi 


Nur eines Eſels ſich zur yrorhoı r ube — 
Es laͤſſen and re fich Du Bean 2. 
Sie fahren dar heteim auf fchönen gel nen Bag 
Dasoejekt Ränge ib /jett Eleph ei) ite ach. 
RO —* auch ) a 

BERN. ei 


N 


CHREAI-ICHR 


















Drittet Teil 55 
Ein Seuerwagen hatt’ ihr feichtlich- auffgenoihert. 
Allen vor diesmahl war ein Efelihm genug / 





Der dieſe heirg daſt auff feinem Rücken teug/- 


Kein widerſpenſtig Roß/ ein zu ei fanffier 


Sein? eugerfein Sefähr ee er ——— warb? 
Sein Träger/ da er geht auff feiner Zodes-Zahre: 
ER embfig war er doch/ nur Eſel zu erlangen! / 
ickte — die ihnen — 
—— paftven@ecken u * et? 
Die finden hies nur / was BERNER E 


Die Seelen find numehr den nein gleich gewor⸗ 


Durch mehr ale Circens Sun / perfetinihten 


den / 
Das tum̃ und alber iſt / und gar ——— — 
Und wie es ſonſt nicht wird / als nur durch Schlaͤ⸗ 


ge / gut / 
So thun fie nichts / als nur⸗ reeachdie | 
ande 
Geſetze / Kaͤrcker / — Suche öffentliche 


PP ”, A 
— 


Doch beſſer dies ——— ein wildes 


Enheiſſ ig seinmig hie, Noah ihe fer wärtr 
— ef joden YBeinberguntergraber? 
hr fe die ihr hier den —— umb 


> baßihe Eſel märt!uherg’ Dis Auf | 
— SEELE durch — cs 








ahmen 


Un 


„« eecutſcher Gedichte 
a — — — 
5* — — m uk | 
aß fie des HerrnKri effen Sutterkeiten? 
Mehr / als has nen On — * dem es ſich ft 
An Sanfftmurh überteifes ı 16 3 Wölfe, 


) 
[t tung mehr t alsaller uͤchſe Wiß. 
Ra tohge mit a — 


Begierd und Siñen ihm hier (äf —— | 
Die erihm unterwer / und als zu eigen mach/ —0 
D wohl dem / mehr als wohl — ſeiner Stimme | 

nac | 
€ rufft ung / kommt / die ihr Ser mi 
30 will Die ſchwereLaft ihr —* —* tragen! | 
agt ihr die meine nur / ich trage | 
Der Leib traͤgt ja fein Dauper, © oh —2 
Komunther vn Some en | 
Wenn ihr entgegen geht Kmntet wage 
nge 

Verlaſt Jeruſalem / diefelſch Friedensfadt > 
Die nur des Friedens Se — deſſen We⸗ 
Den nicht der Tempel hagt Kl 


eil er die Mordgrub iſ / ie —S——— 
ra eine Natter⸗Brut. Geht nur —— 


* — | 





* We We 
TEE — ie — — 


| 4 


—7 ein Kluͤgling / Maul: Prophet I: 


ODritter Theil. 377 


| Und bauerihm in euch ein (hönerSriedens-Haußr 
Ein neu Serufalem dem neuen Salomon .; - 






— u . 


Inwelchem aber nicht der Fuchs Herodeswohn’z 


dem Fein Heuchler fery Fein ftolßer PEN 
rein Tal ei 


MWortverdreher/ 


Und man auffs neue nicht den KHeyland kteutzige 


Hier ſeht man wie das Glůck der Welt bald 
falkß und ſteh 


Und wie es den / den es geehrt / pflegt zu verlachen. 


Man wollte dieſen Gaſ zum Koͤnige ſonſt machen’ 


Run iſt er Moͤrdern gleich. d rieff man ihm / 


— — u > | 
Boald hoͤnt und fhläge mar Ihn / und ſpricht / ge⸗ 
| geußtfenftut . 


“ _ 
\ 


Das Haͤnde⸗Klatſchen wird verkehrt in Backen⸗ 


? Man zog die Kleider au 


Has macht ihefhnödes Volt das nicht aus 
ne Eee 
Wie ſo verſchieden find Die Lieder Die ihr fang't? 

Belobt fen deedafome/verflucht ſey / der da hangt: 
8 und marff fie auff die 


3 ncbieit u nach 3 
Bald muß er ſeines Rocks fich felbft beꝛaubẽ laſſen. 
Sart Yahnen mar ein DornfeinKöniglicher. Du: 
Das Gendas ihn gefalbt/das mar feinheil Blut. . 
Die Bäumer weiche fonft pie Friedens⸗ Zeichen 


Bed geben 
Die bauten ihm den Thron, Fdarauff ließ Er fein 
ne Mr N SCDR- Der 


Es twird hier gefehen auft den Stamm des Kreupesimelcher! 
nach etlicher Meinung / vom P almsoderDelbaume gemacht. 








378 Ko. Gedichte 

Derfeinen 9 hier den Frieden hinterließ / 

Und ſeiner ih Geiſt in ihre Se Seelen bließ. 
Komm groſſer Friede⸗ Sant und laß uns ww 


| mmen / 
Komm) Echre bey uns ein / dab wir ſeynde | 
romm 


men / 
Die Klugen / welchen es an Sek miegebricht/. A 
Zu feh’nden/ der ſich ig ge | 


Kommgrönig/hier Oi u und hm dir auff⸗ 


getragen 
Komm / Braͤut gamb / bet wird Dir dein Braut⸗ | 
bett’ auffgeſchlagen / 
Sony Prieſte erhier u — — un Altar 
Komm) Sonn ern dein — —* — ein 


un © 


ann een = 


ame Ve 


ripp 
— —— Wort / ‚ser — 
Komm / Seemann / bet Sara | ei 
Komm Himmelbred / hier ae viel Sunge, ui 
Komm / wahres Licht / ae Me Gehen Bunde der | 
Komm / Bild des Vaters / —— in EN abs | 

zumahlen/ 

Komm / Erſtgebohrner / hier / wo man dich Br uber 


eißt 
Komm / o Geſalbter / komm / ſ falbet uns — 


Eu | 


Me 4 


en 


— — — 





— ——— 


Sritet heil” * 39 | 


Komm / gro — —J mach uns Som Himmel 
auff der Erden). _ 





| | Komm / unſer Alles / ‚laß — ung Alles 
erden 
1} Wann du nur koͤmmſt herabı ſ formen Bir beta 


Keil ohne deinen Zugman Dir nicht folgen Fan. 


| Der Wegzum Simmel Föinpesom Himmel ſelbſt 


gefahren.t 
Komm / JEſt wach! fomm hu * Di, zu offen: 


‘. _ 


So irret uns gar F Eee an den Zwech / 
Wenn Dum nur zu uns — haben wir den 
—— 


FJoh. 14.v. 6 ann Nr 

YaryarErt EITY , J 

Neu⸗dahrs 0 — 
Auff das 1655fte J Jahr. 


Vormahls unter eines andern az | 
hervor gegeben und in Melodien geſetzt. 


I. Auff den Neu Jahrs Tag. 














Ride füffes Sicht hervor / 


Hebe denien Glantz empor 


—— mit vollem Hauffen ze | 
Deinen reichen Seegen lauffen / | 
Schend uns deinen Freuden Schein / 

Er" lauter Eluck herein. — —— 








te Leukfhercienihte 
Gender mit dem, altenFadt? >. 
Alles Unglüd nah BEER —— 
In das tiefe Grab der Wellen 
tlrge Leid undmothaur Hölle — 
Tilg es aus / thu in den Bann ia 
Alles ‚wasune (baden fan. 4 
Waßfer/Krieg und Feuers⸗Glut / 





undwasfonften Schaden tft — 
rolle: fi vonunt rer Graͤnz eee 
Hunger /Krancheit peftilenke/ u 
üffen nun durch Beinen Schei n n. 
Aufi den Grundgedämpfetiene 
Ras der Kreiß der Erden A 
Serge, Thaler / Wald und gell! / 

-gird durch deinen Blickerfreutt 
Spas hier Zungen hat / das fchrenet 
Sauter Seegen lauter QeblF 
und wir wunſchen ſelbſt ein zbeile 

Wo ein Wunſch was helffen kan / 

Evy ſo kommet all heran? oh 
Heffnet eure Hertzens Pforte / — —— 
Laſſet tauſend gute Worte HIN. 
Siter Weit zu Dienfteflehn/ ° 1 
und dem Jahr‘ eifaegen gebn/ 7.0 


Zwar/ zu wünfthen bat man gnug /⸗/ 

Mancher wuͤnſcht ihm ſelbſt den Fin "Ar NA 
Senn er wůnſchet reihe Gchäkel * 
poluft / Ehre groſſe Piaͤzꝛe 
Rein Munich folder eine ſeyn / } 
- Sriedey Friede / eritt herein. m 

R 
J WERE | . 


u 
J 


‚Dritter Beil. 207 
Br 


2, Er bittet umb Erneuerung des 


Hfzlee muß ſich un! ejinaen 
An dem lichen Pteuen Jah — 
Auch die Sonn’ und © tern famingn. | 


Apr geflammtes neues Paar’ 
nd des frhönen Mondens Kreiß 
Sr aniego Silberweiß. 
Die Natur hat fon 0 een 
Br Fidtet auflaed eat 5 
inftia wird fie baß geneſen 
de Kälte ſich erftedtr 


I Esgewinntdas Tagetiht —- 


Schonin Heiler Angefirht: 


Laß / o GOtt / auch unfer Leben 


Sarg und gar verneuert ſeyn / 


Du kanft neue Kräffte geben / 


‚I Alle Gaben find ja dein / 


was wir unb uns ſehn 


| Alte 
daben wir von Dir zur Lehm’ 


Alles Alte ſey — 


‚| Alter Groll / und alter Meid / 
ei IHR — 


— ſonſten me 
Dirrſchet in dep Menfpen Brufl. 





für Luft 


Sich Hingegen neuen XBandeh | 
BR — — * 





N ——— 


482 Teutſcher Gedichte. 


Neues Weſen / neuen andel / 
Reue Sinnen / neues Blut / 
dDieues Leben neuen Geiſt 
Und was lauter Tugend heiſt. 
Leht' uns neue Zuchtund@itten 
Ou wol ferner fur amd füt 00 
Deinen Keichthumb anf uns ſchütten/ 
Oeffne Deine Gnaden⸗Thuͤr /·/ 
Und die Seegensvolle Hand 
Sep von uns nie abaewandt: 
Sieb uns neue Kraft und Staͤrckt / 
Daß wir Dir zu Dienſte ſyy n 
ũnd erkennen deine Wercke / 
Hẽrr du biſt es ja alein 
Her fein Werckzeugtuͤchtig macht / 
nd die Semen forigebrach 


Zeuch vonuns den alten Kittel / 
Raͤſhe ung dein Feyer⸗Kleid ⸗/ 
dich / ſo treten wir ins Mitte/ 
Wohigeladen und bereit 
Halten dort mit deiner Scham 
Ewiglihdas Nuesat: 


— 7 — vr 
W 


3. Er Hager wegen der böfn 
mb des Zrier 


OHR. 
Kriegszeit/ und bittet umb des A —F 








EN zum 


ges Abwendung. 
Ash⸗ wo will die Welt hi us 
Diele ſchnode Buben⸗Haus / Si 


—* 





. 


N 
. an 


Fu nn. 


Dritter xpei. 384 


Das dem Laſter geben. 
Auff den Grund ergeben! 
Sieht man doch 
Inmnmer noch / 
Sich mit ſtarcken Zügen 
Alle Welt bekriegen. — 3 
Iſt denn aus der Hoͤllen Schooß / 
Alle Schaar der Teuffel ſo 
Die bey uns auff Erden 
Wollen Bürger werden? 
Sieht man doch /⸗ 


J 
Sind mit Krieg und Streiten 
Eine Peſt der Zeiten. 
I I rein Windel in der Melt) 
| Den man frey von Kriegenhält? 
Schlagen nicht die Flammen 
Uberall zufammen?- 
Wecenſchen / Vieh 
Steffen ſie/ 
Was fie nicht berũcken/ 
| Muß von Rauch’ erfliden. } } 
Alles liegt bey Krieges s Zeit, He. 
Kunft / Bucher Kecht und Nedligkeitr 
I. MleguteSittenr 
Weveerden überfchritten/ / 
Raub und Brand / 
Stuͤrtzt das Land / 
Edler Bauren / Bürget/ >... sn. 
u Safler/ Senden! Mürger, = 
2 ein 


F 





En 
384 Teutſcher Gedichte 


Kein Geſetze wirderhort! — Re 
Ales Hure wird verkehtt / 
Hier ſeyn lauter Sender! h 
Kib und Seelen⸗Kraͤncke t t 
Henn ßSt 
Selbſt ein Spott / 

geben Haus und Stellt > 
Wird ung hier zur Hoͤlle. = 

Komm / o Friedens⸗Geiſt/ erein / 
Tilge mit des Jahtes⸗ ein’/ | 

Allen Hölen-Mebel/ — 

Brich den Morder⸗Sebel / 
gone un Eh 
ap dein Hau — E 
Hier nicht gang erleg e f 
So greiff du zum Krieget | 


f 2 | V. A * 
4. Er wünſchet den Friede zum 
Neuen⸗Ja Air 


ahre. 


- 


Fri! du gewuͤnſchtes Gut) | 
H du Brunnquell aller Saben! He 
Komme doc y dein Bol zu laben / J 
Has fo ſehnlich nach Dit Kerr: 
nſer Seuffzen ſteht nach Dir / 
Friede / Friede / tommberfin 
Du’ n yertbe Srieder bit Eh 
Sr auupmg aller Sioüht! Da 


us I: u . 
i 
. 





SALE 
Sunter cden. | Bar 


Du geſeegneſt alle Plaͤz m 
"Die dein Angeſicht begrüßt: > 
Unfer Seufftzen ſieht nach Dit 7 
Friede / Friede / komm herfuͤr 


Kehreſt du nur zu uns ein /- 
So kan unfer kranckes Weſenn 
Roch durch deinen Blick geneſen / 
Das fouft wird verlohren ſenn. 
Unſer Seufftzen ſteht nah Dir © 
Friede / Friede komm herfͤ. 


Du fuͤhrſt 1 grofk Schloͤffer auff / 
Du beſchuͤzeſt Wall und Mauer 
Fuͤrſten / Edle Bürger Bauetw ı 
Krieg der bringt fie auff den Lauff. 

Unſer Seufftzen ſteht nach Dir) / 
Friede / Friede / komm herfuͤr. 

Du bringſt alles. in die Sb. 
ind erneuerſt alen Wande > 
Raͤhreſt / mehreſt/ fuͤhreſt Handel? ⸗ 
Theils zu Lande / theils zur See. 

Unſer Seufftzen ſteht nach Oir » 0. 
Friede / Friede komm herfuͤr | | 
Du bringſt Tityrn in das Feld /⸗ 
Daß er wleder fan mit Freuden 
Seine fetten Laͤmmer weiden/ 

enen Echo widerbellt. 
lan eifach ſteht nach Dir / 

Friede | 





Friede / Fommmherfür. 
u.) Gaͤr⸗ 





J 
ge 
r 
t 


320 Teutſcher Gedichte 
ärten/ zen ‚Feld und Wald / 
ige eb dich gel — x 
Sa ſich Thier und - en freuen / I 
ficht nach Dir / I “ 
Seide! —— Eomm berfür. — 


Geuſtu a 
So HR der 


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Br — De Bun a 
Side! Sriedei nt 


% 
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——— 1 


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23 
a —⏑ —— 





—* ‚Sriede / komm * — — 
Friede ee Bw | # 
Beh a — 4 





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a nn. 


Dritter Theil. - 387- 


Ott / durch deffen Arm dieſes Kund erbauer/ 
6 Und das ſtoltze at in Pe Schrancken 


De effen geoffe Gunſt auf? die Menfhen thauet/. 
Rh ja vielmahlmehr/als.er felbft serie, 
ob wird nie gnug befungen/ / 
Bitten wir auch Engel-Zungen. 


Du haft unfer Sanb/Grängen Stäbe um Säuf ; 

In dem —* Stahr’ allerdings bewacht / 

Ales iſt von Dir / groſſer — Kayſer / 
Daß wir —54— ſind / koͤmt von deiner a. 

Dein Lob wird nie anug beſungen / 

Hätten wir auch Engel-Zungen. 


Daß uns nicht das Beine Sriome 


Schreiben wir / o Gott / Sein ent tu au 
Da die Plagen doch unfre Brüder pre 
‚Sind mir gleichwohl noch faft in Milers Kb, * 
Dein Lob wird nie gung befungen! . . 
Hätten wir auch Engel-Zungen. | 
tder — leich unſer S ifberennen 
haſt un jedoch Ancke — emacht 
Und des * Mast ift dur u gertrehnen 
Du haftung mit Luſt in den Port gebracht. 
Dein Lob wird nie gnug 6 ſungen / 
on wir auch —— 
einer Guͤtigkeit unerſchoͤp EB? 
Haben en Kelch vollig eingefchenckt/ ge 
Bon und — ME 


2 











388 Teutſcher Gedichte | 
Womit deine Hand uns allzeit bedeuckt / 


a | 
Dein Lob wird nie gnug befungen? | 
Hatten wir au a | 
Dein fo volles Maß hat ung wohl gemeffen/, 
Theils zu hair theils zum Überflußf/ 
Wir im Gegeniheilſtelens invergellen!. u 
Geben dir/ vor Danck/ Undanek und Verdruf 
— znuug berungen 7°" 
Hätten wir auch Engel⸗Zungen. 
Du haſt uns dein Wort reichlich laſfen ſpeiſen/ 
"nd die dacka ung in den eg 
Die uns klaͤrlich kan hin zum geben weiſen / 
Da der Himmels Strom unſre Seel ergehle 
| Dein Lob wird nie Anug beſunge " 
| Hätten wir auch Engel- Zungen: - 
| Saffe dich doch. auch ferner guadigmmden? 
Großer gebasth/ und laß deine Hand ⸗/⸗ 
Nicht won deiner Schaat/ twegen ihrer Suͤnden/ 
Die dich offt ergurnt gantz ſeyn abgewandt. 
A ungen? 
Dir fepn ewig Lob gelungen: 


— vn. * — ini 
6. Anden Stand . Fr. 

Der Weltlichen Obrigleit. 
Idree I0E Di Walt verwaite / 
Undfie in dem Zügel Halte] / 
Die jhr theilet unter Euch / Ai & * 








200 GO 
22 GBR 


BE 2 unser N Dr a Zn 


sroggeitter Tdein * 


nr EEE TEE TE — 


Staͤdte / Komrech u: 
| tädte, änder / Rönii Po a u 
.. oͤll / AR das — RG t 
Auff dies hen te un — Rat 
- Reiches; Sonneraroffer Kapferı 
Und ihr Hohen Fuͤrſte — 
Und die ihr das ind regiert/ 
Die ihr unſte Ruder / fuͤhr // 
| Saffeteute Strahlenfehene 
| Undein gluͤcklich Neu⸗FJahr — 
Das wir noch im gutem Stander * 
In dem lieben Vaterlandhe⸗· 
Koͤmmt / nech — zurer Hanb / 
Daßs von uns iſt abgewandt 
| Aller Krieg, und Feld⸗ Setümmel; art 
Schreibt man Euch zu nacht dem Dimmer; 
Iyhr beſchůͤtzt vor Feindes / Trutze —— 
Unſern augemeinen Rußzen / * 
Uns deckt eurer Flügel Macht / 
56 es gleich ne kracht / 


Eure hohen Be m 
F ga d ißen: 
I zer d —— gute — ai: 






— B: 
—J J —* 
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Dir Te 


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Eure S * 
Selb den TE eifen I tief ———— 
IN nd mit friſch J Waſſer traͤne 9 | 20 
Ihnen gebet ihr das £rh na 4 
| Um Sie —* 


per als ie a: 
I Ast uns von den Beſchwerden/ | 
Br Levet 








m . 









Liebet Die —— GREEN" 
Mai uns eine gute Zeit / Re 


Kan hie turm verleiten. 
rn längerleben © 

ol Euch zwey Geſichter geben / ia 

ZBie ber alte Sannenbent RR 
u verhüten die Gefa 


{nd nicbt nur / was i zu fe sn 
Sondern was — 3 Bi’ 
BR au, und befriedetl 0 
— Waff ffen ſchn Aa, 
und —— — * — 3 
Seide manim Landen t 


| ‚Kemnpns Sand et freuen 
"Und der Roſen tod gebeheile 


% 
. 












4 





aß uns noch an unſerm De 
— verfaͤl es Wort / * 
Als die rechte bens P 


Dazu hat er ung erhalten 
rag Etat 


e 





aa Zr A 
MI 





Meet - 1m = 
en die Geiftlichen verwalten, » ⸗ 

ie er uns hat zugefandt/ Pe 
Noch von Fahren bis zu Jahren / 

Wird es kuͤnfftig auch nicht ſparen. 

Ach / wir koͤnnen ja —A— | 
Beides Milch und guten Wein 
En Geld und Gaben kauffen / 
Odott der fchendtuns reichlich eins. 
Und laͤſt ung den Honig ſchmeden 
Don den edlen Bienen-Stöden. 

uaͤlet unsdie Hunger⸗Plage / 
Ach Hier iſt das Himmel · Brod / 

as den Hunger uns entſchlage / 

Sind wir wegen Durſt in Roth/ 
FJEẽſus ſtehet ung zur Seiten 
| Zu der Lebens Bach zu leiten. 

Er laͤſt — ———— 
Seine Laͤmmer und ſein De | 
Auff den friſchen gruͤnen Heiden / 
Oftmals bat er fie wenn ſit 
Won der Heerde find zerſchlagen 
Auff den Lichſeln hergetragen. 

Er laͤſt ſeinen Saamen ſtreuen / 

Durch der treuen Diener Hand / 

Er begieſſet / giebt Sedeyen ⸗ 

en allen Wiederſtat 
lien / Donner Reiffun 

So die liebe Saat zerlegen. 


















I 











EEE 


J52 Teutſcher Gedichte 
Und wir erndten doch die Srüchtel | 
Ob der Fürft’ und Feind der Welt / 
ins gleich fuͤhret umb die Fichte / 
Lind fein Unkraut unterfiellte 
Wenn nur nicht die guten Körnet / 
Fauen unter ſcharffe Doͤrner * 
Seine Fackel fuͤhrt die Fülle/ / 
urch die ungebaͤhnte Bahn / | 
Ft Der Megunsgleich wicht ſuͤſſe / 
übret er uns doch hina "u. 
t fan aus dem Wege taumen/ /⸗ 


- — 2 
m 2a aa [u zn — — 


Was die Tritte kan verſaͤumen. — 
SHttverfaffe feine Leyre nu 
Seine Güter und fin Pfand⸗ ve 


Reichlich woucern und ich wehten / 

Er befcehüne diefen Stand" 7 u 

md vertheidige den Orden’ 

Ser von ihm geſtifftet worden. —58— 
So kan aus dem — 55 Bu 


Uns berühren keine ar 
Unſre Dorfen gründen feſt // 
Auffden&dftein IEſum Chriſ un 


Belialumd ſeine Waff 
Können gegen fie nichts ſchaffre. 
HErr du wolleſt ferner ſchicken,. 
In den Weinberg dieſer Wel nn. 
Deine Gartner laß es gluͤfe n 
Wie es dir nur ſelbſt gefällt. „=... 2.00% ° 
Schaffe du / daß unſre Kb —  — —  .. 





Suten Moſt und Trauben geben. 








de nn var | 4% an 

| * — J — | 

⸗ Yes a | 

GOtt der dudasklugeXhieen we 
I Den Menfihen aft bere th hir nr: Ma * 

U felber eingeleitet 7. 0° 

| % den Haußſtand / deſſen Orden im — 
| Don Dir eingeſetzet worden. E & 260 
| Wir fagen Danckdafte.. x" 
| Der Stand hat mirder We ug Far) 
Den Anfang auch bekommen 
ie du das Weib genommen: —— | * 9 
Don des Mannes harten Knochen / Fr 
| Unddas Wort darzu gefprocheny = u. Io An 
Geht hin md mehret Euch. CR 
Da war fein —— Hit PR 

- Ein Hauß-Here war alleine/ / * * DB r 

Und eine Frau / fonft keine. —* | 

a er a ar ar Ay um 

ge —J Knee — lhunck ar 

en rg 


ib doch / das Diefergute Stand 
— — t — J——— 
Seegn unſre groſſe Mühen! D- ® 

| ne ran unſre Guͤter / 
Sex / o HErr / du ſelbſt der. 


Beh mas imzeden u 

I Derforge um en in 
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40 









Ger oaü— 
er enmichedie Menge 7 ⸗ — 










Doch wi 

Laß uns nur nicht zu enge, 
Beftrengt mung net. DM 
Sieb! und für fun 
Xu ! was ſi ee! | sm 
m ſonderli u Air fiche 
Daß andy Vater! Derr Gehude ee 
Rann und ſich gechtnerbinde/ / BR >, 
Nach yyflichtr und * ue bvpſan 
nd daß Die Nach Welt at ‚Ott 
50 tie, alten Dinge / a Lhern 
Die Finderzucht gelingen) * Ju dief 
Firchen / Schulenund hier RAT Ne erfreut 
Die genieflen ihre Fruͤcht 0 MR 
\ind haben Theil daran. 0 ME 
Mach = en endlich a bee yn die 
De ige Hauf a J 
nd dieſes zu jr | 
= — nicht zu A Auch 
imm ung nur aus die Me J 
Sons Haus Haus der Em RN, - a 
stapımen“ Er m 
liebſter u | ar 
em sa ohne gebe 4 
e veffen / das verlohr tar 
p durch Den Fall verdorbe 

d 


sen 
Ei Se reifen igo meine Sıppens >| &i 
Komm 


— es Kind / bey heunen riet 





| en rn 
‚Komm — hie mit mir die Thür 
Hie ſie heſt Du die 


Hiet —9 Tr 


Dies Wort ka 





ee 
Sieht am ewiglich — 28 

















om J — mit mir / 


Den Bi Ag 
aß uns geben! 
ngel ffiegen 
möliegen. . 
Sit oan er hat 


Hie fi ir 


e 


m ae 


Emp ar J empfangen! 


Stillt unf’ret ae rihr Bertangen l 
Eh’ er noch in die Menfhprit trat/ 


u diefem hochberuhmbten Nahen / 


rfreut umd ruͤhmbt ſich alter Saamen. 
‚Sn dieſem Nahmen muͤſſen ſich 
Die Erde, Hölf.und Himmel biegen / 


In —* ja du irn fiegen/ / 


Empfind’ftu Angſt UND Todes —5 
und Beide Fremder 
en J dem aller 


en Seide: | 
a Trübfal nicht Gefahr 
Stürk dic / ein R 9 Hk 







AIR Re | pi —X 





Nele Herz erfreuen] 





nn 


z00 Tecrutſcher Gedichte 


———— ———— — — 

Es hat der Schlange ihren Hals 

Im Paradieſt laͤngſt zerſhiagen / y 

&s lindert alle um a | 

Has Elend mſers truben alle! 

Hrumb mag man es a bilug preiſtt 

md ihm viel Eht und Zt berweifen. _, 
Des Leibes Krandheit hat es oft‘ 

Gehenet / es thut groffe Zeichen⸗ | 

Es machet alle Teuffel weichen / 

Denn weraufdieren Jenmbofft? 

Den machtdie Hoffnung nicht zu Schanden / 


Er reißt die. feinen aus den Banden. 
ach tieoftes Kind ach Laß mich doch 
Stets deinent euren Rahmen nennen - 
Undsalameind chſtes Gut/ erkennen 
Dies Wort wirft abdes Satans Ihr | 
Sag mich hiermit in meinen Sachen / 
Den Anfang ittel Ende machen si. 
Sagmichden Mabınen für und tÜE ). 
Sm Hergen und im Munde fuͤhren / 
Wein ich den Odem werde uͤhren/ 
weil noch ein warmer Gei m mir 
So konnen Sinnen und Gedanden  ,. 
richt von des Herren Wege wancden 
Sag meine Seuftzer /wen mir GOtt 
Die lekie Stunde hat beſchitden —3 
Mondir zu reden nichtermuden/! =... 
So acht ih nicht des Zodes Spott / 
und habe friſchen Muth zum ſtteiten 
Den Sieg wirſtu mir ſchon bereten. 











== En BR * —J 3 — 
BR! 1 J 0° +7 HR; 







Kor jelche | en 
en ebruarit —* gahres 
doc ſeerus begangen ward, 














98 Zeutchersebichte 






N: ei der ‚nen * —— | 
Wwie olgenden 
Dunn — — dungen 


tee ben. na) Zeit ı md 
heit / und nach Mogugren 
iung einrichten muͤſſen 
daß die Eilferrigkeit ein 
beitu er 
neigt e Pefer de ig 
ten / imfall dieſer r 
allen —— on 



















Dritter Theil: 399 


Inhalt des Ballets- 
Emnach die / zu Schleßwig⸗ Holſiein te⸗ 
gierende / Hoch⸗Fuͤr ſil. Durchl das ſieben 
und zwantzigſte Fahr ihres Alters / mit des Lan⸗ 
des hochſter Vergnuͤgung / glucklichſt zurücke 
gelegt / und / den; Februar. dieſes 1668 Jah⸗ 
res / Das. acht und zwantzigſie in allen Hoch⸗ 
Fuͤrſtlichem Wohlweſen angetrsten/ als haben 
ben ſolcher hoͤchſtfeyerlichen Zeit die Götter 
felbfi/wie auch das gantze Land / ihre hierob em⸗ 
fundene Freude erzeigẽ wollen. Inſonderheit 

die Venus und die Juno / als welche neu⸗ 
lichſt das gantze Cimberland durch feſtes Ver 
hundis aneinander verfnüpfer / und ſelbiges 
dadurch in erwänfchte Vergnügung geſetzet / 
bey dieſer Gelegenheit nicht gefänmer. Auch 
bat Vulcanus / nach der / bey ven Geburtstaͤ⸗ 
gen ſonſt uͤblichen / alten Gewohnheit / auff der 
Goͤtter Befehl / einen goldnen Ander/ als ein 
ſonderbares Pfand ihrer Gewogenheit / verfer⸗ 
tiget und ũbergeben. Indem nun dieſes gy 
ſchiehet / ſtellet fich Cimbrta bey dem Landes⸗ 












Dater einı ihre unterthaͤnigſte Gebühr abzule⸗ 


gen / und laͤſſet aus ihren Waldern / durch ihre 
Jagerinnen / einen Buͤrgerkrantz von Eichen⸗ 


Aanb darreichen / nicht allein ihr höchfiesfieune 


BT — 


a Fee Sehe 


— wegen des des gucichſt ab abgelegten 
Jahrs / ſondern au auch ihre ſchludigſte Don 
feity wegen der bißhero gürfioäterlichen PN 
ge/ uud orgfältigen Erhaltung des —— 
ten Beßenso zu bezeugen. 
.Aufftritt. 
gattd tamm Die Sana ] a it — 
| ienerin der Goͤtter / und Außruffe⸗ 
‚ein 2: her annahenden 805 ae 
burtstages / von dein Himmel au 
Schauplatz geflogen an 






| 
! 
A 


let. die Dücher aus. 

| s Fama. Bene ® Mi 
Sfr ihr Zimbern / aufit; 
Her ſchnellen Sterne Lauff / A 

—* —2 hai das Leben * * 


m Sin mðer⸗ Helde * 20 Ma 
Ar en Krane erfüllt: u 
Jet willdet r Zeiten BUB/ . 
DEN Himmel /fid neerneuen 


— 
= A 
ur 


> sen WR — 





rohe die Goͤtter freuen Bi: 
und fepern diereegeft y I 
Has jent ſich nenneniäſt 
Heran .ipr Land —— ana ar it 
‚Singt ihn macht Gethönlk.... no) 

eifft Spiel und. Saiten au on 

Es jauchtꝛe wer da kan / * 





— 


— 


PO:>©4 - 





Dritter Theil: 7 40x Ä 


| Esfötepe,wer np WER: 
Gluͤck / Wohlfart / eilt Sehepen! —— 
Heran in vollem Lauf? FE RER 
— —— Bimbern/auft Di 


eu Ynfkteise. | 
Ä — — auf dem Schauplatze ee 
Kane finftere HÖR vorgeſtellet aus der 
‚ten Abgrunde Die Zeiten ’gebohren wer⸗ 
den / wie fie Claudianus in feinem andern 
Buchevon dein Robe deB Stiliconis weite 
käufftig beſchreibet / worinnen eine groffe 
Schlange zůckelweiſe in ſich felbft herumb 
lauft /und Richter / als Sterne / erſchet⸗ 
hen. Hierausfömmt Saturnus, als der 
Vater aker Zeiten / hervor mit derFor- 
tuna Primigenia (Ge urts Gluͤcke Rwel⸗ 
che dero Hoch⸗Fuͤrſtl Durchl ben‘ 
Geburt zuůgeſellet worden. Er 
Saturnus. 


RS bin bagn Göott/ich bin der@östher — 
Dgch bin mein eigner rl meines aub's 


36 uge Tagı und Fahr il din A sun Eur 
als Die ich / will ii * —— * 








nn 


7 Teutſchet Gedichte 
Ich habe / groſſer Fuͤrſt Dr ‚zug und Zeit 1 Ä 
| Die ich noch hunderemaht il nen und auh | 
Ed ich die Siechel noch a8 ei | 


Auch / weil duewigbif hab er fein Recht an Dt | 

| FORTUNA PRIMIGENIA. J 

bin das Gluͤcke ſelbſt / das den rail 
uͤhret 


as Dich [9 Eimber Held / mit aaO Gaben 
vet 
Weil Tugend nun bp 2 dra ai ne Dig 
So if du ſelbſt dein Stern —* Doris Sic 
"Schmid 








I. Armrtict 


S* Venus; welche bey J 
Durchl Geburts⸗ Figur / in dem 
benden Hauſe / welches demẽEheſtande | 
geeignet ift / fic) befindet / und die vor⸗ 
nehmbfte Göttin iſt / Die anfaͤnglich 
der Geburt ihre giückfeeligen Strahlen 
bat flieffen laſſen mie fie Denn noch) neulich 
ihre biimlifchen Ber beiflundenn en hat mer 
| Relig gemacht / ſtellt ſich ben die femgeht 


— 
— 








N. 


Dritter Theil DO - 403 
mit ihren Gratien zum erften eins mis 
weichen fie allerhand Luſt ⸗ Taͤntze hält. 
: i Vu. 0.5 
Auch ich muß dieſes Feſt / mein Se allhier bes 
I. | Debend: - 
| Und habey wo mir recht / das meiſte Recht darzu / 
Mein Haus baut dir dein Haus und ſetzet dich int 
Auch kan dein Leben blos durch lieben nur beſtehen. 
Die erſte Gratie / Euphroſyne. 
Koi Schweſtern / kom̃t herbey und fchlieffet 
| —* * ndin Hand / 
Beſchweret alle Luͤſt in dieſen rundten Reyhen / 
Begehet dieſes Feſt / darob ſich alle freuen. 
Wirſſchlieſſen alles ein in unfer Liebes⸗ Band. 
Die andere / Aglaja. | 
KoOd / Schweſtern / Foite herbep und praͤget 
EM Mund auf Mund’ _ 
Laßt einen Nectar⸗Strom von een in, 





I Saßt eine ſuͤſſe Flut von Wuͤnſchen ſich ergieſſen / 
Duurch einen Liebes⸗Kuß befeſtigt man den Bund. 
Docie dritte / Thalia 
Kom Schrehern/foihe herbeyy befrankt den 
—— 
Erieiget eure Pflicht und eilet ihn zugruſſen / 
— — lege die Blume zu den uffen/ 
. Undlafler feinen Rohn — m EN. 














404. Qeitfeper gedichte 


— | 


| Die drey Gratien / ingeſammt. | 
W Ir haben Dich / o Fuͤrſt / von Kindheit an / ge⸗ 
| wartet / 
Es iſt Dein ſchoͤner Geiſt / ag gewuͤnſcht / ge⸗ 
LGELNENSERGE SUALERE SH 


— - 


ir leben ſtets in Dir / ſind unfer.gleich nur drey / 


Sp wohnen Dir dennoch viel tauſend Lüfte bey. 


Jen die Venus das Ihrige vers 
richtet / findet fic) » auffder Götter 


Befehl/ ihr Mann / der Vulcanus 


auch ein / welcher eine Zeitlangden Berg 
Aetna verlaſſen / und fich in dem Eyslan⸗ 
difchen Heclaauffgehalten. Diefer ſchmie⸗ 


det / ben waͤrendem Tantze / indem Feu⸗ 


erfpenenden Berge zufehends öffentlicher 
nen göldenen Ancker /mit feinen dreyen 


Geſellen Brontes / Steropes/Py 


ragmon / welcher / fo bald er verfertis 
get/ in die Lufft Fahret/ und vor dero 
HochFuͤrſtl. Durchl. Gefichte hengen 


bleibt. Diefer wird von den Göttern 


als ein fonderbares Pfand dem Cimber⸗ 
Zürften/ megen der groffen Gewogen⸗ 
heit / die ſie ſtets zu ihm getragen ge 


u 








‚ Deitter Theil Jor 
AN — 


I eignet wie fievorzeitenden Romern ih⸗ 
| te Ancilia, den Trojanern. ihr Palla- 
din vom Himmel falten ofen. 


Vultan. 
Seh bin der Götter —. bin der Schmie⸗ | 


® bin bes Jupitersund meiner Venus Spott 
| rzeiht mir / daß ich hier mein a Rauch⸗ 


Lahr nicht / daß ihn a ‚Sirten | 


DieSätter halten mir dies ie auch zugut 
Indem mein Schmiedewerck denſelben noͤthig 


Ob gleich die Goͤtter mi sen Dim vormahls | 


ı ann 
o ehret mich doch jet ralsihren Abgefanbin- 2 
Vunulcan / an feine Hefellen 
don fort / ihr Bruͤder ki —— die arme 
dor Brontes / Steroper — mehrt 


Und macht es alle fo / wie Meiſter thut / 
Ser ae ie mein ne Anden. Die Su 
| IcKeNle 0 








FA Bro 
| D5 Glut iſt meine een N ve — 
Cc3 I 





408 ___Teutfißer Gedichte 





E Der Rauch iſt meine "uni wir ſchuicden hier aus 
So viel ein jeder nur — Keäffien a | 


| Was iſt es ae —— 


— 1 19 
er miede Jupitern fo nun ia | 


ch fehmiede eine Sohn’ ei URRERNE 


bespfe 
J Pallas ihren Schild | im Bus die beſen | 
Das meinſtu / folte ich denn be un Da J . Bat | 


et 


m Ye Arbeit iſt gethan / der Andesiftbereir 

ch ſchmiede ſeliẽ Gold bey diefer Eier 
Der ae ich jetzo muß die gölone 5 keitẽ / 
So ſchmied ich / iſt mach te ine 
Zeiten. 


Vuicanʒu dem aufffahrenden ande 
EEE nn 


a en Bee ans Götter Sof | 


[8 dem fie diefes Pfand / ſtatt feiner Liebe Lohn 


Ein Zeichen feiner Trea” we ‚ee: Heffnung / 


Dedurch ſie ewig ſi ſiche an fine Dot a erpän | 


“) 








> . ey 
Dritter Theil ar’ 


Sie bauen ihm fein Stück Auf? feinen Fuͤrſten 
— ron / | 

Der Eris zum Verdruß/ und Neide ſelbſtzum 
| n/ — 

Es wird daſſelbe nie von ihm ſein Antlitz wenden. 

ßtoben umb ihn her des Ungluͤcks wilde Wellen / 

Der Ancker wird ſein Schiff in ſichre Ruhe ſtellẽ / 

Das nun den Hafen hat erlangt zu guter Stunde 

Darauff der — * vollen Backen 

Daß es auff truͤben Sand und harte Klippen 

* | | ieß. “hie 

Hatnur der Ancker Grund / fo geht es micht zu 

A | grunde. Erz 





— 8W8 ſich nun Bacchus auch gerne bey 
Igemeiner Froͤligkeit finden kaͤſt / als 
hat er auch hie: ſeiner nicht vergeſſen. Deñ / 
ober zwar per ſoͤhnlich nicht erſchienen / 
hat er doch die Bauern angereget / an die⸗ 
ſem Tage auff Ihres Fuͤrſten und Her⸗ 
ren Geſundheit zu trincken. Von wel⸗ 
chem zwo mir einem Bauer⸗Weibe alle 
* erſcheinen / und mit ihren Taͤntzen lu⸗ 
ſtige Kurtzweile machen. —2 






nun trauren ? 
&c4 Wenn 





er: Die Bauern. an - 
R: Sa / Sa! iht liebes Volck. Wer wollle doch 








Wenn Für 7 — tanken auch die | 
Und wabumboice⸗ weil ẽ ds Lndes Vaͤter 
| So iſt der Dauentechtdasrehre indes: Kind/ 


Das zwar ein Herr beherrſch aber recht befißet 
Det er ſtets darauff in engem 


Een lihr liebes Bolck. le kom̃t herfuͤr! 


Es gilt ein fri ——— Hamburger Bier. 


Es muß geſo er, weil he A Han wird 


Hr, is 


Und wer nich! faufen will/ man fies 


Es fol ein jeder Trunck auf Siehe Wehlſahet 


Bir enden — auch in dem Winter! 
4 2) ein. n net w Ai 
ut — 


— * 
ur⸗ eine Göttin der ehelichen a 
einigung/ welche / durch det 
Zulffe und Beyſtand / neuuchſt 


Cimberland unter ſich ewig dv erbun 




















4 


batderfelben in ihren 396 Beh 


e auch auff diefem Kefte / * 
Himmliſchen Nymphen br leitet/erf 
36 EURE wird m einen Wald 


— 5 Juno. 


fe aut nichts nachgeben 33 


ku 











s abc Thell. * “ . 





Juno. 
gayrsann durch ſich an 


| ſchw 
|: Und Zwietracht abgethan Bir Then Altar) 


Den mir der TBeinmonat/erbaut mein Februar / 


Scheint jetzt der vormahls mir / jeit Di —— 
Marti 
| geheebifen Tag da du gebohren biſt 
Mit Fried uñ Einigkeit will ich dich ſtets beloßnd) 
Die in dem N ahmen mir/ in dem ren 
J wo nen. F 


Tr 


— (Sie wird auf: den Nahmen Juno und | 
Friederica F en / deren aunn 


Letter⸗Wechſel das Wort UNIO in 
ſich begreifjet / dieſes von vu - 
fo genanntwwitd-) ‚er 


Die fünf ymp den 


* folgen / Jund / dir durch m und Se | 


Ob — ——— ge eben“ 
Ob wir gleich ſtets mit dir in freyen Luͤffte ſchwebẽ / 
So ſind wir doch auch .. ... Dienfte 


ehr il Cimbrien be 3 berät Orde, 
a — 
—— 





are k 
Durch die Vereinigung A N ambkeit vers 


. 


ſelbſt Goͤtter find / iſt es zum 





416 Teutſcher Gedichte 





VII. Aufftritt. 
vbpido, welcher feine Mutter / die Ve⸗ 
nus / verlohren gehabt / gehet aus / in 
dem Cimberlande ſie zu ſuchen / koͤmmt 


in einen ſchoͤnen Wald / durch deſſen ans. 
genehme Luſt er bewogen / das darinnen 
wohnende Echo mit einem Liede reitzet / 
ben des alleredelſten Daphnis Geburts⸗ 
Freude auch ihre Stime hören zulaſſen. 


u welchem ſich hernach die Hebe / eine 
Goͤttin der Jugend / die gleichfalls ihrer 
Mutter der Juno nachgegangen geſellet / 
und mit ihm einen Tan verrichtet. 


re Cupido. Su ; ar 
2 Nymphen / die ihr wohnt in diefen Gründe/ 
— ich meine Mutter finden? 
Iſtſie He er gegangen vor mir hin ?⸗ 
Sagt / ob ich nicht im Cimberlande bi 
ch meine ja. Sie hat allhierzufchaften | 
ier hat fie offt gebrauchet meiner Waffen / 
ier macht ſie ſtets die groſſe Liebe neu. 
Und wohnt dem Feſte der Geburt jetztbeh 


Das man dem Eimber⸗Fuͤrſten haltzu Ehren. 


hr Waͤlder laft auch eure Stimme hoͤren. 
omm Echo / komm aus deiner Klufft heran / 
Saß ſehen / ob ich Dich nicht reitzen fan. : 


Cupido 











Dutter ein. 413 


—— ee — — 


Cupido | finger — 


ba 


2’ Echo/ 2 ich ut 
Hier / Nymphe Amon — 
Laß Bein Gett 
Nein. Dapfnis zu oralen. | 2 


Recht. Detail am —— — Pr 
| | F meine? — 








Auch Bier zug i mein. Fe — 
Brich an du eben Soc EIS TE: 

bull Edo / una Dana 
Den Dorbui ii Deinen 


| Derie if fieter ; Kram nat. ? 
Moulin E.Eyh der Heldd 

Ruff Echo / ihm Slac zu. | 
Gluůck au 


I wunſche ſo / wie Bar 
P E. wie du / 





3 5 


Daß 











u. euer Sei 


— — 
1 


Daß Das Ersiehakieseri erlebe / 

Der Zimberäiveig befieher N 
| Er Ich — TB | 
ebe noch vie “ 

tauſend Jahr! ya 


Die Bis: an —— PR 


&Chfolgte meinee Mutter Spuhr / 
I bald A ihren Weg — — 

etzt treff ich —** kleinen Knaben Ber “ 
Be aller Hertzen fan — DR 
Geh hin — —— zuſehn / 
Doch hab auch acht auff deine en 


— 


Pa 2a Pen — — — 


Iß andre dieſes Fefkbegehn num 
Ich will es nun mit dit betanken. 
Eupido und (yebe —— 


WoIr feh'n hier gine | Scharen Ku | 
Doch werd’ ihr / hoffentlich unge ‚nicht se 
Wo Euch / ihr Herren / nun —— junges wohlge⸗ 
Wißt / daß wir huͤhrer — De einen Jungen 
Soll euer groffer Wunſch noch auf mas Klei eines | 
So muͤſt ihr * auff —— kleine ——— 


* * 8 
2 


13 | 


| 4 


nn 








Dritter Theil. 413 
var Auffttrit. 
Du folger Die Cimbria in einer 

Goͤttin Geſtallt abgebilder/undberts 
Lich außgekleidet / welche / im Nahmen 
des gantzen Landes / ihre Ehrbezeugung 
ableget / undein gluͤckwuͤnſchendes Sreus 
den⸗Lied abfingen läft. — ——— 

Climbria. 1 

Se bin die Mutter / die Dich’ Water hat ge⸗ 

| : BENBETT. vr: . 

Bor dem gang Cimberland jekunddieKniebeugr, 

, Miichy die dich gebahr / bin jegtdeinSind gewordẽe / 
Seit du getreten bitin Deines Waters Orden, 
Dhochgeprießner Tag / der dich gebohren hatyı ; 

Da fich das gute Gluͤck an deine Graͤntzen naht. 

Odaß der Himmel den — Tag hatr er⸗ 

ee OHLEN/ —— 

Da du durch einen Sohn zum Vater wuͤrd'ſt ger 

— 66 
Lied / welches geſungen worden. 
Kymmet Soͤhne / Toͤchter Brüder / 
keaſt den Luͤſten voiten Lauff/ 
Jetzund geht die Sonne wieder - 
Unſtrer Landes⸗Sonne auff / 
Kommet alle hergetreten / 
Ihre Strahleü anzubeten. | 
Kommet an / ihr febönen Stunden 
Da das liebe Cimberland 
| | Seinen 





S 





ET 


414 Teutſcher Gedichte 
Seinen Bater hat gefunden! | | 
Kracher aller Welt belann  — | 
Has kein Friedrich fen perlohren? | 
Hadu/ Chriſtian gebohren. | 
Fama | die voran geflogen / 
Ruffet ſchon den Nahmen aus’ 
cm der Himmel ſelbſt gewogen / 
Diefer liebt das Cimber⸗Haus / 
Weiches nun / durch feine Guͤte / 
Stehet in der beſten Bluͤte. 
Aue / die dich Vater nennen? / 
und das allgemeine Ol// 
Da QTugendtennel! | 
daben auchandiripeXbiv- 
Hein Seburtstagmuß auch ihnen — 
Zum Geburtstag immer dienen. 
Was fich unter Dir hie reget 
Mid durch deinen Geiſt regiert? 
ind durch deine Krafft beweget / 
Zurch die liebe Hand gerührt, 
au viſt unſte Seel und Leben 
Das kanſi du den Gliedern geben. 
So ſind wir mit Dir gebohren / 
Und begehen dieſen Tag 
Der ung beederſeits exkohren / 
Wie man nur am beſten mag / 
gwheil wir alle ı Herr / Dem Deinen 
Gleich als einverleibet fcbeinen- 
Alles was die Sinnen kraͤnctet 
Sey nun gaͤnklich abgelegt / und 


Dritter Theil. 415 

Und ins tieffe Meer verſencket / 
Da es Flut und Wind zerſchlaͤgt / 
Deine Sonn an dieſem Morgen 
Dampfet alien Dampfder Sorgen. 

Sey uns tauſendmahl gegruͤſſet 
Schöner Tag / geliebtes Biht) 
Da ein Strom von Freuden flieſſet / 
Daeinieder wuͤnſcht und ſpricht / 
Lebe / Herzog / Vater lebe, / 
Daß dein Stamm ſich hoch erhebe! 
Lebe / Herzog / Vater lebe / 
Das des lieben Tages Schein 
Sich noch hundert mahlerhebe / 
Bis du geheſt Himmelen, / 
Daß in Dir / des Hoͤchſten Gabe / 
Alle Welt ein Beyſpiei habe. 
Wuirſtu / Hernog / Vater leben / 
Ach ſo leben wirmit Div  .. . 
Stets mit Deinem Stüd’umbgeben/ 
‚Und wir ftehn in voller Bier, a 
Sollen wirmit Dir nicht ſterben / 
So leb' uns in deinen Erben. 


— IX. Aufftritt. 

gun der Eimbria Auffinunterung fin» 

den ſich auch die Jäger und Jägerin 

nen aus den Wäldern in groffer Anzahl 

herbey /Dadurch die Rand- Sreude defto 
an: 





) 
% 























— Teutſcher Gi Gedichte 
anſehnlicher zu her zu machen / / welche e zuſamen 
das groſſe Ballet tantzen / eine aber un 
fer den Jaͤger innen tritt hervor / und is ' 
berreicher 3. Hochduͤrſtl. Ourchl. einem | 
Krang von Eihenlaube | 


Die Jäger und  Jägerinnen iw | 
ESi jage wer da a nie helafen Wadd und ded⸗ 





Dasjagen wird gemein / es jaget alx We. 
Der jagt der Wolluſt nach /der jaget in de Beutel / 
Der jagt den Ehren nach / da Doch auch dieſes eitel. 
Wer jagt mit groſſem Fleiß nicht * dem goͤld⸗ 

nen 
Wer rennt nicht hie und da mit dem und jenem | 


pie AM 
Es ift die Welt ein Walb/allivo vie) San haus 
en 


Viel boͤſe Loͤwẽ gehn / viel Diebes Bft mauſen 
Wie mancher jagt Das Wild / und if viel wilder | 


noch: 

ie mancher frcht den Sue un hat ihn bey 
Der hat die beſte Spur nah der Tugend 

Der nicht nach Schatten Knapp Kir zochſch ik N 
en pl ae.) 


Wir haben / groſſer Fuͤr er —5 
nah auff Ber Tugend air man 



















F Dritter Theil. a 
P 7 dich alle Belt 
E —— iſt der beſte J a | 
1 Die eine Tagerin, 1 
No nmnhiyd den Vuͤret⸗ Strang ven Ei Siehenlaub 
| Hk ſey birbein Bauer lien Daun 2 
eben Dir jehund nur Diefen fehlechten Lohn / 
© — —— — Ohne rn * 
* a, XIl. J 
IE "MASQVERADE, 
—* 


Do zu Soli 
Soli Dun, 
& ꝛeburts⸗ Tag 


—— * "1669 acer 
— begangen ward, 











A 23], 





| BONS mar bereits. der dritte Tag 
Sr Hornung: Monate / der. den 
zu Durgläudtigften ‚Eimbriicen 












“ 





18 Teutſcher Gedichte 
ringen an das Licht gebohrt / ar 
hervor gebrochen / ale der groffe Kat 

der Götter von dem Mercur zuſammen 

geruffen / damit fies ihrer Gewohnheit 
nach / von den Verrichtungen und Gb | 
fchäfften der Menſchen ſich berathſchla⸗ 
gen moͤchten. Da denn / fo bald ſie ſich 
niedergeſetzt / mach etlichen Unterredun⸗ 
gen der Mercur hervor getreten / und 


J 


Ihnen zu Gemuthe geführer / wie diefer ' 


Monat / der von den Griechen Thar- 
gelion ginant / vor allen andern ſonder⸗ | 
lich er hoben und durd) gemeinen © luß 
vor die gluͤcklichſte Zeit ernennet worden. | 
Er hat weitläufftig angefuͤhret / wie in | 
diefem Monate / und infonderbeit. an dep 
fen —F Zage der vortreffliche Philo- 
{ophus Socrates, und Der roffe Urheber 
der Griechiſchen Herrichant/ Alexander 
fen ang Licht gebodren/und wie die Grie⸗ 
chendurch den Gluͤckſtern dieſer Zeit act 
Liche Thaien verrichtet welches AÆlianus 
in ſeinen Geſchichten angemercket. inter 
andernBat er aud) den dritten Zag N 
anermehnt gelaffen / und fie erinnert/ wie 
fie ihn ſeibſt zu der Geburt des Durch 
izuchtigſten Cimbriſchen Printzen be 


— U u — un 2 “ 


u 


— 9 


Dritter. Then. 


acht und zwantzig Jahren erwehlet / und / 

nachdem ſie die Ordnung der Sterne⸗ die 
ſie zu ſeinem Lebens lauffe gewiedmer / feſie 
| 
| 
| 
) 





geſtellet /ihım ſelbſt Das. erfte Haus der 
Geburts⸗Figur / welches damahis ben. 

der Aſtraͤa ihm eigenthuͤmblich einge⸗ 
raͤumet worden / einzunehmen: befohlen. 
Wie er denn auch nachgehends mit der⸗ 
ſelben / als ſeiner Verwandtin / die groͤſſe⸗ 
| Me Sorgfalt/ in Erziehung diefestreffli- 
chen Sürften/ erwieſen / welche. er auch 
ferner in Beſchuͤtzung feines Rebens-an: 
: wenden wollte  &o bald der Eimber 

| Rahme den Göttern genannt worden. / 

bat manein grofles Frolocken gehörer/ 
und haben fie den Mercur wegen feiner 
ar Vorſorge fehr gelobet / worauff 
bald unter ihnen beſchloſſen worden / 
daß dieſer Tagvonden Stunden befräns 
Ker und in. ihren innern Saale gefeyret 
werdenfollte - Dieſe Freude ward auch 
den alten Henden in den Einfeifchen Fei⸗ 
dern durch den Mercur fund gethan / mit 
dem außdruͤcklichem Befehle / das ſie die⸗ 
ſes Feſt unter ſich auch feyerlich begehen 
ſollten / weil es billig / dag der. Götter 
JV— Freude 





a 


mo Zeutfeher Gedichte 


Freude auch allen Theilen Der Welt ger 
meine fen. Man hat auch / weilden ſterb⸗ 
ichen Menſchen nicht ver goͤnnet iſt Den 
Himmelzu betreten / vor gut befunden/ 
den Durchiäuchtigften Eimbriſchen Fuͤr⸗ 
ſten in die Elyſeiſchen Felder einzuladen! 
damit er ſelber ſeiner Geburts ⸗Feyer da⸗ 
felbft bey wohnen möchte. / ob: zwar nie 
manvor dem’ als dem tapfiern Aeneas / 
die Oerter zu beſuchẽ zugelaſſen geweſen. 
Auch hat man den Mars / die Dallas und 
Juno abgeordnet / dieſen groſſen Ga 
nach Würden zu empfangen Wodur 
fie inſonderheit ihre Gewogenheit 

au verſtehen geben wollen / da fit ihn / als 
‚ihres gleichen / zu verehren ſich bemuͤhet 
haben. Zuder Botſchafft ward durch eine 
| helliges Gutachten ernennt der © tee 
| Gefandte / und der Gottder Welßheit 

| sind Beredfanfeit / Mercurius- Wie 
auch die Aftrda / Göttin der Froͤnm 

N keit / deſſen fie fich defto williger haben ber 

| dienen tollen / weil fie ihm die erfie £e 
bens-Zhüre eröffnet / Inden fie / wie die 
Sternkuͤndiger uns herichten / das et 
Haus ben der Geburts⸗/ zeit beſeſſen / po 


ee a 
ix 


F 
— 

en: "fe 

— 








nn. 


 Heitter Theil? 4a 


| alfouiber die Jahre / ihres Kebeng zuger 


bieten haben. . Auch wurden diefe nicht 
wenig erfreuet / daß ſie / die ihm. allezeit 
mitihrem Slücfiernevorgeleuchtet/und 
die Liebe zur Tugend; eingeflöflet / auch 
bierinnen follten gebraucht. werden.: Ih⸗ 
nen ward des Zupiters Mundſchencke / 
der Ganymedes / zugegeben/ der inder 
Götter Nahmen ihm einen Becher / mie _ 


Necktar⸗Tranck gefuͤllet / uͤberr eichen foll- 


te / weil bey der Geburtszeit die Sonne 
in deſſen Zeichen geſtanden. | | 
Wie nun der Abend zu nahen beguns 
te / zu welcher Zeit infonderbeit Die Hĩ⸗ 
lifchen die Erde zu befuchen pflegen / mach⸗ 
te fi) Mercurius: zu der Reife fertig? - 
hefftete die Fluͤgelan den Hut und an die: 
Fuͤſſe / nahm feinen Stab unddengüldes 
nen Zweig / ohne welchem die Reife nach 
den Elyſaͤiſchen Feldern nicht koͤnnte ver⸗ 
richtet werden / deſſen auch vormahls 
Aeneas ſich bedienen muͤſſen Er vergaß 
auch feine Laute nicht / welche er ſelbſt er⸗ 
funden. Die Aſtraͤa kleidete ſich in einen 
Himmelblauen Rock / mit Sternen gezie⸗ 
vet / und ſatzte die Fluͤgel wieder an / mit 
—* Dd; wel⸗ 


Re2Trereutſcher Gedichte. 


welchen ſie vormahls von der Erde geflo⸗ 
gen: Der Ganymedes ließ ſich den Adler 
fatteln /der ihn wohl ehe, durch die Lufft 
geführet. So bald fie ihre Reiſe nach 
Timbrien vollendet / ſind fie nach des 


Durchlaͤuchtigſten Fuͤrſten Zimmer ge⸗ 


gangen / und hat Mercur in folgendem 
Viede / den Gruß / Gluͤckwunſch / und die 
Einladung indie Eliſaͤiſchen Felder abge⸗ 
leget / und Ganymedes ſeinen Becher uͤ⸗ 
Ir gruͤſſen Dich / o Cimber Held / 
Den des Himmels / Zier der Well / 
Wir / die wir dieſen Tag erkohren 
An welchem DuroFürft gebohren / 
Wir wuͤnſchen Dir den auten Zagl © 
Den wir Dir ſelbſt erſehen haben 17. 9, 
Lid / Schmertz / Hetruͤbnis Web und Ach 
Sen in der Lethen Fluß vergraben... 
Hier ſteht für Dir der Maien Sohn) | 
Dee Himmels Mund, der Goͤtter Fron / 
Der Die Uftrda dir vertrautt / — 
Wie er in ihr ſein Hauß dir baute 
Sie öffnet Dir die Lebens-Thuͤrr /⸗ 
Hat dir die erſte Mil gegeben . 
Und fie bemüht ſich / neben mi 1... 910%‘ 
Den Lebens Faden Dir zu weben- un, - 
2* | W 





x 


m —— pi nn DATE DA AED IA DIES 7 


— nat — — —— 


Hu A 0⏑⏑——— 








Zr . 
. 


Doch nimm den Becher erſtlich hin / 

DZurch weichen du kanſt ewig leben. | 
Yon dies Lied geendiget / und 
überreichet / ward der Durchlaͤucht 


ſeibſi die Elifäitchen Felder / und die. 
ilgkeit zu ſehen. So bald die D fo 


> Dielieblichfte Geſtait / die Fauım Die 2 
-nadyzuahmen ihr getrauet, Hi 


a Er Br nn nn 


— Dritter bc? RR 
Und rollen Dir zu wilentpun! > 

ie ſich ihr gannes Chor erfreuek/ 

eildein Gehurs-Tag fich verneuet / 


2 Mike find der Götter Boten nun 


ie fepern auch dein Hohes Feſt 
nihren Eliſaͤer ⸗ Feldern, / 
Wo mancher Held ſich Hören laͤſt 
Und fingt dein Lob in feinen Waͤldern. 


So folge denn num dieſer Sput/ / 
Wobin Hich ruffet dein Mercrurr 
 Duwieft ſelbſt auff dein Feſt gebeten / 


So komm und laß uns näher freteni 


en Ganymedes Dir wird geben ⸗ 
s iſt ein Mecdtar : Trand darinn / 


_ — 












von den Mercurio der goͤldne Zweig 


Furſt von ihm geleitet an den Ort / wo 


net / er ſahe er den ſchoͤnſten Anl 


fit /und 
ur in Ausſchmuͤckung tbere DU rter 
| er war a⸗ 

(es zu, ſehen / mas die Poeten vonder 
Beſchaffenheit diefer Derter gefehrieben. 
Dd4 - Das 


a 








I 
22 Teutſcher Gedichte 


Das Feld weidete mit feier angeneh⸗ 
men Gruͤne die Augen / worunter die 
Vielfaͤlligkeit der Blumen mit ihren 
fehönften Farben prangete.. Es fehlte 
nicht an maͤſſig erhabenen Huͤgeln in dem 
ri Gefilde / durch welche fo viel 

ellfunckelnde Lichter hervor leuchteten / 
daß ſie / durch ihren Wiederſchein die 
Strablen vermengend / ihren Glantz zu 
verdoppeln fhienen. Inder Ferne ſahe 
man den Parnaß / mit feinen deeden Huͤ⸗ 
gein / ſich erveben / worauf die Muſen 
ſhreangenehme Wohnung haben und 
fich mit ſtetein Spiele, ihrein Wohltha⸗ 
ter und Beſchuͤher zu Ehren / ergoͤtzen 
Kin und wieder waren Lauber Hüften 
auftgerichtet/weiche theils mit Lorbeern/ 
theis mit Dinrten : Zweigen auffgefuh⸗ 
vet / und mit tauſend Blumen gezieret/ 
wor innen die alten Henden ihre Woh⸗ 
Hung hatten, Kaum hatte Mercur den 

urchlauchtigften Fuͤr ſten in den Paßz 
gefähret / forzar. Mars mit feinen; Heb 

en / und Dallas mit. ihren Heldinnen 








hervor -denfelben zu —— Unter 
miſche / die vor? 
mahls 


den Helden waren acht Roͤ 


> 





BEE TE 
Sumer ghen ya. 


mahle: von den Cimbe Eimbern übe überwunden! 
bier Eimbrifche / wie auch unterichiedfis 
he andere / aus allen Laͤndern / mit ihren. 
Sclaven. Unrer denen Heidinnen Waren 
bier Cimbriſche / die vormahls audy der 
Römer Tapfferkeit überwunden / acht 
Amoʒoninnen / und ſonſt unterſchiedlich 
andere mit ihren Sclavinnen. Die —55 — 
in eine vollſtaͤndige und verwechſelte 
—— hal Sf 
bendes Ried. | 


EA nun /o filles Rel / (auch! deine Sieber ren 
"in groſſer Fuͤrſt Fü mpt bey uns an? 
| Ihe —5 ‚Helden ihr / ſtimt an — feinen Chen, | 
| tze / wer da jauchken Fan 2 
| d kebergit| Chriſtian Albtechty lebe) 
Biß dag man Dich ſelbſt —* den Sternen es 


& viel theme der offen ea ® 
fehen noch ihr Bildind | 
—— Muth eh * Schatten 
ſcht und rufft allhier / C(reget / 
u Fürft Chriſtjan Albrecht / Iehe/ > 
is daR — u den Sternen er⸗ 





Roͤmer Muth der ſi ur Cimbern beu⸗ 
— ® 





as 
— Teutſcher Gedichte 


air ftehet hier / und hat das upt für Dir genei⸗ 

es! n — —— (gel 
Olebe / Fuͤrſt edri in vibrecht / lebe . 
Die das man DI —5* Sternen er⸗ 


Es gruͤßt dich auch die ar der Cimbriſchen 
ER; ir | Heldinnen! 
WVor denen Koi nicht Männlich war 
Sie lieben / Toben Dich mit den Amazoninnen! 
Und wuͤnſchen Dit viel taufend Fahr! 

O lebe / Fuͤrſt Chri an dibrecht / olebe/ / 
Dis daß man Dich ie Sternen er⸗ 
Has Morgenland will Dir in ſeinẽ Helden dienẽ / 
In welchen man noch hat geſeh /· 

Der Timbeen hohes Lob / und werten Namen 

| | gruͤn —— 

Siee laſſen alle Stimmen gehn⸗ —V 

Diebe güertCpriftian brecht / olebe/ 
Bis dag man Dich ſelbſt zu * Sternen er⸗ 


Hier iſt die alte Welt / die wuͤnſchi Die alte Zeiten 
Die in den neuen nichenergehn! 
Sie wird en Denckmahl Dir al hier bey und 

an 127 

Das ewig wird mie Die beſtehn 

So lebe neagian Aldte tu fol 

Sis daß man Dich eidſt zu Den Sternen 
— | pe 





RE N 5 5 Ser Zn 


"mn 


| SEE nicht zu frech! Ey laßt dieLeute leben/ 


; arte Theile - * 
Der Verfaſſer 
56 die Helden. 





* Helen /duͤrfft ihr pen nu ben Hedimen 
Siefachestrafftiftjorben Ygafenn un bey Frauen / 


Wann eine Frau vor ſich allein zu Boden legt/ 


aus * die Heldin nicht 7 Die Gr un 0 | 
| je | Schwerdter trägt? . 


"Am die Helden. 


HEoinnenwiie noch fo ſchoͤn als tapfferfend? 


Seyd ihr denn Geiſter ſchon / und unter den 
Exbleichten ? J 


; Die ihr die gehenden entgeiftert.noch zur Zeit/ 


Und deren Antlitz kan die Schattẽ ſelbſt erleuchten. 
An eben dieſelben. 


Ein bloſſer Blick von * htarSihi 
—D der Mars —DV allein / 
r wuͤrde FR ld; —* ihre Schoos 





2 he Saum, 





"giert/ 
T bene | — und Könioevoni innen/ 
ymfall mal uͤb ei wie recht / den Zepter führt/ 
dönnt I bey Dienftbonfeit Die Grepheitboch ge 

J winnen. 








413 Zeutteher Gedichte 
| "In ‚Die Sclavinnen. | 
Moch duͤnckt / ihr Te Seffehie zum 


Und wickelt andere in eure *— ein I B 
er laͤufft und rennet — h zuren anech u 


Ihr wolt Sclavimen on! um meet doch leib⸗ 


2 das vorige Ried geenbiget / bat 
Mars einen Rrang von Eichenlau⸗ 
be / welcher denen jenigen gegeben 

die das Vaterland erhalten Pallas 
nen Hlivenfrang/. als ein Sriepenegeis 


Heſchencke gebr bracht / die rein drene 
den Durchlauchtigſten Fuͤr ſten in einen 
Porticum Honoris, aufteinen erhabenen 
Thron / gefuͤhret Dieſer Porticus A 2). 
auffder © tter Befehl / von den Held 
dem Simbrifchen Furſten dt — 
fertiget / und gleich gegen“ 

ber mit fonderlicher Ar — Er 
mar laͤnglich rund/ Ad d von ze⸗ 
pen ieh He welche an flat 
Seulen fear ei IE —A 
berall außbreitet en/ berg — Ober A 
BR fragen ſchienen· S Sie waren tvarenak 








... Dritter Theil. A 
fo gefegt/dag vier Eingänge blieben, ür 
» ber welche. anaallen vier. Seiten geſchrie⸗ 
„CHRISTIANO. ALBERTO, . 
.\ „PRINGIPL CIMBRIAE. >, 
PIO. OPTIMO. FELICH INCLVTO, 
nden Dalmbdunen waren diefe Wor⸗ 
mit göldenen Buchftaben gefchrieben/ 
VIRTVS CEDERE NESCIA PONDVS 
SVSTENTAT HONORVM. Überden. 
Seulen ftand.der Himmel / auff deſſen 
pige eine Pyramis , von zwo Venus 
Knaben gehalten’ deren einer die Him⸗ 
mels-KRugel in den Armen hatte / follte 
die Goͤttliche Liebe bedeuten / mit der 
Deycht ifft/ COELOS AMPLECTOR 
 AMORE. Der audere / welcher die Liebe 
Des Daterlandes vorfiellete / trug eine 
| Erdfugel’auff ven Kopffe / worben ge⸗ 
fhrieben/NON ATLANTE MINOR. 


Dben.auff der Pyramis fland TER: 
 NITAS, in einem grünen Kieide/ deren 
Haͤupt mit Sonnenftrahlen gezieret / in 
— einen Hand baltend einen Phoͤnr/ 
‚der aus der Alche hervor kommt / in der 
' andern ein —— ——— 
* 








RR [3/9‚Rn ——— 


430 Ä Teutſcher Gedichte 





— —— — — — 


te IMMORTALITAS "'CHRISTIANI 
ALBERTI. Unter den herumbſtehenden 
Bildern / war erſtlich Die Zeit gebildet) 
Is ein alter Mann mit Stügeln/ Deren 
Federn gantz außgerupffet / mit einer det, 
brochenen Uhre / mit Feſſeln angelegt / dar⸗ 
unter der Vers aus dem Virgi 
ſchrieben / HVIC EGO NEC M 
RERVM NEC TEMPORA PONO, 
Naͤchſt diefen war FORTVYNAweldean 
fate der Kugel / darauff fie ſtehend ge⸗ 
mahlet wird, auff einem Viereck mit Ans 
fern ſtund / darauff zu ieſen / NVVNQVAM 
RECEDET. Indem Seegel ftund 
TVNA CIMBRIE. Es folgte SALV: 
PVBLICA:, wie fie in dem Pfennige des 
Keyſers Antonini Pii vorgeſtellet wird 
in einer Jungfer⸗Geſtaut die mit Dei 
rechten Hand einer Schlange aus einem 
Becher zu trincken giebf / in.der linden 
einen Spieß bat / und hierauf J | 


Fuͤrſtl. Durdl. ſelber ‚figend ge 


deſſen Schoofle eine Fraͤu / weiche 


BRIAM vorzeigete br au 30 | 


te. Sietrugauf.dem N 


von Schoͤſſern / auf Ihrer ® 


| 


zo 


ee Er 


Dritter Tpeil, 43 


Holſteiniſche Wapen / ihr Rock war halb 


gruͤn und halb blau / Darauferliche Figu⸗ 


ren den Landkarten nicht unaͤhnlich/ ne, 
ben ihr lagen zerbrochene Waffen mit 


der Beyſchrifft / SECVRE QVIESCo. 
Hier naͤchſt war zu ſehen AMOR POPV- 


' LI, als ein Juͤngling / zum theil gewaff⸗ 
net / halb niederkniend / ‚in der lincken 
Hand. haltende zwo Haͤnde / die ein 


rg anfaflen/ die rechte Hand mitden 


En 
| Angrn auffhebend / ‚ale wenn er einen 


End ſchweren wollte / jworbey/EN »DEX-. 


| TRA FIDESQVE. Die folgende Stelle - 
nahm .VIRTVS ein/-unter einererufe - 


haften Diatrone Geſtallt / auf. einem 
viereckten Steine ſtehend / inder rechten 


Hand eine Schlange/ in. der Lincken ei: 
nenzepter haltende/mit ver Nebenſchrift / 


VIRTVS IMPERAT POPVLIS, Diefer 
war zur Seife geſetzt MAGNIFICEN- 
TIA , Die aus einen» Cornu copiz Geld 


unter die Leute fireuete / worben dieſe 


orte, MAGNOS MAGNA DECENT, 
Auf Diefe folgete JUSTITIA mit ihrer ges 
wöhnlichen Außfleidung / und dieſcin 
Benfape‚sYVM CVIQVE, PUR De 


vr... 








‚ul W 


bey: FORTITVDO;; als eine gewafmete 
Frau / gekroͤnet mit Eichenlaub über ei⸗ 
nem Helme von einem Loͤwen⸗Rachen⸗ 
inder Hand eine Keule daltend / darbın 
geſchrieben / DEBELLARE 'SVPERBOS; 
worauf CLEMENTIA folgete / welche / 
auffeinen Delbaumelehnende/di Waffen 
mir Fuͤſſen trat /worunterdiefer Spruch 
‚gefepet / PARCERE SVBJECTIS, Di 
legte fvar PIETAS , N ‚weiß gefleider/ 


i 


auf deſſen Haupfe Flammen fpieltens / in 
der einen Hand ein Kreutz in der andern 
eine Krone haltend / und war dieſes hin⸗ 


bey gefüget /SOLA CORONAT. 


wendig war der geftirnte Him̃el gem 

let /und vor andern die Milchſtraſſe fenne 
bar / welche von den Yitenvoreine Woh⸗ 
nung der Helden gehalten / und wurden 
diefe Worte aus den Ovidiodarben gele⸗ 
fen/ HAC'ITER EST: AD MAGNI TE» 
CTA TONANTIS; wie auch J. Hoch⸗ 
ck⸗Spruch / PER 


Fuͤrſtl. Durchl. Geden 
"ASPERA AD ASTRA. 


ienung,. Hoc-Fürft. Durch un⸗ 
ter beglettung der obgemelderen Götter 
und Goͤttinnen / auf den Ebten 





EN Er BZ 
geführet fo bat matt ein a) allgemeines 
Stolocfen gefpüret / und haben nicht al⸗ 
ein die Mufen auff ihrem Par naſſe for 
dern alle Helden oe Ohne ie 
einem angenehmen ſchoͤnen Seitenſpie⸗ 
Wr * ied / welches hier nl 

den, 


Eſteige nun den Ehren Thron/ 
| Baur toelchen Dich — Oh —* 
Nimm hin ſo manche ſchoͤne Kron/ ER 
‚Und laße Deine Scheitel zieren / NO 
Dein Phoͤbus laſt dir neben —*— aa 
Den Lorber⸗Krantz auf ewig grünen 


Steig hin auff deinen NM 

Den Dir die Palmen umerſtuͤten 

ar ‚Palmen 7 Deiner oh end⸗ 9— 
almen / die ts befi —— 
almen / die bey Helden ſiegen / 

= uͤnter Feiner Faft erliegen. 

Beſteige deinen Ehren — 2 

Den ß viel Tugenden bekroͤnen / Dir 

| eh nun du Goͤtter ⸗ Sohn / 

an fie ve; froͤnen EN HR 

a glaͤntzeſt nach der —— — 

| än deiner Tugend: Sternen Kreife E 


Beſteige deinen Ehren⸗ Chron / 
ae Mr und Polos Sich begleitend — 





| ———n ————— 


24 Teutſcher Gedichte Wh 


nn nn — — 
Dem ſtoltzen Neide I um Hon / 7 
Er ruͤſt et Dir die Fauſt 4 ſtreiten / N 
Si glebt die Seele des Verſtandes. N 
In beeden ſteht das Heyl des Landes. MN 


‚Belle, e deinen Mile —9— 
Auch Jun ehet Dir zur Seite / 
Sie —2— die die golöne Krom 
Andalles Gold der.alten Zeiten! 

Die nun durch ihre Bande bindet 

Die Tugend / die fiein dit findet. 


Beſteige deinen —— 
Weil deine Muſen D Bee 
Die Dir fd manchen 
Mit fo viel tauſend liter Bing 
Die Dich durch alle Zeit erhehen / 
Zurch welche: du wirſt ewig lebe « 
i Beſteige deinen — 
Den ſelbſt be Kraͤys des — Ki 
| ko * har AN 
| iel fchone Li uffgefteck 
| | En dir die Bahn ſchon offen —J An 
I i 
| 


m 
T 


J 
= 
u 8 ⸗ 
B . 
- = ’ 


zo we 7 ee 


—- 2 ma 2 274 


ohin man zu den Goͤttern gehet. 

Beſteige deinen Ehren Tyron. PETE 

Und bleibenoch ben deiner Erden / Ed 
| Sen lange deines Inne 2), 
| Daß alle deine Schuldner werden. ‘ | 
| 


| Eh es duverlaͤſt die Deinen/ 


ellex wird dein Sim. dort een 





| BR ‚Dritter hi 3 | 


Wie nun dieſes Lied abgeſungen war / ſo 
wurde I. Hoch⸗F Durchl don ihrem Ehren⸗ 
Throne auffipre Stelle wieder aefüihret/und: 
nacpdem einige Taͤntze angeſtellet Diefe Ge⸗ 
burths⸗Feyer in aller BON —5 
beſchloſſen. | 









— — ee nn mn nommen 4 ——————— 





= —— rn | 
Auf eines Hufen re Pr 
Abſchied. 
— denn auch von ung gehen? 


D mein lieber Herzens⸗ Freund! / ei 
Wie ſbil ich das verftehen? 
es Ernfl dwie iſts gemeint? | 
Fader Schluß ift ſchon gewacht / Re 
nd du ſagſt uns gute Nacht. 
Siehe / wie wir alle bitten / 
Bleibe / Bruͤder bleibe hier. 
| he n ieben deine Sitten’ . 
| ft unfets Pindus Zier / 
Über bierilt kein Gehoͤr' / Mi: Kit IR 
Und das Bitten gilt Hicht meh HER . 
9— ock liebet deine Gaben / 
ie gern es dich gleich haͤlt / 
uͤſſen dich DO And’re DEN, Be Ra 
1 Bu Bit tieber indie eltı 
- Und es ziehet dich dein Sinn Pe 
N * dem fwönen —— Pre an 
5 rand⸗ | 


* * 
* 


— 








— 
— Teutſcher Gedichte 


Frangreich ſiebeſt du vor allen 
Woͤhlgethan wir loben dies / 
And wern wolt es nicht. gefallen / 
Denn hier ift das göldne Beh | 
‚Suter Sitten guter Bu a 
Das ſo mancher Jaſon ſucht Aa: © 


Mun fd laſſen wir dich ziehen’ 

ein Gepächtnis bleibt uns bier/ 

jeſes wird nicht don uns fliehen / 
ũnd dein Rahme e lebt in mir I 
Sch verſichte dich hierinn / 


und verbleibe der ich bin. 
XIV. 








4 





Auff 
Ein ungefchichtes kesum weitäuf 


von datt Hunden. 
Eindreund /wer heiſſe wohl nicht i6 Begin 
nen 


Da ihr be —— ein ned thut 
— far / Mops / Die * er forten 


Die Spürsund Jaͤger⸗ Zu in 1: —* 
Die blaffen euer gebhinaus in alle Welt | 

Zaßs es der Wieberhall durch alle Felde older beift, 
Shi werden euch mehr ehr IR ihrem Bogtlt 


Y 








7— Dritter thin m 
| A, wenn — werdet — nad) —— 
ESo wird ſein breyfach mar nicht ef 
| gut Thuͤre gehet ihe mit feinem Willen ein, 
ß Elyſaͤer Seld wird euch hier wohl behageny 
Da ihr ſtets leben koͤnnt i in Be Dundes- Ta⸗ 
Und wollt i eendfich garim Hunde-Pinmel eyn 
Raͤumt Lan Hunde Sort Anubis willig IE ‘ 
„Habt ihr dann wiederum —— nach der Ert 
So laͤßet euch Merkur Pr m Jungfe Huͤndlein 
Da bleibe ee Eimmel Euch wanni ihr geſtreckt 
warm 


Als angebetet ſchier / liegt in —— Arm' / 
| Und Same wird indeß den der Euch wird 


bleib 
Dem are Sinbe Stern * auff die Naſe 





Zufagen u und d Halten es 
Aus dem Englifchendee 


Franeiſci —— in Enchirid 
Cent.2. Cap, ı. 


| > Aadıcı isa child ofthe underftandin® 
and the — — underſtanding — 
63, 


> 





wa Feutfiber Gedichte 

the vvill bringsit forth ; hethat.performsit, 
‚delivers the mother; he that breaks it,mur« 

“thersthechild. |fitbebegottenin theabfen- 
ce afthe underftanding, ıt is aBaftard, but 
the child muft bekept ; af thou miftruft Par 

underftanding promiſe not; if thou halt 
inromiled , break it not; it is better to ma 

antain a Baftard,thanto mprtherachild, 


cz erfprechen ift ein Kind / og der Ver⸗ 
—* | Y : '4 e and | — 

Und Wille Mutter iſt. Wer — Mundund 
Verſprochen hat / der mache nie Mutter Banbebf 
ger nicht erwuͤrgt das Kind felbft Ar Mutter 
gIſt nicht der Dater dal und dochein Kind geieugt 
Huf doch der HBaflard ſeyn un werde auffgeleuät 


Sie (handlich it weũ man fein Dort jeichelid 
j | l A 
Verſprich nicht / wann Verſtand gehricht / un 


a vbieder Bi 
Halt aber/ was bu prichft. Biel beiler ogefinnt 
Das man den Baftard nehr/als das man wuͤr 
| ein Kind. ___ 

— — — 


— — 2 
"Gefallen und Mis ſalen⸗ 


— » 








Aus dem Eungliſchen. 
Eben deſſelben Autoris, Enchirid, Gent 
— PIE 


re a a 


| I nn 
Dritter Theil: 433 
fthou hope to pleafe all ‚„thy hopes ar 
Avain; if ok ea to difpleafe f Smeithy ee 
- arsareidle, The vvay to pleafe thy felß , is * 
to difpleafethe beft,andthe vvay to diſpleaſe 
the beſt, is to pleaſe the moſt: ifthou canſt fas 
hion they (elf Ftopleafe all; thou fhalt BOB 
ale himthatis Alina, | 


inf allen zu gefallen /p (beine Hoffnung 3 

| ig/ 

Fuͤrcht ſtu jemand zu mie H) Bu ft deine Furcht 

Willſtu dir den ſelbſt J—— mia nichtden 

Willſt du dieſen nicht on un in in ihre Zahl 
en/ 

So gefalle denn dem Poͤbel Sau, allen denn “ 

Kanſtu diefen nicht — li Ales iſt in | 


2. 


Der Poeten Reichthumb / 
Aus dem Miederlaͤrriſhen Tu van 


! Te muß gnug boetifiren? 

Alle Blatter voll beſchmieren / 
Ich durchfpidemand Gedicht / 
Es kan mancher Koch das nicht / 
Doch von allen meinen Reimen 
in Peine Tann org 


— &. . 





0 








40 Leuifiier Gtdichte 
—— — —— — ⏑⏑ BI 
Modden Rauch vom Ofen gehn / | 
Moden Vußtopff vor mir ſteh = 
oc das Bier vom Zapfen leder = 
Noch das F leiſch am — | 
Proc in meinem Haufe Speck / 
Roch den warmen Hünerdred 
dene chimmel in dem Gelder 
Mo den Raulwurff indem elde/ 
ih Wolff gehn auff das ieh / 
den Söffelimder Bruh / 
Roch die Motten in den gleider⸗ 
Moch Gefahr von Beutelſchneder// 
Hoc die Kape/ Raze Maus — 
Jemahls kommen in us. 
enter Lohniſt / leexe Beutel / * 
Eine grienvolle Scheitel - - 
Eindi was dem die Hande Deut’ — 
Ein vergötdterı (hömer Rei d· 
2719,37." BEE. 
Faulen und fdyäbichten Grylium. 
Gyge war ein fauler Hund 
Richis war da das ſich bewegte / 
Nichts warı das ſich an ihm regte / 
Zis nur ſein verfreßner Mund. 
Weuihn nun die Kraͤtze ylagt / 
Die die faulen Gliedernagag 9 


— 





Ed raͤhret er hund / ohn End u 
Deme / Naͤgel und die Hͤnde·· 


N 166 





Oritter Theil. — 441 


| — uvor nicht tha at * 
| Bancimac ——— ER 


XIX. * 


Auf zwo Hochzeiten / 


Deren eine zwiſchen einem alten Manne und 
jungen Weibe / den ı April. alten Styls. 


Die andere zwiſchen einem jungen Mann und al; 
‚ten Weibe / auff den ak April: Neuen Styls 
gehalten | 
| ES war der erſte Tag vom eis, Monden 
| omme | 

So hat der alte Veit ein junges Weib genom̃en / 
Und wie derſelbe Tag nach neuen Styl kam an . 
Nahm Vettel Accaihenoch einen jungen Mann. 
Ich glaͤube Venus hat * — Spielge⸗ 


Mit Narren zweyer Art’ vom —9 und dem 


Doch ſchicket Acca ſich viel —9— in die Zeit / 
| Se sc ben neuen Stil an fieden hie | 
J 3 Zr reyt 


55% 


Aus dem gateiniftben dee Martialis fr 


| CC“ ruber, niger ore, brevis pede, lumine 
- Iufcus, 
‚Rem — praftas, Zoile zli "bonus es, “ 
ers Mops 











— 








a2  . Teutliher Gt ichte · 
Or hat ein rothes Saar / ang ind kur⸗ 
| We N 9 Bein \ 
Bär’ er ein ehrlich —— ſo muͤſt es Wunder 
4) Pa 





* XXi. Bau, 
Don der Zufriedenheit · 


SD feelig iſt zu fehanen! 
Welcher auffer allem Streäitl 

Seine Sinne fan ergößen 

In Belichter Einfambteit ! 

Zſt er denn mit dem zu frieden! 
Was ihm Sluͤck und Gott befehiedelt, 
ch fo lebter/woie er wil / 

Sein gemachfamb! und fein ftill, 

Ich geſteh und muß bekennen / 

Daß mich / vor folcher zul / ⸗/ 
richt wollt einen Kanfer nenne —— 
Tas ich ließ ; Heat meine Sruſt / 
Sey du En Beh 
Sch Hin König von GEMUEHE, | 
iDenn fo leb' ich! wie ich will] 

‚Sein gemachſamb / und fein fill, 

Gold / der gelbe Koth der Erden / 
Silber / Geld / und wie es heißt / # 
Fäffet mich zum Bettler werden. ji 
Hnd befefjelt meinen Geiſt / * 
ne Yes Da 








* u 


Dritter Then. 43 


Daß er nicht zun Luͤfften fieget / | 
Sch weis beſſer / was begnuget. 
Wenngnan lebet / wie man will / 

Fein gemachſamb / und fein ſtill. 


Toller Menſch / was magſtu lauffen 
Uber Land’ Sand / Stockund Stein / 
Sroffen Reichthumb einzukauffen / 
Geh doch in Dich ſelbſt hinein 
Seh doch nicht cin Kaſten⸗Huͤter / 
In ſich bat man bep’re Guter. 
Wenn man lebet I wie man will/ / 
Sein gemachſamb / und fein fill, 
Ich will nicht Biel Goldes Tonnen / 
Sit mır nur mein Theul beſchehrt / 
as fein ehrlich ift gewonnen? ⸗ * 
Nicht durch Triegerey und Schwerd / 
Wor zu dient / das zu begehren ⸗ 
Was man fuͤglich Fan entbehren? 
‚Denn ſo lebt man / wiemanwill/ 
Fein gemachſamb / und fein ſtill. 
Curius/ ein Mann von Thaten / 
Route vor eingrofies@ut 
Fieber welde Küben braten! - + 
Sebet / was cin Kluger thut⸗ | 
Und: ich fag’ es — — 
Hat mein Herd gleich wenig Kohlen! / 
Tevb ich doch or wie ih will/ ei 
Fein gemachfambr und fein fill. 
| ...3b wit nieht nach hoben Dingen 
Segen Ziel und Sinnen din Noch 

















= _ 
- 





444 Zeukfchee Gedichte 


Noch nach groſſen Titeln iinge 


Ich bin doch wohl / was ich in / 
—— 
N ergen ſchnaube 
Ad) I ſo leb ich wie ich wil/ 
Fein gemachſamb / und fein ſtill. 
Prahlerey / und groſſes ſchneiden / 
Hab ich von mir außgeſjag / 
Darumb muß ich offt mahls leiden / 
Daß man nicht viel nach mir fragt. 


Aber ich kan wohl mit ſchweigen 


Solcher Leute Hochmuth beugen. 
Leb' ich nur ſo / weihwilli 
Sein gemachſamb / und fein ſtill. 
Mun / ich lebe unterdefien 
Wie es fordert Pflicht und Stand / 


Bleib ich gleich der Welt vergeſſen / 


Und den Leuten unbekannt? / 
Kenn’ich mich und mein Gewiſſen / 
Das auff Erbarkeit berliffen. 


Ach / (9 leb ich / wie ich will, 


Fein gemachſamb / und fein ſtill. | 
2a wildes Weſen laufen / ee, 


Das hernach fo übel Iohnt! 
Huren / ſpielen / balgen / ſauffen / 


Gehe wo Alekto woHnt/ / 


Kan ich nur in Buͤthern klauben 


Und da gute Kuͤnſte rauben / 
Ach / fo leb’ ich / wie ihwil, > 
Fein gemachſamb / und fein fill. Wi * 








Deibteexpell. © 4 


Wird mit nur bey meinen Dingen 

En — — ins ü 
em aͤffer⸗Led zu en —- re 
Das Afträen wolgefäll ut A — 
Wird mir dieſes frengegeßen | 
Ihr ergebner Knecht zu leben / 
Ach / ſo leb' ich / wie ich will / 

Fein gemachſamb / und fein fill, 

D wie feelig iſt zu ſchaͤtzen / 
Melcher auffer allem Streit, 
‚ Seine Sinne tan ergözen / 
In beliebter Einfamoteit ’ | | 
Iſt er denn mit dem — — 39 
Mas ihm Gluͤck und GOtt Befhicden? | 
Ach / ſo lebt er / wie er will / 
Fein gema chſe | a 6 / und fein- pill 


Wahrer Freun tSpiegel. 
Doe beesecun iſt eng 2 


Ein ungefälfehter Freund — einem 
Ein Spiegel ift vonGGlas / und — und tin, | 
So foll ein Freundes Hertz auch ungefarber ſeyn. 
Ein Strahl der Augen Fan ar elles Glas durch⸗ 


en / 
So ſoll man einẽ Brummans Ind9s Hertze ſehen/ 
Und nicht von auſſen nur. Des ——— 


ley 
Zu deuten daß ein Sreund feſi und — * 











448. Zeutſcher Gedichte 
Ein Spiegel-Olas wird von de I Steine abge⸗ 


ieffe 
So praͤf auch deinen Gramm An du in Neth 


Ober auch bruͤchig wird Ein — — dich pn) 
So weiſet auch dein Freund dein Ebenbild dir fuͤt / 
Er iſt dein ander ich / ein Geiſt in zween Seibern/ 

So lieb ihn als dich ſelbſt / ja A — 


Ein Spiegel lobet dich / wenn Du gegieret hiſt / 

Alſo thur auch ein Freund / wen Tugend ben dir iſt. 
EinSpiegel tadelt dich / Und zeigt dir deine Flecken / 
So ſoll man Freunden au Fehler micht ver⸗ 


Das thut ein redlich Hert/ der ln feinengteund | 
Piel mehr zalsderihtnnurzu heut Y iſt 
Ein Spiegel tauget nicht / der ein 
Und der es zwieſach macht / der * rtheilf 
Der iſt des Teufels Freund der einem Naſen 
Der srorefach iſt geſinnt / und der dich hintergeht. 
Ein Spiegel zeigt dit nicht ie —*— hinten, 


So halte du aid ein diefelben auf ldruͤcken / 
Iſt sa Dein —* bey dir. ma 
h A. 


nichts ge 
Der fee im Ska Bor — und des —* — 









_ 
- 


* 3 

s——— Zweie es. 
In kleiner Sohn liegt in der groſſen Mutter 

e Schooß / Das 





Dritter Theil. a 
Das Grabmal iſt zwar * war er auch nicht 


Sein Lebens⸗ Saden war ein und ſchwer zu 
en / 
* Parc formen ihn Au ie der Brille 





= — | 
Auf eiten —— ben. 
zur Bi ft gar wohl betant) 


Sun ihn keunt das — — RE 
| Parustennetalte Krüg u 
| fenteifer) und Betrie EOREL. 4 
euchler/ Heuchler/ —— 
uben/ Schelmen / Zaͤub | 
— Spieler und ne 
iebe / BL Ehren⸗ſchaͤnder / 
Allee kennt der Boͤſewicht / 
Mur ſich ſelber —— — 
—— —— — * 





Auff Bibonum, — 
pie ein J— Hund lege in den Siein zu 
Bd wie ein Knabe pflegt die Kur Ki erefen | 


Die es doch nicht verdient. So thut Bibonus aueh / 
Ba er nie ainſucht X im hl 


Wiefft 











x 


IP 


Sit 


* 


1 
> ii > 
De | 


Gr 


448 Teutſcher Gedichte 
Diff er ‚die Glaͤſer hin /. erben — 
Ei brich die alt nicht, bu die dm Dat 





— * RS 
Be rabſchr — — 
Auff Leander und Hero. — 


a vorhin ein Geiſt beefen ß os die Be 
offe 


Siegen hier in einer Erde 7 up jan 


 Hersundgeandeiskeiber lie En 
Eine Siuchat fie ver — ee hf 


Liebet eilet alles / au die Elementen ſi — its 
 Enf He mir — gite tl. 





Mei — uff eineng gan, * Kg Y one 
lauter diſche frißt / 
Kan man neigt J ‚gaseshlueh 


rn —7— u — — 


Auf die Hochzeit eines — 
—— erſte gebet ph eben follt/ 
‚And Den der £iehften auch / ſo Fü Ihr eeden ar 


2 


— 


Car 
N 


— 





ode ie ee BE: 






Shemif mfg BOT das Die ge . 
ar —— u 
— Surfen aba Mk bi ie ae | 
Meer 
— —— 
nflern Er | 
Bi 8 auch Ko an n Ste ef 


Ada yin im aufgeht n a der Himmel 
Yin auſred andre Siam, H nn der 
» Drift Geiſ/ der m mit Der m Ku ſehnanger 
De auffet fichg —— uͤber fi eh erh 


Ein Atlas iſt / dem ſelbſt / für.allen ms — 
Sa * \ 


Hast auf © heitel | 





ln sadın“ | A 
—— 
—3 ns hat einen Adobcaten 
| Bäume au rathen / 




















| SU | Teutſch er Gedicht 
Er —— Rath / nicht ſonder er geld 


En ‚fprach er / wie ift das beſtellt a2 | 
dtewar es wohlfeil heuer / / k 


Am Mar 
Und hiet iſt guter Ra — 





* — 9* * a EL au IR . oem 


Er anterſchrieb —— ar Dar das Sie 


Recht dem Kahn — Nar⸗ 

— N Ba 

uf einen X Zeichen 2 Bücher 
chrei ber, * 


Mon freie ein geoſſce Bud / it in de fi 
Und da man feinen Kern, gem. | fen ih | 
Wie feproigt der "Binder och tie 2 dach be 
Das faure Eſelswerck in Kalbfel eingubinbert. 
Das er / * ein Dee el — | 
Man bind ihm ſei ine " 














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dans RRXKURNE 7— ih 
Auf diezeitung, | | 










ve Seitungen Inc den * — 
Air Be ern: 
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San holt die Zeitun NER * 
Bon auen Ort⸗ und € * 
Man bringet anes an das icht on | 
Und dedt es noch ſo tieffe Grufft / 
Hat mans ja von dem Lande nicht * 
Brett mans — aus — a 













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auf Pub ent IH N 
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nr _ Teutgher Gedichte 
Sonden Sponden, le je den Iepten Schlag Schiag gegeben, 


ine Red’ f Ar. 
—5 und‘ fen h 
Seat fein guten Wind zu blaſen. 


Deine Raſe muß i a). | J 


Denn aA jr zum | 
Sarfiftu einge, —— kann ne \ 
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ind willftu zur ME reife 
Tpiltftu im Die Erde At ae — 


En —* wu ia non * 
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So Sohle ufel | 


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Viele Rümmelı 
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“ Er J J au —— Hofe ui een "s 


ſick bringer/ dee mi 
jan en ie 


Aus Va Sntinfhen Dep Hugeni, * 

7 Aus hat. vor Ehenfi 8 Haufe ———— | 

Und bey aufgaöfhter — ihr Ständigen 
neu — 

ö dafiel der Stein — —————— 

auff bie armen cenSann en iſt es eabie ; 

| U —— 
Adıf v gieb dic) nur zu feiben deine Kunfto 2 
a 2.5 /// 2 


und bein didlan Steine 5 erdunihe 





Dil ei 2 
—— — En 


| eines perli Tod/dvev 
; — „einer Rage — vor 

Aug dem Lateinifchen: des Pafleratii. Caus. 
Aoefeaget nase ſey / was mir für Leid ee 


 Worgabie Shehnenagie) F wir die Seuffie | 





Bere — Einen! vn. 
sch J6- 


: J—— 


w Zeutſher Gedichte 





Sri meiner Liebften Schooß / flog aus In tier 
Der meine Crihme fan u ol Anker 
Der mit pfog sffetmahle Mae by iu 
Kein Vohe war ihmn gleich fei Sperling fg 


Wen erbie@pet emir muſt Aug Den Sn ſeh * 
DieSpinefieng ſo nicht die glie — 

Wie er dieſelben wohl Font auff Die — ee 
wie biß er doch ſo ſcharff und grim 

Zeg au des Feindes Hand ſein 9 Es © 


ehe.‘ 

Der Hector kdũte — den Heim N er Ihregen! 
Wie er der Griechen Herr wollt Na legen. 
Doch wuͤrgidies arme Thier / weh loſ af ud 


ie esin feiner fu und oo Hupffen wor. 
Das heiſt nicht r ht geſpielt / 1,8 beit nur hinter 


Sein ſchelmſcher Feind har Hoi ge⸗ 


ange 
ein gleicher Streit war | > wurde = 
Kunden an nu eines Pferdes’ Bauch! 
& kam Achilles umb durch Paris feine, 
dv nam Camillaguch mit Trug un 
3 feine Katze des ni he 
bin * jett bedacht dein ii 








Reiter zo © | a15 









J F Rage folles mie mitihrem Fr ſſen 
Ic) wiſ den Zorne auff Zn Dihe Gefechte 


So ſin tein Trauerlied rVoͤgel / w un = 
Dem&perling bin we — hy | ' 
| Erhebet euch hiehet ch eurer Zlagel uber 
Berhränet meinen /heflaget euren‘ dee. | 
reue Weyhrauch aus mein iſtdas * ee | 
ſchelte billig jeßt De tter Grauſa 
Eu das leere Grab mir Blumen ln 
in 
es Spetlings zarter 2ciD, er Ka 
* ja auch. R 8* 


Das EinGergep um ufn ern Sa, — 


Auf. | 
nahe Andreas Jaͤgern / 

| Als er Freyen Kunft M- in Ro⸗ 
| ſtock ernennet ward. - 

FErr zger He chabtrechtivsl gejagt / 
| Sr r habt esnun auf GOtt und Sud gewagt / 
gber ſobi und liebt nicht eure sehehen &r er 
Soechinf nennt man — Sägeres fer i 


Auff KXXIX, ven, | 
einen armen Sternieber. 

2 irrt Die Smfleuusbie RUN: Schei⸗ 

| Waodu am Him̃el eins ndeflui im Ra 


* 








= nr — — —— * . 
An ö J | 
— = * 3 





Doe Kalte nahm mich hin / Die ich; 


—* unge aan ins 









Sn Y en St 

j Kur 4 N we — nr: 
DEE ON Bi ar NBgADQDKr Re 
—— feine Seelebleibt * 
nd wo dieſelbe fen/i 


—— —— ingefah 





— En 
6 enbich ifft eines Be 
ner Nacht gebohren.und geſtorben. 


eii | 
er legt ein Kind / geſtor ben in der Naher — 
SS, “. ie) —— Welt gebracht. 
tagt fich / ob es fen gebo 
a nicht kahm Pt pi ee 
Es fragt ſich ob es ſoll geftorben. ſeyn — 
Weil ẽs —— * en 







Gradfeheife inch KErfeg ner 


Beklagt hheſolchen od? — 


Die war ja alles — ——— ar erfroren 
Je Jetzt aber bin ich ce in Gottes Lieb kun sr 





— > 











2 Hi at h ——— | nl * | | 
ea i = ee a ie —2 
E35 te s dicken IP anites- 

er lege ein Pier 28, A 





| Man bi yffte keinefhack' ungriher De = —* | 


t fiel alhier/va auch Die Stein He A 
J mag Niet hc Di 4 





XL — 
ar * Freund / wie a 
feiner Liebſten Agnes der pulsmiteinerMadel 

geſtochen⸗ nachdem er ihr zuvor den F Fin⸗ ut 
gerhut geneoammen. 
og züenet ihr mein 3 umb einen Na 


& traff er meine Hand⸗ sg ſchaͤtt ich | 
Dies Roſenbild äffnicht ſo Air igrfichzurachen 
AUnnd was kan ſie davor wenn ihre Nadeln ſte De BR. 


| choͤne Kofen find da iſt ihr Stachel au 
| Kino Ten Me sie ni / " A der 


| Seht! dieſer Stich hat euch Die —* der Hand 
Es iſt ein Lebes Stich der such dag Blut erhitzet / 
Und der durch einen Puls das Hertze ſelbſt bewegt⸗ 
De! wie der Puls ſich ER wird dns Du 


ie Agnet 


I) 
i 
i 


| Sn Hauch von ihr begeiftert dieſen 





Agnet iſt ein Magnet / den ihre Nadel ruͤhret 
Dem wird von ihrem Geiſt auch etwas zu gefh⸗ 








n | | St 
lauſcht ein (euer auch in dew Da 
Und warum n eti rumb oſche Wunde frgent 
Saft ftechen auff ven Puls / der Singer iſt geborgen! 
Den nun ihr Singerhut bedecket und beſhutt / 
Sie heilet ſelber auch/ wagihre Seber —— 
Die Biene welche ſticht die fan auch Honig geben 
She dypen · Honis giebt Den Sodien auch Dad 
Gebraucht den Honig nur / ſowird in kurse Beil) 
Und waͤre este ne ‚die Wunde werden heil. 
Hier dient fein DBiedesftand die TBafen find ges 
Sie hat deꝛ Nadel Schutz/ ihr oe nur den dinger 
Druinb nehmet nur mein —* die Stiche willig 
ch weiß noch mehr an ihr was Seelen rigen fat: 
— wenn die Strahlen ihr aus ihren Augen 


— ‚Dre 7771, | | 





| XLIV. | 14 —* 
Auf Jungfern die lieber ungeſchick 
“ rerale gefchichee MIänmerbegehren. 
gaalriee die läft des Königs Siebefahten! 

Damit fie ſich nur fan mit einem Ochſen F 
——— | e 


J 





N Sophie aben⸗ m): 
—— 0.2.0. 

Viel a ale fi ind Der Art / die legen an Seite 
— —— 


RE SORT 
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Ein 
—— einen Münch fü kai ſhhelen 
| Er hat) a non =. dor Perägt, — 








xXV 
| Aui einen ve —— 
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Dit Gewalt Herden u voeien 
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| xXiux. 

















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20 SE NET 





469 — 
aa > —— XLIX. ne Rh Nie 
= Auff eines — ihre 
au ſahe — dein Gebuͤſche. 
Eh / ſprach gut / 


Sr auff nes 7 
je Qirbeit wird Euch wohl be 
— “= — he An 
















pe — e mnonn u 
——— * boͤſe Jungfe * 
38 wer dich kennt von Sti * 
Meint / du ſeyſt des 2 Himmeis / Kind / 
Wer dich kennet et von Sehirnel 













Weis wohl / wied 4 

am eb A yon — — cin, * 
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Aber num eg 6.1 

er nicht tert betrogen fe ans sg 
Glaͤube nicht dem ae pen Schein. Me: 


Deine Stienerbeine Bangen) | 00} 3 

—— — wer © mit Fun U 

öunen zwar bon auſſen prangedr- / ——— 
a ! als waͤr — 53 * air 





dber Inder wei Fe Se — 


| Stedet einberann uhr — 
aim Orunscmgcareant. 
asim 3 
36 J— 
iecht er gleich in x aut / 
Drinnen liegt ein —9 — Geck / Sc 


⸗ — 


* 

"aim nee, f nenn © ZU, 
AleMänE’; — Bl. ....; 
| An dem innern kan mans kennen / 


Co x 103 
‚In en —— 


—— — — — 


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Sy nn ti E Sm en nt 
Biene men ber Di —* 
Dater — um * 


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| — on Er 
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J an ler IE * 
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opt hi HEINBSIS 
— * * 
| —— = 






















ps wlic heuchli 
Ihr noͤt ig 

Der feinen Muſen⸗Kra 
nd in der Stuben⸗Lufft Tal 
J ich nicht ol DOC) IN 

Die deder / die ſtatt meiner zu etich BE 
Die denno auch erſchoͤpftunde 
Koͤnnt ich no Yan, 1er en * 


Und haͤtte ih das Säit 
So. würde gank entru 


Ehren eugen/ (eigen. 
ae en mein — den Pindus nie 

















"Und ihr elicen Sin, * 
Die ihr nun ein re fer an / 
| Und denen/ wie durch eines itters — 
a en aͤbg Bench yt / * ai, 
ihe den heiligen Martin verrathen / 
‚De er zum —— —— aus dem —2 — 


ah 
— und Biſchoffs⸗ Muͤtze — 
ie ihr deshalben werdt gefpiefler und gebraten/ 
a ruf ichamNafteuten € — — 
eder / einen Theil von euch / heſcelen 
| —89 ie noch dieſen Dienſt mie leiſt 
Und ſtell euch felber/ als ein Beyſpiel⸗ dar 
— aar Kuhn u. $ 
m wir Ai uhm erzehlen. u 
De“ We ine lieben euch /. — 
ſen ſelbſt und die gele rien Geiſter , 
teure Feder ja —* aller Zeiten Meiſter/ 
keiber reih 
I elta Heden / | x 
&erednen li in kaufen f fosne gehren? 
ß A han —2— | Koch RB Ohren hören; 
Drachen en sn) 


And; 



























nn . Teutſcher Gedichte D 
Veſſe au miräe her gen? | 
hie al nd urn, \ 
Se aeg hie für’ und aller inf eier" 
en er Pallas Vogel dnugen?. © \ 
Der Goͤnſe Wachſambbkeit erhielt ein 5 


Macht gleich ein Rabe da dem Kayſer C Comple⸗ | 
menten / | 


Sd iſts nur Gouchelwerd. | 2. a | 
Daß nicht: die Slliet den, BE n. de 
R ten 
Mon ſagt der geofl Zes En —— 
Den Gmpnsne msn he ar 
Det a ‚can des. Adlersiftatt/ e) 
Die W träger Stelle kit neue 4 
ı Ss liebt ‚euhy inf denn / und euere PRatur / 
Apaollo⸗ Japler Mimerva SR — 


Gaͤnſe ft — 
Pen 10 — Kai ſvettacſhe 


Der Benustuftu — erlig 39 
he. Iegt das port eKledd enus⸗ * 
— 


Ihr nacht ſe „nen DE. Se au 
Yind laßt ihn, wiederumb Kinn a ‚an inf 
Ihr macht der Gbitn relöftöen eichen Tri 
Wenſi le mit — Meene 


dis 





#3: 












a a aa a nn a an 
aller Zheil.- 468 


— faget ihr dau ©) TREE 
| — — gambı welchen 


nun da sit vn 
an —* 
8 je fehaffehrei nun Frie nun f nt 
enn auf den edern man ai Soden Geld hehe 


fi der gelehtten Wee und ins von Gaͤnſen 

hi oͤne Feder⸗Fechtere * —6 
Sn richt uns ke a enge \ 

as de oder fchlaffe 5 

So find die — ün I 

1 ‚Bi — u d< 
hren unsa 

| Se wuͤnſcht nice - "ua ar * Sana 


he Sieben / wie ſtehts nun? . | 
Fey FR Farm — liebe Fum 
Und was ſonſt HH Euſt nie ade ih 
mehr als hundert Gaͤnf 
Und ihr —5* Recht Hit 
ie märiche ehr font ihr im Ta Aal 
‚St — Mk ſelbſt die a gerne Au 


_. Denise 
Be Kü fi, Die den’... 












| 








Darunter ta e ſtecken 22: 
die oc Bi fi Mer I "als die Bien, 


Andoas fonfk mehr — —* En, S 
i fi 

& — 2— 

a 








a6 xeubfeher Gedichte — 
©: Eh es ſich gar wo gereckt! 








at es ſich gar. 100 net iR und 
& tesfid) auff Kuͤſſen wohl FE 


| Was macht / ihr Sieben dan ee A de 
Weñ ih nun — das@änfe-Kkeidsicht an? 
Seht an die a wo 
44572 — Din ik >E 
Man bauer ihe ein unfter Reſt En # 
—— er: > bar zu —* Me 
ngiebtihe Haber/ Kley und Mee heſten / 
Theils ſtecken FR dei * 
Gebt ihr / Herr raͤutigamb / nach eurer i 
Auch eurer giebften ih ihre Speiſe/ A 
— ilt Den Cahr/ se) 
er Außgang macht es wahr 
So wird ſi ig mit den M ON J (nu 


Eenah en ur e ja 
Mit euerm füllen Weſe n PN 
Nicht ſo viel dederleſen/ EN 
Es N gervagt/ | man mı 

Seht / wie man an den © eben 





gr 
Wie fie wird umgew — ig 1. 
Ein ie Ss fi nr J 


| za she iin. , — by DR u 
| In dieſem Spie an u 
| A duͤnckt / ich fan un 2 * 


da 


GE 





“pre a | en je 


F = m Hfftig wirdgeſ A— 
Wie het vb Sa ei 











n ſolt / 
Wie feurig ihr einander woll 
Fuͤr Lieb' / als wie die Martens⸗ 










— — 
Ma denn / ihr deben ma er: 
Daß man Euch nimmer ne | KR — 


Machts hefftig/ N Ri an ia 
Und doch nicht unbedachh 


Der Sänfe achſam at an alier do Kr 


Weñ man die —5 mit Liſt erſteigen 
Doch —— I ih en il, 


Man fchlaget einen Sturm hier ab / ehe 7 


Die Jun —————— 
Sie laͤſt ſich gern’ und willig ann " 


| Penn nun die Beutꝰ 'erjä 
Und ihr / Herr — for ak — 


Wird Venus von Schild u 


1 Das fat dem dopplen ale en kan/ | * N 
Bedı Rabbinen ung den — | 


li Das Albert engem eg ee weiſe Man ? 
wo Gaͤnſe die b REITER 
I eing ind Doppel ice H uber 
| Die Buͤrde wege gendhheen ef 











468 Teutfeher, Gedichte 


O wohl dem Paar / das ich ſo traͤ et und vertraͤgt / 
Dem on a u Aa aan legt. 


air na —J or Be doppelte Figur / 








hr wißt Die Ai 
nd Amor iſt b Gere dis a N) Ka | 


Hl lebt ini Hiller Her Y ie 
Es ſchuͤtt auff euch der: —— | 
6 viel die — — rn haben. J 
lee Euch Herr —— * Gluͤck eurer gu 
Dafınit den Gaͤnſen euer Si a breitem guf 


le — /ſo win ich nun 
Be 





heine Dun unge 
Euch täglich nn 6 gäbe | Ehe ON i 


Und / wolit ihr meht des Jovi 
Hein die Tugend * — “u 
Y — 


Als Ihr und eure 
| tachten das A riſe 
— nn) und wir | 
| Die ihr d A i wi 
— im 








| uter —— — 

| Wie eines ME 0 Sb ve en einem 
SH 96: — 

| ilstchaen Ve 









{ —* —— Oi 









— ae foman same bmböfn gr Zi 
— Leuten 
h 


r habt jain ned nun und —— Sg 3 
Sr — das G ad und 


En Nedıs witact, Bank uno ar — 
uch eher nii n / 
AIi weñ nun ein — di at fie 
l' —— thicht taugen / — 
Die * Frie Bam 
lie e Rath 
—— 










raufden: 
I in} Jüg fr Wälder 
Mit Sonale te) — * und 
c ‚AnferLac ydi Philofopho ı combs x 
petuus fuit, nec noctu ‚ec interdiu able di- 
R — lib 10.c. ꝛꝛ 

"893. —R8 











F — in ‚dehcisapı Ro 
(e) Anti — — tata 


hæc an Ada eig 
me; a — atergo Eva, &U 
——— ſcapula· quali ggl 
natum fuerit, I xilfe,videntur ilte 
Platode fection — remin 
Convivio... Er 

Ben Alrael 'Co Fäfation in. 

_ eandemapprobavit: A —— 
Mehr Chriftianisı nonnulli; } 

"güftinus S Setuchus in"Goft —* —8 

Alb. M.Leitr.: 1.0.6. Anierem duorum 

capıtum ‚ala, 'quaruor: meimo- 
rat, quigemi hs‘ * dorfo conn xus, al- 
ternato pedufitu une, ar . 


bat, nune ferebatur, a 
(e), Aluditur ad Dominiei Gonzales Lufi- 


tan — — de Ttinere ma = 
t LE" — —R Die 
Auff ein "je en gbiad 
aͤniſchen 

dus dns Des —— pretinac u? 


Fo de’ Aurayemulator de * ; 
Curfor veloeg,® volator ſene a le⸗ 
Di cui vola Ya la ftrale «1997 
Volan de acia 1 ‚sulmind pin lenti: 


x E 0} 














ß 





ie ° x 





Oritter Theil.» Mr 


nn ie ET EEE TUT TE 
Lotu a are an NE 
"Ma perfeguirtuo corfo occhionon vale. 


k an * —— il cielo a le tuo piante eguale: 

en loeeilpenfier mouonle menti. 
nitritoreilaferrata zampa 

— lefavillei lampiintorno, . 


| Epur᷑ lelce non toc 
Te u) IE DR fuo carro ddor | 
Mätrahe pa, 


‚dei Di Pardente 
"„Brieve farefti Coltuo corfoilgiorno.. 2 


u der &u tſwordem Winde la 
Qu Sohn der Luft —I ing- 


® EEE ge 
Dem tkeine Blitze gleich — fie ſih 
Das Volck das Gäu geSep mb demen gan 
Den doch fein Aug erre * 
He Banden Rio. Name gie eF und 


Vor dei bleibt El, 
Se Eh —— 


| en Klauen 
Die ſieht man umb ib ern u Flam⸗ 
Da m dein Stein Gerüßrt u, und ei I Spur 
Er 564 ⸗ 



























** afele/ 
u Beranlaffung de: vorige 
g Un ſchreibt / und Halt dafür daß wo man ſich 
| — 
Nun meist ihr. warumb u — m 


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er lee vu Fa —— 










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bus, eo dem a.“ —9 N 
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— ee asen a vie —— 
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Biene — in —— 
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Ein ſtum̃es Sinnebild / ohn ink —55 
Su * Bee ifeyers 
Suede Aether dam 2 Noth fan 
Fan erreichen / 
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nr —* er — 
Wes ein setbarer See banfüilem Orte en 


Die * — ii SD 
— eye ePinſel * 


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dum- ‚hominum Inc 


phabetumu vider — ra 
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er —— ind — ne 


dig! slo 
Be ee — 


— 
* non videntes ine vocbos 
es pu 6 


sent, ulfantes etes ac numerant 
adalp ‚abetilit —— numerum m, uos 
binant —— yllabas.ı Er Gi 


Dart —— Air nt RE, 








Du du die Bü yne mehr 3 ftiges Weib. 
Day IK al 

Dis gunae te gar oft Fund — cas 

B — — * — 









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— — ni am Bin es 






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Sobab'i — Sof 


Erſt meinem am rDaker/ Sansa 
Li atom ee ie 23 
Mas ae Dre ea VER. 


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din 33 Br na: dee 


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e ng 1 abgehider, 


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—— IVũ. | 















Eu BET: — 


"Orr — woten 


fuͤr Nahmen dieſt haben 90 

Bo —— begt en / | 
gerneft du von ihren S Em U EIER 
Si gan aivar Keinen! 5 
Aber / wer er weſen / RO and 
Kant du —— en fen. h 


LI 













 Sce vB. 
pam nt ——— A tken 
PB 15 : 
Indem —— erh Hi; — 


— 
An An den See. ‚a 
Duſcht ——— ner —* 


Sagſiu / was fol —* mie Buche ma⸗ 
Es iſt ja gar nichts werth KT 
Der Höfen find g um viet. 










Ein Schreiber / ſoll er ieh t/fich ee 
Sp muß er / iſt miꝛ recht / wohl nie was guten Did 





ji 2 sen 


em bu. 477 
Die andere Ehe. 


Seh! will nicht noch. um andernmahl ein 
eis nach Haufe führen, 


a boͤſe nehm ich nit dıe gute mag ich 
F nicht v erliehren. NEE 
a — 
Auf Lesbia /dievfirder Sonn 
4 10 nieder Som en⸗ 
——— sy geh ul der Au⸗ 


| are oid datum a ei. ai 





* ſelbe 


Demt en ihr inkl fat an⸗ | 


ecken 
So hat es Lesbia mit echt Alla enable. 
— fol mich für tine Latve Dre 
enn ihrer ad in mein Geſichte 
— —— 


vr 





Bere LXW — 
| Are — — einem jungen 


aͤnne und ——— zwiſchen * 
nem alten Manne und jungen 


nger frenet mit einem alten Zeh 
| u et Sb * lung 


ier⸗ 








——— Teutſch — 
Dieraus Siecaus enfeht ne / mr ambefien 


[ Rn 

ee 
Ein Alter. aber Yan nd) ja noch Gehuͤſffen kri 

13 IRRE eg: 

Auff einen blinden —— 


Hpinadie gebahr ein blindes Huzenfin 
x eis — — bi nt 


Eh! 












ann / 
aus en 


Su ſieſeſt uihn 
So find ſiu ion no auff Pa Dicke nun 


— ———— RUN —E N 

LXV. Re re: Ar 
Kin el/ von einem Elavicymbe el) | 
und Son defjen vor 


neh 

Schweins aaren | N Rabenfebern! ei | 

ee * Elffen enbeinernen "El ae 
nd der Wolle) 


Aus dem Lateinifiben des Hügeni Ps 


ee ntodter Eber lehrt one 
Be Rabe macht 














al — 475- 

Se eine — darzu / ſo tantzt der Siephant 
Allein / ein todtes Schaaff a. einen at 
ı KA * * an — 
Nein > Din gi — —— Arena 


Eh HATTEN — — 


an Als, 1 








ki} 
Auf einen untüchtigen Redner. 
SL baft alles ——— wi du zu reden 


s —ñ—— ind —— 
Eh von ge — * 





a _ 


ur ab — aa | 
Die ven am Kimmelund aut 


Enus eut fichn kam immer be der 
V ſch ſich it. pim —— 


—— ſchamt fe fi auf rden Diele Tas 
gelicht zu Kun: Mer 





— Lxix Jura ” EEE 
Das FR OR —* © ET 
angläustansen fe Ep Anne un und dieſes 
Dwn ſeme ‚galt —— idn | 


UXKE 
LXIX. 











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Rt — | 
— poly ——— AAN NN ie 


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uumahe haben, per ti 

mo Iacobe dinten un it einer mug, zu 
a 






u 


MET rest ——— —— w 


HD Heid — 


TE sumfchönft en fEaegettt/. 
Amgwhird VOM e bald 

Riemand ep a0 — 
——— ie a zu —V * 


—5 efrucht 
Mm J nie Den. Ei, _ = 


— — 








| nr * Weißh a ame Re 
Sie Wahhen —— * Wurtelfiht 
im-Seinde 7.27, 
Des Hertzens eingepfankt, Die euch! waͤchſtin 
Wird dieſe — — * * | 
gef 


u en HL | | gef k 
I — fe fegoh a: —* 
x 















APR | 
u 


| — 
Ar die Abreffe eines vertrauten 


FOR weine am uns Bir tönt‘ ip nur 
| Denon. mein Sr, —— — | 
— 


mitgeno Minen, 
LXXIL 


Auff einen verzweifelten en Bubler) 
der ſich ſel 


gu armer Sur —* a sichten 
Diervon fichau beſteden / Bus! et 1 a... be⸗ 





— RI. 

| Der. Yoelftand.. 

ER naher ADelftand if billig hoch ju fdgene 
| 14 


raber nicht b —* — aͤhen und in 


| Buse taonp Safe der rechte Grund / 

Darausder Adelſtand zu allererſt entſtund 

} & tieffer der geſetzt / Je höher wird er fteigen / 
breitet fich bald van Malen | —5 


| So hat das gank and Schu nvon dem 
| I DEHRRRTERN — Ruben onen | 


aum. 
LXXV. 








— > m Bun = 
— — 
— — 


N —— 


au _ Toutſher gig 
— 


* „sr 


5, eygebigkeit. ai 
Lieb und erwirb zugleich: Es nnd . 


car 


Die ni ee cwird duch Minen 
| aM — 







er-* —— ni — — 


er lang ein —* | 
» 
er er ind Geab Hin, 2 I in ea au den 





be, } 2 
eo 


— . 
uf einen. ngelebeten. 


Popſus iſt gantz tiffgelhet | man a | 
el man au? fr af rum und Bo⸗ 


- nicht 







Per eines seh ichen 
ch mut Di ee son dieſem ons 


ftein’ an! 
nit em * 4 ierl 
Be N 





k M isn nicht ie 















Er ESiungt abe, Mi 988 





CRY en — g — LXXIXs:: Pa PA 
bſchrif ——— | 
Saft nach: dem Lateiniſchen des a 


ge fieg' ich armes Thiet in bien Si aub be 
Da ich des gungfern Blun ſo —— 
/ , 
Fragt nicht ihr Weiberg en. F doch die⸗ 
Der Vorwitz plagte mich und bruchte nahen: 
Als ihrer viere jent an einem Zifche faffeny / | 
Und waren gutes men fie truncken / = 
Deeleß ich mein ey und ging . te 
Und habe mich dadurch ſelbſt in gebra: 
Ich wollte ſchleckern 2 ru meinem gro fi 


ff 
Verfuͤgte mich da indai nichtivar daden/ 
Lind Yr te —— — nie ale ein? 


mich dieſe 
1% Bruͤder / Arosa und F den Dorn 
% she habe bey gungfern ja einbefit werben 


| Wenn ihr toie u. eh feirtem Dippocren / 
Bm 
LE | Ruin | PN 













U 


2 Teutſcher Gedichte. ER 
Wey Menfehen-geichen find’ ı die im Thier⸗ 
De 2 seifelind/ / 
Die Jungfrau / u Dana been feine 
im ihafen/ mut isflahl 
Fin Jungfer⸗Hertze / un den Siñ / als wie einKind, 






— — — seem 


290 Sheet, | J LXAXL J f hin ! ß j NR 
pie em end 1 
_ FrancifeiQuarles, Cents2. CapıB 
Tr heed of that honout⸗ yyhich t 
"1 vvealch harh purchafedtheezforitis nm 
cher lafling,, nor thune ovvn, Whatmony 


creätes, mony prelerves if —D decay 
thihonour dies; itisbut a flippery ! 
yyhich fortunescan'give,and rovvns can ta» 
ke; and not vyorth the ovvning vuhich a 
nights fire can: melt or arougl Sea. can 
Sefluchter Ehrenftand / den bie das Geldge⸗ 
' \ Et f y w n ) * J 


* ann? IR Kir, 

Deñ der hat nicht Beſtand / und geher Dich nicht an. 

Bas Reichthumb bir gebieetidag muß er auch er⸗ 
| I lad. ver 


ie 





Esiftdas lofe Gut nic) 
Das auch ein Schiffb 


1. 





ML - * 


’ * 


—Arter Theil; 45 
a ars — —— — 
G 





4 


ebet GOtt / was GOttes iſt / und 
——— 
Aus eben demſelben Autore, Cent. 2. c.77. 
| (. MeCaung Frese Mais Gods Thy 
PGold hath Cefars Image , and thouhalt 
Gods, give therefore thofethingsunto Cafar; 
vvhich are Cefars;jand thofethingt unto God, 
—— ha Shah uf — 
RS Er Menſch i ttes Schatz des Kayſers 
D Schar if 
Vom Kayſer wird Das Gold / der Menfeh von 
| — GoOit gepraͤge / 
So gebet denn nun GOtt / was ihr ihm geben follt/ 
Und denn dem Kayſer auch / was er euch auferleget. 


— 


1 RR: Pe 
Gebrauch und Mifbrauch 
ee 


Aus eben demſelben Autore Cent, 2.cap. ss. 

E thou art rich, ftrivetocommandthy mo. 

‚| #ny,left [he eommand the, iftthou knov 

 hovv to ufeher, fhe is thy Servant , if not, 

‘| thou art her Slave. ERIEEN 

| Gerrſch uͤber Geld und en bye 
SB tert biſt y 
Diereil es fonften nur dein Herr uñ Herrſcher iſt / 

dr heben Dem 5* 

So bleibeſtu ſein Herr / wo nicht / ſo biſtu Knecht. 

1 Bi LXXXIVs 





* 
© 









* gebigkeit 

* — Autore Cei 
jat mou gixeſt ta the thou ſec 
eſt from — but poor wie 
hold’ft his.neceflity, @Fhi ef polſelſes. 
Gods Exchequeristhe poor mans Box: vvhen 
thouftrik’it ITaly, hebecomesthy'debtor. 
Ag Duden Armen giebft/ — ſtu vor den 

en 


Und was du ihm verſagſt / iſt indes Di ehes Hand» 
Darumb entzeuch ihm ni nicht ein Dei von deiner 
ebe. 


Der Armen Gut und Geld Gen Schasund 


Sal vi nun mit deinen milden Gaben? 
© adiefen felbft zum reicht Schuloner haben 


LXXXV. 


Sein ſelbſt Herr 
Aus eben demſelben Autore: * 2. Cop 19 
Hevvay to ſubj ctall thin A If, is 
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Uallee Dinge Herv / win —E 
Wenn dieſe Dich regiert / ſo tan de führen: — 





2* 
—A 


22 








Oritter Theil 485 





F⸗ dann Te — d/ 
Und gan Monarche ſeyn von deiner ——— 





ER — ©. 
Auff ein ungleiches Bildnis. 
—X meines Freundes Di uk iſt es doch ſo 

Es waͤr ihm warlich gleich, hir er f außgepbn. 


— — 


IXxXxVII. 


Auf eben daſſelbe. 
D Er Mahler hat die wohl die arg recht 
Weil er das ganke «heil mein Sreund/ die miß⸗ 
Denn / weil er dir — * Noch ei einen! Bruder 
Se wird das halbe >“ is Ban auff ihn gez 


— * = 
nern 














LXXKIIK, ea A 
Gallus und Galla 
Aus dem dateiniſchen des Hugenüi, 
| gem Gallo ſchmernt der er Ba / Zu 
E * Gallen ſcwmerzet * Ba er ihr nicht 
BSL Ar Die 


/ 





——— 
A23 Teceutſcher Gedichte 

Die Kranckbeit iſt ſurwart ſo grohund unge⸗ 
Er bat vom wart — 








J NER RE 
Auff einen Trunckenen / de im | 
Waffe erſoffen. — 

Woe Aulus wohl bezecht vn — 
Durchs Waſſer ſetzen will / Bi * on ver ⸗ 
ſthlu | 
Oie Cur kam allzu fpat, Sen ihm | 
FREE 


Ach / haͤtt er erſt den mein * Bee — 








Artzʒeneney * das Fiber. 
Aus demL Lateiniſchen des Paſſeratii. 
ya Fieber ſtoͤſt mich an / und ‚ploge mich ſehr 
Due auch ver AertteKunft an mitt + Feinvette ndet / 
h einfehönes Weib / un wad in ſie entzundet / 


& daß die legte Glut der erſten Meifier ie 
Weg Aerkte/ weg / ich — au u nicht 9— 


Kan mir ie dehen öl des is oe heben, 





* 








—— — 
Xxc. 6 2 
Auff Gran Br * 
E? ruͤhmet Grändin; und: fagt gar lächerlich 
Es muß fich jederman verwundern über. mid 
Ey meiner Tag fichnichtandisvergaften? 
| Dertoundetuhan ——— einen Affen? 
— KH 3 ar rn Te 
— — 
Ragſtu / Freund/ wer ich ER ? EA weiß es ſel⸗ 


Das weiß ich / daß ich m ein Shan, Staub | 


Doch willſtu gleichwohl neh vö mir derichtet ſeyn / 
Sprich einen Sturhen an / ich meine dieſen Stein. 


— a A ALTES RO: 


.XCHl.. 
"of einen/ fich nach. Weibes Ar 
ſchminckenden / Füngling, 


| As du ſo ierli tenchft de macht mit je 
| 2 * Sbwi A 


Du sit fein Dann Hr bin zum Rocken und 
order Spindel.) 


———— 
Grabſchruſt ‚eines tapfern 


er wie Hat es ai erbrolfen,” N 
1 967 Das 





















— 








nn 


Teutſcher nn 


= — ki 
Meine Ei zugeſch loſſ 
& wie Feb ann’ Ich nich dafr⸗ 
asich ohne: * und under 
Hase meinen Tod efundent 
834 nicht geſtorben bin 
Zole in Kampffer in dem Sande), 
ed ich nun zum Gewinn 
ol IS aden / Mu der Same | 








_Offentliche Aemp en 
d en 
Bi Aempter Laſt iſt em, i “ 


Drumb pfleget man fie auch, ben, She aufs 


ni 
De bew eglichen Mi und 1 under 
| chen Güter Verſch 
Ein unberveglich Gut Fan —— mn 
. Und war es nochfo tieff ge —*— in der erde, 


ei 
Sy hat fein Gutyvaßer Re In 
erh kleinſte — 2 


Tyan Fe 


Don den ungern ger 
nr 


— 














en Be hund 
iſſe daß au es Eſe N 
Dietefen Pfeiffen — Arc ei 


Grabfäriften —— der an der a; 


affſucht geſtorben. 


sein Geiſt iſt nur dem Schaf, gl eine Zeit 
S ch ſchlaffe nur allhier / und *— —9 ht verblei⸗ 
eh | 





Don dem Derrätber —— 
. Bar. Judas nicht gerecht heht alles 


Die Deep Silberling anfeinefa ik & Brüder / 


Dem Teuf At —— ne | 


| Auf. Mac ein, Luthern / 
Aus dem Lateiniſchen desBeze. 
| Ron zwang die sanken Ze | ver Pabſt hat 
bezwungen / J 
Ihr iſt das Werek dur) Stadt m / durch 
etrug / gelungen. 
Seht / dather aber iſt viel groͤſſer als —— 
Der ſte und ihn ne einer Feder 


Be 





.. 





Fetzt / weil mir meine 





2 


Seh) Griech 
viel, | 
Sein eiſern seit nö! pr ‚us vum 


= 





Dee Lais Geſchencke id die Venus 


Aus dem Griechiſchen. 
gu ich mar jung und friſch / in the —* und 


Daliebt’ ich manchen Held/uh * ihn net 
— Runen! und voll 


So ſoll mein Spiegel dir Sim eilig ſeyn ⸗ 
— — mir ſonſt nichts mehr dieweil lich nich 


inn 
Nicht ſehnkan wie ich war ſehn mg I wie 


ii : 


— — 
CH. — 


ff Charini befliches web. | 
Aus dern Lateiniſchen des Secundi. 
gyuba haſt ein febones Weib / Charin / 
Das keinem Weibe vorzuziehn 
An — —— und Geberden / * 


ðleicht ihr kein einig aa anf@rden 


Hu kanſt num! als en ann und Herr/ 
ich deines lieben S chanes freuell- 


% X 


Wanu mir der gute € Jupitet A 
Ä 9 u 








Dritter Theil. 493 


| Au oürde folcher drey derlephen 
Wolitꝰ ich dem Piuto/wenn er wollte / 
(Sich fag’ es euch nicht o ik UM: 
Die beeden geben / daß er 
Die britteäu ſich holen — 


Ne Hi 
Die Welt Liebe. 


Wor halten ſonſt / den ms weil er von ung 

i erne 
Und nahe bey uns ſteht / viel höher als die Sterne) 

Alſo thut auch Der Fame edge der ſchnoͤden 


Die uns vor Augen —— dem Schoͤpſ 








— — nn 


J * 17 be 2 * CIV. An 


Auf eine mit bloffen Selten. 
| or die bloſſe Bruſt Wo * hin? zum 


Dein du haft etwas feil drumt dendadt. 











cv. 
| \ Salfeer Schein. | 
| näele führen Basen in S unn un 


— boͤſe Buben ep. ._ 
ai wo I 
19 A 
az ! cv. 








BEN. 


44; — gast 


| | — — 

— ER sie Hu 

Stultorum Jontomnla ne 

ayyatrren And a danallen@din! ⸗/ | 
In den Staͤdten / in d | 

ae find njedem gan 

Karren findin jedem e 






Jaß man alten Win gefteſſen Se 
Dagmanniemand varhe weichet El) 

ſi das erfte Narrenz⸗ eſchen a 
yrir zehn doch an eint eint m Kartei N 
aa die Weit bleibt voller Narren · 


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Die uni eSp — 
hen doch nicht dan sport —— 


Du fpareft teinem —— al. —— /K 






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Er fan dein Unhen wenden. | x 

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Sol it er SR Mr —J 
Sit — frauen, dh I u 
uf feinen © en — * 
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Au ns in & zirmr u esor se 
En du pin en wilt/ 
an mich für Dein — 52 — — 
Rꝛit feinen, m dedie J 
Etept ex mir Beh In Mt N 
So fan kein ' 
Er macht das Her 1 J 
Au Kriegen ſey ‚peftand/ 
Er giebt mir bene? 
Die können 1A beſchaffen / 
So daß ich fan den Rachen 
Der Hören gant verlachen * — 













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Die > Aanſers 
Im GA en aufiger 
‚And unfte 1 Sa ert 


— des 8 ufe S BB onen Ai na 
Su ei m I ut 601 * En 


Er der langen — 
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ebt mit d Y de = —* & 
2 mich Er Su er gr 1 | 
aß Saran mid nicht ruͤhre. 





Schickt mir die Er. mi. um ans 
Das ich in ſtiüer R my > 
And nur in feiner Rebe A MAD SR 
Mich treu ur fleibig TR nr 
Ich kriech in feine Runden Fee | 
| —— — — N | 





Auf eine (iöne — 


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— dich / . 63 Böker Er * Ki 


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nung © 
So nd ia albern Spital. Ki aa , 





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AN HER no 19. 
Wr —4 






> 
498 Teutſchet Grdichte 


Wo * todte Biefern dehn TE 
Wem du Sr fort ohren * 


Er ſey ein mdanı 
Der ſich mit eifen Fa an sh 
Timanthes Pinſel Fan rm —R J 


Was Beinen 2iuge tbar 
| Und der De etland di Bun * 
en/ 


Be I N nn wie 

ier ehe gi eeres Bi —18 - 
ade V He Bien 5% u 
Es * ae * Die lick die Sinnen / 
er die Geſtalt 
Der — arid macht al 8 kalt. ha Bi F * 
Die Liebe ſtirbet im —5 — at 
Ein todter Klotz etsdhe nicht 
Ber . der Geiſt thut feine an A 
gſt und elefl ke ie J 

Den = en“ — * 
Den deine Schoͤn in Ten / 
Seenheit und‘ an gefu 
„beb er ſi In bemüht/ 90% 
Nnd deines ea Mangel ieh: . 
eftu — ſtumm und koͤnnt 
















an aus —9 tirne Zier/ ni 
b rung verbor in dir / a | 
ei dich Di Ye edereigend: 
merckt mad alfobe darbey / 
Ss "his fein 2) ee. * in 


ER 





Hritter Teill. 


at etwa die, Natur ai — 
Die/ihe sum Spolle/ dich gemacht? 
Selbjt Benus harfieausgelacht / 
Als die fich fonft ſo gen verhele 9:7 
Die nun ihr Werck / das ſie ſe ziert / 
Hat auff die Helffte nun vollfuͤhrt. 7 ee 

iey die ob ihrem Baur ent rg f% 

Im teln faſt ermuͤdet ſaß⸗ 
ar — ver rgaß / 





Froh daß She olch ein —— H — — 


— — — —— — — 


Der beſte 9 er iſt im oet / un 


Vergaß daruͤber gantz 
Den beſten Theil hi: der 5* war. 





— Buch vor ed. — 


... 


Jes Buch, das lehret und dd so 1 | 
ie echten in der Welt auf nee He 


in Mine 
Der einen Gt fan hen Karen, —* 










Lo des often · 


— —————— Wohl ar 
Hn⸗ BEN » ea 





EEE NN 


goo Teutſcher Gedichte 





vienten Paftoris , wit er fein 
Die unverlaſſene ẽ SEIN 
herausgab. 


F lebet der (0 wohl zu Frieden | 
er in der W Tb —* —5 


@r lebet von ihm — 
Sucht in dert” 7 eier: 
Er fan noch fterblich auf Det Erden: 


Ein Himmelſaße * I Bürger werden. 


nd ihm den reinen geift verlobt! 
EröfinetipmDeth/ tz / Mund und Ohren / 

nn alles IN der Melt hier tobt/ 
So toͤnnt ipr dies bon ferne ſchauen / 


em / * — ſaͤmbkeit 
Den hat/ dd irn in allen / 
Die Einoͤd ſtihm He — 
Auch feines Feen DB el 
Hat aller Suter Menge. 


Es iſt kein unfe 
Sein uͤberierdi 
Reißt Ans m en 


re 2 








Des Adelichen Kloſters zuPꝛ 





Ihr Seelen?! die ihr GOtt ne 


Ynd Tuch em Friedens» Mei öchen. * 
ie fönte Weit und Zeit ac ; r 








duritter Theil⸗ Ei joR | 





Er Te 
Dar ir ei mil. N re 


ti IM en rar er Säfte 
FR gen. * 2 vergeht? / 


Der der. Vergaͤnglichkeit enthoben 


Holt wadren Adelſtand von oben. 
BR ——— konnet pr — 


s euch 
a nt Den Bräutigam um fangen} 


Bald koͤmmet Die gespünfchte 


- &iltı wenn fein Licht nun ID erben 


Mit vollen Lampen euch zu ſtellen. 


Und Ihr / den fell els uͤter 
5 1m Ba über d riet —5 — | 





J autigam vermahl/// 
en 1 um erfhalen? ur 


® 

Ihr rufft / Herr Staͤrning / kom̃t Wetu⸗ 

| Eu —2 —— I. 

J — andr ee mit Träumen ——— 
A 


oll Schlaffs und ohne Sorgen ſeyn / 
m A — chon regen / 


Er koͤmmt! ent komm / eit ihm entgegen! 









re der — die An fe 
und dorw geheime: ‚Krafieie 

| So tonnon wir den — end Ste! 
ax Menſth iſt ek — 


Die ſelbſt die Welt gem — run 
Und iſt ſie was / wäh hp nie eig te 


So ſollen wir muns ibt — 


Die groſſe Welt ve Be! ‚in (0 


‚248 
9 | 
Leit ” 




































uñ dieſ kleine ereBekhle 
Wenn ſie die —2 ip 


Viel Höher bebt fie fir I ine * 

Se mehr dietlene Weitn ‚Heine ſeyn und 

* M zge —* der kleinen wird zu 
Pe 


34* 


x. iu 


Es ſtebt zum Far und Bruch. 





en — — * — 
.& © u * EU. 
A 
Das Zerbrechen Dune Blake 
As F pad *8* zu die Stifte | 
RE es wohl werth/ dagman mi mit — Uns 
umb ein zerbrechlich SuM: a sul ibm. 
Wie bald kan doch cin Sins wie: Bald ein 5 
shall erſterben⸗ 
Brecht nur die Hälfe Ban Bios ra Das 
| pier — 
Steht jedem frep. Sof ing man nur / 


4 


Mai nicht 
ee Seht alles durch —————— 9 Brig 
| Der groſſe Häffner Dat uns. —1 — gleich ge⸗ 
Iſt dieſer * ‚jener hä ‚u feinern Thone 
Und etwa durch u rg au einen Slaf er 


— sit doc —* nut eitelslantz 
Dos 












Das * die Euren, Mir find der 
Bis der gun Sat — Wera 
—— OR ; “ * 
ck NAT | ar era Re 
Zuge a a fezigung einer 
An den Wobigebobrnen Herrn / 2 
gem Friebrich von Sins 
teroth/ etc. 
Suuxc 
* at mein. ee —* 
Hat ihn dein Diener u uf 6% Au) 
Der feinen Phoebo bier * und Fuße 
„Die 
Er bleibet / wie er — Be er. 
Ich ſchreib offt —2 
Du meine Muſet tum — * Tr 
u - Da 
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Da oft in Maaaiit vo De Botbeer ⸗ * 













— wenn er nur be ) cim Stans | 
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Subira en afno, fi no alcanca — | 
Ein matt» und mÜder MWandersimant © B 
Der nicht zu Pferde Fommen Fany © > Y 
Der nimmt ag wohl den Et, a ein. | | 
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| B* er ‘ Gi, B 2. Bur- 

















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Bürlkos con el 1oe6, en ca, a J EL 
Burl Eben D6 vos 1 pl —— 





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Bien vengas mal, ii vienes folo Sl 
Koͤmpt dag Unglück nur allein? / 
Sie es ung wukommen ſeyn. 


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J milbiiih Eneubie — 


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| Bien fabe ee — Ad 22 | 

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Daß er nichts —— weiß ein we Ram? | 

Ein Rare der meinet / da 
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Nin ma * e atreve. 

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igt feine Siegel ein —— ET 


R — ——— 2— 
El pece frefeo,:; : Une? ya ns} 
Gaftäle preſt. nudayd — 
Yhaviendo eveido 
Tu hijecon marido, 


Man muß ben feifchen Site nicht.c 






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A que es de vida, WS Mi 
' Blägualces meslicina, 








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Aa; Ir Sale u desia ide 
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‚ Tener rentay gaftar * 2, 

. Die Alchymifteren gehe nn andern — 
Da wan viel Renten hebt / ON viel ver⸗ 


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Aqueles buen Orador, An 
‚Queäfiperfuade la raꝛon. 
Der ift ein beredter Mann/ 6 191 ——— | 
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Bien comer — comer. 





Von vielem reſſen 
Kömpt übel eſſen. 

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| Aguien miete een gem, | Eier; 


No crie can, nın: yi Ba € may: 


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Azeyte, yvino, yamig . Ant 


Drey Dinge Freunde, z3 * 
Di möfenaom Jahren 


bein na? 

Mi TR Nach 
Hr IHR ya Gary | 
EN An 17. 7: 


FAR ST ‚ind *2 
El perro del herrero u a las maria. 


Ydefpiertaä las dent dass... 
Des Ah miedes BunlDen iäffts * 


Bieten im 8* 






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im nad f 1a ldaatye * & Mn 


El perro del ho — 
— — dexa Corner ale- A 


Des Gärtner 3: geoffer Hu wi erft ee mwar ſhtt 
Dem / der ee freſſen Hoi) ge st er en Doch auf die 











Bi. 
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——— por eflo [o ufan todos. tanto.c. wi A? 
Don lugen giebe wannfelnan gel 







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BIBLIOTHECA 
REGI 
MONACENSIS.